Deathpool - Kommentare

Alle Kommentare von Deathpool

  • 7

    https://www.youtube.com/watch?v=QPNqojbyIDk

    Snyder packt das Original, lässt einen Kanister Druckluft frei und schmeißt eine feurige Inbrunst mitten in die verlorene Generation einer infizierten Großstadt.
    Der Anfang bricht die Knochen, treibt unnachgiebig und macht keinen Halt vor Schützlingen.
    Die Arterie spritzt das Leben hinaus bis auch die letzte Bastion der Haushalte niederbrennt und die Länder im Blutschwall versinken.
    Die Menschheit radiert sich selbst aus wenn religiöse Fanatiker die Abtreibung stigmatisieren oder die gleichgeschlechtliche Ehe das Tor zur Hölle öffnet.
    Das berühmte Zitat wenn in der Hölle kein Platz mehr ist wird hier genüsslich gewürdigt, der Verweis in das Fleisch gestanzt, die Leichenfeuer knistern durch die ganze Nacht.
    Die Asche der Toten vom Wind hinfort in die zerstörten Städte getragen, von weiter Ferne als schwarze Wolke sichtbar, die Grenze zwischen Leben und Tod.

    Offenbar handelt es sich hier um eine Infektion die ausgelöst wurde in einer der kleineren Städte.
    Denn die Toten stiegen nicht aus ihren Gräbern, wühlten sich nicht durch das Erdreich oder wankten orientierungslos über Friedhöfe.
    Die Bewohner fielen einfach um und kehrten wieder als besessene Frischfleischjunkies.
    Anders als im Orignial verbreitet sich hier der Tod nur über eine direkte Ansteckung, wer gebissen wurde ist verloren.
    Man kann also mehr von Infizierten reden als vom klassischen Untoten der im Schutze der Nacht sein Grab umdreht.
    Deshalb dreht Snyder das Tempo gehörig auf Anschlag, vom kleinsten Punkt der Ansteckung bis zur Pandemie die alles auf ihrem Weg ausradiert.
    Da hier keine vermoderten Leichen auferstehen bleiben wohl die meisten motorischen Fähigkeiten erhalten.
    Bei Fans umstritten aber durchaus eine Idee um ein Remake in neue Zeiten zu transportieren.

    Die Infizierten suchen dennoch ein Einkaufszentrum heim, fast als hätten sie Angst zu verhungern.
    Der Glockenschlag zum blutigen Kapitalismus wo sich alle in den Sonderangeboten der Supermärkte zertrampeln, zerfleischen und ausweiden.

    Ausgestattet mit dümmlichen Dialogen, wo Körperwärme schon mal gerne falsch interpretiert wird oder die Frage nach dem offensichtlichen eine ganze Druckwelle verbranntes Fleisch nach sich zieht.
    Für das Genre üblich werden hier haarsträubende Entscheidungen getroffen(Hund) und das Blutlevel liegt deutlich höher als noch im Original.
    Welches übrigens noch immer in den Fesseln der Justiz gefangen ist, was der heutigen Frage nach Zensur wohl nicht mehr gerecht wird.

    Ein kurzweiliger besonders bösartiger Trip durch die Welt der Infizierten, selbst neues Leben welches zum ersten mal das Licht der Welt erblickt wird sofort in Dunkelheit gerissen.

    15
    • 10
      Deathpool 09.07.2018, 12:17 Geändert 09.07.2018, 12:38

      https://www.youtube.com/watch?v=iSbifzN3XhE

      Sie spielen Krieg
      So lasse ich brennen meinen Sturm

      Wenn der Mensch glaubt er sei unsterblich, narbe ich seine Wunden
      Wenn der Mensch die Waffen erhebt, lösche ich aus unschuldiges Leben
      Wenn der Mensch sich in Armut wiegt, bin ich die Seuche
      Wenn der Mensch betet, bin ich das Böse
      Wenn der Mensch vergibt, schaufel ich seine Gräber

      Meine Religion ist Blut!

      Mit "Dawn of the Dead" dringt der Tod in die Herzen der Menschen vor.
      Am Anfang war es ein Friedhof und ein Haus (Night of the Living Dead) die Leichen selbst waren noch überschaubar.
      Dennoch wurde eine Tatsache erschreckende Realität, die Masse und ihr unstillbarer Hunger nach Fleisch.
      Ihre Armee schien unendlich, die morschen Knochen verlassen ihre Ruhestätte.
      Sie wirken langsam und verwundbar, ihre größte Stärke aber ist der Verfall.
      Sie haben das Leben verloren aber ihre Menschlichkeit blüht in verfaulten Fratzen des Todes.
      Knochen spießen sich durch Fleisch, offene Wunden an denen sich Maden sammeln, in den grauen Falten versteckt sich kein Lachen mehr.

      Der Einstieg könnte passender nicht sein denn er zeigt eine wahre Epidemie.
      Eine unaufhaltsame Seuche welche pure Krankheit über die Welt ergießt.
      Plötzlich wird die innige Umarmung zum blutigen Biss, der Ehemann reißt der liebsten das Fleisch von den Knochen.
      Kopfschüsse strecken die Angreifer nieder aber die Angst fesselt den Körper.
      Es ist unnatürlich, der Verstand kann es nicht erfassen.
      Ein Alptraum zeichnet die Apokalypse und die Lebenden ersticken an der Angst.
      Bald schon findet man ein Massengrab, der Anblick lässt viele in den Wahnsinn abrutschen.
      Der Tod schickt seine größte Armee, gebaut und gestärkt durch den Menschen.
      Einen Ausweg wird es nicht geben.

      "Dawn of the Dead" isoliert den Mensch auf möglichst kleinen Raum.
      Zwischen Todesangst und Verzweiflung beginnt ein Machtkampf.
      Unter den Überlebenden brodelt es, die Verstorbenen kratzen an den Wänden und das Einkaufszentrum wird zur Schlachtplatte.
      Die Toten gieren dürstig nach Fleisch, die Lebenden zur Treibjagd degradiert, wird es jeh wieder ein sicheres Zuhause geben?
      Ein Ansturm auf die Blutbesudelte Kasse, die Gesellschaft bunkert ihr Essen.
      Sind die Toten gar ein Spiegelbild unserer krankhaft im Überfluss siechenden Gesellschaft?
      Wieviel Fleisch musste faulen oder landet im Container,spielfreudig blutig nackt zur Schau gestellt.
      Ist es nur die Gerechtigkeit, ein wachrütteln oder gar Erlösung?

      Was auch immer man hier hineininterpretiert "Dawn of the Dead" versteht es bestens die Rasse Mensch umzukehren.
      Denn Gnade oder Hoffnung sucht man hier vergebens, die tote Brut ist unaufhaltsam.
      Hier schließt sich der Kreis vom Heldentum denn dem Tod kann niemand entrinnen.

      Ein unsterblicher Film der aus geringen Mitteln den puren Terror erzeugt.

