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Michael
Michael (2011), AT Laufzeit 96 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 26.01.2012
7.6
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von Markus Schleinzer, mit Michael Fuith und Christine Kain
Michael hat den 10jährigen Wolfgang (David Rauchenberger) entführt und hält ihn in seinem Keller gefangen. Dabei versucht Michael (Michael Fuith), dem kleinen Wolfgang einen möglichst normalen Alltag zu ermöglichen. Er kocht für ihn und geht sogar mit dem Jungen spazieren.
Hingrund & Infos zu Michael
Das Regiedebut des Österreichers Markus Schleinzer lief im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes.
Mehr Bilder (11) und Videos (1) zu Michael
Cast & Crew
Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Michael
- Genre
- Drama
- Zeit
- Gegenwart, Weihnachten
- Ort
- Tirol, Österreich
- Handlung
- Doppelleben, Gefangener, Gefangenschaft, Geschenk, Junge, Karriere, Keller, Kollege, Lebenslüge, Päderast, Sexueller Missbrauch, Tarnung, Täuschung, Vergewaltigung, Versicherung, Weihnachten, Zoo
- Stimmung
- Ernst, Hart, Spannend
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Kritiken (10) — Film: Michael
filmeverstehen
Kommentar löschen"Einen Film machen. Über ein Thema, dass man kaum fassen kann. Einen Film gestalten. Mit einer Idee. All das erkennt man hinter Michael. Da gibt es keinen Pathos, nur die Täterperspektive. Sonst nichts. Der Täter ist völlig unscheinbar, hat kaum eine Biographie und das ist in der Tat überhaupt nicht wichtig. Hier geht es nur um den Ist-Zustand. Mehr nicht. Das impliziert einen ganz bestimmten Stil, eine Richtung, eine Meinung und man versteht den Dank an diesen Michael Haneke. Da ist ein ganz klarer Bezug in dem Rhythmus und dem nicht zeigen oder Auslassen von bestimmten Elementen oder Dingen, Strukturen. Das ist zumindest mein Eindruck. Mit dem was ich sehe, stehe ich ein bisschen in Konflikt. Es gibt nur das, was mir gezeigt wird, in klaren Bildern, in atmosphärischen Tönen, Alltag. Darüber geht es nicht hinaus. Doch was erfahre ich dadurch. Warum in dieser Weise einen Spielfilm formulieren. [...]"
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SoulReaver: CinemaForever
Kommentar löschen[...] 'Michael' wird uns ab dem ersten Moment völlig ruhig und unaufgeregt erzählt. Regisseur Markus Schleinzer will nicht mit provokanten oder voyeuristischen Szenen polarisieren, sondern setzt auf gefasste Subtilität. Wir werden in ein Leben eingeführt, dass für jeden Außenstehenden absolut undenkbar und grausam ist, doch hier schon pure Normalität angenommen hat. Michael und Wolfgang führen ein geregeltes und abgeklärtes Zusammensein. Dabei liegt das Hauptaugenmerk ganz klar auf Michael, dem Täter, dem Verbrecher, der hier allerdings zu keiner Sekunde als Monster verteufelt wird oder in ein Muster gedrückt wird, in dem wir noch zum Mitleid gezwungen werden. Schleinzer dokumentiert und zeigt, ohne jeglichen moralischen Anklagen, sondern mit Bestandsaufnahmen aus einer falschen Welt, die ihre eigene Logik führt und von den damit verbundenen Gesetzen und Regeln lebt. [...]
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Joeyjoejoe17 Thu, 14 Jun 2012 13:55:09 -0000
Antwort löschenKann man den Film denn auch ohne deutsche Untertitel gut verstehen? Ich hab den österreichischen Film "Atmen" abbrechen müssen, weil ich kein einziges Wort verstanden habe.
SoulReaver Thu, 14 Jun 2012 18:02:03 -0000
Antwort löschenDas geht schon, gibt schlimmeres, manchmal musste schon richtig hinhören, aber das geht. :)
Andreas Fischer: Radio Köln Andreas Fischer: Radio Köln
Kommentar löschenSchlimmer als die beklemmenden Bilder, die Schleinzer zeigt, sind die Bilder, die er nicht zeigt. Es ist gnadenlos, wie Schleinzer auf jegliche Sensationslust verzichtet.
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Andreas Resch: fluter Andreas Resch: fluter
Kommentar löschenMarkus Schleinzer ist es auf beeindruckende Weise gelungen, die Abläufe und zwangsläufig entstehenden Abhängigkeiten im Alltag von Opfer und Peiniger detailgenau darzustellen.
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Margret Köhler: br-online Margret Köhler: br-online
Kommentar löschenMichael polarisiert und hinterlässt trotz Verzicht auf eine explizite Darstellung des sexuellen Missbrauchs ein sehr unangenehmes Gefühl.
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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...
Kommentar löschenKalt, nüchtern, präzise und fast klinisch steril schildert „Michael“ das Martyrium des Kindes. Der Film kommt fast ohne Dialoge und Musik aus, zeigt keinerlei Sympathie oder Antipathie. Das macht ihn so ungeheuer aufwühlend und provokant. Doch eben darin liegt zugleich die große Stärke dieses viel diskutierten, großartigen Dramas, das dieses Schockerlebnis ausdrücklich sucht und in dieser Unerbittlichkeit sehr an den österreichischen, frankophilen Regiemeister Michael Haneke erinnert, für den Schleinzer als Casting-Direktor gearbeitet hat
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Alexandra Wach: film-dienst.de Alexandra Wach: film-dienst.de
Kommentar löschenMichael ist ein in seiner kalten Distanziertheit hoffnungslos misanthropischer Blick in psychische Deformationen, der ohne das Angebot von Mitgefühl und Erlösung auskommt und gerade deswegen bis ins Mark trifft.
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Michael Meyns: programmkino.de Michael Meyns: programmkino.de
Kommentar löschenIn seiner konsequenten Haltung ist Michael ein absolut bemerkenswerter Film.
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Christoph Huber: Die Presse Christoph Huber: Die Presse
Kommentar löschenFür seinen Film Michael hat Schleinzer eine eigene, so verstörende wie faszinierende Opfer-Täter-Beziehung entwickelt, die in sicherem, kühl-protokollarischem Stil vorgetragen und von zwei furiosen Hauptdarstellern zum Leben erweckt wird. Michael Fuith brilliert in der Titelrolle als Durchschnittstyp […]. In dem Kinderdarsteller David Rauchenberger findet sich ein bemerkenswertes Gegenüber.
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Andreas Borcholte: Spiegel Online Andreas Borcholte: Spiegel Online
Kommentar löschenAllzu offensichtlich steuert das erschreckend eingespielte Leben im Perversen auf eine erlösende Katastrophe zu, doch Schleinzer schafft es, den Horror subtil zu dosieren.- ein konzentrierter, kluger, überlegter und kontroverser Film über ein akutes gesellschaftliches Thema, der trotz einiger dramaturgischer Schwächen zu den bisherigen Höhepunkten des Wettbewerbs gehört.
