Der Mieter

Le Locataire (1976), FR/US Laufzeit 125 Minuten, FSK 18, Horrorfilm, Thriller, Kinostart 08.10.1976

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7.8
Kritiker
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31 Kommentare
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von Roman Polanski, mit Roman Polanski und Isabelle Adjani

Trelkovsky, ein schüchterner kleiner Angestellter polnischer Abstammung, bewirbt sich um eine heruntergekommene Pariser Altbauwohnung. Die Vormieterin, eine junge Frau namens Simone Choule, hat sich kurz zuvor aus dem Fenster des im vierten Stock gelegenen Appartements gestürzt. Die mürrische Concierge führt Trelkovsky zu Monsieur Zy, dem Vermieter. Der griesgrämige alte Herr ist durchaus von ihm angetan, kann ihm den Mietvertrag aber noch nicht geben, denn Simone Choule lebt noch. Trelkovsky besucht die mit dem Tode Ringende im Krankenhaus. Von Kopf bis Fuß ist sie in Verbände gehüllt, nur ein Auge und der Mund, in dem ein Schneidezahn fehlt, sind sichtbar. An ihrem Bett begegnet Trelkovsky Stella, einer Freundin Simones. Ein bis ins Mark erschütternder Schrei der Sterbenden vertreibt die beiden Besucher schließlich. Nach Simone Choules Tod bezieht Trelkovsky ihre Wohnung. Seine neuen Mit-Mieter sind allerdings nicht allzu glücklich über den Neuankömmling. Schon bei seiner Einweihungsparty beklagen sie sich über den Lärm. Um den beständigen Anfeindungen der Nachbarn zu entfliehen, verkriecht sich Trelkovsky zunehmend in die Abgeschiedenheit seiner neuen Wohnung, wo er von Simones Hinterlassenschaft umgeben ist. Doch dort geht es Trelkovsky auch nicht gut: Ein Fieberanfall und das Klima der Isolation sowie sein Mangel an Selbstvertrauen stürzen den neuen Mieter in eine schwere Persönlichkeitskrise. Er besorgt sich eine Perücke und Stöckelschuhe und posiert in Simones Kleidern vor dem Spiegel. Als ihm plötzlich bewusst wird, was er tut, wittert er ein heimtückisches Komplott seiner Mit-Mieter, das ihn zwingen soll, die Identität Simone Choules anzunehmen.

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler

Kritiken (6) — Film: Der Mieter

Oceanic6: CinemaForever

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9.0Herausragend

Es ist verblüffend, mit welch einer Leichtigkeit Polanski die Hilflosigkeit eines in die enge getriebenen jungen Mannes schildert und verkörpert. Und was machen wir Mitmenschen? Wir wollen/können diesen Mann nicht verstehen. Ein schockierender Film, der einem auch noch heute die Nackenhaare zu Berge stehen lässt und zutiefst berührt. Und jetzt erst mal wieder tief durchatmen, denn das habe ich die letzten zwei Stunden irgendwie komplett vergessen.

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Flibbo: Wie ist der Film?

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6.0Ganz gut

[...] Ohne weiteres könnte die Geschichte eine Kafka-Verfilmung sein; tatsächlich basiert sie auf einem französischen Roman. Weil Erklärungen völlig ausbleiben, kann man den Film nur als Symbol lesen. „Der Mieter“ beschreibt das Außenseiterdasein, den Gruppenzwang, das unter dem (passiven) Druck der Gesellschaft zusammenbrechende Individuum, vielleicht als Parabel auf Ausländerfeindlichkeit, auf alle Fälle als immer wiederkehrendes Phänomen. Diese überspitzte Perspektive des sich nicht willkommen fühlenden Fremden trichtert Polanski dem Publikum bewusst unbequem ein, zu ausschweifend, dafür mitunter hübsch verstörend.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

SoulReaver: CinemaForever

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8.5Ausgezeichnet

[...] 'Der Mieter' zieht uns in eine Welt, in der wir Halluzinationen und Realität im schizophrenen Zwang vermischen. Genau wie Trelkovsky, werden wir auch in Anbetracht der Lage immer paranoider. Sind wir mitten in einer Verschwörung? Verfällt unser Protagonist langsam dem Wahnsinn und verzweifelt an sich selbst? Oder ist alles nur eine zwanghafte und manipulative Illusion? Zweifel an allem und ganz besonders an sich selbst sind durchgehend gegeben. Polanski zeigt uns mit bedrängenden, ruhigen und tragischen Mitteln, wie sich Menschen verändern können. [...]

