Casablanca

Casablanca (1942), US Laufzeit 102 Minuten, FSK 6, Drama, Kinostart 21.06.2007


Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
8.3
Kritiker
65 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.4
Community
9635 Bewertungen
108 Kommentare
admin image admin trailer admin edit edit group memberships sweep cache Moviemaster:Movie

von Michael Curtiz, mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergman

‘Ich seh’ dir in die Augen, Kleines!’ (Here’s looking at you, kid.), sagt Humphrey Bogart zu Ingrid Bergman in Casablanca, dem wohl klassischsten aller Klassiker.

Ricks Café Americain in Casablanca ist im 2. Weltkrieg der Treffpunkt vieler Menschen aus Europa, die nach Amerika fliehen wollen. Rick Blaine (Humphrey Bogart), der Besitzer des Cafés, trifft hier Ilsa Lund (Ingrid Bergman) wieder, mit der er eine Affäre in Paris hatte. Aber ein Wiederaufleben der alten Gefühle ist zum Scheitern verurteilt.

Der berühmte Widerstandskämpfer Victor Laszlo (Paul Henreid) kommt mit der hübschen Ilsa nach Casblanca. Seinetwegen ist auch Major Strasser (Conrad Veidt) nach Casablanca gekommen: Er will verhindern, dass der bereits mehrfach entwischte tschechoslowakische Anführer der Widerstandsbewegung nach Amerika abreist. Capitaine Renault (Claude Rains), der aufgrund der Kollaboration des französischen Vichy-Régimes mit dem Dritten Reich Major Strasser gegenüber verpflichtet ist, soll ihm dabei helfen. Als Machtdemonstration lässt Cap. Renault am ersten Abend mit Major Strasser den Mörder zweier Deutscher in Ricks Café verhaften. Es soll Ugarte (Peter Lorre) gewesen sein, ein Kleingauner, der auf dem Schwarzmarkt die Transitvisa der beiden Deutschen verhökern wollte. Die Transitvisa befinden sich allerdings nicht in seinen Händen; Ugarte hatte sie zuvor Rick anvertraut.

Hintergrund & Infos zu Casablanca
In Casablanca hat sich Humphrey Bogart die Hauptrolle regelrecht ergaunert. Ursprünglich war vorgesehen, dass der Film die Liebesgeschichte von Ilsa Lund Laszlo mit ihrem Ehemann Viktor Laszlo (Paul Henreid) in den Vordergrund rücken sollte. Bogarts Rolle des Richard Blaine sollte nur eine Nebenrolle sein und von George Raft gespielt werden. Letztlich übernahm Bogard den Part, jedoch sehr zu seinem Missfallen, da das Projekt sehr chaotisch zustande kam und das Drehbuch während des Drehs mehrfach überarbeitet wurde. Gegenüber Orson Welles klagt er während der Dreharbeiten “Ich bin im schlechtesten Film, in dem ich je mitgespielt habe.” Da ahnte er noch nicht, dass er den eigentlich Star Henreid aus seiner Hauptrolle verdrängen sollte. Stattdessen wurden er und Ingrid Bergmann das Kinotraumpaar des Jahrhunderts und er erhielt für seine Rolle seine erste Oscar-Nominierung.

Das Drehbuch zu dem Melodram basiert auf einem Theaterstück des Lehrerehepaars Murray Burnett und Joan Alison. Der Mitarbeiter, der bei Warner Bros. für die Prüfung der potentiellen Drehbücher zuständig war, bezeichnete die Vorlage als anspruchsvollen Kitsch und prophezeite einen großen Erfolg. Er sollte Recht behalten. Casablanca wurde als bester Film, für die beste Regie und das beste adaptierte Drehbuch mit einem Oscar ausgezeichnet.
Erst 1952 kam Casablanca in die deutschen Kinos – doch was da gezeigt wurde, hatte kaum noch etwas mit dem amerikanischen Original zu tun. Die Fassung, die in der BRD ausgestrahlt wurde, war um 24 Minuten kürzer als Original. Alles, was auf den Zweiten Weltkrieg und den Nationalsozialismus hinwies, wurde vom Verleih herausgeschnitten. Das deutsche Publikum schien dem Verleih damals wohl noch nicht bereit für einen Propagandafilm der anderen Seite. Erst 1975 kam eine Neusynchronisation ins BRD-Fernsehen. (ST)

  • 37795279001_3338463942001_th-5322f41de4b07904f94392d2-1083021587001
  • 37795279001_1859723796001_th-5061a97c54eeb0e4c6b55856-1592194038001
  • Casablanca - Bild 2366794
  • Casablanca - Bild 2366781
  • Casablanca - Bild 2366768

Mehr Bilder (24) und Videos (3) zu Casablanca


Cast & Crew

Regie
Schauspieler

Kommentare (105) — Film: Casablanca


Sortierung

Schmetterhage

Kommentar löschen
Bewertung4.5Uninteressant

Ich kann gar nicht verstehen, warum alle diesen Film so sehr lieben. Er war mir zu schnulzig, zu langweilig und dieser "Here's looking at you, kid"-Spruch hat mich nur genervt. Ich habe ihn nicht zu seiner Zeit gesehen, vielleicht hätte er mir damals besser gefallen. So kann ich nur wirklich großzügige 4,5 Punkte geben.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

Mr.Magoo

Antwort löschen

Geht mir genauso, ist ne furchtbare Schnulze. 4.5 sind noch ziemlich großzügig.


brucelee76

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Hi Leute,

es gibt sehr wenige Hollywoodfilme, die nie ihren Glanz und ihre Anziehungskraft verlieren werden. Casablanca ist so einer. Humphrey Bogart zeigt hier, weshalb er zu den größten Schauspieler aller Zeiten gehört.

