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Unruhige und schlaflose Nächte garantiert:

Top 10 Horrorfilme, die ihrem Genre gerecht werden!

09.06.2020 - 13:05 UhrVor 10 Monaten aktualisiert
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The Wailing
© 20th Century Fox
The Wailing
Horrorfilme gibt es zuhauf, wobei die Qualität sehr schwankend ist. Aus dieser Masse stechen immer wieder Perlen hervor und einige verlieren an ihrer Faszination nicht das Geringste. So auch die hier ausgewählten 10 Highlights.

Der Horrorfilm. Ob früher oder heute .... er fasziniert und ängstigt den Zuschauer zugleich. Dabei bietet dieses Genre sozusagen viele verschiedene Kategorien, wo für jeden was dabei ist, der seine Grenzen ausloten und ausprobieren möchte.

Gerade in der heutigen Zeit können die Filmemacher aufgrund der fortgeschrittenen Technik ihre Version so drehen, genau so wie sie es sich vorstellen, wie es vor ca. 50 Jahren z.B. noch gar nicht möglich gewesen wäre oder sehr begrenzt. Aber wie viele vermutlich wissen: Was bringt das größte Budget und die besten Effekte, wenn das Endergebnis keinen wirklichen Horror heraufbeschwört?

Klar, heutzutage ist man abgehärtet und sieht vieles aus einem anderen Blickwinkel. Was früher vielleicht schockierend war, ist es heute tlw. nicht mehr wirklich. Unsere Wahrnehmung und Sehgewohnheiten ändern sich auch, wobei am Ende jede Person Horror anders wahrnimmt.

Das ändert nichts daran, dass z.B. heutige Jump-Scares nichts mit wirklichem Grusel oder Horror zu tun haben. Ein sprunghafter, lauter Toneffekt kann übertrieben gesagt jeder einsetzen. Aber eine Bildsprache und Atmosphäre erschaffen, die einen auch lange nach dem Abspann begleitet, ist wahre Filmkunst.

Eigentlich ist der Haupttitel zum Scheitern verurteilt, da es unmöglich ist, eine klare Topliste aller Zeiten zu bestimmen - weil, wie vorhin erwähnt, dies jeder anders sieht und es weit mehr großartige Filme gibt als die hier erwähnten 10 Filme.

Knapp nicht geschafft, aber trotzdem eine Erwähnung verdient haben, sind:

Angel Heart(1987), Komm und sieh (1985), Im Glaskäfig(1986), Das Ding aus einer anderen Welt (1982),Ekel (1965), It Comes at Night (2017), The Fog - Nebel des Grauens (1980)

Platz 10: The Wailing - Die Besessenen (2016)

Gleich zu Beginn ist auch hier anzumerken, dass das typische Overacting natürlich nicht fehlen darf. Das und die wechselnden Genre-Ausrichtungen während des Filmverlaufs mögen den ein oder anderen abschrecken. Im Kern sieht es allerdings ganz anders aus. Themen, auch aktuelle oder solche, die sich in der koreanischen Geschichte befinden, werden hier eingebracht, wie Religion, (Aber)Glaube, Okkultismus, aber auch Vorurteile und das Spiel mit Täuschungen und Wahrnehmungen.

Was fast als Krimi-Komödie beginnt, wird in The Wailing - Die Besessenen schnell immer unbehaglicher und mysteriöser, ist atmosphärisch hoch erhaben und durch seinen nüchternen Ton mehr als verstörend.

Ein Albtraum, in dem groteske Szenen sich mit blanker Angst abwechseln. Ein gewagter Genre-Mix, der aber 150 Minuten lang perfekt funktioniert, von der Story und Inszenierung atemberaubend und bis zum bitteren Finale unvorhersehbar und intensiv. Diesen zermürbenden Trip muss man danach erstmal sacken lassen!

The Wailing

Platz 9: Wenn die Gondeln Trauer tragen (1973)

Wenn die Gondeln Trauer tragen (Don't Look Now) ist nicht wirklich ein klassischer Horrorfilm. Das Thema geht dann schon eher in die Richtung. Es geht um einen schmerzlichen Verlust. Sein eigenes Kind zu verlieren könnte nicht schlimmer sein. Genauso die Trauer und Schuldgefühle, damit umzugehen oder sie zu verarbeiten. Ein Prozess der spürbare Narben hinterlässt.