Kritik im Original 21 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Hitmanski: It's just a film, Reihe Sie...

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7.5Sehenswert

"The Tenant" offenbart zwar einige Abnutzungserscheinungen der Konzeption von Polanskis "Mieter"-Trilogie, bleibt dabei aber trotzdem ein verstörend-fesselndes Stück Thriller-Geschichte und hat seine Stellung im Schatten bekannterer Werke des Regiesseurs nicht verdient. Unangenehme und harte Kost, aber klare Empfehlung!

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Kubrick_obscura: CinemaForever

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7.5Sehenswert

Die Parallelen zu "Rosemaries Baby" sind unübersehbar. Auch hier haben wir es mit einer Verschwörung der Nachbarschaft zu tun. Wieder einmal muss bei Polanski das Bürgertum für allehand Schrecken herhalten. Doch wo "Rosemaries Baby" ein Genrefilm war, der klare Grenzen kannte und sich auf die Gut-Böse-Dialektik zwischen Gott und Teufel verließ, so ist "Der Mieter" viel undurchsichtiger. Schwieriger zu greifen. Der Schrecken ist nicht verortbar, weder in der Mystik, noch der Nachbarn oder der Paranoia des Protagonisten, der übrigens ganz hervorragend von Polanski selbst gespielt wird. Zwar strotzt dieser Film vor Symbolen und Verweisen, aber eine Entschlüsselung ist kaum möglich. Den Film sollte man genießen und sich von der wirklich beklemmenden Atmosphäre packen lassen. Für die beeindruckenden Bilder sorgte übrigens kein geringerer als Sven Nykvist.

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peter-noster: Mostly Movies

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9.0Herausragend

Einer der unheimlichsten und beklemmendsten Psychothriller der Filmgeschichte mit sehr verstörenden Bildern, wie sie nur Polanski inszenieren kann.

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Kommentare (25) — Film: Der Mieter


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Prechtl

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ich habe zu diesem tollen Film folgende Fragen: Wieso hat die Frau, die sich ihm vorstellt, eine missgebildete Tochter, obwohl es laut Madame Dioz ein Junge ist? Was machen die Menschen stundenlang regunslos auf der Toilette? Was macht der Zahn im Loch in der Wand? Weshalb wacht Trelovsky eines Morgens mit blutigem Mund und zweitem Zahn in der Wand auf?
Falls sich jemand damit beschäftigt hat, bitte um Antworten!

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jacker

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Mein Lösungsansatz dazu: Trelkovsky driftet im laufe des Films immer mehr in einen Wahnzustand, in dem er nicht mehr zwischen Traum, Realität und Einbildung differenzieren kann. Und sommit ist das (bewusst) vollkommen uns überlassen die Antworten darauf zu finden, bzw. uns zu entscheiden was davon echt/unecht ist.

Vielleicht gibt es aber auch ganz viele versteckte Hinweise, die ich beim einmaligen Sehen übersehen habe?!


RickyRidiculous

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Am Anfang ein wenig träge und kommt schlecht in Fahrt. Dafür das Ende umso besser.
Ich hätte auch einen anderen Schauspieler als Polanski selbst für die Hauptrolle bevorzugt. Es fällt mir schwer, Sympathie für ihn aufzubauen. Allerdings kann er gut geisteskrank spielen :)

