Before Night Falls
Before Night Falls (2000), US Laufzeit 134 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 29.01.2004
6 Bewertungen
Skala 0 bis 10
340 Bewertungen
22 Kommentare
Keine
von Julian Schnabel, mit Johnny Depp und Sean Penn
Kuba Anfang der 1960er: Die Batista-Diktatur ist gestürzt, die Revolution Fidel Castros und “Che” Guevaras in vollem Gange, als Reinaldo Arenas (Javier Bardem), gerade mal 19 Jahre und begeistert von den neuen Ideen und Idolen, nach Havanna kommt. Er schreibt sich an der Universität von Havanna ein und entdeckt in dieser aufregenden Stadt eine pulsierende homosexuelle Subkultur. Gleichzeitig bringt ihm sein offensichtliches Talent erste schriftstellerische Erfolge ein: mit 20 Jahren veröffentlicht er seinen ersten Roman. Als homosexueller Künstler, der sich der Revolution anschließt, wird er jedoch bald zum Opfer eines zunehmend strengeren und paranoideren Regimes. Wachsender Druck, die Drohung mit Arbeitslager und Folter bedrängen Arenas Hoffnung auf ein freies Leben. Ein Fluchtversuch scheitert, er landet im Gefängnis. 1980, als Castro mit dem Erlass des “Mariel Harbour Boatlift” Kriminellen die Emigration gestattet, gelingt es Arenas, unter falschem Namen das Land zu verlassen. Doch auch im New Yorker Exil, verarmt und staatenlos, bleibt seine Begeisterung fürs Schreiben und sein Hunger nach Leben ungebrochen.
HandlungKindheit und JugendReinaldo Arenas (Javier Bardem) wächst im Kuba der 1940er Jahre als Sohn seiner alleinerziehenden Mutter (Olatz Lopez Garmendia) auf, die seinen Vater verließ, da dieser sich lieber pädophilen Neigungen hingab, als sich seiner keuschen Frau zu widmen. Der junge Frau blieb nichts anderes übrig, als mit dem drei Monate alten Baby zu den Eltern zurückzukehren. Die kubanische Provinz ist der Ort, an dem Reinaldo aufwächst und sein Gespür für Poesie entwickelt. Hier ist es, wo er als Fünfjähriger zum ersten Mal nackte Männer beim Baden anziehend findet, wo er poetische Slogans in die Baumstämme ritzt und dafür vom Großvater bestraft wird. Reinaldos scjöne Mutter, die er über alles liebt, schiebt die Schuld des Vaters auf den kleinen Sohn – doch Reinaldo entwickelt sich zu seinen…
Kuba Anfang der 1960er: Die Batista-Diktatur ist gestürzt, die Revolution Fidel Castros und “Che” Guevaras in vollem Gange, als Reinaldo Arenas (Javier Bardem), gerade mal 19 Jahre und begeistert von den neuen Ideen und Idolen, nach Havanna kommt. Er schreibt sich an der Universität von Havanna ein und entdeckt in dieser aufregenden Stadt eine pulsierende homosexuelle Subkultur. Gleichzeitig bringt ihm sein offensichtliches Talent erste schriftstellerische Erfolge ein: mit 20 Jahren veröffentlicht er seinen ersten Roman. Als homosexueller Künstler, der sich der Revolution anschließt, wird er jedoch bald zum Opfer eines zunehmend strengeren und paranoideren Regimes. Wachsender Druck, die Drohung mit Arbeitslager und Folter bedrängen Arenas Hoffnung auf ein freies Leben. Ein Fluchtversuch scheitert, er landet im Gefängnis. 1980, als Castro mit dem Erlass des “Mariel Harbour Boatlift” Kriminellen die Emigration gestattet, gelingt es Arenas, unter falschem Namen das Land zu verlassen. Doch auch im New Yorker Exil, verarmt und staatenlos, bleibt seine Begeisterung fürs Schreiben und sein Hunger nach Leben ungebrochen.
