Bereits mit den ersten Szenen seiner Komödie, in pointiert dramatisierten Details, nimmt Dani Levy das Filmbusiness aufs Korn. Da musste sich einer, der dieses Umfeld gut kennt, angesichts all der Absurditäten, eitlen Lächerlichkeiten und Ungerechtigkeiten einmal so richtig Luft verschaffen. Das ist über weite Strecken höchst vergnüglich und anspielungsreich. [...]
Dieses ironische Spiel mit doppelten Böden ist grandios im ersten Teil, verliert dann allerdings an Schärfe und Schwung, und am Ende verheddert sich die Dramaturgie in einer Art Endlosschlaufe. Der hintergründige Witz und die Selbstironie Levys in diesem Film aber bleiben im Gedächtnis haften.
Levy wollte mit seinem letzten Film „Mein Führer“ eine beißende Satire auf Hitler drehen. Es ist ihm nicht gelungen. Sein Seliger will die Antwort des Kinos auf den unsäglichen Karikaturenstreit drehen, ein Projekt namens „Moha-ha-med“. Es will ihm nicht gelingen. Ist „Das Leben ist zu lang“ also ein Rechtfertigungsfilm? Nein, behauptet Levy, er habe lediglich einige Teile seines Lebens „zur Verfügung gestellt“. [...]
Irgendwann geht der Verschwörungswahn so weit, dass Seliger glaubt, er sei nur der Hauptdarsteller in einem schlechten Film. Er macht sich auf die Suche nach dem Regisseur seines Lebens. Und wirklich entdeckt er Dani Levy, den echten, der vor seinem Alter Ego sofort Reißaus nimmt. Bis dahin war das alles ganz amüsant – einmal davon abgesehen, dass ständig über die Bedeutung des Humors doziert wird, bekanntlich der Tod allen Witzes. Ab Levys Auftritt wirkt sein Film allerdings nur noch wie eine Eigenanalyse, die zunehmend ins Leere läuft.
Nun mag es um den Humor von deutschen Filmjournalisten nicht zum Besten stehen – aber irgendwas hätte da doch lachmuskeltechnisch losgehen müssen angesichts einer Satire über den Filmbetrieb, angerichtet von Dani Levy, dem einzigen Regisseur mit dem gewissen Woody-Allen-Etwas, den wir in Deutschland haben. Zumal Markus Hering als der verkrachte Regisseur Alfi Seliger durchaus einen gewissen Woody-Allen-Touch hat, jedenfalls des früheren Woody, als Ritter von der entschieden überkandidelt traurigen Gestalt. Tja. Aber. [...]
Was auf dem Papier nach einer gewissen Rasanz schreit, entwickelt auf der Leinwand allerdings bald unabweisbare Klebrigkeit. Fremdschämen ist schon früh angesagt – obwohl die beteiligten Stars aus heimischen Landen auch in kleinen Rollen eifrig bei der Sache sind: Gottfried John etwa als Altstar Georg Maria Stahl (wer mag mit diesem Namen wohl vergackeiert sein?) oder Udo Kier als Seelenklempner Dr. Tabatabai (oho!), Elke Sommer als underprotecting jüdische Mamme des Regisseurs, Yvonne Catterfeld als Seriensternchen und und und. Justus von Dohnányi und Meret Becker allerdings sind nicht zu toppen: Er muss gottserbärmlich rumschreien, sie dagegen ist so todesmutig unkomisch, dass einem wiederum ganz komisch dabei zumute werden könnte.
Es ist eindeutig zu viel, was Levy sich in seinem selbstreflexiven Rundumschlag über Pressefreiheit, Tabus und Künstlerkrise vorgenommen hat. Erst beutelt er seine Hauptfigur wie einst seinen religionsabtrünnigen Protagonisten in "Alles auf Zucker!", dann schwenkt er um auf jene doppelbödigen Filme wie "Die Truman-Show", in dem die eigene Existenz und Authentizität plötzlich in Frage steht und brüchig wird. All dies passt nicht zusammen und die Gags versacken nach und nach auf erstaunlich niedrigem Niveau inklusive Blähungswitz.
Dass in Dani Levy ein kleines bisschen von Woody Allen steckt, davon haben seine bisherigen Filme auf ganz unterschiedliche Weise Zeugnis abgelegt. Von seinem beiläufigen, typisch jüdischem Humor kam „Alles auf Zucker“ dabei wohl am leichtfüßigsten und auch gelungensten daher. In seinem neuen Werk versucht er sich nun an der großen, bedeutungsschwangeren, jüdischen Tragikomödie – und scheitert mit Pauken und Trompeten.
