Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber

The Cook the Thief His Wife & Her Lover (1989), FR
Laufzeit 125 Minuten, FSK 18, Komödie, Kriminalfilm, Drama, Kinostart 23.11.1989

7.5 Kritiker
9 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.4 Community
374 Bewertungen
16 Kommentare
Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber - Bild 5802771
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von Peter Greenaway, mit Richard Bohringer und Michael Gambon

In diesem Restaurant ist praktisch alles essbar, wenn auch nicht unbedingt genießbar! Dieser Film ist eine grelle Liebesgeschichte, die sich in der Küche und im Speiseraum eines gepflegten Restaurants abspielt. Der Film erzählt von 10 Tagen des Essens – nicht nur von den Lebensmitteln. Richard, der Koch und Inhaber ist kulinarischer Perfektionist. Sein bester Kunde , Albert, der Gangster, terrorisiert mit seiner Bande das Personal. Bis sich seine Frau in den Mann vom Nebentisch verliebt und mit ihm in der Speisekammer – zwischen Wein und Geflügel – eine heftige Beziehung eingeht. Als Albert ihn tötet, plant Georgina eine Rache “a la carte”.


Cast & Crew


Kritiken (2) — Film: Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber

Filmsuechtiger: Filmsucht.org, Movieworlds

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5.0Geht so

Der beste Film von Peter Greenaway ist im Grunde pures Theater. Ein Kammerspiel in wenigen Räumen, die in langen, seitwärtigen Kamerabewegungen miteinander verbunden werden. Neben dem detailreichen Setdesign gefällt vor allem die Lichtsetzung und die damit verbundenen Kostümgestaltung. Auch die Darsteller spielen überzeugend. Inhaltlich zeigt Greenaway den Kampf zwischen Kultur (bzw. Kunst) auf der einen und Konsum (bzw. Kapital) auf der anderen Seite und bezieht zu diesem Punkt klar Stellung. Dabei wirkt der Film allerdings kalt und konstruiert, ist eine intellektuelle Figurenanordnung in artifiziellen Bildern und vermag dementsprechend nicht, eine Nähe zum Zuschauer aufzubauen.

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Fricki76: Asianfilmweb.de

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8.0Ausgezeichnet

Ich würde mich selbst als grundsätzlich sehr aufgeschlossen und sogar neugierig gegenüber "neuen" oder "extraordinären" Ideen bei Filmen bezeichnen. Der Film ist ein Kunstwerk, keine Frage. Was mir auf der einen Seite gefallen hat, ist der Bruch mit Tabus und Konventionen und der visuelle und akustische Ausdruck des Films inklusive seiner Symbolik, aber genau das hat mitunter auch etwas anstrengendes. Unter anderem deshalb ist mir der Film für meinen subjektiven Geschmack eine Spur zu avantgardistisch. Er lässt nichts aus: Exkremente, Geschlechtsteile, exzessive Gewalt, verfaultes Fleisch, Kannibalismus... Der formal außergewöhnliche Film erinnert an Werke von Lars von Trier ("Dogville"), Stanley Kubrick ("Uhrwerk Orange"), Marco Ferreri ("Das große Fressen") oder Jean-Pierre Jeunet ("Delicatessen") - allesamt eher "schwer verdauliche" filmische Kost und eher nicht für einen "unterhaltsamen Filmabend" geeignet - aber nichts desto trotz herausragend.

Die Darsteller und deren Dialoge, allen voran "der Dieb" Michel Gambon, sind für mich in diesem aus der Masse herausragenden Film nochmals besonders hervorgestochen, sie spielen eindringlich und grandios und machen den Film zu einer emotionalen fesselnden Tortur.

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Kommentare (14) — Film: Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber

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VisitorQ

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Film angesehen, geschluckt, versucht zu verkraften, für genial befunden, Soundtrack gekauft. Seitdem nicht noch einmal gesehen. Angst. Große Angst.

