Yi yi - A One and a Two

Yi yi (A One and a Two) (2000), JP/TW
Laufzeit 173 Minuten, FSK 6, Drama, Kinostart 14.06.2001

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8.0 Kritiker
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von Edward Yang, mit Issey Ogata und Jonathan Chang

In Taipeh gerät das scheinbar intakte Leben einer Familie gehörig aus den Fugen. Während die zufällige Begegnung mit seiner Jugendliebe Familienvater NJ in eine Midlifecrisis stößt, zweifelt auch seine Frau Min-Min nach dem Schlaganfall ihrer Mutter an ihrem bisherigen Leben. Die Kinder Ting-Ting und Yang-Yang haben derweil ihre ganz eigenen Sorgen. Anhand eines familiären Mikrokosmos skizziert Edward Yang die Stationen des menschlichen Daseins und die schwierige Suche nach dem richtigen Lebenswerg. Ein Mosaik menschlichen Lebens und Liebens – authentisch und leicht inszeniert. Der in Cannes für die Beste Regie ausgezeichnete Film erscheint erstmals mit deutschem Ton und besticht durch eine hohe Bildqualität vom neuen Master.


Cast & Crew


Kommentare (5) — Film: Yi yi - A One and a Two

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BigDi

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Leben halt. Ohne falsche Dramaturgie und doch so dramatisch wie man es befürchtet, spannungslos und spannungsvoll und angespannt und wieder entspannt - für Minuten, die wie Tage sind - ohne Pathos, aber mitten ins Herz, mit Tränen, aber ohne verlogene Hysterie. Mit missverstandenen Fotos und dem Mädel vor dem Gewitter auf der Leinwand, mit falschen Freundinnen und niemals wissend, was diese erzählt, mit Tränen im Herzen und äußerlich unberührt. Mit undurchsichtigen Fasttoden und schmerzhaften Errinnerungen, die persönlich auftreten, mit dem Gefühl, dass es im Hotelzimmer falsch wäre, obwohl es ohne genausp falsch war. Weiter und weiter im Fluss der Zeit und ich schwöre, hätte der Film das Doppelte und dann nochmal das Dreifache gedauert, es wäre mir nicht aufgefallen. Kein Anfang und kein Ende. Was "Fish Tank" schaffte, hat "Yi Yi" schon vor Jahren geschafft. Wie soll man das schon bewerten, dem Leben gebe ich doch schließlich auch keine Punktzahlen und "Yi Yi" braucht, nein, darf man nicht kategorisieren.

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Tyler__Durden

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Bewertung10.0Herausragend

Der kleine Yang-Yang, jüngstes Mitglied der von uns beobachtenden Familie , steckt in einer Krise. Einer Gewaltigen. Ihm ist eine tragische Einsicht gekommen als er von ein paar Mädchen, während eines großen Familienfotos bei der Hochzeit seines Onkels, ständig von an den Hinterkopf gestupst worden ist aber nie sehen konnte wer der Übertäter genau war der ihn so malträtiert. Darauf kam ihm die Einsicht das alle von uns Menschen ja nur ein Teil der Wahrheit sehen können ist unsere Perspektive doch so ausgestattet das wir nie unseren eigenen Hinterkopf sehen können. Dies bereitete ihm Sorgen heißt das doch das wir Menschen nur einen Teil der Welt hinblicken können. Da es aber auf fast jedes Problem auch eine Lösung gibt machte es sich Yang-Yang zur Aufgabe den Leuten dieses fehlende Stück zu zeigen. Er nahm die Kamera seines Vaters und photographierte den Hinterkopf von diversen Leuten.

Ab jetzt scheint es wohl passend zu erwähnen das Yang-Yang selbst, neben der Tatsache das er eine vollkommen ausgearbeitete Persönlichkeit ist, auch als eine Art Spiegelbild Edward Yangs fungiert. Edward Yang selbst macht es sich nämlich auch zur Aufgabe in seinem letzten Film YiYi uns die blanken Flächen in unserer Wahrnehmung sichtbar zu machen. Er zeigt uns das was wir selbst nicht in der Lage sind zu sehe durch die Limitationen welche jeden von uns inne wohnen. Und es ist jetzt wahrlich ein schweres unterfangen nun nicht in glorifizierende Adjektiv Schlacht auszubrechen. Dies würde zwar die momentanen Gefühle gut widerspiegeln aber den Film viel zu sehr unter Wert verkaufen. Und das will man ja bei solch einem Werk tunlichst vermeiden. Doch ist es solch ein enorm Persönlicher Film, welcher es auch verlangt das man ihn als solch einen erfährt. Yang inszeniert sein Universum mit einer zurückhaltenden Demut mit welcher er all den ihr inne-lebenden Personen immer versucht genug Distanz zu geben um zu Atmen mit all ihren Fasern. Es ist kaum der Fall das Yang filmische Techniken zur Manipulation der Gefühle benutzt um seinen Punkt deutlich zu machen oder unsere Wahrnehmung auf etwas bestimmtes zu fokussieren versucht um somit in enorm hinderndes konstruiertes dramatisieren bestimmter Ereignisse abrutscht.

