Citizen Kane

Citizen Kane (1941), US Laufzeit 119 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 27.09.2007


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von Orson Welles, mit Orson Welles und Joseph Cotten

Orson Welles Citizen Kane gilt für viele als Bester Film aller Zeiten und erzählt aus dem Leben des mysteriösen Millionärs Foster Kane und seiner Sehnsucht nach Rosebud.

Charles Foster Kane (Orson Welles) – so heißt der ehrgeizige junge Medienzar der zwanziger Jahre in Amerika. Als vielfacher Millionär herrscht er Jahrzehnte lang über unzählige Zeitungen und Radiostationen. Der Erfolg ist es jedoch auch, der ihn mit der Zeit zu einem korrupten und machtgierigen Menschen macht. Verlassen von allen Freunden endet er schließlich in der völligen Einsamkeit seines geheimnisvollen Anwesens Xanadu. “Rosebud” ist das letzte Wort auf seinen Lippen, bevor er stirbt. Ein Journalist verfolgt die Spur dieses Rätsels und deckt bei seiner Recherche ein faszinierendens Leben auf.

Hintergrund & Infos zu Citizen Kane
Der Beste Film aller Zeiten! So urteilten von 1962 bis 2002 das British Film Institute und das Amercan Film Institute bis heute. Und das, obwohl der Debütfilm des blutjungen Broadway-Schauspielers Orson Welles – er war gerade erst 27 Jahre alt – zunächst an den Kinokassen enttäuschte. Dieser hatte kurz zuvor mit seinem Radio-Hörspiel ‘Krieg der Welten’ landesweit auf sich aufmerksam gemacht und galt als Wunderkind von Hollywood. Daher machte das Studio auch den ‘Fehler’ Orson Welles vertraglich zuzusichern, dass er bei der Inszenierung freie Hand habe.

Die Figur des Foster Kane geht dabei auf den amerikanischen Verleger und begünder des Bulevardjournalismus William Randolph Hearst zurück. Da dieser sich von Welles verunglimpft fühlte, begann er eine Hetzkampagne gegen den Regisseur und brandmarkte ihn als Kommunisten. Er versuchte sogar, alle Negative des Filmes vor der Veröffentlichung aufzukaufen, um sie zu vernichten.

Bei den Oscarverleihungen wurde Citizen Kane insgesamt für neun Oscars nominiert und machte Orson Welles zum ersten Star, der in vier Kategorien eines Films nominiert wurde: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller und bestes Originaldrehbuch (gemeinsam mit Herman J. Mankiewicz). Gewinnen konnte er lediglich den Oscar für das Originaldrehbuch. (ST)

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Kommentare (129) — Film: Citizen Kane


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PuertoRican

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Absolut geiler Film! Licht, Bild, Aussage. Das nenne ich einen echten Klassiker !

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CucumberScout

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Citizen Kane ist von Anfang an der reinste Genuss, auch wenn der Film aus den Vierzigern stammt, ist das Drehbuch pointiert und somit zeitlos. Der Film reisst einen mit in die Welt von Charles Forster Kane und seiner charakterlichen Entwicklung, die durch seine Beziehungen zu seinen Mitmenschen, Freunden, Kollegen und auch Ehefrauen dargelegt wird.
Im Grunde genommen kann man sich unter "Citizen Kane" die perfekte Kombination zwischen überzeugendem Drehbuch, mitreissenden schauspielerischen Leistungen und gelungener Regiearbeit vorstellen.

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sachsenkrieger

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Bewertung10.0Herausragend

Einer der Filme, die oft als der Beste Film aller Zeiten gehandelt wurden und immer noch werden, enthält bereits in der ersten Szene einen Filmfehler, der den ganzen restlichen Film ad absurdum führt. Vielleicht hat manchmal auch der Schöpfer selbst sein Händchen im Spiel, damit wir selbst im Perfekten noch einen winzigen Makel entdecken. Denn trotz seines immensen Alters von über 70 Jahren hat "Bürger Kane" absolut nichts von seiner Faszination verloren.

THATCHER: Was möchtest du sein?
KANE: Alles was sie hassen!

