Sturm
Storm (2009), DK/DE Laufzeit 103 Minuten, FSK 12, Thriller, Kinostart 10.09.2009
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von Hans-Christian Schmid, mit Anamaria Marinca und Kerry Fox
Hannah Maynard ist Anklägerin am Kriegsverbrechertribunal in Den Haag und führt einen Prozess gegen Goran Duric, einen ehemaligen Befehlshaber der jugoslawischen Volksarmee. Ihm wird vorgeworfen, für die Deportation und den späteren Tod bosnisch-muslimischer Zivilisten in Kasmaj, einer Kleinstadt in der heutigen Republika Srpska, verantwortlich zu sein. Als sich ein wichtiger Augenzeuge bei seiner Aussage in Widersprüche verstrickt, schickt das Gericht eine Delegation nach Bosnien, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Die Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Zeugen erhärten sich, allem Anschein nach sagt er nicht die Wahrheit. Kurz darauf findet man seine Leiche; er hat sich in seinem Hotelzimmer das Leben genommen. Hannah gibt den Fall noch nicht verloren. In der Hoffnung, neue Erkenntnisse zu ge-winnen, reist sie zur Beerdigung des Zeugen nach Sarajevo und trifft dort auf dessen Schwester Mira. Schon bald gewinnt Hannah den Eindruck, dass die junge Frau viel mehr über den Angeklagten zu sagen hat als sie zunächst zugeben möchte. Obwohl Mira Angst hat, sich der Vergangenheit zu stellen und damit ihre ahnungslose Familie zu gefährden, mit der sie sich in Deutschland ein neues Leben aufgebaut hat, liefert sie schließlich den entscheidenden Hinweis für Durics Verbrechen und erklärt sich bereit, ihre Aussage vor dem Tribunal in Den Haag zu wiederholen. Unmittelbar vor der entscheidenden Verhandlung versuchen Durics Verteidiger, Miras Zulassung als Zeugin abzuwenden – und finden mit ihrem Anliegen unerwartet Unterstützung von Seiten der Richterschaft. Hannah begreift, dass ihre Gegner nicht nur auf der Anklagebank, sondern auch in den eigenen Reihen zu finden sind. Im Spannungsfeld zwischen dem politischen Interesse der Vereinten Nationen und ihrem eigenen Anspruch auf Unabhängigkeit kämpft Hannah gegen die Schattenseiten von Recht und Gerechtigkeit.
Handlung
Die Juristin Hannah Maynard vertritt die Anklage am Kriegsverbrechertribunal in Den Haag gegen Goran Duric, einen ehemaligen Befehlshaber der jugoslawischen Volksarmee. Ihm wird vorgeworfen, für die Deportation und Ermordung bosnisch-muslimischer Zivilisten im heutigen serbischen Teil Bosniens, der Republika Srpska, verantwortlich zu sein. Als sich ein wichtiger Augenzeuge bei seiner Aussage in Widersprüche verstrickt, schickt das Gericht eine Delegation nach Bosnien, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Die Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Zeugen erhärten sich, allem Anschein nach sagt er nicht die Wahrheit. Kurz darauf findet man seine Leiche. Er hat sich in seinem Hotelzimmer das Leben genommen. Hannah gibt den Fall nicht verloren. In der Hoffnung auf neue Erkenntnisse reist sie zur Beerdigung des Zeugen nach Sarajevo und trifft dort auf dessen Schwester Mira. Schon bald gewinnt sie den Eindruck, dass die junge Frau mehr über den Angeklagten zu sagen hat, als sie zunächst zugeben möchte. Obwohl Mira Angst hat, sich der Vergangenheit zu stellen und damit ihre ahnungslose Familie zu gefährden, mit der sie sich in Deutschland ein neues Leben aufgebaut hat, liefert sie schließlich den entscheidenden Hinweis für Durics Verbrechen und erklärt sich bereit, ihre Aussage vor dem Tribunal in Den Haag zu wiederholen.
