Das Geheimnis von Kells
The Secret of Kells (2009), BE/FR/IE Laufzeit 76 Minuten, FSK 6, Abenteuerfilm, Fantasyfilm, Animationsfilm
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21 Kommentare
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von Nora Twomey und Tomm Moore, mit Brendan Gleeson und Evan McGuire
Das Geheimnis von Kells erzählt die fiktionalisierte Entstehungsgeschichte des Buches von Kells anhand der Abenteuer des Klosterschülers Brendan.
Irland im 8. Jahrhundert: Der 12-jährige Brendan (Evan McGuire) ist Neffe des mächtigen Abts Cellach (Brendan Gleeson), der der Abtei von Kells vorstellig ist. Cellach setzt alles daran, Brendan in die Geschäfte eines Abts einzuführen, denn dieser soll einmal die Abtei übernehmen. Brendan interessiert sich aber mehr für die Geheimnisse der Buchmalerei als für die Probleme von Cellach, mit einem gewaltigen Trutzwerk die einfallenden Wikinger abzuwehren.
Während seiner Ausbildung hört Brendan vom Buch von Iona, welches von Bruder Aidan (Mick Lally) bearbeitet wird. Eines Tages sucht Bruder Aidan die Abtei auf, im Gepäck sein legendäres Werk. Er bittet Brendan um Mithilfe, denn seine Augen sind schon altersschwach. Dazu muss sich Brendan aber in den nahe gelegenen Wald begeben, der von vielerlei wundersamen, aber auch gefährlichen Wesen bewohnt wird. Hier trifft Brendan auf das Wolfsmädchen Aisling (Christen Mooney), die ihm eine große Hilfe ist. Gemeinsam spüren sie nach dem mythischen Auge von Collum-Cille, das einer alten keltischen Gottheit namens Crom Cruach gehörte. Zwischen der Konfrontation mit dem uralten Wesen und den angreifenden Wikingern muss Brendan über sich hinauswachsen, will er die Abtei und das Buch von Iona retten…
Hintergrund & Infos zu Das Geheimnis von Kells
Das Geheimnis von Kells (OT: The Secret of Kells) ist eine französisch-belgisch-irische Koproduktion. Sie ist voller Referenzen auf die keltische Mythologie und basiert auf dem mittelalterlichen Buch von Kells (Irisch: Leabhar Cheanannais). Dem Thema gemäß ist der Zeichenstil von Das Geheimnis von Kells den farbenprächtigen Buchmalereien nachempfunden.
In Deutschland hatte Das Geheimnis von Kells seine Premiere auf der Berlinale 2009. Auf dem Internationalen Film Festival in Dublin gewann Regisseur Tomm Moore den Publikumspreis, während der Film in der Kategorie Best Animated Feature Film of the Year für den Oscar nominiert wurde.
Geadelt wurde Das Geheimnis von Kells auch durch die Mitarbeit von Brendan Gleeson, der sich sehr mit den Mythen seiner Heimat identifiziert. So stellte sein Regiedebüt At Swim-Two-Birds, für das er auch das Drehbuch schrieb, eine Auseinandersetzung mit der irischen Folklore dar. (EM)
Mehr Bilder (19) und Videos (2) zu Das Geheimnis von Kells
Cast & Crew
- Genre
- Abenteuerfilm, Fantasyfilm, Klassischer Zeichentrick
- Zeit
- 9. Jahrhundert
- Ort
- Fantasiewelt, Irland
- Handlung
- Abenteuer, Abt, Abtei, Buch, Fabelwesen, Gefahr, Junge, Kloster, Magie, Magische Fähigkeiten, Mauer, Mönch, Phantasie, Verwunschener Wald, Wald, Wikinger, Wolf
- Stimmung
- Geistreich, Spannend
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Kommentare (21) — Film: Das Geheimnis von Kells
Galaxysinger Thu, 02 May 2013 15:36:45 -0000
Kommentar löschenAbsolut bemerkenswertes Stück bewegter Kunst. "The Secret Of Kells" treibt die visuellen Möglichkeiten des Zeichentricks dicht an die Grenzen der Perfektion. Man könnte zufällig in einer beliebigen Szene pausieren, und das Bild als gerahmtes Poster an die Wand bringen. Schlichtheit in perfekter Symbiose mit filigraner Geometrie und meisterhafter Koloration. Ein Augen- und Ohrenschmaus!
