Ein Prophet

Un prophète (2009), FR Laufzeit 155 Minuten, FSK 16, Drama, Kriminalfilm, Kinostart 11.03.2010

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7.8
Kritiker
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92 Kommentare
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von Jacques Audiard, mit Tahar Rahim und Niels Arestrup

Gefängnisdrama von Jacques Audiard, das in Cannes 2009 Aufsehen erregte und für den Oscar und die Césars 2010 nominiert war.

Marik El Djebena (Tahar Rahim) ist halb Araber, halb Korse. Er kann weder lesen, noch schreiben. Als er zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt wird, ist er vollkommen allein. Er ist 19 Jahre alt und wird vom Anführer der korsischen Gang, die momentan das Gefängnis beherrscht, in die Ecke gedrängt und zu einer Reihe von Missionen gezwungen. Mit der Zeit wird er stärker und härter und erlangt infolgedessen das Vertrauen des Anführers. Malik lernt schnell und steigt bald in den Rängen der inoffiziellen Gefängnishackordnung auf. In der Zwischenzeit verfolgt er jedoch heimlich seine eigenen Pläne…

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Kritiken (14) — Film: Ein Prophet

Oceanic6: CinemaForever

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9.0Herausragend

[...] Funktioniert "Ein Prophet" am Rande als Widerspiegelung der französischen Gesellschaft, als Sinnbild dafür, welche Folgen die Ghettoisierung der Großstädte wie Paris oder Marseille hat, nämlich dass sich Jugendliche, deren soziales Leben in der "normalen" Welt schon längst nicht mehr existiert, im Gefängnis eine neue Identität aufbauen können, so wird dem Film recht bald ein universeller Sinn zugesprochen. Der Filmtitel evoziert nicht ohne Grund eine religiöse Botschaft oder vielmehr eine religiöse Allegorie: Das Gleichsetzen der verschiedenen Weltreligionen mit Gefängnisgangs. Dabei repräsentieren die Muslime sich selbst, die Korsiker die Juden und Malik wird als Christus, dem Heiland, dem Propheten, wiedergeboren. Wenn Reyeb, den Malik am Anfang des Films auf grausamste Weise im Namen der korsischen Mafia töten muss, als Heiliger Geist in Erscheinung tritt, und später im Film Malik sogar brennend erscheint (brennender Dornbursch), dann gewinnt "Ein Prophet" nicht nur als gesellschaftskritisches Drama an Bedeutung, sondern ebenso als Auseinandersetzung zwischen den verschiedenen Weltreligionen. [...]

Kritik im Original 21 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten

Oceanic6

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@Oldboy: Danke dir. ;)
@Punsha: Ja, vor allem der Mord zu beginn. Aber Szenen, die sich noch mehr eingeprägt haben, sind eher die Metaphorischen, wie beispielsweise der Unfall.


jacker

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Starker Ansatz, religiös ungebildet wie ich bin, habe ich den gar nicht gesehen und war so schon beeindruckt. Ich glaube unter hinzunahme dieses Aspektes hat der Film eine glatte 10 verdient!


Flibbo: Wie ist der Film?

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7.0Sehenswert

[...] Zwar lässt sich der Mikrokosmos Gefängnis als Bild für die Gesellschaft sehen, doch „Ein Prophet“ stellt bei der Erzählung der Geschichte einfach nur dar, ohne bewusst platzierte Denkanstöße, ohne Clou am Ende. Es bleibt ein geschickt und glaubhaft bebildertes, intensives, sorgfältiges aber auch ernüchterndes Drama über eine Erfolgsstory, die keine ist. Im Kern auch ein Mafiafilm, wie man ihn kennt, nur unter konsequentem Ausschluss des sonst dazugehörigen Glanzes. [...]

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SiameseMax: SiameseMovies

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8.0Ausgezeichnet

"Ein Prophet" ist ein nahezu perfektes Epos: Faszinierende Bilder, superb gespielt, unprätentiös und mit ruhiger Hand erzählt. Teilweise ist die Hand jedoch etwas zu ruhig, was den Film zwischendurch etwas langatmig macht. Abgesehen davon ist "Ein Prophet" absolut fesselnd und sicherlich einer der besten Knastfilme der letzten Dekade. Unbedingt angucken!

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Gerhard Midding: Berliner Zeitung, epd Film,... Gerhard Midding: Berliner Zeitung, epd Film,...

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9.0Herausragend

In dieser noblen Gefühlslage der Ambivalenz erzählt Ein Prophet eine Erfolgsgeschichte. Sie ist bekümmert, aber nicht hoffnungslos. Malik könnte Césars Geschäfte übernehmen. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass er das Herz einer Frau gewinnt, und das ihres Kindes dazu. Auf dem Weg dahin sind wir zu Komplizen seiner Freude über das Gelingen geworden. Aber unser Hochgefühl war immer auch ein ästhetisches: Wir durften zusehen, wie er sich in einer Welt bewährt, die wir hoffentlich nie kennenlernen werden.

