Wo die wilden Kerle wohnen

Where the Wild Things Are (2009), US Laufzeit 101 Minuten, FSK 6, Abenteuerfilm, Drama, Fantasyfilm, Kinostart 17.12.2009


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von Spike Jonze, mit Catherine Keener und Max Records

Es ist die Geschichte des ebenso unbändigen wie sensiblen Jungen Max, der sich zu Hause missverstanden fühlt und dorthin flieht, wo die wilden Kerle wohnen: Max erreicht eine Insel, auf der er geheimnisvollen und seltsamen Wesen begegnet, deren ungestüme Empfindungen und Taten absolut unvorhersehbar sind. Die wilden Kerle wünschen sich nichts sehnlicher als einen Anführer – und Max träumt davon, über ein Königreich zu herrschen. Also wird Max zum König gekrönt und gelobt, ein Reich zu schaffen, in dem alle glücklich sind. Doch bald macht Max die Erfahrung, dass sich sein Königreich gar nicht so leicht regieren lässt: Der Umgang mit seinen Untertanen ist weitaus komplizierter, als er sich das ursprünglich gedacht hat.

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Cast & Crew

Drehbuch
Filmdetails Wo die wilden Kerle wohnen
Genre
Abenteuerfilm, Drama, Fantasyfilm
Zeit
2000er Jahre
Ort
Vereinigte Staaten von Amerika, Wüste
Handlung
Boot, Eltern-Kinder-Beziehung, Insel, König, Mutter, Mutter-Sohn-Beziehung, Mutterliebe, Mutterrolle, Reise, Schlaf, Schlafzimmer, Schneeballschlacht, Sohn, Tagtraum, Traum, Wald
Stimmung
Berührend, Entspannt, Gutgelaunt, Traurig
Zielgruppe
Familienfilm
Tag
Bestsellerverfilmung
Verleiher
Warner Bros. Pictures Germany
Produktionsfirma
Playtone, Warner Bros.

Kommentare (102) — Film: Wo die wilden Kerle wohnen


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lok

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Rührender Film, einfach nur klasse!

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Alex.de.Large

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Bewertung5.5Geht so

Max ist schwer verhaltensauffällig, wirkt traumatisiert und leidet offensichtlich am Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom.
Und somit geht er Mir schon von Anfang an auf die Eier.
Bei der Iglu-Szene erwischte ich mich beim Denken: "Hoffentlich kracht das Ding ein, und begräbt Ihn unter sich."
Bei der Boot-Szene flehte ich schon fast: "Ersauf doch bitte."
Als dann "Die wilden Kerle" auftauchten, hatte ich die Hoffnug dass er gefressen wird, schon aufgegeben.
Mit dem kleinen Arschloch muss ich jetzt also die nächsten 90 Min. verbringen.
Na Super.
Auch das "Design" der wilden Kerle, wurde von Kerl zu Kerl unsymphatischer.
(Ich weiss, nah an der Vorlage, und technisch brilliant gemacht.)
Die wilden Kerle sind übrigens ein Haufen manisch-depressiver, aber leider untherapierter Psycho´s, die den kleinen Oberspinner zu ihrem König erklären.
Das ist in meinen Augen dann auch eine passende Rollenverteilung.
Jeder Psychiater würde hier freudestrahlend seinen Rezeptblock zücken.
Dann machen Sie ganz viele tolle Sachen zusammen, und alle machen, was der König sagt. Dabei gehen die Kerle nicht gerade zimperlich miteinander um. Da gibt´s schon mal´nen Baum auf die Omme, oder man missbraucht sich gegenseitig als Wurfgeschoss.
Und natürlich werden sie trotzdem auch Alle dicke Freunde.
Und ja, dann wurde es auch irgendwie ein netter Film über Freundschaft, Kindheit, Lernen, Enttäuschung, Verantwortung, Zuneigung, Ablehnung etc.
Aber: "Es ist nicht leicht ein Gott/König zu sein". Vor allem nicht für einen kleinen Jungen.
Zum Schluss erkennt Max sich im impulsivsten der Kerle, Carol wieder.
Dessen Impulsivität, läßt Ihn seine eigene Destruktivität erkennen.
Er erkennt im Prinzip, dass das Sein, das Bewusstsein prägt.
Dass Ursache und Wirkung eng miteinander verbunden sind.
Dass das Ganze so plump umgesetzt wurde, also dass ein "Traum" ein schwer emotional gestörtes Kind, zu einem einsichtigeren Wesen macht, hat mich noch nicht mal groß gestört. Basiert halt auf´nem Kinderbuch.
Was der Film erzählen, bzw. transportieren will, ist Mir sehr wohl bewußt, auch dass die einzelnen Kerle nur Facetten von Max´s Persönlichkeit, bzw. Inkarnationen realer "Vor"-Bilder darstellen, aber...

... stelle eine Frage in 7 Worten:

"Warum will Mir der Film nicht gefallen?"

