Bill Nighy - Kritik

Beteiligt an 66 Filmen (als Schauspieler/in, Produzent/in und Lied) und 4 Serien
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  • Bill Nighy und Carey Mulligan spielen in einer Inszenierung von Stephen Daldry gerade gemeinsam "Skylight" am Wyndham's in London:
    http://www.delfontmackintosh.co.uk/Tickets/Skylight/Skylight.asp
    Am Samstag war ich in einer Preview, d.h. das Stück hat erst begonnen und läuft noch bis Ende August. David Hare, der mit Nighy befreundete Autor des Stücks, versetzt mich mitunter schon in tiefen Schlaf, "Skylight" jedoch ist wirklich zu empfehlen.

    Nighy und Mulligan verkörpern darin Ex-Lover, die sich nach drei Jahren in ihrer Wohnung wieder sehen und feststellen müssen, dass sie trotz gegenseitig empfundener Liebe wirklich die gerne zitierten "unüberbrückbaren Differenzen" trennen - sozial, politisch, persönlich und überhaupt. In der ersten Hälfte kocht Mulligan live auf der Bühne Spaghetti Bolognese mit einem übertriebenen Berg Zwiebeln und Knoblauch, den man selbst im zweiten Rang noch lange hungrig riechen konnte.

    Tom, ein reicher Restaurant-Unternehmer, macht sich konstant über Kyras Arbeit und Lebensumstände als Lehrerin lustig. Nighy fuchtelt dabei wie man ihn kennt mit offenen Händen und seinem gespreizt wirkenden Mittelfingern (aufgrund seines Leidens an Morbus Dupuytren) wild umher. Tom, seine Lieblingsrolle, ist keiner seiner verschüchtert-verstockten Briten, sondern selbstsicher, unsensibel, lustig und rechthaberisch. Es dauerte bei mir schon ein bisschen, bis ich ihm und Mulligans mutiger wie sturer Kyra die Liebe abkaufte. Als sie beide später links auf der Bühne am Sessel sitzen, funktionierte es endlich für mich und dann wurde es richtig gut. Zumindest bis zum Ende des Stücks, dessen Auflösung mir letztlich zu simpel war.

    Wenn beide sich jedoch streiten und aus ihren Figuren und ihrer Situation ein Kommentar aufs englische Klassensystem nach Thatcher mutiert, hat einen "Skylight" - wie dieser Monolog Kyras in Antwort Toms erneutem Spott, für den Mulligan in ihrem West-End-Debut Szenenapplaus erhielt:

    "'Female'? That's a very odd choice of word. You see I'm afraid I think this is typical. It's something that happened ... it's only happened of late. That people should need to ask why I'm helping these children. I'm helping them because they need to be helped. Everyone makes merry, discussing motive. Of course she does this. She works in the East End. She only does it because she's unhappy. She does it because of a lack in herself. She doesn't have a man. If she had a man, she wouldn't need to do it. Do you think she's a dyke? She must be fucked up, she must be an Amazon, she must be a weirdo to choose to work where she does ... Well I say, what the hell does it matter why I'm doing it? Why anyone goes out and helps? The reason is hardly of primary importance. If I didn't do it, it wouldn't get done. I'm tired of these sophistries. I'm tired of these right-wing fuckers. They wouldn't lift a finger themselves. They work contentedly in offices and banks. Yet now they sit pontificating in parliament, in papers, impugning our motives, questioning our judgements. And why? Because they themselves need to feel better by putting down everyone whose work is so much harder than theirs. [She stands, nodding] You only have to say the words 'social worker' ... probation officer' ... 'counsellor' ...for everyone in this country to sneer. Do you know what social workers do? Every day? They try and clear out society's drains. They clear out the rubbish. They do what no one else is doing, what no one else is willing to do. And for that, oh Christ, do we thank them? No, we take our own rotten consciences, wipe them all over the social worker's face, and say 'if ...' FUCK! 'if I did the job, then of course if I did it ... oh no, excuse me, I wouldn't do it like that ...' [She turns, suddenly aggressive] Well I say: 'OK, then, fucking do it, journalist. Politician, talk to the addicts. Hold families together. Stop the kids from stealing the streets. Deal with couples who beat each other up. You fucking try it, why not? Since you're so full of advice. Sure, come and join us. This work is one casino. By all means. Anyone can play. But there's only one rule. You can't play for nothing. You have to buy some chips to sit at the table. And if you won't play with your own time ... with your own effort ... then I'm sorry. Fuck off!'"

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    • Bill Nighy ist GROSSARTIG!

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      • War in jedem Film, den ich bis jetzt mit ihm gesehen habe einfach nur genial schräg und zum Brüllen komisch :) :) :).
        Am genialsten: Haustanzen in "Tagebuch eines Skandals" und als Rocksänger in "Tatsächlich ... Liebe" :D :D :)

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        • Underworld musste sein. Ich finde das er der perfekte Obervampir ist. Nur wurde das Potential seiner Rolle bis jetzt nicht ausgeschöpft. Genial wie seine Figuren meist mit einer harten Schale glänzen und oft doch einen weichen Kern besitzen. Dieser ist aber durch ein Gewirr von Gefühlen und verwirrenden Gedanken schwehr zu finden. Dies alles schafft er durch seine Mimik und Gestik aber auch durch sein charismatisches Aussehen trifft er meist der Nerv seiner skurilen Rollen. Er schauspielert quer durch den Gemüsegarten und ist jemand der dabei nie seine Glaubwürdigkeit einbüst. Vom düsteren Vampir zum missmutigen Stiefvater und zurück zum Capitän eines Schiffes voller Verdammten - da kann ich nur sagen BRAVO sie haben sich mal wieder selbst übertroffen. Genialer Schauspieler, Mensch und mein Favorit wenn ich die Wahl hätte wer mir Abends meine Märchengeschichte vorlesen sollte. Denn was nicht viele wissen... er hat eine wunderbare dunkle und wohlmodulierte Stimme. Weiter so Mr. Nighy...

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          • musste denn underworld sein Mr.Nighy? :(

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