Deathpool - Kommentare

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    Deathpool 07.12.2018, 11:43 Geändert 07.12.2018, 12:41

    https://www.youtube.com/watch?v=b08P2Q_NFEs

    Bunny pflockt über die blutige Wiese....

    Ich sehe nur noch Sophia Crawford und die Immersion verschwimmt, verwandelt sich Buffy in den Kampfszenen etwa in ein älteres Ich?
    Da kommen urkomische Szenen zustande wenn man sich drauf einlässt, ein Stuntdouble ist ja nichts neues.
    Fixiert man sich aber drauf kann es sogar fast störend sein, komischerweise ist mir jenes erst in Staffel 3 so richtig bewusst geworden.
    Wer also dachte Sarah Michelle Gellar hat ordentlich trainiert der wird verwundert sein wo man überall ein Stuntdouble einsetzen kann.
    Dies soll natürlich keine Kritik an Crawford sein denn diese macht einen fantastischen Job.
    Es sollte nur nicht unerwähnt bleiben, einmal drauf fokussiert will es nicht wieder verschwinden.
    Die Staffel selbst oder die Serie an sich bleibt dadurch aber unberührt.

    Haben wir mit der Folge "Heimsuchungen" doch ein wunderbares Beispiel wie all die Tragik der einzelnen Charaktere im plötzlichen Schneefall zu neuer Hoffnung gedeiht.
    Wo der Freitod im Kopf schon lange als Ausweg sichtbar, zeigt sich erst in der Liebe und Nähe zu einem anderen Menschen welcher Weg denn nun wirklich der richtige ist.
    Damit steht die Figur Angel als zentraler Fixpunkt von all den Grausamkeiten die der Fluch Vampir mit sich bringt.
    Diese gequälte verbannte Seele welche im höchsten Glück von einem Dämon heimgesucht wird der alles zerstört was man einst liebte.
    Die Familie zum Festschmaus hingerichtet, ganze Häuser in trostlose Stille gehüllt, Opfer stundenlang gedemütigt bis das Blut aus ihren Kehlen floss.
    An das ewige Leben gebunden, ständig im Schmerz gebrochen, was könnte tragischer sein wenn man auch noch in eine Vampirjägerin verliebt ist?
    Fernab vom Twilight Kitsch brannten Buffy und Angel ein Feuerwerk der Gefühle ab, im Takt zum Herzschlag der unaufhörlich beide zu sich zog, sie auseinander trieb , wieder zusammen lachen ließ und am Ende in die Dunkelheit riss.
    Die erste große Liebe verursacht entsetzliche Schmerzen und muss weichen damit neues Leben erblühen kann.
    Buffy wird erwachsen, die Vergangenheit zwingt sie dazu, die Zukunft fordert sie ein.

    Staffel 3 ist aber vielmehr als qualvoller Liebeskummer sondern spricht auch wichtige Themen an.
    Der Amoklauf an einer Schule inklusive der Frage nach Waffenverfügbarkeit verkommt zu einem sensiblen Finale wo es um Ausgrenzung geht die einen Schüler in den Selbstmord treibt.
    Die Dialoge sind hier erstklassig, bewegen alle Figuren zum menschlichen hin und schließlich gipfelt die Stimmung in einem Rattengift Massaker, typisch Buffy halt.

    Joss Whedon geht sogar soweit und trollt die Fans, die Gräber sind geschmückt, der Priester betet die letzten Worte runter, eine schwarze Menschentraube versammelt sich zum letzten Abschied.
    Aus dem Serientod der vergangenen Staffel wissen wir der kann auch ernst machen und dann löst sich alles im trockenen Witz auf, Chapeau.

    Endlich Faith, die düstere Version von Buffy, die Heavy Metal Queen und der erste Blutmord klebt an den Händen beider Jägerinnen.
    Damit verliert die Serie endgültig ihre Unschuld, Opfer gab es immer genug aber nie wurden sie von Auserwählten getötet die eigentlich für das Gute stehen.
    Die Grenze zwischen Gut und Böse existiert nicht mehr und genau dieser Punkt wird in späteren Staffeln besonders wichtig.

    Der Mensch als Schlachttier für die Vampire, in der alternativen Sunnydale Version wird der Alptraum Wirklichkeit und somit geht der Platz Lieblingsfolge an " Was wäre wenn …" (The Wish)

    Zum Abschlussball schenkt man Buffy etwas ganz besonderes, nämlich die Anerkennung und Dankbarkeit welche sie schon lange verdient hat.
    Damit wird auch das Serienuniversum glaubhafter da die Leute ein Bewusstsein dafür bekommen wer sie beschützt.Die schrecklichen Ereignisse ein Teil von ihnen ist.

    Hab ich eigentlich schon die Amiga Endboss Schlange erwähnt?

    to be continued

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      https://www.youtube.com/watch?v=CGyEd0aKWZE

      Narkotisierter Alptraum verwebt in den koronaren Schichten einer elitären Gesellschaft.
      Der Herzschlag im Wandel der medizinischen Notfallversorgung und den Schöpfern des Fortschritts, die Technisierung der Heilung und ihre erhabene Götter in Weiß.
      Die Ästhetik von Wohnraum, Körper, Seele und Geist, gegen die Krankheit und Armut geschaffen durch Klassenspezifische Selbsterhaltung.
      Der Trieb zum Leben brennt wie das köstliche Mahl zum Abendbrot und anschließender Masturbation um der innerlichen Kälte zu entfliehen.
      Reize schüren vertraute Wärme wenn die glattrasierte Fleischlichkeit in Vollnarkose deine perverse Seite zügelt und kontrolliert.
      Im Bild der entrückten Familie die langsam ihre Kinder betäubt während ein qualvolles Phantasiegebilde wie eine schmerzhafte Dystopie durch die Adern pulsiert.
      Alles wirkt als wäre das Leben, die Kraft der Natur, einfach ausgelöscht.
      Sterilität im Angesicht des Skalpell welches durch Gewebe schneidet, die Entfernung vom bösen Tumor der in den gläsernen Fassaden zum Reichtum wuchert.
      Monotone Gesprächskultur, die Routine des Alltags, materielle Unbeschwertheit.
      Bis Yorgos diesen spärlichen Raum einfach brachial umdreht und wie eine unbekannte Seuche jede Zelle einfach ausrottet.
      Der Score zerdrückt jegliches Gefühl von Geborgenheit und die Story lässt den wahren Horror frei, der schleichend bis zur letzten Minute fesselt und verstört.

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        Deathpool 16.11.2018, 23:54 Geändert 18.11.2018, 00:19
        über Mandy

        https://www.youtube.com/watch?v=Wwmks_TqriQ

        Aus deiner Asche stieg empor der Geruch von Liebe und Tod, dein Gesicht verwehte in den kosmischen Sphären, umschlungen von schwarzen Würmern, als Hexe gepriesen, sie verbrannten dich bei lebendigen Leib.

        In jeder Einstellung ein wahnsinniges Artwork aus dem die Rache tröpfelt,in den Farben zergeht wie ein Fiebertraum der endlos den Konsum von Drogen feiert.
        In den Augen von Mandy spiegeln sich alte Platten, ihr ganzer Körper schreit nach Dunkelheit, schwarzer Vollkommenheit und mutigen Werken die ganze Phantasiegebilde zu einem traurigen Universum formen, ihre Pracht der Halluzinogene ein Gelächter auf die Männlichkeit und letzlich eine leere Hülle die durch die Finsternis wabbert.
        Wenn Mandy stirbt dann verfällt nicht nur ihr Körper sondern auch ihre Anmut in den BIldern, die pechschwarzen Augen in Feuer getaucht, der Rachegeist erweckt.

        Wie ein Anzug extra für Overacting Cage geschnitten, hier darf er richtig frei seine Zerstörung präsentieren, den kranken Geist wiederbeleben, fast schon wie ein neuer Bruce Campbell wüten, sich durch den Schmerz der Zenobiten fressen.

        Im Zeitgeist der Poser, Familien-Album-Poster und dürstigen Smartphonejüngern nach Gewalt ein Mttelfinger gegen die Schnelligkeit einer Mobbinggesellschaft.