Auch wenn die Handlung gemütlich wie die Wellen in den Kanälen von Venedig vor sich hinplätschert, so ist durchgehend eine unterschwellige, aber unheimlich subtile Stimmung präsent, die einen quälend lange ohne Effekthascherei unruhig in einen Sog zieht. Nicolas Roeg spart nicht an Symbolen und auch an einigen, gruseligen Momenten. Speziell das nervenaufreibende Finale zieht einem dann den Boden unter den Füssen weg und lässt uns verstörend und allein zurück. Creepy!

Don't Look Now

Platz 8: Die Körperfresser kommen (1978)

Auch wenn das Original von Don Siegel aus den 50ern ebenso intensiv und richtungsweisend war, so ist die 1978er Version von Die Körperfresser kommen nochmal einen Tick besser. Auch wenn die Grundstory simpel ist, wird eine bedrückende Atmosphäre und Spannung aufgebaut, die einen immer noch erschaudern lassen.

Eine Welt ohne Emotionen und Gefühle will man sich nicht vorstellen. Auch der Moment, wenn wir uns nicht mehr sicher sind, ob die Person vor einem noch die alte ist oder schon durch die Aliensporen ausgetauscht wurde, ist wahrlich unheimlich. Ein apokalyptisches Szenario, das auch heute nichts von seiner Faszination und Bedrohlichkeit eingebüßt hat. Die letzte Szene ist natürlich ohne jeden Zweifel heftig und einprägsam genial!

Invasion of the Body Snatchers

Platz 7: Blair Witch Project (1999)

Das Found-Footage Genre: Geliebt und gehasst. Und mit Blair Witch Project nahm es seinen Anfang. Tatsächlich fand keiner der Genre-Kollegen ein Mittel, diesen Waldhorror zu toppen. Mit einfachsten Mitteln schaffen die Filmemacher hier einen Film, der immer noch durch eine beklemmende und intensive Atmosphäre besticht. Klar, der Wald, in dem sich die Figuren bewegen, sieht aus wie bei uns vor der Haustür oder vor der Stadt ... und das macht es erst recht so angsteinflößend durch seine Authenzität.

Die andere Stärke ist, wie hier das Kopfkino angekurbelt wird. Der größte Horror entsteht immer noch im Kopf oder in dem was wir nicht sehen. Diese ansteigende Intensität entlädt sich in einem Finale, das an Spannung schwer zu toppen ist und mit einem mulmigen Gefühl in den Abspann entlässt. Weniger ist bekanntlich mehr. Hier trifft das mehr als deutlich und effektiv zu!

Blair Witch Project

Platz 6: Ein Kind zu töten (1976)

Der deutsche Titel Ein Kind zu töten schwört schon darauf ein, was im Film kommen könnte. Nur warum? Darf man das oder kann man das? Ein moralisches Dilemma. Aber allein der Prolog beschwört schon eine unangenehme Stimmung, die ahnen lässt, was noch kommen wird ...

Ist zu Beginn noch alles harmlos und idyllisch, so wird die atmosphärische und trügerische Ruhe später psychologisch immer bedrohlicher. Das malerische Küstendorf mit seinem sonnendurchflutenden Gassen wird immer mehr zu einem Labyrinth aus blanker Verzweiflung, wo in glühender Hitze der pure Horror Bahn bricht!

Das anfangs hölzerne Schauspiel sowie naive Verhalten der Hauptfiguren mag etwas negativ auffallen, wird aber durch das schleichende, stetig steigende Spannungslevel in den Hintergrund gerückt. Verstörend und fies bis zum bitterbösen Finale! Die starke Inszenierung und Herangehensweise ist für die damalige Zeit nicht zu verachten! Gnadenloses wie geniales 70er Terrorkino par excellence und zu Recht ein Klassiker!

Ein Kind zu töten

Platz 5: Kill List (2011)

Hier werden sich die Geister ziemlich scheiden. Was als Familiendrama beginnt, nimmt im Verlauf immer bedrückendere und beängstigendere Formen an, die sich im Finale in ein schwarzes Nichts verwandeln. Kill List schert sich einen Dreck um Sehgewohnheiten und die Beantwortung vieler Fragen, von denen es im Film nicht zu wenig gibt, die aber ihren Reiz haben.

