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Gegen die Wand

Gegen die Wand (2004), DE Laufzeit 121 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 11.03.2004


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7.5
Kritiker
80 Bewertungen
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6.7
Community
18621 Bewertungen
88 Kommentare
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von Fatih Akin, mit Birol Ünel und Sibel Kekilli

Mit Sibel Kekilli und Birol Ünel in den Hauptrollen gewann Fatih Akins schonungsloses Drama Gegen die Wand auf der Berlinale 2004 den Goldenen Bären.

Um der Strenge ihres türkischen Elternhauses zu entkommen, ist die junge Sibel (Sibel Kekilli) zu allem bereit. In ihrer Verzweiflung bittet sie den 40-jährigen Alkoholiker Cahit (Birol Ünel), eine Scheinehe mit ihr einzugehen. Der willigt ein, und für einen kurzen Moment scheint die Rechnung aufzugehen: Sibel gewinnt ihre lang ersehnte Freiheit und Cahit versucht noch einmal, sein verpfuschtes Leben in den Griff zu bekommen. Doch je mehr er sich in die lebensfrohe junge Frau verliebt, desto mehr gerät der alternde Säufer aus dem Gleichgewicht. Unaufhaltsam bewegt sich das ungleiche Paar auf eine Katastrophe zu.

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Cast & Crew


Kritiken (7) — Film: Gegen die Wand

JackoXL: Die Drei Muscheln

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7.5Sehenswert

Fatih Akin erweisst sich mal wieder als Bindeglied zwischen den Kulturen und als einer der wenigen, heimischen Regisseuren, dem nicht nur das Talent, sondern auch seine Herkunft (gut, dafür kann er nichts) in die Wiege gelegt wurde. Der Multi-Kulti-Mann spielt seine Trumpfkarte erneut geschickt aus. Als typischer, deutscher Zuschauer, wie als "zugewanderter", dürfte sein Film auf Verständnis wie auch für (hoffentlich) Kopfschütteln sorgen. Denn trotz nicht zu leugnender Schwächen trifft "Gegen die Wand" auf sozial-, wie kulturelle Probleme, bildet eine Brücke zwischen klassisch-kultureller und trauriger Wirklichkeit, auch wenn Akin im letzten Drittel etwas piano schon gut getan hätte.

Not trifft Elend, sehr überdeutlich und wenig nuanciert, halt voll gegen die Wand. Not hat gar keinen Bock auf Elend, lässt sich gut nachvollziehen, warum auch, nur dann hat Not geringfügig schwer-glaubwürdige Schuldgefühle/
Beschützerinstinkte für Elend, just married. So gut und milieugetreu das Akin schildert (sehr gut), etwas gezwungen. Der Mittelpart ist eindeutig das Herzstück von "Gegen die Wand". Es ist sicherlich vorhersehbar, nicht nur gering, aber glaubhaft verkauft. Da reitet Akin sehr geschickt auf der Konventions-Welle, der Erwartungshaltung des Zuschauers, den gängigen Mechanismen von ER muss SIE aus irgendeinem Grund an seine Seite stellen, nur der Hintergrund ist viel realistischer als bei dem langweiligen, nervigen Einheitsbrei aus der Mikrowellenkantine. Akin atmet den für ihn selbstverständlichen Stallgeruch, nicht nur kulturell, sondern auch lokal. Hamburg meets Istanbul, türkisches Selbstverständniss meets mitteleuropäisches Lebensgefühl, irgendwo in der Mitte, wie es halt so ist, trifft Akin teilweise die Wand mit einem brachialen Aufprall. Der verbitterte, brutal gestürzte Mittvierzieger ( - "Wieso gerade ich? Ich bin ein Penner!" - "Weil meine Eltern dich akzeptieren würden, du bist Türke, mann!") mit der Hand am Becks, der Nase im Schnee, der Bude mit der Schimmelpilzgefahr, dem Sch... in der Nu... und recht wenig Berührungspunkten mit den religiösen Vorgaben seiner Herkunft trifft das verzweifelte "Auf-die-Adern"-West-meets-Middle-East-Girl, das eher Bock auf Ficki-Ficki als auf türkisch-verklemmtes Erst-wird-geheiratet-vorher-Schnauze-halten-Gehabe hat. Verständlich, für sie, wenn das konservative Elternhaus inklusive grimmigen Bruder im Hintergrund lauert. Etwas weit hergeholt, dennoch gerade so glaubwürdig ist die letztendliche Motivation von Menschen-Hasser Cahit, sich auf dieses kuriose, aber in der Realität wohl oft praktizierte Spiel einzulassen.