Dani Levys „Das Leben ist zu lang“ erinnert unweigerlich an die Filme Woody Allens, nicht nur weil der Name der Hauptfigur Alfi Seliger ähnlich klingt wie Alvy Singer („Der Stadtneurotiker“, 1977) oder wie der von Anthony Hopkins gespielte Hauptcharakter „Alfie“ im noch nicht in Deutschland angelaufenen Woody-Allen-Film „You Will Meet a Tall Dark Stranger“ (2010). Der deutsche Regisseur zitiert den New Yorker Regie-Altmeister regelrecht, etwa in den wohlmeinenden Ratschlägen, die Alfi Seliger immer wieder zu hören bekommt („Machen Sie versöhnliche Komödien“), die sich bereits der von Woody Allen selbst gespielte Komödien-Regisseur in dessen Film „Stardust Memories“ (1980) anhören musste, oder mit dem „Wahrheitsserum“, das unübersehbare Anklänge an das von einem chinesischen Arzt gemischte Wundermittel in Woody Allens „Alice“ (1990) besitzt. Darüber hinaus scheint der „Unglücksrabe“ Alfi Seliger einem Woody Allen-Film aus den siebziger und achtziger Jahren entsprungen zu sein.
Hätte es Dani Levy bei dieser Woody-Allen-Hommage bewenden lassen, wäre ihm eine kurzweilige Komödie gelungen. Die Wendung, die „Das Leben ist zu lang“ nach Alfis Selbstmordversuch nimmt, in der es um die durchlässige Grenze zwischen dem realen Leben und dem Leben als Kunstfigur oder auch zwischen Schein und Sein geht, gerät jedoch vollends aus den Fugen. Die angebliche Parodie auf den Fernsehbetrieb (auch dies ein roter Faden in den früheren Woody-Allen-Filmen) wird zur Plattitüde („Wir machen hier kein Kino“), die angeblich philosophischen Fragen gehen im selbstbezüglichen Slapstick unter. Dem Zuschauer drängt sich der Eindruck auf, nicht das Leben, sondern Dani Levys Film sei viel zu lang.
Dani Levys Versuch, mit Das Leben ist zu lang [...] eine Komödie über das Filmemachen zu kreieren, geht gründlich schief. Was vor allem daran liegt, daß Levy die Haß-Liebe, die ihn mit dieser Branche verbindet [...] zugunsten eines allzu selbstmitleidigen Blickwinkels austauscht: Dem armen Regisseur, der wie ein Bettler zu den Produzent geht und sich, obwohl es ihm sein Kunstanspruch verbietet, für billige TV-Produktionen hergibt. Eine vorhersehbare, langweilige Geschichte.
In diesem erschreckend ins Leere laufenden Neurosensammelsurium, das sich in seinen besten Momenten nicht zwischen dem Universum Woody Allens und Geschmacklosigkeiten im Fahrwasser von „Verrückt nach Mary“ [...] entscheiden kann, in seinen schlechtesten aber einer 1950er-Jahre-Klamotte à la Peter Alexander gefährlich nahe kommt, ist nichts originell. [...]
Levi will also der deutsche Woody Allen sein.
Ist Helmut Dietl dann der deutsche Robert Altman?
Uli Edel der deutsche David Fincher?!
Uwe Boll der deutsche Michael Bay ?!?
Ich sag mal, wenn ich einen Woody Allen-Film sehen will, dann schau ich mir einen Film von dem an, und nicht einen mäßig begabten Imitator, der sich für ach so schlau hält, einen auf "Jetzt machen wir mal voll einen selbstreflexive Metaebene" macht und dabei nur seine eigene Selbstverleibtheit zur Schau zu stellen vermag.
Der Film lässt mich etwas ratlos zurück. Ich kann nicht sagen, dass mich der Film in den ersten zwei Dritteln (?) nicht unterhalten hat... Dann folgt ein Bruch, wie er schon bei 39,90 etwas zwiespältig war, nur hier verliert sich der Film danach in rätselhaften Selbstbezüglichkeiten, deren mögliche Genialität ich entweder nicht erkannt habe oder die nicht erkannt werden will...