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Kommentare (32) — Film: Michael
mondauge Mon, 06 May 2013 00:19:00 -0000
Kommentar löschenverstörend, ekelhaft, realistisch
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
JackoXL Mon, 22 Apr 2013 16:22:26 -0000
Kommentar löschen- "Das ist mein Messer. Und das ist mein Schwanz. Was soll ich dir reinstecken?"
- "Das Messer!"
Markus Schleinzer erinnert stark an seinen Landsmann Michael Haneke, zumindest in der Art, wie er seinen Film erzählt. Das mag Zufall sein, bewusst so gewollt oder er nimmt es einfach in Kauf, sich hinterher den Vorwurf gefallen lassen zu müssen, vom Meister abzukupfern, da der Film nur so wirklich funktionieren kann. Was auch immer der Fall ist, letzteres ist eindeutig Tatsache. "Michael" ist so reduziert wie nur möglich. Ein bedächtiges Tempo, keine (künstliche) Musik, keine durch inszenatorische Mittel erziehlten Emotionen. Das ist alles so echt und real, Kino allein auf seine Geschichte fokusiert.
Das heikle Thema, gerade in Anbetracht der Umstände, dass der Fall Natascha Kampusch um die Welt ging und nun so ein Film aus Österreich kommt, wird erstaunlich unspektakulär und unreißerisch präsentiert, was ihn nur intensiver macht. Wichtig für diese befremdliche Ruhe ist der Punkt, dass die Story nicht den Anfang vom Martyrium des kleinen Jungen erzählt, sondern irgendwann in der Mitte einsetzt. Wir wissen nicht, wann und wie er in den Keller gekommen ist, nur es kann nicht erst letzte Woche gewesen sein. Viel zu konditioniert und routiniert sind die Abläufe. Wir sehen kein kleines Kind, das heult, zitttert oder nach seiner Mutter schreit, sondern eins, das sich den Regeln und Abläufen motorisch und emotional angepasst hat. Wir sehen auch keine körperliche Gewalt, den gesamten Film über bleibt uns das erspart. Was wir sehen und spüren, ist absolute Hoffnungslosigkeit, psychische Brutalität, die aber so leise und nuanciert auftritt, dass sie sogar übersehen werden kann. Der einleitende Dialog ist (fast) der einzige Ausreißer aus diesem erschreckend stillen Szenario. Da gibt es diese vielen, kleinen Momente.
Das fast bizarre Weihnachtsfest, die kurzen Momente, in denen das Kind Anzeichen von Hospitalismus zeigt, die Sequenz, als Michael nach einem (ungeplanten) Krankenhausaufenthalt wieder in den Keller geht, er den Jungen schon verzweifelt gegen die Tür klopfen hört und sich dann entscheidet, erstmal wieder rauf zugehen. Das ist so bitter, nur so dezent angedeutet, dass das wahre Grauen erkannt werden muss. In dieser extremen Zurückhaltenheit droht sich "Michael" zwischenzeitlich sogar zu verlieren, nur gibt es dann immer diese Punktlandungen, die den Zuschauer schonungslos wieder zurückholt. Ein grandioser Moment ist das Aufstellen des Hochbetts und was darauf folgen soll (die Reaktion von Michael, nachdem sein eigentliches Vorhaben scheitert, ist sensationell und super eingefangen).
Trotz einiger Längen schockiert "Michael" besonders in seinem Finale. Warum, darf ich einfach nicht erläutern, obwohl ich es so gerne würde. Nur soviel: Wie quälend ausgedehnt das inszeniert wird, mit dem Wissen des Zuschauers gespielt wird, ist sehr schmerzhaft. Ein leiser, versteckt brutaler Film mit der Liebe zum Detail. Schont nicht, nur schmiert es auch nicht auf's Brot.
bedenklich? 25 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 13 Antworten
SoulReaver Mon, 22 Apr 2013 16:26:39 -0000
Antwort löschenWas ist das denn für ein Zitat? So was guckst du dir dann? Woher bekommst du nur so ein Zeug? Perversling...
JackoXL Mon, 22 Apr 2013 16:30:14 -0000
Antwort löschenKeine Ahnung, der perverse Briefträger will mich wohl locken. Aber ich kann seinem entzückenden Schnäuzer widerstehen.. noch...
SoulReaver Mon, 22 Apr 2013 16:42:28 -0000
Antwort löschenWenn du 10 Dollar übrig hast, dann sag Bescheid. Ich hab mir da ein lustiges Spielchen ausgedacht...
Punsha Mon, 22 Apr 2013 16:42:36 -0000
Antwort löschenStarker Film, blödes Zitat. :/
SoulReaver Mon, 22 Apr 2013 16:44:57 -0000
Antwort löschenStarker Film, starker Kommentar, gutes Zitat. Jacko stimuliert ja immer gerne die Erwartungshaltungen. Cleverer Jacko, brav.
JackoXL Mon, 22 Apr 2013 16:45:48 -0000
Antwort löschen@souli: Nein danke, das fünf Dollar-Spiel ist mir schon fünf Dollar zu dolle. Darst mich küssen. ;)
@Punsha: Habe auch erst überlegt, aber es ist so prägnant, musste ich einfach bringen. Passt aber eher nicht zum Stil des Films, gebe ich zu.
Deathpool Mon, 22 Apr 2013 16:56:18 -0000
Antwort löschenOha ich trau mich nicht, aber da haste mal wieder was echt grausiges rausgepackt Jacko.
Solche Filme knallen bei mir immer voll rein besonders wenn sie so extrem auf die Geschcihte fokusiert sind.
Ganz feiner Kommentar.Bin mir sicher du hast es mal wieder perfekt eingefangen.
Bin schon neugierig.
SoulReaver Mon, 22 Apr 2013 16:57:20 -0000
Antwort löschenJa, Jacko weiß eben, wo er gute Filme herbekommt.
JackoXL Mon, 22 Apr 2013 17:11:42 -0000
Antwort löschenDamit es jetzt alle wissen: Dem Souli seiner! So, zufrieden? ;)
Deathpool Mon, 22 Apr 2013 17:32:27 -0000
Antwort löschenWow was für ein Twist^^
SoulReaver Mon, 22 Apr 2013 17:35:10 -0000
Antwort löschenIch bin ein guter Samariter. :)
Alle 13 Antworten zeigen
JackoXL Mon, 22 Apr 2013 17:36:39 -0000
Antwort löschenDu bist pervers, aber ich mag das. ;)
SoulReaver Mon, 22 Apr 2013 17:38:36 -0000
Antwort löschenCall me Michael Maniac!