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inga2000 Fri, 26 Apr 2013 13:37:03 -0000
Kommentar löschenEin wunderschöner Film. Den hab ich hier gefunden:
http://www.kinderkino.de/blog/allgemein/das-geheimnis-von-kells/
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DieFilmguckerin Tue, 19 Mar 2013 09:11:05 -0000
Kommentar löschenWas für ein wunderbarer Film! In diesem 2010 für den Oskar nominierten Animationsfilm geht es um einen kleinen Jungen namens Brendan, der in einem Kloster mitten im Wald lebt. Diesen hat er allerdings noch nie betreten, denn sein Onkel, der Abt des Klosters, lässt eine gigantische Mauer um das Kloster errichten, die die herannahenden Feinde abhalten soll. Der kleine Junge interessiert sich jedoch mehr für Buchmalerei als für das Bauvorhaben und wird vollends entflammt, als eines Tages der Buchmalermeister Aidan eintrifft. Um Farbe für ihre Malereien zu besorgen, wagt sich Brendan sogar in den Wald.
Die Geschichte des Films ist wirklich ungewöhnlich und interessant, das Besondere an diesem Film ist aber eindeutig die wunderbare Ästhetik und der wirklich außergewöhnliche Stil des Films. Die wunderbaren liebevollen Zeichnungen wirken wie handgemacht und jedes Bild ist gespickt mit Ornamenten und Mustern, so viel Sinn fürs Detail ist wirklich bemerkenswert. Besonderes Augenmerk wurde auch auf die Farbigkeit gelegt, die für die jeweils abgezielte Emotion oder Atmosphäre perfekt abgestimmt ist. Sehr schön gespielt wurde damit in Traumsequenzen und bei Angriffen der Feinde (die übrigens vom Charakterdesign absolut cool und bedrohlich sind, perfekt!), die nur in Rot, Schwarz und Weiß gehalten sind.
Der Film hat auch eine sehr interessante Hintergrundgeschichte, so stützten sich die Filmemacher dabei auf die Geschichte des Book of Kells, das als Meisterwerk der insularen Buchkunst angesehen wird und über dessen Entstehung nur gemutmaßt werden kann und das im Zeitalter der Wikingerüberfälle in Sicherheit gebracht wurde. Im Film ist auch eine Seite des Buches zu sehen. Aus diesem Buch und allgemeinen aus der Kunst der Kelten schöpften die Filmemacher und gaben dem Film eben das Aussehen und die Ästhetik mittelalterlicher Malereien, Kunst und Architektur. Das Ganze wird konsequent durchgezogen, bei den Szenen im Wald kamen teilweise auch Einflüsse aus dem Jugendstil zum Tragen, was den Film wirklich zu einem ästhetischen Highlight macht. Auch eine Gottheit der irischen Mythologie taucht im Film auf, und zwar der Gott der Unterwelt und des Todes Cromm Cruach. Bei der Gestaltung dieses Charakters wurde sich an Tiefseekreaturen orientiert, die Szene seines Auftritts ist auch wirklich toll umgesetzt und sehr unheimlich.
Der Film ist sehr empfehlenswert, ich persönlich habe so eine Ästhetik bisher noch nicht gesehen und bin begeistert.
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Dachsman Sun, 10 Feb 2013 10:30:53 -0000
Kommentar löschenZauberhafter Animationsfilm aus Europa, sagenhaft hübsch animiert und gestaltet, der er trotz seiner kompakten Länge trotzdem schafft seine faszinierende und mitreißende Geschichte zu einem überhasteten Ende zu bringen.