        Präzise, vollkommen still, mal durch den Soundtrack getragen, in die Vergangenheit pulsierend, ein Tribut, ganz unscheinbar und dennoch so kraftvoll aus der Schmiede
        gehoben.

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        • Zur schönsten Jahreszeit (neben dem Winter) eine wunderbare Überraschung aus der einzigartigen Feder von meinem sehr geschätzten Dashboard Nachbar Francis.

          "Halloween" hatte immer dieses magische düstere Grundbild und verpackt quasi den Gedanken Bestie Mensch in eine einzige Figur.
          Ein Kind im Bann der schwarzen Augen, die Unschuld schon früh verloren, die Kindheit nie erlebt, ewig gebunden an dunkle finstere Tage im Zeichen der stählernen blutbsudelten Klinge.

          Neben dem ersten ist ja einer meiner Lieblingsteile "Halloween H20" der hatte dieses makabere Grundgerüst fast perfekt übernommen und war ein lupenreiner Slasher wie er im Messerblock steht.

          Glückwunsch mein Freund zum verdienten Kommentar der Woche.

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            https://www.youtube.com/watch?v=qJMhWgS3o2U

            "The Raid" + "Headshot" = "The Night Comes for Us"

            Wie ein Liveticker der unaufthaltsam die Sterberate auf der Welt in einem Inferno der Gewalt runterzählt.
            Hier geht tatsächlich in sekundenschnelle das Licht für manchen schneller aus als man indonesische Schnetzelküche sagen kann.
            Einstiche, tief sitzende Wunden, Brandopfer, platzende Köpfe, abgetrennte Gliedmaßen, zerstückelte versprengte Körper im Zeichen der ästhetischen Actionwucht wo selbst ein "Mortal Kombat" neidisch zusammenzuckt.
            Dannach dürfte eigentlich kein Film mehr zensiert werden denn "The Night Comes for Us" wirft mit Leichensäcken um sich wie mancher Politiker mit leeren Versprechungen.
            Da bleibt natürlich kein Platz mehr für ne saubere Story wenn Fleischwolfbräute den Menstruationszyklus gehörig durcheinander bringen und aus allen Löchern bluten.
            Die Wucht und Brachialität verliert aber ganz schnell an Reiz wenn das ewig gleiche Duell kein Ende findet, viele Szenen kopiert wirken und sich irgendwie alles im Kreis zu drehen scheint.
            Für Fans dieser Action ,die bis in jede kleinste Bewegung durchchoreographiert ist, ein wahres Fest, da glühen die Augen, die Hände werden ganz schwitzig und das eigene Körpergefühl mal wieder gehörig überschätzt.

            Für andere ermüdendes Actionkino ohne neue Impulse dafür aber mit grandiosen Bildern.

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            • 9
              Deathpool 14.10.2018, 00:55 Geändert 14.10.2018, 01:08

              https://www.youtube.com/watch?v=xYVTgxx11QY

              Sam Raimi entlädt seine letzten Kräfte nochmal in ein wahres Horrorfest, ein klarer "Tanz der Teufel" Tribut, ein echter Raimi der den Blutsegen als Weckruf zum Okkultismus nutzt.
              Das Lachen der Dämonen wenn sie im Feuer tanzen unter freudigen Klängen, das diabolische Herz welches stetig nach frischen Seelen sucht.
              Die Soundkulisse knarrt,schreddert,poltert, flüstert durch markante Stimmen, trampelt durch Scherben und ergießt sich im Schrecken der Zuschauer.
              Leichenfledderei, Schmodder der in zarte Gesichter erbricht, Schleim spritzt in alle Richtungen, verfluchte Krankheiten beseelen sich an schönen Körpern, langsam kotzt die Schönheit Blut, Dreck und Gedärme.
              Knuffige Haustiere werden zu Blutopfern wenn im Wahn des Fluches Vegetarier schlachten und zerstümmeln.
              Dunkle Dämonen verrücken die Körper, harmlose Ziegen werden zu reißerischen Bestien(unglaublich komisch) und der Tanz beginnt von neuen.

              Raimi öffnet Münder, legt die Eier ganzer Fliegenschwärme ab und badet sich im Genre Horror bis zur Erschöpfung zartbesaiteter Seelen die angeekelt und beleidigt ins Kissen rotzen.

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                Deathpool 13.10.2018, 00:00 Geändert 13.10.2018, 22:37

                https://www.youtube.com/watch?v=IJ0IP3dbJq0

                Da flattert der Unterkiefer direkt in die Kamera, de Knochen nehmen ungesunde Stellungen ein und der finale Schlag taucht das heilige Augenlicht in ewige Dunkelheit.
                Wenn Fleischfetzen über den Boden schlittern, knackende Wirbel deformiert aufheulen und ganze Gesichter zu blutigen Matsch geknüppelt werden.
                Erinnert an alte Tage der Splatterkultur, in der letzten Einstellung sogar eine ganz klare Hommage an umstrittene Handwerkskunst.
                S. Craig Zahler schlug schon mit "Bone Tomahawk" in den schmalen Grat der Verträglichkeit und sprengt auch in seinem neusten Werk die Formel der Gewalt.
                Angelehnt zwischen traditionellen Drama, den Charme alter Gefängnisfilme und der Brachialität dreckiger Straßenkämpfe.
                Vince Vaughn dessen Seele brennt, die vor innerlichen Schmerz zu zerbersten droht, jegliche Gefühle betäubt, immer auf die letzte Zuflucht Normalität schielend.
                Hinter dem Charakter lauert der Mensch, oftmals abgestempelt durch die Idiotie der Gesellschaft.
                Hier zählt nur neues Leben, hier lauert der unvermeidbare Tod, wo Festungen ekelhaft dahinsiechen bricht die Rebellion die Fleischlichkeit derer die andere fesseln.

                Gegen Ende absolut fies, extrem im Gewaltlevel und doch absolut menschlich, spürbar und voller Energie die unglaublich intensiv ihren eigenen Abschluss durchweg dynamisch kreiert.

                Lasst Höllenfeuer in meine Fäuste fließen, den Teufel in den Leib fahren, meine Feinde in die Gosse treten, für das System.

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                • 9 .5
                  Deathpool 03.10.2018, 14:28 Geändert 03.10.2018, 22:40

                  https://www.youtube.com/watch?v=XCnCVeKudU4

                  Dynamischer, frischer , mit einer neuen Frisur über den Friedhof spazieren.
                  Aus der Asche ihrer gequälten Seele, dem Tod entronnen, am Anfang ihrer Kräfte schon in das Höllenfeuer geworfen.
                  Die Psyche von Buffy hat eine mächtige Erschütterung durchlebt und somit ist die erste Folge tatsächlich ziemlich schräg.
                  Die Taten von Buffy hinterlassen ihre Spuren, die Unschuld nur noch einen kleinen Sprung entfernt zur völligen Auslöschung einer Pubertät.
                  Wie unbeschwert doch die einzelnen Folgen von dannen ziehen, spaßig zu Halloween, allerhand Horroreinflüsse mit B-Movie Charme, ständig Dialoge die ihre Abgedrehtheit niemals verbergen.
                  Diese Unbeschwertheit in all ihren Phasen der Romantik, wo brennende Küsse noch schmatzend zärtlich die Gefühle rühren, steht bald ein zentrales Thema an vorderster Front.

                  Staffel 2 ruft nach Verzweiflung, Trauer, Verbannung und den endgültigen Tod.
                  Durch den Story Twist in der Mitte der Staffel wird Buffy unglaublich düster, umschwungen von schwarzen Engeln mit Reißzähnen die ihre Opfer in den Wahnsinn treiben.
                  Ergreifend wenn die einst so fröhlichen Charaktere von dem Tod einer der ihren erfahren.
                  Diese Konsequenz schien in weiter Ferne und Folge 17 stellt sozusagen die Weichen für eine neue Erfahrung, für etwas böses, etwas grausames.
                  Der Abschied kommt verhältnismäßig schnell und betrifft keine Randfigur sondern einen Charakter der sich bestens in die Truppe eingefügt hat.
                  Buffy ist ab diesem Punkt nicht mehr die seichte Abendunterhaltung für zwischendurch, die Serie entwickelt ein ungeheueres Potenzial welches später noch viel weiter ausgebaut wird.
                  Die Figuren brechen aus ihrem anfangs starren Konzept und werden immer menschlicher, verletzlicher, unsicherer, stärker, wütender, unberechenbarer, zerrütteter, trauriger, vor Emotion platzend und in dankbarer Erhabenheit weiser.