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Pyro 91

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Spoiler!
-

Immer wenn dieser Film zu Ende geht, habe ich das Bedürfnis meine Wohnung zu verlassen, unter Leute zu gehen und vielleicht erst mal einen Schluck Tee zu drinken, um wieder runterzukommen.
Polanski weiß, wie man Paranoia und Zweifel im Zuschauer sät und er macht uns zu seinem Komplizen. Wir sympathisieren mit der Hauptfigur und doch sehen wir manchmal aus neutraler Erzählerperspektive, dass Trelkovsky (von Polanski selbst gespielt) Dinge sieht, die eigentlich gar nicht da sind.
Wiederholt werden Spiegel und dunkle Gänge gezeigt, die scheinbar etwas enthüllen wollen, aber eigentlich nur dazu sind, um den Zuschauer noch paranoider zu machen.
Viele Szenen haben Alptraumqualität und ich bekomme schon Gänsehaut, wenn ich nur an sie denke. Wiederholt sehen wir z.B., dass Trelkovsky nachts seine Nachbarn von seinem Fenster aus beobachtet, wie diese bewegungslos und stumm in dem Raum stehen, wo das Geimeinschaftsklo ist.
Später geht Tralkovsky auch dort hin, um sich umzusehen, blickt zu seiner Wohnung hinüber und sieht sich selbst am Fenster stehen. Wieder angekommen in seinem Apartment, wirft er erneut einen Blick aus dem Fenster und sieht die Frau aus dem Krankenhaus im Gemeinschaftsklo, die sich ihre Bandagen vom Kopf abwickelt und einen irren Blick enthüllt.
Ein anderer WTF-Moment war der, wo Trelkovsky aus dem Fenster blickt und seinen (Frauen)-kopf wiederholt hoch und runter fliegen sieht.
Zu erwähnen sind sicher auch noch alle Momente, in denen wir Trelkovsky in Frauenkleidern und Make-up im Gesicht im Dunkeln sitzen sehen, ein paar Wortfetzen vor sich hinmurmelnd. Einfach nur verstörend.
Überhaupt mutet die Eröffnungsszene schon gruselig und unangenehm an, mit dieser jazzigen, verdammnisankündigen Musik und der langen Kamerafahrt über das abgeschmackte, unheimliche Mietshaus, wodurch wir einige Bewohner, die aus den Fenster sehen, schemenhaft erkennen können.
Nicht zu vergessen das große Finale mit dem zweifachen Fenstersprung und der Szene im Krankenhaus, die den Kreis wieder schließt.

Als Psychothriller funktioniert "Der Mieter" daher hervorragend, da das langsame (aber nicht langweilige!) Erzähltempo eine glaubwürdige Realität etabliert, die dann im Laufe der Handlung immer mehr auf den Kopf und in Frage gestellt wird.
Es war auch eine gute Entscheidung von Herrn Polanski sich selbst zu casten. Er mag zwar nicht der beste Schauspieler sein, aber für diese Rolle liefert er eine erinnerungswürdige Performance ab, die fasziniert und anziehend als auch abstoßend wirkt. Und wer könnte besser geeignet sein, einen gejagten, gesellschaftsfürchtigen Mann zu spielen, als er selbst?
In der letzten halbe Stunde erreicht Polanski Abschluss der Mietertrilogie dann eine Intensität, wie ich sie selten erlebt habe.
Filme, in denen Leute ihren Verstand verlieren und nicht mehr zwischen Realität und Fiktion unterscheiden können, machen mir immer am meisten Angst, da damit Kontrollverlust und Verwundbarkeit einhergeht. Wenn ein Axtmörder vor der Tür steht, dann ist die Angst wenigstens greifbar und möglich zu eliminieren. Bei einer gestörten Wahrnehmung hingegen, ist man verloren und kann nicht mal sich selbst trauen.

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jacker

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Bewertung9.0Herausragend

Das finale Adventstürchen geht auf und raus kommt eine (seit der Horror-Top-100 nicht mehr ganz so) versteckte Filmperle.

Ich bin Trelkovsky!
Ich habe eine neue Wohnung gefunden.
Mein Vermieter hielt mich für aufgeweckt.
Er hat recht, denn: ich BIN Trelkovsky!
Ich feiere den Einzug mit meinen Freunden
Wir sind zu laut und ich habe Glück nicht rauszufliegen!
Ich gehe arbeiten!
Ich mag Kaffee!
Ich rauche Gauloisses Blau!
Ich gehe ins Kino, was ich sehe ist egal, das Mädchen neben mir interessiert mich mehr!
Ich sage ihr nicht wer ich bin.
Aber ich weiß es.
ICH bin Trelkovsky.
Ich bin "Der Mieter"!

..die Realität erscheint mir merkwürdig..

Was starren diese Leute?
Wer sind Sie eigentlich?
Habe ich mich richtig verhalten?
Was ist das für ein Loch hinter dem Schrank?
Warum stehen die da drüben so lange?
Ach, ich bilde mir etwas ein, ich bin Trelkovsky !! (?)

...sie verschwimmt...

