Gosford Park

Gosford Park (2001), GB/US/DE
Laufzeit 137 Minuten, FSK 12, Komödie, Drama, Kinostart 13.06.2002

6.9 Kritiker
20 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.0 Community
580 Bewertungen
21 Kommentare
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von Robert Altman, mit Michael Gambon und Trent Ford

Ein Wochenende im England der 30er Jahre: Sir William McCordle (Michael Gambon) und seine Frau Lady Sylvia (Kristin Scott Thomas) veranstalten für ihre Freunde ein Jagdfest. Doch unter den betuchten Gästen scheint auch ein Killer zu sein…

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Cast & Crew


Kritiken (4) — Film: Gosford Park

Timo K.: Blockbuster Entertainment

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8.0Ausgezeichnet

[...] Agatha Christie trifft auf Robert Altman. Krimithriller begegnet Charakterstudie. So oder so ähnlich könnte man Altmans („The Player“; „Short Cuts“) „Gosford Park“ elegant umschreiben. Mit ironischem Augenzwinkern und scharfem Auge für das Wesentliche, gibt uns der Regisseur darin einen höchst lehrreichen, analytischen und bissigen Einblick in eine verflossene, in eine uns fremd erscheinende Welt, die von koketten Aristokraten und ihren treu ergebenen Dienern beherrscht wird. [...]

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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...

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8.0Ausgezeichnet

Mit sicherem Auge und ironischem Zwinkern beobachtet Altmeister Robert Altman in seiner Hommage an Jean Renoirs La règle du jeu das Gebaren dekadenter Aristokraten und Bourgeois. Altmans Kamera späht wie durch ein Schlüsselloch in eine fremde, verflossene Zeit und ruht manchmal auf verdächtigen Gegenständen.

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Ulrich Behrens

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8.0Ausgezeichnet

Altman tischt uns ein – übrigens von durchweg exzellenten Schauspielern durchsetztes – Drama auf, das sensibel und scharf den Blick in einen sozialen Kontext wirft, wie es kaum besser möglich erscheint. Die Kamera von Andrew Dunn nimmt den Zuschauer regelrecht mit auf diese dramatische Reise durch die Zimmer eines Hauses, in der sich eine ungeahnte Tragik offenbart.

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Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

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7.0Sehenswert

Solider Altman, der nicht ganz die Brillanz früherer Werke erreicht. Die großartige Bestzung entschädigt für vieles.

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Kommentare (17) — Film: Gosford Park

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harperpitt

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Brillanter Film, den jeder Filmfan gesehen haben sollte.

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slangbanger!

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Bewertung6.5Ganz gut

Wenn zu Beginn der Cast durch das Bild flimmert, dann geht wohl dem ein oder anderen Zuschauer das Herz auf. Doch auch GOSFORD PARK ist einer dieser Filme, von denen ich mir einfach mehr erhofft hätte. Die Grundstimmung des Films hat mir wunderbar gefallen und ist präsent bis zum Schluss. Wer hier aber viel "Krimi" erwartet, der wird enttäuscht, denn GP brauch erstmal Zeit um alle Charaktere vorzustellen und Geheimnisse um sie zu spinnen. Man wird Teilnehmer einer außergewöhnlichen Feier von Snob-Wesen, die zuweilen gar nicht wissen was sie miteinander anfangen sollen und warum sie überhaupt hier sind. Und hier hat sich Altman wohl ganz auf seine Darsteller verlassen, denn grandiose Schauspielkunst schützt hier gerade so vor Langeweile. Allerdings wird der erwartete Mord wieder genauso schnell aufgedeckt, wie er begangen wird und an dieser Stelle hätte ich mir einfach mehr "Geheimnis" gewünscht. Ein Lob noch an die melancholisch klassische Musik, die mir sehr zugesagt hatte.

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Dysta

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Bewertung6.5Ganz gut

Bei diesen Ensemble an britischen Schauspielern und wenn dazu noch Altman und Dunn am Werk beteiligt sind, erwarte ich großes britisches Kino. Das Problem an "Gosford Park" ist das der Film keine konstante Richtung aufweißt. in den ersten 60 Minuten ist es vermutlich die treffsicherste,ironischste und seriöste Gesellschaftssatire in der Zeit des neuen Films. Ab den bekannten Wendepunkt verläuft sich der Film in zu vielen Zielen. Will Altman hier eine Gesellschaftssatire, einen Krimi a lá Agathe Christie oder eine Krimikomödie schaffen? Am kritischsten muss hier der sonst solide bis überragend spielende Stephen Fry gesehen werden, welcher in seiner Rolle des Inspectors ganz stark abfällt und den Zuschauer aus den Flair der 30er Jahre rausreißt. Dieser aufgesetzte Humor gepaart mit einen abträglichen Verhalten passt einfach nicht in dieses wunderbaren Bild,welches Altman uns hier erschafft hat.