                  In all diesen schwarzen Künsten, dem blutvergießen und Verstümmeln verliert die Serie nie ihr Feingefühl für lockere Witze, entspannte Ausflüge, liebenswerte Figuren und jeder Menge Spaß in den einzelnen Folgen.

                  Soviel Herzblut wurde belohnt und spätestens mit Staffel 2 hatte Buffy bei ihren Fans ein Stein im Brett.

                  Mit Buffy (nochmal) erwachsen werden.....

                  Durch den Campus mit Herzschmerz nach der ersten großen Liebe, von Posern zu gefährlichen Sekten über die Party vom Nachbarn stolpern und müde ins Bett fallen.

                  Ein Coming-out unter Rivalen, die Hierarchie des Bösen durcheinander bringen, zudem gibt sich Fanliebling Spike die Ehre.

                  Unvergesslich bezaubernd und ein Finale das man erlebt haben muss.

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                    https://www.youtube.com/watch?v=5-xnvdtuRRo

                    Was für ein holpriger Start, irgendwo zwischen Trash, Comic und mystischer Endzeitstimmung wo der Höllenschlund direkt unter einer Highschool liegt.
                    Dazu die deutsche Synchro die oftmals peinliche Momente durchleben lässt, Kampfszenen ohne richtig knackiges Feedback und einigen Durststrecken in den überschaubaren 12 Folgen.
                    Die Ideen sind brillantes Nerdfutter, wer aber Buffy (Staffel 1) heute das erste mal sieht hat wahrscheinlich wirklich zu kämpfen, oder wird ganz einfach abschalten.
                    Wer Buffy damals schon erleben durfte weiß um die Qualitäten der Serie, da verkommt selbst Staffel 1 zu einem freudigen Fest des Wiedersehens.

                    Trotz all dieser Schwächen ist besonders die letzte Folge der Startschuss zu einer außergewöhnlichen Serie.
                    Der Tod spielt schon hier eine zentrale Rolle, all die Ängste einer blutjungen Vampirjägerin manifestieren sich in ihrer Psyche.
                    Was anfangs noch wie ein Spaziergang wirkte verkommt zu einem Alptraum in denen die Vampire als Sieger hervorgehen.
                    Buffy ist in diesen Momenten keine Vampirjägerin mehr mit übernatürlichen Kräften, sie ist in erster Linie ein verletzlicher Teenager, gefesselt als Auserwählte.
                    Alte Prophezeiungen flüstern vom Verderben, von dem Untergang einer ganzen Welt, wenn die Flüsse sich blutrot aufstauen und die Kadaver auferstehen.

                    Staffel 1 hat ganz viele Schwächen und ist dennoch absolut liebenswert. Für die Serie allgemein essentiel da hier der Grundstein gelegt wird. Später werden sich all diese verrückten Elememte zu etwas ganz besonderen fomen. Mir läuft es immer noch kalt den Rücken runter wenn ich an bestimmte Folgen denke.

                    Buffy ist kurzweilig, auch durch die Romantik etwas kitschig, nimmt sich aber selbst gerne aufs Korn und hat unglaublich symphatische Charaktere an Bord.

                    Sei es nun der staubtrockene Giles, die schüchterne Willow, der tollpatschige Xander, der Mädchenschwarm Angel oder die absolut göttliche Cordelia (mein heimlicher Lieblingscharakter)

                    Da werd ich wohl mal wieder länger auf dem immer wiederkehrenden Friedhof wandeln und mich vom Charme dieser Serie einfangen lassen.

                    Kurz zum Thema Gewalt:

                    Ja man könnte sagen die Serie ist relativ blutarm dafür verstört sie mit ganz anderen Dingen.
                    Sie spricht schon früh wichtige mutige Dinge an (Mobbing, Ausgrenzung,Outing etc.)
                    Es mangelt nicht an sexuellen Inhalten, vielen Szenen die im Off absolut grausam enden (Schüler fressen jemanden lebenig auf)
                    Außerdem sitzen bestimmte Szenen direkt härter weil man sie eben nicht erwartet, was sich jetzt auf spätere Staffeln bezieht.
                    Schließlich wurde da sogar mal die Zensur angesetzt weil Buffy plötzlich zu düster wurde.

                    Immer wieder ein Genuss

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                    • Deathpool 09.08.2018, 10:58 Geändert 09.08.2018, 12:48

                      Enthält Spoiler!

                      Edit: zur deutschen Erstausstrahlung ( bis Folge 3)

                      June ist am Ende ihrer Kräfte, ausgelaugt, gedemütigt, mehrfach vergewaltigt, in Gefangenschaft unter to­ta­li­tären Bedingungen lebend, den liebsten entrissen und als Brutmaschine unter den Augen der Sonne missbraucht.

                      Die erste Folge läutet den Untergang ein, man zittert förmlich mit wenn eine Magd nach der anderen im Fanatismus unterzugehen droht.
                      Sie weinen , flehen, resignieren während über ihnen das Seil gespannt auf das Knacken und qualvolle strangulieren wartet.
                      Unerträglich wenn das Heer verblendeter Christen ihre Opfer richtet im Zeichen der heiligen Bibel.
                      Was für ein brennender nervenaufreibender Anfang, besser hätte die neue Staffel gar nicht anfangen können.

                      Mit den Kolonien als neuen Schauplatz macht sich eine gespenstische an den ersten Weltkrieg angelehnte Stimmung breit.
                      Unbarmherzige Gasmaskenträger, reitende Führerschaft, ein dreckiger gelblicher Nebel der in den Lungen brennt.

                      June kämpft nicht nur um ihr Leben sondern auch um das ihres Kindes, der kleine Plot im Zwiespalt zwischen Freiheit und Mutterschaft, der nochmal intensiver wird durch die Schwangerschaft.
                      In ihrer Vergangenheit wenn sie kurz innehält und die Tränen leicht aus den Augen rinnen, June ist nicht wie ihre Mutter es gerne hätte.
                      Sie war glücklich mit einem Mann, wollte Kinder als die Welt in den Augen der Mutter zusammenbricht, starke Frauenbilder gefragt sind, die Gesellschaft endlich aufwachen möge und dunkle Flecken einer Vergewaltigung eine ganze Zukunft formen.
                      Feminismus über die eigenen Kinder gestellt, das lenken und formen nach den Willen einer Person.
                      Ein klassisches Erziehungsthema, zwischen politischen Unruhen, bis zum jüngsten Tag an dem June nicht mehr selbst bestimmen darf.

                      Bisher eine gewaltige Macht an Bildern, Eindrücken, Zeitgenössischen Themen, ehrlichen Schauspiel mit ganz viel Emotion.

                      "The Handmaid's Tale" könnte auch in Staffel 2 ein wahres glänzendes Juwel werden.

