Bel Ami

Bel Ami (2012), FR/GB/IT Laufzeit 102 Minuten, FSK 12, Drama, Historienfilm, Kinostart 03.05.2012


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4.6
Kritiker
16 Bewertungen
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4.9
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376 Bewertungen
20 Kommentare
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von Nick Ormerod und Declan Donnellan, mit Robert Pattinson und Christina Ricci

Bel Ami zeigt den Klassiker von Guy de Maupassant in neuem alten Gewand. In dieser Adaption spielt Robert Pattinson den schönen Verführer.

Bel Ami, der ‘schöne Freund’, ist der Spitzname, den Georges Duroy (Robert Pattinson) am Ende seiner Geschichte von der kleinen Suzanne erhalten soll. Doch die Anfänge sind weitaus weniger schön. Als abgehalfterter Veteran aus dem Algerien-Krieg kehrt der ungebildete Georges Duroy 1890 völlig mittellos nach Paris zurück. Zum Glück trifft er dort auf seinen alten Mitstreiter Charles Forestier (Philip Glenister), der mittlerweile als Verleger nicht nur zu Geld, sondern auch zu politischem Einfluss gekommen ist. Er führt ihn auch in seine Familie ein, in der Forestiers attraktive Frau Madeleine (Uma Thurman) sogleich Duroys politisches Potential erkennt. Doch Georges Duroy ist kein Autor, seine Stärke besteht in der Kunst der Verführung. Auf seinem Weg zu Reichtum und Macht, nimmt er keinerlei Rücksicht – auch nicht vor den Frauen seiner Freunde.

Hintergrund & Infos zu Bel Ami
Bel Ami basiert auf dem gleichnamigen Roman von Guy de Maupassant, der zu den herausragendsten Autoren der französischen Literatur zählt. In Bel Ami beschreibt er die zahlreichen Verwicklungen zwischen Kapital, Kultur und Politik im Frankreich des 19. Jahrhunderts, das in dieser Zeit noch immer im Übergang von einer aristokratischen zu einer bürgerlichen Gesellschaft begriffen war. Besonderes Augenmerk legt er dabei auf die Rolle der Frauen, welche durch den Code Napoleon von jedem direkten politischen Mitwirken ausgeschlossen wurden und fortan im Hintergrund mithilfe ihrer mächtigen Ehemänner agieren mussten. Georges Duroy ist dabei der opportunistische Anti-Held, mit dessen Hilfe sich Maupassant ironisch über den Missbrauch von Journalismus und Politik lustig macht.

Die Geschichte der rücksichtslosen Verführers mit seinem Streben nach Macht bietet sich geradezu an für Verfilmungen. Bel Ami wurde daher schon gut ein Dutzend Mal verfilmt: Die erste Verfilmung aus dem Jahr 1919 stammt vom italienischen Regisseur Augusto Genina. In Deutschland verfilmte Willi Forst 1939 Bel Ami. Auch Louis Daquin (1955) und Mac Ahlberg (1967) nahmen sich bereits dieses Themas an. (ST)

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Regie
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Kommentare (20) — Film: Bel Ami


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ProfessorAbronsius

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Bewertung7.0Sehenswert

Bel Ami ist ein kurzweiliger Kostümfilm, angesiedelt in der High Society im Paris des 19. Jahrhunderts. Robert Pattinson weiß in der Rolle des durchtriebenen Emporkömmlings Georges Duroy, der sich zielsicher nach oben "arbeitet" wieder mal zu überzeugen; aber auch Uma Thurman, Kristin Scott-Thomas und speziell Christina Ricci hinterlassen bleibenden Eindruck. Die literarische Vorlage ist mir leider bisher noch nicht bekannt, jedoch hatte ich stellenweise das Gefühl als sei hier und da etwas an der Geschichte gekürzt worden. Somit wäre vielleicht noch die kurze Laufzeit von nur knapp 90 Minuten zu bemängeln. Im großen und ganzen jedoch stimmiges Kostümkino, dass einen in dieser faszinierenden Epoche regelrecht versinken lässt.