...............................................................................................................

Off/In-Topic:

Falls übrigens jemand gerade Lust hat´ne ermüdende Gender-Debatte loszutreten.
Der Titel sollte ein gefressenes Futter für die-/denjenige/n sein.
Unter den "Kerlen" befindet sich nämlich ganz offensichtlich "Weibsvolk" ;)
Korrekt muss es also heissen:"Wo die wilden Kerl-/inn/en wohnen"

Einigt euch bitte gleich auf "Wo die wilden Wesen wohnen".

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Zimtmond

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Jap, das muss ich. Habe momentan zwei Jobs. Bzw. ein Praktikum und dann arbeite ich noch nebenher im Freibad. Und ein Freibad hat eben jeden Tag auf :D Aber für heute bin ich auch echt bedient. Es gibt einfach so viele schlimme, uneinsichtige und blöde Menschen, aber das kennt man ja. Hätte gern ein Feierabendbier. Allerdings schmeiß ich mich jetzt nur noch ins Bett und schlafe um morgen um 8 Uhr wieder anzufangen bis abends um 8. Ohje.
Gute Nacht :)


Alex.de.Large

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Hast mein vollstes Mitgefühl.
Ja, schlimme, uneinsichtige und blöde Menschen gibt es leider viel zu viele. Kenne ich von meinem Beruf auch zur Genüge ;)
"Undank ist der Welten Lohn." ;)
Lass dich nicht unterkriegen :)
Ich trink ein Bier für dich mit ;D
Und schlaf gut.


Robbejr

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

"Hast du auch etwas gegen die Einsamkeit?" Liebe- und Fantasievoller Film mit Herz!

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BattlemasterIZ

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Toller Film, mir hat die schöne Fantasievolle Erlebnisswelt sehr gefallen. Vor allem die Monster kommen mir sehr "lebensecht" echt rüber, klasse Leistung. Hier kann man mal wieder Kind sein. Jetzt mal wieder ein bischen herum-toben :)

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Dr.Bobo

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Mein inneres Kind war total begeistert.
Ein Film der zeigt wie toll es eigentlich ist im Dreck zu spielen und anderen Beine zustellen.

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FilmFan92

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Allg. Spoiler Warnung!

Einmal wieder Kind sein. Im Buddelkasten Sandburgen bauen, mit den Freunden vor der Konsole sitzen, draußen rum rennen, "Abenteuer" erleben, die Welt entdecken, Streiche spielen, kurzum: Spaß haben. Das ist ein Traum den wohl Viele teilen. Einmal in die sorgenfreie Zeit zurückkehren und sei es bloß für einen Tag.
Doch ist es als Kind wirklich so viel einfacher? Die Erinnerungen an die schönen Momente, die verankern sich (tiefer) im Gedächtnis, doch auch Kinder haben Probleme, Ängste und Sorgen. Mit diesem Gedanken als Grundtenor illustrierte Maurice Sendak das Buch "Wo die wilden Kerle wohnen". Spike Jonze nimmt sich nun der Vorlage des Kinderbuchklassikers an und liefert ein Familienfilm, der eigentlich kein Familienfilm ist und so viel mehr zu bieten hat.
Max ist ein Junge, der Beachtung und Aufmerksamkeit benötigt. Sein Vater ist fort, seine Mutter überfordert und Max ist einsam. Nach einem Streit mit der Mutter, haut Max kurzerhand ab und landet per Bootsfahrt auf einer Insel, die von skurrilen Geschöpfen bewohnt wird. Mit Hilfe einer kleinen Lüge wird Max zum König der sog. "Wilden Kerle" und lebt fortan mit den großen Gestalten und fängt an eine Festung zu bauen, die alle ihre Träume erfüllen kann. Dass es aber schwieriger ist ein König zu sein, als zuerst angenommen, muss Max auf die harte Art und Weise lernen. Denn Erwachsenwerden ist immer noch das größte Problem eines Kindes.
Als bekannt wurde, dass Mr. Jonze das Kinderbuch verfilmen wird, war klar, das wird kein 08/15 Streifen. Kein weichgespülter Hollywood Kitsch für die ganz Kleinen. Nein, Jonze verwandelt den Stoff in ein liebevolles Märchen, melancholisch und anspruchsvoll, aber gleichermaßen lehrsam. Seine wilden Kerle sind liebevoll, doch ebenfalls von Problemen befallen.
Carol hat "Beziehungsprobleme", Alexander findet keine Beachtung und Judith hat ihre schlechte Laune nicht unter Kontrolle. Doch gemeinsam mit ihrem König könnte all dies Vergangenheit werden. Eine freundschaftliche Beziehung zwischen den "Kerlen" und Max entwickelt sich, vorallem Carol und KW schließt der kleine König in sein Herz. Doch je länger Max in der Obhut der Kerle verweilt, umso mehr packt ihn das Heimweh. Denn den Probleme seines Zu Hauses zu entfliehen mag eine leichte Alternative sein, doch auch woanders entstehen Probleme. Man kann seine Probleme für kurze Zeit ausblenden, doch Flucht ist keine Option.
So kommt es zum Abschied, Max geht wieder nach Hause, er konnte die Probleme der Kerle zwar nicht lösen, aber sie hatten eine großartige gemeinsame Zeit. Dementsprechend emotional fällt auch die Verabschiedung aus. Taschentücher können ruhig bereit liegen, wenn Carol zum Abschluss ein tiefes Heulen von sich gibt und mit wehmütigem Blick seinem Freund hinterherschaut.
"Wo die wilden Kerle wohnen" ist anspruchsvolles Kino. Kino zum Nachdenken, zum Sorgen vergessen, zumindest für 100 Minuten. Kino für die Großen, die wieder mal "klein" sein wollen. Kino, wie es sein soll!