Er spielt Rick, einen zynischen Menschenfreund, der ein Casino in Casablanca betreibt. Es ist aber mehr als ein Casino. Ricks American Bar, ist Treffpunkt und Zulauf von Menschen mit verschiedenster Herkunft und Problemen. Ein bulgarisches junges und mittelloses Ehepaar, ein Nazideutschland verlassendes Rentnerpaar, dubiose Italiener, Französische und Deutsche Besatzer und Lazlo, ein tschechischer Untergrundkämpfer mit Ricks großen alten Liebe Ilsa. Alle scharf auf ein Ausreisevisum nach Amerika, das nur Rick mit seinen Kontakten besorgen kann. Nicht nur die prekäre Kriegslage/Vergangenheit macht Rick zu schaffen, auch seine Verlorene große Liebe bereitet ihm Kopfschmerzen. In den Kriegswirren in Paris auseinandergegangen und den Schmerz nicht ertragen zu können, Ilsa wieder zu sehen/lieben.
“Ausgerechnet von all den Cafes hier in Casablanca, muss sie ausgerechnet in meins kommen“, dann “Play, it again Sam!“-“Ich schau dir in die Augen, Kleines“ Oder “Verhaften Sie die üblichen Verdächtigen“. Sind Zitate für die Ewigkeit!

Das berühmte Ende am Flugplatz. Für mich eine der wundervollsten Liebeserklärungen überhaupt! Ilsa steigt mit Lazlo in das Flugzeug ein, als Rick Ihr klar machen musste, das er nicht mitkommen kann und Ihnen die Affäre, die die beiden in Paris hatten, auf ewig bleibt.

Mein Fazit: Mehr als ein Klassiker. Ein universelles Filmjuwel, das jede Generation in seinen Bann zieht. Nicht umsonst, hat er Platz 3 des amerikanischen Kinos aller Zeiten, erreicht!

bedenklich? 12 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

TheBruceWayne

Antwort löschen

Oh, ja ein Klassiker :) Und was für einer :)


ElsaWaltz

Kommentar löschen
Bewertung10.0Herausragend

Wir haben 00:36 Uhr und ich muss morgen (also eigentlich heute) um 7 Uhr aufstehen. Aber egal, dieser Film ist es wert, jetzt noch eine Kommentar zu schreiben. Wieso? Ich sag euch wieso:

Casablanca ist kein Film wie jeder andere. Er handelt von zwei Menschen, welche durch den Krieg auseinander gerissen, aber durch ihn auch wieder zusammen treffen. In Casablanca. Beide lieben einander, aber die Liebe ist zum scheitern verurteilt.
Auch die Besetzung ist nicht wie jede andere: Humphrey Bogart und insbesondere Ingrid Bergman machen diesen Reiz des Filmes aus. Doch auch Claude Rains als Captain Renault (welchen ich erst gestern in "Notorious" als Bösewicht, auch mit Ingrid Bergman gesehen hatte), Dooley Wilson als Sam den Pianist und S. Z. Sakall als Carl den Oberkellner spielen herausragend in ihren Rollen.
Also schon durch die Story und die Schauspieler ist der Film besonders, doch es gibt noch so vieles, worüber man schwärmen kann: Die Kostüme (Humphrey Bogart in Trenchcoat und Dinnerjacket, Ingrid Bergman in all den Kleidern), Die Musik von Max Steiner (As Time Goes By), das unglaubliche Schwarz-Weiß, welches nocheinmal zeigt, das dadurch ein Film einen gewissen Reiz hat, die Schauplätze und vor allem, ach vor allem die Zitate:

„Ich seh dir in die Augen, Kleines“
„Louis, ich glaube, dies ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft“
„Spiel es, Sam. Spiel 'As Time Goes By'“
„Verhaften Sie die üblichen Verdächtigen“
„Uns bleibt immer Paris.

All die sind in die Geschichte des Films mit eingegangen und ich glaube, die meisten Menschen haben den Film noch nie gesehen, kennen aber die Zitate.

Mein persönlicher Favourit ist:
„What watch?" – "Ten watch." – "Such much!“
https://www.youtube.com/watch?v=Th0G8rkhBqg

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Guckiglotz

Kommentar löschen
Bewertung4.5Uninteressant

Langweilig

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

HimmelHoch

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

„You must remember this/a kiss is just a kiss/a sigh is just a sigh./The fundamental things apply/as time goes by.“

„Casablanca“ ist wohl einer der ganz großen Klassiker. Eine große Romanze in unruhigen Zeiten. Ein vom Leben verbitterter Mann und eine verzweifelte Frau und der Versuch, zu überleben. Es ist der zweite Weltkrieg, wir sind im Jahr 1941 in Casablanca. Für die meisten Europäer ist Casablanca nur ein Zwischenstopp auf dem Weg in die neue Welt. Amerika soll das ganz große Glück bringen. Der Barbesitzer „Rick“ (ziemlich großartig gespielt von Humphrey Bogart!) kommt aus dieser großartigen neuen Welt, kann nicht zurück und wir wissen nicht warum. Auch in Europa war er schon und kann nicht zurück. Also versucht er sein Glück in Casablanca. In dieser korrupten Stadt schafft er sich in seinem Café seine eigene kleine rechtsfreie Zone und bietet Raum für so manch eine kleine Untergrundbewegung. Nur langsam können wir erahnen was Rick wirklich für ein Mann ist. Bis auf einmal die wunderschöne „Ilsa“ (aber Hallo, Ingrid Bergman!) in „Rick’s Café“ stolpert. Sie und Ihr Ehemann Victor, ein Anführer der Widerstandsbewegung, sind auf der Flucht vor den Nazis. Und mit Ilsa’s eintreffen ändert sich alles. Eine Affäre von Rick und Ilsa in Paris hat bei Rick tiefe Narben hinterlassen. Nie hat er verstanden, was damals passiert ist und wie es scheitern konnte. Doch nicht nur eine komplizierte Liebesgeschichte kommt zum Vorschein. Mit dem Eintreffen Victor Laszlo’s kommt auch Major Strasser aus dem Dritten Reich. Im gefallen weder Rick, noch sein Café. Es beginnt eine Story über die Grenzen von Richtig und Falsch, Hilfestellung und Selbsthilfe, Selbstverwirklichung und Selbstverzicht, über Egoismus und stille Helden. Und natürlich über die große Liebe.

„I congratulate you.“
-„For what?“
"Your work."
-„I try.“
"We all try. You succeed.“

In all den langen Jahren hat der Film nichts eingebüßt. Immer noch gibt es Kriege, immer noch brauchen andere Menschen Hilfe und Raum zur Selbsthilfe. Immer noch sind die Grenzen zwischen Richtung und Falsch schwammig. Immer noch gibt es große Liebe. Und immer noch gibt es Momente, in denen man sich nicht sicher ist, ob eben diese grade gescheitert oder in das unermessliche gewachsen ist. Ein bewegender Film, der so viel mehr ist, als einfach nur eine Romanze.