      „Ich bin ein Zombie“

      27
      • 10

        https://www.youtube.com/watch?v=4jH8mrPWucI

        Die Urangst aus dem tiefen schwarzen Meer verschlingt ein junges nacktes Mädchen und die Überreste vom Leben verenden als Krabbenfutter am Strand.
        Es ist die alte Geschichte die man sich erzählt und wo jeder einen anderen Schrecken dazu dichtet.
        Denn das Meer bot schon damals Seemannsgarn, die Ungeheuer aus den Tiefen, etwas was sich weit draußen auf der See abspielte.
        Spielberg vermischt diese Angst, lässt die Schauergeschichten sicher geglaubte Orte heimsuchen und bringt die Gefahr direkt zu den Menschen.
        Er macht aus dem natürlichen etwas dunkles, ein Tier wird wie der Mensch zum undurchsichtigen grauenvollen Mörder der seine Opfer bestialisch abschlachtet.
        Das Motiv scheint Blutdurst, die Umgebung bietet keinen Schatten sondern das sanfte Rauschen der Wellen, die Sonne strahlt wenn Luftmatratzen blutgetränkt an den Strand gespült werden.
        Durch die Augen des Mörders sehen wir das nächste Opfer welches vergnügt eine Abkühlung nimmt, bis zu den Beinen werden wir tauchen und dann schäumt sich das Meer blutrot auf, wildes zappeln, Schreie die ins Mark dringen, Fleisch und Knochen werden zerdrückt.
        Es ist ein Todeskampf ohne genau zu wissen was passiert während sich das Blut in der Kehle staut und man jämmerlich ertrinkt.

        Spielberg verkehrt einfach die Rollen, tauscht Mythos gegen reale Dinge und verpasst seiner Geschichte ein Monster.
        Etwas was die Menschen noch nicht genau kannten, etwas aus dem Meer unter ihren Füßen.
        Aus den Weiten einer unbekannten Welt, klingt fast nach "Alien"
        Ich stelle mir gerade vor wie die Kinobesucher unter dem Druck der Musik einfach innerlich zerbrechen und sich vorstellen wie sie unter Wasser regelrecht zerfleischt werden.
        Ein Monster wurde geboren, kein fiktives sondern etwas da draußen, vor unseren Häusern, den Kindern und der "heilen Welt" Nachbarschaft.
        Plötzlich wurde die Angst verschoben obwohl sie immer noch da war, in den Trümmern der Kriege, in den verlorenen Augen hungernder Kinder, in den reißerischen Schlagzeilen Blutmord.
        Das Unbekannte schürte die Angst, die schwarzen Augen waren Vorboten zur Hölle, das Gebiss eine Tötungsmaschinerie zur Vernichtung.
        Spielberg instrumentalisiert den Hai, bewegt die feinen Fäden vom Horror und erschafft etwas grausames welches empor steigt um zu töten.
        "Der weiße Hai" stellvertretend als Slasher Figur neben Jason, Myers und Konsorten?
        Verklärt zum ultimativen Ohrwurm der immer dann erklingt wenn das Meer sich verdunkelt.
        Wenn die Boje dein fiktiver heiliger Hafen wird, in der Hoffnung nicht in die Tiefe gezogen zu werden.
        Überproportioniert, aus den Angeln der Realität gehoben, der Alptraum im Wasser einer perfekten Gesellschaft.

        Wie auch immer der Film ist Geschichte und fügt sich perfekt in die Geschichte der Menschheit ein.

        20
        • 10

          https://www.youtube.com/watch?v=IR1M7cs6INc

          Die Persönlichkeit im Fleischwolf der Nutzlosen Masse.

          Fragmente einer verlorenen Zeit, fest verankert in deinem Kopf.
          In dieser Welt bist du vielleicht ein Rebell, ein Außenseiter oder sogar der ewige Verlierer.
          Irgendwie scheint dir die Rasse Mensch sonderbar,du verstehst nicht ihre Grenzen und Regeln.
          Kannst dich nur schwer anpassen, widerwillig fügst du dich in den Gleichschritt ein.
          Täglich lebst du am Limit deiner Kräfte aber du bist glücklich.
          Du fühlst es in dir,Langeweile kennst du nicht.
          Jeder Moment ist kostbar selbst wenn er Narben in dein Fleisch brannte.
          Viele glauben du bist ein Arschloch, aber sie waren nie dabei wenn du tröstende Worte sprachst.
          Sie waren nicht dabei als du den ersten Schritt getan hast.
          Sie wissen einen Dreck und reden nur im Schatten.
          Spürst du deine Krankheit die man dir zuspricht.

          Spürst du dieses langsame zermürben einer Gesellschaft?
          Spürst du ihre faule selbstgerechte Arroganz?
          Gleichzeitig der Versuch die Sünde zu begraben bzw. immer darauf bedacht nicht selbst das Opfer zu werden.
          Aber die wahre Krankheit zeigt sich erst viel später.

          Wenn du in den Spiegel schaust und in dir dein Herz versagt.
          Die Tränen brechen aus,deine Vergangenheit holt dich ein.

          Wolltest du wirklich leben ohne den Gewinn am Leben?
          Hast du wirklich nur gestrebt nach Ruhm und Erfüllung?
          Hast du wirklich dein Selbst verkauft, nur um besser dazustehen?
          Was für eine leere Hülle wird dem Tod ins Auge sehen?

          Sind wir nicht selbst der größte Fehler der auf diesem Planeten rumläuft?
          Wie oft schweift unser Blick in die Ferne und herab auf den anderen.
          Krankheitsbild Mensch in allen Facetten der düsteren Kunst.

          Aber willst du wirklich sterben ohne den Hauch von Würde?
          Willst du wirklich nur das deine?
          Willst du wirklich abhängig sein vom stupiden System?

          Wie definierst du dein eigenes Krankheitsbild?

          "Mary und Max" der knuffige Alptraum zwischen Depression und Asperger Syndrom.
          Alkohol und Medikamentenmissbrauch sind ebenso Thema wie Religion,Umwelt und Liebe.
          Spürbar zum Tod mit erschreckender Verwüstung und unglaublich herzerwärmenden Szenen.
          Hier rollt man die Frage auf was wirklich krankhaft ist.
          Verpackt in bittere Moral die dich sanft auf die Arschbacke küsst.

          23
          • 8

            https://www.youtube.com/watch?v=8RfI6F55eKI

            Die Stille wird hier nur als Rahmen genutzt denn in Wirklichkeit ist der Film ein fieser Tinnitus der gerne mal das Trommelfell zerfetzt.
            Durch den Umstand absolut leise zu sein ergibt sich der perfekte Jump-Scare wo das Popcorn dem Sitznachbar glatt die Speiseröhre penetriert.
            Will er doch endlich mal wieder nach Luft schnappen zieht "A Quiet Place" die Spannungsschraube so fest dass die Bewusstlosigkeit zum greifen nah ist.
            Verankert in der Dunkelheit, der Saal stiller als eine Beerdigung und plötzlich knallen dir 150 Dezibel in die Fresse.
            In Gedanken tätigst du eine Sammelbestellung Ohropax auf Amazon während dein Gesicht aussieht wie ein Trauma welches nicht mehr heilbar ist.