Für viele Leute von heute, zu denen ich mich mitunter auch zähle, ist der Genuss dieses Films natürlich erstmal anstrengend. Schwarz-weiß und schmalformatig, insgesamt deutlich ein Film aus einer anderen Epoche der Menschheit. Betrachtet man ihn ohne entsprechendes Vorwissen, kann man als oberflächlicher Betrachter, ob des nahezu fehlenden Spannungsbogens, schon ein wenig wegdämmern. Beschäftigt man sich vorher oder hinterher mit der Vorgeschichte, der Entstehung und dem Nachspiel dieses einzigartigen Kunstwerks, kann man eigentlich nicht anders, als den Mut und die Hingabe Orson Welles zu bewundern. Ähnlich wie in dem kürzlich von mir gesehenen "THX 1138" von George Lucas legt auch Welles mit seinem ersten Film bereits sein Meisterwerk vor.

Das liegt nicht zuletzt daran, das der als Wunderkind gehandelte Welles, für seine erste Arbeit, quasi einen Blanco-Vertrag bekam, der ihm völlig freie Hand bei der Auswahl des Filmstoffs und bei seiner Umsetzung ließ. Welles drehte den Film mit weitestgehend unbekannten Schauspielern aus einer von ihm mitbegründeten Theatergruppe. Dabei verwendete er bei der Gestaltung zahlreiche filmtechnische Neuheiten, von denen die meisten zwar schon vorher zu sehen gewesen waren, aber noch nie in einem Film vereint. Selbst der in dieser Hinsicht nicht sehr versierte Zuschauer, wie z.B. ich, kann zahlreiche dieser Techniken erkennen. Dazu zählen die zahlreichen Szenen, in denen sich die Darsteller in verschiedenen Gegenständen spiegeln, die unzähligen Perspektivenwechsel der Kamera oder auch die Zeitsprünge innerhalb einer durchgehend gezeigten Szene.

Das sind nur wenige, laienhaft formulierte Techniken, die in diesem als Gesamtkunstwerk der Filmgeschichte zu betrachtenden Werkes Anwendung finden. Über alle Aspekte, die diesen Film ausmachen, könnte man wohl locker einen eigenen Film machen und jeder muss selbst wissen, wie tief er in diese Materie einsteigen will. Die Story selbst ist oberflächlich der Aufstieg und Fall eines Mannes aus einfachsten Verhältnissen. Der uramerikanische Mythos des Tellerwäschers, der zum Millionär wird, wird in "Citizen Kane" erweitert zur Kritik am ausufernden Kapitalismus und der Natur des Menschen. Er hält aber nicht nur den Reichen und Mächtigen, sondern auch uns allen den Spiegel vor. Allen, die glauben, das sie alles besser machen würden, wenn sie die entsprechende Macht hätten. Denn es gilt:

Das leichteste Opfer für einen Betrug ist man selbst. - Lord Bulwer-Lytton

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Canis Majoris

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Ja, auch von mir hat er 10/10 bekommen, auch wenn die ganzen New-New-Age-Spinner ihm dies natürlich nie zusprechen könnten und gegen meiner Wertung heftig protestiert haben... ;)


sachsenkrieger

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Was will man machen? Man muss die Kraft haben, das hinzunehmen, was nicht zu ändern ist ... auch wenn man manchmal am liebsten was anderes täte ;-)


soundso.diesdas

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Einer der ganz wenigen Filme die mich zu Tränen gerührt haben
SPOILER
(wo Susan ihn verlässt und er das erste Mal seit langem Gefühle zeigt. Diese Hilflosigkeit- das ist unglaublich in Szene gesetzt...)

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RavenX_2010

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Bewertung6.5Ganz gut

Guter Film, leider dennoch völlig überbewertet. Pacific Rim war besser.

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axel.remer

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was hat dieser Film inhaltlich mit Pacific Rim zu tun? Ist doch ein vollkommen anderes Genre


Unclescrooge

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Bewertung7.5Sehenswert

Interessanter Film, sehenswert, ich persönlich habe das Ende nicht verstanden,( Kein Grund mich anzuscheissen, eine Erklärung reicht allemal) Orson Wells spielte gut, der Rest war nicht so einprägend. Kameraführung ist wirklich toll und innovativ für die Zeit. Kann man gut gucken, besitzt Kultstatus zurecht, habe aber persönlich mehr erwartet.