„Here’s looking at you, kid.“

bedenklich? 15 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

MemoriAria11

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

eine der besten und tragischten Liebesgeschichten aller Zeiten ... vielleicht hätten die Drehbuchautoren von Pearl Harbour diesen Film vorher ansehen sollen... Mit der brillianten Ingrid Bergmann und Humphrey Bogart sowie eines der bekanntesten Zitate und eines der schönsten Liebeslieder aller Zeiten.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Martin Oberndorf

Kommentar löschen
Bewertung10.0Herausragend

"Spiel es, Sam. Spiel 'As Time Goes By'."

"Casablanca"
...

Warum liebe ich Filme?
Zum Einen, da sie mich gut unterhalten können, zum Anderen, weil man sich mit ihnen oft identifizieren kann.
Weil man mit ihnen in fremde Welten eintauchen kann.
Oder in die reale Welt eintaucht, und neue Sichtweisen einräumt.
Weil sie mir Gefühl nahebringen, sowie es andere Medien nur selten schaffen.
Weil ich süchtig nach ihnen bin.
Und weil ich diese Sucht nicht zu bekämpfen bereit bin.
Weil das Spektrum derart groß ist, dass ich immer fündig werde, wenn ich erwas suche.
Und auch fortwährend Neues entdecke.
Ich kann erleben, mich berieseln lassen, über freiwillige oder unfreiwillige Komik lachen, ich kann über etwas nachdenken, oder etwas einfach nur 'abfeiern', ich kann Filme spannend, tragisch, liebevoll, lebhaft, lustig, traurig, fesselnd, hypnotisch, cool, ernst, bedrückend, aufheiternd, unheimlich, schön, bewegend, hässlich, befreiend finden, ich kann nostalgisch werden oder mich über neueste Techniken freuen, doch... wieso?
Weil ich in eine Zeit geboren wurde, die bereits von 100 Jahren Film geprägt war.
100 Jahre bewegte Bilder, die auch die Welt bewegten.
100 Jahre Einfluss, ebenso viele Jahre Entwicklung.
100 Jahre des stetigen Aufstiegs, und des fortwährenden Aufeinanderaufbauens.
100 Jahre voller wundervoller Momente, auch voller Schrecklicher. Manche wurden erst durch ihre Schrecklichkeit wundervoll.
100 Jahre, in denen Wahrheit mit Lüge koexistierten, auf Film gebannt.
100 Jahre... für die ich mehr als dankbar bin.
Ich liebe Filme.

Filme zu lieben, das heißt "Casablanca" zu lieben.
Gab es jemals einen Film, der alles, was es gibt, innehatte, der den Klassiker unter den Klassikern darstellte, der Kino in seiner reinsten Form ist... so ist es "Casablanca".

Gefühl.
Wahrheit.
Lüge.
Unterhaltung.
Ernst.
Wichtigkeit.
Traum.
Realität.

"Ich seh dir in die Augen, Kleines."

Schwarzweißbilder, die ein vom Anbruch des zweiten Weltkrieg geprägtes und getrübtes Europa zeigen, erzählen zügellos eine der fesselndsten, leidenschaftlichsten Liebesgeschichten aller Zeiten, zermartert, zernichtet von der Realität; was bleibt, das ist die Erinnerung, die Erinnerung an eine Zeit, die nicht unbeding besser war, doch in der man für den Moment lebte und alle Sorgen dahinsiechen ließ.

Ist es Liebe oder Hass? Freilich ist es Liebe, der Hass entsteht nur durch Verzicht auf diese. Das Wissen, die Welt ist am Tiefpunkt, ein "morgen" ist ungewiss, doch Verpflichtungen gibt es. Doch man kann nicht gegen die stärkste Empfindung des Herzens ankämpfen, es schreit mit jedem Schlag den Namen des Geliebten und es ist ihm egal, was Umwelt, die geliebte und die liebende Person darüber denken.
Seit dem Anbeginn der Zeit bis zum heutigen Tag und darüberhinaus gilt: die Liebe ist eine Naturgewalt.

"Ich glaube, das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft."

Ich freue mich meines Glücks, "Casablanca" das erste Mal auf einem Röhrenfernseher gesehen zu haben, ein wunderbares, altmodisches TV-Gerät.
Wer weiß, wie oft es in Zukunft noch möglich sein wird.
Dennoch könnte ich vollends zufrieden sein, hätte ich dieses Werk im Kino gesehen. Auf einer riesigen Leinwand in einem amerikanischen, altmodischen Kino, mit wunderbaren Schlieren, die dem Streifen den Schliff verschaffen.
Wenn nicht dieser Film, welcher dann?
Wie viele Filme gibt es, die Film, und nur Film sind, die sich mit soviel Leidenschaft sehen lassen und die mich mit einer solchen Freude erfüllen, dass ich dafür nur ein Wort übrig habe:
Filmliebe.

"Verhaften Sie die üblichen Verdächten!"

Gäbe es Filme, so wie wir sie kennen, wenn es diesen Film hier nicht gäbe?
Ich maße es mir nicht an, darüber zu urteilen, welcher Film denn der Einflussreichste aller Zeiten ist. Nein.
Doch man nehme das Setting, das Finale und die sich über die gesamte Laufzeit erstreckenden Zitate, die damals keine waren.
Es fällt aus der Sicht eines modern lebenden Filmzuschauers schwer, sich vor Augen zu führen, dass alle jene Zeilen, die man seit Jahren, oder wie ich seit allerfrühesten Kindheitstagen kennt, lange, bevor man dieses Stück Kinogeschichte zu Gesicht bekam oder über dessen Existenz Bescheid wusste, vor langer Zeit einmal nicht bereits da war, sondern erst geschrieben wurde.
Es wird so sein, dass es sich hier für eine nicht geringe Anzahl von Leuten um eine Ansammlung bekannter Sprüche und Szenen handelt, doch wenn man sich dieses Gesamtwerk ansieht, dann hat man den vielleicht wichtigsten, weil realistischen und dennoch verträumten, einflussreichen, unterhaltenden und dennoch zum Nachdenken anregenden, Emotionen erweckenden, Film der gesamten Filmgeschichte.
Und eine wahre Definition des Begriffes "Kino".
Und es sind genau solche Momente, in denen mir klar wird, warum ich jetzt hier an dieser Stelle stehe und über all diese Dinge philosophiere:
Ich liebe Filme.