Wer bin ich noch mal? (Trelkovsky!?)
Wer seid ihr alle?
Was wollt ihr von mir, ihr verfolgt mich (Sie?!) doch?
Existiert ihr überhaupt?
Lebe ich mein Leben (ihr Leben?! Euer Leben?!)?
Bin ich Trelkovsky, wer ist denn Trelkovsky (Simone Choule?)?
Wer ist das, wer ist Sie, wer bin ich (Sie!)?
Marlboro, oder Gauloisses Blau?
Kakao, oder Kaffee?

Wer ist "Der Mieter"?

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lieber_tee

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9 Punkte für Scheiße vor der Haustür, Schnuckelchen Adjani und einen famos spielenden Polanski.


jacker

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...und für eine grandios intensive Atmosphäre! Merry Christmas übrigens :)


TheRubiCube

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Uaah.. puh. Was für ein Schlag.. ich bin noch etwas sprachlos..
Die Geschichte um Trelkovsky, den introvertierten und ängstlichen Gutbürger, der im Laufe der Handlung mehr und mehr gegen seinen eigenen Verstand kämpft, in andauernden Wahngedanken der Paranoia an seine Nachbarn, hat mich bis zum heftigen Schluss nicht losgelassen. Tut es eigentlich auch jetzt nicht.
Die beunruhigende Atmosphäre und die Entwicklung des (von Polanski wunderbar gespielten!) Trelkovsky haben auf mich sehr glaubwürdig und stets passend gewirkt, nie übertrieben, nie erzwungen.
Der Horroraspekt hat bei mir seine volle Wirkung erzielt, optisch, als auch durch den Soundtrack (der allerdings an einigen Stellen dunkler hätte sein dürfen), die ''Schockbilder'' bzw. -szenen waren präzise platziert und haben ihren Teil zur Entwicklung des verstörenden Elements in der Handlung beigetragen. Mir war teilweise wirklich unwohl, die verschwommenen Wechsel zwischen Halluzination und ''Realität'' aus der Perspektive des Trelkovsky sind fieberhaft und ich konnte selten die Art der nächsten Szene auch nur erahnen, man tritt Schnitt für Schnitt mit derselben Unsicherheit und Ängstlichkeit durch die Bilder.'
Letztlich hätte ich mir noch mehr dieser Fiebertraum-Einstellungen gewünscht, Polanski leistet hier ganze Arbeit!
Weiterhin wäre ein weniger auf Erklärbär gestufter Rahmen wunderbar gewesen, zu Beginn hätte er außerdem früher an Tempo in der Erzählweise zulegen können, für mich wäre der Film dadurch nah an eine Höchstbewertung gestiegen.

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Dr. Venkman

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Bewertung9.0Herausragend

Eine unglaublich beklemmende Atmospähre...schluck, Augenlid zuck

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ElMagico

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Hätte der Film 25 Minuten eher ein Ende gefunden, oder noch besser: hätte er gar keins gesucht, diese Formelhaftigkeit aussen vor gelassen...dann würde hier mindestens eine 9 zu Buche stehen. Leider drückte der Versuch, dieses mystische Durcheinander dann doch noch irgendwie erklären zu wollen/müssen, diesem oft pathetischen aneinanderreihen von seltsamen und angsteinflössenden Momenten in einem kafkaesken Szenario ein abschliessendes Ende zu verleihen, dann doch den Gesamteindruck.
Denn bis dahin war "Le locataire" eine verwirrende und fesselnde Angelegenheit, obwohl gerade die Horror-Elemente sehr plakativ eingebunden wurden. Der Film zog aber viel seiner Faszination aber eben daraus, dass man wenig wirkliche Anhaltspunkte hatte, selten wirklich sagen konnte wo die Geschichte hingehen wird, was hier wirklich passiert und ähnlich wie Trelkovsky tappt man oft im Dunkeln, entwickelt Vermutungen, welche doch nicht Wahr sind, oder eben doch.
Immer wieder schimmern "Repulsion" und "Rosemarys baby" durch, auch an "Psycho" denkt man kurz einmal, aber all das führt eigentlich nur in die Irre, gaukelt einem etwas vor, dass es so gar nicht gibt. In seinen besten Momenten ist "Le locataire" ein stilvoller Trip, ein hin- und herspringen zwischen Realität und Wahnsinn. In seinen schlechten Momenten will er all das aber leider in eine feste Form gießen.
Und trotzdem ist "Le locataire" ein beeindruckender Film, der über weite Strecken mutig, von seiner Machart intelligent und stilvoll ist und dazu eine enorme Wirkung beim Zuschauer erzielen kann. Dieses Gefühl kann er nicht ganz ins Ziel retten, weit über dem Durchschnitt bewegt sich "Le locataire" dennoch.