HandlungKindheit und JugendReinaldo Arenas (Javier Bardem) wächst im Kuba der 1940er Jahre als Sohn seiner alleinerziehenden Mutter (Olatz Lopez Garmendia) auf, die seinen Vater verließ, da dieser sich lieber pädophilen Neigungen hingab, als sich seiner keuschen Frau zu widmen. Der junge Frau blieb nichts anderes übrig, als mit dem drei Monate alten Baby zu den Eltern zurückzukehren. Die kubanische Provinz ist der Ort, an dem Reinaldo aufwächst und sein Gespür für Poesie entwickelt. Hier ist es, wo er als Fünfjähriger zum ersten Mal nackte Männer beim Baden anziehend findet, wo er poetische Slogans in die Baumstämme ritzt und dafür vom Großvater bestraft wird. Reinaldos scjöne Mutter, die er über alles liebt, schiebt die Schuld des Vaters auf den kleinen Sohn – doch Reinaldo entwickelt sich zu seinen Talenten hin.
Als Teenager flieht der Junge, der mittlerweile in einer Kleinstadt wohnt, und schließt sich den Rebellen um Fidel Castro an. Doch bald schon wendet er sich von den Männern ab, die eben noch Rebellen war und nun einen Staat totalitär regieren wollen, in dem keine Dissidenten mehr geduldet werden. Reinaldo weiß schon lange, dass er schwul ist. Doch als Homosexueller gilt man im Kuba der 1960er Jahre als “Konterrevolutionärer”. Sex ist die Waffe, mit dem sich das künstlerische Milieu um Arenas gegen das Regime wehrt. Doch es dauert nicht lange, bis die Staatsgewalt mit Schlagstöcken eintrifft und jeden inhaftiert, der anders denkt. Über zwei Kubaner, die in Frankreich leben, kann Reinaldo seinen zweiten Roman außer Landes schmuggeln und ihn dort veröffentlichen.
RepressionenReinaldo, der an der Uni Agrarwissenschaften studiert, hat eines Tages die Möglichkeit, an einem Literaturwettbewerb teilzunehmen, den er zwar nicht gewinnt, mit dem er aber wohlwollende Financiers findet, die seinen ersten Roman verlegen. Zum zweiten Roman kommt es schon nicht mehr: Die Zustände in Havana werde immer restriktiver und schwule Schriftsteller, die sich nicht auf den Kurs von Castro einlenken lassen, geraten ins Abseits. Reinaldo lernt Pepe (Andrea Di Stefano) kennen und beginnt mit diesem eine Affäre. Auch Lazaro (Olivier Martinez) geht eine Liebesbeziehung mit ihm ein, auch wenn er sich aus unerklärlichen Gründen wieder von ihm abwendet. Doch als die Polizei eines Tages den schwulen Reinaldo mit dessen schwulen Freunden bei einem Lagerfeuer überrascht, endet die Schikane in einer Sexorgie.
Dennoch wird Reinaldo eines Tages festgenommen. Im Schwimmbad hatten ihm und Pepe zwei Jungs die Schwimmflossen gestohlen, die er nun zurückhaben möchte. Doch da die Jungs behaupten, Reinaldo hätte sich ihnen unsittlich genähert, wird er inhaftiert. Er kann zwar aus dem Gefängnis fliehen, wird aber Wochen später wieder gefasst und muss nun erleben, was jeder Dissident in Kuba mitmacht: Folter, Schikane, Demütigungen. Der Lieutnant (Johnny Depp) lässt Reinaldo erst frei, nachdem er sich schriftlich von seinem Gedankengut distanziert und Freunde verleumdet hat.
Exil
Kurze Zeit später ist er im Untergrund Havanas, wo Freunde einen Heißluftballon bauen, mit dem sie nach Florida fliegen möchten. Doch Pepe, der anscheinend ein Spitzel der Regierung war und dessentwegen Reinaldo im Gefängnis landete, stiehlt den Ballon. Pech für ihn – denn er stürzt ab und stirbt. Schon kurze Zeit später verfügt Castro, dass alle Dissidenten, die der Revolution nicht dienlich sind, ins Ausland gehen dürfen. Lazaro und Reinaldo gelangen so nach New York und leben im Exil. Reinaldo wird jedoch nicht glücklich. Stets bleibt er Außenseiter, er lebt in ärmlichen Verhältnissen und erkrankt letzten Endes auch noch an Aids. Es ist der unberechenbare Lazaro, der Reinaldo bis ans Ende seiner Tage pflegt, bis sich der hochgelobte Schriftsteller durch Tabletten tötet.