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BrittaLeuchner Thu, 03 Jan 2013 23:46:04 -0000
Kommentar löschenEin großartiger und einzigartiger Film seines Genres, mit einer Unbeirrbarkeit und Reinheit dargeboten, die mehr als nur bestechend, nein da bin ich mir sicher, berechnent im gewählten Stile ist und bei aller Reflektiertheit doch genau diese so köstlich rein in Frage stellt, denn der Film siedelt sich nirgendwo an. Er ist. Traumhaft. Magisch. Schön. Wie oft wünscht man sich solche Filmmomente, wo man glaubt, vieles und seine Wirkung zu kennen, und dann nach wenigen Sekunden anfängt zu begreifen, dass hier etwas neuartiges und wundervolles passiert und mit offenem Mund vor dem Film sitzt. Stark verwundert bin ich bei dieser wahren Filmentdeckung, einem solch kostbaren kleinen Meisterwerk aus einem kleinen Studio darüber, dass sich die Kritiker noch nicht längst darauf stürzten, wo ihnen doch bei derartigen Fundstücken und der Ehre die ihnen bei der Entdeckung solcher dann anheim fällt, das Wasser im Munde zusammen laufen müsste.
Einziger Wertmutstropfen ist für mich: ich mag Gesangseinlagen in Filmen nicht sonderlich, schon garnicht in animierten. Die hier oft kritisierte "flache" Darstellung der Vikinger ist nicht nur verzeihlich sondern gar sehr logisch und konsequent und setzt voraus dass man empathisch den Blickwinkel des Kindes übernimmt, ohne sich zu über alle Maßen darin zu identifizieren, da die Geschichte aus der Sicht des Jungen und der jungen Fee erzählt wird. Die Verflachung ist auch so überspitzt, dass sie keinesfalls als untergeschobene Verflachung der Vikinger als Böses in der Historie unterstellt werden kann.
Wer vor dem Schauen des Filmes mehr darüber wissen möchte, lese bitte den tollen Kommentar von BaltiCineManiac vor 2 Monaten. Dem ist nichts weiter hinzuzufügen. Empfehlung: Sehr sehenswert! Zusatzempfehlung: Ohne jegliche Erwartungen an einen animierten Film genießt sich der Film am besten.
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n0x Thu, 18 Apr 2013 15:33:55 -0000
Antwort löschenIn diesem Falle ist die Gesangseinlage allerdings kein kitschiger Singsang sondern eine Art Beschwörung, um die Katze in die "Astralebene" zu schicken. Kann man verzeihen, oder?
BrittaLeuchner Wed, 24 Apr 2013 10:09:06 -0000
Antwort löschenja kann man :)
denratten Sat, 29 Dec 2012 13:19:53 -0000
Kommentar löschenToll!
Leider aber nur aus dem chrislichen Blickwinkel.
Die alte Religion gibt es nur in Form eines bösen Gottes in einer Höhle im Wald (der aber immerhin noch existiert), der Wikinger (die stärker dämonisiert werden als die Perser in 300) sowie einer Waldfee, die aber hoffentlich auch im Christentum aufgenommen wird.
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Eneb Mon, 24 Dec 2012 19:12:14 -0000
Kommentar löschenWenn möglich: In HD schauen. Die simplen Charakterformen schaffen da eine besonders schöne Spannung zu den Hintergründen.
Auch die Geschichte ist ganz toll. Mal abgesehen von den brutalen Plünderern liegen den Figuren nachvollziehbare Motivationen zugrunde. Eine bezaubernde Geschichte über Menschen die alle nur das Beste wollen, Sicherheit und Lebensfreude.
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C4Rn1f3x Thu, 13 Dec 2012 10:50:01 -0000
Kommentar löschenWundervoller Zeichen-/Animationsstil gepaart mit liebevollen Figuren und einer tollen Geschichte. Empfehlenswert!
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daniel.helmer.7 Tue, 04 Dec 2012 16:13:23 -0000
Kommentar löschenGefiel mir ausgesprochen gut. Toller Soundtrack, stimmige Figuren und ungewöhnliches zeichenkonzept.
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Fu-Jay Wed, 14 Nov 2012 13:47:47 -0000
Kommentar löschenMit etwas weniger Erwartungen hätte ich "The Secret of Kells" sicherlich mehr Punkte geben können. Die Animationen und Bilder sind wahrlich meisterhaft, auch wenn der Zeichenstil auf den ersten Blick etwas schlicht wirkt. Das täuscht jedoch, wie man als Zuschauer schnell feststellt. Was ich an dem eigentlich soliden Film auszusetzen hab ist jedoch nicht sein visueller Stil. Vielmehr ist es die Geschichte, die zwar einzigartig und episch ist, jedoch auch viel zu kurz. Ich hätte Brendan gerne doppelt solange bei seinem Abenteuer zugeschaut. Alles war so schnell vorbei. Schade... "The Secret of Kells 2" dann bitte mit einer Laufzeit von mindestens 120 Minuten!