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FilmFan92

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Oh ja, toller Filmemacher (und das obwohl ich lediglich 2 Werke von ihm kenne :P). Hoffe mal "Her" begeistert mich ebenso sehr :)


FilmFan92

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Hab's gecheckt. Sind sogar 4 :P


Zimtmond

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Einmal wieder Kind sein. Einmal wieder die Welt mit Kinderaugen sehen. Einmal wieder mit kindlicher Unschuld auf Entdeckungsreise gehen. Einmal dort sein, wo die wilden Kerle wohnen.

-"There were some buildings... There were these really tall buildings, and they could walk. Then there were some vampires. And one of the vampires bit the tallest building, and his fangs broke off. Then all his other teeth fell out. Then he started crying. And then, all the other vampires said, "Why are you crying? Weren't those just your baby teeth?" And he said, "No. Those were my grown-up teeth." And the vampires knew he couldn't be a vampire anymore, so they left him. The end. "

-"I have a sadness shield that keeps out all the sadness, and it´s big enough for all of us."

-"Small is good. My powers are able to slip right through the cracks."
-"But what if the cracks are closed up?"
-"Then I have a re-cracker, which goes right through that."
-"But what if they have some sort of material that re-crackers can't get through?"
-"Then I have a double re-cracker, which can get through anything in this whole universe. And that's the end, and there's nothing more powerful after that, ever. Period."
-"He has a double re-cracker."
-"He does sound powerful."

-"Inside all of us is hope. Inside all of us is fear. Inside all of us is Adventure. Inside all of us is…a wild thing."

-"I'll eat you up; I love you so."

Ein fröhlicher Film. Ein trauriger Film. Ein melancholischer Film. Ein hoffnungsvoller Film. Ein schöner Film. Ein Film, der zeigt, wie wichtig das untereinander zuhören ist, wie wichtig es ist füreinander da zu sein, wie wichtig es ist aufeinander aufzupassen und wie wichtig es ist genauer hinzuschauen und hinter die Schale auf den Kern zu blicken. Ein Film, der mein Herz berührt.

**************************************************
-"A book is really like a lover. It arranges itself in your life in a way that is beautiful."
(Maurice Sendak)

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Zimtmond

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@pischti
Solltest du wirklich. Ein schöner Film. Danke :)
@jacker
Oh bei mir auch :) ♥ Ich freu mich ja schon so, dass ich allen damit auf den Geist geh :D


Andy Dufresne

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Sehr schön!


alex023

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Bewertung9.0Herausragend

»There is no such thing as King. He’s just a regular boy, pretending to be a wolf, pretending to be a King.«

Spike Jonze ist eigentlich relativ unbekannt, obwohl er doch bekannte Filme gemacht hat? Seltsam in jedem Fall. Mit WHERE THE WILD THINGS ARE verfilmte er ein Kinderbilderbuch – aber es wurde kein wirklicher Kinderfilm daraus. Denn dieses Werk ist so tiefgründig, wie alle Hollywood-Sommerblockbuster es zusammen genommen niemals sein könnten. Es handelt vordergründig von einem Jungen, Max, der seine „issues“ hat, wie es fast jeder Junge in dem Alter hat. Er fühlt sich ignoriert, vernachlässigt und nicht verstanden von der Welt, in welcher er lebt. Max ist ein Kind, was alles überdramatisiert, für das eine einfache Zurückweisung an einem Abend (weil der neue Freund der Mutter zu Besuch ist) schon das Ende der Welt und von allem bedeutet.

