Herr Wichmann von der CDU
Herr Wichmann von der CDU (2003), DE Laufzeit 75 Minuten, FSK 0, Dokumentarfilm, Drama, Kinostart 10.04.2003
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von Andreas Dresen,
Sommer 2002, Bundestagswahlkampf in der Region Uckermark/ Oberbarnim, ganz im Nordosten Brandenburgs. Die Chancen stehen schlecht für Henryk Wichmann, 25, Bundestagskandidat der CDU. Die letzten Wahlen gewann der Konkurrent von der SPD mit haushoher Mehrheit. Doch Henryk Wichmann gibt nicht auf. Mit seinem Slogan “Frischer Wind bringt Bewegung in die Politik” zieht er durch den Wahlkreis, macht sich bekannt, diskutiert, verteilt Broschüren und Kugelschreiber, besucht Altenheime und mittelständische Betriebe und trotzt unter dem Parteischirm Wind, Wetter und der Hast der Passanten. Für den Endspurt hat er sich noch ein paar Trümpfe aufgehoben… Andreas Dresen und Kameramann Andreas Höfer begleiteten Henryk Wichmann einen Monat bis zur Entscheidung am 22. September auf Wahlkampftour.
Cast & Crew
-
Andreas Dresen
Regie
Schauspieler
-
Andreas Dresen
- Genre
- Ereignisdokumentation, Drama
- Ort
- Brandenburg
- Handlung
- Konkurrenz, Niederlage, Partei, Unterstützung, Wahlkampf
- Mitmachen
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Drehbuch
Filmdetails Herr Wichmann von der CDU
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Kritiken (3) — Film: Herr Wichmann von der CDU
Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...
Kommentar löschenEinen Monat lang hat Andreas Dresen den CDU-Politiker Henryk Wichmann in der heißen Phase des Wahlkampfs vor den Bundestagswahlen 2002 begleitet. Herausgekommen ist eine brillante Realsatire, die den absurden Kampf um Wählerstimmen inmitten einer weitgehend desillusionierten Gesellschaft zeigt. Denn Wichmann, der als Direktkandidat im entlegenen Nordosten Brandenburgs Infostände organisiert, Passanten zu motivieren sucht, Broschüren verteilt und Altenheime besucht, weiß keine Antworten auf die Sorgen und Ängste der Menschen, die sich einem Dialog mit ihm öffnen: Arbeitslosigkeit, zusammenbrechende Märkte, Zuwanderung und Politikverdrossenheit.
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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...
Kommentar löschenSituationskomik gibt es reichlich in dem Film. [...] Dresen zeigt Wichmann nicht als Person sondern als Prototyp. "Wir hätten auch jeden anderen Politiker begleiten können", sagt der Regisseur. Das Ergebnis wäre ähnlich ausgefallen. Dass Wichmann kein routinierter Polithase ist, macht ihn eher sympathisch.
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Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost
Kommentar löschen"Herr Wichmann von der CDU" ist ein Stück deutscher Realsatire. Mit unfreiwillig komischen, zuweilen gar slapstickartigen Momenten. [...] Mit "Herr Wichmann" bleibt sich Andreas Dresen erstaunlich treu. Wieder ist es, wie in seinen Spielfilmen, eine Geschichte aus dem Osten des Landes, da, wo es am meisten vergessen scheint, wieder geht es, wie in "Nachtgestalten", "Die Polizistin" und "Halbe Treppe", um eine Verliererfigur.
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Kommentare (8) — Film: Herr Wichmann von der CDU
Kommentar schreibenFernschreiber 2011/02/16 23:50:12
Kommentar löschen"Da stehen drei Nazis auf dem Hügel und finden keinen zum Verprügeln, in Brandenburg." Nicht erst seit Rainald Grebe weiß man, dass Brandenburg...so seine Schwierigkeiten hat. Der ideale Ort also, um zu dokumentieren, wie schwer es Politiker eigentlich haben.