Was daraus enstehen MUSS ist eindeutig, aber gerade in seiner Vorhersehbarkeit sehr schlüssig und authentisch. Das mag ich Akin gar nicht mal negativ auslegen, das sind doch die Gefühlsspielchen des Lebens, die viele von uns eventuell, unter unkomplizierteren Rahmenbedingungen, selbst schon erlebt haben (können). Auf mich trifft das grob auch zu, aus Notsitautionen entsteht mehr als erwartet, da ist Akin näher am Leben als am Groschenroman, vor allem immer so dicht am Revier, da steht er weit über dem Quatsch-Kram der deutschen Peinlichkeits-Romanze. Im Gegenteil, "Gegen die Wand" greift ein wichtiges, (traurig, aber immer noch) aktuelles Thema auf, überspitzt es nur extrem. Im zweiten Drittel wahnsinnig intensiv, glaubwürdig und grandios gespielt wie umgesetzt, versackt ein Topfilm in seinem Finale, schade.

Da gehen Akin etwas die Zügel durch, Dramatik kann selbst in einem an sich sehr glaubhaften Film überstrapaziert werden. Akin scheint immer noch was draufsetzten zu wollen, das ist zu viel des guten. So gut umgesetzt das ist, irgendwann ist halt mal Feierabend. Da fährt sich der Film (fast) "Gegen die Wand", aber halt nur fast. Wo gerade heimische Werke sich schon lange mit Überschall an der Leitplanke aufschlitzen, trifft "Gegen die Wand" leider sein titelgebendes Ziel, nur lösst sich der Airbag noch aus. Wenn der die Kurve immer elegant nehmen würde, eine Granate. Hinten scheisst die Ente, hier zu sehen, nur ist der Weg immer noch das Ziel und da macht Akin so viel richtig und erfrirschend und verhältnismässig souverän gut, sollte auf dem Zettel stehen. Die oft gelobte Sibel Kekilli hat sogar diverse Aussetzer, das darstellerische Highlight ist ganz klar Birol Ünel, ganz grosser Auftritt, der so manche erzählerische Hänger locker gegen die Wand spielt.

Kein fehlerfreier, dennoch bemerkenswerter Film aus Deutschland, der für einen Fatih Akin spricht, gegen den die inländischen Kassenknüller von Schwei-Schwei und Söhne gleich doppelt grässlich wirken. Da kann wer was, das macht er auch, nur Millionen werden am anderen Ende verdient, traurig.

29 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

Markbln

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Ich habe eine ähnliche Haltung zu dem film.
Der erster Absatz hier ist allerdings der schlechteste, den ich jemals von dir hier gelesehen habe xD


JackoXL

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Hab ich extra gemacht, damit du beim nächsten mal denkst "boah, wie geil ist das denn." ;)


SoulReaver: CinemaForever, D3M

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7.5Sehenswert

[...] Fatih Akin inszeniert eine Liebesgeschichte, aufgeladen mit physischer und psychischer Gewalt, die trotz ihr kompromisslosen Brutalität, zwischen Tod, Suizidversuchen, Drogen und Vergewaltigung, immer ihre zärtlichen und sensiblen Augenblicke bewahrt, die nicht nur authentisch sind, sondern auch gleichzeitig ein realistisches wie eindringliches Bild zeichnen, ohne jegliche Rührseligkeit oder Klischees. "Gegen die Wand" ist ehrliches, schweres, intensives und ebenso berührendes Gefühlskino. [...]