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VajaJukic

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Bewertung4.0Uninteressant

Irgendwie wurde ich einfach nicht warm mit dem Film und hab mich regelrecht durchgequält. Mehr kann ich dazu nicht sagen... schade. War aber wirklich schön, mal wieder was von Ricci zu sehen, da würde ich mir in Zukunft mehr wünschen. :)

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Kamell

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Bewertung5.5Geht so

„Nicht wenig Männer haben kein anderes Innenleben als das ihrer Worte, und ihre Gefühle beschränken sich auf eine rein verbale Existenz.“ (José Ortega y Gasset, Liebe)

Was ist der Zauber Bel Amis, der ihm die Frauen in die Fänge treibt wie der aasige Duft einer Venusfliegenfalle ihre Opfer? Sein Aussehen? Sein Charme? Es gibt viele hübsche Männer (und bedeutend hübschere als Robert Pattinson) und der Charme dieses eitlen Tölpels liegt höchstens in seiner ungenierten, ja dreisten Unbeholfenheit. Die Frauen scheinen aus gutmütiger Hilfsbereitschaft dem sinnlichen Reiz äußerlicher Schönheit zu verfallen; Leere, geschmückt mit Selbstbewusstsein, zieht Projektionen an. Und weil der ehemalige Unteroffizier Georges Duroy in jeder Frau etwas Nützliches sieht, finden er und seine Gespielinnen zumindest für die Dauer, in denen sie ihm dienlich sind, Gefallen aneinander. Nützlich ist ihm unter diesem Blickwinkel selbst der Genuss, das körperliche Vergnügen mit einer hübschen Frau. Ihr kann er vertrauen, weil sie ihm in derselben Art ergeben ist, wie er ihr, man kennt sich, liebt und betrügt sich auf dieselbe Art.
Wer das Buch kennt, ahnt, wohin die Regisseure mit der Neuverfilmung wollten. Sie stellt Georges Duroy in einer Weise in den Mittelpunkt, die seine„Leere“, die Madeleine ihm zum Vorwurf macht, zum allesbestimmenden Thema werden lässt. Das entspricht ganz und gar Maupassants Geschichte, ein Aufsteiger, der berechnend, kaltblütig und skrupellos aus einer alltäglichen Charakterlosigkeit heraus Frauen benutzt, um seine Herkunft als Bauernsohn hinter sich zu lassen und schließlich Millionär wird, dabei aber keinerlei Kultiviertheit entwickelt. Und Pattinson korrespondiert damit ganz ausgezeichnet.
Als Meyer’scher Vampir funktionierte er in den Augen von Millionen naiver Mädchen prächtig, weil er sich, wie mir anhand der Bel-ami-Rolle aufging, nie preisgeben musste. Er hat ein außergewöhnlich glattes Leinwandgesicht und verkörpert perfekt Figuren, deren Innenleben, soweit vorhanden, hinter der statuenhaften Oberfläche verborgen bleibt. Jede Geste, jede Miene, jedes Gefühl wirkt kalkuliert, nicht unmittelbar, wie das bei leidenschaftlichen Menschen/Figuren der Fall ist. Selbst wenn dies schlechte Schauspielkunst wäre, repräsentierte er perfekt einen bestimmten Typus und ist richtig besetzt, folgt man dem, wie Maupassant nicht nur das Psychogramm eines glücklichen Emporkömmlings schilderte, sondern ein gesellschaftliches Phänomen.

Um daraus allerdings einen packenden Film zu machen, hätte es einer Modifikation des Stoffes bedurft, der eine Identifikation mit den Opfern oder eine tiefergehende Einsicht in die Beweggründe, den Antrieb der titelgebenden Figur ermöglicht hätte. So schien mehr der Ruf des Schauspielers als das Auftreten Duroys den Erfolg bei der erlesenen Damenriege (Thurman, Ricci, Scott Thomas) dramaturgisch zu begründen.
Insgesamt ein Jammer - eine gute Geschichte mit einer guten Ausstattung und guten Schauspielern bleibt im oberflächlichen Mittelmaß stecken und hinterlässt nicht mehr als einen schalen Geschmack, was garantiert nicht von den Machern intendiert war.

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Mac_C_Tiro

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Hm.. ganz so hart würde ich ihn als Erstsichter nicht aburteilen... denn im Grunde ist die Oberflächlichkeit des Gesamtfilms was Charaktere und Motive angeht nur eine weitere Focusierung auf die Leere seiner Hauptfigur und der ironischen Scheinwelt der literarischen Vorlage... aber man sieht du hast dich gut reingedacht, schöner Kommi!


