Andrzej Wajda
Beteiligt an 18 Filmen
Andzrej Wajda ist der bedeutendste polnische Drehbuchautor und Theaterregisseur. Er zählt darüber hinaus auch weltweit zu den renommiertesten Regisseuren. Im Jahre 2000 wurde er für sein Gesamtwerk mit dem Ehrenoscar ausgezeichnet. Andrzej Wajda ist der Begründer und wichtigste Vertreter der Polnischen Filmschule.
Biografie
Andrzej Wajda wurde am 6. März 1926 in Suwałki (Polen) als Sohn einer Lehrerin und eines Offiziers geboren. 1940 fällt sein Vater den sowjetischen Militärs beim Massaker von Katyn zum Opfer. Wajda selbst engagierte sich während des Zweiten Weltkrieges für den polnischen Widerstand. Nach dem Krieg studierte Wajda Malerei in Krakau und erhielt schließlich einen der begehrten Studienplätze an der Staatlichen Filmschule in Łodz.
Filme
Seine Karriere begann als Assistent des polnischen Regisseurs Aleksander Ford. Wajdas erster Film Eine Generation (1954) handelt vom polnischen Widerstand. Seine Filme Der Kanal (1956) und Asche und Diamant (1958) gelten als Meisterwerke des polnischen Kinos. Die beiden auch international vielbeachteten Werke eröffneten die sogenannte Polnische Filmschule, eine künstlerische Strömung, die die Diskussion über die nationale Leidenstradition und das romantische Heldentum in Polen aufnahm. Die Filme Das gelobte Land (1974), Die Mädchen von Wilko (1979) und Der Mann aus Eisen (1981) wurden für den Oscar nominiert.
In den 1980er Jahren führte Wajda vor allem bei ausländischen Produktionen Regie. So drehte er in Frankreich den Film Danton (1983).
Die meisten Filme Wajdas wurden auf den wichtigsten internationalen Filmfestivals ausgezeichnet. Im Jahre 2000 wurde der polnische Regisseur den Ehren-Oscar und auf der Berlinale 2006 den Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk.
Theater
Seit 1962 arbeitete Wajda auch als Theaterregisseur am Teatr Stary in Krakau sowie an internationalen Bühnen. In Deutschland feierte 1986 das von ihm inszenierte Theaterstück Schuld und Sühne von Fjodor Dostojewskis Premiere an der Berliner Schaubühne.
In den 70er Jahren nahm Wajda mit seinen Theateraufführungen einen Spitzenplatz unter den polnischen Theaterschaffenden ein. Untermauert wurde seine Bedeutung durch weitere Premieren, u.a. Nastazja Filipowna nach Der Idiot von Fjodor Dostojewski (1977) mit hervorragenden Darbietungen von Jerzy Radziwilowicz und Jan Nowicki.
1989 wurde Wajda zum Intendanten des Theaters Powszechny in Warschau berufen.
Gesellschaftliches Engagement
Andrzej Wajda befasste sich sehr kritisch mit der polnischen Politik und Gesellschaft und musste immer wieder gegen die Zensur seiner Werke kämpfen. Doch er hat es stets abgelehnt, Polen zu verlassen. Stattdessen wollte er im Lande Veränderungen bewirken.
Nach dem Zusammenbruch des sozialistsichen Systems in Polen wurde Wajda 1889 als Kandidat der Gewerkschaft und politischen Partei Solidarnosç in den polnischen Senat gewählt und blieb Senator bis zum Jahr 1991. Zudem erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universitäten Jagiellonskiego (Krakau), Warszawa, Gdansk und Łodz.
Familie
Andrzej Wajda war dreimal verheiratet. Seine zweite Frau war die in Polen sehr bekannte Schauspielerin Beata Tyszkiewicz, die 1967 die gemeinsame Tochter Karolina zu Welt brachte. Bei seiner dritten Frau handelte es sich um die Schauspielerin und Kostümbildnerin Krystyna Zachwatowicz. Sie spielte in Wajdas Der Mann aus Marmor Hanka, die Ehefrau Birkuts.
Quellen
Andrzej Wajda in der Wikipedia (dt.)
Andrzej Wajda in der Wikipedia (poln.)