Kritik im Original 12 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

Göksel Algan

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Wow, was für eine Kritik, einfach klasse!


SoulReaver

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Vielen Dank! :)


Flibbo: Wie ist der Film?

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6.5Ganz gut

[...] „Gegen die Wand“ gibt sich mit den Handkameras, Achsensprüngen und einer fast penetranten Soundtrack-Flut sehr impulsiv, dynamisch, wild und hochemotional bis ins Groteske. Ein Film, der sich bei seinem Streben nach Schonungslosigkeit und Authentizität regelrecht überschlägt, was sich nicht nur in den teils unnötig expliziten Nackt- und Gewaltszenen äußert. Ein intensives, drogengetränktes, interessant gespieltes Drama, das im letzten Viertel einer befremdlichen Tempodrosslung unterliegt. Akın erzählt in seiner nach eigenen Angaben bis dato persönlichsten Arbeit von Weiterentwicklung und Selbstzerstörung. Erfrischend unparteiisch arbeitet er dabei die Tragik der Unvereinbarkeit zweier Welten – hier repräsentiert von Hamburg und Istanbul – heraus. [...]

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Fricki76: Asianfilmweb.de

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9.0Herausragend

Die junge, in Deutschland aufgewachsene Türkin Sibel (Sibel Kekilli) leidet unter dem Druck, den ihr die Traditionen ihrer Familie auferlegen und deren Einhaltung Vater und Bruder peinlichst überwachen. Verzweifelt begeht sie einen Suizidversuch, doch dieser misslingt ihr ebenso wie dem alkoholkranken Außenseiter Cahit (Birol Ünel), ebenfalls ein Türke, der in Deutschland aufgewachsen ist.
In der psychiatrischen Klinik lernen sie sich kennen und Sibel fällt mit der Tür ins Haus, als sie Cahit unverblümt fragt, ob er sie heirate. Als Gegenleistung dafür, dass er den Schein-Ehemann spielt, bietet sie ihm an, seinen Haushalt zu versorgen. Darüber hinaus soll es für keine Seite Verpflichtungen geben.
Der vom Leben enttäuscht zurückgelassene Cahit geht schließlich auf den Vorschlag ein. Zu Beginn fragt man sich noch, warum. Später im Film bringt es Cahit selbst auf den Punkt: Sie waren wechselseitig der Strohhalm für den anderen, an den man sich klammern konnte.
Für eine Weile geht scheinbar alles gut: Sibel genießt ihre Freiheiten, das Nachtleben und lockere Affären und Cahit trinkt weiter und widmet sich seinerseits der lockeren Affäre zu Maren (Catrin Striebeck), ohne Sibel nur ansatzweise respektvoll zu behandeln. Doch schon bald entwickeln sich aus der skurrilen Situation tiefergehende Gefühle. Doch das realisiert Sibel erst, als Cahit betrunken ihren Liebhaber erschlägt. Das Drama nimmt seinen unbarmherzigen Lauf.

Fatih Akin, einer der bekanntesten Deutschen Nachwuchsregisseure mit türkischem Pass, greift nach „Im Juli“ und „Solino“ erneut sein beliebtes Thema „Fremdsein“ auf. Doch obwohl „Gegen die Wand“ natürlich als Gesellschaftsdrama Themen wie Integration, Traditionen und Geschlechterrollen der türkischen Einwohner Deutschlands mal zynisch und mal seriös aufgreift, ist er in erster Linie doch ein Liebesfilm, wie ihn das Leben nicht treffender hätte schreiben könnte. Diese Glaubwürdigkeit macht neben der eindringlichen Darstellung Kikellis und Ünels den hohen Anspruch und Reiz von Akins inzwischen viertem Spielfilm aus.
Als alleiniger Drehbuchautor schlägt Akin selten leise Töne an. Was an vulgärem Wortschatz, Gewalt, Sex und Blut gezeigt bzw. gesprochen wird, lässt Beklemmung ebenso wie Authentizität beim Kinobesucher entstehen. „Ich will leben, lieben, tanzen, ficken, und das nicht nur mit einem Mann, verstehst du?“, meint Sibel zu Beginn des Films, als Cahit sie fragt, wozu sie eine Scheinehe mit ihm eingehen möchte. Treffender und echter hätte man die Lebenslust der jungen Türkin wohl kaum beschreiben können. Wirklich interessant wird der Film, wenn sich das Liebespaar seiner Gefühle bewusst wird und zur selben Zeit die Hoffnungslosigkeit ihren Höhepunkt erreicht. Mit seinem intelligenten und realistischen Ende rundet Akin seinen neuesten Streich zu einem echten Meisterwerk ab. Nicht von ungefähr kommt der Hauptpreis der Filmfestspiele von Berlin (Goldener Bär), der nach 18 Jahren erstmals wieder einem deutschen Film bzw. Regisseur verliehen wurde. Ansehen !