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                        Deathpool 28.07.2018, 12:40 Geändert 28.07.2018, 13:37

                        https://www.youtube.com/watch?v=1L3RgdoBsn0

                        Der Zenobiten Kult verschmilzt auf der großen Leinwand zu einem bizarren Alptraum, es tropft, kratzt, knistert und Christopher Youngs musikalisches Spektakel öffnet die Pforten zur Hölle.
                        Wie ein schleimiger frisch geschlüpfter Ohrwurm kriecht der Soundtrack tief in den Gehörgang, selbst in der Stille liegt ein gespenstischer Grundtenor womit man noch weiter in die fleischigen Gelüste, die tieferen Ebenen hinabsteigt.
                        "Hellbound: Hellraiser II" legt eine direkte Blutspur zum ersten Teil, kurzzeitig verschwimmen beide zu einem ganzen Werk.
                        Pinhead und seine Crew der Forscher werden fast komplett entmystifiziert.
                        Der Weg des Leidens stößt hinaus in neue Sphären, das Gewölbe aus Angst, Schmerz, Hungerqualen und entstellten Leichen ist ein knochiges altes Labyrinth wo eine dunkle Macht ihre Diener versammelt.
                        Stöhnend vor Lust winden sich blutverschmierte Frauenkörper, die sexuelle Andersartigkeit umschwungen von stählernen Ketten und Reißhaken die sich in das Fleisch bohren.
                        Werden die Forscher schwarzer Gelüste einmal gerufen verdunkeln sie alle Seelen, rauben ihnen den Verstand, wühlen sich durch die Vergangenheit wie besessene Fleischwölfe um schließlich die Lust am Leiden zu zelebrieren.
                        Ein Festmahl für die Dunkelheit, sie laben sich an der Unverkommenheit, unausprechlichen Wünschen und den Fehlern die ein Mensch zu vergraben versuchte.
                        Unter reichlich Qualen, unter dem Druck der Blutflüsse die durch Böden sickern, in den Schmerzensschreien zerstörter Seelen, steigt empor ein neuer Diener.
                        Wiedergeboren als blutig verkapptes Muskelgewebe, durch zahlreiche Schnitte gerufen, braucht es neues organisches Material um zu überleben.

                        Der Weckruf zum Schlachten, Verstümmeln und Zerteilen.

                        "Hellbound: Hellraiser II" kreiert am Ende den eigenen Wahnsinn, wütet in der Hierarchie einer unsichtbaren Führerschaft und verliert letzlich die totale Kontrolle.
                        Die Operation Amputation schmodert durch heilige uralte Hallen, lüstert nach neuen Erfahrungen, treibt den Einschlag Sado auf die Spitze und hinterlässt jede Menge handgemachten Splatter vom feinsten.

                        Die Story ist schwer durchschaubar, die Charaktere bisweilen sehr sperrig, das ganze Grundgerüst ist überhaupt sehr wackelig aufgebaut.
                        Manchmal wirken die Sprünge zu heftig, vieles bleibt ungeklärt woraus die Serie wieder neues Futter zum Leiden bezieht.

                        In der BIldgewalt und im Sounddesign aber eine grauenvolle Macht die den Zuschauer fesselt und dann langsam in Stücke reißt.

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                          https://www.youtube.com/watch?v=QPNqojbyIDk

                          Snyder packt das Original, lässt einen Kanister Druckluft frei und schmeißt eine feurige Inbrunst mitten in die verlorene Generation einer infizierten Großstadt.
                          Der Anfang bricht die Knochen, treibt unnachgiebig und macht keinen Halt vor Schützlingen.
                          Die Arterie spritzt das Leben hinaus bis auch die letzte Bastion der Haushalte niederbrennt und die Länder im Blutschwall versinken.
                          Die Menschheit radiert sich selbst aus wenn religiöse Fanatiker die Abtreibung stigmatisieren oder die gleichgeschlechtliche Ehe das Tor zur Hölle öffnet.
                          Das berühmte Zitat wenn in der Hölle kein Platz mehr ist wird hier genüsslich gewürdigt, der Verweis in das Fleisch gestanzt, die Leichenfeuer knistern durch die ganze Nacht.
                          Die Asche der Toten vom Wind hinfort in die zerstörten Städte getragen, von weiter Ferne als schwarze Wolke sichtbar, die Grenze zwischen Leben und Tod.

                          Offenbar handelt es sich hier um eine Infektion die ausgelöst wurde in einer der kleineren Städte.
                          Denn die Toten stiegen nicht aus ihren Gräbern, wühlten sich nicht durch das Erdreich oder wankten orientierungslos über Friedhöfe.
                          Die Bewohner fielen einfach um und kehrten wieder als besessene Frischfleischjunkies.
                          Anders als im Orignial verbreitet sich hier der Tod nur über eine direkte Ansteckung, wer gebissen wurde ist verloren.
                          Man kann also mehr von Infizierten reden als vom klassischen Untoten der im Schutze der Nacht sein Grab umdreht.
                          Deshalb dreht Snyder das Tempo gehörig auf Anschlag, vom kleinsten Punkt der Ansteckung bis zur Pandemie die alles auf ihrem Weg ausradiert.
                          Da hier keine vermoderten Leichen auferstehen bleiben wohl die meisten motorischen Fähigkeiten erhalten.
                          Bei Fans umstritten aber durchaus eine Idee um ein Remake in neue Zeiten zu transportieren.

                          Die Infizierten suchen dennoch ein Einkaufszentrum heim, fast als hätten sie Angst zu verhungern.
                          Der Glockenschlag zum blutigen Kapitalismus wo sich alle in den Sonderangeboten der Supermärkte zertrampeln, zerfleischen und ausweiden.

                          Ausgestattet mit dümmlichen Dialogen, wo Körperwärme schon mal gerne falsch interpretiert wird oder die Frage nach dem offensichtlichen eine ganze Druckwelle verbranntes Fleisch nach sich zieht.
                          Für das Genre üblich werden hier haarsträubende Entscheidungen getroffen(Hund) und das Blutlevel liegt deutlich höher als noch im Original.
                          Welches übrigens noch immer in den Fesseln der Justiz gefangen ist, was der heutigen Frage nach Zensur wohl nicht mehr gerecht wird.

                          Ein kurzweiliger besonders bösartiger Trip durch die Welt der Infizierten, selbst neues Leben welches zum ersten mal das Licht der Welt erblickt wird sofort in Dunkelheit gerissen.

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                            Deathpool 09.07.2018, 12:17 Geändert 09.07.2018, 12:38

                            https://www.youtube.com/watch?v=iSbifzN3XhE

                            Sie spielen Krieg
                            So lasse ich brennen meinen Sturm

                            Wenn der Mensch glaubt er sei unsterblich, narbe ich seine Wunden
                            Wenn der Mensch die Waffen erhebt, lösche ich aus unschuldiges Leben
                            Wenn der Mensch sich in Armut wiegt, bin ich die Seuche
                            Wenn der Mensch betet, bin ich das Böse
                            Wenn der Mensch vergibt, schaufel ich seine Gräber

                            Meine Religion ist Blut!

                            Mit "Dawn of the Dead" dringt der Tod in die Herzen der Menschen vor.
                            Am Anfang war es ein Friedhof und ein Haus (Night of the Living Dead) die Leichen selbst waren noch überschaubar.
                            Dennoch wurde eine Tatsache erschreckende Realität, die Masse und ihr unstillbarer Hunger nach Fleisch.
                            Ihre Armee schien unendlich, die morschen Knochen verlassen ihre Ruhestätte.
                            Sie wirken langsam und verwundbar, ihre größte Stärke aber ist der Verfall.
                            Sie haben das Leben verloren aber ihre Menschlichkeit blüht in verfaulten Fratzen des Todes.
                            Knochen spießen sich durch Fleisch, offene Wunden an denen sich Maden sammeln, in den grauen Falten versteckt sich kein Lachen mehr.

                            Der Einstieg könnte passender nicht sein denn er zeigt eine wahre Epidemie.
                            Eine unaufhaltsame Seuche welche pure Krankheit über die Welt ergießt.
                            Plötzlich wird die innige Umarmung zum blutigen Biss, der Ehemann reißt der liebsten das Fleisch von den Knochen.
                            Kopfschüsse strecken die Angreifer nieder aber die Angst fesselt den Körper.
                            Es ist unnatürlich, der Verstand kann es nicht erfassen.
                            Ein Alptraum zeichnet die Apokalypse und die Lebenden ersticken an der Angst.
                            Bald schon findet man ein Massengrab, der Anblick lässt viele in den Wahnsinn abrutschen.
                            Der Tod schickt seine größte Armee, gebaut und gestärkt durch den Menschen.
                            Einen Ausweg wird es nicht geben.