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karllsonvomdach

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der schlitten, "rosebud", ist eben der schlitten, der liegen bleibt, als kane von seinem neuen vormund mit in die stadt genommen wird. er steht explizit für kanes sehnsucht nach einer behüteten kindheit und sinnbildlich für alles, was kane bekommen und dann wieder verloren hat.


ElsaWaltz

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Bewertung7.5Sehenswert

Das beste am Film, und das was man wirklich gesehen haben sollte, ist der Anfang, wo die Reichtümer des Protagonisten vorgestellt werden. Eine tolle Szene!! Auch sonst ist der Film gut und man sollte ihn doch gesehen haben. Ich bin auch gespannt, ob ihr die Lösung des Geheimnisses versteht. Ich hatte etwas länger gebraucht.
Ich hätte jetzt aber eine Idee für den Namen meines Pferdes: Rosebud ;)

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MrDurden

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Bewertung9.0Herausragend

Val Vega's Osterwichteln 1.0, dieser Kommentar ist razzo gewidmet ;)
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Das diesjährige, vom lieben Val Vega ins Leben gerufene, Osterwichteln bietet für uns moviepiloten die Möglichkeit, Freunden Filme nahezubringen, die sie noch nicht gesehen haben und dies unbedingt tun müssen. Nun razzo, aus einer kleinen Auswahl von Filmen fiel meine Wahl auf Citizen Kane, das (quasi) Erstlingswerk von Orson Welles. Dir diesen Film „schmackhaft zu machen“ ist eine einfachere Sache, da er neben seiner inhaltlichen Tiefe auch, und vor allem, damals 1941 die erzählerischen Mittel der ersten 40 Jahre Filmgeschichte revolutioniert, beziehungsweise massiv ergänzt und weiterentwickelt hat und so für jeden, der vom Medium Film fasziniert oder an ihm interessiert ist, sehenswert sein sollte.

DIE GESCHICHTE EINER ENTRISSENEN KINDHEIT
-der folgende Link enthält Spoiler!-
http://www4.big.or.jp/~j-i_2/SJC/Blog/image/Peanuts_Kane.jpg
Kurz bevor der Medientycoon Charles Foster Kane vereinsamt auf seiner riesigen privaten Schlossanlage stirbt, bringt er ein letztes Wort heraus: Rosebud. Nach seinem Tod will ein Journalist namens Thompson herausfinden, was er mit diesem Wort meinte. Er trifft verschiedene Weggefährten Kanes, die ihn aus ihrer Perspektive schildern und so Teile seines Lebens verschieden beleuchten.
Charles Foster Kane stammt aus ärmlichen Verhältnissen und bekommt durch einen neuen Vormund, der ihn in der Stadt großzieht, ein stattliches Vermögen zur Verfügung. Er kauft einen Zeitungsverlag und baut ein weitreichendes Medienimperium auf, mit dem er auch immer wohlhabender und einflussreicher wird. Er steht fast immer in der Öffentlichkeit und spaltet immer wieder die Massen. Nach dem Scheitern seiner Kandidatur als Gouverneur, durch eine Intrige seines politischen Gegners, baut Kane das Schloss Xanadu und eine prachtvolle Parkanlage, der Wert des Anwesens wird als unbezahlbar eingeschätzt. Als er sich von seiner zweiten Ehefrau, der vielfach verissenen Sängerin Susan Alexander, im Streit trennt und im Zorn ihr Zimmer verwüstet, findet er etwas wieder, was ihn nach seinen besten Jahren an das erinnert, was er vor langer Zeit verloren hat. Später stirb er vereinsamt in seinem Anwesen und findet auf dem Sterbebett nur noch Kraft für sein letztes Wort.