Kamell

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Danke & jein - vom Kopf her war mir eben klar, was das Ziel dieser Inszenierung ist und in gewisser Weise ist das auch gelungen (kam ja an). Trotzdem stimmt etwas nicht mit einem Film, wenn er langweilt, und das tut er, im Gegensatz zum Buch, es fehlt die Ironie, die Losgelassenheit und Hingabe im darstellerischen Spiel. Vielleicht ist Pattinson dazu zu wenig doppelbödig/zu ernsthaft. Das habe ich mit der mangelnden Chemie zwischen ihm und den Damen versucht zu umschreiben.


benjamin.zahnd

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Bewertung5.0Geht so

Diesen Film fand ich nicht wirklich gut oder schlecht. Die Rolle von Robert P... wird mit zunehmendem Verlauf des Films unsympathischer...
Christina Ricci habe ich gerne mal wieder gesehen.

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DisneyFan

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Bewertung3.0Schwach

Trailer versprach eindeutig mehr... Ich habe mich zunächst gefragt, warum der Film so eine schlechte Bewertung bekommen hat, weil die Story sich ja gar nicht so übel anhörte. Aber nach dem ich mich durch den Film gequält habe und tatsächlich beim Schluss angekommen bin, weiß ich warum. Der Film strotzte nur davon, wie bekomme ich die beste Frau und wenn sie mir nicht passt, werde ich sie einfach los und nimm gleich die nächste. Diese ganzen Intrigen, in die die Hauptperson verstrickt ist, hätte man wesentlich spannender umsetzen können und die schauspielerische Leistung von Pattison lies auch zu wünschen übrig. Alles in allem ein ziemlich seichter, langweiliger Film!

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BuendelKap

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Bewertung5.0Geht so

Vom Trailer viel mehr erhofft. Der Film war zu Ende und es gab einfach unzählige Fragezeichen. Schon ziemlich ärgerlich. :/

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patcharisma

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Bewertung4.5Uninteressant

Spielt die göttliche Kristin Scott Thomas wieder mal in einem Kostümdrama und Literaturverfimung einer edlen Vorlage mit, müsste dass eigentlich ein Garant dafür sein, dass nichts schiefgehen dürfte. Doch "Bel Ami" hat mich richtiggehend enttäuscht und ich finde den Film eines der schlechteren Beispiele des oft erlesenen Genres. Dramaturgisch holpert es in allen Belangen und streckenweise macht sich gar (deswegen) richtig bösartige Langweile breit. Das beginnt schon damit, dass die Biografie des bleichen Casanovas Robert Pattinson und sein rasanter Aufstieg vom armen Ex-Söldner hinauf in die High Society (von Paris um die Jahrhundertwende) völlig unausgegoren und löchrig erzählt wird, geht mit paar mühselig eingeflochtenen und verdriessenden Polit-Schnipseln weiter und hinterlässt als grösstes Manko psychologisch einfach nicht nachvollziehbare Verhaltensweisen (vorallem der Damen). Warum heiratet die "frischgekürte" Witwe Uma Thurman gleich den Jungspund über dessen naive Jugendlichkeit sie sich zuvor noch so abschätzig und erhaben geäussert hatte? Warum ist Christina Ricci's Liebe (mit ihren immer gleich dreinblickenden Kulleraugen) zum Playboy so unsterblich? Warum lässt sich die frommgläubige Kirstin auch noch verführen? Und warum willigt gar Bel Amis' Erzfeind noch zu einer Heirat mit seiner Tochter ein (dass zum Schlussbild der Lächerlichkeit verkommt)? Am meisten nervten mich jedoch die sich endlos wiederholenden Langweil-Bilder der immer gleich geschnitzten Erotik-Szenen, die der Geschichte schlussendlich völlig den roten Faden nahmen und sie so richtig zerstückelt dastehen liess. Die Dialoge wirkten für mich immer seltsam aufgesetzt und nur wenige Abfolgen wussten mich etwas zu packen. Nur an der edlen Ausstattung fehlt es nicht: Wahrscheinlich wurde in sie so viel investiert, dass dafür dann beim Drehbuch happig gespart wurde.

Fazit: "Bel Ami" ist für mich eine recht dürftig umgesetzte Verfilmung eines grossen französischen Klassikers. Interessant ist lediglich, dass sämtliche Schauspieler recht diametral andere Rollenbilder verkörpern, als man von ihnen sonst gewohnt ist.