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jannick.duderino Tue, 13 Nov 2012 17:12:17 -0000
Kommentar löschenMehr! Mehr! Nehme gern jede Empfehlung an!
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Muxi92 Sun, 04 Nov 2012 23:20:28 -0000
Kommentar löschenTolle Animationen, tolle Sprecher und toller Soundtrack, doch trotzdem fühlte sich das ganze irgendwie unvollständig an, als würde ein Teil der Geschichte fehlen...
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Arventus Thu, 08 Nov 2012 15:22:02 -0000
Antwort löschenwollte den auch unbedingt demnächst gucken, bist du auch zufällig durch DVDKritik drauf aufmerksam geworden?
Muxi92 Thu, 08 Nov 2012 17:18:35 -0000
Antwort löschenNee über moviepilot, die hatten hier glaube ich neulich mal ein Gewinnspiel zu dem Film.
adamma Sat, 03 Nov 2012 14:44:53 -0000
Kommentar löschenWer Prinzessin Monononke liebt, wird auch diesen Film sehr mögen. Er ist vielleicht nicht ganz so mitreißend, aber man merkt wieviel Liebe und Unschuld dahintersteckt. Wunderschöne Bilder und eine inspirierende Geschicht!
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j1mbojones Mon, 03 Dec 2012 02:05:38 -0000
Antwort löschenDefinitiv Nicht!
BaltiCineManiac Thu, 25 Oct 2012 20:06:11 -0000
Kommentar löschen₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪
„Ich durchlebte viele Zeitalter, ich sah die Welt durch die Augen des Lachses, des Rehs und des Wolfes, ich sah die Wikinger über Irland herfallen und wie sie alles zerstörten. Ich sah die Menschen unter der Finsternis leiden, doch ich sah auch Schönheit erblühen an dem verwundbarsten Ort. Ich sah das Buch, das Buch, das die Finsternis in Licht verwandelt.“
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Das tatsächlich existierende Buch von Kells ist eines der bedeutendsten literaturhistorischen Kunstwerke und gilt als Meisterstück der zum Beginn der Christianisierung Westeuropas in Irland erblühenden insularen Buchmalerei, betrieben von keltischen Mönchen. Es beinhaltet reich mit Ornamentik verziert und ausgeschmückt die vier Evangelien unter Zuhilfenahme traditioneller keltischer Muster. Zur Zeit der Wikingereinfälle wurde es in der Kathedrale des namensgebenden Klosters bewahrt. Man sagte ihm damals nach, dass es das Werk von Engeln sein müsse.
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Mönche waren es also, die am westlichen Rand Europas vor mehr als 1000 Jahren begannen, Geschichte und Geschichten zum besseren Verständnis in Bildern zu erzählen. Der irische Zeichentrickkünstler Tomm Moore vom kleinen Animationsstudio Cartoon Saloon schlägt nun einen Bogen von der Vergangenheit ins Heute, pfeift auf gängigen Zeichentrickkonventionen und kopiert detailliert den ikonenhaften, Figuren vereinfachenden, wandmalereiartig-zweidimensionalen Stil des berühmten historischen Buches (sowie ganz allgemein der insularen Buchmalerei) mit all seinen damaligen Fehlern, Eigenheiten, Ornamentik, Rundbögen- und Panoramaansichten, falschen Winkeln und Perspektiven, um seine ganz eigene filmisch fließende, fiktionale Bildergeschichte über eben dieses Buch zu erzählen.
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Herausgekommen ist nicht weniger als eines der traumschönsten Zeichentrickmeisterwerke der letzten Jahre, in seiner tricktechnischen Konzeption zwar etwas gewöhnungsbedürftig aber trotzdem (oder gerade deswegen) in jeder Sekunde atemberaubend. Moore verwebt in seinen Zeichnungen gekonnt das Klosterleben irischer Mönche mit den noch nicht ganz verschwundenen Mythen der Keltenzeit, die Buchkunst der Klosterbrüder mit der archaischen keltischen Symbolik, die christliche Lebensauffassung mit der naturnahen irischen Sagenwelt und legt über alles die dunkle Bedrohung durch die Wikingerhorden. Anhand des jungen wissbegierigen Novizen Brendan lässt er den Zuschauer dessen damalige Welt auch außerhalb der Klostermauern entdecken und mahnt ganz allgemein zur fortwährenden Erweiterung des Wissens und des Horizonts (schon mal mit Ungehorsam und dem Bruch mit Konventionen einhergehend), beschwört die Kraft des Bildes und des Wortes als ewigen Quell von Weisheit und wirksamstes Schwert gegen Tyrannei und Dunkelheit.