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Jack_Torrance

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Man sucht ihn, DEN Kommentar, bei dem 30 Antworten wie "großartig", "toll", "schön geschrieben" oder "klasse Kommi" folgen und man sich selbstgefällig, scheinverlegen bedankt. Man dürstet nach dem Kommentar, bei dem man sagt: "DAS ist Jack Torrance wie wir ihn kennen und lieben !" Man träumt davon, dass irgendwann eine Antwort auftaucht à la "Bester Kommentar ever !" Man sehnt sich nach dem Erfolg, nach 30, 40, nein 50 Likes, um dann zur sogenannten "Moviepilot-Elite" zu gehören, wonach jeder zweite Moviepilot-User dir eine Anfrage mit den Worten "Deine großartigen Kommies gefallen mir :)" sendet. Dann hat man ihn erreicht, den Gipfel, den ultimativen Triumph, die ultimative Annerkennung.
Wie macht man das aber eigentlich ? Die einen schreiben ein nettes Gedicht, die anderen erzählen eine persönliche Geschichte, wiederum andere hauen den Nagel auf den Kopf, oder man lässt seine Wut an ihrem Film so dermaßen aus, dass die einen behaupten "Jede Zeile ein Genuss !", die anderen "Was soll dieses arschlochhafte Verhalten ? Du hast hier nix zu suchen !!!" erwidern, oder es gibt auch Leute, die irgendetwas künstlerisch wertvolles herzaubern, um dann wiederum ganz Moviepilot frohlocken zu lassen.
Welcher Kategorie soll ich mich nun zuordnen, meine Damen und Herren ? Irgendwie versuche ich allen Kategorien ein bisschen zuzugehören, wobei ich entweder kläglich scheitere, etwas pseudointellektuelles herzaubere oder tatsächlich was schönes hinbekomme (was mir jedoch öfter gelingen sollte)...

DIESER Film aber entlarvt diese blödsinnige Denkweise. Er führt mir vor Augen, wie nichtig und lächerlich ich eigentlich bin, wie sehr ich mich in der Kunst und nicht die Kunst in mir liebe, dieser Film schafft es mich innerlich komplett aufzuwühlen, zu zerstören oder gar zu verändern (Nein ! So weit will ich nicht gehen...)...

Wie machen diese Regisseure das alle ? Wie macht Lynch das ? Wie macht Kubrick das ? Wie macht GREENAWAY das ?
Greenaway, ein Regisseur, der mich pseudointellektuelle Null schon vorher überforderte und entlarvte. Ein Regisseur, der mich tatsächlich "anderes" oder "besonderes" Kino kennenlernen ließ.
Liegt es an der famosen Musik ? Liegt es an der Monströsität ? Liegt es am Wahnsinn oder doch an seiner unglaublichen Genialität ?

Und wenn Greenaway ultimative Perfektion erreicht, kommt SOWAS dabei raus:
Kino, das einen in Extase versetzt
Kino, das einem die grauen Zellen massiert und zugleich massakriert
Kino, das PERFEKT ist

Ein cineastischer Aufschrei ist der Film, ein akustischer Orgasmus, ein visueller Rausch, eine perfekte darstellerische Symbiose aus Liebe und Hass. Es ist
DER KOCH
DER DIEB
SEINE FRAU
&
IHR LIEBHABER

Bevor ich beim Schreiben des Kommentares tatsächlich einen Orgasmus bekomme (ein geisteskranker Pseudointellektueller - trifft auf mich zu), möchte ich euch eines nicht vorenthalten:
Das ist mein dritter Kommentar zu diesem Film. Wie habe ich nur versucht diese Perle zu beschreiben: Mit schwärmerischem Gesülze, mit pseudokünstlerischem Trallala, aber das alles ist und war dem Film nicht würdig, weil ich dieses einzigartige Kunstwerk nicht in Worte fassen kann. Ich bin zu blöde, einfach zu blöde...

"I'll Kill Him and I'll eat him !!!"

32 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 6 Antworten

Roolfer

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Bester Kommentar ever !


Jack_Torrance

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Yeeaahhh, thanks :D


ewigkeit

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Bewertung6.0Ganz gut

Hier könnte man dem alten, klingonischen Sprichwort - Rache ist ein Gericht, das am Besten kalt serviert wird - direkt widersprechen. Ok, so ungewöhnlich das Setting (Bühnenstück) war, ist es mit Sicherheit nicht jedermanns Sache. Aber allein die anbetungswürdige Hellen Mirren ist es einfach wert gewesen, bis zum Finale auszuharren - und gerade das Finale, ist es, was den Film für mich letzten Endes als eine runde und befriedigende Sache erscheinen lässt - zusammen mit dem phantastischen Kleid :)