"Vielleicht nicht heute, vielleicht nicht morgen, aber bald und dann für den Rest deines Lebens."

bedenklich? 16 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 15 Antworten

AshEvilDead

Antwort löschen

Cosmo&Wanda konnte ich noch nie leiden:D


Martin Oberndorf

Antwort löschen

Ist wohl die einzige Serie, die ich jahrelang fast täglich gesehen habe :3


Samweis_Gamdschie

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

You must remember this
A kiss is still a kiss,
A sigh is just a sigh.
The fundamental things apply
As time goes by.

bedenklich? 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

heiko.buschhaus

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Casablanca.
Der herzlose Humphrey Bogart.
Die verzweifelte Ingrid Bergman.
Dem korrupten und dochenswertem Polizeichef.
Und Sam spielt "As Time goes by"...

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Mr.Magoo

Kommentar löschen
Bewertung4.0Uninteressant

Für mich eine ganz furchtbare Schnulze. Bogy geht ja noch, aber die anderen, die machen mir gar keinen Spaß.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

darkbluerob

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Der Klassiker unter den Alltime Favourites. Humphrey Bogart legt in diesem zeitlosen Meisterwerk an der Seite der wundervollen Ingrid Bergman eine Coolness an den Tag, die weder zu vergleichen noch zu toppen ist.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

craax

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Selbstverwirklichung durch Selbstverzicht -.
Alle Einzelschicksale sind durch ein viel größeres, wichtigeres, Bedeutsameres gehalten, von dem der Sinn auf das Einzelne zurückkommt und ihm Sinn verleiht. Rick, Laszlo, Ilsa, Renault, Strasser - Casablanca verläßt gerade den nur durch sich selbst definierten Rahmen, und wird gut oder schlecht dadurch, wie es sich im viel größerem Rahmen orientiert und entscheidet.

Rick und Ilsa sind nicht pure Romanze, mit einem großen Gefühl, für sich. Ihre Liebe hört nicht am Tellerrand des Gegenübers auf. Generationen sind Sinn und Charme dieser Erzählung erlegen ; warum? Wegen Rick & Ilsa? Ich denke bescheiden: weil Casablanca im großen Konflikt die richtigen Entscheidungen trifft – weil das historische Amerika im historischen Kampf gegen den historischen Faschismus w i r k l i c h die Guten war/en (mit Betonung auf waren). Ein rarer Moment der Weltgeschichte: in der zahllosen Reihe der beliebigen Kriege: eine Krähe hackt der anderen die Augen aus – kam es einmal, selbst unter Kriegen,- zum Kampf Gut gegen Böse. Und die Bösen waren – wenigstens zu dem Zeitpunkt – (noch) nicht die Amerikaner & Co (vor allem England Churchills). (Vielleicht waren sie das geraume Zeit später – der Bombardierung Hamburgs beginnend, oder noch ein wenig intensiver, in z.B. Dresden und Hiroshima). ABER und ein Großes Aber : zu diesem Zeitpunkt: NOCH nicht. 1942, als Casablanca in Los Angeles gedreht wurde Mai Juni Juli : da war der F a s c h i s m u s s i e g r e i c h (Stalingrad stieg gerade in die Stiefeln) – aber NOCH: sah es aus, als könnte Hitler die Welt unterkriegen – die amerikanische Flotte war frisch versenkt, und das Wasser in ihren Schlachtschiff-Rümpfen noch nicht trocken. In der Zeit tat Not, eine Grundsatzentscheidung zu treffen. In den historischen Moment dieser notwendigen Klarwerdung und Selbstfindungs-Entscheidungskulminationsphase platzte, mit nicht viel nötigem Respekt, Casablanca. Die Kernszene in Rick’s Cafe ist nicht >Here’s looking at you, kid< und auch nicht >Play it again, Sam<, sondern – wenn das Horstwessel-Ersatzlied (die Rechte konnten nicht geklärt werden) der berühmten Wacht am Rhein weggeputzt werden durch das freiheitliche Aufbegehren des unwiderstehlichen Aufbäumens der >Marsaillaise<. Der Score, ein unendliches Verschlingen von ‚As Time Goes By' und ebendieser, und perfekt, wie übrigens der tonale Aufstieg der selbstbezogenen >Wacht< übernommen und fort-& übergeführt wird in die viel größer gewaltige unwiderstehliche Wucht des Freiheitsliedes,- ist : merveilleux!

Die zentrale Szene übernimmt Victor Laszlo. Und er ist das heimliche Zentrum, um das Casablanca – auch Rick, Renault + Ilsa + Sam – kreisen : der >Widerstand< als Laszlos, Persona non grata, Symbolkraft. Wenn Rick auch nur von der Balustrade herunter-zuschaut, ist es einer, dem auch Ilsas Augen zärtlich abgewendet folgen und auf d e m ruhen: dem Bewußtsein, das es Wichtigeres, Größeres gibt als das Glück zweier Menschen – gibt es Wichtigeres, Größeres? – nicht gegen es: MIT ihm. Glück ist nicht egoistisch – Glück ist immer nur das Glück des anderen – einen Klassiker abzuwandeln.

Von hierher bezieht Rick und Ilsas Königskinder-Geschichte ihren Reiz nicht viel mehr als Bedeutung: sie steht mit der Welt am Scheideweg-Abgrund – und wie gesagt: zum Zeitpunkt war keineswegs klar, wie die Geschichte ausgeht (natürlich war sie Klugen, wie Erika und Klaus Mann, klar : im Moment, wie Vereinigte Staaten (endlich!!) den Krieg erklärten, seufzten sie erleichtert auf, denn sie wußten: nun hat Hitler verloren!). Übrig blieb allerdings noch, nach der Erleuchtung, die Verwirklichung.
Casablanca ist nicht die Verwirklichung, sondern fängt diesen einen, historischen Moment, der Erleuchtung, und Entscheidung, ein – w i r d dieser Prozeß des Innewerdens, und Aufraffens, Zusammennehmens und –Willens : der Selbstkonzentration und Verschmelzung, mit dem, was Richtig, Notwendig, und Gut und JETZT ist.

