Im neuen Hai-Thriller von Netflix gibt es eine unfassbare Szene, die alles toppt, was in Der Weiße Hai, Deep Blue Sea oder Im Wasser der Seine passiert

11.04.2026 - 13:00 Uhr
Phoebe Dynevor kämpft in Thrash ums ÜberlebenNetflix
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Seit Freitag streamt ein neuer Hai-Thriller mit Bridgerton-Star Phoebe Dynevor bei Netflix, der einige Genre-Klassiker an Absurdität übertrifft.

Thrash bei Netflix ist kein guter Film. Ja, er ist nicht einmal so gut wie Im Wasser der Seine, der vor zwei Jahren eine Hai-Invasion auf Paris hetzte. Aber es gibt einen Grund, den neuen Hai-Thriller mit Phoebe Dynevor (Bridgerton) bei Netflix zu schauen. Dieser Grund ist etwa 3 Minuten und 49 Sekunden lang und enthält erst einen grenzdebilden Needledrop und dann eine dermaßen unfassbare Geburtsszene, dass man Thrash mit einem Blödelmeisterwerk verwechseln könnte (die Betonung lautet auf "könnte").

Aber der Reihe nach...

Ihr müsst nur 3 Dinge über Thrash wissen, um die Absurdität der Szene zu verstehen

Falls ihr Thrash schon gesehen habt: Mein Beileid! Falls nicht, müsst ihr drei Dinge zur "Geschichte" des Films wissen:

Nummer 1: Die Story von Thrash klingt wie ein Mix aus Der weiße Hai und Crawl, aber Regie führt Tommy Wirkola, bekannt durch den Nazi-Zombie-Streifen Dead Snow. Man sollte also weder nuanciertes Spannungskino à la Spielberg noch einen harten Survival-Thriller erwarten.

Nummer 2: Die Story ist so originell aufgebaut wie der Mageninhalt eines Bullenhais. Wegen eines Mega-Hurricanes wird eine kleine Küstenstadt überflutet. Mit den brechenden Dämmen finden auch gefräßige Haie ihren Weg in die Stadt.

Nummer 3: Es gibt zwei größere Handlungsstränge. Auf der einen Seite drei Pflegekinder, auf der anderen die hochschwangere Lisa (Phoebe Dynevor). Diese beiden Storys haben nichts miteinander zu tun. Also nichts außer Haien.

Nach 67 Minuten erreicht der Netflix-Thriller seinen bizarren Höhepunkt

Wirkola spult das nicht sonderlich originell oder spannungsgeladen ab, vielleicht mangels Ideen oder im Wissen, dass der Höhepunkt des Films jede Synapse unseres Gehirns beanspruchen wird. Falls ihr die unfassbare Sequenz in Thrash selber schauen wollt, dann findet ihr sie nach etwas mehr als einer Stunde, genau genommen läuft sie von Timecode 1:07:44 bis 1:11:33 und dauert 229 Sekunden. Ich habe persönlich nachgemessen!

Es beginnt bei einem Needledrop, der Trommelfelle schmelzen lässt: Die Wehen der schwangeren Lisa setzen ein, also sucht sie beim Musikstreamer ihrer Wahl nach einer Playlist für "beruhigende Musik bei Geburten". Sie findet den Millennial-Karaoke-Evergreen "A Thousand Miles". Während Vanessa Carlton also zu gut gelaunten Klaviertönen trällert ...

If I could fall into the sky
Do you think time would pass me by?
’Cause you know I’d walk a thousand miles
If I could just see you
Tonight

... bricht das überflutete Haus, in dem Lisa liegt, zusammen. Sie stürzt ins Wasser – während die Geburt im Gange ist! Während die Mutter nach Luft ringt, flutscht das Neugeborene direkt ins hygienisch garantiert unbedenkliche Flutwasser. (Eine Szenenkombination, die so elliptisch geschnitten ist, dass der Eindruck entsteht, der Film wurde zwei Minuten vor der Netflix-Veröffentlichung fertiggestellt.)

Als Lisa ihr schreiendes Baby im blutig gefärbten Wasser schließlich in Händen hält, bricht sie ein Stück Holz vom Treibgut ab und schneidet damit die Nabelschnur durch! Das alles natürlich, während sie im Wasser schwimmt. Nach dem Versprechen an ihr Neugegeborenes:

Mami muss nur ein paar verdammte Haie erledigen!

... nimmt Lisa den Holzspieß – ein erstaunlich vielseitiges Tool – und rammt ihn in den Hals eines nahenden Haies.

Was vor allem eine Frage aufwirft: Haben Haie einen Hals?

Im Epilog dieses Szenen-Schmankerls werden Lisa und Kind dank einer Retterin in der Not (und einer Harpune) vor der finalen Hai-Gefahr bewahrt.

The End.

229 unfassbare Sekunden, aber auch nicht mehr

Wie gesagt, Thrash ist nicht gut oder empfehlenswert, weil Wirkola diesen absurden Ton viel zu spät entdeckt. Ich kann aber getrost feststellen, dass er in diesem beschriebenen Moment selbst Klassiker wie Renny Harlins Deep Blue Sea an schierer Unfassbarkeit übertrifft.

Thrash sollte eigentlich mal ins Kino kommen, dann hat Sony den Film – fast so wie beim Mega-Hit KPop Demon Hunters – an Netflix verkauft. An dieser Stelle wage ich die riskante Prognose, dass der Hai-Thriller trotz seiner 229 sehenswerten Sekunden nicht zum erfolgreichsten Netflix-Film aller Zeiten aufsteigen wird.

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