Last Samurai Standing stürmt die Netflix-Charts: Wie gut ist der brutale Wettkampf der 292 Krieger wirklich?

14.11.2025 - 16:45 UhrVor 22 Tagen aktualisiert
Last Samurai Standing
Netflix
Last Samurai Standing
0
0
Mit Last Samurai Standing läuft eine spannende Samurai-Actionserie jetzt bei Netflix. Aber lohnt sich der gnadenlose Überlebenskampf im 19. Jahrhundert?

Der Erfolg von Filmen und Serien über tödliche Wettbewerbe erreichte dieses Jahr einen weiteren Höhepunkt. Nach Squid Game, Alice in Borderland, The Long Walk und The Running Man entfesselt Last Samurai Standing seit dem 13. November bei Netflix jetzt den nächsten Überlebenskampf in Spielform – und landet damit direkt zum Start auf Platz 1 der Netflix-Charts. Ob sich das Battle Royale der Samurai lohnt, erfahrt ihr hier im Serien-Check.

Brutaler Samurai-Kampf bei Netflix: Das erwartet euch in Last Samurai Standing

Wir befinden uns im Japan des Jahres 1878. Ein Jahrzehnt ist seit dem Boshin-Krieg vergangen, der das Ende des Tokugawa-Shogunats und den Beginn der Meiji-Ära einläutete. Die Zeit des Wandels hat aber auch ihre Schattenseiten. Einst angesehene Samurai streifen entehrt, verarmt und ziellos durch Land; Schwerter zu tragen, ist längst verboten; und zusätzlich greift auch noch eine schreckliche Cholera-Epidemie um sich. So führt der landesweite Aufruf eines Kampfkunstturniers Hunderte verzweifelte und verschuldete Ex-Krieger nach Kyoto, in der Hoffnung, das Preisgeld von 100.000 Yen zu gewinnen.

Auf dem Grund des Tempels Tenryū-ji erfahren die insgesamt 292 Teilnehmenden aber die grausame Wahrheit: Das Turnier ist ein tödliches Spiel namens Kodoku, das nur die wenigsten von ihnen überleben werden. Ausstiegsversuche und Regelbrüche werden mit dem sofortigen Tod bestraft. Kern des Wettbewerbs ist eine Reise durch sieben Orte entlang des Tokaido bis nach Tokio, für die ein Monat Zeit bleibt. Um weiterzukommen, müssen sie Punkte in Form von Holzanhängern sammeln, die sie ihren Mitspieler:innen mit Gewalt abknöpfen müssen. Wer seinen Anhänger länger als 10 Sekunden ablegt, wird erschossen.

Unter den todesmutigen Kandidat:innen befindet sich auch der frühere Samurai Shujiro Saga (Jun'ichi Okada), der sein Schwert seit dem Krieg nicht mehr gezogen hat, aber das Geld für die Rettung seiner an Cholera erkrankten Familie bitter nötig hat. Inmitten des Gemetzels nimmt er sich einer schutzlosen jungen Frau namens Futaba (Yumia Fujisaki) an, um diese gegen die blutdürstige Konkurrenz zu verteidigen. Widerwillig muss Shujiro noch einmal zur Tötungsmaschine werden, während er den wahren Zweck des Kodoku zu ergründen versucht, das von mysteriösen Oligarchen vergnügt beobachtet wird.

Last Samurai Standing ist ein absolutes Action-Highlight

Last Samurai Standing basiert auf den Ikusagami-Romanen des Schriftstellers Shogo Imamura sowie der gleichnamigen Manga-Adaption und verwebt eindrucksvoll brachiale Kampfkunst-Action und spannende historische Hintergründe. Die nur sechs Episoden vergehen wie im Flug und begeistern mit einer einfallsreichen Inszenierung und hochwertigen Bildern, die die meisten Netflix-Serien vermissen lassen.

Gleich von der ersten Szene an, in der eine 4-minütige Plansequenz durch das Chaos eines Schlachtfelds führt, wird deutlich, dass Last Samurai Standing vor allem als imposantes Action-Spektakel überzeugen will – und das gelingt. Dichte Wälder und verregnete Gassen über Teehäuser und Tempelanlagen liefern dynamische Schauplätze, auf denen sich die Spielenden mit unterschiedlichsten Waffen und Kampfstilen in abwechslungsreiche Gefechte stürzen.

Die Action wird meisterhaft und kinetisch in Szene gesetzt – manche Duelle sind so intensiv, dass Katana zerbrechen oder sich aufheizen, bis die Funken fliegen. Mit reichlich Blut, abgetrennten Gliedmaßen und rollenden Köpfen geht Last Samurai Standing dabei immer extrem brutal zur Sache. Wenn Stahl auf Stahl prallt, und Schwerter durch Fleisch schneiden, ist jeder Hieb spürbar. Das verdankt die Serie besonders der praktischen Stuntarbeit, die ohne merklichen CGI-Einsatz jeden Kampf mit Realismus auflädt – der mit überzogenen Charakterdesigns und Fähigkeiten nur selten die Grenze zum Live-Action-Anime übertritt.

Last Samurai Standing hat eine Netflix-Fortsetzung verdient

Unterfüttert wird das Blutvergießen von zahlreichen Flashbacks, die die unterschiedlichsten Motivationen und Hintergründe der Spieler beleuchten, während sich ein Großteil der Handlung auf das Mysterium um die Drahtzieher des Kodoku fokussiert. Um all die Intrigen und Enthüllungen wirklich wertschätzen zu können, ist aber etwas Recherche und Hintergrundwissen zur japanischen Geschichte des späten 19. Jahrhunderts von Vorteil.

Obwohl die Serie auf den ersten Blick wie ein Mix aus Squid Game und Shogun wirkt, sind das historische Setting und die Geschichte eher mit der Filmreihe Rurouni Kenshin oder der Netflix-Anime-Adaption Golden Kamuy zu vergleichen. Trotz mancher Parallelen wächst Last Samurai Standing aber schnell über mögliche Vergleiche hinaus und zieht mit ausgezeichneter Samurai-Action und einer wendungsreichen Story in den Bann.

"Jeder von uns könnte jederzeit sterben", lautet Futabas Erkenntnis in einer späteren Folge. Leider ist die Angst um das Schicksal der Figuren aber nur selten zu spüren, da die zentralen Hauptcharaktere des Spiels (und ihre Plot Armor) klar zu erkennen sind. Das kann sich in weiteren Staffeln aber noch ändern, denn ein Abschluss des Todesspiels und der Geschichte erwartet euch nach sechs Folgen noch nicht.

Die erste Staffel von Last Samurai Standing steht seit dem 13. November 2025 bei Netflix zum Streamen bereit. Grundlage für diesen Serien-Check sind alle 6 Episoden.

Das könnte dich auch interessieren

Schaue jetzt Last Samurai Standing

Kommentare

Aktuelle News