Neu bei Amazon Prime: Bildgewaltige Fantasy-Adaption, die euch an eurem Verstand zweifeln lässt

12.03.2026 - 14:00 Uhr
Der Meister und MargaritaCapelight Pictures
0
0
Fantasy bringen wir selten mit Beton, Jazz und Kommunismus in Verbindung. Was schade ist, denn bei diesem Tipp bei Amazon Prime vereint sich beides zu einem unvergleichlich psychedelischen Albtraum.

Fantasy lässt Kinder in bunte und traumhafte Welten eintauchen. Wenn wir älter werden und uns nach etwas anderer Fantastik umsehen, warten diese Welten nicht mehr im Kleiderschrank oder im Kaninchenbau. Vielleicht lauert der Traum hier eher in den Seiten eines verfluchten Manuskripts. Im Kopf eines unterdrückten Freidenkers. Und vielleicht stolpern wir sogar in einen Albtraum.

Genau das passiert in Der Meister und Margarita: Wir folgen keinem Kaninchen mehr, sondern den Gedankenströmen eines genialen Geistes. Doch ebenso wie die menschlichen Hirnwindungen kann man sich auch in seinen Vorstellungen ganz leicht verlaufen. Und dann landet man prompt in einem bildgewaltigen Fantasy-Epos, das eine böse Realität verbirgt.

In Der Meister und Margarita bei Amazon Prime verliert sich ein Schriftsteller im Labyrinth seiner Geschichte

In den 1930er-Jahren befindet sich Moskau im Wandel. Der Kommunismus hält Einzug in Russland, und die Parteimitglieder und Hauptdrahtzieher setzen ihre Ideale mit Zuckerbrot und Peitsche durch. Die meiste Zeit bedeutet das für Freigeister aber nur die Peitsche. So geht es auch einem genialen, aber viel zu liberalen Schriftsteller (Evgeniy Tsyganov).

Nachdem Spitzel und Kritiker in seinem neuen Theaterstück über Pontius Pilatus viel zu viel religiöse Propaganda entdeckt haben wollen, wird das Stück kurzerhand gestrichen. Der Schriftsteller wird zum Geächteten. Er ist gerade dabei, völlig zu verzweifeln und alle Pläne für seinen nächsten Roman über Bord zu werfen, da begegnet er zwei ganz besonderen Menschen.

Die eine ist die kluge Margarita (Yulia Snigir), in die er sich sofort Hals über Kopf verliebt. Sie wird zu seiner Geliebten und Muse. Der andere ist ein mysteriöser Gönner (August Diehl), der nicht von hier zu sein scheint. Beide ermutigen ihn, seinen geplanten Roman trotz allen Widrigkeiten zu schreiben. Doch diese Geschichte über den Teufel, der nach Moskau kam, beginnt bald, ihn mit Haut und Haaren zu verschlingen.

Der Meister und Margarita verdreht euch mit seinen albtraumhaften Bildern das Hirn und den Kopf

Der Meister und Margarita ist vieles: ein Albtraum, ein permanenter, wilder Wechsel zwischen tausend Erzählebenen, eine Romanze, eine Parabel. Ein Rebellenstück gegen Totalitarismus und Zensur. Wie in der gleichnamigen literarischen Vorlage zieht der Film uns ständig den Boden unter den Füßen weg und lässt uns permanent im Ungewissen, was hier Fiktion und was Realität ist.

Zugleich ist der Film ein bewegtes Gemälde, das mit seinen großen, surrealen Bildern bezirzt. In jeder Szene schwingen Liebe und gleichermaßen Hass für die Architektur und Kunst des Russlands der 30er mit. Jazz und Art Deco inspirieren den magischen Psychotrip genauso wie Gewalt und Brutalismus. Und dann ist da natürlich noch unser Monster. Unser wundervolles, furchtbares Monster.

August Diehl in der Rolle des Woland ist vermutlich so nah an dem Mephisto, den Goethe einst für Faust entwarf, wie selten ein Schauspieler. Wenn er die Mundwinkel zu seinem bösen Schmunzeln nach oben kräuselt, läuft es einem eiskalt über den Rücken. Und dabei ist er doch so … einladend. So sympathisch. Unendlich gefährlich. Und einer, der uns auffordert, alles zu hinterfragen, was in der Welt so vor sich geht.

Wer sich in das Geschichtenlabyrinth von Der Meister und Margarita wagen will, kann das ab heute im Streaming-Abo bei Amazon Prime.

*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links erhalten wir eine Provision.

Das könnte dich auch interessieren

Angebote zum Thema

Kommentare

Aktuelle News