            "A Quiet Place" macht schon am Anfang klar, jeder Fehler(egal wie gut gemeint) endet tödlich.
            Zwischen dieser spielerischen Leichtigkeit, dem Verstecken wie als Kind, der Zeichensprache und dem Flüstern, verbirgt sich die Grausamkeit welche dich packt und in die Dunkelheit zerrt.

            Im Kino ein absoluter Schocker, wo man gar nicht zum nachdenken kommt.
            Die Bilder, der Score, die Momente, die Soundkulisse knabbern unnachgiebig an den Fingernägeln.
            Die Essenz vom Horror verpackt zu einem Martyrium aller Ohren.

            24
            • 6
              Deathpool 21.05.2018, 14:37 Geändert 22.05.2018, 13:43

              https://www.youtube.com/watch?v=FvZZw3FjlsQ

              Erhabende Bildgewalt in den eisigen Kluften wo Blut gefriert und das Kupferbeil Holz wie auch Fleisch durchschlägt.
              Intensiv eingefangen, Jürgen Vogel als Ötzi auf der Blutspur jener Mörder die ihm alles genommen haben.
              Sein Heim brannte nieder und der quälende Rachedurst lässt sich nur mit tödlicher Vergeltung stillen.
              Fernab dieser fiktiven Thematik, die letzlich nichts weiter ist als eine geradlinige Hetzjagd ohne große Höhepunkte , beeindrucken die Aufnahmen der Berge, Wälder und Wiesen.
              In langen Kamerafahrten wird das Leben der primitiven Kultur angerissen, leicht dokumentiert, greifbar gemacht wie hart der Alltag unter diesen Umständen wohl sein musste.
              Holz schlagen, Fallen auslegen, Tiere füttern, melken, den Nachwuchs vor Gefahren schützen, Mahlzeiten zubereiten alles unter den kalten Wetterbedingungen einer wunderschönen Welt.
              Darunter verbirgt sich eine beruhigende Idylle wenn die Blätter im Wind rauschen, die Flüsse seicht an den Ufern spielen, die Tierwelt dem Leben frönt.
              Im Hintergrund zucken die Blitze, weit entfernt schallt der Donner durch die Bergwelt und der kurze Moment im Zeichen des Friedens wird jäh zerstört durch einen kraftvollen Streich der Gewalt.
              Kinder verbrennen in den Hütten, Mütter werden erschlagen, die letzten Kämpfer von Pfeilen durchbohrt und niedergeschlagen.
              Einige Längen stolpern durch die Story, bis sie sich gegen Ende nochmal aufbäumt und den Akt der Rache gnadenlos auf die Feinde niederschmettern lässt.
              Zugunsten von Action geht etwas die Dramatik verloren und der Überlebenskampf zerrt nur selten an den Nerven.
              Dennoch absolut empfehlenswert, die Bilder sind wuchtig, die Kämpfe brachial, und der Kniff mit der Sprache wunderbar atmosphärisch.

              20
              • 7
                Deathpool 19.05.2018, 23:53 Geändert 20.05.2018, 00:10
                über Cargo

                Die Nationen sind niedergebrannt, die Menschheit stand am Scheideweg der zur Auslöschung führte und ein ganzes kapitalistisches Fleischwerk brach sich die abgefaulten Knochen bis es kümmerlich verendet ins Jenseits stach.
                "Cargo" setzt da ein wo schon all das Blut vergossen und die Leichen wie die düstere Vergangenheit einer unsicheren Zukunft wirken.
                Ein fürchterliches Szenario in einer verwüsteten Welt sein Kind aufwachsen zu sehen.
                Der ständige Überlebenskampf, die Hungersnot, Angst vor Infektionen bzw. den Infizierten und die Ungewissheit auf ein sicheres Zuhause.
                Diese Art von Apokalypse hat auch immer den Beigeschmack der Reinigung.
                "Cargo" sucht nämlich ganz bewusst die Nähe zur Erde, zur einheitlichen Natur ohne Klassen, Rassengedanken oder gar Hass geschürt durch Überfluss.
                Die Ebene zu einem Neuanfang führt direkt in das Talent einfach loszulassen.
                Wenn die Technik auf Stein gemalt die Phantasie anregt braucht es keine Medien mehr die sich tagelang an den Tragödien anderer bereichern.

                Obwohl "Cargo" ein gemächliches Tempo anschlägt pulsiert der Druck nach vorne wenn die Uhr jede Stunde Leben kostet.
                Es dreht sich alles nur um die kleine süße Rosie, denn eigentlich ist es ihr Blickwinkel auf eine zerstörte Welt.
                Das Leben selbst nimmt die Zügel in die Hand wenn andere aufgeben und den Tod suchen.
                Getragen durch den emotionalen Score darf man am Ende ruhig mit ein paar Tränen in den Abspann gleiten.

                Mit dem Irdischen verbunden, für den Nachwuchs sorgen, alles verlieren und dennoch friedlich sterben.

                21
                • 9
                  Deathpool 13.05.2018, 11:58 Geändert 14.05.2018, 15:46

                  https://www.youtube.com/watch?v=8BuwxsC9G1o

                  "Scream" hat den Slasher wiederbelebt, das Stahlmesser durch Fleisch getrieben, die Zitate und Regeln perfekt unter der Maske versteckt und auf die Zuschauer losgelassen.
                  Das Subgenre wird belächelt, stand oft in der Kritik wegen der Gewalt und irgendwann röchelte es nur noch das Lied der Kapitalleichen.
                  Es brachte aber drei Ikonen hervor die sich durch unzählige Filme geschlachtet haben.
                  Der Teufel mit den schwarzen Augen welcher im Zeichen der Erntezeit seine Opfer kaltblütig heimsucht.
                  Die Killermaschine bewaffnet mit Machete verdeckt unter einer Hockeymaske, als Kind tödlich verunglückt, durch Blut der Mutter auferstanden aus dem Reich der Toten.
                  Ein wahres Höllenfeuer verschlingt blutjunge halbnackte Mädchen, die Rache an ganzen Generationen.
                  Verbrannte Leichen, ein Mörder wird gejagt, getötet und kehrt wieder als bizzarer Alptraum in den Träumen der Kinder.
                  Niemand wird jemals wieder das entstellte Gesicht vergessen und den obligatorischen Klingenhandschuh.

                  Es gab unzählige Slasher aber die meisten dürften wohl Michael Myers, Jason und Freddy kennen. Diese Figuren schafften es auch außerhalb einer Fangemeinde wahrgenommen zu werden.
                  Dennoch versank das Genre in einer Blutlache, ruhte sich auf alten Ideen aus, die kommerziellen Titel verloren ihre Wirkung.
                  Es wurde ruhig um das Genre und dann kam "Scream".....