Populäre Filme
von Andrzej Wajda
Das Massaker von Katyn
PL 2007
Asche und Diamant
PL 1958
Der Mann aus Marmor
PL 1977
Korczak
GB/PL/DE 1990
Das Gelobte Land
PL 1975
News
die Andrzej Wajda erwähnen
Wodka trinkende Diebe & arrogante Idioten Veröffentlicht 2011/05/13 08:50:00
Deutschland und Polen? Diese Mischung ist oftmals mit etwas Vorsicht zu genießen. Vorurteile sind an der Tagesordnung, dabei versteckt sich hinter all der Vergangenheitsbewältigung ein großes Potential für erfolgreiche Filmproduktionen. — Mehr
Katyn kommt auf DVD Veröffentlicht 2010/03/22 14:00:00
Das Massaker von Katyn ist eine wenig bekannte Geschichte aus dem zweiten Weltkrieg, die in Polen ein nationales Trauma auslöste. Nun kommt der historisch bedeutsame Film von Andrzej Wajda auf DVD. — Mehr
Andrzej Wajdas Drama über Massenmord in Katyn: Vergangenheitsbewältigung oder Kitsch? Veröffentlicht 2009/09/17 08:50:00
Die Geschichte des Massakers von Katyn wurde von Andrzej Wajda nach langem Warten verfilmt. Auf der Berlinale 2009 vorgestellt, lief er wochenlang erfolgreich in Polen. Endlich hat sich auch ein deutscher Verleih gefunden. Höchste Zeit, sich das Thema einmal genauer anzusehen. — Mehr
2 Kommentare
über Andrzej Wajda
Kommentar schreibenalanger 2009/04/07 14:49:18
Kommentar löschen'das gelobte land', 'asche und diamant' sind nur zwei von vielen meisterwerken des polnischen regisseurs. auch wenn hier in der datenbank immer noch die meisten fehlen.
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POPIOŁY (Legionäre)
Andrzej Wajda 1965
»Uns zeigte Bonaparte / wie wir siegen sollen…« Die Schicksale dreier polnischer Edelmänner in der Wirrsal der napoleonischen Kriege: Die Nation dieser (Anti-)Helden wider Willen ist von der Landkarte verschwunden, aufgeteilt unter Preußen, Russen und Österreicher. Polen existiert nur mehr in den polnischen Köpfen, in den polnischen Herzen, in den polnischen Träumen. Andrzej Wajda entwirft ein schier endloses Schlachtenpanorama, ein weiträumig-verzweifeltes Fresko, das – über 15 Jahre Erzählzeit hinweg – vom besetzten Warschau bis vor die Tore Saragossas führt, von der winterlichen Weichsel nach Italien, von der Karibik an die Beresina. Unter der Ägide des Kaisers (»Niech zyje Cesarz!« = »Vive l'empereur!«) versklaven polnische Legionäre die Neger von San Domingo, morden Nonnen in spanischen Klöstern, nehmen eigene Dörfer unter Feuer – alles für die Freiheit ihrer Heimat. Dramaturgie und Inszenierung sind so zerklüftet, so eruptiv wie die paradoxen Zeitläufte: »Popioly« zelebriert Geschichte nicht in sorgfältig austarierten Tableaus, sondern als schnellen, bisweilen reißenden Bilderstrom (Kamera: Jerzy Lipman), als wilden, von unbeherrschbaren (menschlichen) Kräften erzeugten Ereignisstrudel.
7,5/10
6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 4 Antworten
alanger 2011/12/07 01:41:43
Antwort löschensehr schön geschrieben, aber sicher? oder versteh ich eine untergebutterte ironie nicht?
what ever:
http://www.negativ-film.de/2011/11/berlin-retrospektive-andrzej-wajda-im.html
läuft schon.
Joe Gillis 2011/12/07 09:44:32
Antwort löschenDie tragische Ironie hat Wajda selbst untergebuttert: Um die Freiheit ihrer Nation zu erreichen, stellen sich seine Protagonisten in den Dienst einer revolutionären Macht, die stets das Gute will und stets das Böse schafft, und helfen so, die Unfreiheit in der Welt zu verbreiten.
Alle 4 Antworten zeigen
alanger 2011/12/07 10:12:50
Antwort löschenein wajda den ich also noch sehen muss. schauste dir bei der retro was an?
Joe Gillis 2011/12/07 15:43:05
Antwort löschenEs gibt ein paar Sachen, die mich interessieren: »Alles zu verkaufen«, »Fliegenjagd«, »Birkenwäldchen«. Ansonsten wartet immmer noch meine Wajda-Box...