EIN UNVERWECHSELBARER STIL
Orson Welles hat mit seinem ersten Spielfilm bereits seinen filmischen Stil und seine Filmsprache gefunden und manifestiert, Nouvelle-Vague-Kritiker André Bazin schreibt: „Orson Welles ist einer der wenigen Regisseure, bei dessen Filmen man anhand der ersten drei Minuten erkennt, wer ihn gedreht hat, wie zum Beispiel auch Alfred Hitchcock, Charlie Chaplin und John Ford“. Viele narrative Elemente des Films, die heute mittlerweile sehr oft verwendet werden, wie zum Beispiel das Erzählen der Geschichte anhand von Rückblenden, wurde durch Welles (wenn auch nicht erfunden) maßgeblich geprägt. Auch ein Stilmittel, was Welles seit Citizen Kane immer wieder verwendete war die Untersicht, bei der die Kamera so positioniert ist, dass man die Decken des Dekors zumindest angerissen erkennt. Viele schreiben dieser Sicht eine dämonische Bedeutung zu, da sie „aus dem Boden zu kommen scheint“, François Truffaut meint dagegen, es sei von Welles' früherer Theaterarbeit inspiriert worden, ähnelt die Untersicht nämlich auch der eines Theaterzuschauers in der ersten Reihe. Außerdem sollte man noch sagen, dass er lange Zeit mit einer Art Stammcast gearbeitet hat, welcher unter anderem Joseph Cotten, Everett Sloane und Dorothy Comingor enthielt, die mit Welles als Mecury Theatre Group auftraten.
Dass Welles lange, ungeschnittene Einstellungen lieber mochte als kurze, dokumentiert sich nicht nur in Citizen Kane, sondern auch zum Beispiel in der beeindruckend choreografierten Eingangssequenz aus TOUCH OF EVIL. Kombiniert mit der räumlichen Bildkomposition gehört diese Art von Filmsprache bezeichnend zum Œuvre Orson Welles'. In CITIZEN KANE macht Welles einen weiteren Kunstgriff in die Narrationskiste, er erzählt nicht nur achronologisch, sondern auch ohne die allwissende Objektivität eines gewöhnlichen Erzählstils, denn hier wird die Geschichte vom Leben des Charles Foster Kane aus den verschiedenen Perspektiven der Leute, die ihn gut kannten, oder glaubten, ihn gut zu kennen, erzählt, was das Leben Kanes an sich schon mit einer Aura des Geheimnisvollen umgibt. Man weiß bis zum Schluss nicht, was man von diesem Mann halten soll, schon am Anfang werden die kontroversen und sich widersprechenden Aussagen zu Kane im Fernsehformat „News On The March“ dargelegt, Kane sei ein Faschist, sagt einer, Kane ist ein Sozialist, ein anderer. Diese ganzen Fragmente der Biografie Kanes ergeben ein unfassbares und schon beinahe zum Mythos gewordenes Leben, oder wie der Regisseur/Akteur/Autor von CITIZEN KANE selber sagt:

„Das Leben Kanes ergibt sich nur, wie jedes andere auch, aus der Summe dessen, was über ihn gesagt wurde.“

Und aus der Summe dessen, was jetzt über diesen Film gesagt wurde, ergibt sich dieses zeitlose Meisterwerk, das man mindestens einmal gesehen haben MUSS, aber es danach auch immer wieder tun kann, einer meine Favoriten, wenn auch ohne Herzchen.

Und damit: Frohe Ostern an razzo, und an alle, die mitgewichtelt haben! :)

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MrDurden

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Danke Fonda :)


Lydia Huxley

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Sehr schöner Kommentar! Der ist auch schon lange vorgemerkt.


timmoe

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Bewertung6.0Ganz gut

Ich fand den Film zwar stellenweise einfach öde, aber ich kann und will nicht abstreiten, dass die Lebensgeschichte von Kane wirklich interessant ist. Und mit der Schlussszene fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren, worum es Welles wirklich ging.
Der Film ist in der Tat zeitlos, wie von vielen richtig erkannt, aber dennoch stellt sich bei mir nicht das Gefühl ein, einen großen Klassiker gesehen zu haben. Zumindest meine Meinung ist so ehrlich, wie die Message des Films gemeint ist.