Jonze kreiert hier entgegen aller Erwartungen (denn wer hat denn nicht einen Kinderfilm erwartet?) einen sehr, sehr depressiven Film, der gewissermaßen auch keine Lösung bietet, keinen Silberstreif, der verspricht, dass alles besser wird. Wenn wir in die Augen des kleinen Max schauen, als die Freunde seiner Schwester sein Iglu zerstören, fühlen wir uns, als würde gerade die ganze Traurigkeit dieser Welt darin vereinigt werden. Ich komme nicht umhin zu sagen, dass der Film mir sehr nahe gegangen ist und das an mehreren Stellen, nicht bloß am Anfang und am Ende. Wenn Max in seine Phantasiewelt flüchtet, in welcher er auf Monster trifft, die natürlich ihre eigenen, ganz persönlichen Probleme haben und er in einem Wutanfall sich anmaßt, sich beinahe selbst zu ihrem König zu krönen, dann spiegelt das alles nicht bloß die verwirrte Psyche eines Kinder wider, sondern auch das allgemeine Wesen unserer postindustriellen Gesellschaft. Weil Max sich missverstanden und misshandelt fühlt, flüchtet er in diese Welt, in der er glaubt, über die anderen bestimmen zu können, was er jedoch nicht kann.

Es gibt eine Szene zu Beginn, als Max zu seiner Mutter geht, während sie telefoniert. Als sie dann fertig ist, möchte sie von ihm eine Geschichte hören. Er erzählt eine, welche aus simplen „And then“-Sätzen besteht und sie hört aufmerksam zu und tippt sie gleichzeitig in den Computer ein. Bloß diese Geschichte, über einen Vampir, der seine Zähne verliert und deshalb von den anderen ausgeschlossen wird, legt seine Sorgen dar: dass er einmal von allen Menschen verlassen werden wird, die ihm etwas bedeuten. So etwas kann für ein Kind eine existenzielle Sorge sein, die es nicht mehr los wird. Ich möchte aber hier nicht all die Referenzen, Bilder und tiefschürfenden Erzeugungen ergründen, das haben andere schon getan und den Film tiefgehend analysiert. Es geht mir viel mehr darum, zu begreifen, was der Film letztlich aussagt. WHERE THE WILD THINGS ARE zeigt in seiner depressiven und destruktiven Art, wie ein Kind versucht, in der Realität zu funktionieren und dabei scheitert. An seinen eigenen Ängsten und Befürchtungen, die dem eigenen Glauben der Unsterblichkeit und Unverletzlichkeit, der unbändigen Aufmerksamkeit und Existenz seiner geliebten Personen gegenüber stehen.

Es ist ja so: wenn man Kind ist, glaubt man noch an das Gute. Man ist fröhlich, frei und genügsam. Man ist wohl behütet und sich der Liebe von seiner Familie sicher. Doch irgendwann gelangt man an einen Punkt, an dem sich das alles zu verändern droht und man will es nicht wahrhaben. Viele wollen es einfach nicht akzeptieren. Und wenn ich jetzt zurückblicke, werde ich immer ganz nostalgisch und melancholisch, da ich mir irgendwie die Zeit der Unschuld zurückwünsche. Warum ist sie vergangen? Was macht der Mensch eigentlich falsch, dass diese Zeit irgendwann vorbeigeht? Nun, nicht jeder wird es so sehen, aber es gibt sicherlich Gleichgesinnte. Denn irgendwann kommt für jeden die Zeit, in welcher er aus der Komfortzone austreten muss und sich selbst der (bitteren) Realität stellen muss. Genauso wie Max es am Ende tut. Denn er hat keineswegs eine Lösung gefunden, um seine Ängste zu überwinden, er hat keine neue Hoffnung für die Zukunft gefunden. Vordergründig vermisst er einfach seine Mutter, weshalb er zu ihr zurückkehrt. Aber dahinter will er sich auch seinen Ängsten stellen. Er entscheidet sich dafür, sich nicht im Kreis zu drehen und immer wieder die gleichen Fehler zu machen, nicht den eigenen Aggressionen freien Lauf zu gewähren, sondern lieber erwachsen zu werden. Er macht sich auf in die immer noch unsichere Zukunft, aber mit der Absicht, sich nicht zu verstecken.

Jonze inszeniert wundervoll, mit tollen Bildern (der Bruch der Sonnenstrahlen, als Max und die Monster an den Klippen stehen und johlen), verfilmt das ausgezeichnete Drehbuch, was nur Anleihen einer stringenten Handlung hat, weil das alles gar nicht wichtig ist. Die eigentliche Geschichte ist vielmehr die Versinnbildlichung von Max eigener kleiner Story: WHERE THE WILD THINGS ARE ist gewissermaßen in seiner Erzählweise auch eine solche „And then“-Geschichte. Erst passiert das, dann dies und dann…natürlich ist das auch ein Stilelement, aber ich will hier – wie gesagt – nicht zu sehr analytisch vorgehen. Ich glaube einfach, dass sich jeder irgendwie in Max wiederfinden kann – oder zumindest in dem, was ihn beschäftigt. Denn jeder musste irgendwann erwachsen werden oder ist noch dabei, aber irgendwann endet für jeden die Kindheit, die Zeit der Unschuld und dann muss man sich dem Leben stellen. Manche sind dazu bereit, manche nicht.