Daß das überzeugend und authentisch, weit über ein übliches Maß von etablierter Hollywoodschmonzette, wurde, (‚Drehbuchlektor Stephen Karnot‘ bezeichnete es z.B. als „anspruchsvollen Kitsch“) : d a s es selbsterfüllend viel größer als alle beteiligten Wasserträger der Geschichte wurde, ist vermutlich einer Kulmination unzähliger auf diesen >historischen Moment< selbstzulaufenden Fäden zu verdanken (ach: Dank ist schon kein schlechtes Wort): neben denen der >Geschichte< (des unsagbar summierten Leids und der Empörung zuvor) , bis auch darauf hinunter dem schlichten >Fleisch< des >geschichtlichen Materials<: der Menschen, die beitrugen, wie z.B. so viele viele der Darsteller, die selbst vom Faschismus verfolgte Leidtragende, Kummervolle waren, deren Protest sich in den Dreharbeiten austoben und zu Gestalt gerinnen konnte: hier, einmal, waren Bezahlte sich wohl (unterbewußt oder zunehmend klarer einverstanden)- darüber >bewußt<, daß das, was sie taten, woran sie mitwirkten, etwas war, was sie sogar ohne Geld tun würden: ja, getan h a t t e n ,- und hier: zur Verwirklichung von Überzeugung verhelfen beitragen konnten. Ich glaube, diese tiefere Bejahung und Glaubwürdigkeit spürt man in jeder einzelnen Szene, jedem einzelnen Darsteller, jedem einzelnen – auch längst zuvor gewonnenen Dialog – unter aller HollywoodperfidiegewäschgewohnterGlätte von Casablanca. (Eine Schleife: Peter Lorre – bekannt. Trude Berliner, die Gitarrenschlägerin: aus Europa, neben der Mehrzahl identifizierbarer Rollenträger, entkommene Antifaschistin, viele Teilnehmer namentlich der >Strasser< am Film verloren Angehörige in Vernichtungslagern /siehe den ausgezeichneten Wikipedia-Artikel. Auf einen möchte ich noch, bevor die Schleife schließen muß, besonders hinweisen: CURT BOIS, der eine weitergehende Recherche – nicht nur im Internet, köstlich lohnt. Es sind ein paar famose auch autobiographische, Bücher über /von /mit ihm erschienen. Er ist übrigens von Wim Wenders für der >Himmel über Berlin< wiederhervorgekramt worden : als Hommage. Verdient.). Schlaufe zu).

In Casablanca müssen also die Charaktere über ihren Schatten springen lernen: und egal was in der Vergangenheit war und sie verletzte ja zu zerherzensbrechen drohte,- überwinden. Und da kommt die Person ins Spiel.

Rick hat allen Grund, sauer und ein sympathieverletzter Misanthrop, von Nationalität >Drunkard< im Dauerkoma –als Pegelhalter- zu sein. Das tut seinem persönlichem Charisma und subtilem Charme unter der Maske der unberührbaren Liederlichkeit – unbeteiligt erfolgreich über den Dingen zu schweben- keinen Abbruch. Ohne die kurierte Cleverness zur Abwechslung selbst profitieren (wenn es sonst schon niemand tut außer sich) wäre dieser >Charme< allerdings keinen Cent wert: es ist die mühelose Gleichgültigkeit des scheinbar Erfolgreichen, die so faszinierend interessant die Neugier erregt. Und jeder ahnt: unter dieser teilnahmslosen, neutralen, abweisenden, saturierten Schale schlägt womöglich ein blutendes Herz.
Selbst Renault, der auf dem Weg der revolvierenden Genesung schon sehr viel weiter abwärts gelangt ist, ist immer noch nicht verhornt genug, das nebenprofitabel zu ahnen. Ein Geheimnis hat jeder: es muß nur bekannt sein; dann hat man Ruhe. Nur ein unbekanntes Geheimnis ist beunruhigend : denn es könnte dem verwandt sein, was u n s beunruhigt,- und von dem wir zu gerne ihrer- :unser – Geheimnis lüften würden, damit wir u n s endlich besser kenn(t)en.

Das Geheimnis von Rick schafft ihm – neben seinem Erfolg – Freunde. Eigentlich ist er mit ALLEN unausgewogen befreundet. Liegt es daran, das Alle Geheimnisse, die sich vor sich selbst verbergen, haben? Diese Art Verwandtschaft?

So gelangt Rick in den Besitz der nur Drehbuchverfassern warum bekannt wichtigen Visa-Blankoscheck-Papiere für z w e i (n i c h t drei! mögliche) Personen. Peter Lorre schafft es einmal, Bogie zu beeindrucken. Sam allerdings gefriert kurz darauf das Blut in den Adern: er ahnt schon, das er gezwungen sein würde in Bälde, ein lang nicht mehr ausgeübtes Lied zu spielen: Alptraum jedes virtuosen Pianisten.

Die Frau des erwarteten Widerstandsphänomens Victor L. stellt sich nämlich als die herzensbrechende vorjährige Geliebte des stagnierten Cafehausbesitzers heraus –nebenbei Sam’s großer Liebe (wie eigentlich Jedes‘ im Raum, vom Oberkellner bis zum Tresenwart).

Und bald stürmt der herein: er solle doch dieses Lied nie wieder –
Toll wie Bogie das (nicht) macht. Nur eine zuckende, verdunkel-schattende Augenbraue.

Dann zoffen die sich, ordentlich, während der in nationalen Zeiten vorzüglichen Männer-Berufsausübung (Gewohnheitstrinker).

Hin und Her.