Ein Film, der mit Fiktion, Realität und Metafiktionalität spielt wie kaum ein zweiter und dabei witzig und gekonnt mit einem hochkarätigen und gleichzeitig nicht überfrachtend eingesetzten Cast die Filmbranche und sich selbst aufs Korn nimmt. Ich verstehe ganz ehrlich das Übermaß an negativen Kritiken nicht im Geringsten.
Der Film war zu lang und zu naja, zum einschlafen. Irgenwie vermochte der Film micht nicht zum Lachen zu bringen und auch sonst war der Saal ziemlich still.
Der Film war die meiste Zeit ziemlich langweilig und ganz ehrlich ich hab den Film nicht verstanden. Trotzdem gibt es für den Anfang des Films eine bessere Bewertung als es eigentlich werden würde.
Die Schauspieler im Film waren allerdings erste Sahne.
Nach dem genialsten Intro der Filmgeschichte stolpert Antiheld Seliger als erfolgloser Regisseur durch das deutsche Filmgeschäft. Die erste Hälfte des Films gestaltet sich als durchaus witzige Komödie, in der diverse deutsche Stars die wunderlichsten Filmmenschen verkörpern. Doch dann driftet die Handlung leider in die seltsamen Wahnvorstellungen seiner Hauptfigur ab und stellt ein paar ganz andere Fragen: Wer ist der Regisseur unseres Lebens? Wer hat das Drehbuch zu Seligers Schicksal verfasst? Was ist echt und wann kommt der nächste Schnitt? Leider lassen sich die beiden guten Ideen nicht besonders gut kombinieren und so ist man nach dem Film, der gut angefangen hat, etwas enttäuscht.
Leider enttäuschend, Dialoge aus dem Leben, aber irgendwie zu zynisch und weniger komisch. Nach "Alles auf Zucker" hatte ich wohl auch zu hohe Erwartungen? Der Eindruck das Woody Allen Pate gestanden hat lässt sich nicht leugnen. Schade, aber leider nicht komisch sondern enttäuschend schmerzhaft.
Beginnt ganz nett, man kann sich sogar das ein oder andere mal herzlich erfreuen, aber mehr als das Herumtrampeln auf deutschen Filmchlichés ist es auch nicht.
Dann kommt Dani Levy - gottesgleich - und es wird richtig ärgerlich. Völlig absurd tölpelt man in der Midlifecrisis eines erfolgreichen deutschen Regisseurs, der gerne auf dem Boden geblieben wäre und dem man gegönnt hätte, das er sich selbst lustvoll reflektieren darf. Schade ....
Der Film ist schlecht! Und das liegt nicht daran, dass die Schauspielerriege nicht lustvoll oder schlecht spielen würde und auch nicht an den handwerklichen Fähigkeiten von Dani Levy, sondern daran, dass der Plot nicht funktioniert. Ca. 60 Minuten lang denk man als nicht informierter Zuschauer, dass es sich "nur" um eine eher schwache Kommödie handelt, bevor der Film mit einer absurden Wendung jeden Bezug zur Realität und seine Zuschauer verliert. Es macht einfach keinen Spaß, einem Filmemacher dabei zuzuschauen, wie er seine eigenen Leiden als Regisseur beleutet. So zumindest ging es mir und allen, mit denen ich nach dem Film sprechen konnte. Warum dreht Herr Levi nicht "einfach" eine gut gemachte Kommödie. Man muss annehmen, dass er dies ebenso wie bei "Mein Führer" nicht mehr kann.
Das Leben ist zu lang - Kritik
DE 2010 Laufzeit 86 Minuten, FSK 0, Komödie, Kinostart 26.08.2010
Kritiken (9) — Film: Das Leben ist zu lang
fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch
Kommentar löschen«Das Leben ist zu lang» ist eine nur leicht amüsante Komödie, die einige Wahrheiten, aber noch viel mehr verbrauchte Klischees enthält.
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B.Spoerri: Neue Zürcher Zeitung B.Spoerri: Neue Zürcher Zeitung
Kommentar löschenBereits mit den ersten Szenen seiner Komödie, in pointiert dramatisierten Details, nimmt Dani Levy das Filmbusiness aufs Korn. Da musste sich einer, der dieses Umfeld gut kennt, angesichts all der Absurditäten, eitlen Lächerlichkeiten und Ungerechtigkeiten einmal so richtig Luft verschaffen. Das ist über weite Strecken höchst vergnüglich und anspielungsreich. [...]
