Station Agent

The Station Agent (2003), US
Laufzeit 88 Minuten, FSK 0, Drama, Kinostart 10.06.2004

8.2 Kritiker
12 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.4 Community
517 Bewertungen
30 Kommentare
Station Agent - Bild 3903726
  • DVD
  • VoD
Online-Videothek
Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
noch nicht bewertet

von Thomas McCarthy, mit Peter Dinklage und Paul Benjamin

Finbar liebt Züge – wesentlich mehr als Menschen. Deshalb hinterlässt ihm sein einziger Freund ein altes Bahnwärterhäuschen in Newfoundland, New Jersey. Ohne mit der Wimper zu zucken gibt er sein bisheriges Leben auf. Überrascht muß er feststellen, daß sein abgeschiedenes Dasein von zwei anderen Individuen aufgebrochen wird, die sich nichts sehnlicher wünschen, als mit ihm in Kontakt zu treten: Joe, der nicht weit vom Bahnwärterhäuschen mit Leib und Seele und kubanischer Herzlichkeit einen Imbiss betreibt, und Olivia, deren Bekanntschaft er macht, als sie ihn beinahe mit ihrem Wagen überfährt. Finbar würde beiden am liebsten komplett aus dem Weg gehen, doch Zähigkeit und Zufälle bringen die Drei immer wieder auf ein Gleis.

  • 37795279001_1044392306001_station-agent-poster-thumb-square
  • Station Agent - Bild 10687
  • Station Agent - Bild 10688
  • Station Agent - Bild 10689
  • Station Agent - Bild 10690

Mehr Bilder und Videos zu Station Agent


Cast & Crew


Kommentare (30) — Film: Station Agent

Kommentar schreiben
Sortierung

Kavau

Kommentar löschen
Bewertung1.5Ärgerlich

Selten einen so langweiligen Film geschaut! Am Anfang war ich noch gespannt was da so noch passiert aber......es passiert einfach nichts.....

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

servo80

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Mein 2000. Film sollte etwas ganz Besonderes werden. Es sollte kein halbgarer Blockbuster sein, kein Thriller mit zwanzig Plot-Twists und auch kein hochphilosophischer Arthouse-Schinken. Die Wahl war trotzdem schwer, weil bei den mehreren hundert Filmen, die noch darauf warten, gesehen zu werden, einige Perlen schlummern. Eine 8.5-Vorhersage und ein vielversprechender Trailer brachten mich auf "Station Agent", eine Wahl, die ich nicht bereuen sollte.

Finbar arbeitet in einem kleinen Laden als Restaurateur für Modelleisenbahnen. Er redet nicht gerne, mit seinem Kollegen und Freund, dem Ladeninhaber, teilt er die Leidenschaft für Züge. Sein erweiterter Freundeskreis besteht aus Leuten, die es sich zum Hobby gemacht haben, neben Zügen herzufahren und das zu filmen, um zu allem Überfluß das ganze in gemeinsamer Runde anzusehen. Als der Laden geschlossen wird, weil sein Freund stirbt, vermacht dieser ihm ein Grundstück in Newfoundland, dem letzten Winkel von New Jersey (das aufgrund einiger Filme bei mir ein Ansehen als langweiligster Ort der Welt genießt). Am stillgelegten Gleis bezieht er das ehemalige Haus des Stationsvorstehers, des Station Agent.

Hier trifft er auf Joe, einen redseligen Hot-Dog-Verkäufer, der aufgrund der schweren Krankheit seines Vaters dessen Stand in dieser Einöde weiter betreibt. Und Olivia, eine geschiedene Mitvierzigerin, vom Leben enttäuscht, der Sohn gestorben, vom Mann verlassen. Finbar mag diese Menschen anfangs nicht, was einen nicht wundert, denn er mag überhaupt gar keine Menschen. Man kann das verstehen, denn er ist kleinwüchsig und hat keine guten Erfahrungen damit gemacht, wie andere mit ihm umgehen. Am Liebsten hat er seine Ruhe und "schreitet das Wegerecht ab" (was soviel bedeutet, wie, die stillgelegten Gleise entlang zu gehen) oder er sitzt auf einer Bank und beobachtet die Züge, die jede Stunde vorbei fahren. Kein aufregendes Leben.