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BigDi

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Bewertung9.0Herausragend

Vorbei an Hunden, die einen mit Kot beschmierten Mann anbellen, vorbei an dem besessen schimpfenden Despoten, durch die Küche hindurch, die wie eine Bühne zwischen dem Dreck der Straße und der edlen Ausstattung des Feinschmeckerrestaurants ragt, akustisch betört vom Gesang des kleinen Knaben, der aus seiner Kehle Töne in die Welt gleiten lässt, höher als alle erdenklichen Engel sie erklingen lassen könnten, visuell von der Optik in den Bann gezogen, welche Farben und Objekte und Menschen anordnet, als würde der Film für die besten Künstler dieser Welt posieren, vorbei an saftigem Fleisch und teuren Garnelen, vorbeigleitend an prunkvollen Tischen, an denen, die ihren Bauch mit Essen füllen, vorbei an dem, der das Restaurant mit einer Bibliothek verwechselt, hinein in die saubere, glänzend weiße Toilette, wo sich Leidenschaft und Leidenschaft begegnen, doch in großer Gefahr schwebend, weiter, zurück durch den vollen Saal, wo geflucht und geschimpft und gedemütigt wird, wo der Dieb des menschlichen Glücks wütet, zurück in die Küche, in die hinterste Ecke der Essenskammer, wo das eine Fleisch auf den Verzehr wartet und das andere sich im Dämmerlicht vereint, wortlos die so labile Freude auskostend, weiter, weiter, in die unabwendbare Zukunft, die Schmerz und Hilflosigkeit immer mehr verdichtet, bis der aufgestaute Groll und die nicht mehr auszuhaltende Erniedrigung in einer Nacht ausgesprochen werden und die Tat zum Leben erwecken, weiter, weiter, weiter, vorwärts, in den letzten Tag des ewig scheinenden Festmahls, in den glühend roten Saal, anmutig zu den epischen Klängen der wunderbaren Musik auf ein Ende zumarschierend, welches den Meisterkoch, den rasenden Despoten, seine gequälte Frau und ihren Liebhaber in einer Szene vereint, welche ins Auge sticht, in die Nase dringt und sich unter die Haut schleicht, bis man, von den brodelnden Emotionen überwältigt und von dem edlen Walzer von Bild und Ton betört, sich dem bizzaren Geschehen hingibt und mit großen Augen und einem bösen Lächeln auf den Lippen aus einer brutalen und bösartigen Welt zurück in die Wirklichkeit gleitet, die noch lange Zeit vom Licht des Restaurants beleuchtet wird. Was eine großartige Filmkunstkomposition.

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Fricki76

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Cooler Kommentar. Bist wohl recht von James Joyce geprägt, was? ;-)


BigDi

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Danke - nun ja, von Joyce habe ich seit Monaten "Ullyses" im Regal stehen und komme immer noch nicht dazu, das zu lesen. :D


Yivro

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Einer der besten Film, die ich jemals gesehen habe; und meiner Meinung nach mit der beste Film von Peter Greenaway. Warum? Dieser Film glänzt nicht nur durch ein perfektes Casting, geniale Designerkostüme und eine künstlerisch beeindruckende Kameraführung, sondern in erster Linie durch die herausragende Dramaturgie der Geschichte, die so viel Interpretationsspielraum bzw. "Denkmaterial" lässt, dass man riesige Zusammenhänge herausinterpretieren kann und am Ende sogar noch etwas über die eigene Existenz erfahren kann. Weitere künstlerisch originelle Einfälle wie zum Beispiel die Tatsache, dass jeder Raum in dem wie ein Kammerspiel aufgebauten Film eine eigene, spezifische "Farbe" hat, (So wechselt die Farbe der Kleider der Hauptdarsteller beim Wechseln des Raums.) sind neu, aufregend und allein deswegen sollte man den Film schon mal gesehen haben.
Allerdings muss man auch sehen, dass "Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber" in gewisser Weise brutale Elemente enthält, und generell nicht sonderlich unterhaltsam im Sinne von Humor, Action etc. ist. So gibt es auch sicherlich Menschen, denen dieser fantastische Film verschlossen bleibt, weil sie nicht den Blick "dahinter" wagen. Ein richtiger Kunstfilm eben!