Durch die Rolle des Insepctors verkommt der komplette restliche Film und die Auflösung des gesamten Falles, fällt auch sehr stark ab. So dass bei mir persönlich gar nicht das Verlangen nach Rätseln aufkam, wer denn jetzt der Täter ist. Eigentlich ein Gedanke der mir immer bei guten Krimis o. ä. kommt. An dieser Tatsache lässt sich vermutlich am besten messen, dass "Gosford Park" es nicht geschafft hat mich in seinen Bann zu reißen.

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Niotq

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Auf dem Landsitz von Sir William McCordle, seiner Frau Sylvia und seiner Tochter Isobel trifft sich eine feine Gesellschaft mit ihrer Schar von Dienern, um unter sich zu sein, zu plaudern und seltsam gackernde Fasane zu jagen. Als dann allerdings ein Mord geschieht, für den es mehr als nur einen Verdächtigen gibt, herrscht Fassungslosigkeit - auch wenn es dem Großteil der Gäste schwerfällt, wirkliches Mitgefühl aufzubringen.

Robert Altmans Meisterwerk "Gosford Park" stößt nicht allerorts auf einhellige Begeisterung, und ein Grund dafür ist sicher die falsche Erwartungshaltung, mit der man an diesen Film herangeht. Wenn der Klappentext einen "mysteriösen Krimi in bester Agatha-Christie-Tradition" sowie "pures detektivisches Vergnügen" verspricht, lügt er. Der Trailer, der mit seiner beschwingten Musik eine leichte britische Komödie erwarten lässt, steht dem in nichts nach. Hinter diesen geschickten Marketingmechanismen verbirgt sich eine hochkomplexe Milieustudie einer adeligen Jagdgesellschaft in der Zwischenkriegszeit, deren gemütliches Erzähltempo einen detaillierten Einblick in Sitten, Marotten und Abgründe zulässt.

Ich kann spontan gar nicht wirklich artikulieren, womit sich "Gosford Park" den Lieblingsfilmstatus bei mir verdient hat. Faszinierend ist sicherlich diese unglaubliche Authentizität (man holte sich sogar drei Dienstboten, die ihre Arbeit seit den Dreißiger Jahren versahen, um auch wirklich alles so aussehen zu lassen wie damals) und die detaillierte Ausstattung. Ein immens wichtiger Grund ist allerdings das sensationelle Drehbuch - nicht nur, dass es zahlreiche Charaktere zeichnet und es schafft, ihnen Ecken und Kanten zu verleihen, es hält auch noch herrlich bissige Dialoge bereit, sowohl von den degenerierten High Society upstairs als auch von der - wenn sie unter sich ist - erbarmungslos ehrlichen Dienerschaft downstairs. Die Kamera macht sich gelegentlich den Spaß, mitten durch einen Raum hindurchzufahren und die Gespräche der Figuren allerorts einzufangen - und man saugt sie immer wieder aufs Neue begierig auf.

Wie es beim großen Altman ja häufiger der Fall war, haben wir auch hier wieder ein Schauspielerensemble, an dessen Leistungen man sich teilweise kaum sattsehen kann. Besonders hervorzuheben sind Maggie Smith, die für die Rolle der blasierten Countess Constance "I haven't a snobbish bone in my body!" Trentham geboren zu sein scheint, Michael Gambon als Sir William, der eine sehr altersmilde Version seiner Paraderolle aus "The Cook, the Thief, His Wife and Her Lover" darbietet, Helen Mirren als emotionslos-roboterhaftes Dienstbotenoberhaupt Mrs. Wilson, Eileen Atkins als leicht bärbeißiger Counterpart Mrs. Croft... ich könnte noch lange so weitermachen.

Ein Krimi ist der Film im Übrigen auch deswegen nicht, weil Inspektor Thompson (toll: Stephen Fry), der zu diesem Fall abkommandiert wird, als der einzige wirkliche Eindringling von außen eher ein komödiantisches Element des Filmes darstellt und schlichtweg ein Ausbund an unglaublicher Unfähigkeit ist. Sehr schnell gerät der Charakter wieder in Vergessenheit und Altman fokussiert sich wieder ganz auf seine Sozialstudie.