Supereule Sat, 20 Apr 2013 21:21:45 -0000
Kommentar löschenAn die kühlen Arbeiten von Michael Haneke erinnernd, wagt sich der Film in einen Bereich, deren Auskundschaftung allein schon Stoff für Debatten gibt. Denn der sexuelle Kindesmissbrauch wird in MICHAEL aus einer Täterperspektive thematisiert. Es geht also weniger um das Verbrechen an sich, sondern um den Verbrecher, welches in diesem Werk ein leises, durchaus mitfühlendes Monster ist. Kühl, distanziert, beinahe emotionslos laufen anfänglich die Aktivitäten zwischen dem Täter und Opfer ab. Die Rollen sind verteilt, die Abläufe sind Routine. Irgendwann beginnt jedoch das zehnjährige Kind zu rebellieren, von hier an wird der Film angenehmer, weil Hoffnung erblüht. Natürlich ist Schleinzers Debüt keine sensationsheischende Pädophilenklischee-Bombe geworden, dennoch macht der Regisseur es dem Zuschauer etwas zu leicht, wenn er den Täter als einsamen und zurückhaltenden Mann darstellt. Wahrscheinlich ist das aber nur Gemecker auf hohem Niveau. Schließlich überzeugt das Gefilmte aufgrund der Ambivalenz des Bösewichts, dessen Darstellung Michael Fuith übernimmt und der für eine sehr interessante Mischung zwischen ausdrucksstarken Gefühlsmomenten und psychischer Unantastbarkeit in der Zeichnung des Pädophilen sorgt.
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Markbln Wed, 13 Mar 2013 10:56:12 -0000
Kommentar löschenEin starker Beitrag zum schweren Thema, weil er es grandios schafft, das Unnormale als normal zu beschreiben. Die Täterperspektive wird konsequent und sehr intelligent verfolgt. Mit einer einzigen Frage kann sie die ganze Tragödie freilegen. Die grausame wie nebensächlich hingeworfene "Messer-oder-Schwanz"-Frage scheint nur oberflächlich schockierend zu sein, doch sie ist weit mehr, denn sie zeigt in nicht einmal einer Minute die ganze Brutalität des Verbrechens und auch die psychische Wandlung des Kindes, das sich seines Abhängigkeitsverhältnisses sehr bewusst ist.
Hier wird auch der Täterbegriff aus der monströs verklausulierten Ecke geholt, wenn beide beim gemeinsamen Mittagstisch in einer der banalsten Handlungen gezeigt werden und die perverse Frage wie die Frage nach dem Tag in der Schule gestellt wird. Diese Szene, Michaels Beförderung und ein weiterer Entführungsversuch auf der Gokart-Bahn bilden die Höhepunkte der sehr präzise gezeigten Studie eines pädophilen Täters. Sie ist weder verteufelnd noch verharmlosend, sondern fast protokollarisch angelegt. Die beklemmenden Bilder werden durch das Aussparen körperlicher Gewalt im Kopf noch intensiver. Ein sehr wirkungsvoller Film, der sich jeder Effekthascherei und Manipulation verweigert.
MICHAEL ist Film in bester österreichischer Tradition, MICHAEL wird von zwei herausragenden Schauspielern zu jeder Zeit glaubwürdig verkörpert und MICHAEL ist das Debüt von Markus Schleinzer.
Man kann nur hoffen, das weitere Werke von solcher Wucht folgen werden.
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TinaCocaine Sat, 09 Mar 2013 10:03:42 -0000
Kommentar löschenIch weiß nicht, was der Film mir zu sagen versucht...Dass Pädophile nach außen hin einem ganz normalen Leben nachgehen? Nach etlichen Kindesentführungen, die in den Medien ans Licht gebracht wurden, ist das wohl auch dem letzten Deppen bewusst. Darüber brauche ich keinen Film...Etwas anderes bringt "Michael" mir aber nicht bei: Weder werden die Gefühle des Jungen wirklich klar, noch die Beziehung zwischen Wolfgang und Michael. Natürlich sind einige Szenen dabei, in denen bewusst wird, dass Michael den Jungen nicht etwa aus Nächstenliebe "hält", sondern weil er pervers ist und die Herrschaft über Wolfgang haben will, aber mir fehlen die Erklärungen, mir fehlt die Grausamkeit. Ich hätte mir einen Film gewünscht, der schockiert (weil das Thema einfach dermaßen abartig ist) und zu Emotionen führt. Ich konnte weder wirklich Mitleid für das Kind empfinden, noch den Täter abgrundtief hassen, weil mir das Ganze zu "normal" erschien und die Atmosphäre nicht düster genug ist. Trotzdem finde ich es wichtig und richtig, dass Filme über dieses Thema gemacht werden, da es allgegenwärtig ist und nicht totgeschwiegen werden sollte. Allerdings klärt "Michael" nicht auf und bringt weder mir, noch einem Betroffenen etwas.
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Mr.Film Sun, 03 Feb 2013 14:03:36 -0000
Kommentar löschen"Michael", das Drama über einen Mann, der einen kleinen Jungen im Keller hält. Auf manchen Flecken der Welt leider traurige Realität, Pädophilie ist eine Krankheit die viele Menschen befallen hat. So auch Michael (Michael Fuith). Er hat den 10-jährigen Wolfgang entführt, doch will er ihm auch ein möglichst 'normales' Leben bieten. Er kocht für ihn, geht mit ihm raus spazieren. Sachen, die normalerweise auch die Eltern machen würden. Doch ist das natürlich alles andere als normal, immer wieder merkt man das Michael das nicht für das Kind macht, sondern für sich und seine Befriedigung. Er hegt keinerlei Gefühle für das Kind. "Michael" trifft mit der Thematik natürlich den Nagel auf den Kopf und erschüttert die große Menge mit einem Drama über einen Pädophilen. Doch wenn ich ehrlich bin, ist es auch nur das Thema das großes Aufsehen bei mir erregt hat. Natürlich, man könnte so ein Projekt vollkommen falsch angehen, doch hier hat man gut aufgepasst, sich zusammengerissen und es bis auf 1-2 Szenen sehr gemächlich angehen lassen. Damit möchte ich sagen, dass "Michael" kein Meisterwerk ist. Warum sollte ein Film dies auch gleich sein, nur weil er sich an ein schweres Thema heranwagt und es ohne wirklichen Schock verfilmt? Ich kenne nicht viel aus dieser Sparte, doch hätte ich mir z.B. die Kompromisslosigkeit eines "Mysterious Skin" gewünscht. "Michael" nimmt zwar kein Blatt vor den Mund, öffnet ihn aber auch zu selten. Doch wenn er es tut, kann man sich auf einiges gefasst machen. "Sunny one so true, i love you".