Unmittelbar vor der entscheidenden Verhandlung versuchen Durics Verteidiger, Miras Zulassung als Zeugin zu verhindern – und finden mit ihrem Anliegen unerwartet Unterstützung von Seiten der Richterschaft. Hannah begreift, dass ihre Gegner nicht nur auf der Anklage bank, sondern auch in den eigenen Reihen zu finden sind.
QuellenPresseheft
Cast & Crew
-
Hans-Christian Schmid
-
Anamaria Marinca
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Mira Arendt
-
Kerry Fox
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Hannah Maynard
-
Stephen Dillane
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Keith Haywood
-
Rolf Lassgård
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Jonas Dahlberg
-
Alexander Fehling
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Patrick Färber
-
Alexis Zegerman
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Daliah Sofer
Regie
Schauspieler
-
Joel Eisenblätter
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Simon Arendt
-
Bent Mejding
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Lars Andersen
-
Leon Lucev
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Milorad Alic
-
Kresimir Mikic
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Alen Hajdarevic
-
Bernd Lange
-
Hans-Christian Schmid
- Genre
- Politthriller
- Zeit
- 1990, 1990er Jahre, Bosnienkrieg, Kosovokrieg
- Ort
- Amsterdam, Belgrad, Kroatien, Serbien
- Handlung
- Angst, Binationale Partnerschaft, Bürgerkrieg, Folter, Genozid, Grund- und Menschenrechte, Korruption, Kriegsverbrecherprozess, Kroate, Recht und Gerechtigkeit, Rechtsanwalt, Serbe, Trauerfeier, Trauma
- Stimmung
- Ernst, Hart, Verstörend
- Mitmachen
- Wie gut passen diese Schlagworte? Stimm ab und hilf uns sie neu zu gewichten!
Drehbuch
Filmdetails Sturm
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Kritiken (6) — Film: Sturm
Filmering: Filmering.at
Kommentar löschenSturm variiert gelungen die Mechanismen des Polit-Thrillers, wird dabei aber sicher nicht jedem gefallen. Durch die Schwerpunktsetzung klar hin in Richtung Politik und weniger in Richtung Action, wirkt der Film sehr stark in der Realität verankert und schafft es seine Kritikpunkte glaubhaft zu übermitteln. Zwischen einer Betrachtung des gespaltenem Balkan und einem kritischen Blick auf die Kriegsverbrechertribunale entwickelt der Film seine eigene Dynamik und versteht es sehr gut seine eigene Form von Spannung aufzubauen. Sturm ist kein Film für alle, aber auf Grund seiner Stärken trotzdem sehr sehenswert.
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Margret Köhler: br-online Margret Köhler: br-online
Kommentar löschenDas bewegende Drama schildert nicht dezidiert die Ereignisse von vor fünfzehn Jahren, sondern beschäftigt sich mit den fatalen Auswirkungen, den Spätfolgen, der Traumatisierung. [...] Schmid stellt den Menschen vor dem Hintergrund der Zeitgeschichte in seiner ganzen Verletzbarkeit in den Mittelpunkt, verirrt sich nicht auf Nebenschauplätze. [...]
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Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr... Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr...
Kommentar löschenSchmids erste englischsprachige Produktion ist jedoch mehr als nur eine schauspielerisch überzeugende Bestandsaufnahme seelischer Narben und Verletzungen. Gerade zum Ende hin scheut „Sturm“ nicht davor zurück, eindeutig Stellung zu beziehen und dabei auch als politisches Statement wahrgenommen zu werden.
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Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de
Kommentar löschenGanz sachlich, kühl und ohne jedes Pathos widmet sich Hans-Christan Schmid in seinem Film Sturm einem ebenso wichtigen wie erschreckenden Thema, das tatsächlich in nächster Zukunft in Vergessenheit zu geraten droht. 2010, so ist es beschlossen, wird das Internationale Kriegsverbrechertribunal für den Balkankrieg seine Arbeit einstellen, 45 Verfahren sind noch anhängig, die Arbeit der Ermittler und Ankläger ist ein Wettlauf gegen das Vergessen.