Irgendwann in meinem Leben wollte ich auch mal Politiker werden. Zum Glück bin ich irgendwann davon abgewichen, spätestens nach diesem Film hätte ich kein Bock mehr drauf. Das Besondere an dieser Doku ist, dass sie absolut wertungsfrei daherkommt. Keine nervigen Erzählerstimmen aus dem Off, keine überflüssigen Erklärungen oder Interviews, es wird einfach nur schonungslos der Alltag des Kandidaten Henryk Wichmann in der tiefsten Provinz gezeigt. Dass sowohl die Leute nicht nur schlaue Sachen sagen ("Geh weg, ich bin Nazi") aber auch der Kandidat selbst teilweise kritikwürdig sind (ein misslungener Auftritt in der Schule) wird offen gezeigt. Man kann die Doku auch sehr gut schauen, wenn man politisch eine andere Ansicht hat. Denn dies verkommt zum Glück nie zu einem Werbefilm für die CDU. Hier wird das harte Leben eines Lokalpolitikers gezeigt. Die Figur Wichmanns erinnert in einigen Momenten an Stromberg und bringt somit auch ein gewisses Humorpotential mit, was natürlich teilweise ins sehr skurrile und teils fast tragische abrutscht.
Dass das Privatleben des Kandidaten nur am Rand erwähnt wird kann vielleicht ein wenig schade sein, ist aber noch kein Kritikpunkt. Man darf auch keinen großartigen Informationsgewinn was Politik angeht erwarten. Viel mehr bekommt man eine hochinteressante Charakterstudie, gemischt mit dem Bild einer Region, in der sich die Leute etwa soviel für Politik interessieren wie für Reissäcke in China. Und wenn doch mal mehr Interesse da ist, dann geht das selten über Biertischphrasen hinaus.
Das alles ist nicht zu lang und äußerst insgesamt doch sehr unterhaltsam.
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rkuehne 2009/09/29 16:47:50
Kommentar löschenMan weiß nicht sorecht, was man von diesem Herrn Wichmann halten soll. Manchmal bewundert man ihn für seinen Ehrgeiz und seine Ambition, manchmal wirkt er einfältig und platt, ein anderes mal wieder hilflos, das nächste mal Machtbesessen. Auf jeden Fall ist der Film ein ziemlich schamloses Porträt, was einen die "Denke" von Politikern gut näherbringt, die dann, wenn es Stimmen bringt auch vor fast-rechten Parolen nicht zurückschrecken.
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Paul 2009/05/10 14:25:29
Kommentar löschenEin in keiner Weise öder Dokumentarfilm über die Einöde der ostdeutschen Provinz. Fast schon kann einem der ziemlich unbeholfen agierende CDU-Kandidat Henryk Wichmann ein wenig leid tun, ob seiner im Gegensatz zu ihm noch weitaus unsympathischeren potenziellen Wählerschaft, welche vor Ressentiments gegen Ausländer, den Westen oder das Großkapital nur so strotzt.
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annaberlin 2008/09/16 15:57:50
Kommentar löschenWer schon immer die Schnittmenge zwischen CDU/CDU und rechtsradikal als gegeben ansah, wird sich wundern, wie groß diese auf Lokalebene ist...
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LisaBein 2008/09/16 13:44:53
Kommentar löschenWitzig, schräg. Sehenswert!
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alter.native 2008/01/22 16:15:28
Kommentar löschenWirklich gut beobachtet wie ein junger, engagierter Mann auf dem Weg ist, Berufspolitiker zu werden. Er kommt dabei noch fast sympathisch, aber auch bemitleidenswert (bei seinem Auftritt im Altenheim) rüber. Die Dialoge sprechen für sich selbst und dass im Bierzelt zum Deutschlandlied Keiner den Arm gehoben hat, verwundert dann schon fast. Wie hätte da der gute Herr Wichmann reagiert?
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holgerd 2007/07/19 17:07:22
Kommentar löschenIch wusste es doch: Politiker sind eigentlich bemitleidenswert. Aber Herr Wichmann versucht sich wirklich tapfer zu schlagen.
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Sonse 2007/03/09 01:30:08
Kommentar löschenSo sieht Lokalpolitik in Deutschland aus. Da wundert mich nichts mehr... ;-) Mit welch charmanter distanzierter Ironie Dresen den Herrn Wichmann darstellt ist absolut sehenswert.
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