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annaberlin Sat, 01 Dec 2012 19:18:45 -0000
Kommentar löschenWas eine Tortur, sich dieses 'Pädo-Drama' anzusehen. Sicherlich der bislang beste Film, der sich mit diesem Thema auseinandersetzt. Ich bin gespannt, was der Natascha-Kampusch-Film uns bringen wird, aber Michael hat sich für immer in mein Gehirn eingebrannt als geradezu neutrale Studie über das Zusammenleben des Schänders und des Kindes. Wie die beiden da sitzen und wortlos ihr Abendbrot verzehren, ist schon schier unerträglich. Ich bin froh, dass der Filmemacher darauf verzichtet hat, den Missbrauch an sich zu bebildern, doch gerade das Ungezeigte entfaltet sich im Geiste dann doch zum unfassbaren Schrecken.
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Bloodmind Sat, 17 Nov 2012 01:44:10 -0000
Kommentar löschenÄähh....wie sinnlos war das denn gerade, bitte?
Ich habe keine Abneigung gegen den Film, wegen seiner Thematik, er ist schließlich aus der Kino Kontrovers Reihe und da erwarte ich auch schockierende Dinge...die Sache ist, fast das einzige, was kontrovers an diesem Film ist, ist die Grundpremisse. Ansonsten sieht man die ersten 50 Minuten einen erwachsenen Mann, der einen Jungen im Keller hält und das äh...weiter nichts passiert. Und ich möchte jetzt nicht sagen, dass man mit der Holzhammer-Methode vorgehen sollte - Subtilität ist okay, aber wenn den Großteil des Films wirklich GARNICHTS (!!) passiert, rauscht es ziemlich am Thema vorbei. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, WAS die ersten 50 Minuten des Films überhaupt für einen Sinn haben, außer darzustellen, dass Pädophile, die Kinder in ihrem Keller einsperren, ja eigentlich "ganz normale Menschen sind, die halt nur so einen kleinen Charakterfehler haben".
Zugegeben, er hat seine Momente, auch wenn es sehr wenige sind, aber irgendwie hat er diesen typischen Makel vieler "Kunstfilme", dass "ruhig", "langsam", "wortlos" und "schleppend", halt keine Ausrede dafür sind, das man keine Ideen für einen Inhalt hat. Manche schaffen es, dies auch wirklich gut umzusetzen und dem Film damit Athmosphäre zu verleihen, hier wirkt es leider einfach nur leer.
Jedem, der eine solche Thematik in guter Ausführung, mit sehr guter, erwählter Sprache und so etwas wie Kreativität erleben will, möchte ich das Buch "Living Dead Girl" an's Herz legen. Zwar schockiert es - aber das sollte bei so einer Thematik, irgendwo auch so sein.
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AlgorMortis Tue, 08 Jan 2013 21:35:20 -0000
Antwort löschenwas hättest du denn erwartet, damit deiner meinung nach "etwas passiert", ein schreinendes zappelndes opfer und einen wutschnaubenden täter mit hörnern und pferdefuss? Ich empfinde genau die, von dir angeprangerte Banalität, als den eigentlich Tiefschlag des Films! Pädophile sind eben leider "ganz normale Menschen", zumindest wirken sie äußerlich so - und der Film stellt eben genau das da. Der Fokus liegt nicht auf dem Prozess des Missbrauchs sondern auf der erstarten Emotionalität der gebrochenen Seele des Kindes.
Bloodmind Wed, 09 Jan 2013 07:59:47 -0000
Antwort löschenNein, wie gesagt, Subtilität wäre kein Problem und ist, richtig eingesetzt, auch immer ein großes Plus. Mir ist bewusst, dass Pädophile nach außen hin eben "ganz normale Menschen" sind, aber er wirkt ja (Bis auf Ausnahmen, die ein paar Sekunden in Anspruch nehmen) nichtmal im Gegenwart des Jungen anders - Ich bekam dadurch eher das Gefühl, es wäre eben sein Hobby, einen Jungen in seinem Keller zu halten, weil er selber keine Kinder hat, sich einsam fühlt, ihm langweilig ist (!?) oder ähnliches (bis auf erwähnte Szenen und ja, mir ist bewusst dass das eben auch Stichpunkte sein können), trotzdem fehlte in meinen Augen ein größeres Befassen mit den Beweggründen/Interaktionen zwischen den beiden...das Problem war, dass ich die ganze Zeit das Gefühl hatte, dass der Film komplett an der Thematik vorbeirauscht - Er befasst sich fast garnicht mit der eigentlichen Sache, sondern zu gefühlten 90% mit "Er ist ein ganz normaler Mensch! Guckt wie normal er ist!!" - Das ist ein wichtiger Punkt in dieser Thematik, richtig, aber sich eben hauptsächlich mit einem sehr langweiligen Menschen außeinanderzusetzen, macht es filmisch nicht wirklich zu einem großen Kunstwerk, sondern verbannt ihn in die Mittelmäßigkeit.
Ich konnte weder eine emotionale Bindung zum Kind oder dem Entführer aufbauen. Beide wirkten nicht "emotional kalt" auf mich, sondern viel mehr leer und ohne Persönlichkeit. Der Junge wirkte die ganze Zeit, als wäre ihm seine Lage fast egal - allerdings nicht (!) aus dem Grund, weil er "aufgegeben" und sich mit seiner Lage abgefunden hat, katatatonisch wird oder weil bei ihm das Stockholm-Syndrom einsetzt, sondern viel mehr wirkte es wie Gleichgültigkeit. Da gab es keine emotionale Spannung - auch keine subtile.
Auch wenn es ein Film aus einem komplett anderen Genre ist, aber in "Downloading Nancy" wurde erreicht, dass einem allein durch die (alltäglichen) Dialoge ein Schauer über den Rücken läuft und die unangenehme, kalte Athmosphäre einen langsam erdrückt...genau so etwas hätte ich mir eher gewünscht und das hätte in diesem Film auch gut funktioniert - Das man den Charakteren ihre Belastung, innerliche Spannung und die kaputten Züge auch anmerkt, anstatt nur leere Hüllen zu haben, bei denen man eher das Gefühl kriegt, dass sie sich denken "Ich habe gar keine Triebe. Ich hab den Jungen nur, weil mir langweilig ist" bzw. "Hm. Dann ist das halt so. Könnte schlimmer sein." - Mir haben Emotionen gefehlt. Selbst Apathie, die sich irgendwie geäußert hätte, wäre in meinen Augen eine willkommene Verbesserung gewesen.
MrDepad Thu, 15 Nov 2012 21:07:07 -0000
Kommentar löschen"Michael" ist ein österreichischer Film, der sich dem heiklen Thema der Pädophilie annimmt.
Man wird Zeuge des Alltags des Versicherungsangestellten Michael, der nach außen hin ein normales Leben führt, in Wirklichkeit aber in seinem Keller einen 10-jährigen Jungen gefangen hält und regelmäßig missbraucht.