Die Beziehungen entwickeln sich aufgrund seiner anfänglichen Ablehnung langsam. Auch wenn er die Gesellschaft von Joe anfangs nur widerwillig erträgt, weil er es leid ist, ihn fort zu jagen, entwickelt sich zwischen beiden eine Freundschaft. Olivia, die er zufällig kennen lernt, macht das Trio komplett, und Fin scheint sich zu öffnen. Gerade, als er das tut, stößt er auf Ablehnung, was ihn in seiner Ansicht bestätigt, dass man allein am Besten dran ist. Doch letztendlich lernt er auch, dass in Freundschaften Enttäuschungen dazu gehören.

"Station Agent" ist kein Film der großen Worte. Der Protagonist redet im gesamten Film nicht mehr als ein paar Sätze. Und damit passt er gut zum ganzen Film. Denn dieser propagiert keine hochtrabende Botschaft, will keine alternative Weltanschauung vermitteln oder großartig zum Nachdenken bringen. Er beobachtet: Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, die sich zusammen raufen, weil sie, jeder auf seine Art, in Einsamkeit gefangen sind; die Enttäuschungen erleben und schöne Momente teilen. Mehr muss es manchmal gar nicht sein. Newfoundland, die Name des Ortes, der am Anfang fast ironisch anmutet, bezeichnet am Ende allegorisch das, was alle drei gefunden haben.

Das echte Leben mag nicht besonders spannend sein. Aber im Fall von "Station Agent" gab es mir ein ungeheuer gutes Gefühl, dabei zuzusehen.

5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

servo80

Antwort löschen

Ja, ich weiß. Bin schon im Besitz derselben.


SteveZissou

Antwort löschen

Schön geschriebene Kritik ;)
Allerdings erzählst du mir für meinen Geschmack ein bisschen zuviel vom Inhalt des Films (zum Glück sah ich ihn schon vorher), aber das nur nebenbei.


moviee

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein wunderschöner Film mit drei herausragenden Hauptdarstellern in einem der ruhigsten Filme überhaupt. Bereits nach wenigen Momenten hat man alle drei Hauptcharaktere in sein Herz geschlossen. Fin, den Außenseiter und Zügeliebhaber.
Joe, den aufgedrehten Sympatisanten. Und Olivia, die psychisch labile und liebenswerte Nachbarin. Station Agent erzählt ein wundervolles Außenseiterdrama einer Freundschaft von drei Menschen, die nicht unterschiedlicher sein können, sich aber doch irgendwie verbunden fühlen.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

KlapTrap

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

“Remember when you were young,
You shone like the sun,
Now theres a look in youre eyes,
Like black holes in the sky,
Shine on you crazy diamond !”