                  "Scream 4" funktioniert deshalb so gut weil er eben an den ersten Teil nicht direkt anknüpft sondern gezielt als Steilvorlage nutzt.
                  Schon der Anfang ist eine nette kleine Geste zum Slasher Film, parodiert den Twist allgemein und erschafft einen eigenen kleinen Kosmos der Gewalt.
                  Die Scream Reihe erschuf schon damals die fiktiven Stab Filme (in Teil 2), ein kluger Schachzug sowie die Verschmelzung beider Reihen .
                  Das eben "Scream 4" genau diese Meta Ebene nutzt um sich selbst zu verarschen, ist köstlich. Nicht umsonst gibt es im Film immer wieder diesen kleinen Kniff und irgendwann fragt sich selbst der Charakter Dewey was denn diese Meta Ebene eigentlich ist.
                  Mit den fiktiven Stab Filmen innerhalb der Reihe steht aber auch die Kritik an Sensationslust, Mediengeilheit und dem voyeuristischen Betrachten.
                  Im vierten Teil auf die Spitze getrieben da mittlerweile 7 Stab Filme existieren und ein ganzer Filmabend bzw. Marathon im eigentlichen Film gestartet wird.
                  Reale Morde aus dem "Scream" Universum verwurstet zu billigen Slashern während die Meute jede Szene, jedes nackte Körperteil, jeden Mord abfeiert.
                  Ja liebe Slasher Fans wir sind damit gemeint, nicht umsonst gibt es zahlreiche Theorien die das Messer als sexuellen Anreiz sehen. In den Körper eindringen, Macht erfahren, etwas unglaubliches spüren im Todeskampf eines anderen.
                  "Scream" macht sich dessen bewusst, wenn die Medien rotieren, wenn die Gaffer erscheinen, wenn wir als Zuschauer dem Mord frönen.
                  Ein Merkmal innerhalb des Slasher Films war ja auch die Sicht durch die Augen des Mörders.

                  "Scream 4 " eine kleine blutige Reise durch das Genre, bis zum Final Girl wo man den Spieß einfach mal umdreht um letzlich doch noch in heimische Gefilde abzudriften.
                  Geschwängert mit Zitaten, Anspielungen und reichlich Gekröse ist "Scream 4" ein wahrer Slasher innerhalb seines eigenen Zyklus.

                  "Scheiß Bruce Willis"

                  17
                  • 9
                    Deathpool 30.04.2018, 11:17 Geändert 01.05.2018, 10:52

                    https://www.youtube.com/watch?v=6-fT1bOexdY

                    Damit ist es endgültig amtlich, mit dem Ende der dritten Staffel gibt es keinen allgemeingültigen Abschluss.
                    Wie zu erwarten war ist das Ende der Staffel ein Ausblick auf neues episches Material welches vorerst ungenutzt bleiben wird.
                    Die News vergangener Tage haben es angedeutet und dennoch hoffte man auf einen würdigen Abschluss der die ganze Serie beenden würde.
                    Es ist irgendwo schon ein deftiger Cliffhanger weil eben der Ansatz da ist und die Story nicht abgeschlossen wurde.
                    Umso trauriger die Tatsache der geringen Einschaltquoten und dem damit besiegelten Ende einer spaßigen Serie für Fans.

                    Ash hat sich durch drei Staffeln gemetzelt, mit Fäkalien in der Pathologie eingeschmiert und traf auf Dämonen die kurzerhand Sperma durch die Gegend schossen(Sperm-Man)
                    Über Raimi Verweise bis zum dunklen Necronomicon aus dessen Quelle man abartige Kreaturen auferstehen ließ.
                    Splatter Elemente trafen auf Slasher Spitzen garniert mit kleinen Horrorelementen die immer wieder die "Evil Dead" Reihe zitierten.
                    Gepriesen sei der Humor der Macher mit schwarzen Weihwasser denn diese übertragen ihn perfekt auf die Figur Ashley Joanna Williams.
                    In der letzten Folge emotionaler als sonst und leider auch gesplittet ins Nirgendwo.
                    Es ist wie im alternativen Ende von "Armee der Finsternis", wir werden wohl nie erfahren wie es weitergeht.
                    Das Dämonenblut vertrocknet an der Kettensäge, die Schrotladungen verstummen im Lauf und die liebgewonnenen Charaktere versinken in der Zwischenwelt.

                    Mach es gut geliebte Serie, Goodbye Ash, Pablo, Kelly und Brandy(Candy).

                    "Hail to the King"

                    18
                    • 9

                      https://www.youtube.com/watch?v=_SpbEmeIFj0

                      "The Grey" komprimiert den Mensch und den Wolf auf einen gemeinsamen Nenner, denn in der puren arktischen Kälte ist kein Platz für Lagerfeuer und Marshmallow Romantik.
                      Wenn die Leichen schockgefroren verteilt in der Landschaft faulen beißt sich der Wolf durch die Lebenden, ihr wärmendes pulsierendes Fleisch will er jagen, die Eindringlinge vernichten.
                      Es sind riesige Geschöpfe, vereint als Rudel, ein ganzer Clan der die Banner über eisige Klippen trägt.
                      Im Bann der Führung, bissig, tödlich, abgewetzt, von Narben übersät, der alte Krieger Alphawolf.
                      Er schickt die Vorhut um das Fremde auszukundschaften, gegebenenfalls zu dezimieren, ihre letzte Reserven aufzubrauchen.
                      Das letzte Gefecht, ein strammes Gebet gen Himmel ohne ein Zeichen von Wunder, Hoffnung oder gar Erlösung.
                      Sie überleben und sterben in der bedrückend freien Wildbahn, auf dieser frostigen Erde wo nur der Tod Wärme geben kann.
                      Zwischen Glauben, in der dunkelsten Stunde nach Gott gerufen, verhallt in stürmischen Winden, getragen durch erhabene Baumkronen.
                      Der Mensch kann bis zum Himmel sehen aber ihn nicht begreifen, für ihn zählt die Realität.
                      Seine Atmung, Körperwärme, Durst und Hunger, der Wille zum Überleben.
                      Hier gibt es keine Romantisierung vom Wolf.
                      Er ist wie der Mensch auf das Töten spezialisiert in einer feindlichen Umgebung, er musste sich anpassen oder aussterben.
                      Kein heimischer Wolf für laue Sommernächte in "The Grey" ist er ein Produkt der Umstände.
                      Verwildert, ungebändigt, frei und stolz drückt sich sein Kiefer in menschliches Fleisch.
                      Im Prinzip nur die Reaktion auf etwas unbekanntes, der Mensch gehört nicht dort hin.
                      Seine Zivilisation besteht aus Schutz in Häusern, Komfort, materiellen Gütern und riesigen Fabriken die Tiere im Akkord abschlachten.
                      Wie also überlebt man in der Wildnis wenn man völlig nackt ist?

                      "The Grey" philosophiert im Schein der Lagerfeuer, peitscht im Schneesturm, tötet unbarmherzig.
                      Es lohnt sich wohl hier über den Abspann hinaus zu sehen, ein paar Sekunden Erklärung.
                      Es steckt weit mehr dahinter als nur die Bösartigkeit Wolf und Mensch, Survival Feeling und düstere Weltsicht.
                      Es ist ein letzter guter Kampf wenn das Leben am stärksten fordert.