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Bernd Haasis: Stuttgarter Nachrichten Bernd Haasis: Stuttgarter Nachrichten

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8.0Ausgezeichnet

Fatih Akin ist es gelungen, die Zerrissenheit türkischstämmiger Deutscher im Widerspruch zwischen türkischer Tradition und deutscher Gegenwart ohne jede Larmoyanz zu dramatisieren. Diskriminierungsdebatten und andere politische Korrektheitseinbrüche spielen keine Rolle - Akin geht es allein um die Heimatlosen, um Sibel, die sich selbst nicht aus der Tradition lösen kann, um Cahit, der schlecht Türkisch spricht, aber trotzdem nie ganz in Deutschland angekommen ist.

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Kubrick_obscura: CinemaForever, arte

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8.0Ausgezeichnet

Hier trifft das deutsche Kino der Empfindsamkeit auf die Leidenschaft und das Temperament der türkischen Kultur. Die Figuren reagieren aufeinander mit den größten Emotionen und den ultimativen Handlungen. Akins Figuren sind wild und lebendig.

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Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost

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7.5Sehenswert

Keine Frage: Der Film traut sich was. Er wird, gewiss, sein Publikum spalten, und nicht nur das türkische. Und doch zerfällt er, trotz der schauspielerischen Höchstleistungen, nach einem grandiosen ersten Teil in zwei Hälften, die nicht mehr wirklich zusammenpassen wollen.

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Kommentare (81) — Film: Gegen die Wand


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undDerwolf

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Meiner Meinung nach nicht nur der beste deutsche Film, sondern auch eine beeindruckende Geschichte über Identität(en) und Kultur. Getragen wird das Ganze von Sibel Kekilli und Birol Ünel, die - wie es ihre Rollen verlangen - ans Limit gehen.

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Lju

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Respekt! Definitv ein Film mit Gehalt! Hinterlässt eine gewisse Schwere - aber die offene Sorte, nicht die ein-engende.
Und, soviel muss gesagt werden: Endlich ein (türkisch)deutscher Film, bei dem die Sex-Szenen nicht völlig absurd inszeniert sind.
Es geht eben auch anders. In mehrerlei Hinsicht.

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Dady

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Bewertung6.5Ganz gut

Ich will jetzt erst gar nicht damit anfangen das "Gegen die Wand" ein deutscher Film ist. Die bekommen hier ja sowieso meist schlechtere Bewertungen. Das ist eher ein türkischer Film der höchstens in Hamburg spielt. Die beiden beindruckenden Hauptdarsteller sind das Highlight an diesen Streifen. Birol Ünel ist der Hammer....würde jemand in einem Hollywoodfilm solch eine grandiose Leistung abliefern wäre zumindest eine Oscarnominierung bei rausgekommen. Der Film ist sehr direkt und geht offen mit Gewalt und Sexualität um. Was mich in manchen Szenen ein wenig verwundert hat. Leider hat der Streifen mich nicht zu 100% überzeugt da die 2. Hälfte etwas schwächer ist und die Story in eine andere Richtung umschwingt. Trotzdem kann man mit "Gegen die Wand" nicht viel falsch machen. Da man hier ein wirklich gutes Beziehungsdrama mit kulturellen Hintergrund serviert bekommt!!