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Yivro

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Ja, das stimmt. Aber, wie ich finde, nicht in dem oberflächlich unterhaltsamen Stil, den viele Hollywoodproduktionen praktizieren. Also beim ersten Anschauen wirkt der Film eher schockierend und traurig als lustig und humorvoll. Aber das ist auch nur meine Meinung.


Monsieur Hulot

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Gebe dir recht, von Hollywood-Humor ist der Film, wie Greenaway's Filme überhaupt, meilenweit entfernt. Auf jeden Fall einer seiner besten, auch dank der Besetzung.


Roldur

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Bewertung7.0Sehenswert

Warum gebe ich die für meine Verhältnisse sehr schlechte Wertung von "nur" 7 Punkten? Der Film ist zweifellos Herausragend und das in fast jeder Hinsicht: Bühnenbild, Atmosphäre, Details ganz zu schweigen von den schauspielerischen Leistungen und dem Soundtrack. Trotzdem ist "the Cook,The Thief....etc." einer dieser Filme, die man eher als Lehrwerk als als Spaß ansieht. Man ist ständig dazu bewegt den Film zu stoppen aber dennoch will man wissen wie es weitergeht. Und das genau ist der Punkt: Man sollte, nein man MUSS diesen FIlm gesehen haben weil er zu den besten seiner Art gehört aber man wird ekeinen Spaß dabei haben und danach etwas zu denken haben. Wer das mag ist hier gut bedient. Ich mochte es ;).

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Kubrick_obscura

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Der Film beginnt gleich mit dem puren Ekel, vielleicht sogar mit einer Art "Taufe", mit der der Zuschauer in die endzeitliche kulinarische Welt von "Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber" eingeführt wird. Ein Mann wird von oben bis unten mit Hundekot beschmiert als Strafe, warum, egal, es geht um den Richter, einem Kotzbrocken, Gangsterboss und Tyrannen, der, wie wir im Laufe des Films bemerken werden, einfach nicht das Maul halten kann.
Umso schweigsamer ist das soziale Umfeld dieser Ausgeburt des Urbösen. Ja gerade die 2 Kernfiguren der Geschichte fangen erst ab einer halben Stunde an wirklich ganze Sätze zu sprechen.
Um Sprache geht hier auch nur bedingt, anders als in "Der Kontrakt des Zeichners", wo man Berge aus Worten in endlosen Einstellungen geboten bekam.
Viel eher "tischt" uns der Regisseur aufwändige Tableaus, lange Kamerafahrten und detailreiche Decors auf.
Die Metaphorik der Bilder ist wie beim barocken Sonett strukturiert. Das Gute und das Böse, das Schöne und das Hässliche, alles liegt eng beieinander. Eben trieben es die Liebenden noch wild umgeben von saftigem Fleich, alsbald müssen sie sich verstecken in einem LKW voller vergammelter fleischlicher Überreste.
Der Film ist dermaßen streng komponiert, dass man seine Augen nicht abwenden kann und doch schafft es Greenaway nicht die Spannung zu halten und so driftet der Film in der zweiten Hälfte kurzzeitig weg, kehrt dann allerdings mit einem Finale zurück, was es in sich hat.
Die Besetzung ist bestialisch (Gambon) bis bezaubernd (Mirren) und alle beeindruckend.
Nymans barocker Score und die überhaupt nicht nervige helle Knabenstimme des Tellerwäschers rollen den akustischen Teppich aus für einen der besten Filme über die Kunst, die Liebe und das "gute" Essen natürlich ;)

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facinus

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Bewertung7.0Sehenswert

Ein sehr Gewöhnungsbedürftiger Film, den ich schon nach den ersten 20min. ausmachen wollte. Der Film überrennt einen förmlich mit seinem Theater Kulisse, den bunten Farben und dem Sound das dann durch das Geschreie des kleinen Jungen schon sehr nah an der Schmerzgrenze war.
Nachdem man sich dann an alles Gewöhnt hat und sich die Story endlich in eine Richtung bewegt, entfaltet sich langsam das gesamt Konzept.
Das durch die Unterdrückung des vulgären und reichen "Boss" der alles in seiner nähe Tyrannisiert, nicht nur seine Frau sondern auch die Bildung, die Liebe und das kulinarische Essen unter ihm zu leiden hat. Doch als seine Frau ein Verhältnis eingeht droht dann alles sehr appetitlich zu eskalieren! Das schon sehr nah zwischen Kunst und ekel erzählt wird.
Und ohne ihre mutige und beeindruckende Cast nicht möglich wäre, vor allem hat mir Michael Gambon als kranker Soziopath gefallen.