In Newfoundland, New Jersey treffen sie sich :
Finn, der die Schnauze voll hat von all den Blicken und Spötterein und Gutmenschlichkeiten und Fotos die ein Kleinwüchsiger zwangsweise ertragen muss, Olivia, die ihren Sohn bei einem Spielplatzunfall verlor, und es satt hat „einfach nur die Mutter mit dem toten Kind zu sein“, und Joe – der zwar die meiste Lebenslust in diesem Kleeblatt verströmt, dem aber das isolierte Kleinstadtleben und ein dahinsiechender Vater wie ein Mühlstein um den Hals hängt.
Wie wir alle, waren sie einst Kinder.
Kinder denen Niemand je erzählt hat, das sie höchstwahrscheinlich niemals die Welt retten oder verändern werden, das „happily ever after“ ab einem gewissen Alter nicht mehr gilt, und das Gerechtigkeit ein Gefühl ist, keine universell erhebbare Konstante.
Kinder wie die kleine Cleo, die Finns Wege hin und wieder kreuzt, und ihn ungeniert fragt „in wlche Klasse er denn gehe“ und „ob er ein Zwerg“ sei.
Kinder die später in irgendeinem Pub sitzen, und sich still und heimlich fragen, wie sie eigentlich hierhergekommen sind.
Um diese stillen, leisen Gedanken geht es in STATION AGENT, ebenso wie um die Zufälle, die unser Leben mehr lenken, als jeden Plan den wir uns ausdenken, und natürlich um Freundschaft.
Nicht die Art von Freundschaft die sich bei drei halben Litern Bier findet, die zusammen die Welt aus den Angeln hebt (oder sich wenigstens so fühlt) sondern um die Freundschaft die sich zufällig findet, die ganz ungewollt dann entsteht, wenn man in den Augen einer komplett fremden und scheinbar absolut gegensätzlichen Person den Schmerz und die Gedanken findet, die einen selbst schon viel zu lange ausmachen.
Und so erinnert STATION AGENT sowohl in seiner Handlung, in seinem leisen Tonfall und den durchaus manchmal auch absurden Situationen tatsächlich an LOST IN TRANSLATION.
Zwar wird der Kontext von der fremden Großstadt hin zum gemächlichen Landleben verschoben, aber sich verlieren und fremdeln kann man bekanntlicherweise in Beiden.
Und wo Coppolas Werk sich etwas zu sehr auf die Prominenz und Fähigkeit ihrer Hauptdarsteller verlässt, ist STATION AGENT so perfekt durchinszeniert, das jede Art von Improvisation, von Einzelleistung das Gesamtwerk nur beschädigen würde.
Ein feiner Hintersinn fließt durch jede einzelne Szene, kaum wahrnehmbar doch später so perfekt ineinanderfließend, das die reale Laufzeit sich kaum wie eine Stunde anfühlt.
Und noch etwas haben beide Werke gemeinsam :
Sowohl LOST IN TRANSLATION als auch STATION AGENT enden abprubt, mittendrin, und erreichen damit doch mehr Lebendigkeit, als ein abgerundetes Happy-End es jemals könnte.
Das Leben geht weiter für unsere Figuren, sowie unser eigenes nach dem Abspann ja auch, und wir haben keine Ahnung was das Morgen uns, Finn, Olivia oder Joe bringen wird.
Ein anderes Ende wäre kaum denkbar, für einen so ehrlichen Film,der nichts zeigen möchte, als das Gefühl der Verlorenheit, und die kurzen Momente des Glücks dazwischen.
Vielleicht gewinnen wir Morgen in einer Lotterie, und vielleicht bleiben Finn, Olivia und Joe ab jetzt ewig Freunde – es ist so unwahrscheinlich wie uninteressant für STATION AGENT und für unser Leben.
Beides würde keine ewige Glückseeligkeit bedeuten, in einem Daseinszustand der sich permanent im Fluß befindet.
Wir sind heute hier und morgen woanders und übermorgen gar nicht mehr.
Wenn wir dazwischen auch nur ein Augenpaar finden, in dem wir uns spiegeln können, dann ist das mehr Glück als hunderttausend verkitschte Hollywoodenden jemals zeigen könnten.
STATION AGENT weiß das.
Und ist genau deswegen ein ganz, ganz großer, kleiner Film !

10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Punsha

Kommentar löschen
Bewertung4.5Uninteressant

Besonders bei kleinen, so genannten Filmperlen wie "Station Agent" fällt es mir sehr schwer, eine solche Bewertung zu verteilen. Der Kleinwüchsige, der einigen Menschen zur Belustigung dient, wird hier völlig konträr dargestellt: Abgestumpft, ernst und völlig langweilig, womit unseren Vorurteilen ein herber Schlag ins Gesicht verteilt wird. Völlig frei von Kitsch und den meisten Klischees beobachten wir den neuen, veränderten Alltag unseres tristen Protagonisten, der so langsam aber sicher ohne unnötige und lächerliche Übertreibungen einen kleinen Lebenswandel eingeht. Ganz nach dem Motto "Weniger ist manchmal mehr" verfilmt Thomas McCarthy einen handwerklich schier einwandfreien Film, der aber bei mir einfach nicht zünden wollte und mich deshalb vollkommen kalt lies.
Ruhig erzählt, frei von Höhepunkten und irgendwie dahinvegetierend: Für die Einen erstklassiges Kino zum Zurücklehnen und Genießen, für mich wohl eher erstklassiges Kino zum Zurücklehnen und Einschlafen. Ein Film, der trotz seiner relativ kurzen Laufzeit auf mich genau so wirkte, wie ein Film über Züge, oder wie die Hauptfigur höchstselbst.
Wo bleiben die Steine?