                            "Dawn of the Dead" isoliert den Mensch auf möglichst kleinen Raum.
                            Zwischen Todesangst und Verzweiflung beginnt ein Machtkampf.
                            Unter den Überlebenden brodelt es, die Verstorbenen kratzen an den Wänden und das Einkaufszentrum wird zur Schlachtplatte.
                            Die Toten gieren dürstig nach Fleisch, die Lebenden zur Treibjagd degradiert, wird es jeh wieder ein sicheres Zuhause geben?
                            Ein Ansturm auf die Blutbesudelte Kasse, die Gesellschaft bunkert ihr Essen.
                            Sind die Toten gar ein Spiegelbild unserer krankhaft im Überfluss siechenden Gesellschaft?
                            Wieviel Fleisch musste faulen oder landet im Container,spielfreudig blutig nackt zur Schau gestellt.
                            Ist es nur die Gerechtigkeit, ein wachrütteln oder gar Erlösung?

                            Was auch immer man hier hineininterpretiert "Dawn of the Dead" versteht es bestens die Rasse Mensch umzukehren.
                            Denn Gnade oder Hoffnung sucht man hier vergebens, die tote Brut ist unaufhaltsam.
                            Hier schließt sich der Kreis vom Heldentum denn dem Tod kann niemand entrinnen.

                            Ein unsterblicher Film der aus geringen Mitteln den puren Terror erzeugt.

                            „Ich bin ein Zombie“

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                              https://www.youtube.com/watch?v=4jH8mrPWucI

                              Die Urangst aus dem tiefen schwarzen Meer verschlingt ein junges nacktes Mädchen und die Überreste vom Leben verenden als Krabbenfutter am Strand.
                              Es ist die alte Geschichte die man sich erzählt und wo jeder einen anderen Schrecken dazu dichtet.
                              Denn das Meer bot schon damals Seemannsgarn, die Ungeheuer aus den Tiefen, etwas was sich weit draußen auf der See abspielte.
                              Spielberg vermischt diese Angst, lässt die Schauergeschichten sicher geglaubte Orte heimsuchen und bringt die Gefahr direkt zu den Menschen.
                              Er macht aus dem natürlichen etwas dunkles, ein Tier wird wie der Mensch zum undurchsichtigen grauenvollen Mörder der seine Opfer bestialisch abschlachtet.
                              Das Motiv scheint Blutdurst, die Umgebung bietet keinen Schatten sondern das sanfte Rauschen der Wellen, die Sonne strahlt wenn Luftmatratzen blutgetränkt an den Strand gespült werden.
                              Durch die Augen des Mörders sehen wir das nächste Opfer welches vergnügt eine Abkühlung nimmt, bis zu den Beinen werden wir tauchen und dann schäumt sich das Meer blutrot auf, wildes zappeln, Schreie die ins Mark dringen, Fleisch und Knochen werden zerdrückt.
                              Es ist ein Todeskampf ohne genau zu wissen was passiert während sich das Blut in der Kehle staut und man jämmerlich ertrinkt.

                              Spielberg verkehrt einfach die Rollen, tauscht Mythos gegen reale Dinge und verpasst seiner Geschichte ein Monster.
                              Etwas was die Menschen noch nicht genau kannten, etwas aus dem Meer unter ihren Füßen.
                              Aus den Weiten einer unbekannten Welt, klingt fast nach "Alien"
                              Ich stelle mir gerade vor wie die Kinobesucher unter dem Druck der Musik einfach innerlich zerbrechen und sich vorstellen wie sie unter Wasser regelrecht zerfleischt werden.
                              Ein Monster wurde geboren, kein fiktives sondern etwas da draußen, vor unseren Häusern, den Kindern und der "heilen Welt" Nachbarschaft.
                              Plötzlich wurde die Angst verschoben obwohl sie immer noch da war, in den Trümmern der Kriege, in den verlorenen Augen hungernder Kinder, in den reißerischen Schlagzeilen Blutmord.
                              Das Unbekannte schürte die Angst, die schwarzen Augen waren Vorboten zur Hölle, das Gebiss eine Tötungsmaschinerie zur Vernichtung.
                              Spielberg instrumentalisiert den Hai, bewegt die feinen Fäden vom Horror und erschafft etwas grausames welches empor steigt um zu töten.
                              "Der weiße Hai" stellvertretend als Slasher Figur neben Jason, Myers und Konsorten?
                              Verklärt zum ultimativen Ohrwurm der immer dann erklingt wenn das Meer sich verdunkelt.
                              Wenn die Boje dein fiktiver heiliger Hafen wird, in der Hoffnung nicht in die Tiefe gezogen zu werden.
                              Überproportioniert, aus den Angeln der Realität gehoben, der Alptraum im Wasser einer perfekten Gesellschaft.

                              Wie auch immer der Film ist Geschichte und fügt sich perfekt in die Geschichte der Menschheit ein.

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                                https://www.youtube.com/watch?v=IR1M7cs6INc

                                Die Persönlichkeit im Fleischwolf der Nutzlosen Masse.

                                Fragmente einer verlorenen Zeit, fest verankert in deinem Kopf.
                                In dieser Welt bist du vielleicht ein Rebell, ein Außenseiter oder sogar der ewige Verlierer.
                                Irgendwie scheint dir die Rasse Mensch sonderbar,du verstehst nicht ihre Grenzen und Regeln.
                                Kannst dich nur schwer anpassen, widerwillig fügst du dich in den Gleichschritt ein.
                                Täglich lebst du am Limit deiner Kräfte aber du bist glücklich.
                                Du fühlst es in dir,Langeweile kennst du nicht.
                                Jeder Moment ist kostbar selbst wenn er Narben in dein Fleisch brannte.
                                Viele glauben du bist ein Arschloch, aber sie waren nie dabei wenn du tröstende Worte sprachst.
                                Sie waren nicht dabei als du den ersten Schritt getan hast.
                                Sie wissen einen Dreck und reden nur im Schatten.
                                Spürst du deine Krankheit die man dir zuspricht.

                                Spürst du dieses langsame zermürben einer Gesellschaft?
                                Spürst du ihre faule selbstgerechte Arroganz?
                                Gleichzeitig der Versuch die Sünde zu begraben bzw. immer darauf bedacht nicht selbst das Opfer zu werden.
                                Aber die wahre Krankheit zeigt sich erst viel später.

                                Wenn du in den Spiegel schaust und in dir dein Herz versagt.
                                Die Tränen brechen aus,deine Vergangenheit holt dich ein.

                                Wolltest du wirklich leben ohne den Gewinn am Leben?
                                Hast du wirklich nur gestrebt nach Ruhm und Erfüllung?
                                Hast du wirklich dein Selbst verkauft, nur um besser dazustehen?
                                Was für eine leere Hülle wird dem Tod ins Auge sehen?

                                Sind wir nicht selbst der größte Fehler der auf diesem Planeten rumläuft?
                                Wie oft schweift unser Blick in die Ferne und herab auf den anderen.
                                Krankheitsbild Mensch in allen Facetten der düsteren Kunst.

                                Aber willst du wirklich sterben ohne den Hauch von Würde?
                                Willst du wirklich nur das deine?
                                Willst du wirklich abhängig sein vom stupiden System?

                                Wie definierst du dein eigenes Krankheitsbild?

                                "Mary und Max" der knuffige Alptraum zwischen Depression und Asperger Syndrom.
                                Alkohol und Medikamentenmissbrauch sind ebenso Thema wie Religion,Umwelt und Liebe.
                                Spürbar zum Tod mit erschreckender Verwüstung und unglaublich herzerwärmenden Szenen.
                                Hier rollt man die Frage auf was wirklich krankhaft ist.
                                Verpackt in bittere Moral die dich sanft auf die Arschbacke küsst.