Der nüchternde Stil und das unheimliche Sounddesign von Jim Williams sorgen für eine spürbar bedrohlich-unheimliche Atmosphäre, die einen brutal und fest umklammert, nicht locker lässt und konsequent auf ein Ende hinsteuert, das einfach nur mies und grausam ist. Nicht auszudenken, wenn der damals einen Kinostart bekommen hätte. Sehr sperrig und schwer zu greifen das Teil. So unterschwellig angsteinflößend war gefühlt kein Horrorfilm des bisherigen 21. Jahrhunderts.

Kill List

Platz 4: Videodrome (1983)

Der Meister des Body Horrors darf natürlich nicht fehlen. Mit Videodrome hat er einen intelligenten Film erschaffen, der aktueller nicht sein könnte. Der Konsument strebt nach Sex und Gewalt auf den Bildschirmen, es muss immer extremer werden. Im Film findet dabei immer mehr die Verschmelzung zwischen Mensch und Videobild statt.

Interpretationen gibt es zu genüge, vor allem die medienkritische Seite ist offensichtlich, aber höchst effektiv und drastisch dargestellt. Was anfangs noch harmlos wirkt, nimmt im Filmverlauf immer verstörendere und groteskere Ausmaße an, bis man komplett die Kontrolle verliert und in einen unausweichlichen Abgrund zusteuert. "Lang lebe das neue Fleisch"!

Videodrome

Platz 3: Eraserhead (1977)

David Lynchs Debütfilm ist ein surreales Seherlebnis, dass einfach einzigartig ist. Die grobkörnigen schwarz-weiß Bilder und das heruntergekommene Setting in einem Industriegebiet erzeugen ein konstant hohes Unwohlsein, das sich schleichend in den Köpfen der Zuschauer festsetzt.

Obwohl es immer bizarrere und komischere Momente gibt, ist die Stimmung mit dem einprägsamen Sounddesign so dicht, dass sich schnell eine Hilfslosigkeit breit macht und dann auch die Angst. Man kommt sich teilweise vor, als ob man träumen würde und man aufwachen will, es aber nicht kann. Nie war ein Albtraum besser und verstörender inszeniert als in Eraserhead!

Eraserhead

Platz 2: Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (1979)

Über Ridley Scotts Meisterwerk Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt bedarf es eigentlich nicht viele Worte. Atmosphärischer war so gut wie kaum ein anderer Film aus dem Genre. Gerade weil sich viel Zeit gelassen wird, wird eine stetig steigende Spannung aufgebaut, die langsam unter die Haut kriecht und spätestens in der zweiten Hälfte in den besten Momenten nicht auszuhalten ist.

Es ist diese Angst vor dem Unbekannten, die der Film durchweg ausstrahlt und eine zunehmende Machtlosigkeit. Zudem ist das Design von H.R. Giger nicht weniger als einzigartig zu beschreiben. Ein perfekter Organismus, der in den klaustrophobischen Gängen der Nostromo den sicheren Tod verbreitet in einer Umwelt, wo ein Entkommen wohl kaum aussichtsloser sein könnte. Auch heute noch an nervenzerreissender Intensität so gut wie nicht zu toppen!

Alien

Platz 1: Possession (1981)

Possession kann man nur als puren Wahnsinn beschreiben. Das zugegeben grandiose Overacting von Sam Neill und v.a. von Isabelle Adjani mag spalten, passt aber haargenau in das verstörende und ungemütliche Szenario von West-Berlin. Neben albtraumhaften Bildern, philosophischen Gedankenansätzen und Metaphern befindet sich der wahre Horror aber in der Gesellschaft oder wie hier in der Beziehung.

Possession

Eifersucht, Ungewissenheit, Verlustsängste zerfressen zwei Menschen bis aufs Extremste und vermischen sich mehr ins Surreale. Eine beeindruckende, akkustische Bildsprache sowie eine Intensität, die ihresgleichen sucht. So einen Film gibt es wahrlich nur einmal. Ein Fieber-Albtraum, den man erlebt haben muss!

Was sagt ihr zu den Top 10? Welche Horrorfilme haben sich bei euch am stärksten eingeprägt?

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