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Penseur

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Bewertung9.5Herausragend

Für mich einer der besten Filme die Regisseur Fatih Akin jemals gemacht hat. Die schauspielerische Leistung von Birol Ünel, aber auch von Sibel Kekilli sind begeisternd. Der Film ist eine Achterbahnfahrt durch Liebe, Eifersucht, Freiheit und Verzweiflung. Jede Einstellung der Kamera und die gesamte Story sind gut durchdacht. Das Ende ist auch gut gewählt, weil es bis zum Schluss ein offenes Ende ist, welches so nicht voraussehbar war. Im Film geht es um Cahit (Birol Ünel) , welcher ein selbstzerstörerisches, alkoholdurchtränktes Leben in Hamburg führt und einen Job als "Bierflaschenabräumer" in einem etwas heruntergekommenen Musik-Club hat. Eines Nachts als er wieder volltrunken mit seinem Auto fährt, will er seinem Leben ein Ende setzen und fährt gegen eine Wand. Danach findet er sich in einer psychiatrischen Klinik für suizid gefährdete Menschen wieder, in der er auch die junge Türkin Sibel (Sibel Kekilli) kennenlernt. Diese hat den Vorschlag mit Cihat eine Heirat durchzuführen, allerdings nur, um dann ihre Freiheiten weit ab von den elterlichen Vorstellungen der traditionell, türkischen Lebensweise leben zu können. Cahit hat erst bedenken, da er eigentlich keine Lust auf so eine Art der Ehe hat, allerdings lässt er sich überreden. Bald schon, während Sibel ihr neues Leben in Saus und Braus lebt, bemerkt Cahit allerdings das er doch mehr als nur falsche Gefühle für Sibel hat. Er verliebt sich also in sie und fängt an um ihre Liebe zu kämpfen. Dabei geht er eines Tages so weit, dass er für einige Jahre ins Gefängnis muss. Zu der Zeit zieht Sibel, geplagt von Schuldgefühlen, nach Istanbul und nimmt einen Job in einem Hotel einer Cousine von ihr an. Nachdem Cahit ins Gefängnis kam und Sibel bemerkt hat, was sie alles falsch gemacht hatte, hat auch sie starke Gefühle für Cahit. Mittlerweile hat sie aber ein ruhiges Leben in Istanbul mit einer kleinen Tochter gefunden. Cahit der nach seiner Haftentlassung nach Istanbul gereist ist und Sibel dort aufgefunden hatte, will aber mit ihr ein neues Leben aufbauen.
Wer Dramen mag, die gut durchdacht sind und viele Wendungen haben und verschiedene Gefühle wiederspiegeln, der wird auch diesen Film mögen. Mich hat er sehr gut unterhalten und ich halte ihn für einen der stärksten Filme von Fatih Akin.

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zmpfl

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Bewertung9.0Herausragend

Wie lange habe ich mich vor dem Film gedrückt...
Diverse Auszeichnungen, überall hochgejubelt, extrem, hart, düster, pessimistisch, hoffnungslos, verkrustete türkische Traditionen, Selbstzerfleischung der Protagonisten etc...
Dann kannte ich noch die Szene, in der Sibel verprügelt wird.
Und ein deutscher Film isses auch noch ;)

Naja, warum soll ich mich mit einem so offensichtlich schweren Brocken mit deprimierenden Titel eigentlich belasten ??

Gut, dass ich's trotzdem gemacht habe :)

Der Film strahlt eine unglaubliche Kraft aus, zieht einen sofort in seinen Bann, ist spannend, uneitel, lustig, handwerklich ohne Tadel, hat 2 mitreissende Hauptdarsteller, ist optisch ansprechend und hat auch noch einen geilen Soundtrack.

Ich fand den Film überhaupt nicht bedrückend und die Geschichte des Paars, daß heiratet, damit die Frau ihre Freiheit gewinnt, ist insgesamt positiv und lebensbejahend.