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

Punsha

Antwort löschen

Find ich absolut nachvollziehbar. Ich tu mich aber dennoch mit solchen Verfilmungen vom "echten Leben" sehr schwer, denn das "echte Leben", wie es hier gezeigt wird, nämlich schlicht und banal, bekommt man ja selbst fast jeden Tag zu spüren und benötigt man somit nicht unbedingt auf der Leinwand, meine Meinung.


paulusfidibus

Antwort löschen

würde ich von meinem standpunkt aus entgegnen, dass gerade die auseinandersetzung mit dem leben und eben dieser realität für mich persönlich von ganz entscheidender bedeutung ist...


FumerTue

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Was für ein schöner Film!
Der Eisenbahnfreund Fin zieht mitten ins Nirgendwo, denn da fühlt er sich wohl, sind die Menschen doch sowieso schlecht, vor allem, wenn man wie Fin kleinwüchsig ist.
Doch mit der Einsamkeit im verlassenen Depot an der Bahnstrecke in New Jersey ist es schnell dahin, hat doch der kubanische Meisterkoch Joe keine 20 Meter weiter seinen Imbisswagen mit dem täglichen "Café con leche" und ist Joe doch ein sehr neugieriger Zeitgenosse, der sich trotz anfänglicher Startschwierigkeiten mit dem verschlossenen, wortkargen und Eisenbahn-fanatischen Fin anfreundet. Und dann ist da noch Olivia, die mit ihrem Leben nicht mehr ganz klar kommt und sich auch mit den beiden anfreundet.

Am Ende fragte ich mich, ob ich nun eine Komödie oder ein Drama gesehen habe. Ich weiß es noch nicht genau, tendiere eher zu Komödie, aber moviepilot sagt Drama :D
Sagen wir einfach, ein schöner Film über Freundschaft, wie sie so entsteht, und über das Leben. Eine kurze Episode aus den Leben dreier einsamer Seelen.

Finbar wurde Oscar-reif von Peter Dinklage verkörpert, auch Joe und Olivia sind überzeugend von Bobby Cannavale und Patricia Clarkson gespielt.

Ich glaube, was den Film so einzigartig macht, ist, dass er so echt ist, so aus dem echten Leben. Keine Superhelden oder so. Sondern das Leben wie es ist, nicht übertrieben, nicht "wie im Film", sondern einfach so echt, so natürlich!

2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

duffy

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Sensibel in Bild, Schauspiel, Erzählweise und Humor. Ein sehr ruhiger und unheimlich schöner Film über Aussenseiter, Einsamkeit, etwas Liebe und neue Wege im Leben. Von allem ein Bisschen, gerade genug um sich in keinerlei Klischees zu verfangen.
Peter Dinklage ist wirklich ein hervorragender Schauspieler und Michelle Williams wirkt hier erfrischend unaufdringlich.
Mehr davon, bitte.

26 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

duffy

Antwort löschen

Scheint momentan auf ARTE rauf und runter zu laufen. Dort habe ich ihn heute durch Zufall auch erwischt.


KlapTrap

Antwort löschen

Ah, okay - das erklärt so einiges....