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Um den kleinen, von der Außenwelt jenseits der Klostermauern etwas eingeschüchterten Brendan aber auf den richtigen Weg zu bringen und ihm Mut zu geben, bedarf es des mystischen, gar elfenhaften keltischen Wolfsmädchens Aisling, einer Sagengestalt, die dem untergegangenen Volk der Túatha Dé Danann nahe steht und von der auch der obige Anfangsmonolog stammt. An dieser Stelle schadet es definitiv nicht, wenn der Zuschauer weiß, dass Aisling (gesprochen Aischling, Vorläufer des bekannten weiblichen Namens Ashley) eigentlich gar kein Personenname in dem Sinne ist, sondern im Irischen im weiteren Sinne eine poetische Stilrichtung bezeichnet, die sich zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert herausbildete, und im engeren Sinne für eine Art sagenhafte Musengestalt, eine personifizierte Traumvision steht, die den auf der Suche nach Inspiration durch Wald und Wiesen wandernden Dichter in Form einer jungen, schönen Frau heimsucht. Somit ist die Figur des Wolfsmädchens und ihre Einflussnahme auf die weiteren Geschehnisse wie auch die Vervollständigung des Buches auf verschiedenste Art interpretierbar und sicherlich das poetische Kernstück dieser Trickfilmperle. Aber damit hat es sich noch nicht mit irischer Dichtkunst. Die Katze, die den aus dem schottischen Iona vor den Wikingern geflüchteten Bruder Aidan begleitet, trägt den Namen Pangur Bán, der ebenso der Titel eines bekannten keltischen Gedichts über die Katze eines irischen Mönches ist, das in Gälisch kurz während des Abspanns rezitiert wird.
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Wuchtig. Archaisch. Lichtdurchflutet. Düster. Naturnah. Poetisch. Mystisch. Kunstvoll. Lebensfroh. Traurig. Melancholisch. Humorvoll. Wunderschön. All diese Eigenschaften vereint Tomm Moore zu einem farbdurchfluteten Bildkaleidoskop aus wunderbaren, der Buchmalerei irischer Mönche entstammenden Details, in das er seine Geschichte zu betten weiß, unterstützt durch einen wahnsinnig dynamischen Schnitt und der wunderbar passenden Filmmusik des französischen Komponisten Bruno Coulais. Bei der grandiosen Bild- und Splitscreenmontage des wohl dunkelsten Kapitels des Films, in dem die Wikingerhorden in blutrot getränkten, düster-stilisierten Lichtschattenbildern gegen das Kloster anrennen (auch hier nicht die Bildgestaltungskunst irischer Mönche außer Acht lassend), fühlt man sich unweigerlich an sowjetische Großmeister wie Sergej M. Eisenstein und ihren assoziativen Schnitt erinnert. Und ganz leise weiß der irische Regisseur auch noch seinen großen Vorbildern aus der europäisch-asiatischen Trickfilmgeschichte zu huldigen, denn Aisling erinnert – mal ganz abgesehen von den Wölfen – mit ihrer beschützenden Naturverbundenheit und in einigen ihrer Bewegungen an Hayao Miyazakis Prinzessin Mononoke, der Geist, den Aisling in der Turmszene aus der Katze heraus beschwört, schwebt durch die Gänge als weiße Inkarnation des Schwarzen Kaninchens aus „Unten am Fluss“ von Martin Rosen und wer bei der Figurengestaltung des Bruders Aidan, der schon mal gerne auf Bäume steigt, um an die Zutaten für seine Farben zu kommen, nicht unweigerlich an Miraculix aus den Galliergeschichten von Albert Uderzo und René Goscinny denkt, dem ist auch nicht mehr zu helfen.