Dieses ironische Spiel mit doppelten Böden ist grandios im ersten Teil, verliert dann allerdings an Schärfe und Schwung, und am Ende verheddert sich die Dramaturgie in einer Art Endlosschlaufe. Der hintergründige Witz und die Selbstironie Levys in diesem Film aber bleiben im Gedächtnis haften.
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Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost
Kommentar löschenLevy wollte mit seinem letzten Film „Mein Führer“ eine beißende Satire auf Hitler drehen. Es ist ihm nicht gelungen. Sein Seliger will die Antwort des Kinos auf den unsäglichen Karikaturenstreit drehen, ein Projekt namens „Moha-ha-med“. Es will ihm nicht gelingen. Ist „Das Leben ist zu lang“ also ein Rechtfertigungsfilm? Nein, behauptet Levy, er habe lediglich einige Teile seines Lebens „zur Verfügung gestellt“. [...]
Irgendwann geht der Verschwörungswahn so weit, dass Seliger glaubt, er sei nur der Hauptdarsteller in einem schlechten Film. Er macht sich auf die Suche nach dem Regisseur seines Lebens. Und wirklich entdeckt er Dani Levy, den echten, der vor seinem Alter Ego sofort Reißaus nimmt. Bis dahin war das alles ganz amüsant – einmal davon abgesehen, dass ständig über die Bedeutung des Humors doziert wird, bekanntlich der Tod allen Witzes. Ab Levys Auftritt wirkt sein Film allerdings nur noch wie eine Eigenanalyse, die zunehmend ins Leere läuft.
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Jan Schulz-Ojala: der Tagesspiegel Jan Schulz-Ojala: der Tagesspiegel
Kommentar löschenNun mag es um den Humor von deutschen Filmjournalisten nicht zum Besten stehen – aber irgendwas hätte da doch lachmuskeltechnisch losgehen müssen angesichts einer Satire über den Filmbetrieb, angerichtet von Dani Levy, dem einzigen Regisseur mit dem gewissen Woody-Allen-Etwas, den wir in Deutschland haben. Zumal Markus Hering als der verkrachte Regisseur Alfi Seliger durchaus einen gewissen Woody-Allen-Touch hat, jedenfalls des früheren Woody, als Ritter von der entschieden überkandidelt traurigen Gestalt. Tja. Aber. [...]
Was auf dem Papier nach einer gewissen Rasanz schreit, entwickelt auf der Leinwand allerdings bald unabweisbare Klebrigkeit. Fremdschämen ist schon früh angesagt – obwohl die beteiligten Stars aus heimischen Landen auch in kleinen Rollen eifrig bei der Sache sind: Gottfried John etwa als Altstar Georg Maria Stahl (wer mag mit diesem Namen wohl vergackeiert sein?) oder Udo Kier als Seelenklempner Dr. Tabatabai (oho!), Elke Sommer als underprotecting jüdische Mamme des Regisseurs, Yvonne Catterfeld als Seriensternchen und und und. Justus von Dohnányi und Meret Becker allerdings sind nicht zu toppen: Er muss gottserbärmlich rumschreien, sie dagegen ist so todesmutig unkomisch, dass einem wiederum ganz komisch dabei zumute werden könnte.
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Stefan Stiletto: fluter Stefan Stiletto: fluter
Kommentar löschenEs ist eindeutig zu viel, was Levy sich in seinem selbstreflexiven Rundumschlag über Pressefreiheit, Tabus und Künstlerkrise vorgenommen hat. Erst beutelt er seine Hauptfigur wie einst seinen religionsabtrünnigen Protagonisten in "Alles auf Zucker!", dann schwenkt er um auf jene doppelbödigen Filme wie "Die Truman-Show", in dem die eigene Existenz und Authentizität plötzlich in Frage steht und brüchig wird. All dies passt nicht zusammen und die Gags versacken nach und nach auf erstaunlich niedrigem Niveau inklusive Blähungswitz.
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Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...
Kommentar löschenDass in Dani Levy ein kleines bisschen von Woody Allen steckt, davon haben seine bisherigen Filme auf ganz unterschiedliche Weise Zeugnis abgelegt. Von seinem beiläufigen, typisch jüdischem Humor kam „Alles auf Zucker“ dabei wohl am leichtfüßigsten und auch gelungensten daher. In seinem neuen Werk versucht er sich nun an der großen, bedeutungsschwangeren, jüdischen Tragikomödie – und scheitert mit Pauken und Trompeten.