8martin

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Es ist eine ruhige, aber eindringliche Charakterstudie von drei völlig unterschiedlichen Typen. Fin (Peter Dinklage), ein wortkarger Eisenbahnexperte, der sich selbst als ’Zwerg’ bezeichnet. Er hat Stil und ist die bestimmende Figur in diesem Trio. Joe (Bobby Cannavale) ein Imbissverkäufer, der Logorrhoe hat und der die pure Lebensfreude verkörpert, ist das krasse Gegenteil. Und Olivia (Patricia Clarkson) die Malerin mit Eheproblemen, versucht, sich zurecht zu finden. Sie treffen in Neufundland am Rande der Welt aufeinander. Wie sie sich ’menschlich’ aufschließen, sich öffnen und für einander da sind, wird in eindrucksvoller Weise dargestellt. Es passiert eigentlich nicht sehr viel, nur ab und zu gehen die drei die Gleise entlang oder begleiten Fin beim ’Train Spotting’. Die Gespräche werden allerdings immer persönlicher und intensiver, dadurch auch aufschlussreicher. Kontakte nach außen zum feindlichen, neugierigen Umfeld sind selten und stören eigentlich das Universum der Drei. Sie sind sich selbst genug. So vergeht die Zeit recht angenehm und man fühlt sich gut, weil man sie mit drei sympathischen Typen verbracht hat.

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

doctorgonzo

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Ach, ARTE. Du wunderbarer Quell kleiner Perlen, die so oft mein Filmuniversum bereichern...
Dieses elitär-erhabene Gefühl, das man bekommt, wenn man, inmitten einer Diskussion der Kollegen um "Die Alm" oder ähnlichem Zeug, sagen kann "Ich hab gestern ARTE geguckt". Die erstaunten, verwirrten, abschätzigen, aber irgendwie ehrfürchtigen Blicke.
Ein Großteil des cineastischen Pöbels scheint noch immer zu denken, dass auf ARTE nur französische Filme aus den 30er bis 50er Jahren im O-Ton laufen.
Aber ARTE hat eine sehr schöne Mischung gefunden, aus zeitgemäßem Kino abseits des Mainstreams und Klassikern, die früher mal absolut zum Mainstream gehörten, denen aber mehr Stil innewohnte als anderen Zeitgenossen und die sich daher besser gehalten haben als es wohl dem Großteil heutiger Kinoreißer in 30 oder 50 Jahren gehen wird.
ARTE ist also garnicht sooo anders, fremd und exotisch wie man immer glaubt, es ist Unterhaltung, nur eben einen Tick neben dem 0815 Stil.
So sah ich zum Beispiel einen Film, der im Grundkonstrukt auch das Stammpublikum der nachmittäglichen RTL & Sat1 Unterhaltung aufhorchen ließe: Ein Freak mit Problemen!

Freilich wird die eigentliche Geschichte besagte "besondere Zielgruppe" wieder abschrecken, denn es geht um Isolation, Freundschaft, Ausgrenzung, Depression, die simplen Freuden und den mitunter schwierigen Weg aus einem selbst auferlegten Eremitendasein zurück in das, was man gemeinhin und sicher klischeelastig Leben nennt.

Und doch ist das Regiedebut von Thomas McCarthy weder revolutionär, oder bemüht anders, oder aus Selbstzweck schockierend, oder ein inszenatorischer Druck auf die Tränendrüse. Er ist so erschreckend normal wie ein Film nur sein kann, wenn man normal denn überhaupt zu definieren vermag. Und das macht den Film dann in der heutigen Zeit schon wieder besonders, der sich im ersten Moment zwar einen außergewöhnlichen Rahmen gibt (es geht eben um einen Mann mit Achondroplasie), sich aber nicht nicht daran festklammert, sondern eine sehr schöne Geschichte über die Dinge erzählt, die Menschen erst zu Menschen machen: Wünsche, Träume, Ängste, Erlebnisse, schräge Hobbies...

Mit einem sehr harmonischen Cast und schönen Schauplätzen wird eine Geschichte erzählt, die so gewöhnlich wie besonders ist.
Ein wenig mehr Kanten hätten der Charakterzeichnung nicht schlecht gestanden, aber die negativen Auswirkungen halten sich in Grenzen.
Ein schöner Film, der nicht ganz ohne Klischees auskommt, aber trotzdem seine Geschichte auf gelungen unspektakuläre Weise erzählt...

24 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 8 Antworten

SchneezyOne

Antwort löschen

Wäre Arte eine Kartoffel,dann wäre Arte eine gute Kartoffel.


doctorgonzo

Antwort löschen

Jetzt krieg ich sofort Hunger...