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Schlussendlich kann man diesem magischen Zeichentrickkunstwerk – trotz seines einzigartigen Stils sowie einer Oscarnominierung noch immer recht unbekannt und jetzt erst in Deutschland auf DVD erschienen – das Gleiche attestieren, was einst dem berühmten Buch von Kells nachgesagt wurde: Wie von Engeln erschaffen! Drum schaut selbst und tragt die Kunde hinaus in die Welt, dass der beste und schönste Trickfilm des Jahres 2009 nichts mit bunten Luftballons zu tun hat. Oder wie Aisling singen würde: You must go where I can not …
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sweet_angel6892 Sun, 28 Oct 2012 23:23:16 -0000
Antwort löschenWow!!! Was für ein wunderschöner TexT!!! :) Den Film hast du ja bis ins kleinste Detail analysiert und wissen tust du offenbar auch sehr viel über das Buch von Kells und die keltische Vergangenheit :) Einfach großartig! Respekt!!
Alle 3 Antworten zeigen
BaltiCineManiac Sun, 28 Oct 2012 23:52:00 -0000
Antwort löschenDanke! :) Nun ja, mehr als rudimentäres Allgemeinwissen und ein kleines Faible für diese Epoche hab ich bezüglich der Kelten und des Buches auch nicht gehabt, aber man kann sich ja nach Sichtung des Films belesen, um die künstlerische Konzeption zu verstehen, die dahintersteht. ;)
Nikolaus117 Wed, 21 Nov 2012 18:31:15 -0000
Antwort löschenWow ! Du solltest Kritiker werden!
annaberlin Tue, 16 Oct 2012 09:09:48 -0000
Kommentar löschenWunderschöner, magischer, mythischer Animationsfilm, dem Pixar&Dreamworks nichts vormachen können. Mit seinem ganz eigenen Animationsstil, einem magischen Drehbuch und schönen Score hat mich Das Geheimnis von Kells überzeugt.
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Miami Twice Sat, 13 Oct 2012 16:09:43 -0000
Kommentar löschenEs braucht nicht immer moderne Animation um zu überzeugen. Der Film hat irgendwie was wenn ich auch Pixar und co. vorziehe.
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Selcarnor Sat, 11 Aug 2012 19:31:22 -0000
Kommentar löschen>Das Geheimnis von Kells<. Donnerwetter. War das ein schöner Zeichentrickfilm und meine damit ein wirklich, wirklich schöner Zeichentrickfilm. Normale Worte reichen kaum aus um die Magie, die rätselhafte Atmosphäre und die Brillanz dieses Werkes zu beschreiben. Eine poetische, märchenhafte und einfach mitreißende Erzählung, die ich so noch nie erlebt habe.
1. Animation
Wie Bilder von Wandteppichen oder Illustrationen von Büchern aus dem Mittelalter. Minimalistisch und gleichzeitig ungeheuer kunstvoll und mit sehr viel Würde. Manche Szenen sind wahre Augenweiden. Die Bewegungen ungeheuer dynamisch, wie das sich bewegende Haar von Aisling, das mich an fließendes Wasser erinnert hat oder die Nebel- oder Gasschwaden. Dazu benutzte man hier etwas, was ich heute sehr oft vermisse: Ästhetik. Äußerst viel Ästhetik sogar.
2. Musik
Der Soundtrack ist mythisch, alteuropäisch, oft mit irischen Anleihen und ganz einfach eine wundervolle Kost an die Ohren und tut seinen wichtigen Beitrag zu der ungeheuren Anziehungskraft des Films. Allein schon das Lied von Aisling ist ein absolutes Highlight, mit einem beruhigenden, nicht genau zu erfassenden Klag, der zum Träumen einlädt.
3. Inhalt
Im frühen Mittelalter. Die Wikinger plündern und brandschatzen Europa. Nichts scheint ihrer Wut und ihrer Gier Einhalt gebieten zu können.
Ein einzelner Abt nimmt Flüchtlinge in seiner Siedlung Kells auf und baut um sie herum eine riesige Mauer, denn so hofft er die Nordmänner aufhalten zu können. Sein Ziel ist es die Zivilisation zu retten, doch wenn es nach ihm ging sollten alle beim Bau und beim Weiterkommen helfen. Das Schreiben und illustrieren hat er schon lange aufgegeben und umso wütender ist er auf seinen Neffen, der sich dennoch dafür interessiert.
Als ein alter Freund des Abts Kells erreicht, beginnt für diesen Jungen namens Brendan eine märchenhafte Reise, bei der es darum geht ein Buch der Hoffnung zu vollenden und der Weg dahin erinnert wirklich ein edles Mythos.
Allerhand witzige Gestalten tummeln sich in der Geschichte, ohne aber vollkommen irre zu wirken wie gewisse Nebencharaktere in Disneyfilmen. Besonders hervorzuheben ist die Elfe Aisling, die in ihrem Wald für ein paar der schönsten Momente sorgt und deren Freundschaft mit Brendan ehrlich und nicht gestelzt rüberkommt.
Tja und bei den Wikinger hat man es geschafft wirklich mal wieder furchteinflößende Bösewichter zu präsentieren, die man nicht häufig sieht, aber immer bedrohlich in der Ferne lauern, mit dem Wissen, dass sie kommen werden. Und wenn sie dann ins Bild treten sind sie geradezu dämonische Erscheinungen.
Die einfache und genau deswegen so großartige Geschichte ist herrlich erzählt, mit viel Wärme und beim Schauen kommt ein Feeling hoch, dass einem ins Geschehen spült und man glaubt oft tatsächlich, hier eine alte Saga vor einem zu haben, das von einem überirdischen Wesen mit glockenheller Stimme vorgetragen wird.
Der Film hat so seine heiteren, seine faszinierenden, seine spannenden, seine härteren und auch seine finsteren Szenen, die zusammen ein Gesamtpaket liefern, das ich spontan mit einer Skulptur vergleiche in die der Künstler seine gesamte Seele hinein gemeißelt hat und die nun eine Aura der Unantastbarkeit ausstrahlt (ich habs mal wieder mit schlechten Vergleichen).
4. Fazit
Ein mächtiger und wuchtiger kleiner Film, der etwas hat, was vielen anderen Filmen fehlt. Er hat eine Persönlichkeit und ein Herz und dies merkt man sofort.
Wie gesagt. Schön. Einfach fantastisch schön. So schön, dass ich manchmal den Tränen nahe war.
>Das Geheimnis von Kells< ist mit kaum etwas zu vergleichen, was animationstechnisch aus den USA kam. Nicht mal Pixar erreichte die Qualität hiervon. Eine unbedingte Empfehlung.
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lastadiel Wed, 12 Oct 2011 20:27:51 -0000
Kommentar löschenDer tollste Trickfilm aller Zeiten! Und der erste, bei dem ich bereue, dass ich ihn nicht als Kind sehen konnte... Sensationell, und aus einem ganz kleinen Studio. Unbedingter Anschaubefehl!
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doctorgonzo Wed, 12 Oct 2011 22:07:59 -0000
Antwort löschenInteressant. Jetzt hast Du mich neugierig gemacht. Was ist denn der Reiz an diesem Werk?
Ischtar Fri, 28 Oct 2011 21:11:12 -0000
Antwort löschenich bin jetzt auch neugierig!
Fialar Sat, 22 Jan 2011 22:20:40 -0000
Kommentar löschenIch fand den Film toll.
Wunderbarer Stil. Ich war fasziniert von der Kombination dieser einfachen Comiczeichnungen mit den Bildern aus dem Buch, hat wunderbar geklappt. Der Film erzählt eine einfache aber sehr schöne und auch dramatische Geschichte und bietet so Einiges.
Ein echt schöner Film, und ich finde nicht dass es in den letzten Jahren viele Zeichentrickfilme gab über die man das so sagen kann.
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BlancheNeige Wed, 05 May 2010 19:20:05 -0000
Kommentar löschenDieser Film braucht definitiv mehr beachtung! Leider nur auf Englisch und Französisch vorhanden, aber ich bin eigentlich erleichtert das keine schrecklichen Deutschen Synchros über die wundervollen Stimmen gepatscht wurden.
Ich hab noch nie von ihm gehört bis zum heutigen Tag und muss sagen alle Achtung! Die Animation schlägt Disney in manchen Punkten wirklich um längen...
Ich bin einfach nur begeistert :) Unbedingt suchen und ansehen! Hab feststellen müssen die DVD's sind rar...aber es lohnt sich zu suchen.
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