Regisseur Markus Schleinzer setzt bei seinem Regiedebüt auf eine sehr ruhige, unaufgeregte Inszenierungsweise und schildert die Abläufe des Alltags des Täters und zwischen Opfer und Täter. Gerade der ruhige Stil macht den Film so besonders, denn die drastischsten Szenen zeigt Schleinzer gar nicht erst, wodurch das Ganze eine beklemmende Intensität erhält. Michael wird außerdem nicht wirklich als abstoßendes Monster dargestellt, sondern als ziemlich durchschnittlicher Bürger, der eben unter einer Krankheit leidet. Schleinzer verurteilt mit seinem Film nicht und bezieht auch keine klare Stellung weder zu Täter noch Opfer, wodurch dieser sterile Stil zusätzlich für Unbehagen beim Zuschauer sorgt. Oft fallen bei dem Film Vergleiche mit Michael Haneke und diese haben durchaus ihre Berechtigung, nur wo Haneke gerne etwas drastischere Bilder wählt, überträgt sich der Horror bei Schleinzer durch die Ruhe und die Bilder, die sich im Kopf des Zuschauers abspielen. Ein großer Punkt, warum der Film so gut funktioniert, ist natürlich auch der Cast. Michael Fuith gibt eine beängstigend gute Darstellung als Pädophiler, während Jungdarsteller David Rauchenberger ebenfalls eine gelungene Leistung abliefert.
"Michael" ist ein absolut fantastischer Film über ein heikles Thema, welcher vor allem durch seine ruhigen Bilder und die fantastischen Schauspielleistungen aufwühlt und beeindruckt.
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veseria Thu, 01 Nov 2012 21:20:45 -0000
Kommentar löschenSchockierend, unerwartet, verstörend. Einfach gut!
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homeaffairs Fri, 21 Sep 2012 10:29:21 -0000
Kommentar löschenÖsterreichisches Kino. Seit vielen Jahren bin ich ein Riesenfan der österreichischen Sachlichkeit und dem Regieverständnis deren Aushängeschilder Haneke und Seidl. Die kalte Brutalität ihrer Bilder und Erzählweise ist ein Aspekt des Mediums Kinos, welches leider nur von wenigen wertgeschätzt wird, da die sich Allgemeinheit doch lieber Gewaltdarstellungen als coole Action-Rock-Opern mit einer Ladung Popcorn zuführt, anstatt dem Thema so zu begegnen, wie Haneke es darstellt: Als kaum konsumierbar.
Ebengleiches gilt auch für Seidl, der es ebenfalls wie kein anderer versteht, die Kälte des sozialen Umfelds in seiner ganzen Hässlichkeit auszubreiten.
Nun gibt es aber nicht nur die beiden Großen des österreichischen Films, seit letztem Jahr machte Markovics durch sein brilliantes Meisterwerk "Atmen" auf sich aufmerksam, auch Schleinzer hat schon 2010 mit seinem Film "Der Räuber" gezeigt, dass er die sachliche Erzählweise beherrscht und einen spannenden und großen Film nach wahren Begebenheiten geschaffen. Mit "Michael" wagt er sich diesmal in schwierigere Gewässer und stark in Hanekes Territorium, nämlich in das eigentlich Unerzählbare, das Unzeigbare. Und ja, wie auch Haneke geht er bei dem schwierigen Thema nicht voyeuristisch vor, verzichtet (leider nur fast) auf Effekthascherei und stellt eine durch und durch kalte Welt in ihrer visuellen Brutalität dar. Defintiv ein guter Ansatz.
Im Gegensatz zu den genannten hält er aber nicht durch. Er verstümmelt sein eigenes Werk, indem er falsche Kontraste setzt. Das absolut störenste war für mich die Schlussmusik. Anstatt nüchtern zu bleiben und den Stil beizubehalten, provoziert er hier absolut unnötigerweise und lässt den Zuschauer nicht ratlos und benommen, sondern wütend auf den Regisseur, zurück. Ein dummer Patzer.
Ähnlich ist es mit der Messerszene. Warum versucht er einerseits die direkte Darstellung des sexuellen zu vermeiden, setzt hier aber auf den Effekt? Ich weiß es nicht.
Für mich ist er khier napp an einem sehr guten Film vorbeigeschrabt. Dieses schwierige Thema wurde glücklicherweise schon mehrfach wirklich gut angefasst. Tim Roth "The War Zone", Matthias Glasners "This is Love" und Todd Solondzs "Happiness" kommen dem Thema "Mann-Kind" mit einer höheren Intelligenz und einem durchdachteren Erzählkonzept entgegen.
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Ripley1 Fri, 21 Sep 2012 11:56:06 -0000
Antwort löschenDie Schlussmusik ist nicht nur Schlussmusik, sondern auch Bestandteil der Szene, in der Michael fröhlich von seiner Beförderungsparty nach Hause fährt. Auch in dieser Szene wird die radikale Täter-Perspektive durchgehalten. Dass Michael sein kleines Alltagsglück in einer äußeren Normalität sucht, sieht man durch den ganzen Film hindurch.
Auch die Messer-Szene finde ich gelungen, gerade durch die Form: Die Beiläufigkeit dieses Gags (aus Michaels Sicht) kontrastiert mit der Unerhörtheit des Kindesmissbrauchs. Der Zuschauer könnte ja bei all der Kargheit der Inszenierung sonst wirklich vergessen, dass es auch um ein schweres Verbrechen geht.
homeaffairs Fri, 21 Sep 2012 12:45:38 -0000
Antwort löschenHey Ripley. Ich finde deinen Ansatz der Messerszene nicht schlecht. Wobei ich nicht glaube, dass der Zuschauer bei so einem drastischen Film/Thema auch nur 1 Sekunde vergisst, worum es eigentlich geht und sich jeder innerlich freut, wenn die Sarg-Szene kommt.
Das die Schlussmusik die gleiche Szene ist wie im Auto ist mir wohl aufgefallen. Allerdings macht sie im Auto Sinn, am Schluss nicht. Hier wäre Contenace das richtige Stichwort gewesen...
Alle 4 Antworten zeigen
Ripley1 Fri, 21 Sep 2012 13:39:42 -0000
Antwort löschenInteressant ist, wie sich die Wahrnehmungen wohl unterscheiden. Die "Sarg-Szene" war für mich eine Trauerfeier mit Ansprache und trauernder Familie. Wenn man den Film ein zweites Mal sieht, erschließt sich auch die Zweideutigkeit der Trauerrede.