                      26
                      • 8
                        Deathpool 14.04.2018, 01:35 Geändert 16.04.2018, 00:27

                        https://www.youtube.com/watch?v=Fjft3iFc7bs

                        Mir war ganz warm obwohl überall nur die Kälte durch sterile Räumlichkeiten wabberte.
                        Ich tat meinen Job wie jeden Tag, brachte leblose Hüllen dahin wo niemand gehen möchte.
                        In die Pathologie wo der Geruch irgendwann einfach aufhört zu existieren, an den Wänden der Schimmel schmiert.
                        In dieser einen Nacht, sollte mir die Routine mal wieder durch die Knochen fahren.
                        Ich öffnete unbedacht eine Tür zur Kühlzelle und da lagst du.
                        In deinen Schlafsack gehüllt, bunt verziert mit Blumen, dein Gesicht leicht nach links geneigt, es sah aus als würdest du friedlich schlafen.
                        Deine Lippen schon ganz kalt, leichter Frost legte sich nieder und ich dachte wohin bist du gegangen?
                        Die kleinen Beine welche niemals laufen konnten, die kleinen Füße die wahrscheinlich niemals Erde spürten.
                        Du hast vor deinem Tod geweint, die Fäuste geballt, in deinem Gesicht herrschte eine gespenstische Zufriedenheit.
                        Wohin ging dein kleines Herz?
                        Ich brach in Tränen aus als ich an deine Eltern dachte, mir wurde ganz schlecht.
                        Für einen kurzen Moment hasste ich meinen Job, schloss die Tür und versuchte dich zu vergessen.
                        Nicht daran zu denken du könntest mein Kind sein, nicht daran zu denken du wärst allein.

                        Trennungsschmerz verhüllt unter dem Leichentuch, in der klirrenden Kälte gefangen und gebunden an alten Gewohnheiten, Regeln, Gefühlen und tiefen Wunden.
                        Wie ein Schnitt ins Gesicht der als leidenschaftlicher Kuss begann und mit jedem Tag nur noch mehr schmerzte.
                        Es ist ein Abschied aus der alten Welt, wenn die Häuser längst vergessen,ihre Seelen darin gefangen oder gar verloren.
                        Weil man ab einem bestimmten Punkt jegliche Kontrolle verliert und wie ein Geist nur noch dabei zusehen kann wie das eigene Leben gerade auseinanderbricht.
                        Die Obsession getragen zur Liebe verwandelt sich in pure Trauer ohne ein Zeichen von Regung oder gar Emotion.
                        Es sind dunkle schwarz verschleierte Augen in deren sich alle Tränen gen Himmelreich ergießen.
                        Weit entfernt vom Leben, ohne Aufgabe, Zeit, Wärme, Kontrolle und Zuneigung.

                        Der eigentliche Tod in "A Ghost Story" ist die erloschene Zweisamkeit die am Ende kleiner ist als das Leben selbst.
                        Langwierig, an den Nerven zehrend, qualvoll in den Bildern die wie Stunden kratzen, ohne eigentliches Ziel, völlig entrückt von billigen Jump Scares.
                        Schwebend in der dämonischen Energie wenn spektrale Urkräfte ihre Angst in die irdische Welt fließen lassen.
                        Ein sterbendes Wesen gefangen in der Welt der Lebenden.
                        Da steckt eine emotionale Ebene drin die absolut fesselt wenn man sich drauf einlässt. Die vielleicht alte Wunden öffnet, in ihnen bohrt und manch verflossenes wieder ausgräbt.
                        Ein befreiendes Ende nach all dem Leid, irgendwie musste ich auch jedesmal an "Dark Souls" denken

                        27
                        • 9

                          https://www.youtube.com/watch?v=CGyEd0aKWZE

                          Narkotisierter Alptraum verwebt in den koronaren Schichten einer elitären Gesellschaft.
                          Der Herzschlag im Wandel der medizinischen Notfallversorgung und den Schöpfern des Fortschritts, die Technisierung der Heilung und ihre erhabene Götter in Weiß.
                          Die Ästhetik von Wohnraum, Körper, Seele und Geist, gegen die Krankheit und Armut geschaffen durch Klassenspezifische Selbsterhaltung.
                          Der Trieb zum Leben brennt wie das köstliche Mahl zum Abendbrot und anschließender Masturbation um der innerlichen Kälte zu entfliehen.
                          Reize schüren vertraute Wärme wenn die glattrasierte Fleischlichkeit in Vollnarkose deine perverse Seite zügelt und kontrolliert.
                          Im Bild der entrückten Familie die langsam ihre Kinder betäubt während ein qualvolles Phantasiegebilde wie eine schmerzhafte Dystopie durch die Adern pulsiert.
                          Alles wirkt als wäre das Leben, die Kraft der Natur, einfach ausgelöscht.
                          Sterilität im Angesicht des Skalpell welches durch Gewebe schneidet, die Entfernung vom bösen Tumor der in den gläsernen Fassaden zum Reichtum wuchert.
                          Monotone Gesprächskultur, die Routine des Alltags, materielle Unbeschwertheit.
                          Bis Yorgos diesen spärlichen Raum einfach brachial umdreht und wie eine unbekannte Seuche jede Zelle einfach ausrottet.
                          Der Score zerdrückt jegliches Gefühl von Geborgenheit und die Story lässt den wahren Horror frei, der schleichend bis zur letzten Minute fesselt und verstört.

                          31
                          • 2

                            Der schwarze Engel, der dunkle Dämonenfürst jagt Generation Standard Teen und macht aus ihnen leckeres Schaschlik am Spieß.
                            Die mysteriöse Figur einer bösartigen Urkraft die über Jahrhunderte Opfer verspeist geht jetzt komplett in die Neuzeit.
                            Verliert ihr Kleid der Bösartigkeit und erinnert schwachbrünstig an alte Slasher Legenden.
                            Mit billigen Effekten wo der Creeper aussieht wie eine riesige Motte die grad versucht den Mond zu vögeln.
                            Mit den obligatorischen Zeitlupen die jede kleinste Nichtigkeit nochmal nerviger erscheinen lassen.
                            Die Geschichte selbst ist quasi ein Haufen Recycling Müll der somit auch im dritten Anlauf keinen Fortschritt verzeichnet.

                            21
                            • 10

                              https://www.youtube.com/watch?v=xRzzwbUENJ8

                              Man bildet sie aus,deformiert ihr Weltbild und lässt sie dann alleine auf verbrannter Erde ausbluten.
                              Die heroische Tat verzerrt in den Windungen eines erbarmungslosen Krieges.
                              Fleischbrand auf verwesten Körpern die im Trommelfeuer Gehorsamkeit zerbrachen und in der Brüderlichkeit vom Kamerad Trost suchten.
                              Die ihr menschliches Wesen verloren als sie Frauen und Kinder erblickten die flehend um ihr Leben und Vergebung baten.
                              Die mit ansehen mussten wie Bomben die Kinderschreie zum verstummen zwangen, Trümmerhaufen zieren ganze Städte, ein riesiger Leichenberg vergraben unter Dreck, Asche und Blut.
                              Die Ausblidung lehrt dir das Töten wenn der Feind am Horizont seine Waffen sammelt. Der wahre Krieg aber tötet nicht den Feind sondern hinterlässt nur leere Hüllen die sich nie wieder vom Schatten lösen.