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ThomasNeuhauser: arte ThomasNeuhauser: arte

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9.0Herausragend

Anlässlich der Premiere von "Un prophète" in Cannes 2009 schrieb ich für unser Extra-Dossier auf der ARTE Website:

"Ein eindrucksvoller und spannend erzählter Film, der dem gerade in Frankreich schon recht breit getretenen Genre des Gefängnisdramas ganz neue Impulse geben kann. Es ist vor allem das dramaturgisch geschickt inszenierte Figurenpaar Malik – Luciano, das den Film über seine lange Distanz bis zum Schluss trägt, und die psychologische Dimension öffnet, die über das gut gemachte Genrekino hinausführt."

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José Garcia: Textezumfilm

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8.5Ausgezeichnet

Die hervorragende Kameraarbeit von Stéphane Fontaine und der elliptische Schnitt von Juliette Welfling schaffen eine klaustrophobische Stimmung, zeigen erste Veränderungen bei Malik. Dem weitgehend unbekannten Tahar Rahim gelingt es, kaum ohne Worte, alleine durch seine Körpersprache den verängstigten Einzelgänger zu mimen.Jacques Audiards „Ein Prophet“ handelt indes nicht nur von Gruppen- und Hierarchiekämpfen in einem Gefängnis. Der Film liefert darüber hinaus eine gesellschaftspolitische Studie eines Mikrokosmos, in dem die alten Mafiastrukturen durch die neue Überzahl der arabischstämmigen Muslime abgelöst werden. Auf der visuellen Ebene ragt insbesondere die gelungene Verknüpfung einer Vielzahl Szenen von kaum auszuhaltender Brutalität mit Traumsequenzen heraus.

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Michael Meyns: programmkino.de Michael Meyns: programmkino.de

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9.0Herausragend

Audiard predigt nicht, will nicht überdeutlich auf Missstände im Gefängniswesen hinweisen, sondern zeigt einen Teil der Gesellschaft einfach wie er ist. Dass er sich dabei aber auch nicht in einen scheinbaren Realismus flüchtet, sondern bewusst mit den Strukturen des Gefängnisfilm-Genres arbeitet, Maliks Geschichte zudem mit einigen mystisch-fantastischen Momenten überhöht, macht „Ein Prophet“ so zu einem faszinierendem Film. Brutal, schonungslos und enorm mitreißend.

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Thomas Engel: programmkino.de Thomas Engel: programmkino.de

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9.0Herausragend

Ein harter Film. Die Brutalität, mit der zwischen den Gefangenen oder den Drogenschmugglern vorgegangen wird, ist unvorstellbar. Natürlich ist das hier Fiktion – aber gekoppelt mit viel Wirklichkeit und Wahrheit. [...] Inszenierung und Montage des 150 Minuten langen Films sind äußerst intensiv. Der Film lässt einen nicht leicht wieder los. Manchmal sind Handlungsverschachtelungen kompliziert, da ist Aufmerksamkeit vonnöten.

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Chris Tookey: Daily Mail Chris Tookey: Daily Mail

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5.5Geht so

Die Story ist manchmal verworren, und niemand versucht, die Aktivitäten mit irgendeiner Art von Moral zu füllen. Vermutlich sollen wir den Opportunismus, die Widerstandskraft und das chamäleonartige An- und Abstreifen der muslimischen Identität des Hauptdarstellers bewundern. Ich fand die Abneigung des Regisseurs, sich mit dem Innenleben und dem Glauben des Hauptdarstellers zu beschäftigen, irritierend. Der Film schreitet auch auf sehr lethargische Weise voran, vor allem in der ersten Stunde.

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Peter Bradshaw: Guardian Peter Bradshaw: Guardian

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8.0Ausgezeichnet

Der Film bringt uns zu dem, was eigentlich eines der am meisten ausgetretenen Klischees ist: der Gefängnis-Film, mit seinen Zellen, dem Geschrei, den korrupten Wärtern, den Kisten mit den mageren persönlichen Besitztümern der Gefangenen. Aber Audirard belebt auch unsere versteckte Faszination für Gefängnis-Filme wieder: Es sind Orte der Gewalt und Angst, aber auch paradoxer Freiheit – der Freiheit von den Bindungen in unserem Leben. Ein Gefängnis ist ein Ort, an dem man sich neu erschaffen kann, auf positive oder negative Weise, ein höllen-heißer Ort, in dem man sich eine neue Identität schmieden kann.

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David Edwards: Daily Mirror David Edwards: Daily Mirror

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8.0Ausgezeichnet

Trotz der art-housigen Ausschmückungen liefert dieser Film mehr „Wow“-Momente […] als so mancher Action-Film aus Hollywood, was den Film zu einem emotional erschöpfenden, aber sehr ansprechenden Klassiker macht.

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fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch

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8.5Ausgezeichnet

«Un prophète» ist ein eindrückliches, sorgfältig beobachtetes Drama.