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José Garcia: Textezumfilm
Kommentar löschenDani Levys „Das Leben ist zu lang“ erinnert unweigerlich an die Filme Woody Allens, nicht nur weil der Name der Hauptfigur Alfi Seliger ähnlich klingt wie Alvy Singer („Der Stadtneurotiker“, 1977) oder wie der von Anthony Hopkins gespielte Hauptcharakter „Alfie“ im noch nicht in Deutschland angelaufenen Woody-Allen-Film „You Will Meet a Tall Dark Stranger“ (2010). Der deutsche Regisseur zitiert den New Yorker Regie-Altmeister regelrecht, etwa in den wohlmeinenden Ratschlägen, die Alfi Seliger immer wieder zu hören bekommt („Machen Sie versöhnliche Komödien“), die sich bereits der von Woody Allen selbst gespielte Komödien-Regisseur in dessen Film „Stardust Memories“ (1980) anhören musste, oder mit dem „Wahrheitsserum“, das unübersehbare Anklänge an das von einem chinesischen Arzt gemischte Wundermittel in Woody Allens „Alice“ (1990) besitzt. Darüber hinaus scheint der „Unglücksrabe“ Alfi Seliger einem Woody Allen-Film aus den siebziger und achtziger Jahren entsprungen zu sein.
Hätte es Dani Levy bei dieser Woody-Allen-Hommage bewenden lassen, wäre ihm eine kurzweilige Komödie gelungen. Die Wendung, die „Das Leben ist zu lang“ nach Alfis Selbstmordversuch nimmt, in der es um die durchlässige Grenze zwischen dem realen Leben und dem Leben als Kunstfigur oder auch zwischen Schein und Sein geht, gerät jedoch vollends aus den Fugen. Die angebliche Parodie auf den Fernsehbetrieb (auch dies ein roter Faden in den früheren Woody-Allen-Filmen) wird zur Plattitüde („Wir machen hier kein Kino“), die angeblich philosophischen Fragen gehen im selbstbezüglichen Slapstick unter. Dem Zuschauer drängt sich der Eindruck auf, nicht das Leben, sondern Dani Levys Film sei viel zu lang.
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Bettina Schuler: Schnitt Bettina Schuler: Schnitt
Kommentar löschenDani Levys Versuch, mit Das Leben ist zu lang [...] eine Komödie über das Filmemachen zu kreieren, geht gründlich schief. Was vor allem daran liegt, daß Levy die Haß-Liebe, die ihn mit dieser Branche verbindet [...] zugunsten eines allzu selbstmitleidigen Blickwinkels austauscht: Dem armen Regisseur, der wie ein Bettler zu den Produzent geht und sich, obwohl es ihm sein Kunstanspruch verbietet, für billige TV-Produktionen hergibt. Eine vorhersehbare, langweilige Geschichte.
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Alexandra Wach: film-dienst.de Alexandra Wach: film-dienst.de
Kommentar löschenIn diesem erschreckend ins Leere laufenden Neurosensammelsurium, das sich in seinen besten Momenten nicht zwischen dem Universum Woody Allens und Geschmacklosigkeiten im Fahrwasser von „Verrückt nach Mary“ [...] entscheiden kann, in seinen schlechtesten aber einer 1950er-Jahre-Klamotte à la Peter Alexander gefährlich nahe kommt, ist nichts originell. [...]
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Kommentare (11) — Film: Das Leben ist zu lang
Kommentar schreibenFinnegan23 2011/11/20 00:54:27
Kommentar löschenDie Ambition war vielleicht etwas zu hoch, aber sehenswert finde ich ihn schon noch.
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Henry Spencer 2011/03/06 15:10:20
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Ist Helmut Dietl dann der deutsche Robert Altman?
Uli Edel der deutsche David Fincher?!
Uwe Boll der deutsche Michael Bay ?!?
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Keoma 2010/09/18 14:50:04
Kommentar löschenIch sag mal, wenn ich einen Woody Allen-Film sehen will, dann schau ich mir einen Film von dem an, und nicht einen mäßig begabten Imitator, der sich für ach so schlau hält, einen auf "Jetzt machen wir mal voll einen selbstreflexive Metaebene" macht und dabei nur seine eigene Selbstverleibtheit zur Schau zu stellen vermag.
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UsualSuspect80 2010/09/17 22:31:58
Kommentar löschenDer Film lässt mich etwas ratlos zurück. Ich kann nicht sagen, dass mich der Film in den ersten zwei Dritteln (?) nicht unterhalten hat... Dann folgt ein Bruch, wie er schon bei 39,90 etwas zwiespältig war, nur hier verliert sich der Film danach in rätselhaften Selbstbezüglichkeiten, deren mögliche Genialität ich entweder nicht erkannt habe oder die nicht erkannt werden will...