Nicht abschrecken lassen, glasklare Empfehlung !

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Andy Dufresne

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Bewertung10.0Herausragend

Liebe ist Annehmen.
Sie ist die höchste Disziplin auf Erden.
In der Liebe befreien sich zwei Menschen.
In dem, was für Liebe gehalten wird, binden sie sich aneinander.
- George Spencer-Brown -

In diesem Sinne ist "Gegen die Wand" Annehmen und (schmerzliche) Befreiung...

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Kamell

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Viel Weisheit über die Liebe in den letzten Tagen, Andy, schön :-)


Andy Dufresne

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@Alle: Absolut, ja :)


dilan.or.5

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Gegen die Wand ist extrem.
Extrem emotional, negativ und schwarzweißblickend.
Deshalb fühlte ich mich als türkischstämmige Deutsche ein wenig von dem Film beleidigt.
Behandelt er doch eine Minderheit.
Der Film stellt im Grunde nur die vermeidlichen Klischees und Ängste der ( türk.) Elterngeneration dar.
Eine Frau, die sich in Deutschland emanzipiert, muss natürlich auch gleich abstürzen ect. pp.
Alles ist provokativ und es läuft nachdem Hau-drauf-Muster ab,immer krasser wird die selbstzerstörerische Spirale der Ereignisse und diese Übertreibung hat "etwas".
Es sind die Schwächen und die Stärken des Films zu gleich und das habe ich wirklich selten.
Regietechnisch hat Akin alles richtig gemacht und der Film lässt mich mit einem mulmigen Gefühl zurück.
Übrigens: Birol Ünel ist schauspielerisch nochmals sehr positiv herauszuheben.

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headmusic

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ein Film voll emotionaler Wucht und Sogwirkung! Die zwei Hauptdarsteller agieren als ginge es um ihr Leben! Fatih Akin hat einige tolle Filme gemacht aber man kann guten Gewissens behaupten, dass dies sein Meisterwerk ist. Absolut sehenswertes Filmhighlight!

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michael.pliet

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Bewertung7.0Sehenswert

Schade das es solche Filme nur selten ais deutschen Landen gibt. Wir können eben doch nicht nur Komödien. Packendes Drama dessen Außmaß sich erst im Laufe des Filmes offenbart. Klasse und glaubhafte Darsteller. Die Schweigers und Schweighöfers sollten sich von Fatih Akin mal einiges abschauen.

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Hushpuppy

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Krasser Film. Danach ging es mir total schlecht für mehrere Stunden. Aber krasse Leistung der Darsteller.
Auf gar keinen Fall ein Wohlfühlfilm. Sehr unbequem.
Man sollte sich gut überlegen, wann man ihn guckt.
Die Vergewaltigungsszene hat mich total umgehauen, das war so krass.
Kriegt nur keine 10 Punkte, weil ich Moviepilot nutze, damit es mir Filme gefällt auf die ich stehe.

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Fedkek2

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Bewertung9.0Herausragend

Bester "deutscher" Film den ich kenne! Nur das letzte Drittel ist ein wenig in die Länge gezogen.

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Riese96

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Bewertung3.5Schwach

Der Film behandelt zwar ein ernstes Thema, aber trotzdem erreicht er Mich nicht.
Die Handlung ist OK bis naja. Der Untertitel, der natürlich wichtig ist,
hat Mich auch gestört!
Ich lehne Mich mal weit aus dem Fenster und behaupte 'mal Wir haben schlimmere Probleme, Meiner Meinung nach!
Ein Film der Einem gefällt oder nicht!

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movie.max

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Erst durch seine Verlagerung nach Istanbul büßt 'Gegen die Wand' einiges an Kraft ein.
Was davor alles geschieht ist jedoch so stark, bewegend und überzeugend, dass man sich Akin's Liebenden nicht entziehen kann. Birol Ünel ist so unfassbar selbstzerstörerisch und tragisch, dass mir der Klos noch ein ganzes Weilchen im Hals stecken wird. Sibel befindet sich stets zwischen tollem Spiel und miesem Overacting, was sich jedoch verschmerzen lässt.
Aber wie gesagt: Nur die deutschen Szenen sind Extraklasse, in der Türkei erfolgt der logische Rückschluss, kraftvoll ist es jedoch nicht mehr ganz. Schade.