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DoctorWho

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Bewertung7.5Sehenswert

Großartige Parabel von Orson Wells auf den American Dream und auf den Kapitalismus im gesamten. Gilt als der beste Film aller Zeiten. Das kann ich nicht so ganz unterschreiben, aber trotzdem ein sehr guter Film

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gerrit93

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Bewertung9.0Herausragend

Ich kann nur sagen toller Film. Ich weiß gar nicht wie ich den solange meiden konnte.
Auch wenn der Stil nicht den Geschmack von jedem trifft, sollte man diesen Film zumindest einmal gesehen haben.

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Begbie

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Bewertung10.0Herausragend

Der von vielen Magazinen, Regisseuren und Listen "beste Film aller Zeiten" - endlich hab ich mir auch diesen gegönnt und das nicht im TV sondern im Kino (Berlinale 2014 in der Retrospektive "Aesthetics of Shadow"). Ist der ganze Hype berechtigt? Für mich ganz klar JA. 2 Stunden voller Kinomagie, einer packenden Story, filmtechnisch brilliant und absolut vor seiner Zeit. Er ist vielleicht nicht in meiner persönlichen Top 10 aller Zeiten, aber müsste ich eine möglichst objektive Liste erstellen, dürfte Citizen Kane definitiv nicht fehlen. Vor allem erkennt man bei aktuellen Filmen noch immer so unendlich viele Anspielungen an dieses Meisterwerk (derzeit z.B. die Büro-Partyszene bei Wolf of Wall Street), dass man einfach nur seinen Hut ziehen kann.

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Lydia Huxley

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Uiuiui, den werde ich mir gleich mal vormerkten! Toll, dass du ihm im Kino schauen konntest :)


Moviegod

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Bewertung10.0Herausragend

Keine leichte Kost für zwischendurch. Hier muss man sich wirklich die Zeit nehmen, um dieses Kunstwerk zu verstehen und genießen zu können. Was Wells hier geschaffen hat, ist sowohl in künstlerischer wie technischer Hinsicht nicht weniger als ein Meisterwerk. Wenn man das Alter dieses Films bedenkt, ist es unglaublich, was Wells damals schon für technische Fortschritte gemacht hat.

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Klawitterbus

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Bewertung10.0Herausragend

Natürlich kaum noch ein Film für die heutige Zeit - leider!

Aber es ist einer der besten filme aller Zeiten, daran gibt es einfach nicht zu rütteln.
Es ist wie mit Gemälden, ich muss sie nicht alle mögen, die van Goghs, die Renouards, die Matisse's, die Dahli's und wie sie alle heißen, aber man sollte es einfach anerkennen, wenn man vor einem Meisterwerk steht oder es sieht, auch wenn man weil man vielleicht eine andere Generation ist, oder keinen Zugang dazu hat.

Danke für dieses Meisterwerk!

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mariega

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Bewertung10.0Herausragend

DAS PUZZLE DES LEBENS
In einem Geduldsspiel setzt Orson Welles einzelne Stücke seiner Vorlage richtig zusammen und schafft somit das perfekte Bild. Sein Werk enthält alle Filme, die es bisher gab aber auch die, die nachkommen werden. Wie ein Puzzle, das man immer wieder neu machen kann, sollte man diesen Film immer wieder sehen. Denn in jeder Etappe unseres Lebens zeigt er uns eine andere Art des Zusammensetzens und der Anschauung.

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Andy Dufresne

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:)


The Freewheelin Fonda

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Was Andy sagt!
Verdammt starker Kommentar, muss den Streifen DRINGENDST zweitsichten.


Ener

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Bewertung10.0Herausragend

Eine Charakter-Studie wie ein Kreis. Unaufhaltsam zeichnet sich das Bild eines unnahbar erscheinenden Menschen. Teils ohne erkennbare Motive oder Klischees folgt er seinem introvertierten Weg, was ihn unberechenbar macht. Und so auch die Abgründe einer ganzen Industrie aufzeigt. Symphatie des Zusehers wird kaum entstehen. Doch mit dem letzten Abschnitt wird aus dem Film ein großes Ganzes, der Kreis schließt sich. Ja, das Ende ist so rund wie es nur geht. Dabei hat es zuhauf Filme, die auf dem Papier Stories bieten, die mehr hergeben. Beeindruckendes Beispiel, wie wenig das bedeutet, wenn man Funktion & Wirkung von Film und TV auf den Zuseher versteht & richtig anwendet. Damals (und in dem hohen Maße wie hier sogar in späteren Jahren) ein Novum, sozusagen der erste richtige & ernstzunehmende Spielfilm. Und witzigerweise, als gehöre es dazu, dann gleich mit einem richtig fetten Logikfehler. Auch diesbezüglich wegweisend.