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lieber_tee

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MEISTERWERK!


SoulReaver

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Glaub ich aufs Wort!


kraproom

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Schon jemandem aufgefallen das es sich bei diesem Film um eine Zeitschleife handelt?
Warum schreit die einbalsamierte Person im Krankenkaus so unerträglich - weil er sich selber sieht!
Das wird einem selbstverständlich erst in den letzten Sekunden des Films klar. Und das ist auch ein durchgängiges Problem des Films: Die eigentliche Geschichte wird einem erst allmählich und bruchstückhaft klar. Und bis zum Ende zieht sich der Film manchmal etwas zäh. Die diversen eingestreuten Mystery/Horror Elemente ( Auffinden eines Zahns in der Tapete, Mitbewohner die in der Toilette stundenlang ägyptische Hieroglyphen betrachten etc.) verwirren eher als dass sie einem weiterhelfen, Sinn ergeben sie auch am Schluss noch nicht. "Der Mieter"ist so ziemlich der sperrigste und ungemütlichste Film Polanskis, eigentlich bleibt alles unerklärt und der Deutung des Betrachters überlassen. Die Geschichte an sich ergibt aber zum Schluss absolut einen Sinn, und der lässt einem einen kalten Schauer über Rücken laufen, man muss nur bis dahin warten.

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U-Turn

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Bewertung7.0Sehenswert

Nicht schlecht. Qualität wie man es von Polanski gewohnt ist. Im 70er Jahre stil. Vom Genre her aber nicht so mein Ding.

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Marti DiBergi

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"What right has the head to call itself me?"
Im Gegensatz zu dem thematisch ähnlichen "Rosemarys Baby"sind hier die Nachbarn nicht viel zu nett, sondern einfach abstoßend. Der schüchterne Man, der in eine Wohnung einzieht, welche durch einen Selbstmord frei geworden ist, sieht sich bald von Feinden umringt. Polanski gelingt es durch Regie und (eigene) Darstellung, die Paranoia und anfeindung mit der Umwelt effektiv auf die Leinwand zu bringen. Der Wahnsinn schleicht sich ganz ungemerkt ein, und überfällt uns dann genause wie den Mieter mit voller kraft. Das Ganze überschreitet zwar hin und wieder die Grenze zur Lächerlichkeit, aber zumeist ist es schlichtweg packend. Ich persönlich fand es schade, dass das okkulte Element so wenig Gewicht hat. Trotzdem ist der Film ein sehr spannender mix aus Thriller und Drama, bei dem Polanski es schafft, den Zuschauer in die Lage eines Mannes zu versetzen, der gar nicht weiß wie sehr er überhaupt noch er selbst ist.

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Azazil

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Bewertung6.0Ganz gut

Deutlich schwächer als sein Vorgänger "Ekel". Der Großteil des Films ist einfach zu langweilig, zu öde, zu belanglos um überzeugen zu können. Es fällt einem auch zunächst schwer großartige Sympathien für den Hauptcharakter aufzubauen, wenn er das Leid der Freundin seiner Vormieterin letztlich ausnutzt um sich an sie heran zu machen. Vielleicht gehts da auch nur mir so oder ich übersehe was. Aber auch die Story an sich kann nicht vollends überzeugen. Die Auswüchse seiner Paranoia, die Darstellung von Wahnvorstellungen und die Inszenierung fällt mir etwas zu schwach aus. Vielleicht bin ich da auch von neueren Filmen dieser Art einfach verwöhnt, andererseits macht "Ekel", der noch 11 Jahre älter ist, diese Dinge deutlich besser.

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adamma

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Habe den schon vor Jahren gesehen uns muss trotzdem immer noch ab und zu an ihn denken, wenn ich durch unser dunkles Treppenhaus gehe. Sehr unangenehm. ein durchweg eindruck hinterlassender Thriller, so düster und beklemmend.

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ihre-herrlichkeit

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Bewertung6.5Ganz gut

Der schwächste Part der Mieter-Trilogie von Polanski, dennoch für sich stehend und geschmückt mit einer morbiden Atmosphäre ist er durchaus kurzweilig. Als Horror würde ich diesen Film aber keinesfalls betiteln, höchstens als Thriller. Einige Spannungsmomente hätten besser ausgefeilt werden können, denn die Relevanz bestimmter Szenen wurde nicht immer hervorgehoben und erst spät erkannt.