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                                  https://www.youtube.com/watch?v=8RfI6F55eKI

                                  Die Stille wird hier nur als Rahmen genutzt denn in Wirklichkeit ist der Film ein fieser Tinnitus der gerne mal das Trommelfell zerfetzt.
                                  Durch den Umstand absolut leise zu sein ergibt sich der perfekte Jump-Scare wo das Popcorn dem Sitznachbar glatt die Speiseröhre penetriert.
                                  Will er doch endlich mal wieder nach Luft schnappen zieht "A Quiet Place" die Spannungsschraube so fest dass die Bewusstlosigkeit zum greifen nah ist.
                                  Verankert in der Dunkelheit, der Saal stiller als eine Beerdigung und plötzlich knallen dir 150 Dezibel in die Fresse.
                                  In Gedanken tätigst du eine Sammelbestellung Ohropax auf Amazon während dein Gesicht aussieht wie ein Trauma welches nicht mehr heilbar ist.

                                  "A Quiet Place" macht schon am Anfang klar, jeder Fehler(egal wie gut gemeint) endet tödlich.
                                  Zwischen dieser spielerischen Leichtigkeit, dem Verstecken wie als Kind, der Zeichensprache und dem Flüstern, verbirgt sich die Grausamkeit welche dich packt und in die Dunkelheit zerrt.

                                  Im Kino ein absoluter Schocker, wo man gar nicht zum nachdenken kommt.
                                  Die Bilder, der Score, die Momente, die Soundkulisse knabbern unnachgiebig an den Fingernägeln.
                                  Die Essenz vom Horror verpackt zu einem Martyrium aller Ohren.

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                                    Deathpool 21.05.2018, 14:37 Geändert 22.05.2018, 13:43

                                    https://www.youtube.com/watch?v=FvZZw3FjlsQ

                                    Erhabende Bildgewalt in den eisigen Kluften wo Blut gefriert und das Kupferbeil Holz wie auch Fleisch durchschlägt.
                                    Intensiv eingefangen, Jürgen Vogel als Ötzi auf der Blutspur jener Mörder die ihm alles genommen haben.
                                    Sein Heim brannte nieder und der quälende Rachedurst lässt sich nur mit tödlicher Vergeltung stillen.
                                    Fernab dieser fiktiven Thematik, die letzlich nichts weiter ist als eine geradlinige Hetzjagd ohne große Höhepunkte , beeindrucken die Aufnahmen der Berge, Wälder und Wiesen.
                                    In langen Kamerafahrten wird das Leben der primitiven Kultur angerissen, leicht dokumentiert, greifbar gemacht wie hart der Alltag unter diesen Umständen wohl sein musste.
                                    Holz schlagen, Fallen auslegen, Tiere füttern, melken, den Nachwuchs vor Gefahren schützen, Mahlzeiten zubereiten alles unter den kalten Wetterbedingungen einer wunderschönen Welt.
                                    Darunter verbirgt sich eine beruhigende Idylle wenn die Blätter im Wind rauschen, die Flüsse seicht an den Ufern spielen, die Tierwelt dem Leben frönt.
                                    Im Hintergrund zucken die Blitze, weit entfernt schallt der Donner durch die Bergwelt und der kurze Moment im Zeichen des Friedens wird jäh zerstört durch einen kraftvollen Streich der Gewalt.
                                    Kinder verbrennen in den Hütten, Mütter werden erschlagen, die letzten Kämpfer von Pfeilen durchbohrt und niedergeschlagen.
                                    Einige Längen stolpern durch die Story, bis sie sich gegen Ende nochmal aufbäumt und den Akt der Rache gnadenlos auf die Feinde niederschmettern lässt.
                                    Zugunsten von Action geht etwas die Dramatik verloren und der Überlebenskampf zerrt nur selten an den Nerven.
                                    Dennoch absolut empfehlenswert, die Bilder sind wuchtig, die Kämpfe brachial, und der Kniff mit der Sprache wunderbar atmosphärisch.

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                                      Deathpool 19.05.2018, 23:53 Geändert 20.05.2018, 00:10
                                      über Cargo

                                      Die Nationen sind niedergebrannt, die Menschheit stand am Scheideweg der zur Auslöschung führte und ein ganzes kapitalistisches Fleischwerk brach sich die abgefaulten Knochen bis es kümmerlich verendet ins Jenseits stach.
                                      "Cargo" setzt da ein wo schon all das Blut vergossen und die Leichen wie die düstere Vergangenheit einer unsicheren Zukunft wirken.
                                      Ein fürchterliches Szenario in einer verwüsteten Welt sein Kind aufwachsen zu sehen.
                                      Der ständige Überlebenskampf, die Hungersnot, Angst vor Infektionen bzw. den Infizierten und die Ungewissheit auf ein sicheres Zuhause.
                                      Diese Art von Apokalypse hat auch immer den Beigeschmack der Reinigung.
                                      "Cargo" sucht nämlich ganz bewusst die Nähe zur Erde, zur einheitlichen Natur ohne Klassen, Rassengedanken oder gar Hass geschürt durch Überfluss.
                                      Die Ebene zu einem Neuanfang führt direkt in das Talent einfach loszulassen.
                                      Wenn die Technik auf Stein gemalt die Phantasie anregt braucht es keine Medien mehr die sich tagelang an den Tragödien anderer bereichern.

                                      Obwohl "Cargo" ein gemächliches Tempo anschlägt pulsiert der Druck nach vorne wenn die Uhr jede Stunde Leben kostet.
                                      Es dreht sich alles nur um die kleine süße Rosie, denn eigentlich ist es ihr Blickwinkel auf eine zerstörte Welt.
                                      Das Leben selbst nimmt die Zügel in die Hand wenn andere aufgeben und den Tod suchen.
                                      Getragen durch den emotionalen Score darf man am Ende ruhig mit ein paar Tränen in den Abspann gleiten.

                                      Mit dem Irdischen verbunden, für den Nachwuchs sorgen, alles verlieren und dennoch friedlich sterben.

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                                        Deathpool 13.05.2018, 11:58 Geändert 14.05.2018, 15:46

                                        https://www.youtube.com/watch?v=8BuwxsC9G1o

                                        "Scream" hat den Slasher wiederbelebt, das Stahlmesser durch Fleisch getrieben, die Zitate und Regeln perfekt unter der Maske versteckt und auf die Zuschauer losgelassen.
                                        Das Subgenre wird belächelt, stand oft in der Kritik wegen der Gewalt und irgendwann röchelte es nur noch das Lied der Kapitalleichen.
                                        Es brachte aber drei Ikonen hervor die sich durch unzählige Filme geschlachtet haben.
                                        Der Teufel mit den schwarzen Augen welcher im Zeichen der Erntezeit seine Opfer kaltblütig heimsucht.
                                        Die Killermaschine bewaffnet mit Machete verdeckt unter einer Hockeymaske, als Kind tödlich verunglückt, durch Blut der Mutter auferstanden aus dem Reich der Toten.
                                        Ein wahres Höllenfeuer verschlingt blutjunge halbnackte Mädchen, die Rache an ganzen Generationen.
                                        Verbrannte Leichen, ein Mörder wird gejagt, getötet und kehrt wieder als bizzarer Alptraum in den Träumen der Kinder.
                                        Niemand wird jemals wieder das entstellte Gesicht vergessen und den obligatorischen Klingenhandschuh.

                                        Es gab unzählige Slasher aber die meisten dürften wohl Michael Myers, Jason und Freddy kennen. Diese Figuren schafften es auch außerhalb einer Fangemeinde wahrgenommen zu werden.
                                        Dennoch versank das Genre in einer Blutlache, ruhte sich auf alten Ideen aus, die kommerziellen Titel verloren ihre Wirkung.
                                        Es wurde ruhig um das Genre und dann kam "Scream".....