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Ener

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Jener, daß niemand im Raum war, in dem Moment, als Charles starb. Und somit keiner wissen konnte, was sein letztes Wort war.

Ich bin mir durchaus des Butlers bewußt, allerdings spricht die Sterbeszene zum Anfang eine andere Bildsprache, und ich denke, die ist so gewollt und so gemeint. Wenn es kein Logikfehler ist kann man es aber gerne auch Paradoxon nennen. ;)


Macintosh

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ach ja ,genau
Danke


InfiniteJest

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Für mich entweder der beste älteste Film oder der älteste beste Film. Gut gealtert in jedem Fall, denn den Stoff könnte man auch heute nicht besser verarbeiten. Was sollte man schon verbessern? Und heute gibt es eh zu wenig Orson Welles dafür.

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Cellmorbasg

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Bewertung10.0Herausragend

Filmporträt eines Gescheiterten (enthält Spoiler)

Es sind die Geschichten mit tragischen Zügen, Charaktere die fallen, die mich besonders faszinieren: bspw. Anakin Skywalker, Michael Corleone oder auch Gollum. Sie sind mehr als gut oder böse, ambivalent und in dieser Vielschichtigkeit sind sie menschlich. Das nicht jeder Junge von nebenan zum Monster wird, liegt auch an fehlenden Reizen. Wer keinen Ring der Macht in die Finger bekommt, nicht in eine Mafiafamilie hineingeboren wird oder als Auserwählter gesehen wird, wer sich solchen Versuchungen nicht ausgesetzt sieht, kann ihnen auch nicht erliegen. Macht korrumpiert, absolute Macht korrumpiert absolut.
Charles Foster Kane wird aus seiner Kindheit gerissen. Es ist ein Wendepunkt in seinem Leben. Die Erklärung für sein unerfülltes Leben ist es nicht. Für den Zuschauer zeigt diese Episode, dass Kane mehr war als ein gefallener Medientycoon. Nachdem Kane mit 25 über sein Vermögen verfügen kann, übernimmt er die Kontrolle einer Zeitung und wendet sich gegen seinen Erzieher und die Elite für die jener steht. Er führt einen publizistischen Kampf und stellt für sich eherne Grundsätze auf – durchgeführt mit Boulevardkournalismus. Es ist einer seiner Brüche zwischen Anspruch und Wirklichkeit.
Kanes Hybris führt ihn bis in die aktive Politik. Kurz vor seinem ersten Wahlsieg folgt jedoch der Beginn des öffentlichen Abstiegs. Ausgelöst von der Begegnung mit einer jungen Frau die eine Schneekugel ihr Eigen nennt.
Wieder ist sein Leben an einem Wendepunkt und dem Verlust der politischen Karriere, Frau und Kind folgt eine weitere Ehe in der er alle Energie auf seine Frau richtet. Er ermöglicht ihr eine Gesangskarriere der diese nicht gewachsen ist und die den endgültigen Bruch mit seinem Jugendfreund herbeiführt. Kane erweist ihm einen letzten Freundschaftsdienst, doch die Unterschiede und das Unverständnis füreinander sind zu groß geworden. So richtet sich Kane in seiner ungleichen Ehe ein. Als auch dieses letzte Refugium seines Lebens von ihm unbeabsichtigt zerstört wird, verlebt er die Einsamkeit bis zu seinem Tod.
Bis hierhin folgte der Zuschauer dem Reporter der für die Wochenschauausgabe recherchiert wie auf der Schulter sitzend. Der Film regt dabei die eigene Suche nach dem Verständnis von Kane an. Denn anders als der Reporter sehen wir die Rückblenden und sie sind angereichert mit vielen Details in den tiefenscharfen Weitwinkelaufnahmen. Die Zusammensetzung der Geschichte die der Chronologie nicht stringent folgt, Zeitsprünge hat, regt ebenfalls zur Reflexion ein. Der Höhepunkt dieses Mehrwissens bietet das Ende welches dem Zuschauer den Schlüssel zum Verständnis in die Hand legt. "Rosebud" steht auf dem Schlitten aus Kindertagen. Es verändert den ganzen Film.
Die verlorene Kindheit war nicht nur Ausgangspunkt von Kanes Aufstieg und Fall, es war seine konservierte Erinnerung für die Ewigkeit.
Jeder kennt Rosebud oder das Mädchen im weißen Kleid mit weißem Sonnenschirm: Sehnsuchtsorte der Erinnerung die unerreichbar sind. Charles Foster Kane konnte alles für Geld kaufen, nur kein Geld zu haben, das gelang ihm nicht. Ein einfaches Leben, geborgen, geliebt und liebend in der Welt. Der Schneeball war der Grabstein seiner Kindheit. Ein Verlust den er nicht überwinden konnte. Rosebud wurde kein Mädchen mit weißem Regenschirm.