                              Kubrick macht daraus ganz bewusst eine Tortur durch die Militärstruktur, in all ihren Facetten, um aus Soldaten kriegerische Marionetten zu formen.
                              Die Nachwirkungen sind erschütternd, zahlreiche Opfer leiden körperlich über Jahre, ganze Generationen wurden vergiftet.
                              In seinen Anfängen als hässliches Spiegelbild getragen wo die Klassengesellschaft den Zusammenhalt mit Gewalt einfordert.
                              Denn hinter den zynischen Aussagen die einen zum Schmunzeln anregen wartet der grausame Amoklauf.
                              In diesem perfiden System aus Waffenkultur und Heldentum wird der Schwache einfach verschluckt.
                              Geistliche Erschöpfung bis zur Depression die niemals Heilung erfährt in einer Welt aus Blut und Scheiße.
                              Der Abzug ist gedrückt und die Stahlkugel bohrt sich in das Herz der Dunkelheit, der einzige Ausweg aus dieser Hölle ist der Tod.

                              Bis die Rauchschwaden zum Himmel empor steigen und das Sterben wieder von vorne beginnt.
                              Da zeigt sich erneut der brillante zeitlose Geist Kubricks.

                              28
                              • 8
                                Deathpool 19.01.2018, 22:03 Geändert 19.01.2018, 23:56
                                über Dunkirk

                                https://www.youtube.com/watch?v=MuAGGZNfUkU

                                Es gleicht einer inneren Leere wenn an den Stränden langsam die Stahlhelme im Sand versinken.
                                Es gleicht einer Vorhölle wenn das Meer eine ganze Armee gefangen hält und die Soldaten unter dem pfeifenden Druck der Bomben angsterfüllt zusammenbrechen.
                                Da wo der glorreiche Sieg sein Ende fand und die Heimreise wehmütig in den Tränen der Toten versiegt.
                                Der Unterschied zwischen den Nationen wo die Gesichter so schnell erloschen wie sie geboren.
                                Im Kriegstrauma unter der Last Aufrüstung, riesige Stahlkolosse pflügen durch die Reihen als wäre die Menschheit am Ende der Zeit angelangt.
                                Da sitzt er nun zusammgekauert wie ein Stück Elend im Land der Verwüstung.
                                Er musste mit ansehen wie seine Kameraden jämmerlich unter dem Stahl ertranken, wie ihre Todesschreie durch die Nacht hinfort um das nächste Leben baten.

                                "Dunkirk" in der Kraft des Friedens sammelt sich Feuerwut, die Schüsse zerfetzen das Trommelfell.
                                Unter dem Schock, tief in der Wunde wühlend, zieht Nolan die Konsequenz.
                                In seinen Bildern von Heldentum, zwischen den erhabenen Aufnahmen lässt er es brennen.
                                Immer wieder taucht er in den Krieg ein, sieht sein flammendes Herz der Zermürbung und lässt doch Platz für Hoffnung.
                                Für Zusammenhalt, für ein Interesse an dem anderen der da im Dreck gekämpft hat.
                                Man mag ihm damit die Naivität des Abenteuers vorwerfen, vielleicht sogar schon eine Romantisierung des brennenden Abendlandes.
                                Wie auch immer man dazu steht Nolan packt dieses dunkle Kapitel der Menschheit in sein eigenes Kleid der Unschuld.
                                Denn "Dunkirk" ist nicht nur spärlich in seiner Wortwahl sondern eben­so im Feindbild.

                                Erst wirkte alles sicher und plötzlich donnerten die Schüsse durch Stein, Holz und Körper.

                                25
                                • 3
                                  über Jigsaw

                                  https://www.youtube.com/watch?v=GPh8EWRloTE

                                  Reboot einer sadistischen Gewaltspirale um Menschen möglichst kreativ hinzurichten unter dem Beifall sogenannter Horrorfans.
                                  Denn Horror gab es in Saw noch nie, das ganze Franchise baut auf perfide Art ein Konstrukt des Blutens und Leidens auf.
                                  Am Anfang als "Sieben" würdiger Nachhall gefeiert regnet bald darauf ein wütender Blutschwall aus Fortsetzungen auf die Zuschauer nieder.
                                  Die Fallen werden fieser, das Franchise immer beliebiger und dennoch seltsam anziehend.
                                  Wenn das erste Blutopfer den warmen Saft des Lebens vergießt scheinen sich reihenweise Teenager auf den Kinositzen die Pulsadern zu öffnen.
                                  Verkauft als Opfer des Marketings, wo Plakate mal wieder den Terror des Jahrtausends ins Ohr flüstern.

                                  Das "Jigsaw" am Ende überhaupt nicht funktioniert ist wohl der lieblosen Umsetzung geschuldet die im Nachgang einer Idee quasi jegliches Vorhandensein einfach durch den Fleischwolf dreht.
                                  Die Charaktere sind noch unbedeutender, der Twist dreht die Story nochmal um sich selbst und lässt damit Sado Freaks ganz alleine auf der Lack und Leder Party feiern.
                                  Ob nun der Blick auf die Verrohung einer Gesellschaft, das Machtgefühl im Wahn des Tötens oder die durchaus nette Geste zum kunstvollen Mord.
                                  "Jigsaw" ist der Tiefpunkt einer Reihe die hoffentlich niemals fortgesetzt wird(bester Witz 2018)

                                  16
                                  • Deathpool 03.01.2018, 19:24 Geändert 03.01.2018, 20:49

                                    Herrlich, ein symphatisches Urgestein in der Redaktion, jenes muss gefeiert werden.
                                    Ich wünsch dir von Herzen Spaß und Erfolg bei deiner neuen Arbeit.
                                    Hast es dir redlich verdient, wo auch immer dein Kurs hinsteuert die Community liebt dich und ist immer bei dir ;)

                                    Jenny ich ziehe meinen imaginären Hut vor dir.

                                    10/10 Katzenbabys für den kuscheligen Weltfrieden

                                    Statt nuklearen Feuer stehen wir für pelzigen Widerstand.

                                    16
                                    • 7
                                      Deathpool 01.01.2018, 17:03 Geändert 01.01.2018, 22:23

                                      Facebook Idiotie ohne Angst vor Datenklau und Spionage, manche legen die Privatsphäre völlig offen für Selfie Wahn und Likes in Massen.
                                      Im Internet kann man sehr schnell in die Falle tappen wenn man glaubt man sei unantastbar oder meint es gäbe nichts zu verbergen.

                                      Black Mirror spielte schon 3 Staffeln lang mit dem Gedanken der überspitzten Massenvernetzung. Wie Technik und Fortschritt dem Mensch sogar über den Tod hinaus nützlich sein könnte.
                                      Wie sich unsere Welt den Medien anpasst und das einzelne Individium immer mehr unter dem Druck der Masse leiden muss.