Fazit: WHERE THE WILD THINGS ARE ist ein wunderbarer, aber doch so depressiver und trauriger Film von Spike Jonze, den man vielleicht zu der richtigen Zeit, in der richtigen Stimmung (und natürlich im O-Ton) schauen muss. Manchen gefällt er vielleicht nicht, aber vielen wird und hat er es. Jonze ist ein ausgezeichneter Regisseur, kreiert hier eine beispiellose Reflektion auf die Unschuld der Kindheit und die Probleme, Ängste und Komplexe, die einen jede Heranwachsenden beschäftigen. Dringlichst empfohlen. Ein Film mit Herz für Menschen mit Herz. Eigentlich fast sowas wie ein Lieblingsfilm. Er nimmt nun auf jeden Fall einen Platz tief in meinem Herzen ein.

[http://planetofpictures.blogspot.de/2014/03/where-wild-things-are-us-2009-spike.html]

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The Freewheelin Fonda

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Serh starker Kommentar alex! Muss ich auch dringend mal ansehen!


alex023

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Danke, Fonda.
Ich finde es schon erstaunlich, wie ein Film wie "Being John Malkovich" der 'schwächste' von einem Regisseur sein kann. Aber seine anderen drei sind einfach noch besser. Bitte jedermann HER schauen. ;)


hno-16

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Bewertung0.0Hassfilm

Dieser Film ist einfach komisch und schrecklich, wirklich diese merkwürdige so komisch gestaltete Story, das ist einfach alles total unüberlegt dahin geschmiert. Ic h kannn diesen Film einfach nicht ab, ich sehe in so: Ein verträumter Junge, der nciht genug Anerkennnung bekommt, haut von Zuhause ab.(Ich glaube bis dahin sehen, dass alle so wie ich)! Er trifft irgendweöche komische Wesen, wo er der König wird und schließt mit innen einen merkwürdigen Pact. Irgendwann wird dieser Pact nicht eingehalten und alle zerstreiten sich! Am Ende(wurde mir gesagt, weil ich weggegangen bin, weil dre Film, so schlecht war)geht der Junge wieder zur seiner Mutter zurück. Versteht man woll unter Happpy End. Außerdem ist der Film ganz sicher kein Kinderfilm, woll eher ein Kinder****(muss mich leider so ausdrücken)! Eigentlich verstehen diesen Film Kinder gar nicht und das brauchen sie auch sicher nicht. Der Film ist einfach nur Zeitverschwendung. Zum Glück sind die Bücher in den Vereinigten Statten verboten!

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hno-16

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Ist wohl nur schwachsinnig daher gesagt, ohne Begründung!


hno-16

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So ein Mist passt nicht auf Moviepilot, lieber Medardus!!!!


DieFilmguckerin

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Wer hat nicht schon einmal davon geträumt: ein Ort, an dem alles so ist wie man es sich wünscht - ein Ort der Träume, an den man sich zurückziehen kann, wenn man von der wirklichen Welt genug hat. Nach einem Streit mit seiner Mutter reißt der zehnjährige Max kurzerhand von Zuhause aus, segelt über ein Meer und landet schließlich in einer wundersamen Welt voller seltsamer Wesen. Nachdem diese sich entschieden haben, ihn nicht aufzufressen machen sie den nächsten logischen Schritt und erklären den kleinen Jungen zum König, der sie in eine blühende Zukunft führen soll.

Mit "Wo die wilden Kerle wohnen" adaptiert der Regisseur Spike Jonze nicht nur eines der bekanntesten und beliebtesten Kinderbücher für die Kinoleinwand, sondern bleibt auch seiner Vorliebe für surreale Umgebungen und interessante Geschichten treu, so schenkte er den Zuschauern bereits Filme wie "Being John Malkovich" oder "Adaption". "Wo die wilden Kerle wohnen" entführt das Publikum in die phantastische Welt des kleinen Max, die wilder und ursprünglicher nicht sein könnte und von den riesigen und zugegeben teilweise sehr unheimlichen wilden Kerlen bevölkert wird. Doch wir lernen schnell, dass diese nicht nur unbekümmert durch die Wälder taumeln, sondern sehr emotionale Persönlichkeiten mit jeder Menge Problemen sind.

Getragen wird der Film einerseits durch seine spannende und ungewöhnliche Geschichte und andererseits durch den wunderbaren Soundtrack, der zusammen mit den ästhetischen Bildern eine unfassbar dichte und melancholische Stimmung erzeugt, der man sich nicht widersetzen kann. Selten lagen Spaß und Traurigkeit in einem Kinderfilm so dicht beieinander und ermöglichen es auch Erwachsenen sich voll und ganz in die Welt der wilden Kerle fallenzulassen und sich an die eigene Kindheit zu erinnern - an das ungestüme Herumtoben genauso wie an die großen Träume und die kleinen und großen Probleme der eigenen Gefühlswelt.

