Wenn ein Film wie Avatar: Fire and Ash ins Kino kommt, sind viele Menschen in Hollywood am Einspielergebnis interessiert. Immerhin reden wir hier von der Fortsetzung zu zwei der drei erfolgreichsten Filme überhaupt. Spannend ist aber nicht nur, wie viel Avatar am Ende einspielen wird, sondern auch, wie viel er gekostet hat.
Bereits die Trailer machen klar: Beim dritten Avatar-Film erwartet uns ein Blockbuster der Extraklasse, der mit epischen 3D-Bildern die Konkurrenz mühelos in den Schatten stellt. Um solche Bilder, die vor Spezialeffekten und komplexer Technologie strotzen, auf die große Leinwand zu bringen, sind jedoch viele Ressourcen notwendig.
Wie hoch ist das Budget von Avatar: Fire and Ash?
Jahrelang hat Regisseur James Cameron mit seinem Team an Avatar 3 gearbeitet. Laut einem Bericht des Branchenmagazins Variety beläuft sich das geschätzte Budget des Films auf über 400 Millionen US-Dollar. Das ist eine unglaubliche Summe, bei dieser Größenordnung von Blockbuster aber keine Seltenheit.
Zum Vergleich: Die drei teuersten Filme aller Zeiten haben laut dem Wirtschaftsmagazin Forbes sogar noch jeweils 200 Millionen US-Dollar mehr gekostet: Jurassic World 3 kommt auf 605,1 Millionen US-Dollar, Star Wars 7 auf 602,9 Millionen US-Dollar und Star Wars 9 auf 593,7 Millionen US-Dollar. Das ist nochmal eine andere Liga.
Avatar 3 orientiert sich dagegen mehr an den Produktionskosten seines Vorgängers, der in seiner Entstehung zwischen 350 und 460 Millionen US-Dollar verschlungen haben soll. Die Betonung liegt hier auf "in seiner Entstehung", denn Marketingkosten werden zu diesen Budgets noch nicht dazu gerechnet. Die fallen extra an.
Die Faustregel für den Erfolg lautet daher, dass ein solcher Film das Zwei- bis Dreifache seines Budgets einspielen muss, um als Erfolg zu gelten. Nicht zuletzt werden die Einnahmen mit den Kinos geteilt, von diversen weiteren Stationen beim internationalen Vertrieb ganz zu schweigen. Bei Avatar 3 gelten aber andere Regeln.
Ab wann gilt Avatar 3 als Box-Office-Erfolg?
Sollten die 400 Millionen US-Dollar von Variety stimmen, wäre die Sci-Fi-Fortsetzung mit einem Einspielergebnis von 1,2 Milliarden US-Dollar fein raus aus der Sache. Die Erwartungen dürften jedoch deutlich höher sein. Immerhin haben die Vorgänger 2,9 Milliarden (Avatar) und 2,3 Milliarden US-Dollar (Avatar 2) eingespielt.
Die entscheidende Frage lautet: Gelingt es Cameron erneut, die 2-Milliarden-Marke zu passieren. Bislang hatte er bei seinen Avatar-Filmen jeweils über eine Dekade an Vorlauf, um Hype aufzubauen. Der dritte Teil erscheint nun nach einer Wartepause von nur drei Jahren. Wie viel Sehnsucht verspürt das Publikum nach Pandora wirklich?
Das Tracking für das Startwochenende sieht vielversprechend aus, ist aber weit von den Marvel-Überfliegern der vergangenen Jahre entfernt. Laut Deadline könnte Avatar 3 an seinem ersten Wochenende in den USA 100 bis 130 Millionen US-Dollar einspielen. Teil 2 kam auf 134 Millionen bei einem Tracking von 150 bis 175 Millionen US-Dollar.
Wenn wir uns im Vergleich Spider-Man: No Way Home anschauen, dann fällt Avatar 3 deutlich ab. Denn die Marvel-Fortsetzung startete mit 260 Millionen US-Dollar in den US-amerikanischen Kinos durch. Die große Stärke von Avatar liegt allerdings darin, dass die bisherigen Filme der Reihe sehr lange im Kino liefen.
Wie kann Avatar 3 die 2-Milliarden-Marke erreichen?
Wo viele Blockbuster "front-loaded" sind, also einen Großteil ihres Einspielergebnisses am ersten Wochenende machen, fällt Avatar in die Kategorie eines Films mit "legs", also Beinen. Teil 1 und 2 konnten sich Monate lang im Kino halten, ohne große Einbrüche zu verbuchen und sind so langsam über die 2-Milliarden-Marke geklettert.
Teil 3 hat gute Chancen, sich ebenfalls über einen längeren Zeitraum im Kino auszubreiten, ehe die Verwertung im Heimkino beginnt. Zudem ist Avatar 3 einer der wenigen Hollywood-Titel, die international noch auf die Box-Office-Power von China setzen kann – ein weiterer Vorteil im Hinblick auf das Gesamteinspielergebnis.
In den 2010er Jahren war China ein riesiger Markt für Hollywood. Mitunter wurden Filme sogar auf diesen mit zusätzlichen Szenen oder Auftritten von dortigen Stars optimiert. Die Industrie hat sich aber verändert. China setzt verstärkt auf eigene Produktionen und lässt nur noch wenige US-Titel auf seine Leinwände.
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Wie sehr der China-Boost einen Hollywood-Film nach vorne katapultieren kann, zeigte zuletzt die Zootopia-Fortsetzung, die frisch die Milliarden-Marke geknackt hat. Allein am ersten Wochenende sicherte sich der Film 272 Millionen US-Dollar in China, sodass er sich nun auf den Weg befindet, zu einem der erfolgreichsten des Jahres zu werden.
Ab dem 17. Dezember 2025 werden wir sehen, wie Avatar 3 ankommt.