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Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost
Kommentar löschenSchmid, ein Anhänger der Berliner Schule, versucht sich hier, wie Kollege Tykwer beim Eröffnungsfilm, am Genrefilm und nutzt, in Anlehnung an New Hollywood, aktuelle Bezüge für einen eindringlichen Thriller. In dessen Mittelpunkt: zwei unglaublich starke Frauen, die sich gegenseitig einen Darsteller-Bären wegzuspielen scheinen (und ihn womöglich gemeinsam bekommen könnten).
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G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs
Kommentar löschenDas intensive Spiel in vielen packenden Szenen ist faszinierend, es macht das Grauen des Jugoslawischen Bürgerkrieges in den Gesichtern und Geschichten der Opfer deutlich, ohne dass es gezeigt werden muss. Ebenso faszinierend ist, wie Schmid das Geflecht von Abhängigkeiten und Interessen um eine mutige Frau herum strickt. Von einem Partner, der nicht zu ihr steht, über den Vorgesetzten, der sie hintergeht bis zum globalen Niveau der Europäischen Union, die einen Deal einfädelt, und damit grausamste Verbrechen für ein größeres Europa unter den Teppich kehrt. Er hätte „die Themenkomplexe Völkerrecht und Balkankriege erarbeitet und dann Figuren entwickelt, welche die Leidenschaft und Integrität der Vorbilder spiegeln, die wir beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag gefunden haben," erzählte Schmid auf der Pressekonferenz der Berlinale.
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Kommentare (15) — Film: Sturm
Kommentar schreibenThomas479 2012/02/01 22:02:35
Kommentar löschen"Sturm" ist ein aufwühlendes Politdrama um einen vemeintlichen Kriegsverbrecher aus dem Balkankrieg der 90-er Jahre. Der Film kommt etwas schwer in Fahrt, weiß dann aber umso mehr zu fesseln. Vor allem die zweite Hälfte ist für eine deutsche Produktion sehr mutig. Der Zuschauer kann und will manchmal nicht glauben, was er da sieht. Über die Fernsehspieloptik schaut man da großzügig drüber hinweg.
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patcharisma 2011/11/29 23:06:07
Kommentar löschenSo staubtrocken wie es die ersten 20 Minuten hier vermuten lassen, gebärt sich das Justiz- und Politdrama "Storm" (um das vorläufig letzte europäische Traumata "Jugoslawien") zum Glück dann doch nicht. Mit einigen zwischenmenschlichen Aspekten rund um die Protagonistin Kerry Fox als Den Haag-Tribunats-Anklägerin, plus ein paar eingestreuten Thriller-Elementen, zieht die dramaturgische Schraube in diesem - in der Machart oft an eine Tatort-Folge erinnernde - halbdeutsche Spielfilm-Abhandlung dann und wann mal etwas an; die Vielsprachigkeit hilft zudem der Untermauerung der beabsichtigten "Based on true Events"-Seriosität. Doch etwas mehr Crime-Elemente hätten dem schwerfälligen Ganzen (das voll auf Authentizitäts- und Glaubwürdigkeits-Faktor setzt), bestimmt nicht geschadet. Dass der Film immerhin Erzähl-Side-Stränge "vor Ort" bedient, die der brutale Balkan-Krieg mit sich zog, goutiere ich mit einem Extra-Punkt. Es sind dies: Komplett fehlende wirtschaftliche und bildungsrelevante Zukunftsperspektiven im eigenen (Teil-)Land, Mauschelei und fortwährende Korruption als Souvenir der 90er (und des Tito-Halb-Kommunismus), Unfähigkeit der Aufarbeitung der eigenen Geschichte, kranker Nationalismus und Verehrung der ehemaligen Schergen als Helden, baldmöglichster Beitritt in die zahlende Milchkuh EU (immerhin mit der Forderung zur Kooperation mit Den Haag gekoppelt), "Befriedung" nur durch Permanent-Präsenz von Blauhelmen und Exodus mit Familiennachzug in entwickelte, reiche, mitteleuropäische Länder als fast einziger Ausweg (und der damit verbundene Export der leider oft grassierenden Gewalt-Mentalität), sind doch noch thematisiert. Doch ich befürchte im offenen Geheimen, dass sich so viele hier langsam einfach des leidigen Subjects überflüssig sind: "Bringt bitte die ganze lang andauernde Thematik endlich doch zu einem (etwas gutem und endlich versöhnlichem) Ende.", ich kann's verstehen.