"Wo die wilden Kerle wohnen" ist ein kleines Gesamtkunstwerk, bei dem einfach alles passt. Wunderschöne Bilder, die wilde Landschaften und detailverliebte Basteleien gleichermaßen einfangen und mit melancholischer und urwüchsiger Musik zu einer unwiderstehlichen Atmosphäre verschmelzen, die den Zuschauer fesselt und in die Geschichte des kleinen Max und seiner Monsterfreunde eintauchen lässt.

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Roldur

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Spike Jonze hat mit "Wo die wilden Kerle wohnen" einen Kinderfilm mit einem wahrhaftig großem Herz geschaffen. Da ich als Kind weder das Buch kannte, noch vor einigen Jahren den Release mitbekam, gehöre ich eigentlich gar nicht zur Zielgruppe des Films. So weit so gut, der Film hat dennoch all das geschafft, was ein guter Film schaffen soll.
Die Welt in die ich hereingezogen werde, an Seite des leicht nervigen Kindes Max, ist schwermütig und melancholisch. Die Monster, die sie bewohnen sind ebenfalls emotionale Wracks. Eigentlich ein äusserst trauriger Film für die junge Zielgruppe. Die Gruppe von Voice-Actors, die diese bunte Truppe von schwerfälligen Haar-Monstern spricht, macht ihren Job grandios. Sei es James Gandolfini, als der emotional instabile und schnell aufbrausende Carol, oder Forest Whitaker als der sanftmütige Ira, das sei mal nur als kleine Auswahl genannt.
"Wo die wilden Kerle wohnen" zeigt in wundervollen Bildern, eine für das Genre ganz und gar ungewöhnliche Thematik rund um Einsamkeit, Verlust und Aussenseitertum. Trotz des fast schon surreal anmutenden Schauplatzes hat mich die Geschichte an einigen Stellen weit mehr berührt als viele andere Filme über das Aussenseitertum oder das langsame Erwachsenwerden.
Klar ist der Film hier und da etwas zu lang geraten aber das sei ihm verziehen, denn "Wo die wilden Kerle wohnen" hat mich zum lachen gebracht, zum weinen gebracht und mich wieder kurze Zeit in meine Kindheit zurückversetzt, vielleicht hat er mich in einem besonders emotionalen Moment erwischt und vielleicht sollte man den Film grade in meinem Alter am besten allein schauen, dennoch, so wie ich ihn jetzt gesehen hab, würde ich am liebsten die ganze Welt umarmen. Danke für diese wunderschön depressive Erfahrung!

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Sigrun

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Bewertung6.0Ganz gut

3 Gedanken zu WHERE THE WILD THINGS ARE:

1. BILDER: Originell inszeniert mit einem begabten Kinderdarsteller in der Hauptrolle.
2. INHALT: Eigentlich mag ich aufmüpfige Kinder in Spielfilmen, aber der Spannungsbogen hier ist mir zu überladen. Weniger wäre sicher mehr gewesen. Muss mal das Buch anschauen, auch wenn ich irgendwie skeptisch bin.
3. OHREN: Diese stilisierten Tierohren an Kapuzen und Kappen kann ich nicht mehr sehen, Kinder sind doch keine Teddybären oder Tierbabies. Seltsame Zeiterscheinung.

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Ollum666

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Habe das Buch und die DVD. Das Buch ist definitiv auf den Punkt gebracht, kam in den Sechzigern heraus und es wurde ca. 19 millionen mal verkauft, laut der All-Time-Bestseller Liste. Der Film bringt nicht so ganz rüber, dass es sich um eine Trotzphase handelt, die ein kleiner Junge zum ersten Mal empfindet. In dem Buch ist der Junge kleiner als im Film, gefühlt zu mindest.