Eine begründete Kritik ist sicherlich, dass das komplexe Drehbuch beim ersten Versuch sehr undurchschaubar ist und man besonders beim Klatsch und Tratsch downstairs immense Schwierigkeiten hat, dem zu folgen, was da so emsig ausgetauscht wird. "Wer waren jetzt nochmal die Stockbridges und wer die Merediths?" fragte ich mich auch noch während des dritten Durchlaufs. Aber darin liegt ja auch die Faszination dieser Geschichte: Man erkennt jedes Mal neue Details, es gibt mit jeder Sichtung wieder neue Anspielungen, Beziehungen und Erklärungen, die sich einem offenbaren.

Aber auch auf emotionaler Ebene funktioniert "Gosford Park" gnadenlos gut. Man leidet mit, wenn am Schluss offenbar wird, welches traurige Geheimnis Sir William und seine Bediensteten umgibt. Man fühlt mit Mabel Nesbitt, die doch nur die Tochter eines Handschuhfabrikanten ist, wenn sie von ihrem Mann gedemütigt wird und von der Gesellschaft die kalte Schulter gezeigt bekommt, nur weil sie so "awfully common" ist, und auch ansonsten gibt es ausreichend Konflikte, beinahe zerschellende Existenzen und Betrügereien, um die gut zwei Stunden zu einer wahren Fundgrube für diejenigen zu machen, die diesen Film verstehen möchten und sich eventuell auf eine zweite Sichtung einlassen können.

Wenn sich dann am Ende die vom Gegensatz zwischen Adel (plus Fremdkörper) und Dienern geprägte Zusammenkunft auflöst und so garantiert nicht mehr zusammenkommen wird, kommt Wehmut auf, so sehr hat man diese verrückte, hochgestochene, heimtückische und doch auf ihre ganz spezielle Art und Weise charmante Gesellschaft in sein Herz geschlossen. Man wünscht sich, weiterhin am Leben dieser sich in alle Winde verstreuenden Menschen teilhaben zu können, und wenn ein Film so etwas vollbringt, muss er etwas richtig gemacht haben.

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Niotq

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Klingt sehr verlockend - ist notiert, danke vielmals! Ich kann übrigens nachvollziehen, dass du "Gosford Park" nicht magst - beim ersten Mal fühlen sich wohl die meisten ein wenig wie ins kalte Wasser geworfen.


Jack_Torrance

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Stimmt. Eine zweite Sichtung ohne versauende Werbeunterbrechung steht bei mir schon auf der (allerdings sehr langen) Watchlist.


Yvonne_Kol

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Bewertung7.0Sehenswert

Eigentlich ein solider Krimi von Kritiker-Liebling Robert Altman, der den Charme der 30er Jahre einzufangen vermag. Die Kostüme und die Darsteller haben auf ganzer Linie überzeugt, dafür gibt es 2 Extrapunkte, aber eigentlich ist diese "Mord in gehobener Gesellschaft"-Thematik à la Agatha Christie eher was für Genreliebhaber.

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hoffman587

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Gosford Park

"Gosford Park" von Robert Altman aus dem Jahre 2001, kurz zusammen gefasst, mit den üblichen Punkten.
Somit fangen ich bei der Story an, diese ist grundsätzlich recht einfach und bietet sehr hübsche Krimianleihen: Sylvia McCordle lädt die feine Gesellschaft in ihr Landhaus, zur großen Jagd ein. Doch ein Mord sorgt für Aufregung und bringt die Gäste aus der Fassung. Natürlich habe ich das jetzt stark vereinfacht, da die Story sehr clever ausgearbeitet wurde, mit Mord, Hass, Neid und bösen Intrigen, verziert Altman seine Geschichte.
So nun aber schnell zur Besetzung, die ist einfach nur brillant, mit Kristin Scott Thomas, Maggie Smith, Clive Owen, Ryan Phillipe und so weiter und so weiter, sie ist wahrlich gigantisch und ich behaupte jetzt mal, dass sie alle ihre Rollen sehr überzeugend spielen, aber das kann man auch nur als Theorie zu den Akten legen.
Nun gut, inszenatorisch handhabt Altman das Werk natürlich auf hohem Niveau, seine Regie selbst ist exzellent, sie lässt den Charakteren Platz sich zu entwickeln, aber halt hier liegt auch der große Schwachpunkt des Films, jedenfalls meiner Meinung nach, denn Altman inszeniert sein Werk unaufgeregt(was ja nicht negativ sein muss)beziehungsweise langsam, sehr langsam und für einige Zuschauer vielleicht zu langsam, sodass doch einige Längen entstehen, aber das liegt im Auge des Betrachters, jedenfalls bin ich dieser Meinung, aber so geht Altman sehr detailliert an sein Werk, sehr detailliert, insgesamt war ich mit seiner Arbeit aber mehr als zufrieden.
Und die Kamera liefert zudem noch hochqualitative, stilvolle und elegante Bilder der Extraklasse ab, ein Genuss für jedes Auge, okay, ich übertreibe, aber sie zu betrachten ist schon ein Vergnügen.
Weiterhin wurden auch die richtigen Charaktere nicht vergessen, sie wurden größtenteils ausgezeichnet skizziert, auch wenn das Ganze doch meiner Meinung nach mit zu vielen Figuren überladen war, sodass eben nicht jeder ideal gezeichnet werden konnte, trotzdem wurden die Hauptcharaktere glaubwürdig gestaltet und die Dialoge sind selbstverständlich erstklassig, schön geschliffen, intelligent, so wie es sein muss.