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StefanSangrero 2010/09/09 21:45:59
Kommentar löschenEin Film, der mit Fiktion, Realität und Metafiktionalität spielt wie kaum ein zweiter und dabei witzig und gekonnt mit einem hochkarätigen und gleichzeitig nicht überfrachtend eingesetzten Cast die Filmbranche und sich selbst aufs Korn nimmt. Ich verstehe ganz ehrlich das Übermaß an negativen Kritiken nicht im Geringsten.
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LMSMDK 2010/09/08 03:58:53
Kommentar löschen1x4 Kinotag 2010: Film 1 / 15.00 Uhr - 16.45 Uhr
Der Film war zu lang und zu naja, zum einschlafen. Irgenwie vermochte der Film micht nicht zum Lachen zu bringen und auch sonst war der Saal ziemlich still.
Der Film war die meiste Zeit ziemlich langweilig und ganz ehrlich ich hab den Film nicht verstanden. Trotzdem gibt es für den Anfang des Films eine bessere Bewertung als es eigentlich werden würde.
Die Schauspieler im Film waren allerdings erste Sahne.
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phacelia 2010/08/31 15:18:11
Kommentar löschenEin netter Samstagabendfilm, wenn man abschalten und sich ein wenig amüsieren will!
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Kris 2010/08/30 11:39:57
Kommentar löschenNach dem genialsten Intro der Filmgeschichte stolpert Antiheld Seliger als erfolgloser Regisseur durch das deutsche Filmgeschäft. Die erste Hälfte des Films gestaltet sich als durchaus witzige Komödie, in der diverse deutsche Stars die wunderlichsten Filmmenschen verkörpern. Doch dann driftet die Handlung leider in die seltsamen Wahnvorstellungen seiner Hauptfigur ab und stellt ein paar ganz andere Fragen: Wer ist der Regisseur unseres Lebens? Wer hat das Drehbuch zu Seligers Schicksal verfasst? Was ist echt und wann kommt der nächste Schnitt? Leider lassen sich die beiden guten Ideen nicht besonders gut kombinieren und so ist man nach dem Film, der gut angefangen hat, etwas enttäuscht.
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Hauptdarsteller 2010/08/29 01:48:03
Kommentar löschenLeider enttäuschend, Dialoge aus dem Leben, aber irgendwie zu zynisch und weniger komisch. Nach "Alles auf Zucker" hatte ich wohl auch zu hohe Erwartungen? Der Eindruck das Woody Allen Pate gestanden hat lässt sich nicht leugnen. Schade, aber leider nicht komisch sondern enttäuschend schmerzhaft.
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Zaratustra 2010/08/27 14:20:39
Kommentar löschenBeginnt ganz nett, man kann sich sogar das ein oder andere mal herzlich erfreuen, aber mehr als das Herumtrampeln auf deutschen Filmchlichés ist es auch nicht.
Dann kommt Dani Levy - gottesgleich - und es wird richtig ärgerlich. Völlig absurd tölpelt man in der Midlifecrisis eines erfolgreichen deutschen Regisseurs, der gerne auf dem Boden geblieben wäre und dem man gegönnt hätte, das er sich selbst lustvoll reflektieren darf. Schade ....
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digifan 2010/08/23 14:31:21
Kommentar löschenDer Film ist schlecht! Und das liegt nicht daran, dass die Schauspielerriege nicht lustvoll oder schlecht spielen würde und auch nicht an den handwerklichen Fähigkeiten von Dani Levy, sondern daran, dass der Plot nicht funktioniert. Ca. 60 Minuten lang denk man als nicht informierter Zuschauer, dass es sich "nur" um eine eher schwache Kommödie handelt, bevor der Film mit einer absurden Wendung jeden Bezug zur Realität und seine Zuschauer verliert. Es macht einfach keinen Spaß, einem Filmemacher dabei zuzuschauen, wie er seine eigenen Leiden als Regisseur beleutet. So zumindest ging es mir und allen, mit denen ich nach dem Film sprechen konnte. Warum dreht Herr Levi nicht "einfach" eine gut gemachte Kommödie. Man muss annehmen, dass er dies ebenso wie bei "Mein Führer" nicht mehr kann.
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