                                      Auch Staffel 4 macht da keine Ausnahme und nimmt direkte Zeitgeschehen bzw. Impulse auf während diese meist in düsterer Voraussicht langsam zum Alptraum mutieren.
                                      Klares Highlight ist Folge 4 Hang the DJ die nach der heftig abgeschlossenen 3 Folge wie ein Valium wirkt, um den Zuschauer nicht gänzlich in Horrorvisionen zu verlieren.
                                      Das sich diese Episode unterbewusst unangenehm anfühlt ist mal wieder der gelungenen Interpretation zu verdanken wenn man sich den Markt des Datings mal genauer anschaut.

                                      Insgesamt eine durchwachsene Staffel die leider gegen Ende nochmal heftig abfällt.

                                      14
                                      • 2
                                        Deathpool 25.12.2017, 23:42 Geändert 30.12.2017, 23:39

                                        https://www.youtube.com/watch?v=iy61r3Qkm6o

                                        Die meisten dürften vergessen haben das "Beyond Skyline" einen Vorgänger hat.
                                        Was nicht weiter tragisch ist denn der Nachfolger bedient sich nur Elementen die im Vorgänger schon zu sehen waren.
                                        Eine zusammenhängende Geschichte schwebt in weiter Ferne, stattdessen gibt es (wieder)"Half Life" und eine kleine Dosis "Prey"
                                        Natürlich wird niemals die Qualität beider Titel erreicht und ist nur in den Augen von Gamern ein Phantasiegebilde im Film.
                                        Die Invasion selbst ist ein müdes wie auch blutiges Spektakel in denen Dialoge vorkommen die schon mal ganze Trauerarbeit zugunsten einer schönen Frau ins Jenseits befördern.
                                        Operative Schauwerte, wo Gehirne chirurgisch bestialisch entfernt werden, wechseln sich ab mit Szenen die einfach dilettantisch umgesetzt wurden.
                                        Die gewollte Trash Note dürfte wohl so manchen Fan finden, alle anderen dürften wohl nur beschämt wegschauen.
                                        Fans von "The Raid" bekommen immerhin einige kurze Kampfszenen inklusive bekannter Gesichter.
                                        Der CGI Raid Quatsch am Ende lässt diesen positiven Effekt aber schnell wieder verpuffen.
                                        Wenn der Abspann läuft dürften die meisten wohl die Story vergessen haben, übrigens es gab mal einen Vorgänger......

                                        16
                                        • 4
                                          Deathpool 20.12.2017, 11:19 Geändert 01.05.2018, 00:18
                                          über Es

                                          Der Kinderfresser verkleidet unter dem Deckmantel des Lachens, zwischen knusprigen Popcorn, Zuckerwatte und Hot Dogs lauert der schwarze Eingang zur Leichenbesichtigung im Grauwasser.
                                          Wo der Trailer noch geschickt die Bausteine des Horrors bewegte bleibt im nüchternen Zustand nur ein müdes Kratzen,welches kläglich in der scheinbaren endlosen Laufzeit langsam verstummt.
                                          Gerade die stärkste Szene aus dem Trailer ist zugleich die schwächste im Film, wenn Pennywise aussieht als hätte man Angela Merkel einen weißen Farbeimer ins Gesicht geschmissen.
                                          Steinschlachten, Hosenpisser, der feuchte Traum im Sommercamp Pubertät.
                                          Betrachtet als "Stand by Me" Verschnitt durchaus symphatisch, trotz oder gerade wegen der Länge aber auch richtig durchlöchert und seltsam sprunghaft in den meisten Szenen.
                                          Gemischt mit CGI verkommt Pennywise tatsächlich zu einer Lachnummer um auch die letzte Illusion des Horrors auszusaugen.
                                          Was bleibt ist das Ende der 80er Jahre wo im Kino um die Ecke "Nightmare on Elm Street 5" läuft und man Bock hätte in eben diesen Film einfach einzusteigen.

                                          24
                                          • 7 .5

                                            https://www.youtube.com/watch?v=a6BbvCC0VI0

                                            Frank Castle schwor Blutrache an der Mafia und führte die Kinder der Familie in den brennenden Tod.
                                            Ein verfluchter Engel der seine Flügel über die Leichen seiner Opfer erstreckte und wie ein Phönix aus der Asche ihrer Körper emporstieg.
                                            Die Hölle öffnet ihre Pforten, verschlingt das Fleisch, kennt keine Gnade und brennt alles nieder auf ihrem Weg der Selbstjustiz.
                                            Gewalt gegossen in Reinkultur der Grausamkeit, im Zeichen des Militärs, im Abglanz der Waffenindustrie.

                                            Der Punisher als Erlöser, als Heilbringer und Zeichen blutiger Religion, der Terrorist in den Staatsakten, die perfide Figur Mord und Totschlag.
                                            Immer präsent die Vergangenheit seiner Familie, ihr gleichgültiger Tod, der wiederkehrende Alptraum.
                                            So stampft er durch einen Sumpf aus Knochen und Blut, die letzte Gnade eine Kugel im Kopf seiner Feinde.
                                            Da schwingt allerhand Actionkino der Zeit mit, fügt sich im Finale kurzen Regeln und bietet massive Nahkämpfe.
                                            Folgen 11 und 12 sind kleine Meisterwerke in der Struktur des Sterbens und verschleiern den kurzen Leerlauf.
                                            Der Punisher in seiner Urform in die Neuzeit geschossen, veredelt, erweitert, verfeinert, zerstäubt und abgebrannt.

                                            Ein brachialer Gesichtskracher der Güteklasse Leichensack.

                                            17
                                            • 6
                                              Deathpool 19.11.2017, 00:47 Geändert 19.11.2017, 19:43

                                              https://www.youtube.com/watch?v=O8jWxLU9HRE

                                              Ein absolut diabolisches Vergnügen gewürzt mit dem Geschmack von Menstruationsblut und blutigen Diarrhoe zur Dekoration der Wände.
                                              Erst war es Reizdarm dann die dicke Wurst welche nach gefühlten Stunden endlich ihr schleimiges Dasein im Klo fand.
                                              Es fühlte sich an wie eine Geburt im Zeichen der heligen Scheiße, als ob dir gleich dein ganzer Dickdarm durch den Anus schießt.
                                              Du hattest Angst auf dem Klo zu sterben, ein geplatztes Blutgefäß und die ganze Kacke um dich herum.
                                              Wenn die Bilder im Web landen ist dein Leichnam die Kloake der Gesellschaft, das Arschloch Internet und was würden wohl deine Eltern sagen?
                                              Die Gaffer der Nation mit ihren teuren IPhones, gebaut durch billige Arbeitskraft, ein Selfie für den Toiletten Tod einer armen Randfigur.
                                              Zur falschen Zeit abgedrückt und dennoch rechtzeitig abgetreten.

                                              Zwischen Kotze,Ohrenschmalz,Kakerlaken und überschüssigen Hormonen ist noch genug Zeit um mal kurz durch den Playboy zu blättern.
                                              Kennst du dieses Gefühl kurz bevor man kommt und plötzlich die ganze Stimmung kippt?
                                              Grad so schön an dir rumgespielt bis die Totgeburt mit ihrer hässlichen Fratze deinen Orgasmus zerstört.
                                              Die perverse Scheinheiligkeit in deinem Kopf, die Übertreibung menschlicher Anatomie, die Schönheit des Lebens.