uncut123

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

hab den auf b-ray gekauft und kann es nur jeden zusagen...tolle reise

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Simbod

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Wie stellt man sich die Verfilmung eines Kinderbuchs vor? Eines Kinderbuchs, dessen Geschichte mit einer für Kinder verständlichen Message über einen Rabaukenjungen, der in eine Fantasiewelt mit wilden Monstern reist, dann aber Heimweh bekommt und nach Hause zurückkehrt, in nur wenigen Worten erzählt ist?
Nunja, als Kinderfilm. Doch Spike Jonzes "Where the Wild Things Are" ist kein Film für Kinder geworden. Ganz und gar nicht. Es ist ein wahnsinnig komplexer, hochsensibler und teilweise wirklich depressiver Film über die Psyche und Probleme eines Kindes geworden, das sich von seiner Umgebung missverstanden und alleingelassen fühlt. Einem Kind, das die Welt mit ihren Problemen nicht akzeptieren und wahrhaben möchte.
Der Film begleitet Max in die Tiefen seiner Psyche und seiner Fantasie.
Dabei trifft er auf die wild und gefährlich wirkenden, aber doch recht friedlich miteinander lebenden Monster. Sie machen ihn zu ihrem König, nachdem er ihnen von seinen angeblichen Kräften erzählt, und er freundet sich mit ihnen an. Anfangs hat er viel Spaß mit ihnen, doch schon bald beginnt diese schöne Scheinwelt in sich zusammenzufallen. Diese Monster sind ganz und gar nicht glücklich, sie selbst leiden unter den Problemen, mit denen Max auch in der realen Welt konfrontiert ist. Dabei offenbart sich die unfassbare Stärke des Films. Anders als in vielen Filmen, die solche Parallelwelten als Metapher für die reale Welt nutzen, projeziert der Film seine Einzelprobleme nicht auf bestimmte Monster. Es gibt nicht ein Monster, das Max' Gefühl des Missverstandenwerdens darstellt, auch stellt kein Monster eine bestimmte Person aus Max' leben dar. Vielmehr sind die Kreaturen hochkomplexe Mischungen aus den Eindrücken, Ängsten, Wünschen und Erfahrungen, die Teil von Max' Leben sind. Max beginnt also, sich seinem eigenen Ich zu stellen. Er zwingt sich, die Perspektiven seiner Mitmenschen einzunehmen, sich in sie hineinzuversetzen, ihre Gefühle und Handlungen nachzuvollziehen. Es ist ein Prozess der Empathiebildung, den Max da durchlebt und der zum Erwachsenwerden dazugehört. Er beginnt zu begreifen, dass die Welt eben nicht problemfrei ist, so sehr er sich das auch wünscht, und auch, dass er daran mit seiner Trotzhaltung nichts ändern kann, sondern lernen muss, sich damit abzufinden oder diese Probleme anzupacken.
Der Film hat nicht besonders viel Handlung, und wenn man sich nicht auf diesen emotionalen Trip in die Tiefen von Max' Gefühlswelt einlässt, wird man ihn als albern, ja vielleicht sogar verwirrend empfinden. Doch lässt man sich darauf ein, darf man den wohl wundervollsten und einfühlsamsten Film seit einer Ewigkeit miterleben, darf mit den Monstern lachen und leiden und sich an seine eigene Kindheit zurückerinnern. Und kann manche Dinge vielleicht sogar auch für sein eigenes Leben aus dem Film mitnehmen.
Jonzes "Where the Wild Things Are" ist ein fast unbegreifliches Meisterwerk geworden, ein Appell an das einander Zuhören und sich in sein Gegenüber Einfühlen. Im Grunde genommen ist der Film viel zu vielschichtig, um ihn auf eine bestimmte Kernaussage herunterzubrechen. Es ist ein Film, den man selbst gesehen haben muss, und aus dem wohl jeder für sich etwas anderes mitnimmt.

Eine schöne Besprechung des Films gibt es auch in Videoform von Douglas Walker (Nostalgia Critic): http://youtu.be/32oJPbDXMy8

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Roldur

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Toller Kommi zu einem tollen Film!


PaJeRo

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

KEIN Kinderfilm. Ein Film mit einem Kind und Fabelwesen als Hauptdarsteller, ja. Aber kein Film für Kinder! Für die wäre der Film wohl viel zu düster und melancholisch. Die wilden Kerle selber sind keine dauergrinsenden Teletubby-Verschnitte, sondern Wesen mit charakterlichen Ecken & Kanten. Meiner Meinung nach ein sehenswerter Film. Nein, ich liebe ihn sogar! Allein wegen den wilden Kerlen, weil die so ungewöhnlich sind.

Ich freu mich jetzt schon auf Spike Jonze' SciFi-Romanze "Her" mit Joaquin Phoenix, Amy Adams, Rooney Mara, Olivia Wilde, undundund...

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PaJeRo

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Natürlich kannst du dem Kind dadurch neue Anstöße geben und zeigen, dass die Welt nicht nur aus Sonnenschein besteht. Die Illusion würde ich meinem Kind aber noch wahren wollen, solange es sowas genießen kann und das ist mit 6 Jahren noch völlig genehm.


Ollum666

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Klar. :) Aber es geht ja hier nichtmal um den Inhalt, sondern die - ich nenns mal langatmige, seltsame Stimmung (für Kids).Ich persönlich finde die Stimmung gut und außergewöhnlich.


mierle

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Bewertung9.5Herausragend

Einfach ein ganz klasse Film!

Ein vollkommen trauriger, lustiger und einfach wunderschöner Kinderfilm, der bei weitem nicht nur die Kleinen fasziniert! Mich hat er völligst gefesselt, obwohl die Kostüme der "Wilden" sowie die Kulissen recht einfach gehalten sind - Technik ist halt nicht alles!

Vielmehr überzeugt der Film durch die innere Zerrissenheit eines kleinen einsamen Jungen, der seine Gefühle und Erlebenisse in seiner Fantasiewelt reflektiert...