Dass mittlerweile langsam auch der letzte aller dieser Kriegsfunktionäre - wie Mladic und Karadzic - gefasst, verurteilt und vergittert ist, entlässt den Zuschauer immerhin mit etwas besserer Laune (als Gesamt-Fazit). Doch kürzlich las ich in einer Zeitschrift einen bebilderten Artikel über die Haftbedingungen dieser Kriegsverbrecher: Ähnlich der Schweiz, erinnern ihre komfortablen Kisten mit Freizeit-Möglichkeiten und durchorganisierter Animation fast schon an ein Mehr-Sterne-Hotel.
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stuforcedyou 2011/03/08 10:59:56
Kommentar löschenNüchtern erzählt "Sturm" den scheinbaren Alltag im Kampf gegen Kriegsverbrecher. Der Film verzichtet dabei konsequent auf große Bilder und lässt die Charaktere gegen die tonnenschweren Mechanismen des System anrennen. Ein Kraftakt, auch für den Zuschauer, denn so gut "Sturm" auch ist, erzählt er seine Geschichte doch etwas zu passiv um wirklich fesseln zu können.
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lens flare 2010/06/23 09:13:20
Kommentar löschenaufklärungskino trifft fernsehspiel um staatsanwältin hannah. die handkamera wackelt bedeutungsschwanger dahin, das schauspiel ist dick aufgetragen, der soundtrack um stimmung bemüht - und so wird spannungsmoment um spannungsmoment verschenkt. hätte hans christian schmidt sich rechtzeitig für einen genrefilm und politthriller entschieden, anstatt einen film mit globaler bedeutung zu versuchen, wäre "sturm" wohl unterhaltsamer geworden.
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Schlegel 2010/06/23 22:02:59
Antwort löschenBin gespannt. Ausser auf MP ist der Film ja eher schlecht weggekommen.
maslobojew 2010/05/10 23:36:10
Kommentar löschenSolider Film, ein bisschen zu glatt und klar für meinen Geschmack, setzt sich aber ehrenwert mit dem Thema auseinander. Sehr gelungen fand ich die Zeichnung der Figuren.
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eierfeile 2009/12/10 13:59:20
Kommentar löschenEin hervorragend recherchierter, teilweise dokumentarisch anmutender, Film zu einem fast vergessenen Thema, nämlich den zivilen Opfern des Bosnien- bzw. jeden Krieges. Das Spiel der beiden Hauptdarstellerinnen nimmt einen gefangen und man spürt beinahe physisch die Qualen und Schmerzen der Protagonistin, ohne auch nur ein grausames Bild zu sehen. Ein leider von zu wenigen Zuschauern gesehener Film, denn das Kriegsverbrecher Tribunal in Den Haag soll 2010 beendet werden, wohl aus politischem Kalkül.