AuszeichnungenBefore Night Falls wurde auf den Filmfestspielen in Venedig mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet, ebenso wie Javier Bardem dort lobend erwähnt wurde. Bardem gewann zusätzlich den Independent Spirit Award, den Freedom of Expression Award des National Board of Review, den NSFC Award des National Society of Film Critics Awards, den Premio ACE und den SEFCA Award der Southeastern Film Critics Association. Er war außerdem für den Oscar 2001 nominiert worden, verlor das Rennen jedoch gegen Russell Crowe in Gladiator.
Weiterführende InformationenWeitere Informationen im Internet
Rezension von André Götz in der Filmzentrale
Ruhende Rastlosigkeit, Rezension von Frank Brenner auf schnitt.de
Zusammenstellung von Links auf filmz.de
Weitere Rezension auf filmszene.de
Kuba, die andere Seite, Rezension auf artechock.de
The Sexual Politics of Reinaldo Arenas,Fact, Fiction and the Real Record of the Cuban Revolution, Essay zum Film (engl.)
Quellen
Mehr Bilder (5) und Videos (1) zu Before Night Falls
Cast & Crew
-
Julian Schnabel
-
Johnny Depp
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Bon Bon/Lieutenant Victor
-
Sean Penn
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Cuco Sanchez
-
Michael Wincott
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Herberto Zorilla Ochoa
-
Javier Bardem
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Reinaldo Arenas
-
Olivier Martinez
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Lazaro Gomez Carilles
-
Andrea Di Stefano
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Pepe Malas
Regie
Schauspieler
-
Hector Babenco
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Virgilio Pinera
-
Najwa Nimri
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Fina Correa
-
Diego Luna
-
Pedro Armendáriz Jr.
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Reinaldos Großvater
-
John Ortiz
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Juan Abreu
- Genre
- Biopic
- Zeit
- 1960er Jahre
- Ort
- Kuba, New York City
- Handlung
- AIDS, Art House-Film, Exil, Fidel Castro, Fluchtversuch, Heißluftballon, Homosexualität, Homosexueller, Kubanische Revolution, Künstler, Repression, Schriftsteller, Suizid, Totalitäres Regime
- Mitmachen
- Wie gut passen diese Schlagworte? Stimm ab und hilf uns sie neu zu gewichten!
Filmdetails Before Night Falls
Fans dieses Films mögen auch
Biutiful
MX/ES 2010
Ich und Du und Alle, die wir kennen
US/FR 2005
Im Namen des Vaters
IE/GB 1993
Half Nelson
US 2006
Die Reise des jungen Che
DE/GB/US 2004














Kritiken (1) — Film: Before Night Falls
Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost
Kommentar löschenPoesie gewordene Leinwand. Dem wird ein ernüchternder Realismus gegenübergestellt, immer wieder kombiniert mit verwackelten Archivbildern, wie um Castro, als letzte Rache, in aller Unschärfe zu zeichnen. Und dann ist da der Hauptdarsteller, Javier Bardem. Ihm gehört, ihm huldigt der Film.
Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kommentare (21) — Film: Before Night Falls
Kommentar schreibenHooded Justice 2011/08/16 14:14:29
Kommentar löschenDer Beginn einer Revolution. Die gesellschaftliche Unterdrückung. Die Geschichte eines Mannes.
BEFORE NIGHT FALLS fängt deine Augen mit Bildgewalt. Deine Ohren mit einer tiefgehenden Erzählung. Deinen Kopf mit einem ergreifenden Geschehen. Und dein Herz mit einer unvergesslichen Person.