Nachdem sie sich strubblig beharkt gezaust und Mißverständnisse zum Beispiel was junge Dinger die zu Männern aufblicken anstarren angeht überausbaulich gedehntstretcht haben, kommt der Moment, in dem sie sich mit der Waffe – Liebe geht bis aufs Blut – gegenüberstehen. Sie will die Visas – für den. Er macht das Ranking der Gefühle klar – ohne Liebe taugt das alles nichts, die Ganze Welt wiegt nicht innere Leere, die Abwesenheit von Liebe erzeugt (hinterläßt), auf. Stunde der Wahrheit: auch sie gesteht, Weltwohl nicht über persönlichen Horizont zu stellen vermögen. „You have to think for us both“ - ein Satz, auf den Kant stolz gewesen wäre (in Kriegszeiten nützlich).

Das läßt der Erste sich, endlich mal wieder gefordert vereint, nicht zweimal sagen. Da es sich allerdings um ein Geheimnis – und zwar Rick’s Geheimnis- (besonders perfide) (mißtraue dem Alkohol) handelt, müssen wir bis zum Schluß wieder gespannt warten: ist er der Verräter, der er vorgibt zu sein – oder verhilft er nur besonders raffiniert dem Guten zum Erfolg? – Alle Anzeichen sprechen dagegen. Ilsa scheint ihm wichtiger zu sein, als Strasser, und Renault, im genauen Scheinen des Gegenteils. Scheiß auf Laszlo. Wenn Ilsa Witwe sein muß, nur zu.
Selbst Renault hat sich verrechnet,- nur damit nicht. Auf geht’s zum Halali.
Strasser kommt angebraust, zum Glück. So können wir Zeuge der Dummheit der Pflichterfüllung – der falschen, wohlgemerkt, werden. Unterschätze nie den Ernst eines Mannes mit der Flasche.

Nun muß nur noch Ilsa überrascht werden – und die Welt. Laszlo entkommt. Die Welt ist annähernd vorweggenommen wieder heile. (Wahres, echtes, richtiges) Pflichtgefühl hat selbstlos gesiegt. Das Innere (der Stolz, das Gesicht, einleuchtend) ist wiederhergestellt. Das Gute Geschick der Welt ist höherwertig lieblich. Ein echter Charakter noch mehr. Dem (richtigen) Welt-Schickse ist sich demütig zu beugen; das kann sogar Spaß machen. Und wer weiß, da Widerstandskämpfer (von der fernen friedlichen Usa aus??) in Europa ein gefährlicher Job ist, und z:B. Auto- oder Leiterunfälle überall drohen, wer weiß, vielleicht wird das mit der Witwenschaft ja rechtzeitig (aber nur erst wenn der Gewinn der Guten Sache gesichert wäre, so in ein zwei Jahren) ja noch was?
Man soll die Hoffnung nie aufgeben. Und immer korrekte Haltung bewahren, selbst selbstlos. Dann wird das was.
Der Erfolg von Casablanca spricht für sich. Es lohnt sich. Im richtigen Moment am richtigen Ort der entscheidende Gute Mensch, über sein persönliches Schickse hinaus zu sein. Sie und er wird es dir danken, zuletzt (und wie a n g e n e h m empfunden : o h n e magenausputzende verwrungene Zungenküße). Und selbst, wenn du schon Jahrzehnte perdue und an Raucherkrebs oder Altersruine gestorben bist, wird immer noch alle Welt, die unentwegt Dankbare, edles Knappenvolontärstum freiwillig bestaunen : und darauf kann sie stolz sein. Und ich bin es auch. Love you, kids.
Forever: Here’s a looking at you, again - immer wieder ergreifend schön, und stolz, und mannbar – und frauenstark, in Schwäche – und Echtheit. (die kann man in Geschichtsbüchern nachschlagen: so war’s, wenn auch nicht direkt in Casablanca, wo wenige Wochen nach Erscheinen des Films, übrigens, Stalinmonster, Churchill und Roosevelt sich bezeichnend trafen, um die siegliche Allianz zu formvollenden-schmieden : ein Augenzwinkern der Geschichte?). Trotz allen >gehobenen Kitsches< : darüber weit, hinaus. Und als Liebesfilm ist das bedingt: zur Liebe der Welt, nochmehr.

Im Übrigen empfehle ich immer noch den atemberaubenden Klassiker der Geschichtsschreibung, wie >de bellum gallicum<: Churchills Memoiren des WWII, der ihm den Nobelpreis (als Schreiber, völlig zu Recht) einbrachte. Da kann man, gegen Mitte, sehr schön das Aufeinandertreffen der merkwürdigen Zirkelschlüsse der Weltgeschichte, bis in ebenjenes Casablanca hinein, nachfühlen. Die Kurzversion des Readers Digest, wie wir alle gern wären im entscheidenden Moment, wenn's geht nicht allein, bringt der Film.

bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

corinna.freiburg

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Ich kann mir irgendwie garnicht vorstellen, wie dieser Film in der geschnittenen Version gewesen sein könnte... und ich möchte es auch garnicht wissen, denn er ist Klasse genau so, wie er ist.
Alleine die Nebenrollen mit Peter Lorre, Claude Rains und Conrad Veidt sind spitzenklasse. Und es ist in der Tat so, wie Ingrid Bergmann sagt, niemand kann As Time Goes By so singen, wie es Dooley Wilson als Sam tut. Über Humphrey Bogart braucht man keine großen Worte verlieren, er ist erstklassig, jedoch finde ich, daß Paul Henreid ein wenig farblos bleibt.
Dieser Film braucht nicht viel Action, um dramatisch zu sein, es genügen die gezeigten Verhaftungen, um dem Publikum den Ernst der Lage vor Augen zu führen. Insgesamt sterben nur 5 Personen im Verlauf des Films, wir werden aber nur bei zweien davon direkt Zeuge... und das genügt vollkommen. Es braucht nicht immer bergeweise Leichen, um Gefahr, Verfolgung oder sonstige Umstände zu beschreiben oder zu zeigen.
Vielleicht macht auch gerade das den Reiz an einem Film aus, der 1942 gedreht wurde, also zu einer Zeit, als der zweite Weltkrieg bereits in vollem Gange war. Man hörte jeden Tag genug Verlustmeldungen, warum soll man da noch einen Film mit Leichen pflastern? Und gerade vor diesem Hintergrund machen auch die kleineren Episoden in diesem Film umso mehr Spaß, wie der Running Gag mit dem Taschendieb, der die Leute ständig vor den üblen Elementen Casablancas warnt, derweil er ihnen ihre Brieftaschen klaut. Oder die kleine Episode im Casino, in der Bogart einem verzweifelten jungen Paar beim Roulette Geld gewinnen hilft, damit die Frau Capitaine Renault nicht mit ihren Reizen für ein Visum bestechen muss...
Diese und andere kleine Randgeschichten helfen sehr, den Film nicht zu einem reinen Liebesmelodram vor dem Hintergrund des Krieges werden zu lassen, sondern gestalten ihn lebendig und glaubwürdig. So oder ähnlich könnte der Alltag in vielen Städten zur damaligen Zeit ausgesehen haben, und das macht ihn nicht nur zu einer überragenden Liebesgeschichte, sondern auch zu einem kleinen Zeitdokument.

