Robert Redford war eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Filmwelt. Nicht nur trat der 2025 verstorbene Schauspieler vor die Kamera. Auch dahinter setzte er sich für die Kunst der bewegten Bilder ein – als Regisseur, Produzent und Gründer des Sundance Film Festivals, aus dem das Sundance Institute hervorging.
Darüber hinaus hat er sich für das Filmerbe eingesetzt und dafür gesorgt, dass keines seiner Werke ein überflüssiges Remake erhält. So machten Anfang der 2010er Jahre Gerüchte die Runde, dass eine Neuverfilmung des Klassikers Bill McKay – Der Kandidat geplant sei. Dem widersprach Redord jedoch vehement.
Hollywood-Legende Robert Redford wollte kein Remake von Bill McKay – Der Kandidat
In dem 1972 erschienenen Politdrama von Michael Ritchie schlüpft Redford in die Rolle des titelgebenden Anwalts, der sich für die Armen und Schwachen einsetzt und zudem die Umwelt im Blick hat. Bill McKay tritt als strahlendes Vorbild in Erscheinung, das motiviert und inspiriert – zumindest so lange, bis er als Senator kandidiert.
Schnell muss der Demokrat feststellen, dass die Politik ein Geschäft aus Kompromissen ist. Dass Machtspiele an der Tagesordnung stehen und mit schmutzigen Tricks gespielt wird. Am schlimmsten ist jedoch die Erkenntnis, dass er mit seinen eigenen Idealen brechen muss, um es allen recht zu machen – ein Dilemma.
Das klingt nach einer zeitlosen Thematik. Als Robert Redford 2011 im Interview mit MovieMaker Magazine auf die Möglichkeit eines Remakes von Bill McKay – Der Kandidat angesprochen wurde, sagte er jedoch entschieden, dass die Geschichte auserzählt ist und er daher wenig Sinn in einer Neuverfilmung sehe:
[Bill McKay] war damals eine großartige Geschichte, aber je mehr ich darüber nachdachte, desto klarer wurde mir, dass es da nichts Neues mehr zu erzählen gibt – also nein. Manche Filme sollten meiner Meinung nach einfach in Ruhe gelassen werden, wie zum Beispiel Der Kandidat, Butch Cassidy und So wie wir waren.
Auch die Fortsetzung zu Bill McKay – Der Kandidat mit Robert Redford kam nie zustande
Nach Redfords Tod meldete sich Regisseur Rod Lurie beim Hollywood Reporter zu Wort. In Erinnerung an den verstorbenen Schauspieler erzählte er, dass die beiden Anfang der 2000er Jahre an der Idee für eine Fortsetzung von Bill McKay – Der Kandidat gearbeitet hatten, nachdem sie zuvor Die letzte Festung gedreht hatten:
Eine seiner Hoffnungen war es, diese Geschichte um Bill McKay fortzusetzen. Er ist ein berüchtigter Filmproduzent und arbeitet unermüdlich an Drehbüchern. Es befand sich in der Diskussionsphase, und es ging vor allem um die Frage: 'Was sollte das werden?' Die beiden Schauspieler, die wir gerne dabei gehabt hätten, waren Denzel Washington und George Clooney.
Schlussendlich kam aber auch die Fortsetzung nie zustande:
[Redfords Figur] wäre zu diesem Zeitpunkt ein ehemaliger Präsident gewesen, der einen neuen Kandidaten berät. Wir haben so viele Stunden damit verbracht, darüber zu diskutieren, was er tun wollte und was nicht. Und dann haben wir [nach Abschluss der Dreharbeiten zu Die letzte Festung] Briefe ausgetauscht. Es ist einfach nie dazu gekommen.
Redford war generell jemand, der selten zu vertrauten Rollen zurückkehrte, sondern die Geschichten, die er erzählte, vor allem in dem Kontext betrachtete, in dem sie entstanden sind. Eine bestimmte Zeit, ein bestimmter Ort, ein bestimmtes gesellschaftliches oder politisches Klima – diese Komponenten zeichneten seine Filme aus.
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Mit dieser Einstellung untermauerte er seinen Ausnahmestatus in Hollywood. Viel zu oft hält die Traumfabrik an bewährten Stoffen fest, anstelle auf etwas Frisches zu setzen. Genauso wie er im Zuge von Sundance neue Stimmen des Kinos förderte, setzte sich Redford für Geschichten abseits von Neuauflagen und Fortsetzungen ein.
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