Die eigentliche Leistung des Films ist es, dass einen Triebtäter nicht (nur) als abscheuliches Monster zeigt, das nach einer Thriller-Handlung die gerechte (Todes-)strafe ereilt, sondern als einen Menschen mit Familie, mit Freunden, mit Lebensfreude (Sunny) und mit dem Bedürfnis nach Beziehung und Intimität, und zuletzt mit Tragik. Damit entfernt er sich von den gängigen Klischees und macht einen entscheidenden Schritt hin zur Wirklichkeit.
homeaffairs Fri, 21 Sep 2012 15:17:47 -0000
Antwort löschenich meinte auch die szene des verkehrsunfalls :) hier wird durch den sarg sein tod in szene gesetzt.
Niotq Mon, 17 Sep 2012 22:06:21 -0000
Kommentar löschenAch, was soll ich nur von diesem Herrn Schleinzer halten? Im Interviewteil der sehr guten DVD-Veröffentlichung spricht er ganz klar davon, wie lächerlich dieser Vorwurf des Haneke-Epigonismus sei, mit dem er sich selbstverständlich sehr oft konfrontiert sieht, weil eben jener Haneke, der ja meines Erachtens bisher noch keinen schlechten Film gedreht hat (wenn auch den einen oder anderen, der nicht unbedingt nötig war) den Erzählstil, zu dem auch in Schleinzers Regiedebut "Michael" gegriffen wird, ja wohl auch nicht erfunden hat. Ein triftiges Argument.
"Michael" handelt ja bekanntermaßen von einem Pädophilen, der einen Zehnjährigen verschleppt und ihn bei sich im Keller einsperrt. Und für diesen Stoff ist Schleinzer natürlich eine großartige Wahl, da er bereits Casting Director für die große Dreifaltigkeit des österreichischen Feel-Bad-Films war, Michael Haneke, Ulrich Seidl und Jessica Hausner. Was dabei herausgekommen ist, ist nur bei aller Liebe - abgesehen von der Thematik, hier haben wir eher eine Analyse einer Täter-Opfer-Beziehung - stilistisch ein derartig exaktes Abbild des frühen Haneke (siehe auch seine legendäre Emotionale-Vergletscherungs-Trilogie "Der siebente Kontinent", "Benny's Video" und "71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls") mit ihrem nüchternen Grundtenor, ihrer starren Kamera und den langen, langen Einstellungen, die hervorragend zur Analyse scheinbar trivialer Tätigkeiten anregen, dass ich mich frage, wo denn hier die künstlerische Eigenständigkeit auf der Strecke geblieben sein mag.
Man verstehe mich nicht falsch, ich konnte trotz dieses Originalitätsproblems einiges mit "Michael" anfangen, zumal ich ja den gerade beschriebenen Stil bei Haneke sehr schätze, und auch in diesem Fall ist er vermutlich wirklich die bestmögliche Art gewesen die Geschichte auf eine angemessene Art und Weise zu erzählen. Die beiden Hauptdarsteller sind absolut hochklassig, vor allem Michael Fuith spielt, besonders wenn man sich vor Augen führt, dass er auf totaler emotionaler Distanz zu seinem Charakter an die Sache herangegangen ist, unheimlich gut und schafft es hervorragend, den biederen Normalverbraucher mit einem entsetzlichen Abgrund dahinter plastisch darzustellen.
Ein kleines Problem habe ich höchstens noch damit, dass der Film, wenn er sich denn einmal etwas traut, etwas danebengreift. Der misslungene Quickie mit der Tiroler Hüttenwirtin ist ein etwas gar plakativer Hinweis darauf, dass mit Michaels Sexualität - als ob wir das nicht schon gewusst hätten - einiges im Argen liegt. Die völlig unangebrachte Schwanz-oder-Messer-Szene ist hier schon zu Genüge diskutiert worden, und gegen die hochinteressante Musikwahl zum Ende habe ich prinzipiell nichts, sie wirkt nur wie ein unschöner emotionaler Dammbruch des Filmemachers, denn nachdem sich Schleinzer über die ganze Filmlänge so löblich mit all den graphischen Darstellungen und dem Voyeurismus (es gibt tatsächlich Amazon-Rezensenten, die sich darüber beschweren, dass nicht mehr zu sehen war!) zurückgehalten hat, sprudelt damit all der Zynismus aus ihm hervor, den er sich die ganze Zeit so wunderbar verkniffen hat. Und das ist fast ein wenig schade.
"Michael" ist im Großen und Ganzen ganz anständig geworden. Nicht das Meisterstück, das ich mir erhofft hatte, aber im Wesentlichen ein sensibel gemachtes Werk über einen Triebtäter, wie es ihn auch wirklich geben könnte (auch wenn sich der Regisseur so weit weg von Priklopil und Fritzl wegbewegt hat wie möglich), und seine Beziehung zu seinem Opfer abseits aller Stockholm-Syndrom-Klischees, ja, die hat er ausgelassen. Ich harre der Dinge, die da noch kommen könnten.
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Ripley1 Tue, 18 Sep 2012 06:37:22 -0000
Antwort löschenIch möchte in einigen Punkten widersprechen:
Bei aller stilistischen Ähnlichkeit gibt es Unterschiede zu Hanekes "Trilogie der emotionalen Vergletscherung": Es gibt bei "Michael" auch ein Drama, sowohl auf der emotionalen Ebene (bei beiden Protagonisten) als auch auf der Handlungsebene.
Der Quickie mit der Hüttenwirtin hat auch seine Berechtigung: Die Auseinandersetzung mit der allgegenwärtigen Heteronormativität ist ein Thema für jeden, der queer liegt, warum nicht auch für Pädophile?
Schließlich der "Messer-oder-Schwanz"-Gag: Was daran ist Klischee, wie einige Kommentare bemerken? Hier zeigt sich Michaels Unreife, indem er versucht, Inhalte aus seiner Porno-Welt in der Wirklichkeit anzubringen. Die Reaktion Wolfgangs zeigt dessen Souveränität: Eigentlich ist Michael das Kind.
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Niotq Tue, 18 Sep 2012 09:25:26 -0000
Antwort löschenVielen Dank für die interessante Antwort!
Ja, mea culpa, ich hätte beim Hanekevergleich daran denken können, dass ein Film nicht nur aus seiner Optik besteht. Das hab ich bloß mit dem Einschub "abgesehen von der Thematik, hier haben wir eher eine Analyse einer Täter-Opfer-Beziehung" bedacht, was vielleicht wirklich ein bisschen wenig war. :)
Michaels Versuch, Sex mit einer Frau zu haben, fügt dem Profil des Charakters wirklich noch eine Facette hinzu, die mir so nicht bewusst war. Spannende Geschichte: Fuith hat ja im Interviewteil gesagt, dass sich jemand wie Michael selbst als ganz "normales" Mitglied der Gesellschaft bezeichnen würde, und da spielt die von dir angesprochene Heteronormativität sicher auch noch mit hinein. Er wollte seine eigene Normalität wohl unter Beweis stellen.