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Liam Quinn

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Das Auge isst mit. Ein kleinens Kammerspiel ist geboren. Theater für die Sinne. Der Koch, ( der Beobachter, der alles im Gleichgewicht hält ), der Dieb, (der den Einklang stört), seine Frau, ( die eine symbiotische Welt represäntiert ) und ihr Liebhaber, ( der die dringend notwendige Veränderung bringt ) ist ein gelungenes Rachedrama mit eindringlicher Tiefe. Der Film zieht einen in seinem Bann und ist irgendwo am Ende des zweiten Drittels zu sehr mit sich selbst beschäftigt um dann noch einmal richtig aufzutrumpfen. Peter Greenaway´s Meisterwerk ist ein Festmahl für Feinschmecker und gleichzeitig so ekeleregend das man kotzen muss. Farbsymbolik, unsterbliche Liebe, Kultur und Geld stehen auf der Speisekarte und werden vorgeführt.

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8martin

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Bewertung9.0Herausragend

Natürlich ist man immer noch von den total durchgestylten Bildkompositionen beeindruckt, mit Barockmusik untermalt; prozessionsartige Einmärsche und sich wiederholende Motive, wie hier der singende blonde Knabe.
Das Restaurant mit Chefkoch Richard Bohringer ist in rot-schwarz gehalten, wie die Gemälde alter Niederländer, die als Wände dienen, die Toilette ganz in weiß und auch die Kleidung der jeweils Anwesenden ist entsprechend farblich gestaltet. Die Hauptfigur Albert Spica (Michael Gambon), ein echter Kotzbrocken, wäre in dem französischen Film “Das Biest muss sterben“ gut untergekommen. Seine gedemütigte anfangs sehr schweigsame Ehefrau (so offenherzig sexy wie nie Helen Mirren) ersinnt einen genialen Racheplan, nachdem Spica den Liebhaber seiner Frau von seinem Gehilfen (diabolisch gut Tim Roth) irrtümlich ’entmannen’ ließ. Sie zwingt ihn zu einer kannibalischen Aktion. Nichts für Zartbesaitete. Will uns Greenaway sagen: ’Der Mensch ist schlimmer als ein Tier?’ oder ’Das Hässliche ist eigentlich schön, das Schöne hässlich?’ Zumindest kann einem der Appetit vergehen.

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Axiom

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Bewertung3.0Schwach

Mit einem derartigen Müll wird man für gewöhnlich nur von überambitionierten Regisseuren in (schlechten) Stadttheatern belästigt. Ich konnte weder den einschläfernd-dümmlichen Dialogen noch den schicken Jean-Paul Gaultier-Kostümen und der angeblich "optisch opulenten" Inszenierung irgendwas abgewinnen.

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dbeutner

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Greenaway hasst oder liebt man sowieso; wer aber Greenaway liebt, für den bietet Der Koch... alles, was man erwarten kann: Farben- und Lichtspiele in purer Schönheit (wenn das Licht des "roten" Nebenraums in die "weiße" Toilette fällt - einfach unglaublich), Musik vom Feinsten, der kleine singende Junge (für den meine Frau Greenaway schon allein hasst ;-)), und eine vielschichtige Geschichte, mit starkem Aufeinanderprall schöner und scheußlicher Momente. Monumentale Räumlichkeiten (die Küche!) tun ihr übriges.

Ich halte den Film geradzu für die Definition des "Genres Greenaway", der Film erzeugt immer wieder einen Rausch an Begeisterung; negative Kritik kann ich nicht anbringen - einer der ganz großen Filme überhaupt.

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hummelchen

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ein Film wie ein Gemälde - optisch opulent brennt sich dieses Kunstwerk für immer ins Gedächtnis. Mit "Die Verschwörung der Frauen" der beste Greenaway.

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alter.native

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Bewertung9.0Herausragend

Der beste Greenaway! Allerdings mit hohem Ekelfaktor und trotzdem ein Film über die Liebe! Die Bilder der Räume ohne Decken und wechselnden Farben sind ein Augenschmaus, die Musik von Michael Nyman unterstreicht kongenial die Atmosphäre. Die Moral von der Geschicht; die Liebe überlebt, Barbaren nicht!

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