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Sonse 2009/10/08 00:09:42
Kommentar löschenHans-Christian Schmids "Sturm" ist ein äußerst sehenswertes und spannendes Politdrama, das vor allem von seinen zwei außergewöhnlich starken Frauenfiguren Hannah Maynard, Anklägerin am Kriegsverbrechertribunal in Den Haag, und Mira Arendt, Schwester des vermeintlichen Zeugens, lebt. Kerry Fox habe ich stets gerne gesehen und Anamaria Marinca war schon das Beste an "Vier Monate, drei Wochen und zwei Tage". Rolf Lassgård macht so viel er kann aus seinem Bürokraten und Stephen Dillane geht für mich sowieso immer. Das Ende *Spoiler* ist allerdings leider etwas unrealistisch, siegt angenehmerweise doch der Idealismus über den Pragmatismus.
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Sonse 2010/04/02 17:19:19
Antwort löschenMich hat er nicht so sehr genervt wie dich, aber er wirkte doch oft als wäre er in einem ganz anderen Film... ;)
patcharisma 2011/11/30 01:15:09
Antwort löschenSo gut ist es also nicht, liebe Sonse...
Thekla 2009/09/09 18:45:44
Kommentar löschenEin toller Film. Ein Plädoyer für die Würde des Menschen und für die Gerechtigkeit. Und mit einem Blick auf die Tücken der Politik.
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wolf260366 2009/02/20 00:38:09
Kommentar löschenEin Film, der fesselt, der anregt zum Nachdenken über die Frage, wann Gerechtigkeit geübt wurde und wie sie überhaupt möglich ist. Ein hochaktueller Fall, insbesondere dann, wenn man mal die "Original-Doku" über den Miosevic-Prozess gesehen hat. Beeindruckend die Schauspielleistung der beiden Frauen.
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annabanana 2009/02/16 16:39:51
Kommentar löschenSehr guter Thriller, der nachdenklich macht und sich dem Stoff nähert, ohne eindeutig Position zu beziehen.
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josefk 2009/02/16 07:45:57
Kommentar löschenSchon der Titel des Films enthält eine schamlose Lüge.
"Der Storm" ist die kroatische Aktion vom 5. - 10. August 1995 gegen serbische Bevölkerung in Kroatien. In dem tatsächlichen Storm wuren ca. 300.000 Serben vertrieben und ca. 3.000 umgebracht und die Folge davon ist, dass es heute keine Serben in Kroatien mehr gibt. (Vor dem 2. Weltkrieg lebten beinahe 2 Mo Serben in Kroatien.) Diese ethnische Säuberung (im Kontinuität) ist in diesem Film der jugoslawischen ARmee "künstlerisch" unterstellt und die wahre Verbrecher (kroatische Politiker und Armee) vor der Verantwortung geschützt. Darf die Kunst so zur Bedienerin der Politik gemacht werden? Darf man "künstlerisch" lügen und die Wahrheit fälschen?
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patcharisma 2011/11/30 06:27:11
Antwort löschenJa genau, da bricht wieder der Nationalismus eines Immigranten durch.
annaberlin 2009/02/15 23:18:15
Kommentar löschenBesonders gefallen hat mir an diesem EU-Gerichtsdrama, dass der Regisseur plakative Szenen auslässt, der Zuschauer sich das Greuel aber ganz genau vor Augen führen kann. Erzählt wird sehr wahrheitsgenau der Verlauf eines Prozesses gegen einen Kriegsverbrecher - ohne rosarote Schnörkel. Geradlinig erzählt Schmid einen politischen Thriller der Meisterklasse, der Lust macht, sich näher mit dem Thema zu beschäftigen. Es ist tatsächlich unglaublich, wie die westliche EU schön die Augen zukneift.
Was die Darsteller angeht, so ist nur einer zu beklagen: der Ehemann der Kronzeugin. Wer kam auf die Idee, jemanden in den Film hineinzuholen, der so gar nicht schauspielern kann? Kerry Fox jedenfalls gab ihr Bestes, um eine Anwältin zu porträtieren, deren Motive zwischen persönlichem Ehrgeiz und Menschlichkeit verflochten sind.