Er macht uns klar das dies ein Bruch der anfangs aufgeführten Intention wäre und seine Perspektive auf uns zwingen würde. Doch kann jeder Mensch, auch er, nur durch seine eigenen zwei Augen sehen was im Täglichen Leben wie er aufzeigt nicht selten Schwierigkeiten sowie Leid bringen kann. Yang lässt uns manchmal deswegen auch nur die Spiegelbilder und Silhouetten der Personen erblicken um auch uns dem Zuschauer zu signalisieren, obgleich des introspektiven Feingefühls mit welchem er seien Charaktere behandelt, das auch wir nur egal wie "richtig" das alles anfühlt gebremst werden durch unsere Auffassung. Er hält uns auf Abstand lässt uns in gleichem Zuge aber tief hinein, eine Fähigkeit selten so sicher durchgeführt wie hier. Dies ist dann wahrscheinlich aber auch der Grund warum der Film diese Kraft besitzt. Er zeigt uns unsere eigenen grenzen als Menschen und wie wir sie aber auch nützen können um in all dem Leid und den Problemen welches das Leben in unserer ewig treibenden Gesellschaft mit ihren Spiegelbildern und Isolierten Gedanken auch Fragmente der Wahrheit sehen können welche unsere eigene Perspektive, so unvollständig sie auch immer bleiben mag, zu ergänzen und uns sowie andere Menschen dadurch besser verstehen zu können. Eines der substantiellsten Werke des Kinos.

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Tyler__Durden

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Hatte nach dem ersten mal vor fast einem Jahr eine 9,5 gegeben. Hab den Film jetzt aber nochmal gesehen und da musste das einfach nach oben. Wie schlegel es schon etwas unten sagt "Muss man mehrmals sehen".


Nutella?!!

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-so hab ich's erwartet. Stimmt schon, mehrmals gucken taete dem Film sicher gut.. aber dazu muss man sich erst mal hinreißen ..


dustyOn3

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Bewertung9.0Herausragend

Dokumentativer Film, welcher nicht nur eine einzige Persönlichkeit hervor hebt. Edward Yang setzte mit "Yi Yi" ein ganz klares Zeichen: Realistisches Drama geht auch anders. Zwischen Liebe und Trauer, zwischen Feiern und Krise - Jede Sekunde und drei Stunden lang, wird die hervorragend gespielte Familie Jian durch ihr Leben begleitet. Leichtes Grundgerüst in einem komplexem Gewand, aber nur wenn der Zuschauer es will. Großartig.

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Nutella?!!

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Wir wissen nur die Haelfte von Allem."

- Es wird einem nicht einfach gemacht. Knappe drei Stunden durchzuhalten was man in irgend einer Form schon aus dem "normalen" Alltag kennt.
Schnell hat man das Gefuehl, es muesse doch nicht alles auf diese Laenge auseinander gefaedelt werden und man koennte so einiges doch um so kuerzer fassen.
Ich hab mich hin und wieder dabei erwischt zu denken.. "paah zu viel Unnoetiges"
und so Manches wird beim ersten Ansehen auch nicht schnell durchschaubar.. fuerht dann neben der starken Streckung auch noch zu Verwirrungen, z.b. welche Person nun was mit welcher zu tun hat, da aus unterschiedlichen Perspektiven erzaehlt wird.
Wer von zu stark-interpretierender Natur ist versucht sicherlich Verknuepfungen zwischen Dingen zu schaffen die letzten Endes gar nicht da waren.. z.b. die Zeitebene betrachtend.
Man wird mit kleinen Film-Legosteinen -"made in Taiwan", beworfen und muss selbst wissen, in wie fern man in der Lage ist daraus etwas zusammen zu bauen.
Nicht unbedingt ein Traumhaus, aber ein dennoch schoenes Gebilde mit vielen versteckten und interessanten kleinen Raeumen -entstand daraus bei mir, obwohl ich mich etwas schwer damit tat, mir aus diesem Haufen kleiner Steine etwas anschauliches zu puzzeln.
Es liegt sicherlich an der Einstellung, Kino muesse einen regelmaeßig in eine fremde Phantasiewelt entfuehren -die einen den Wirklichen Alltag vergessen laesst. Das mag fuer Kinder oder Fantasy Filme etc. auf jeden Fall zutreffen doch muss es neben alle dem auch ehrliche und zutiefst Realistische Dramen geben fuer die man solche Standpunkte hin und wieder ueberschreitet.
Yi Yi ist in jedem Maße eines dieser DramenWerke die es verstehen Raum,Zeit und Menschen genaustens zu charakterisieren und damit ein aeußerst wirklichkeitsgetreues und in sich komplexes Gebaeude zu konstruieren -das man mit etwas Faszination die man z.b. beim Modellbauen oder Puzzeln entwickelt, nach einiger Zeit zu schaetzen lernen kann. Er entwickelt zwischen all der etwas unklaren Welt die gezeigt wird ,eine gewisse Klarheit -die dem Film der wie kein Zweiter ins Genre passt eine ruhige Melancholie verleiht, die wiederum gaenzlich anders ist als die z.b. romantisch-lebendige Lebensgefuehl Atmosphaere aus Werken von ArtHaus-Kollegen dieser Richtung wie Wong Kar-Wei.
Kein einfacher Film weder in Maß noch Inhalt und jedoch auch nicht so herausragend komplex wie seine Struktur und Laenge vermuten ließe.
Mag man waerend des Filmes noch dran zweifeln ergibt sich im Nachhinein und vor allem beim drueber resumieren eine gewisse Magie die den Film besonderer werden laesst als man vielleicht erwartet.
Davon abgesehen gefiel neben einer guten Kamera vor allem eigentlich jede Szene des kleinen Yang-Yang, der den Film fast allein tragen koennte.
Große kleine Augenblicke voller Herz, Gedankenanstoeßen,Einfallsreichtum und Empathie -mit diesem wunderbaren und sehr sympathischen kleinen Kerlchen von dem ich gern mehr hoeren/sehen wuerde.

..Und Muecken lassen sich doch photographieren!

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Schlegel

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Opus Magnum von Edward Yang. Generationsübergreifendes Panoptikum einer Familie aus Taipeh, virtuos geschrieben, inszeniert, gespielt. Bestechender Formwille und komplexe Geschichte(n). Muß man mehrmals sehen. 2000 Regiepreis in Cannes. Zu Recht!

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