Der heimliche Star von Star Wars

Star Wars-Regisseur Irvin Kershner ist gestorben

Irvin Kershner †
© 20th Century Fox
Irvin Kershner †

Der ehemalige Star Wars-Regisseur Irvin Kershner ist im Alter von 87 Jahren verstorben. Seine Patentochter gab bekannt, dass der Filmemacher bereits letzten Samstag nach langer Krankheit bei sich zu Hause in Los Angeles verschieden sei.

Irvin Kershner gründete seinen Ruf als Filmregisseur auf mehrere Fortsetzungsfilme. Auch wenn Das Imperium schlägt zurück sein mit Abstand erfolgreichster Film war, etablierte und festigte er seinen Ruf mit den Filmen Der Mann, den sie Pferd nannten II, dem James Bond-Remake James Bond 007 – Sag niemals nie und RoboCop 2.

Irvin Kershner war bereits mit jungen Jahren ein Multitalent. 1923 in Philadelphia geboren, widmete er sich zunächst der Musik, spielte Geige und komponierte. Später entdeckte er seine Liebe für die bildenden Künste und lernte beim deutschen Expressionisten Hans Hofmann. Über die Fotografie kam er schließlich zum Film, wo er zunächst als Dokumentarfilmer und für das Fernsehen tätig war.

Sein Kinodebüt gab der Filmemacher mit Der Mann, den sie Pferd nannten II, womit er gleich die Aufmerksamkeit des Star Wars-Schöpfers George Lucas auf sich zog. George Lucas schätzte Irvin Kershners Talent, glaubwürdige Charaktere zu entwickeln und bot diesem die Regie für Das Imperium schlägt zurück. Irvin Kershner zögerte jedoch, weil er befürchtete, der zweite Teil der damaligen Trilogie würde für immer im Schatten des übermächtigen Originals stehen. Tatsächlich aber sollte dem Regisseur der düsterste und gleichzeitig beliebteste aller Star Wars-Filme gelingen, woran auch die spätere Trilogie nichts änderte.

Nach RoboCop 2 wurde es ruhig um Irvin Kershner. Obwohl er noch als TV-Regisseur und Fotograf arbeitete, scheute er zusehends das Rampenlicht. Im Oktober gab er für die Vanity Fair noch ein interessantes Interview. Dort bekannte er sich dafür, dass ihn in den letzten zehn Jahren mehr ausländische als amerikanische Filme beeindruckten … mit Ausnahme von Ratatouille, dessen Storytelling ihn überzeugte.

Irvin Kershner war nie ein besonderer Fan des Science-Fiction-Genres. Was er liebte waren gute Geschichten und menschliche Gesichter: “Ich liebe es, die Leinwand mit Gesichtern zu füllen. Es gibt nichts Interessanteres, als die Landschaft eines Gesichtes.”

Mit Das Imperium schlägt zurück hat er die Leinwand mehr als nur mit Gesichtern gefüllt. Er füllte sie mit allem, was den Zauber des Kinos auch heute noch auszeichnet und viel zu selten erreicht wird. Sein Film war ein Geschenk, welches uns alle überdauern und noch viele Generationen begeistern wird. Dafür danken wird dir, Irvin Kershner!

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goodspeed alias Orlindo liebt, lebt, hört, fühlt und atmet Filme. Er arbeitet als Online- und Videoredakteur für eine Filmproduktionsfirma und betreibt mit ANIch das einzige (lesenswerte?) deutschsprachige Blog zum Thema Animation und VFX.
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