Madonnas neuer Film mit Sabrina Carpenter und Benedict Cumberbatch ist ein Fiebertraum – und dieser Cameo bringt mich um den Verstand

13.06.2026 - 08:43 UhrVor 1 Monat aktualisiert
Julia Garner in Confessions II – The Film
Warner Records
Julia Garner in Confessions II – The Film
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Mit Confessions II schließt Madonna an einen der größten Erfolge ihrer Karriere an. Der begleitende Kurzfilm ist jetzt schon ein popkulturelles Spektakel, über das man ganze Doktorarbeiten schreiben könnte.

Die Welt wartet gespannt auf das neue Album von Madonna. Nicht zuletzt schließt ihr neues Werk an den vor 16 Jahren erschienenen Mega-Erfolg Confessions on a Dance Floor an. Um die Veröffentlichung gebührend zu zelebrieren, hat sie vor wenigen Tagen einen Kurzfilm beim Tribeca Film Festival vorgestellt, der direkt nach seiner Premiere für Schlagzeilen sorgte: Confessions II – The Film ist ein Fiebertraum.

Julia Garner als junge Madonna in Confessions II

14 Minuten lang führt uns das Regieduo TORSO (David Toro und Solomon Chase) in ein Labyrinth aus Strobolichtern, das mit einigen denkwürdigen Bildern aufwartet, angefangen bei Laserstrahlen, die aus allen erdenklichen Körperöffnungen kommen. Verfolgt von einem SWAT-Team flüchtet Madonna über vernebelte Tanzflächen und rennt dabei in unzählige Stars – und eine deutlich jüngere Version von sich selbst.

Der hervorstechendste Cameo gehört somit weder Benedict Cumberbatch, der sich voguend seinen Weg durch die Herrentoillete bahnt, noch den Game of Thrones-Stars Gwendoline Christie und Richard E. Grant. Stattdessen blitzt für wenige Sekunden das Gesicht von Julia Garner durch die Menge – in einer brillanten Enthüllung, die mit einem Deep Cut auf der Metabene aufwartet und mich nicht mehr loslässt.

Selbst Sabrina Carpenter, die auf Confessions II ein Feature singt und Anfang des Jahres das Muppets-Comeback mit einem Gastauftritt in pures Gold verwandelte, kann da nicht mithalten. Doch warum ist Julia Garner so ein großes Ding? Gut, dass ihr fragt. Denn mich beschäftigt diese Geschichte seit Jahren, genau genommen seit 2022, als völlig absurde Schlagzeilen über ein Madonna-Bootcamp die Runde machten.

Nach dem unheimlichen Erfolg von Bohemian Rhapsody wollte jedes Studio ein Biopic über eine Musiklegende ins Kino bringen. Elvis und Bob Dylan eroberten die Leinwand, genauso wie Amy Winehouse, Bruce Springsteen und Whitney Houston. Aktuell sorgt die Verfilmung von Michael Jacksons Leben für gefüllte Säle. Und Robbie Williams suchte sich einen Affen-Avatar, um von seinen Höhen und Tiefen zu erzählen.

Das ist schon ziemlich abgefahren.

Julia Garner hat das Madonna-Bootcamp durchlaufen

Madonnas Biopic hat sich auf ein anderes Extrem fokussiert: Nicht nur wollte die Sängerin ihren Werdegang selbst in Szene setzen. Sie leitete ein Bootcamp in die Wege, um die perfekte Hauptdarstellerin zu finden. Trainingseinheiten von bis zu elf Stunden standen auf der Tagesordnung, um die ikonischen Madonna-Choreographien einzustudieren, während der Pop-Superstar mit strengem Auge alles überwachte.

Beim Hollywood Reporter  war damals von einem "zermürbenden" Prozess die Rede. Wer die Rolle bekommen wollte, musste bereit sein, "alles zu geben", um Madonna davon zu überzeugen, ein würdiges Leinwandebenbild verkörpern zu können. Kaum ein anderes Casting sorgte in den vergangenen Jahren aufgrund der extremen Anforderungen für so viel Aufsehen – und dann wurde der Film nie gedreht.

Könnt ihr euch das vorstellen? Julia Garner hat quasi die erste Hälfte von Full Metal Jacket im Madonna-Kostüm mitgemacht und nicht weniger talentierte Konkurrentinnen wie Florence Pugh, Odessa Young, Alexa Demie und Emma Laird ausgestochen, nur um nach monatelanger Vorbereitung vor dem Scherbenhaufen eines extrem ambitionierten, aber gescheiterten Filmprojekts zu stehen. Absoluter Hollywood-Wahnsinn.

Der unglaublichste Teil der Geschichte ist, dass sie weitergeht. Das Bootcamp hat sich von einer obskuren Anekdote in ein schleichendes Popkulturgespenst verwandelt, das sich mehr und mehr materialisiert, etwa durch die Ankündigung, dass sowohl Madonna als auch Julia Garner zum Cast der 2. Staffel von The Studio bei Apple TV gehören – einer Serie, die das wilde Treiben der Traumfabrik nahezu in Echtzeit adaptiert.

Das Madonna-Bootcamp lebt völlig unerwartet weiter

Confessions II – The Film schreibt das verblüffende zweite Leben des abgesagten Biopics weiter. Kurz bevor Bring Your Love, einer der sechs neuen Songs im Kurzfilm, erklingt, verschwindet Madonna in einem Club in der Menge. Das SWAT-Team glaubt, sie endlich gestellt zu haben, doch kaum dreht sich die Gestalt vor ihnen um, erstrahlt das Gesicht von Julia Garner im kalten Scheinwerferlicht – eine nahtlose Verwandlung.

Selten wurde ein "Was wäre, wenn"-Szenario dermaßen von offizieller Seite provoziert. Madonna macht das Scheitern ihres Kinofilms zum Teil ihrer Mythologie und Ästhetik. Für Menschen wie mich, die seit den ersten Gerüchten besessen von dem Projekt sind, das alle Anzeichen eines egomanischen Grenzfilms wie Megalopolis in sich trägt, ist Julia Garners Cameo in Confessions II – The Film ein Eldorado der Popkultur.

Ich kann gar nicht erwarten, was dieses Fast-Casting als Nächstes hervorbringt. Nicht zuletzt befindet sich eine Madonna-Serie bei Netflix in Entwicklung, die nichts mit dem zuvor von Universal geplanten, aber inzwischen auf Eis gelegten Film zu tun hat. Was wäre das für ein Plottwist, wenn sich der Streamer einfach Julia Garner für die Hauptrolle schnappt, auch wenn sie nie konkret für das Projekt vorgesprochen hat?

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