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Velly

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Bewertung5.5Geht so

Die Darsteller haben mir allesamt gut gefallen und die Story ist ja auch vielversprechend.
Aber die Umsetzung hat mich nicht wirklich abgeholt. Schade.

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Lichtlady

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Bewertung3.0Schwach

Hätte theoretisch eine nette bis ganz passabele Neuverfilmung werden können, aber wer zum Geier ist auf die glorreiche Idee gekommen diesem Typen die Hauptrolle zu geben?

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CocktailKirsche

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Der Film Bel Ami ist ein klassische Geschichte darüber das ein Mensch der alle hinters licht führt am Ende doch das bekommt was er möchte.

War sehr begeistert vom dem Film und hatte das Buch vorher gelesen und war deswegen schon erstmal etwas skeptisch. Ein Film der mich wirklich fasziniert !

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chmul_cr0n

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Bewertung6.0Ganz gut

Etwas oberflächlich und klischeehaft, was Dialoge und Inszenierung angeht.
Aber cooler Plot, wird gegen Ende immer besser. Und cool gespielt, besonders von Uma Thurman und Christina Ricci.

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Marzellus

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Bewertung7.0Sehenswert

Très chic. Flotte Literaturverfilmung mit netter Ausstattung.

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lisa.kre.7

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scheint das gleiche zu sein wie "das Bildnis des Dorian 'Grey"

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Bela Lugosi

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Bewertung6.0Ganz gut

klarer Fall von FRAUENFILM ;-)

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graveyardstory

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Bewertung6.5Ganz gut

Robert Pattinson als männliche Wanderhure auf den in „Bel Ami“ alle Damen abfahren, die jüngeren wie die älteren, naja... Da ich das Buch nicht kenne, was ich allerdings nachzuholen gedenke, kann ich zur Vorlage nicht viel sagen aber alles in allem hat mir der Film ganz gut gefallen. Was wohl aber zum größten Teil an Christina Ricci liegt, die ich einfach zu gerne sehe.

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angelmoonsoul

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Bewertung6.5Ganz gut

I know, hier hassen viele Robert Pattinson. Aber trotzdem, ich bin ein Fan von ihm, und fand Bel Ami ganz okay.

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Nabedane

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Ich oute mich hiermit auch mal als männlicher Pattinson-Fan.
Hab mir nur zwei Twlilight-Filme gegeben und nach denen habe ich befürchtet, dass er dieses Image nicht mehr los wird. Aber sowohl in "Remember Me" als auch in "Bel Ami" spielt er doch hervorragend...könnte man glatt neidisch werden :D


harperpitt

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Wohoo, Nabedane!


pentafuchs

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Bewertung3.0Schwach

schon nach 5 minuten war ich den film und seine darsteller leid

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harperpitt

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Ha! was für ein Zufall! Mir ging's bei Deinem Kommentar auch nach fünf Worten so.


pentafuchs

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soll das konstruktiv sein?


homosapiokokke

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Bewertung4.5Uninteressant

Twighlight mit Petting, äh sorr Softporno mit hübschen Kostümen?

Irgendwie habe ich den wirklichen Tiefpunkt des Buches vermisst, die konzentration auf die Politik, das ging ja so schalalala irgendwie neben den ganzen Bumsszenen verloren. Aber hübsche Kostüme und Sets, kann man nicht meckern...

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bordelaise

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Bewertung2.0Ärgerlich

Bel Ami hat bei mir für ganz viele Ärger gesorgt. Als große Fan des Buches, waren meine Erwartungen ziemlich hoch, mindestens genau so hoch wie meine Enttäuschung.
1- tolle Besetzung, schlechtes Schauspiel.
Fast wäre ich bereit gewesen, dem Robbie Patts seine schwache Leistungen von Twilight zu verzeihen. Fast. Meistens guckt er nur so blöd rum, und versucht mit seinem Blick die innere Gedanken und tiefe Wut von Duroy, die so schön in dem Buch beschrieben sind wiederzugeben, leider ohne Erfolg. Die andere Schauspielerinnen drehen sich um ihm rum in einer flachen Tanz, als würden sie ganz brav warten, bis sie vor der Kamera dran sind.