Mit dem Wort "Klischee" bin ich auch nicht ganz glücklich, mich hat diese Szene einfach etwas befremdet (was nicht zwangsläufig heißen muss, dass sie schlecht ist, das ist mir auch klar). Sie kommt zwar nicht aus dem Nichts, sondern von irgendeinem Schweinkram, den sich Michael im Fernsehen ansieht, aber sie wollte sich für mich trotzdem in all ihrer Derbheit nicht wirklich in den latent apathischen Trott des Filmes einfügen. Ja, ich glaube, so kann man das sagen.
Ripley1 Tue, 18 Sep 2012 13:02:23 -0000
Antwort löschenIch habe das Zusatzmaterial auch gesehen. Ich glaube, aus dem Film lässt sich mehr Allgemeingültiges ableiten, als vielen Zuschauern lieb ist.
Antichrist Mon, 17 Sep 2012 19:43:05 -0000
Kommentar löschenEine präzise verstörende Fallstudie! Ein mutiger Film,der uns die Täterperspektive zeigt.Wenn man sich auf diese ungewöhnliche Betrachtungsweise einlassen kann,droht ein eher freudloser Ausgang des Tages...
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einSchluss Sat, 01 Sep 2012 10:43:44 -0000
Kommentar löschenDer Film ist unangenehm. Das kriegt er durchweg sauber hin.
Deduktive Schlussfolgerungen, interpretationsvielfältige Aussagen, provokative Tabubrüche, sind so überflüssig wie ausgefeilte Kritiken oder endlose Diskussionen. Alles bleibt wie es ist, außer der eigenen Stimmung: Die nimmt für die Zeit nach dem Film und der ausgiebigen Beschäftigung mit diesem Thema mal eindeutig schaden.
Wen will man wachrütteln, welchen Pädophilen von seiner Handlungsbereitschaft abhalten, was will die Öffentlichkeit, die ja ohnehin schon ausreichend informiert ist, mit diesen Bildern anfangen? Schaut, wie beklemmend das ist! Seht, wie diese widerlichen Taten hinter einer alltäglichen Fassade geschehen; Hey, jetzt spürt alle mal nach, was der recht normal wirkende Typ mit diesem Jungen macht...
Stilistisch fährt man das Ganze dann noch runter auf eine stringente Erzählweise mit einer Haneke-Wirkung und lauert auf kontroverse Reaktionen.
Ein wichtiger Film? Ich finde den Film so unnötig wie berechnend. „Sunny, yesterday my life was filled with rain...”
Also ich brauche sowas wie ein paar Bauchschüsse.
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patcharisma Sat, 01 Sep 2012 16:06:39 -0000
Antwort löschenWürde ich mir nie antun, den Film....
einSchluss Sat, 01 Sep 2012 16:35:50 -0000
Antwort löschen... und das mit Recht.
Anoirja Tue, 04 Sep 2012 16:59:12 -0000
Antwort löschenDer Sikky wieder! :D Ich fand den Film ja noch okay und habe immerhin sechs Punkte gezückt. Haneke kriegt so etwas trotzdem besser hin. Apropos Haneke: Den magst du bestimmt auch nicht, oder?
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einSchluss Tue, 04 Sep 2012 17:31:27 -0000
Antwort löschenManchmal kann die Formulierung einer Frage schon verletzend wirken, aber ich bin da ja nicht sooo fimschig; ... schon gar nicht bei dir. Mein Alter Ego sikkmeidack gab Funny Games ne 10, der Klavierspielerin eine 9, Benny´s video ne 8,5 und "das weiße Band" eine 9. Ich liebe Haneke, aber keine Plagiate. Ich verzeihe ihm sogar seinen Prostituions-Schachzug von FG USA, um damit das weiße Band zu finanzieren.
Mich hat mal jemand gefragt: "Und? Du siehst so aus, als würdest du sehr viel Fleisch essen?!" Das fand ich unschön ;)
Anoirja Tue, 04 Sep 2012 19:45:08 -0000
Antwort löschenDa bin ich aber beruhigt, dass dir Haneke generell zusagt. :) Wen wundert es da noch, dass ich gerade "Funny Games" nicht sooo toll fand.
stuforcedyou Thu, 23 Aug 2012 17:35:49 -0000
Kommentar löschenDas Brutale, das seelisch Brutale bei Markus Schleinzer Film ist das, was man nicht sieht. Wenn Michael in der Kantine seiner Firma speist, dann wirkt dies so alltäglich, so bekannt und dennoch wabert im Hintergrund der Gedanke umher, vom kleinen Jungen im Keller. Es ist vor allem das anscheinend Normale, was hier bedrückend und verstörend wirkt. Als Wolfgang krank wird und Michael sich um ihn kümmert, dann sieht man es, das Unmenschliche. Michael macht keine Essigwaden, misst kein Fieber und kocht keinen Tee für Wolfgang aus Liebe oder Barmherzigkeit. Er tut es nur für sich. Was tun, wenn der Junge stirbt? Es sind diese Momente, in denen klar wird, dass Wolfgang für Michael eine Art Produkt ist. Eine Puppe, mit der er ein Leben erschaffen kann, in dem er sich wohl fühlt, das er und nur er lenken kann. Das ist etwas unbeschreiblich unbehagliches, das ist etwas Dämonisches und dadurch das Schleinzer dies alles so nüchtern mit der Kamera einfängt verstärkt sich dieser Eindruck. Spektakel zum reinen, sich von der Last der Thematik befreienden, Selbstzweck, damit sich das Publikum in populistischer Sicherheit wiegen kann, gibt es hier nicht. Das macht den Film so schockierend wie grausam, so aufrüttelnd wie belastend.
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Punsha Thu, 23 Aug 2012 17:59:06 -0000
Antwort löschenTop!
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Andy Dufresne Thu, 23 Aug 2012 20:30:24 -0000
Antwort löschenSehr guter Kommentar Stu.Wird auf DVD geliehen sobald dies möglich ist.
stuforcedyou Thu, 23 Aug 2012 21:17:20 -0000
Antwort löschenDanke
VisitorQ Tue, 21 Aug 2012 17:25:08 -0000
Kommentar löschenHui, nicht unkrass das Ganze. Recht unangenehm zu gucken und so richtig wohl fühlt sich der Zuschauer wohl kaum eine der 92 Minuten. Hat mir gefallen, auch das Ende fand ich ok... Auch wenn ich es so hab kommen sehen.
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DerDude_ Tue, 21 Aug 2012 14:46:32 -0000
Kommentar löschen"Michael" ist ein unglaubliche mutiger Film da er sich zum einen an ein so schwieriges Thema rantraut und zum anderen seinen Täter nicht verurteilt. Denn so schmerzhaft es auch ist : Pädophilie ist etwas menschliches.