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Göksel Algan

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Bewertung7.5Sehenswert

Ein mehr als gelungener Streifen in vielen Hinsichten. Es fängt mit den extrem guten schauspielerischen Leistungen an, vorallem mit der von Birol Ünel (im Film Cahit) und hört bei der Vorstellung von der "Porno-Queen" wenn man sie so nennen darf (Sibel Kekilli) auf. Einfach super wie die beiden sich mit ihren Rollen identifizieren. Das genau macht ja meistens den halben Film aus. Hinzu kommt halt das elegant geschriebene Drehbuch von Fatih Akin. Die Regie bekam er dann natürlich ebenfalls mehr als gut hin. Die Produktion hat sich diese Preise auch sicherlich verdient, vorallem halt auch Fatih Akin nach so einer intensiven Arbeit die er mit Gegen die Wand präsentierte. Ein wenig Irrtum taucht gegen Ende auf, als der Film anfängt sich ein wenig zu überspielen. Im Normalfall soll der Film ja sogar noch länger dauern, doch er wurde wegen seiner langen Dauer geschnitten. Da merkt man halt das man ab und zu ein wenig "zu viele" Ideen im Kopf fliegen hatte und manches unnötig aufgeblasen hat. Manchmal ist kürzer besser, wie es dieser Film bestätigt. Rundum eine solide Vorstellung im Komplettpaket und ein mehr als anschaulicher Film.

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uncut123

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Bewertung9.5Herausragend

das ist ein film der x-traklasse!!!

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poesie91

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Bewertung6.0Ganz gut

Ich fand den Film einfach zu "krass", er hat meine Psyche ziemlich durcheinander gewirbelt. Am Ende konnte ich ihn einfach nicht mehr ertragen. Das heißt nicht, dass dieser Film schlecht ist- nur für mich ist er nichts.

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ell

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Birol Ünel..ohne Worte.

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Chewbacca

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Bewertung6.0Ganz gut

Fatih Akins deutsch-türkisches Drama wurde mehrfach ausgezeichnet und erregte durch seine Hauptdarstellerin damals mehr Aufsehen als ihm meiner Meinung nach zusteht. Sibel Kekilli, die ihre erste Karriere nur startete um Geld zu verdienen, spielt recht überzeugend, obwohl man merkt, dass alles auf Independent-Niveau gedreht wurde, was ihr zu Gute kommt. Den intensiveren Part übernimmt Birol Ünel, der es wahrlich nicht leicht hat, seiner Rolle aber gerecht wird und sehr viel Antipathie auf seine Seite zu ziehen weiß. Leider zieht sich die Handlung aber über weite Strecken nur so dahin und kommt nur selten extrem heftig mit einem neuen Seitenhieb daher, der nicht ausreicht die Spannung zu heben.

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aberaber

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Bewertung5.0Geht so

Mit "Gegen die Wand" konnte ich nicht wirklich was anfangen. Wenn nicht gerade geschrien oder geflucht wurde, waren die Dialoge ziemlich hölzern. Birol Ünel, den Darsteller des Alkoholikers Cahit, fand ich aber sehr gut.

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Framesurfer

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Bewertung5.5Geht so

Junge Türkin versucht ein freies Leben zu führen und reißt dadurch sich und alle herum ins Verderben. Einziger Hoffnungsschimmer ist die Rückkehr in die alte Heimat. Was ist das für ein finsteres Weltbild? Im Grunde ist der Film Ausdruck einer zu tiefst koservativen Einstellung und verdammt nahe an einer Blut und Boden Ideologie. Aber nein, er ist von einem türkischen Regisseur, der in Deutschland lebt. Das ist Integration, das ist Multikulti. Mir bleibt ein ungutes Gefühl.

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