Dabei ist es beinahe leicht verwunderlich, dass der Film derart zu Unrecht unbekannt ist, denn das Starpotenzial lässt nicht gerade zu wünschen übrig. Mit einem (weiteren) tuntigen Johnny Depp, über einen Strohhut tragenden Sean Penn, bis zu einem Hauptdarsteller und wirklich beispiellos herausragenden Javier Bardem ist dieses Meisterstück allein aufgrund seiner Schauspieler ein cineastischer Gnadenschmaus.
Aber es ist das Herz, das hier auf die dauerhafte Folterbank gelegt wird. Was der Film in der ersten Dreiviertelstunde geschafft hat, nämlich das komplette Einfühlen in Reinaldo, wird im Rest des Films gnadenlos ausgenutzt: Bei jeder Verurteilung, bei jeder Vorurteilung, bei jeder Bedrückung und jedem Zwang scheint es, als reiße man diese aufgebaute Verbundenheit wieder aus der Brust. Völlig abrupt. Völlig ergreifend.
Ein wahnsinniges Werk, das mehr als nur unter die Haut geht. Es geht ins Herz.
bedenklich? 8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
brainchild 2011/08/16 11:55:26
Kommentar löschenGroßartig gespielt, hat "Bevor es Nacht wird" in seinen besseren Momenten eine fast schon meditative Kraft, in seinen schlechteren ist er schlicht langatmig. Die Thematik ist brisant, aber doch sehr speziell. Johnny Depp scheint ein wirklich ausgeprägtes Faible für tuntige Rollen zu haben.
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Pfizze 2011/08/16 10:07:16
Kommentar löschenObjektiv lässt sich "Before Night Falls" nicht viel vorwerfen. Er liefert teilweise erstklassige Bilder, eine ergreifende Geschichte und vor allem ein Javier Bardem, der den ganzen Film mit seiner überragenden Leistung trägt. Und trotzdem, mir persönlich hat irgendetwas gefehlt, zu keinem Zeitpunkt wurde ich richtig gepackt, klar, ein gewisses Grundinteresse bestand über die vollen zwei Stunden, mehr kam aber nicht. So blieb der Film unter meinen persönlichen Erwartungen, gleichzeitig kann ich aber voll und ganz nachvollziehen, warum "Before Night Falls" solch einen guten Ruf genießt.
Für mich war er aber kein Highlight.
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
public_hh 2011/08/15 21:45:44
Kommentar löschenIch bin nur zufällig auf den Film gestoßen, weil er gerade auf Arte läuft und muss jetzt schon sagen, dass er wirklich großartig ist. Ein Film, der in beeindruckender Weise, die tragische Geschichte eines homosexuellen Schriftstellers erzählt und einen dabei mitfiebern läßt aber dabei auch immer einen kleinen Spritzer Witz beinhaltet. Ganz toll gemacht. Johnny Depp hab ich zuerst gar nicht erkannt :-)
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Puni 2011/05/14 16:37:44
Kommentar löschenWundert mich ein bisschen, dass der Film hier noch relativ unbewertet ist, denn Before Night Falls ist zweifelsohne ein richtig tolles Drama über einen Mann, der wegen seiner Homosexualität, aber auch wegen der Kunst vom Castro-Regime verfolgt wird. Ruhig und etwas melancholisch erzählt, aber nie klischeehaft, mit einigen "zarten" Wendungen, reiht er sich nahtlos in die tolle Filmographie von Javier Bardem ein, der hier mal wieder eine Glanzleistung abliefert.
Schnabel schafft einen authentisches Film über das Leben eines Mannes, von dem man sich die vollen zwei Stunden richtig schön berieseln lassen kann.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Jaliju 2011/04/05 09:52:11
Kommentar löschenTrotz der ganzen Poesie in den Bildern und in den Versen des Reinaldo Arenas, kam der Film auf der Gefühlsebene nicht bei mir an. Während ich bei „Schmetterling und Taucherglocke“ schluchzend und fassungslos vor dem Fernseher saß, konnte mich “ Before Night Falls“ kein bisschen berühren- und das lag mit Sicherheit nicht an der Thematik selbst.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
makrelenlachs 2011/03/12 16:49:24
Kommentar löschenViel Poesie, ein großartiger Bardem, zwischendurch immer wieder nette Bilder. Aber der Funke wollte nie so richtig überspringen.