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movie-studi

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Bewertung5.5Geht so

Ich glaube, ich könnte dem Film weit mehr abgewinnen, wenn Polanski himself nicht die Hauptrolle übernommen hätte. Die Story wird behutsam aufgebaut, die Gefahr ohne Effekthascherei und fast im Vorbeigehen beschrieben, bis sie urplötzlich im Mittelpunkt steht. Und genau dieses Urplötzliche wirkt m.M. nach zu aufgesetzt. Dazu kommt eben das ungelenke Spiel Polanskis, der darstellerisch in die tiefsten Tiefen der Psycho-Klischeekiste greift und nicht selten unfreiwillig komisch daherkommt. Tolle Bilder, schön düster, jedoch ab der Hälfte zu abstrus und lächerlich, um wirklich Wirkung hinterlassen zu können.

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guggenheim

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Bewertung6.0Ganz gut

Leider sind die ersten 2/3 sehr sperrig, öde, um nicht zu sagen: völlig uninteressant. Zu lange wird zu wenig erzählt, die Charaktere treten auf, ohne dass sie eine besondere Tiefe bekommen, Atmosphäre ist kaum vorhanden, Spannung gar nicht. Das letzte Drittel hingegen ist zwar bizarr, aber äußerst gekonnt und rettet den Film letztlich souverän über den Durchschnitt.

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Marie Krolock

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Ok, ich nehme dann 3/3 ;-)


Hitmanski

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Gestern SALO gesehen, DER zieht einen erst runter...


Po$eR

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

"Mit welchem Recht bildet sich mein Kopf ein, er wäre ich". Handwerklich perfekt, atmosphärisch dicht. Großes Kino, kein Vergleich zu heute..

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Acry

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Bewertung7.5Sehenswert

Das Schöne an diesem Film ist seine völlig zeitlose Thematik:
Es wird immer verlogene und hinterhältige Menschen geben, die einem vorspielen, anständig und freundlich zu sein, während sie hinter deinem Rücken Pläne schmieden, wie sie dich am besten zu Fall bringen können - ob sie nun einen speziellen Grund dafür haben oder nicht.

Dass so etwas ausgerechnet dem schüchternen und um äußerste Korrektheit bemühten Trelkovsky (Polanski passt sehr schön in diese Rolle) passieren muss, macht die Sache noch tragischer. Wegen seines mangelnden Selbstbewusstseins wagt Trelkovsky nicht, den unberechtigen Beschwerden seiner Nachbarn zu widersprechen geschweige denn entgegen zu wirken.
Der Film beginnt realtiv gewöhnlich und man denkt, man habe es hier mit einer normalen Wohnung und normalen Mietern zu tun, aber schon bald wird man eines besseren belehrt.
Zuerst ist der Druck der anderen Mieter auf Trelkovsky nur unterschwellig zu spüren: ihre Kritik ihm gegenüber scheint berechtigt und sie verhalten sich noch relativ freundlich. Doch schon bald werden ihre Anschuldigungen unnachvollziehbarer und ihr Verhalten unberechtigter.
Diese fast unmerkbare, aber sich dennoch zuspitzende Anspannung macht den Film nicht wirklich aufregend oder gruselig, schafft es aber trotzem, den Zuschauer unterschwellig mitzuziehen.
Der Druck auf Trelkovsky wächst und zwar nicht nur von Außen, sondern auch in ihm selbst. Er zweifelt: an sich, den Mietern und seiner gesamten Umwelt, um am Ende dann zu verzweifeln: Da er keine Möglichkeit für sich findet, dem eleganten Psychoterror der Mieter zu entgehen, hat er keine andere Wahl, als sich den Schikanen völlig hinzugeben.
Er wird zu dem, was die Mieter aus ihm machen wollten, was seine paranoiden Gedenken noch verstärkt. Schon bald wächst ihm das Ganze endgültig über den Kopf und er sieht nur noch einen Ausweg...
Letztendlich könnte man den Film auch so deuten, dass Trelkovsky die Veranlagung für paranoide Schizophrenie vielleicht schon in sich trug und er das Verhalten der Mieter einfach überbewertete bzw. sich nur einbildete, also das Ganze seiner eigenen Fantasie entsprungen ist. Dass Trelkovsky auch so ein bemitleidenswertes Opfer bleibt, ist klar. Die Frage wäre nur, ob die Mieter dann tatsächlich auch die Täter waren...