Insgesamt liegt es dem Film nicht daran zu bewerten sondern zu zeigen. Die Bilder sind nüchtern und ohne emotionen. Auch die Darsteller sind rundum gelungen besetzt und machen diese, fast dokumentarisch anmutende, Werk noch sehenswerter.
Wenn man den Film jedoch aus dramaturgischer Sicht betrachtet hinkt er. Es gelingt ihm nicht seine Spannung aufrecht zu erhalten. Zudem greift der Film manchmal dann doch in die Klischee Kiste (Stichwort : Messer oder Schwanz).
Dennoch ist der Film durchaus sehenswert allein schon wegen des Themas.
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Jenny von T Tue, 21 Aug 2012 14:51:41 -0000
Antwort löschenWie schön, dass wenigstens einer außer mir noch der Meinung ist, dass der Film zu sehr auf Klischees zurückgreift.
- ACHTUNG, SPOILER! -
Mich hat vor allem das ganze Szenario auf dieser Berghütte gestört, wobei Michael bei dieser Frau NATÜRLICH keinen hochbekommt. Es ist schon klar, dass mit dem Mann was nicht stimmt, sowas empfand ich da einfach als unnötig.
DerDude_ Tue, 21 Aug 2012 14:59:34 -0000
Antwort löschenDiese Szene ist auch so eine Klischee Szene. Eine ähnliche gibt es ja auch in SteveMcQueens Shame aber das war deutlich glaubwürdiger.
Jenny von T Tue, 21 Aug 2012 15:03:13 -0000
Antwort löschenSHAME ist - im Gegensatz zu MICHAEL - ja auch auf eine emotionale Wirkung hin angelegt. Kein Vergleich, meiner Meinung nach.
Hooded Justice Tue, 21 Aug 2012 15:33:34 -0000
Antwort löschenDie Klischees und der seltsame Quark dazwischen sind echt Mist. Diese Darstellung irgendwo bei „Er ist auch nur ein Mensch“ und „Messer oder Schwanz?“ baut einen heftigen Zwiespalt – klar ist ein Pädophiler auch nur ein Mensch, aber kann man sein Handeln und Verhalten mit „Er ist auch nur ein Mensch“ vertreten, was der Film (wenigstens ganz gelungen nüchtern) zeigt? Meiner Meinung nach nicht.
Jenny von T Tue, 21 Aug 2012 15:39:21 -0000
Antwort löschenGenau so.
DerDude_ Tue, 21 Aug 2012 15:54:14 -0000
Antwort löschenAber "Sunny" am Ende kam genial.
Schmax Tue, 21 Aug 2012 17:26:32 -0000
Antwort löschenTu mich ganz schwer mit dem Film. Ich hab den vor 1 Monat gesehen und weiß immer noch nicht wie ich den bewerten soll. Einerseits zieh ich meinen Hut für den Mut andererseits gefällt mir wie schon gesagt das Spiel mit den Klischees nicht. Und dann muss ich Hooded Justice vollkommen Recht geben. "Auch nur ein Mensch" sein darf keine Rechtfertigung für Verbrechen sein. Schwierig schwierig. Aber Dinge die zum Diskurs anregen sind ja nicht unbedingt schlecht.
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Jenny von T Wed, 22 Aug 2012 07:16:56 -0000
Antwort löschen@ DerDude_: Gerade der Song am Ende hatte doch extrem was von: "So, alle herschauen, zum Schluss hau' ich nochmal was RICHTIG Provokantes raus!"
DerDude_ Thu, 23 Aug 2012 17:25:04 -0000
Antwort löschenDer Film will den Täter aber auch nicht rechtfertigen. Er betrachtet ihn einfach ohne Urteil was, in Anbetracht dieses schrecklichen Verbrechens, sehr mutig ist.
TheWalkingDead Sun, 12 Aug 2012 22:46:13 -0000
Kommentar löschenSicherlich polarisiert dieser Film. Manche werden ihn zurecht abstoßend finden, unnötig - gar fordern ihn zu verbieten. Regisseur Schleinzer wirft den Zuschauer ohne Vorwarnung in die extrem unbequeme Position, dem Entführer Michael über die Schulter zu schauen, während dieser den Jungen Wolfgang gefangenhält, missbraucht, aber auch versucht, die Illusion eines gewisses "Familienlebens" aufrechtzuerhalten. Gewalt- oder Missbrauchsszenen werden hierbei nur angedeutet, aber so zwingend, dass wenig Gedankenspielraum bleibt. Dies alles geschieht in einer extrem ruhigen, dokumentarisch anmutenden Art - denn es soll einem jederzeit suggerieren: Irgendwo da draußen geschieht es, vielleicht sogar nebenan.
Bei einem Ausflug begegnen Wolfgang und Michael außerdem einem weiteren Jungen und Mann, die ein sehr ähnliches Paar abgeben - ein weiterer Vergewaltiger? Mal derart subtil, mal drastisch konfrontiert Schleinzer den Zuschauer mit dem Verbrechen - klagt weder an, noch wertet er oder deutet an, warum Michael so pervertiert ist.
Man darf sich fragen, was bringt dieser Film? Unterhält er? Nein. Enthält er eine Aussage? Zumindest keine eindeutige. Aber es gibt auch keine klare Position zum Thema Minderjährigenmissbrauch - keine hunderprozentige Prävention. Was der Film sicherlich schafft ist eine Sensibilisierung für das Thema und er zeigt, das Handlungsbedarf besteht. Deswegen finde ich auch die Inszenierung, die Schleinzer wählt, durchaus angemessen.
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mattxl Wed, 18 Jul 2012 07:50:38 -0000
Kommentar löschenIch habe selten einen Film gesehen, der sich so konsequent allen Zuschauererwartungen verweigert. Hier wird nichts gedeutet, nichts gewertet, nichts pornographisch skandalisiert, - ganz einfach, weil es sich von selbst versteht. Schleinzer interessiert sich für etwas anderes: Die Interaktion eines Kidnappers und seines 10jährigen Opfers nach wohl mehrjähriger Gefangenschaft, das Funktionieren des abnormen Täters in einer "normalen Gesellschaft". Und zwar ausschließlich. Nichts, absolut nichts lässt etwas über die Vergangenheit der Protagonisten erahnen. Damit sind auch alle Erklärungsversuche a la "schlimme Kindheit" etc." verbaut. (Kleiner Spoiler) Noch zum Schluss lässt Schleinzer den Zuschauer allein. Ich bin vermutlich nicht der einzige, der sich da gewünscht hat, es möge da wenigstens ein Klopfen geben, die Kamera möge wenigstens den Bruchtteil eines Gesichts einfangen oder so - nur für ein paar Sekunden. Doch nein. Immerhin: Eine ungewisse Hoffnung lässt der Regisseur dem Zuschauer.
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CoOLik Thu, 12 Jul 2012 23:08:05 -0000
Kommentar löschenDavid Rauchenberger hat einen Oscar verdient.
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