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
mikadoapache 2011/01/15 16:01:47
Kommentar löschennja, mit diesem cast hatte ich auch was besseres erwartet - aber auf mich wirkt der film ziemlich unmotiviert und ohne klare struktur, dazu sind kamera und schnitt allenfalls passabel - ansonsten werden wohl alle klischees in der kuba-usa beziehung abgearbeitet. da gefällt mir "erbdbeer&schokolade" mit ähnlichem plot wesentlich besser!
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
8martin 2011/01/15 14:23:59
Kommentar löschenDer kubanische Schriftsteller Reinaldo Arenas ist nicht einer, der einem bisher sofort eingefallen ist, wenn man von Literatur redete. Doch nach dem Film von Julian Schnabel, der Arenas Autobiographie in beeindruckende Bilder umgesetzt hat, vergisst man ihn nicht mehr so schnell. Dass die Literaten nicht immer die Freunde von Diktatoren waren, ist bekannt, weil den Machthabern (hier Fidel Castro) nicht immer gefallen hat, was die so geschrieben haben. Wenn dann noch Homosexualität mit ins Spiel kommt, ist man verloren. Um zu überleben bleibt dann nur noch nach außen als angepasster Konformist zu erscheinen, seine homosexuellen Neigungen zu leugnen und in die innere Immigration zu gehen. Javier Bardem beeindruckt wie immer und Johnny Depp überrascht in einer schier unglaublichen Doppelrolle. Auch den Unterschied zwischen Kommunismus und Kapitalismus macht Arenas deutlich: „Wenn man dir im Kommunismus in den Arsch tritt, muss du applaudieren, wenn man das im Kapitalismus tut, darfst du wenigstens schreien!“ Mit dem Titel des Romans wollte uns Arenas wohl darauf hinweisen, dass er uns noch alles Wichtige vor seinem Tode mitteilen muss, alles, was sein Leben zu einem Drama hat werden lassen.
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Mrs.Yellow 2011/01/15 00:41:08
Kommentar löschen"Ich finde, du bist wie eine Milchkuh, die ständig Milch gibt und dann den Eimer umwirft"
---------------------------------------------
Der Film hat mir gezeigt wie schön Worte doch sein können, wenn man sie in eines dieser vielen schönen Poesiemeisterwerke des Films hört. Ein toller und überzeugender Javier Bardem als schwuler Poet in dieser heiklen und tragischen Geschichte. Johnny Depp ist eher nebensächlich im Film, genau wie Sean Penn (welcher hier noch vor Javier genannt wird und nur ca.40 sek auftaucht) Der tolle Einsatz von Musik unterlegt die Stimmung der Szenen genauso dramatisch wie verspielt, da auch im Hintergrund von traurigen oder brutalen Handlungen eine fröhliche, spanische Musik läuft. Trotz keiner Action und schneller Handlungsfolge sind die 134min durch den Tiefgang, die Wendungen und Drama-Elemente sehr spannend.
-------------------------------------------------
Ich könnte mir vorstellen , es wäre witzig nach diesem Film "No Country for Old Men" zu gucken...
bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten
paeko 2011/01/16 20:43:07
Antwort löschenich frage mich warum der film so unbekannt ist ... wenn ich allein den cast anschaue bekomme ich lust auf den film ...
Mrs.Yellow 2011/01/16 21:22:47
Antwort löschenAber lass dich nicht von Sean Penn und Johnny Depp täuschen... Wie schon gesagt: sehr, sehr kleine Rolle
mandelbrot 2010/08/13 23:07:37
Kommentar löschenEin wunderbarer, leiser Film, der sich zu keinem Zeitpunkt aufdrängt, aber wenn man es zulässt sehr eindringlich wird. Schnabel lässt seine Darsteller bis ins kleinste Detail agieren und fängt diese Details auch ein. Bardem - allen voran - überzeugt in der sich wandelnden Rolle vom "schüchternen Lebemann" hin zum enttäuschten, beinahe lebensmüden Autoren, der doch fasziniert, neugierig und staunend vor der Welt und dem Leben steht.