                                        "Scream 4" funktioniert deshalb so gut weil er eben an den ersten Teil nicht direkt anknüpft sondern gezielt als Steilvorlage nutzt.
                                        Schon der Anfang ist eine nette kleine Geste zum Slasher Film, parodiert den Twist allgemein und erschafft einen eigenen kleinen Kosmos der Gewalt.
                                        Die Scream Reihe erschuf schon damals die fiktiven Stab Filme (in Teil 2), ein kluger Schachzug sowie die Verschmelzung beider Reihen .
                                        Das eben "Scream 4" genau diese Meta Ebene nutzt um sich selbst zu verarschen, ist köstlich. Nicht umsonst gibt es im Film immer wieder diesen kleinen Kniff und irgendwann fragt sich selbst der Charakter Dewey was denn diese Meta Ebene eigentlich ist.
                                        Mit den fiktiven Stab Filmen innerhalb der Reihe steht aber auch die Kritik an Sensationslust, Mediengeilheit und dem voyeuristischen Betrachten.
                                        Im vierten Teil auf die Spitze getrieben da mittlerweile 7 Stab Filme existieren und ein ganzer Filmabend bzw. Marathon im eigentlichen Film gestartet wird.
                                        Reale Morde aus dem "Scream" Universum verwurstet zu billigen Slashern während die Meute jede Szene, jedes nackte Körperteil, jeden Mord abfeiert.
                                        Ja liebe Slasher Fans wir sind damit gemeint, nicht umsonst gibt es zahlreiche Theorien die das Messer als sexuellen Anreiz sehen. In den Körper eindringen, Macht erfahren, etwas unglaubliches spüren im Todeskampf eines anderen.
                                        "Scream" macht sich dessen bewusst, wenn die Medien rotieren, wenn die Gaffer erscheinen, wenn wir als Zuschauer dem Mord frönen.
                                        Ein Merkmal innerhalb des Slasher Films war ja auch die Sicht durch die Augen des Mörders.

                                        "Scream 4 " eine kleine blutige Reise durch das Genre, bis zum Final Girl wo man den Spieß einfach mal umdreht um letzlich doch noch in heimische Gefilde abzudriften.
                                        Geschwängert mit Zitaten, Anspielungen und reichlich Gekröse ist "Scream 4" ein wahrer Slasher innerhalb seines eigenen Zyklus.

                                        "Scheiß Bruce Willis"

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                                          Deathpool 30.04.2018, 11:17 Geändert 01.05.2018, 10:52

                                          https://www.youtube.com/watch?v=6-fT1bOexdY

                                          Damit ist es endgültig amtlich, mit dem Ende der dritten Staffel gibt es keinen allgemeingültigen Abschluss.
                                          Wie zu erwarten war ist das Ende der Staffel ein Ausblick auf neues episches Material welches vorerst ungenutzt bleiben wird.
                                          Die News vergangener Tage haben es angedeutet und dennoch hoffte man auf einen würdigen Abschluss der die ganze Serie beenden würde.
                                          Es ist irgendwo schon ein deftiger Cliffhanger weil eben der Ansatz da ist und die Story nicht abgeschlossen wurde.
                                          Umso trauriger die Tatsache der geringen Einschaltquoten und dem damit besiegelten Ende einer spaßigen Serie für Fans.

                                          Ash hat sich durch drei Staffeln gemetzelt, mit Fäkalien in der Pathologie eingeschmiert und traf auf Dämonen die kurzerhand Sperma durch die Gegend schossen(Sperm-Man)
                                          Über Raimi Verweise bis zum dunklen Necronomicon aus dessen Quelle man abartige Kreaturen auferstehen ließ.
                                          Splatter Elemente trafen auf Slasher Spitzen garniert mit kleinen Horrorelementen die immer wieder die "Evil Dead" Reihe zitierten.
                                          Gepriesen sei der Humor der Macher mit schwarzen Weihwasser denn diese übertragen ihn perfekt auf die Figur Ashley Joanna Williams.
                                          In der letzten Folge emotionaler als sonst und leider auch gesplittet ins Nirgendwo.
                                          Es ist wie im alternativen Ende von "Armee der Finsternis", wir werden wohl nie erfahren wie es weitergeht.
                                          Das Dämonenblut vertrocknet an der Kettensäge, die Schrotladungen verstummen im Lauf und die liebgewonnenen Charaktere versinken in der Zwischenwelt.

                                          Mach es gut geliebte Serie, Goodbye Ash, Pablo, Kelly und Brandy(Candy).

                                          "Hail to the King"

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                                            https://www.youtube.com/watch?v=_SpbEmeIFj0

                                            "The Grey" komprimiert den Mensch und den Wolf auf einen gemeinsamen Nenner, denn in der puren arktischen Kälte ist kein Platz für Lagerfeuer und Marshmallow Romantik.
                                            Wenn die Leichen schockgefroren verteilt in der Landschaft faulen beißt sich der Wolf durch die Lebenden, ihr wärmendes pulsierendes Fleisch will er jagen, die Eindringlinge vernichten.
                                            Es sind riesige Geschöpfe, vereint als Rudel, ein ganzer Clan der die Banner über eisige Klippen trägt.
                                            Im Bann der Führung, bissig, tödlich, abgewetzt, von Narben übersät, der alte Krieger Alphawolf.
                                            Er schickt die Vorhut um das Fremde auszukundschaften, gegebenenfalls zu dezimieren, ihre letzte Reserven aufzubrauchen.
                                            Das letzte Gefecht, ein strammes Gebet gen Himmel ohne ein Zeichen von Wunder, Hoffnung oder gar Erlösung.
                                            Sie überleben und sterben in der bedrückend freien Wildbahn, auf dieser frostigen Erde wo nur der Tod Wärme geben kann.
                                            Zwischen Glauben, in der dunkelsten Stunde nach Gott gerufen, verhallt in stürmischen Winden, getragen durch erhabene Baumkronen.
                                            Der Mensch kann bis zum Himmel sehen aber ihn nicht begreifen, für ihn zählt die Realität.
                                            Seine Atmung, Körperwärme, Durst und Hunger, der Wille zum Überleben.
                                            Hier gibt es keine Romantisierung vom Wolf.
                                            Er ist wie der Mensch auf das Töten spezialisiert in einer feindlichen Umgebung, er musste sich anpassen oder aussterben.
                                            Kein heimischer Wolf für laue Sommernächte in "The Grey" ist er ein Produkt der Umstände.
                                            Verwildert, ungebändigt, frei und stolz drückt sich sein Kiefer in menschliches Fleisch.
                                            Im Prinzip nur die Reaktion auf etwas unbekanntes, der Mensch gehört nicht dort hin.
                                            Seine Zivilisation besteht aus Schutz in Häusern, Komfort, materiellen Gütern und riesigen Fabriken die Tiere im Akkord abschlachten.
                                            Wie also überlebt man in der Wildnis wenn man völlig nackt ist?

                                            "The Grey" philosophiert im Schein der Lagerfeuer, peitscht im Schneesturm, tötet unbarmherzig.
                                            Es lohnt sich wohl hier über den Abspann hinaus zu sehen, ein paar Sekunden Erklärung.
                                            Es steckt weit mehr dahinter als nur die Bösartigkeit Wolf und Mensch, Survival Feeling und düstere Weltsicht.
                                            Es ist ein letzter guter Kampf wenn das Leben am stärksten fordert.

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                                              Deathpool 14.04.2018, 01:35 Geändert 16.04.2018, 00:27

                                              https://www.youtube.com/watch?v=Fjft3iFc7bs

                                              Mir war ganz warm obwohl überall nur die Kälte durch sterile Räumlichkeiten wabberte.
                                              Ich tat meinen Job wie jeden Tag, brachte leblose Hüllen dahin wo niemand gehen möchte.
                                              In die Pathologie wo der Geruch irgendwann einfach aufhört zu existieren, an den Wänden der Schimmel schmiert.
                                              In dieser einen Nacht, sollte mir die Routine mal wieder durch die Knochen fahren.
                                              Ich öffnete unbedacht eine Tür zur Kühlzelle und da lagst du.
                                              In deinen Schlafsack gehüllt, bunt verziert mit Blumen, dein Gesicht leicht nach links geneigt, es sah aus als würdest du friedlich schlafen.
                                              Deine Lippen schon ganz kalt, leichter Frost legte sich nieder und ich dachte wohin bist du gegangen?
                                              Die kleinen Beine welche niemals laufen konnten, die kleinen Füße die wahrscheinlich niemals Erde spürten.
                                              Du hast vor deinem Tod geweint, die Fäuste geballt, in deinem Gesicht herrschte eine gespenstische Zufriedenheit.
                                              Wohin ging dein kleines Herz?
                                              Ich brach in Tränen aus als ich an deine Eltern dachte, mir wurde ganz schlecht.
                                              Für einen kurzen Moment hasste ich meinen Job, schloss die Tür und versuchte dich zu vergessen.
                                              Nicht daran zu denken du könntest mein Kind sein, nicht daran zu denken du wärst allein.

