Größtes Harry Potter-Problem: J.K. Rowling stellt uns Fans auf die härteste Probe

© Warner Bros.
Harry Potter
04.02.2021 - 16:18 UhrVor 1 Jahr aktualisiert
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Harry Potter-Schöpferin J.K. Rowling hat vermehrt transfeindliche Aussagen getroffen und mit den Gerüchten zu einer Harry Potter-Serie flammt die große Frage wieder auf: Sollen wir Kunst von der Schöpferin trennen?

Ich bin mit Harry Potter, Hermine und Ron groß geworden. Von 12 bis 22 saß ich bei jeder neuen Verfilmung im Kinosaal und hab mitgefiebert. Allerdings habe ich ein großes Problem mit den vermehrten transfeindlichen Aussagen von J.K. Rowling.

Das große Harry Potter-Problem entflammt im Angesicht der (inoffiziell geplanten) Harry Potter-Serie erneut: Wie können wir uns darauf freuen, ohne J.K. Rowling in die Karten zu spielen?

J.K. Rowlings gefährliche Ansichten erklärt: Wo liegt eigentlich das Problem?

Kurz zusammengefasst lässt sich sagen: Harry Potter-Schöpferin J.K. Rowling verbreitet schon seit längerem gefährliche Aussagen zu Transfrauen. Sie tut dies unter dem Deckmantel des Feminismus und versteckt sich hinter der Agenda, Cis-Frauen beschützen zu wollen.Mit Cis-Frauen sind Menschen, die mit weiblichen Geschlechtsmerkmalen geboren werden und sich auch als Frauen identifizieren, gemeint.

J.K. Rowling tweetet unermüdlich transfeindliche Ansichten

Sowohl einzelne Tweets als auch ihre Beharrlichkeit bei diesem Thema sind erstaunlich. Zwei Beispiele aus dem Juni 2020: Sie warf in einem seltsam verschwurbelten Tweet Identität, das biologische Geschlecht und die sexuelle Orientierung in einen Topf. Zudem schiebt sich J.K. Rowling selbst in die Opferrolle der Missverstandenen.

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Wenn das Geschlecht nicht real ist, dann ist gleichgeschlechtliche Anziehung auch nicht real. Wenn das Geschlecht nicht real ist, dann wird die gelebte Realität von Frauen weltweit ausgelöscht. Ich kenne und liebe Transmenschen, aber das Konzept, das Geschlecht auszulöschen, lässt so viele von uns nicht länger sinnvoll über unser Leben diskutieren. Es ist kein Hass, die Wahrheit auszusprechen.

Gelebte Identität, biologisches Geschlecht und Sexualität sind allerdings drei verschiedene Dinge und die Unterschiede können drastisch sein. Niemanden, und schon gar nicht J.K. Rowling, gehen die Geschlechtsmerkmale und sexuelle Orientierung anderer Leute an. Sie sollte sich einzig und allein daran orientieren, mit welchen Pronomen die Person angesprochen werden möchte.

Und sie verletzt bewusst

Zum anderen machte sie sich beispielsweise über die Formulierung "Menschen, die menstruieren" lustig. Anstatt einfach nichts zu tun und sich einzugestehen, dass auch manche Trans-Männer menstruieren, benutzt sie sie für ihre 14,2 Millionen (!) Fans und Interessierten auf Twitter als Pointe.

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Menschen, die menstruieren", ich bin mir sicher, es gibt ein Wort für diese Leute. Helft mir mal kurz: Fraumben? Fraupund? Froomud?

Dass Transpersonen im Allgemeinen den schlimmsten Anfeindungen und Gewalt ausgesetzt sind, geht zwar nicht an ihr vorüber - sie geht darauf ein, wie beispielsweise bei Deadline  in Auszügen aus ihrem Blogeintrag dazu nachzulesen ist.

Das macht die Sache allerdings noch schlimmer, da sie ihre Feindlichkeit stets mit falscher Solidarität decken möchte. Sie weiß, wie gefährlich Transmenschen oftmals ausschließlich aufgrund ihres Daseins leben und macht sich dennoch über Teile ihres Lebens lustig.

In ihrem oben genannten Blogeintrag wird zudem ein weiterer Denkfehler von ihr klar: Manche Trans-Frauen seien keine Frauen und würden deshalb automatisch in ihrem alleinigen Dasein die Schutzräume (wie öffentliche Toiletten) von Frauen invasieren.