Nicht nur das Ende macht eine zweite Sichtung des Films zu einer neuen Entdeckungsreise. Es ist die Reichhaltigkeit, die diesen Film so besonders macht, die in vielen Belangen so gelungen ist. Ein Film wie Filme sein sollten. Eine Einladung für Augen, Ohren, Herz und Verstand.

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supersizefilms

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Bewertung7.0Sehenswert

Ein historisch sehr wichtiger Klassiker, der, was (viele) Aspekte wie technische Planung und strukturierte Umsetzung eines grandios ausgearbeiteten Drehbuchs angeht wahrscheinlich kaum Konkurrenzt hat(te zu der Zeit!).
Diese selbstbestimmte "Machtergreifung" ist ein heutzutage schier unmögliches Phänomen in der Kunst und dafür großen Respekt an Orson Welles.
Allerdings gibt es immer noch den unbestechlichen Aspekt des Filmgeschmacks und dieser sagt mir dass ich diesen Film gut fand, aber auf keinen Fall zum besten oder 2.besten Film aller Zeiten wählen würde.

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Andy the X

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Projekt "5 Klassiker bis 500".

Ich nähere mich meiner 500. Bewertung auf Moviepilot. Die letzten fünf Filme vor dieser Marke sollen Klassiker und Must-See Filme sein, die ich bisher leider noch nie gesehen habe.

Teil 3/5
Citizen Kane

Endlich! Endlich habe ich es geschafft, diesen absoluten Klassiker zu sehen, den viele für den besten Film aller Zeiten halten und von dem ich schon so viel während meines Studiums gehört habe. Endlich habe ich Citizen Kane gesehen.
Ein Film über einen Menschen, der alles hat und dem doch alles fehlt: Nämlich Rosebud.

Ich habe es nicht bereut, mir diesen alten Schinken "angetan" zu haben, im Gegenteil. Citizen Kane bietet eine Geschichte, die in Rückblenden erzählt wird und so nach und nach ein Bild über diesen Menschen Kane entstehen lässt. Wer war er und warum wurde er der, der er war? Die Story an sich ist nüchtern betrachtet nichts besonderes. Aber WIE erzählt wird, macht den Film so besonders. Die Überblendungen, der Schnitt (z.B. die Frühstückszene), die Kameraeinstellungen, die Beleuchtung, die Kamerafahrten, etc. Der Film (von 1941!) verdient für die Reichhaltigkeit seiner Stilmittel tatsächlich die Bezeichnung "Meisterwerk". Man muss sich ja vor Augen halten, das diese Mittel, an die man sich heute gewohnt hat, damals neu und bahnbrechend waren.

Jetzt stehe ich vor dem Dilemma, das man bei Moviepilot Filme mit Zahlen bewerten soll, was bei Citizen Kane nicht ganz leicht ist.
Für seine Machart und Bildsprache verdient Citizen Kane aus filmhistorischer Sicht klar 10/10 Punkten.

Nun bewerte ich hier aber eigentlich nur danach, wie mir ein Film rein subjektiv gefallen hat. Da muss ich die Wertung dann leicht runterschrauben. Aber nur leicht.
Gibt gute 8,5 Punkte.

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