Unterm Strich kann ich also sagen, dass "Gosford Park" ein brillant besetztes, bitterböses, elegantes, komplexes und intelligentes Filmjuwel von Regie-Legende Altman ist.

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Joeyjoejoe17

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hoffman587

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:)


moviereporter

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

'Ein Krimi in bester Agatha Christie-Manier' wie angepriesen ist der Film ganz und gar nicht. Wer einen solchen erwartet wird zwangsläufig enttäuscht werden - wie ich. Als ich den Film zum ersten Mal sah, wurde ich schon fast gelangweilt von den nicht endenwollenden Dialogen. Ich war regelrecht überfordert mich zu konzentrieren bei der Fülle an Charakteren. Erst der zweite Anlauf brachte mir dann Vergnügen. Denn wenn man sich auf 'Gosford Park' richtig einlässt hat man wirklich Spaß an der eigentlichen Charakter/Gesellschaftsstudie, in welcher sich das Who as Who der britischen Schauspieler die Ehre geben.

Fazit: Mehr als sehenswerter Film der zum nochmals anschauen einläd.

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Kris

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Man hat es mit mehr Bediensteten als Gästen bei dieser Jagdgesellschaft zu tun, und jeder von ihnen scheint ein Geheimnis zu haben. Aber wer hätte Grund, Sir William, das Oberhaupt der Familie zu töten? Genial besetzter Krimi mit einer großen Portion Gesellschaftskritik.

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maslobojew

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Das ist weit entfernt von einer klassischen Krimistory und eine Krimikomödie ist das für mich auch nicht - auch wenn später Fry in seiner Rolle als Detektiv etwas verduselt daherkommt.
Der Film lebt von dem Vergleich und dem hierarchisch geprägten Miteinander der zwei Welten - Adel/Großbürgertum und Dienerschaft. Das macht Altman sehr gekonnt nicht mit dem Dampfhammer, sondern wir dürfen einfach Mäuschen spielen und zwar permanent - so muss sich der Zuschauer sein eigenes Bild von den Verhältnissen machen.
Kaum ein Dialog von denen da oben ist es wert ausgespielt zu werden, so dass die Kamera häufig folgerichtig wegschwenkt oder gleich der nächste Schnitt folgt. Die Fetzen, die man mit bekommt sind dafür aber sehr bissig, amüsant und sprechen für sich. Gefühle und Bedürfnisse bekommen eher noch bei der Dienerschaft einen klaren Ausdruck, auch wenn diese im Kleinen das System ihrer Herren und Herrinen auch schon übernommen haben.
Alles in allem für mich ein auf ungewöhnliche Weise fesselndes Gesellschaftsdrama. Leicht und tiefgründig inszeniert, mit vielen starken Schauspielern in interessanten Figuren.

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strangelet

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Bewertung7.0Sehenswert

Ich kann mir schon im realen Leben keine Gesichter merken, daher überfordert mich sowas ein bisschen. Bis man weiß, wer hier eigentlich wer ist, ist der Film schon wieder fast aus. Das heißt nicht, dass er nicht zwischendurch ganz amüsant wäre, aber um ihn voll wertschätzen zu können, müsste ich ihn wohl zweimal hintereinander sehen. Aber dafür ist er dann doch nicht fesselnd genug.