Es gibt viele Momente, die den Film sehenswert machen. Zum einen natürlich die fast ins Absurde laufenden Sequenzen mit Johnny Depp, zum anderen die eingestreute hochpoetische Prosa aus dem Off. Dazu finden Julian Schnabel und sein Team sehr passende teils melacholische, teils farbenfrohe Bilder, die den Erzähler in diesen Momenten aufgreifen und doch zu keinem Zeitpunkt pathetisch machen. Hierbei fällt vor allem das filmische Geschick auf, Zeitsprünge meist fließend anzudeuten.
Hinfällig zu schreiben, das mich der Film berührt hat. Und doch keine volle zehner Wertung ... Das liegt daran, dass mich das Ende (vielleicht auch als zweite Hälfte des Filmes wahrzunehmen) insofern kalt erwischt hat, als dass ich feststellen musste, dass ich es schon aus einer früheren Fernsehaustrahlung kannte. Diese Diskrepanz zwischen den ersten zwei Dritteln und dem letzten Drittel ist leicht befremdlich und lässt die filmische Erzählung unvermittelt zu einem harten Tobak mit anderem Erzählton werden, den man bei all dem Charme und der lustvollen Erzählweise des ersten Abschnittes kaum vermutet.
Der spielfreudige Cast, aus dem Bardem sicherlich heraussticht, aber das komplette Ensemble (Johnny Depp und Sean Penn mit sehr eindrücklichen Auftritten) umfasst, lässt "Before the Night Falls" zu einer ausgezeichneten Unterhaltung werden, die sicherlich ein zweites oder auch drittes Mal sehenswert bleibt, allein um auf die Feinheiten der Mimik der Darsteller zu achten oder, um - nachdem man beim ersten Sehen nur der Handlung gefolgt ist - die Feinheiten der Requisiten zu bestaunen, bzw. den Film mit dem historischen Hintergrund abzugleichen.
Ich hatte das Glück und das Pech zugleich, den Film zu sehen, ohne einerseits umfassend über die politische Situation Cubas damals informiert zu sein, noch die literarische Vorlage zu kennen - geschweige denn den Autor, dem dieses Biopic zugrunde liegt. Aber gerade deshalb kann ich mir auch die Wertung erlauben, dass ohne all diese Hintergrundinformationen "Before the Night falls" als Film fantastisch funktioniert und im wahrsten Sinne des Wortes "sehenswert" ist.
Sicherlich ist diese Form der Film"kunst" nicht für jeden etwas - und Fans, die nur die Filmografie von Johnny Depp durchgehen würden sicherlich eher enttäuscht - aber für jene, die dem ruhigen, unaufgeregtem Film nicht abgeneigt sind und sich gerne auf Figuren und deren Sichtweisen einlassen, bietet sich ein beeindruckender, feinsinniger und rundrum charismatischer Filmmoment.
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
phoenix409 2010/04/17 17:11:31
Kommentar löschenJulian Schnabel's poetisches Erzählkino über Javier Bardem (klasse!) als homosexuellen Schriftsteller aus Kuba trifft in seiner Bildsprache oft genug den richtigen Ton, aber die Inszenierung war mir leider, und das vorallem gegen Ende, schlichtweg zu träge. Sehr schön hingegen sind die unscheinbaren Kurzauftritte eines Johnny Depp oder Sean Penn sowie auch die wunderbar eingefangene Atmosphäre der kubanischen Straßen mit all der Revolución, dem Meer, den Palmen und einem selbstgebauten Heißluftballon.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Stefan Ishii 2009/07/30 09:50:42
Kommentar löschen"Before Night Falls" ist eine künstlerische Verfilmung der gleichnamigen Autobiographie von Reinaldo Arenas. Und ich möchte "künstlerisch" betonen, da vom Buch größtenteils die Handlung genommen und in wunderbar ästhetische Bilder verpackt wurde. Dazu kommen grandiose schauspielerische Leistungen von Bardem (Oscarnominierung absolut verdient gewesen) und Martinez; plus tolle Gastauftritte von Depp, Wincott und Penn (den ich beschämenderweise beim ersten Mal nichtmal erkannt hatte).
