Im Finale von The Dark Knight von Christopher Nolan zerstört Technikexperte Lucius Fox das System zur Massenüberwachung, mit dem Batman den Joker gefangen hat. Doch was wäre, wenn er das nicht tun würde? The Dark Knight-Co-Autor Jonathan Nolan hat 2011 eine Science-Fiction-Serie vorgelegt, die ganz ähnliche Fragen behandelt wie das Superheldenabenteuer.
Darin geht es zwar nicht um Batman, aber Person of Interest verhandelt in seinen fünf Staffeln Themen wie Überwachung und künstliche Intelligenz, die heute aktueller wirken denn je. Seit Kurzem streamt die komplette Serie bei Netflix. Die gute Nachricht: Person of Interest ist in sich abgeschlossen und wird von Staffel zu Staffel besser.
Lost-Star Michael Emerson will in der Sci-Fi-Serie Verbrechen verhindern
In gewisser Weise gibt es in Person of Interest einen Batman und einen Lucius Fox, nur sind ihre Rollen nicht deckungsgleich. Michael Emerson (Ben Linus aus Lost) spielt den superreichen Programmierer Harold Finch, der für die Regierung ein Computersystem namens The Machine entwickelt hat. Vereinfach gesagt, speist sich die KI aus Quellen diverser Geheimdienste, den Daten von Überwachungskameras und dergleichen. Auf Basis dieser soll der Supercomputer Terroristen identifizieren, bevor sie zuschlagen.
Kreiert wurde The Machine, um "große Fische" zu fangen, doch nach einer Tragödie wendet sich Finch den von der Maschine als "irrelevant" eingestuften zukünftigen Fällen zu, zum Beispiel Verbrechen, die nicht die nationale Sicherheit betreffen, deren Opfer in seinen Augen aber nicht weniger wert sind als andere. Um die Verbrechen zu verhindern, stellt er den ehemaligen Soldaten und CIA-Mitarbeiter John Reese (Jim Caviezel) an, der die handgreifliche Batman-Rolle für das "Gehirn" Finch übernimmt.
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Der Action-Thriller bei Netflix steigert sich nach der 1. Staffel ordentlich
In der 1. Staffel merkt man Person of Interest noch stärker an, dass es sich um eine Network-Serie mit über 20 Folgen pro Staffel handelt. Da ähnelt die Serie einem Hightech-Krimi mit Fall-der-Woche-Struktur, einer Art Mischung aus The Mentalist und The Blacklist. Mit dem Ende der Debüt-Season gewinnt die actionreiche Serie an Komplexität, die sie im Verlauf noch weiter ausbauen wird. Dranbleiben lohnt sich!
Anders als bei anderen Paranoia-Geschichten geht es in Person of Interest zuallererst nicht so sehr um die Opfer eines Überwachungsapparates. Stattdessen versetzt uns die Serie mit Finch in den Kopf jener, die die Mittel einsetzen wollen – aus positiven wie niederen Motiven. Die Allmacht der KI wird umso verführerischer dargestellt, aber damit auch die blinden Flecke bei ihrem Einsatz.
Wie es sich für eine Science-Fiction-Serie gehört, arbeitet sich Person of Interest in späteren Staffeln auch am Verhältnis und der möglichen Austauschbarkeit von Menschen und Maschinen ab. Besonders, was Jim Caviezels Figur des Vollstreckers angeht. Gleichzeitig beeindruckt, wie zeitgemäß die Sci-Fi-Vision von Person of Interest ist. Parallelen zu Sicherheitsfirmen wie Palantir und ähnlichen Anbietern drängen sich auf.
Im Rückblick verwundert es jedenfalls nicht, dass Jonathan Nolan nach dem Ende von Person of Interest die Zügel bei HBOs Westworld übernahm und anschließend an Amazons Fallout-Adaption beteiligt war.
Person of Interest besteht aus insgesamt 103 Folgen, die nun alle bei Netflix im Abonnement verfügbar sind. Wer kein Problem mit Werbeeinblendungen hat, kann alle Staffeln auch kostenlos bei Joyn schauen.