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8martin

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Bewertung7.5Sehenswert

Wenn der Regisseur nicht Großmeister Robert Altman wäre, könnte man diesen Film mit Nichtbeachtung in der Vergessenheit versenken. Doch dann macht zunächst einmal das riesengroße Staraufgebot hellhörig. Andererseits hätte nur ein wirklicher Könner wie er so einen Film machen können. Eine überaus prächtige Ausstattung sorgt für die Atmo im Schloss. Eigentlich passiert fast nichts. 90% sind Small Talk, gemischt mit albernen Gehässigkeiten, blasiertem Snobismus oder arrogantem Standesdünkel. Selbst ein Mord bleibt fragwürdig und die Anwesenden schenken ihm weiter wenig Beachtung. Man ahnt ein Motiv. Es bleibt aber ziemlich vage. Ist es ein Spiegelbild der englischen Gesellschaft vor dem 2. Weltkrieg? Die unheilvolle Aufspaltung in zwei Klassen? Eine dem Untergang geweihte Aristokratie? Von alledem ein bisschen. Mit leichter Hand inszeniert wartet man darauf, dass etwas passiert. Aber je länger das Warten andauert, desto ermüdend wird es.

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Joe Gillis

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Bewertung7.0Sehenswert

Altman, der Meister des komplexen Gesellschaftspanoramas, über die britische upper crust der Zwischenkriegszeit: 1932 versammelt sich eine Jagdgesellschaft auf dem Landsitz eines Industriellen, der im Verlauf des Weekends einem doppelten Mordanschlag zum Opfer fällt... Agatha Christie meets Evelyn Waugh. Raffiniert setzt Altman die Universen von Herr- und Dienerschaft miteinander in Beziehung und zeigt völlig ohne nostalgische Verklärung, wie upstairs und downstairs gleichermaßen von den herrschenden Verhältnissen zerrüttet werden – oben regieren Intrige und Überdruß, unten sprießt sozialer Selbsthaß aus permanenter Demütigung. Schade nur, daß sich weder der Regisseur noch der ermittelnde Kommissar für die Aufklärung der Bluttat zu interessieren scheinen. So eiert das letzte Drittel des Filmes zerstreut der kriminalistischen Auflösung entgegen, bevor das Werk mit einer seifenopernhaften Schlußszene ein eher zweitklassiges Ende findet. Was »Gosford Park« in jedem Fall sehenswert macht, ist das exquisite Schauspielerensemble: In den Salons und Dachkammern sitzen sie dicht gedrängt wie bei einer Oscarparty – allen voran die umwerfende Dame Maggie Smith als bornierte Landadelige in finanzieller Notlage.

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Tyler__Durden

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Eine Mischung aus Sittenbild, Drama und Whodunit Krimi. Ein Film über Kastengesellschaft, Intrigen, Gier und noch einiges mehr. Am wichtigsten aber ein Film über Charaktere. Dank messerscharfen Dialogen und einer schwindelerregend guten Besetzung erwacht das England das 30er bei uns auf dem Bildschirm zum Leben. Eine Film über die kleinen Geheimnisse die jeder von uns hat. Altmann wirft ein duzend schön gezeichneter Charaktere in ein Schloss und lässt uns dessen treiben miterleben. Ein Film für Leute die sich damit abfinden können das nichts unbedingt explodieren muss um gut zu sein. Verregnete Sonntag Nachmittage ich komme. Ein Film zum versinken.

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Beganda

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Bewertung6.5Ganz gut

Interessante Perspektive, schöne Kostüme und gute Darsteller. Letztendlich springt aber kein Funke über; zu sehr, zu lange ist Altman bemüht, die Distanz zu wahren.

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aikifreak

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Bewertung7.5Sehenswert

Ein schön gemaltes Gesellschaftsbild des englischen Land- und Geldadels der 1930er Jahre und ihr Bezug zu seiner Dienerschaft. Der Mord ist eher eine Nebensächlichkeit und dessen Aufklärung ist nicht solch ein tragendes Gerüst, wie in den typischen Agatha Christie Verfilmungen. Die verflochtenen Verhältnisse und Sichtweisen der einen sozialen Schicht auf die andere bilden den hauptsächlichen Rahmen. Deshalb werden Krimielemente, z.B. Spannung, vernachlässigt. Das macht den Film ein wenig ausschweifend und er verliert etwas an Schwung.
Sehr zu empfehlen ist die englische Originaltonspur. An sämtlichen britischen und teils auch amerikanischen Dialekten kann man sich kaum satt hören. In der deutschen Synchronisation ist das alles vernichtet. Allerdings ist das Englisch, im Gegensatz zum amerikanischen Standardstreifen, keine leichte Kost und manchmal blieb bei mir der Griff zum Dictionary nicht aus.

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freedika

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ein genialer Ensemblefilm mit dem perfekten Rhythmus.

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Tenzing

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Bewertung4.0Uninteressant

Tatsächlich ist der Film nicht mehr als ein guter Krimi. Das ist bei Altman etwas enttäuschend. Kostüme und bekannte Gesichter können da nur zum Teil aushelfen.

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