Vergessener Sci-Fi-Film von Harry Potter-Macher erobert Netflix: Er erzählt die Geschichte eines Roboters, der 200 Jahre lebt

05.04.2026 - 09:42 UhrVor 2 Monaten aktualisiert
Der 200 Jahre MannBuena Vista/Columbia/Netflix
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Vor 27 Jahren kam dieser Science-Fiction-Film ins Kino und verwandelte sich in einen Flop. Bei Netflix steht er dafür in den Charts und wird von vielen Menschen neu entdeckt.

Wenn der Name Chris Columbus fällt, werden die meisten Filmfans vermutlich an die ersten beiden Harry Potter-Filme denken. Columbus brachte die wegweisenden Fantasy-Abenteuer zu Beginn der 2000er Jahre ins Kino und ist darüber hinaus für Kevin – Allein zu Haus sowie die Fortsetzung Kevin – Allein in New York bekannt.

Was jedoch die wenigsten wissen, ist, dass er 1999 einen faszinierenden Science-Fiction-Film auf die große Leinwand gebracht hat, der mit einem der damals gefragtesten Stars in der Hauptrolle aufwartet: Robin Williams. In den vergangenen Jahren geriet Der 200 Jahre Mann (im Original: Bicentennial Man) mehr und mehr in Vergessenheit.

Der 200 Jahre Mann bei Netflix: Sci-Fi-Film von Harry Potter-Regisseur Chris Columbus neu entdeckt

Die Geschichte spielt in einer nahen Zukunft, die wir theoretisch längst eingeholt haben. Als Der 200 Jahre Mann ins Kino kam, war 2005 aber noch ein paar Jahre entfernt und stellte uns in einem idyllischen San Francisco die nächste Errungenschaft der Menschheit vor: einen Haushaltsroboter namens Andrew (Robin Williams).

Als Teil der Familie von Richard Martin (Sam Neill) soll sich Andrew anfangs um ganz banale Dinge kümmern. Mit der Zeit wird jedoch klar, dass in seinem Kopf nicht nur Nullen und Einsen existieren. Bei Andrew wächst die Sehnsucht nach Menschlichkeit, vor allem bei einem späteren Wiedersehen mit Portia (Embeth Davidtz).

Richards Tochter ist inzwischen erwachsen geworden. Andrew hat sie nie vergessen. Dem Roboter fühlte sie sich schon als Kind aufgrund seiner Feinfühligkeit nahe. Die Welt um sie herum ist allerdings noch nicht bereit, Gefühle zwischen Mensch und Maschine zu akzeptieren, geschweige denn, dass eine Maschine ein Mensch sein könnte.

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Jetzt bei Netflix: Vor Harry Potter brachte Chris Columbus ein berührendes Sci-Fi-Liebesdrama ins Kino

Mit der 200 Jahre Mann hat Chris Columbus den Science-Fiction-Roman The Positronic Man aus dem Jahr 1992 verfilmt. Der stammt aus der Feder von Isaac Asimov und Robert Silverberg und basiert wiederum auf Asimovs Kurzgeschichte The Bicentennial Man von 1976, auch bekannt unter dem Titel Der Zweihundertjährige.

Zwischen 90 und 100 Millionen US-Dollar soll die Verfilmung verschlungen haben – und das ohne Marketingkosten. Mit einem Einspielergebnis von 87 Millionen US-Dollar blieb der Film damit weit hinter den Erwartungen zurück, was nicht zuletzt an den lauwarmen Reaktionen seitens des Publikums und der Kritik gelegen haben dürfte.

Dennoch lohnt sich ein Blick in Der 200 Jahre Mann, gerade in unserer Zeit von künstlicher Intelligenz. Columbus nähert sich der Thematik mit den Instinkten eines Filmemachers, der Hollywoods Familienkino geprägt hat. Erwartet keine furiose Action, sondern ein nachdenkliches Sci-Fi-Liebesdrama, das mit großer Ruhe erzählt wird.

Der 200 Jahre Mann tritt in einen spannenden Dialog mit Filmen wie A.I. – Künstliche Intelligenz und Her, die auf der Suche nach einer Verbindung zwischen der Menschheit und der von ihr geschaffenen Technologie ist. Wobei jene Technologie sich früher oder später auch als eigenes Wesen begreift, jedoch nicht à la Terminator und Skynet.

Die Apokalypse von Der 200 Jahre Mann findet in den Augen von Robin Williams statt, der meist regungslos in die Kamera blickt und dennoch genauso viel fühlt wie die explizit als Menschen deklarierten Figuren. Vielleicht sogar mehr – immerhin ist er derjenige, der uns alle um mindestens ein Jahrhundert überleben wird.

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