The Bear and the Maiden Fair

Wir schauen Game of Thrones - Staffel 3, Folge 7

"You know noth-"
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"You know noth-"

George R.R. Martin hat für jede Staffel von Game of Thrones eine Episode geschrieben. In Season 1 war es The Pointy End, in der sich die Schlinge um Neds Hals weiter schließt. Darauf folgte Blackwater, eine kinoreife Folge um die Schlacht in der Blackwater Bay. In Staffel 3 hängt Martins Credit über The Bear and the Maiden Fair und nach Ansicht der siebten Episode fällt es schwer, die Gründe für diese Wahl nachzuvollziehen. George R.R. Martins Dialoge beleben die Geschehnisse rund um die Wildlings, ansonsten strotzt die Folge nur so vor übertrieben langen Füllszenen, welche die Dynamik der sowieso schon holprigen Erzählung im Keim ersticken. Das können auch ein Bär und drei Drachen nicht verhindern.

Was passiert: Jon, Ygritte und die Wildlings ziehen weiter südwärts, doch die gute Stimmung wird von Orell unterbrochen, der seinen Neid auf den Bastardsohn Ned Starks kundgibt. Der ist nicht gerade von Optimismus beseelt, was den drohenden Krieg zwischen den nordischen Migranten und der Night’s Watch bzw. den Bewohnern der Sieben Königreiche anbetrifft. Die hin und wieder spritzigen Dialoge des Pärchens sowie vor allem die liebenswerte Sturrheit von Ygritte (Rose Leslie) halten diesen Erzählstrang am Leben, der seit sieben Episoden daraus besteht, dass eine Horde von Wildlingen, die wir kaum kennenlernen, durch den Schnee (bzw. jetzt über Wiesen) spaziert.

Lebt Jons Erzählstrang von den neckenden Streitereien, lässt sich ähnliches von Bran nicht behaupten. Auch beim kleinen Stark-Bruder bewahrt eine einzelne darstellerische Leistung (Natalia Tena als Osha) die Narration vor völliger Langeweile, Zugegeben, in den Büchern sprüht Brans Wanderung gen Norden nicht gerade vor Action, die mysteriöse Aura seiner urtümlichen Träume und die geschichtsträchtigen Gespräche mit den Reeds verliehen ihnen aber zumindest eines: eine anziehende Atmosphäre. Hier wirkt Bran, dem selten mehr als eine Szene pro Folge zugestanden wird, schlicht wie ein Klotz am Bein der Serie, was aus Game of Thrones schlussendlich Hodor macht, aber denken wir lieber nicht weiter über diesen Vergleich nach…

Wenigstens erfährt Robb von seiner baldigen Vaterschaft, was zwischen all den trübseligen Heirats- und Kriegsnachrichten aufwärts tendierende Mundwinkel garantiert. Außerdem lernen wir, dass er (woop! woop!) seine Frau Talisa körperlich anziehend findet. Viel interessanter fallen die Anmerkungen von Catelyn und dem Blackfish bezüglich ihrer Antipathie gegenüber Walder Frey aus, wobei Cat zu größerer Vorsicht mahnt, während Onkel Tully das Oberhaupt der Freys nicht wirklich für voll nimmt (Stichwort: wet shit). An dieser Stelle wäre eine Umfrage unter den Zuschauern von Interesse, die die Bücher nicht gelesen haben: Erinnert ihr euch (ohne zu googeln!) an Walder Frey?

Auf den Weg zur Hochzeit befindet sich auch Roose Bolton (“You will give my regards to Lord Tywin, I trust?”), der Jaime nach King’s Landing schickt und Brienne dem recht leicht zu unterhaltenden Locke überlässt. Jaime aber kehrt zurück zu seiner Maiden und rettet sie in einer spektakulären, aber schnell verpuffenden Szene vor dem (Kampf-)Bär Lockes. Den Effektespezialisten der Serie sei an dieser Stelle aber nochmal ein großes Lob ausgesprochen. Selbiges gilt für die Drachen von Daenerys, die einen Vertreter der freien Stadt Yunkai effektiv einschüchtern. Ein paar Feuerspeier könnte Tyrion gebrauchen, dessen Geliebte Shae noch immer nicht darüber hinweggekommen ist, dass er Sansa heiraten muss.

Spoiler-Madness: Bei der Szene, in der Robb Talisa nach ihrem Brief fragt, fühlte ich mich doch an dieses Verschwörungsvideo erinnert, aber vielleicht greife ich auch nur nach spannungstechnischen Strohhalmen. Ansonsten freue ich mich einmal mehr darüber, wie Roose Boltons Verrat in immer größer werdenden Portionen an Buch-Neulinge verfüttert wird. In der letzten Folge drängte er darauf, dass Jaime bei Tywin ein gutes Wort für ihn einlegt. Diesmal verweist er wieder auf die Hand des (anderen) Königs.

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