WaaayneTrain

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Station Agent" - Ein Film über die Natürlichkeit der Menschen und über die Entstehung von Freundschaft und Liebe. Die Filmcharaktere könnten unterschiedlicher nicht sein und trotzdem baut jeder Zuschauer zu jedem der Charaktere eine starke Sympathie auf. Ob Liebesfilm oder Sozialdrama, "Station Agent" ist ein leichter und beruhigender Film für die Seele. Sehr schön.

8.0

3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

cpt. chaos

Kommentar löschen
Bewertung4.0Uninteressant

Der wortkarge kleinwüchsige Fin, der im geerbten stillgelegten Bahnwärterhäuschen zurückgezogen lebt, macht eher zwangsläufig bekanntschaft mit dem dauerquatschenden und penetrant neugierigen Imbissbudenbesitzer Joe und der etwas paddelig wirkenden Olivia.
Die etwas sonderbaren Gestalten, die nicht ungleicher sein können, werden im Verlauf des Films Freunde.
Eine ohne jegliche Hektik erzählte Geschichte; zudem eine nett eingefangene Atmosphäre, die eine wohltuende Ruhe vermittelt.

Alles wunderschön, aber mir fehlt dennoch die Tiefe, sowohl in der Geschichte, als auch bei der Charakterzeichnung. Außerdem war es mir zeitweise eine Spur zu melancholisch.

Auf seine spezielle Art und Weise wirklich gut gemacht, aber nicht so ganz mein Fall.

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

philopee

Antwort löschen

Sich mal zurückzulehnen ist doch aber auch mal schön :)


cpt. chaos

Antwort löschen

Doch, das auf jeden Fall!
War ja nun auch nicht alles schlecht an diesem Film...


Pfizze

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

Aus mehrerer Hinsicht ein doch einzigartiger Film, der vor allem durch seine konsequente Ruhe auffällt. Es gibt so gut wie zu keinem Zeitpunkt Spannung auf, und dennoch langweilt "Station Agent" nie wirklich, denn man sympathisiert mit den Charakteren von der ersten Minute und hat Spaß daran ihnen zuzusehen. Ein netter, melancholischer Film um Freundschaft und Vergangenheit, aber für meinen Geschmack etwas zu aktionsarm, zu selten konnte er Gefühle in mir auslösen. Dennoch definitiv einen Blick wert.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Melcon

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

ARTE, fernab vom Mainstream Tv schrott, gibt es dann doch mal wieder eine Perle. Ein ruhiger Film über eine außergewöhnliche Dreier Freundschaft. Mit sehr sympathischen Darstellern. Herzlicher Indi ohne je richtig dramatisch zu sein, dennoch spannend.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

denise

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Mal wieder so ein kleiner ruhiger Film, der ohne große Worte oder Gesten die einfachsten und zugleich wichtigsten Dinge des Lebends zeigt. Schön!

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

the traveler

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein kleiner, ganz großer Film über das Leben.

4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

Wumz

Antwort löschen

Ja ist er.


stuforcedyou

Antwort löschen

Nein, ist er nicht.


stuforcedyou

Kommentar löschen
Bewertung10.0Herausragend

Ein liebevoller und leiser Film der unprätentiös charmant in Witz und Tragik seine Themen transportiert. Es geht um Einsamkeit und Freundschaft, um Wunden der Vergangenheit und Sehnsüchte, alles verpackt in wunderschöne, melancholische Bilder in denen man sich als Zuschauer wunderbar verlieren kann, wie es auch die Alltagshelden dieses cineastischen Schatzes tun und dass obwohl sie doch eigentlich ihr ganz eigenes Glück suchen.

9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

micomahn

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Schön!

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

fiaskos

Kommentar löschen
Bewertung4.5Uninteressant

Er ist im Ganzen ein sehr ruhiger Film ohne besondere Höhepunkte.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Mum Pitz

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

ein film voller lakonischen humors und stilsicherer gestaltung, ein plädoyer für toleranz und respekt

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

nurleben

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

Steht jetzt mit ganz oben auf meiner To-Watch-Liste :) :)

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kommentar schreiben

Fans dieses Films gefiel auch