Also einfach herzlich und rührend - unbedingt anschauen!!!

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Cayopei

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Das ist Kintopp in Reinkultur. Und, digital ist eben tatsächlich NICHT immer besser. Vor Spike Jonze ziehe ich meinen imaginären Hut. Wie es auf Brettspielen heißt: von 8 - 88 empfehlenswert!

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Leila57

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Eine Begegnung mit dir selbst.

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Anne.

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Wo die wilden Kerle wohnen" hat mich sehr überrascht.
Ich hatte einen Kinderfilm erwartet, der in einer Phantasiewelt voller wundervoller Kinderträume spielt - und irgendwie ist er das ja auch. Allerdings viel facettenreicher, viel reflektierter - er bedient sich der gesamten Farbpalette, hat keine Angst auch in düsteren Farben zu malen. Bedient sich nicht dem Klischee eines bunten, stets heiteren Kinderfilms.
Der Film scheut sich nicht genau das anzusprechen, was ihn von vielen anderen Werken abhebt - er zeigt das Leben aus der Sicht eines Kindes, eines kleinen Jungen namens Max der unglaublich sensibel ist und in seinem Alltag mit vielen Situationen konfrontiert wird, mit denen er nicht umgehen kann.
Obwohl er das gleiche hört und sieht wie die "Großen", erlebt er sie doch ganz anders, seine Welt ist die der Emotionen. Für die Großen erscheinen Dinge anders, sie betrachten sie rational. Sie können Für und Wider abwägen, und Dinge in ihrem Zusammenhang erfassen, sind in vielerlei Hinsicht sogar abgestumpft.
Ein Kind wie Max bemerkt vielmehr die Details, alle Spannungen und Reibungen die ein Familienalltag mit sich bringt, er nimmt die Trauer und die Resignation der Welt um ihn herum auf, hat Angst, fühlt sich allein und abgewiesen, kann die Liebe der Menschen um ihn herum nicht immer wahrnehmen.
Ein Kind wie Max, hat noch kein so großes Phlegma entwickelt wie die Erwachsene um ihn herum es haben, er hat noch nicht gelernt mit seinen Emotionen umzugehen und kanalisiert seine Gefühle in spontane Wutausbrüche und flüchtet sich, in dem Gefühl von der eigenen Familie abgewiesen zu werden, in eine Phantasiewelt.

In seinem Kopf entwickelt sich nun also eine Welt voller Wesen, die genauso sind, wie er selbst. Traurig, einander liebend, aber nicht in der Lage dazu, sich gegenseitig die Liebe immer zu zeigen. Jedes einzelne Wesen von ihnen braucht Liebe, Aufmerksamkeit und Zuwendung, und sind nicht immer dazu in der Lage, sie sich gegenseitig zu geben. Sie missverstehen und verletzen einander, so, wie es auch in der waren Welt geschieht.
Max, der zu ihrem König wird, trägt nun die Verantwortung für diese Wesen und soll dafür Sorge tragen, dass sie glücklich werden. In dieser Rolle bemerkt er, wie schwer es ist, allen seinen Aufgaben und "Untertanen" gegenüber gerecht zu werden. Er erlebt, wie schnell man diejenigen, die man liebt enttäuschen kann und spürt auch die Überforderung, die er bei seiner Mutter als Zurückweisung missgedeutet hatte. Für ihn beginnt eine Zeit voller Herausforderungen, voller Zuversicht und Misserfolge. Die ihn vieles verstehen lassen, was er vorher nicht zu verstehen in der Lage war.

Es ist also kein Film der ununterbrochen fröhlich ist, eher ein Film voller Melancholie, voller Liebe und voller Hoffnung. Ein Film der zeigt, wie schwer es sein kann, Liebe zu spüren und sie zu zeigen... Wie wichtig es ist, genau hinzuschauen und dass sich die Mühe lohnt, zu versuchen, einander zu verstehen.

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Velly

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Sehr schöner Kommentar :-)


Anne.

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Dankeschön :) Ist auch ein sehr schöner Film!


mrvans26

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ein echt toller Film.
Hab mir schon lange vorgenommen den Film zu gucken und habs endlich geschafft.
Hat sich gelohnt. Vorallem wenn man sich einfach in den Max versetzt, dann kann man das auch aus der Perspektive eines Kindes sehen. Hier wird nicht mit Tiefgründigen Dialogen um sich geworfen sondern man spürt förmlich die Einsamkeit und Machtlosigkeit, dass ein Kind verspürt wenn nicht alles glatt läuft. Dazu dann die Musik, die sowohl die traurigen als auch die fröhlichen Momente perfekt unterstreicht.
Mich stört nicht, dass dieser Film nicht so funktioniert wie andere Filme. Ich fand es einfach passend.

Toll gemacht!

Sicherlich nicht der beste Film aller Zeiten aber definitiv jetzt einer meiner Lieblingsfilme.

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