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

nasenschleuder

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Bizarrer Kinotip fürs Rhein-Main-Gebiet: Das F.W.Murnau-Filmtheater zeigt am 28. und 30. März um 18 Uhr "Casablanca" in der (nazifreien) deutschen Zensurfassung von 1952

"Nazis raus! Aus Rücksicht auf die Gemüter des Publikums in der Bundesrepublik eliminierte der Verleih 1952 kurzerhand die deutschen Nazi-Bösewichte um Conrad Veidt aus dem heutigen Filmklassiker. Widerstandskämpfer Victor Laszlo verwandelte sich in einen Erfinder geheimnisvoller "Deltastrahlen". Aus einem Antinazi-Melodram wurde ein exotischer Abenteuerfilm."

Infos: http://www.murnau-stiftung.de/filmtheater/kinoprogramm/casablanca

bedenklich? 16 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

nasenschleuder

Antwort löschen

Schönes Thema! Habe gestern in einer FB-Gruppe noch gelesen, dass es einiges in der Art gab ("Roberto Rosselinis "Rom, offene Stadt", Wolfgang Staudtes "Der Untertan", Alfred Hitchcocks "Berüchtigt" (der zunächst "Weißes Gift" hieß, und aus denen Nazis Schmuggler gemacht wurden, und aus Uran Rauschgift...")


Iamthesword

Antwort löschen

Und die diplomatischen Interventionen gegen "Nuit et bruillard" und die Oscar-Nomminierung von "Das Mädchen Rosemarie" - ist ein weites Feld mit vielen (aus heutiger Sicht) absurden Stilblüten.
Ich untersuche die Debatten um Kino und Jugendschutz in den 50ern und die Verankerung in der damaligen Gesellschaft. Hat viel mit Kulturkritik und der Abwehr der kulturellen Moderne zu tun...


Renato84

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

zeitloser klassiker, der auch 72 jahre später keinen vergleich zu scheuen braucht. und noch ganz wichtig - ein film, der ganz bestimmt nicht nur was für frauen ist (wie so oft ZU UNRECHT behauptet :) .... großes kino 8/10

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

vega_vincent

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

So muss ein Liebesfilm sein! Auch wenn wir uns heute vielleicht einen Twist oder eine weniger vorhersehbare Handlung wünschen würden (nach wenigen Minuten ist schon ziemlich klar, wie der Film verlaufen und enden wird) – und vielleicht etwas Farbe ^^ –, denke ich doch, dass diese Filmperle darauf getrost verzichten kann, ohne ein Herz zu verlieren. Hier stimmt so vieles: Der harte Kerl mit dem weichen Kern, durchwegs sympathisch und doch ein Mann, wie es jeder von uns gerne sein würde ;-), die (wunder-) schöne Frau, sympathische Nebencharaktere, einige clevere Witze, die die Stimmung gerade recht etwas aufbrechen, ohne sie abdriften zu lassen, das phantastische Setting, die Kleidung und einiges, was wohl schon damals Kultpotential hatte. Wer möchte nicht gerne einen Trenchcoat und einen Trilby tragen und mit einer Zigarette im Mundwinkel einen auf tough guy machen? Tja, irgendwie ist es schwer, alles Tolle an diesem Film in einige Worte zu fassen. Man muss sich den halt mal ansehen …

bedenklich? 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 5 Antworten

vega_vincent

Antwort löschen

Der Film ist echt einfach nur cool. Feel Good Movie vom Feinsten, aber keineswegs seicht.


Lydia Huxley

Antwort löschen

Hört sich perfekt für mich an :)


*frenzy_punk<3

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Ich weis ich bin spät dran, aber zu meiner Verteidigung ... ich kann weder die Uhr lesen und Kalender werden überbewertet.
Nun im Rahmen der Super-Geilen-Moviepilot-User-Irre-Kommentarwichtelaktion ist es diesmal eine ganz besondere Ehre für mich, diesen Kommentar Andy (Oppa) Dufresne zu widmen. Es war eine tolle Aktion Freunde, schade, dass es schon vorbei ist :(

Oh ich werde sentimental, vielleicht wie Humphrey Bogart in "Casablanca".
Schade ist es ja schon, dass ich zugegebenermaßen nicht so geflasht von dem Streifen bin, wie ich mir erhofft hatte.
Humphrey Bogart war auf jeden Fall eine Wucht, da gibt es nichts zu meckern. Fantastische Darbietung und sehr sympathischer Charakter. Allgemein ist dieser Klassiker mit einem grandiosen Cast besetzt und besitzt zauberhafte Figuren, wie Sam oder Captain Renault. Ilsa dagegen nervt ununterbrochen und zieht "Casablanca" in ein tiefes Loch an Kitsch. Schrecklich, wie sie Rick dauernd in den Armen liegt und ihn vollsülzt. Romantik ist ja schön und gut, aber oft ist es einfach zu TOO MUCH. Auch eines der berühmtesten Filmzitate der Filmgeschichte wirkte oft einfach nur dahin gesagt und fehl am Platz. "Ich schau dir in die Augen, Kleines."
Die Musik, die Kameraführung und die Schnitte machen Michael Curtiz' Klassiker zu einem wahren Kunstwerk. Auch die Story fesselt, zumindest kann der Zuschauer am Anfang nicht mehr den Blick abwenden. Leider steigt die Spannungskurve aber steil ab, ab der Mitte dümpelt der Streifen dann nur noch so dahin. Erst kurz vor Ende packt "Casablanca" den Zuschauer wieder am Schlawittchen und zieht ihn in den strudel eines brillanten Endes.