Nachdem ich den Film das erste Mal gesehen hatte, holte ich mir das Buch. Der Film machte mich neugierig. Und ich wurde belohnt: "Bevor es Nacht wird" ist ein unglaublich emotionales und faszinierendes Porträt eines Aussenseiters in einer feindlichen Umgebung (egal, ob unter Batista, Castro oder in den USA). Absolut lesenswert!
Leider fehlt dem Film die Atmosphäre des Buches und insbesondere die Stärke der Anklage an das kubanische Regime unter Castro. Die Person Reinaldo ist im Buch viel lebendiger, lebensfroher, aber auch drastischer in der Bewertung der Welt. Außerdem wurden im Film die besonders schockierenden Dinge (z.B. Verleumdungen und Verrat durch Freunde, Folter, Verfolgung etc.) etwas unter den Teppich gekehrt, was den kritischen Blick eher abschwächt. Was im Film garnicht erwähnt wird, ist Arenas Kritik an der westlichen Wahrnehmung der kubanischen Revolution. Nachdem er in die USA ausreisen konnte, wurde er geradezu beschimpft und angegriffen für seine Haltung. Auch in dieser Hinsicht fehlt dem Film eine konsequente Umsetzung.
Trotzdem bleibt "Before Night Falls" ein wunderbarer Film, der es durchaus verdient hat, ihn sich mehrmals anzuschauen. Und sei es lediglich wegen Bardem und Depp...
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
manniac 2009/04/13 21:31:38
Kommentar löschenIch brauchte drei Anläufe, um ihn ganz zu sehen. Guckt sich leider nicht so leicht weg, aber wenn man sich darauf einlässt, wird man mit einem fesselnden Portrait zwischen Poesie und kubanischer Politik der Ära Castro belohnt.
Und eigentlich hab ich den Film nur wegen Johnny Depp geguckt.
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Acry 2009/01/05 16:59:18
Kommentar löschenDer Film war von der Geschichte und der Umsetzuing her eigentlich ganz gut, allerdings gegen Ende etwas zu langatmig.
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
JimiHendrix 2009/01/01 22:36:13
Kommentar löschenDie Langatmigkeit des Films drückt bei mir die Punkte etwas runter, grade gegen Ende.
Bardems Leistung ist allerdings so überzeugent, das man einfach mit dem Film davongetragen wird. Als schöne Einlage erkennt man, wenn man genau hinguckt: Jhonny Depp, Sean Penn und Michael Wincott.
Julian Schnabel hat Kunst geschaffen, die aber anstrengent zu genießen ist.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
annaberlin 2008/08/28 15:28:31
Kommentar löschenWunderbarer Film, durch den ich auf Julian Schnabel aufmerksam wurde, der sich in Schmetterling und Taucherglocke noch übertraf. Javier Bardem ist einer der genialsten Charakterdarsteller unserer Zeit.
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
freakfried 2008/05/06 17:46:28
Kommentar löschenein wunderbarer film. julian schnabel, seines zeichens ja auch künstler, ehrt einen grandiosen poeten. ein brilliant besetzter javier bardem, dem man einfach jede sekunde des film seine rolle abkauft. schöne bilder und tolle kameraführung, die die revolution ehrlich widerspiegeln. johnny depp in einer sehr iteressanten doppelrollenkonstellation, die ihn sein talent deutlich zeigen lässt. ganz klar einer meiner favoriten unter den filmen.
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
jackii93 2008/03/26 12:44:01
Kommentar löschenDiese Poesie macht einen einfach sprachlos und diese Kamereführung,einfach alles drum herum ,der film ist klasse und die revolution wird super dargestellt.
Der Film überzeugt ohne Maßen!
bedenklich? 23 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
steffka 2007/09/29 20:52:39
Kommentar löschenjohnnys überzeugt in einer grandiosen doppelrolle nicht nur als mann!
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten