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71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls
71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls (1994), AT/DE Laufzeit 90 Minuten, FSK 18, Drama, Kinostart 26.10.1995
7.1
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News zu 71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls
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von Michael Haneke, mit Gabriel Cosmin Urdes und Lukas Miko
Ein 19-jähriger Student erschießt bei einem Amoklauf in einer Bankfiliale drei Menschen und sich selbst. Regisseur Michael Haneke zeigt eine Chronologie in 71 Szenen, in einer kühlen und scheinbar unbeteiligten Abfolge.
Cast & Crew
Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails 71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls
- Genre
- Drama
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Kritiken (2) — Film: 71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls
SoulReaver: CinemaForever
Kommentar löschen»Was hast du gestern geträumt?«
Nach »Der siebente Kontinent« und »Benny's Video« verlässt Michael Haneke den innerfamiliären Radius und erweitert sein erzählerisches Spektrum dahingehend, um in »71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls« einen integren Schnitt durch die ihm vertraute Konsumgesellschaft zu vollziehen, dem postindustriellen Zeitalter, in dem die Vergletscherung der Gefühle das Geschehen bestimmt und in dem den Menschen jeder Glaube verloren gegangen ist. Die fragmentarische Umsetzung steht symptomatisch für das Wahrnehmungsgleichnis unserer aller Realität: Wir sehen wenig, wir verstehen noch weniger. Das Leben selbst ist eine Ansammlung von vorbeirasenden Fragmenten, von unvollendeten Bruchstücken, die wir jeden Tag aufsaugen, deren Anwesenheit wir realisieren, aber wir können nicht hinter die Oberfläche blicken, wir können uns Antworten lediglich akkurat zurechtlegen, doch von reeller Natur sind diese trocknen Spekulationen in den seltensten Fällen. Für die Charaktere in »71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls« ist Schönheit nur als Metaphysis vertreten, während die Schmerzen der individuellen Lage und die Sehnsucht nach einer anderen Welt fortwährend erkennbar sind. Doch Hanekes Pointierung ist nicht die plumpe Darstellung der kontemporäre Kommunikationslosigkeit, in der zwischenmenschliche Nähe zu bitterer Stille führt, Hanekes Film ist auch – wie immer - eine Anregung zur Selbstreflexion und eine Proklamation an die verkrüppelte Humanität, die die ignorante Rohheit vielleicht irgendwann durch etwas Nächstenliebe ersetzen könnte. Die filmische Fragmentierung als letzte Projektion der Wahrheit ist nur der (Gedanken-)Anstoß, der Rest liegt nun an jedem Einzelnen.
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Kubrick_obscura: CinemaForever
Kommentar löschenEin Querschnitt durch die Gesellschaft mit uneindeutigen Symbolen und Stimmungen versehen. Haneke erreicht mit seinen genau inszenierten Plansequenzen und der langsamen Erzählung eine Spannung des reinen Beobachtens. Wenn am Ende der Amoklauf in die Handlung hineinbricht wird alles zu einem erschreckenden Ganzen zusammengebunden.
Es ist definitiv der beste Film aus Hanekes Trilogie und vorallem besser als die Art-verwandten Filme, wie "Elephant" und "Warum läuft Hr. R Amok?"
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Kommentare (2) — Film: 71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls
franticfury Tue, 29 Jan 2013 12:38:54 -0000
Kommentar löschen71 Szenen, eine Chronologie des Zufalls. Doch Hanekes Film könnte auch eine Chronologie des Zerfalls heißen, demontiert er doch ganz langsam, Stück für Stück eine ganze Gesellschaft. Eine Gesellschaft, die geprägt ist ist von Entfremdung, der es an menschlicher Empathie fehlt. In kühlen, ruhigen Szenen, bebildert Haneke die Ereignisse vor einem Amoklauf, einem Amoklauf, der so schrecklich sinnlos erscheint.Dabei liefert Haneke keine Antworten auf das "warum?" und "weshalb?", viel mehr fordert er den Zuschauer auf, genauer hinzusehen und selbst nachzuvollziehen, was plötzlich zu einer so grausamen Tat geführt haben konnte. Fragmentarisch skizziert er das Leben dreier, scheinbar unbeteiligter Personen, scheinbar unbeteiligter Ereignisse. Letztenendes waren sie alle nur gerade zur falschen Zeit am falschen Ort, doch ist es wirklich so einfach? Am Ende sind all ihre Schicksale nichts weiter als Randnotizen, in den Medien und den Köpfen der Menschen, das Leben geht weiter. So ist "71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls" auch ein Aufruf an mehr Menschlichkeit und er wirft bewusst die Frage auf: Hätte all das verhindert werden können, wenn wir nur einen Moment genauer hingesehen hätten? Wenn wir uns mit den Menschen in unserem Umfeld genauer und vor allem bewusster auseinandergesetzt hätten?
Wer Haneke hier ernsthaft den beliebten Oberlehrervorwurf machen kann, der muss sich den Vorwurf gefallen lassen, Haneke tatsächlich auf den Leim gegangen zu sein. Denn wer genauer hinsieht wird in "71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls" einen subtilen, zutiefst menschlichen Aufruf zu mehr Empathie finden. Sicherlich eines der stärksten Werke des Österreichers!
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tom777 Wed, 06 Oct 2010 15:39:54 -0000
Kommentar löschenHaneke gelingt es hier nur fragmentarisch seine partielle Genialität anzudeuten.
Der Abschluss seiner Trilogie will nichts erklären sondern wie oft bei Haneke zum Denken anregen.
Seine Aussage das (Einzel)Schicksale von Menschen am Ende nur eine Fußnote in den Nachrichten sind und das Leben durch Zufälle bestimmt wird ist nicht wirklich sensationell,das Hauptproblem des Filmes ist aber das man zu wenig über die einzelnen Personen erfährt um wirklich vom gewollt vorhersehbaren Ende berührt zu werden.
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