Frohe Weihnachten meine Lieben ;)

bedenklich? 11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

gunnar.wilhelmi

Antwort löschen

Sieh Dir mal "Haben und Nichthaben" an. Ist der erste Film mit Bogie und Becall. Zwischen beiden hat es ordentlich gefunkt und das merkt man dem Film auch an. Die Romanze ist in dem Film daher auch deutlich besser und glaubwürdiger.


*frenzy_punk<3

Antwort löschen

Danke, den merke ich mir mal vor ;) Klingt vielversprechend!


FilmFan92

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

SPOILER Möglich!

Casablanca gehört vermutlich zu den bekanntesten "Klassikern". Die Filme, die nie alt werden. Alle Zeiten überdauern und doch immer wieder "frisch" wirken. Filme die heute wie damals hochaktuell sind/waren.
Nun die Thematik des 2. Weltkrieges, der darunter leidenden Menschen, der Flüchtlinge, die Besetzungsproblematik, ist heute nicht mehr ganz so aktuell wie 1942. Doch "Casablanca" hat nach 70 Jahren nichts von seiner Wichtigkeit eingebüßt, von seiner Magie und bei all der Stilsicherheit und Menschlichkeit, zeigt er irgendwie, wie wichtig das "nicht-vergessen" doch ist.
Vor 71(!) Jahren verzauberten Humphrey Bogart und Ingrid Bergman, das Publikum.
Bogart ist dabei der charmante, lässig-coole, Edelbar-Besitzer Rick, ein Mann der das Wort "Stil" scheinbar erfunden hat. So stilsicher bewegt er sich in seiner Bar, redet mit den Gästen, ja selbst das Rauchen einer Zigarette, kann keiner so cool wie er.
Er ist ein stiller, in sich gekehrter Mann. Bis Ingrid Bergman auftaucht. (S)Eine alte, einzig große Liebe, die ihn ohne Erklärung sitzen gelassen hat. Demnach problematisch verläuft ihr Wiedersehen. "As time goes by" wird von Bar-Pianist Sam wunderbar vorgetragen, ein Lied wunderschön, wie ihre einstmalige Romanze, ein Lied, das Rick nie wieder hören wollte.
Neben der melodramatischen Romanze, die auch heute nichts von ihrer Magie eingebüßt hat, begeistert Casablanca vorallem durch seine, in eine Kriminalgeschichte gewickelte, Kriegsthematik.
Ein Ehrenmann wie Rick, der nichts mehr mit den Problemen Anderer, ja gar mit der Problematik des Krieges, zu tun haben will, wird zum Ende der stille Held. Der Mann, der einsieht, dass das Wohle Vieler, wichtiger ist als sein eigenes. Er lässt seine Liebe mit ihrem Mann, der wie einst Rick gegen das aufstrebende Regime kämpft, ein wichtiger Mann im Untergrund, fliehen. Denn manchmal ist das Kämpfen wichtiger, als die große Liebe und manchmal ist die große Liebe, die Liebe eines Anderen.
Neben all der Tragik und den kritischen Ansätzen, zaubert uns Casablanca auch ein ums andere Mal ein lächeln auf die Lippen. Sei es der Kleinkriminelle, der den Menschen erzählt wie gefährlich Casablanca ist und dabei reihenweise Brieftaschen stiehlt, oder die schrägen Mitarbeiter der Bar, Casablanca unterhält den Zuschauer permanent.
Casablanca wird vermutlich auch in weiteren 70 Jahren, das halten, was er einst versprochen hat. Eine tief melancholische Romanze, ein Krimi, ein Plädoyer für mehr Menschlichkeit, für mehr Nächstenliebe und für mehr Heldentum.

bedenklich? 10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

Andy Dufresne

Antwort löschen

Klingt nach 10 Punkten :)
Schön geschrieben!


FilmFan92

Antwort löschen

Danke :)
Ich dacht' mir, da ist bestimmt noch Luft nach oben nach mehrmaligem Schauen, daher "nur" 8 Punkte :)


uncut123

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

bogart überzeugt super und ingrid ist wunderschön...die 2te hälfte war für mich die beste weil da die spannung richtig spass macht

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Shentenza

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

Immer wieder vor mir her geschoben, habe ich mir nun endlich die Zeit genommen, mir dieses Stück Film-Geschichte anzusehen. Und was soll ich sagen, ich bin wirklich begeistert und das hat die verschiedensten Gründe.

Erst einmal finde ich, obwohl der Film schon sehr viele Jahre auf dem Buckel hat, lässt er sich auch heute noch ohne Probleme anschauen und wirkt überhaupt nicht alt. Dazu kommt, dass so altbacken die Story heute wirkt, sie damals natürlich noch nicht ausgelutscht war. Bei der Bewertung solcher Filme, sollte man sowas im Hinterkopf haben. Jedenfalls ist sie trotzdem sehr gut erzählt und auch spannend, auch wenn einem klar ist, dass das hier kein böses Ende nehmen wird.

Einer der wichtigsten Gründe, warum der Film damals so erfolgreich war und auch heute noch toll anzusehen ist, liegt an den Schauspielern, die ich eigentlich alle durch die Bank toll finde. Natürlich stechen Ingrid Bergman und Humphrey Bogart hervor, doch auch die anderen wissen zu gefallen, ob nun Peter Lorre als Ugarte oder Paul Henreid als Laszlo.
Trotzdem finde ich Bogart hier einfach fantastisch, seine coole Art und Weise in allem was er tut weiß einfach über den ganzen Film zu gefallen, dazu noch die schöne Bergman und man hat hier einer der ikonischsten Film-Paare der Film-Geschichte.

Und mit 102 Minuten hat man hier die richtige Länge gefunden um die Geschichte zu erzählen ohne Längen zu besitzen, denn beim schauen hatte ich nie das Gefühl, dass das Ganze sich unheimlich zieht. Am Ende bleibt ein Film, der zurecht ein Teil der Film-Geschichte ist und damals wie heute grandios zu unterhalten weiß. Wer ihn noch nicht gesehen hat, sollte dies wirklich nachholen.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Fans dieses Films mögen auch