Der Film bietet also, wie schon erwähnt, keine wirkliche Action, schnellen Schnitte oder Schockmomente. Lässt man sich aber auf ihn ein, wird man eine ruhige, aber dennoch bedrohliche Atmosphäre zu sehen und zu spüren bekommen, die in den Filmen von heutzutage gar nicht mehr existiert.

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JimiHendrix

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein bedrückender Thriller der zeigt, wie schnell die nachbarschaftliche Geborgenheit zum Irrsinn oder gar zum Todbringer werden kann.

Dieser Film erregte mein Aufsehen, als ich im Frühjahr eine Polanski Austellung besuchte und so merkte ich ihn mir vor. Nun wurde der Film vorgestern geschaut und ich war überrascht von der Qualität des Film, weil mir dieser Streifen als unbekannterer von Polanskis Werken in Erinnerung blieb.

Was den Inhalt der Geschichte und dessen Prozess angeht, so bewegt der Film sich im kompletten Verlauf immer tiefer in einen Sog aus Gemeinschaftsintrigen, Selbstzweifel und einer lebensraubenden Bedrohlichkeit.
Das schlimme an dieser Nachbarschaft ist nicht unbedingt das ausgesprochene Wort, sondern dass, worüber geschwiegen wurde. Man bekommt Mitleid mit diesem zurückhaltenden, korrekten, und eigentlich sozialen Mann dem die Hilflosigkeit in so mancher Szene ins Gesicht geschrieben stand.

Roman Polanski überzeugte ja schon in "Tanz der Vampire" als introvertierter Waschlappen und in diesem Film verkörperte er diesen abermals gekonnt und stattet ihn mit einer zusätzlichen Dauermelancholie aus, was der Person Trelkovsky eine filmisch wichtige Traurigkeit verleiht.

Philippe Sarde trug seinen Teil zur bösartigen Grundstimmung des Werkes bei und zeigte, dass er mit Roman Polanskis Stamm-Komponist Krzysztof Komeda durchaus zum Mithalten befähigt ist.

Schlussendlich kann man festhalten, dass dieses oft übersehene Filmchen einer der wirklich guten Werke von Polanski ist und zu der sogenannten "Mieter-Trilogie" mit "Ekel"(1965) und "Rosemaries Baby"(1968) einen brauchbaren Abschluss liefert.

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Discostu

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Bewertung6.0Ganz gut

Nachdem ich bereits Rosemary's Baby eher enttäuschend fand, aber sehr viel gutes über diesen Film gehört hatte, wollte ich auch ihm einmal eine Chance geben. Überzeugen konnte mich Polanski aber auch mit diesem Film eher nicht. Seine Schauspielerische Leistung war sehr gut und auch optisch hat Der Mieter durch Kamerafahrten und Weitwinkelaufnahmen stellenweise einiges zu bieten. Während ein eher behäbiges Erzähltempo für Spielfilme dieser Zeit eher typisch ist, hatte dieser Film aber meiner Meinung nach sehr viele unnötige spannungshemmende Szenen. Immer wieder wird der sich aufbauende Spannungsbogen wieder abgebrochen, um eine weitere eher überflüssige Szene zu zeigen. Nach etwas 2/3 des Filmes war mir der weitere Verlauf klar. Trelkovski würde sich auch umbringen und als Simone Choule im Krankenhausbett aufwachen. Genau so ist es dann ja leider auch gekommen, weshalb auch der spannendere Teil für mich eher langweilig ausfiel. Ein Vergleich mit heutigen Filmen verbietet sich selbstverständlich, aber meiner Meinung nach kann "Der Mieter" auch mit zeitgenössischen Werken wie "Der Exorzist" keinesfalls mithalten.

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ellen_ripley

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Bewertung9.0Herausragend

Hilfe, hilfe! Das Zimmer 1408 scheint sich hiervon inspiriert zu haben. Ein gruseliger Albtraum, der einen in den Bahn zieht... leider enttäuscht das Ende.

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ellen_ripley

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kann man hier nichts überarbeiten? in den bann... nich in ne bahn


phoenix409

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