                                              Trennungsschmerz verhüllt unter dem Leichentuch, in der klirrenden Kälte gefangen und gebunden an alten Gewohnheiten, Regeln, Gefühlen und tiefen Wunden.
                                              Wie ein Schnitt ins Gesicht der als leidenschaftlicher Kuss begann und mit jedem Tag nur noch mehr schmerzte.
                                              Es ist ein Abschied aus der alten Welt, wenn die Häuser längst vergessen,ihre Seelen darin gefangen oder gar verloren.
                                              Weil man ab einem bestimmten Punkt jegliche Kontrolle verliert und wie ein Geist nur noch dabei zusehen kann wie das eigene Leben gerade auseinanderbricht.
                                              Die Obsession getragen zur Liebe verwandelt sich in pure Trauer ohne ein Zeichen von Regung oder gar Emotion.
                                              Es sind dunkle schwarz verschleierte Augen in deren sich alle Tränen gen Himmelreich ergießen.
                                              Weit entfernt vom Leben, ohne Aufgabe, Zeit, Wärme, Kontrolle und Zuneigung.

                                              Der eigentliche Tod in "A Ghost Story" ist die erloschene Zweisamkeit die am Ende kleiner ist als das Leben selbst.
                                              Langwierig, an den Nerven zehrend, qualvoll in den Bildern die wie Stunden kratzen, ohne eigentliches Ziel, völlig entrückt von billigen Jump Scares.
                                              Schwebend in der dämonischen Energie wenn spektrale Urkräfte ihre Angst in die irdische Welt fließen lassen.
                                              Ein sterbendes Wesen gefangen in der Welt der Lebenden.
                                              Da steckt eine emotionale Ebene drin die absolut fesselt wenn man sich drauf einlässt. Die vielleicht alte Wunden öffnet, in ihnen bohrt und manch verflossenes wieder ausgräbt.
                                              Ein befreiendes Ende nach all dem Leid, irgendwie musste ich auch jedesmal an "Dark Souls" denken

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                                                Der schwarze Engel, der dunkle Dämonenfürst jagt Generation Standard Teen und macht aus ihnen leckeres Schaschlik am Spieß.
                                                Die mysteriöse Figur einer bösartigen Urkraft die über Jahrhunderte Opfer verspeist geht jetzt komplett in die Neuzeit.
                                                Verliert ihr Kleid der Bösartigkeit und erinnert schwachbrünstig an alte Slasher Legenden.
                                                Mit billigen Effekten wo der Creeper aussieht wie eine riesige Motte die grad versucht den Mond zu vögeln.
                                                Mit den obligatorischen Zeitlupen die jede kleinste Nichtigkeit nochmal nerviger erscheinen lassen.
                                                Die Geschichte selbst ist quasi ein Haufen Recycling Müll der somit auch im dritten Anlauf keinen Fortschritt verzeichnet.

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                                                  https://www.youtube.com/watch?v=xRzzwbUENJ8

                                                  Man bildet sie aus,deformiert ihr Weltbild und lässt sie dann alleine auf verbrannter Erde ausbluten.
                                                  Die heroische Tat verzerrt in den Windungen eines erbarmungslosen Krieges.
                                                  Fleischbrand auf verwesten Körpern die im Trommelfeuer Gehorsamkeit zerbrachen und in der Brüderlichkeit vom Kamerad Trost suchten.
                                                  Die ihr menschliches Wesen verloren als sie Frauen und Kinder erblickten die flehend um ihr Leben und Vergebung baten.
                                                  Die mit ansehen mussten wie Bomben die Kinderschreie zum verstummen zwangen, Trümmerhaufen zieren ganze Städte, ein riesiger Leichenberg vergraben unter Dreck, Asche und Blut.
                                                  Die Ausblidung lehrt dir das Töten wenn der Feind am Horizont seine Waffen sammelt. Der wahre Krieg aber tötet nicht den Feind sondern hinterlässt nur leere Hüllen die sich nie wieder vom Schatten lösen.

                                                  Kubrick macht daraus ganz bewusst eine Tortur durch die Militärstruktur, in all ihren Facetten, um aus Soldaten kriegerische Marionetten zu formen.
                                                  Die Nachwirkungen sind erschütternd, zahlreiche Opfer leiden körperlich über Jahre, ganze Generationen wurden vergiftet.
                                                  In seinen Anfängen als hässliches Spiegelbild getragen wo die Klassengesellschaft den Zusammenhalt mit Gewalt einfordert.
                                                  Denn hinter den zynischen Aussagen die einen zum Schmunzeln anregen wartet der grausame Amoklauf.
                                                  In diesem perfiden System aus Waffenkultur und Heldentum wird der Schwache einfach verschluckt.
                                                  Geistliche Erschöpfung bis zur Depression die niemals Heilung erfährt in einer Welt aus Blut und Scheiße.
                                                  Der Abzug ist gedrückt und die Stahlkugel bohrt sich in das Herz der Dunkelheit, der einzige Ausweg aus dieser Hölle ist der Tod.

                                                  Bis die Rauchschwaden zum Himmel empor steigen und das Sterben wieder von vorne beginnt.
                                                  Da zeigt sich erneut der brillante zeitlose Geist Kubricks.

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                                                    Deathpool 19.01.2018, 22:03 Geändert 19.01.2018, 23:56
                                                    über Dunkirk

                                                    https://www.youtube.com/watch?v=MuAGGZNfUkU

                                                    Es gleicht einer inneren Leere wenn an den Stränden langsam die Stahlhelme im Sand versinken.
                                                    Es gleicht einer Vorhölle wenn das Meer eine ganze Armee gefangen hält und die Soldaten unter dem pfeifenden Druck der Bomben angsterfüllt zusammenbrechen.
                                                    Da wo der glorreiche Sieg sein Ende fand und die Heimreise wehmütig in den Tränen der Toten versiegt.
                                                    Der Unterschied zwischen den Nationen wo die Gesichter so schnell erloschen wie sie geboren.
                                                    Im Kriegstrauma unter der Last Aufrüstung, riesige Stahlkolosse pflügen durch die Reihen als wäre die Menschheit am Ende der Zeit angelangt.
                                                    Da sitzt er nun zusammgekauert wie ein Stück Elend im Land der Verwüstung.
                                                    Er musste mit ansehen wie seine Kameraden jämmerlich unter dem Stahl ertranken, wie ihre Todesschreie durch die Nacht hinfort um das nächste Leben baten.

                                                    "Dunkirk" in der Kraft des Friedens sammelt sich Feuerwut, die Schüsse zerfetzen das Trommelfell.
                                                    Unter dem Schock, tief in der Wunde wühlend, zieht Nolan die Konsequenz.
                                                    In seinen Bildern von Heldentum, zwischen den erhabenen Aufnahmen lässt er es brennen.
                                                    Immer wieder taucht er in den Krieg ein, sieht sein flammendes Herz der Zermürbung und lässt doch Platz für Hoffnung.
                                                    Für Zusammenhalt, für ein Interesse an dem anderen der da im Dreck gekämpft hat.
                                                    Man mag ihm damit die Naivität des Abenteuers vorwerfen, vielleicht sogar schon eine Romantisierung des brennenden Abendlandes.
                                                    Wie auch immer man dazu steht Nolan packt dieses dunkle Kapitel der Menschheit in sein eigenes Kleid der Unschuld.
                                                    Denn "Dunkirk" ist nicht nur spärlich in seiner Wortwahl sondern eben­so im Feindbild.

                                                    Erst wirkte alles sicher und plötzlich donnerten die Schüsse durch Stein, Holz und Körper.

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