2- schlechte Auswahl in der Verfilmung.
Die notwendige Ellipsen sind so verteilt, dass die Botschaft darunter leidet. Was ist von der Beziehung zwischen George und Madeleine vor dem Tod seiner Mann geworden? Was erklärt warum seine Hochzeit mit Madeleine die höchste Manipulation und Verrat ist, ist seine Loyalität zu seinem Beschützer mit dessen Frau er eine scheinbar ehrliche Freundschaft führt. Davon sieht man so gut wie gar nichts, sondern verkäuferische Sex-Szene mit seiner Liebhaberin Clothilde, die sich dann bloß langweilig wiederholen (zwar mit vielen entzückenden Stückchen Haut der Christina Ricci).

3- unentschiedene Handlung. Die Handlung schaukelt zwischen kostümierte Romanze und politisches Drama. Manchmal ist der politische Kontext ganz im Vordergrund und man versteht nicht so gut, ob Duroy da ein guter oder schlechter Spieler ist und warum er sich mit den Frauen belasten läßt. Mal sind die Frauengeschichte im Zentrum der Aufmerksamkeit und kaum versteht man, warum es sich plötzlich um ganz viel Geld handelt.

4- das alles klingt FALSCH. Was mir aber am meisten geärgert hat ist dass alles so falsch aussah. Am Ende hatte ich den Eindruck, mir anderthalb Stunden lang Amerikaner angeschaut zu haben, die sich amüsierten, Franzosen der Neunzehnten Jahrhundert zu spielen. Wie sie französische Namen mit ihrem komischen Akzent aussprachen, in einem in Budapest Studios rekonstituierten Paris, der keinem Franzose täuschen könnte... Hat's Spaß gemacht Leute?
"Geoooooorges" - Oh shut-up!

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bordelaise

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ffinden konnte, sorry.


harperpitt

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Naja, das kann ich schon verstehen, aber eine Verfilmung ist halt immer auch eine Interpretation des Regisseurs. Und ich denke, das Nick Ormerod und Declan Donnallan mit Robert Pattinson eine verdammt gute Wahl getroffen haben. Wollte mich auch nicht lustig machen, Dein Deutsch ist super!


harperpitt

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Mir ist schleierhaft, warum jemand das Bedürfnis hat, auf diesem Film rumzuhacken.
Wer diese „jemands“ sind, hat man ja bei der Pressekonferenz zum Film erleben dürfen. Journalisten, die ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben, und deren Englisch so grauselig ist, dass man sich wundern musste, dass den Künstlern die Befremdung fast nicht anzusehen war. Die Fragen haben mir Zahnweh verursacht.
Robert Pattinson trägt schwer an der Last, einen Film auf seine jungen Schultern heben zu müssen. Die Regisseure, die hier ihr Kinodebüt geben, hätten gut daran getan, sich länger mit den Darstellern und dem Drehbuch als mit dem Ambiente zu beschäftigen. Welches unglaublich schön und perfekt ist. Odile Dicks-Mireaux wird allerdings ebenso wenig einen Preis für ihre Leistung als Kostümbildnerin erhalten wie Robert Pattinson für seine als Schauspieler, da der Film auf der Berlinale außer Konkurrenz läuft und danach vermutlich in der unverdienten Versenkung verschwinden wird.
Tatsächlich scheint das Problem der Kritiker ja Robert Pattinson zu sein.
Er ist ein Diamant, der danach schreit, geschliffen zu werden (und ich freue mich darauf, ihn in Cronenbergs „Cosmopolis“ zu sehen). Er ist ein Schlüpferstürmer, zweifellos, aber er ist tatsächlich ein SCHAUSPIELER. Und kein schlechter. Sein Hochschlafen in der Pariser Gesellschaft des späten neunzehnten Jahrhunderts präsentiert er absolut glaubwürdig. Die Damen die ihn umgeben, haben viele Jahre mehr (Schauspiel-) Erfahrung, was merkbar ist, aber auch passend scheint.
Bel Robert hat mich überzeugt.
Und hier noch ein kleines Zitat, an das ich während der Vorstellung sehr oft denken musste.
Laurence Olivier über Vivien Leigh:
„Of course she was much too beautiful to be regarded by any critics. The were completely blinded by her beauty. And it took her a long time to win that battle. And of course, she did, in the end.“

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Bennilein

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Super geschrieben, harperpitt!



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