Das Suggerieren, dass eine Transmensch per se eine Gefahr darstellen kann, ist nicht nur problematisch, sondern für Transpersonen im Alltag gefährlich. (Mehr zu Transfeindlichkeit speziell in Deutschland findet ihr zum Beispiel bei Queer.de .)

Nicht zuletzt ist J.K. Rowling vor allem auf Twitter, für alle ersichtlich, mit transfeindlichen Gruppierungen verbandelt.

Auch in unserem Podcast diskutieren wir über das Problem J.K. Rowling

In unserem Podcast Streamgestöber thematisieren wir ab Minute 46:19 ebenfalls, wie wir mit der Causa J.K. Rowling umgehen:

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Die Harry Potter-Schöpferin bekommt schon lange ordentlichen Gegenwind

Mehrfach wurde sie über einen längeren Zeitraum hinweg von Tausenden (ehemaligen) Fans und von großen Organisationen, die sich für Menschenrechte und speziell queere Rechte einsetzen, auf die Problematik ihrer Aussagen hingewiesen. Das begann bereits 2019:

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Transfrauen sind Frauen.
Transmänner sind Männer.
Non-binary-Personen sind non-binary.
CC: JK Rowling

Und setzte sich aufgrund der Beharrlichkeit von J.K. Rowling bei diesem Thema 2020 fort:

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J.K. Rowling hört nicht auf, eine Ideologie zu vertreten, die absichtlich Fakten über Gender-Identität und Transmenschen verzerrt. Im Jahr 2020 gibt es keine Entschuldigung mehr dafür, auf Transmenschen zu zielen.

Ihre Äußerungen stehen im krassen Gegensatz dazu, dass Harry Potter eine ganze Generation an Buchlesenden und Filmschauenden zu mehr Herzenswärme und Empathie erzogen hat. Viele von uns lieben das Franchise, die Figuren und diverse und gutmütige Fan-Community.

Wie können wir also diese Gegensätze in Einklang bringen? Das müssen wir nicht. Aber wir sollten darüber reden und uns gegenseitig sensibilisieren.

Die große Frage: Können wir Harry Potter von J.K. Rowling trennen?

Auf diese Frage gibt es keine allgemeingültige Antwort, aber sie stößt eine wichtige Diskussion an. Manche boykottieren Harry Potter aus ebengenannten Gründen komplett. Wieder andere werden nicht die Kapazitäten haben, sich nach einem 12-Stunden-Arbeitstag neben all ihren alltäglichen Problemen vor dem Filmabend auch noch mit der Transfeindlichkeit der Harry Potter-Schöpferin auseinanderzusetzen.

Harry Potter: Die unbeschwerten Zeiten

Mein Anliegen ist es nicht, dass ihr sofort zum Bücherregal geht und all eure Harry Potter-Bände hinterm Haus verbrennt oder nichts mit der neuen Serie zu tun haben wollt. Ich möchte, dass wir uns gegenseitig mehr zur Verbreitung von Anfeindungen sensibilisieren, um sie dann in unserem Alltag zu erkennen.

Vorfreude auf die Harry Potter-Serie: Es gibt kein richtig und kein falsch

Im obigen Podcast hört ihr verschiedene Ansichten dazu, wie wir das im Falle Harry Potter angehen. Während Esther sich zwar intensiv damit beschäftigt hat, wo diese Ansichten bei J.K. Rowling herkommen könnten, will sie die Harry Potter-Werke davon trennen und weiterhin - wenn auch mit prüfendem Blick - eintauchen.

Hendrik hingegen sieht die Auseinandersetzung mit J.K. Rowling als unseren Preis, den wir bezahlen müssen, um die neue Harry Potter-Serie zu bekommen.

Die New York Times  zitiert die Autorin Renae McBrian der Fanseite MuggleNet:

J.K. Rowling gab uns Harry Potter; sie gab uns diese Welt. Aber wir haben den Fandom erschaffen, und wir haben die Magie und diese Community erschaffen. Das gehört uns.

Letztlich gibt es keine komplett richtige oder falsche Herangehensweise an die Frage, ob wir bei Harry Potter die Künstlerin von der Kunst trennen müssen und wie groß der Einfluss von J.K. Rowling auf unsere Vorfreude auf eine mögliche Harry Potter-Serie sein darf.

Ich sehe es aber als unsere Aufgabe, sich diese Frage zumindest einmal zu stellen und zu hinterfragen, warum wir uns wie entscheiden.

Lasst ihr euch von J.K. Rowling die Harry Potter-Reihe vermiesen?

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