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davidpm 2009/02/13 22:32:07
Kommentar löschenEin Film über einen Kriegsverbrecherprozess klingt ja zunächst mal nicht so leicht zugänglich. Dieser Film schafft es, exemplarisch anhand eines fiktiven Prozesses alle wichtigen Beteiligten mit ihren jeweiligen Interessen zu charakterisieren und eine unglaublich spannende und wichtige Geschichte zu erzählen.
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albiedo 2009/02/08 16:33:15
Kommentar löschenStorm hat mich sehr begeistert- er ist unaufgeregt und unpathetisch. Und dennoch spannend bis bedrohlich.
Ein begeistertes Publikum lässt dennoch kein Prädikat Mainstream zu. Bundesstart leider erst im September.
Mein Berlinale-Film des Tages.
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Kubrick_obscura 2009/02/08 15:43:29
Kommentar löschenIch bin ein großer Fan von Hans-Christian Schmid und konnte es garnicht erwarten mir sein neuestes Werk anzusehen. Gestern im Berlinale-Palast war es soweit. "Sturm" ist das typische Werk eines deutschen Avantgardisten der das erste mal im Ausland dreht, mit allen Vor- und Nachteilen, die das mitsichbringt.
Herausragend ist in erster Linie die Besetzung. Bis auf den Ehemann der Zeugin, überzeugt jeder. Anamaria Marinca, die schon in 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage eine Hammer-Vorstellung hingelegt hatte, gehört auch in Sturm zu den Highlights. Überragend ist aber Kerry Fox, die eine ganz und gar realistische Heldin spielen darf und mit dem Berufsleben und der Privatsphäre ihrer Rolle angenehm spielt. Schmid führt seine Akteure gewohnt hervorragend.
Wie schon bei Requiem, setzt Schmid auch bei Sturm auf eine dynamische Handkameraführung. Während Requiems Kamera-Stil zwar noch fest im Dokumentarfilm verankert war, nähert sich Sturm anderen Vorbildern. Die schnellen und zuckenden Scope-Bilder erinnern an Soderberghs "Traffic" und manchmal auch an "24".
Sturm will auch ein Genre-Film sein, jedenfalls äußerlich und auch die Handlung präsentiert sich Polit-Thriller typisch. Wo aber Tom Tykwer in seinem neuen Film auch das Action-Genre bedient und sich mit Bond, Bourne und Co. messen lassen muss, hat Schmids Film andere Referenzen. Die Vorliebe zur genauen Erzählung, der genaue Blick auf die Heldin der Geschichte lassen Vergleiche mit Filmen wie "Michael Clayton" zu. Vieles an Sturm erinnert an Gilroys letztjährigen Thriller-Streich. Aber auch Clayton hatte Vorbilder, nämlich das New-Hollywood-Kino und die Thriller der 70er und 80er Jahre.
Schmids Film ist nah mit New-Hollywood verknüpft, wenn auch weit aus europäischer gedreht. Er erzählt eine geradlinige, ja fast Mainstream-taugliche Geschichte, ohne die moralische und politische Seite außen vor zu lassen. Sie ist die Triebfeder des Films und obwohl der bosnische Krieg (im Film selbst als "alter Hut" betitelt) keine öffentliche Aktualität mehr widerfährt, ruft uns Sturm durch seine genaue Recherche und seine Original-Schauplätze, die Aktualität des Themas in den Kopf und kommt zu dem traurigen und schweren Schluss das Gerechtigkeit nicht auf Dauer hält und das sorgar Kriegsverbrechen verjähren können.
Schmids neuer Film ist somit ein unangenehmer und sehr realitstischer Thriller mit moralischem Gewissen, der von der Kraft seiner Darsteller lebt und gesehen werden sollte, dennoch macht ihn seine Entschlüsselbarkeit und sein klares Aufzeigen von schon verwendeten Handlungsmustern zu einem typischen internationalen Debüt eines deutschen Regisseurs. Hier werden leider allzu bekannte Mittel und Techniken benutzt, die den Film in seinem Gesamt-Eindruck schmälern.
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