                                              Javier Bódalo ist ein Engel und seine Religion stinkt nach erbärmlicher Fäulnis, dieses Schauspiel wird unvergessen.

                                              18
                                              • 2
                                                über Bite

                                                Elma Begovic brauch ne Kotztüte.....

                                                "Bite" der weiße Pickel der ausgedrückt schleimig am Spiegel hinunterläuft und neues narbiges Gewebe schafft.
                                                Irgendwo zwischen zuviel Make Up macht dich hässlich und eklig belanglose Gruselshow ohne Innovation.
                                                Angst vor der Ehe, Untreue,Alptraum Schwiegermutter, gallenartige Substanz die dein Gesicht verätzt.
                                                Eine Parabel über das Messie-Syndrom für den Horror RTL Zuschauer.

                                                13
                                                • 5 .5

                                                  https://www.youtube.com/watch?v=HhWm_uGwKAc

                                                  Die Angst in den Augen der Babysitterin kurz bevor sie krachend auf die Straße aufschlägt.
                                                  Ein unscheinbares Kinderspielzeug und die Mordlust im Angesicht der Klinge welche durch schwitzendes Fleisch schneidet.
                                                  Der Killer im Spielzimmer fleischiger Vergänglichkeit, es ist die Unschuld eines Kindes gepaart mit der Leidenschaft zur Treibjagd.
                                                  In den süßen Kulleraugen spiegelt sich der süßliche Blutmord, unter der Erde schreien dutzende verfaulte Körper nach ihrer Seele.
                                                  Chucky spielt böse Streiche, verunglimpft seine Beute und jagt spöttisch kalt den blanken Stahl ins Herz.

                                                  Das Franchise findet zurück zu den Anfängen, poliert dabei explizit den Boden der Sterilität mit allerhand Körperflüssigkeiten und bleibt der Vorlage zumindest sinngemäß treu.
                                                  Für Fans war sicher "Curse of Chucky" ein voller Erfolg da eben eine altbekannte Figur endlich erwachsen werden durfte und auch gezeigt wurde.(Abspann)
                                                  "Cult of Chucky" geht einen Schritt weiter aber leider wird die Figur in diesem Teil völlig zerissen und ihr Potenzial einfach weggesperrt.
                                                  Die Macher haben aber auch hier etwas in der Hinterhand, wer den Abspann(mal wieder) absitzt wird zumindest leicht getröstet bzw. angefeuert auf den nächsten Teil.
                                                  Ein netter Gag der nostalgisch an die früheren Serienteile erinnert.

                                                  "Cult of Chucky" nervt mit seinem Charakter direkt aus der Klischee Horrorabteilung.
                                                  Die Figuren mit ihren Alibi Diagnosen bekommen zuviel Raum, die Gespräche wirken leidlich spannend und die Geschichte plätschert so vor sich hin.
                                                  Selbst die Twists sind ermüdende Standardware, zumal das Ganze unfreiwillig komisch wirkt jeh mehr Leichen auftauchen.
                                                  Die Goreschraube poltert mächtig durch Hirnmasse, zermatscht betäubte Körper, tritt Gesichter zu hässlichen Gulasch und bringt den Spaß am Mord Chucky typisch zum Ausdruck.

                                                  Der Witz rund um Jennifer Tilly macht natürlich nochmal besonders Freude und auch im Detail gibt es einiges zu entdecken.

                                                  17
                                                  • 4
                                                    Deathpool 20.10.2017, 22:43 Geändert 20.10.2017, 23:13
                                                    über Jungle

                                                    https://www.youtube.com/watch?v=xC5n8f0fTeE

                                                    Survival Feeling direkt aus der Vorhölle Hollywood nach einer wahren Geschichte welche hier radikal ausgeschlachtet wird.
                                                    In den kritischen Untertönen zum kapitalistischen Weltgeschehen, in der Frage Mensch und Natur, noch am denkwürdigsten.
                                                    Zwischen Big Mac Hobby Adipositas Bürger und veganer Hippie Tante liegt der schmale Grat Realität.
                                                    Die Urangst in der kalten finsternen Nacht allein, in der größten Toilette auf der Welt, ohne Kenntnisse oder gar Hilfsmitteln zu Überleben.
                                                    Da wird dem selbsternannten Jäger ganz blass im Gesicht wenn die heimische Theke einfach ihre fleischigen Pforten schließt.
                                                    Schluss mit überfüllter Massenware bekannter Marken, dem leckeren Marmeladen Sandwich am Bett, der zur Gewohnheit mutierten Bequemlichkeit alles kaufen zu können.
                                                    Die verwerfliche Dekoration zur Schaustellung der niedersten Instinkte um die Kaufkraft auch möglichst perfide anzuregen.
                                                    Der leckere Schauteller den wohl niemand mehr essen wird.
                                                    Könnte ähnlich wie die Mindesthaltbarkeit auf dem Klo enden.
                                                    Trinken, Fressen, Scheißen der tägliche Kampf mit dem Aufstehen und dem gehorsamen Alltagstrott zum verhassten Montag.
                                                    Da wünscht sich jeder ein Stück gelobtes Land ohne Fresstempel und schlanken Schönheiten die verkehrte Ideale auf Plakaten verkaufen.
                                                    Freiheit ohne den Zwang jeh wieder in die Gesellschaft einzutreten, der genüssliche Lebenstraum in der zerstörten Schönheit einer eigentlich perfekten Welt.
                                                    Überall lauert die Gefahr welche dich schneller der Erde näherbringt als es dir lieb ist.
                                                    Denn ohne Einkaufswagen und mürrischen Dränglern, der Illusion du bist König neben gestressten Personal bleibt nur das nackte Überleben.
                                                    Dieses Überleben kennen wohl nur die wenigstens und die meisten dürften wohl diesen Kampf nur verlieren.
                                                    Die Komfortzone Schminkekasten, Bierbauch und Schnitzeljesus finden da keine Anwendung.
                                                    Ein letztes Selfie bevor dich der Dschungel einfach verschluckt.

                                                    "Jungle" schindet Eindruck mit seinen aufgeblasenen Bildern und wirkt am Ende nur wie die letzte reißerische Dokumentation.
                                                    Es fehlt der wirkliche Überlebenskampf wenn die Tage einfach wie Wochen vergehen, dramatische oder gar eklige Momente einfach nur auf Hochglanz polierter Unsinn sind, die Story plötzlich Rückblenden einsetzt welche ausgesprochen leer wirken.
                                                    Es ist die wahre Geschichte nach einer wahren Geschichte welche wahrhaft weit ausholt um irgendwie die Produktionskosten zu rechtfertigen.
                                                    Da fehlt der Schmutz, die große Emotion ohne Pathos.

                                                    Ein wenig auf den Spuren von "Am wilden Fluß" direkt in die Kloake Drehbuch Dschungelcamp.

                                                    16