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D. Kamalzadeh: Der Standard D. Kamalzadeh: Der Standard

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8.5Ausgezeichnet

Die epische Qualität, die sich auch in der Dauer von fast zweieinhalb Stunden niederschlägt, macht Ein Prophet zum ambitionierten Entwurf eines entgrenzten Genrekinos: Jacques Audiard, der in Cannes mit dem Großen Preis der Jury belohnt wurde, beherrscht es auf souveräne Weise, große Gesten zu beschwören, dynamisch zu inszenieren und dabei dennoch auf analytische Schärfe zu achten. Das Gefängnis ist hier nicht nur der Ort der Transformation eines Einzelnen, sondern jener eines viel umfassenderen gesellschaftlichen Wandels - einer, auf den Sarkozy, wie im Film einmal nebenbei zu hören ist, nur mit der Verlegung einiger weniger Insassen reagieren kann.

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HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost

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9.0Herausragend

Ein junger Araber wird in ein Gefängnis eingeliefert; er hat wohl Polizisten attackiert, aber wenig Ahnung von den Gesetzen des Lebens. Die lernt er hinter Gittern, und insofern ist es ein Genrewerk, wie wir es aus Amerika oder Frankreich kennen. Audiards ungemein dichter Film reicht aber weit über die Genregrenzen hinaus, weil er zeigt, wie zwei Underdog-Gruppen der französischen Gesellschaft - Korsen und Araber - zunächst auch in Quarantäne aufeinander losgehen, um schließlich zu einem Zweckbündnis zu gelangen. "Un prophéte" ist vieles auf einmal und alles gelingt: ein Knastfilm, ein Soziogramm, eine Rassenstudie, die Geschichte der Findung und Abnabelung eines Adoptivvaters - und, perverserweise, eine Erfolgsstory.

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Kommentare (78) — Film: Ein Prophet


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Argus

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Außergewöhnlicher Film mit eigener Atmosphäre.Hatte den Streifen anfänglich unterschätzt muss ich gestehen.

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hollygolightly1

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Schonungslos und brutal beleuchtet Jacques Audiard in seinem einer Sozialstudie am ehesten entsprechenden Werk das Schicksal des 19-jährigen, arabisch-stämmigen Malik, der sechs Jahre im Gefängnis verbringen muss, wo für ihn der harte Überlebenskampf beginnt. Der Anfang einer rigorosen Gangsterkarriere scheint gesichert, als er allmählich zum Verbrecher avanciert.
„Un prophète“ lässt sich kaum auf das Genre eines reinen Gefängnis- oder Kriminalfilms reduzieren, konzentriert er sich doch einfühlsam und unentwegt auf das Innenleben seines Protagonisten, zu dem allerdings immer eine gewisse Distanz herrscht, was man möglicherweise auf den lakonisch-unterkühlten Stil zurückführen kann, welcher wiederum für Assoziationen mit den streng gehaltenen Kriminalfilmen eines anderen französischen Filmemachers sorgt: Jean-Pierre Melville.
Einen nicht sekundären Teil seiner Wirksamkeit gewinnt der Film insbesondere durch seinen Hauptdarsteller, der mit seiner Rolle absolut glaubwürdig und erhaben umgeht und es nie mittels Overacting oder dergleichen übertreibt. Auch ist es mitunter ihm zu verdanken, dass sich das Ganze nie in Rührseligkeiten oder Ausschweifungen irgendeiner Art verliert und durchgehend ohne große Klischees auskommt.
Dass es sich um einen hochgradig realistischen und düsteren Film handelt, lässt sich fürwahr nicht leugnen. Denn wirft man einen Blick auf entsprechende Milieus wie etwa die Pariser Banlieues, so kann man fast uneingeschränkt vermuten, dass die dargestellten Lebensumstände nicht von ungefähr kommen und Maliks unheilvolle Geschichte partout aus dem Leben gegriffen sein könnte.

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Oceanic6

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Nehmen sich beide nicht viel. Sind auch schwer zu vergleichen. De rouille et d'os hat aber durchaus noch das Zeug nach mehrmaliger Sichtung bei mir zu Un prophéte aufzuholen. :)


hollygolightly1

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Rust and Bone hab ich noch nicht gesehen, aber freue mich schon drauf :)


Mac_C_Tiro

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Bewertung9.0Herausragend

Gelungene Mischung aus Gefängnisfilm, Sozialstudie und Gangsterdrama mit einem bestechend realistisch agierenden Protagonisten! Hier könnte sich Hollywood mal eine Scheibe abschneiden!

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leberwurst

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Bewertung9.0Herausragend

Großartig erzählt!
Ich hatte erst ein bisschen Angst, als ich gesehen habe, wie lang der Film ist, aber Langeweile kam hier nicht auf. Im gegenteil. Für mich blieb der Film die ganze Zeit über spannend und das, obwohl ich mich mit dem Gangstergenre eigentlich immer etwas schwerer tue, aber hier war es dann doch sehr viel mehr "aus dem Leben gegriffen", als andere Genrevertreter und wirkte auf mich dadurch "echter".
Ich mag es sehr, wie das Gewissen von Marik in Form des ermordeten Mithäftlings dargestellt wird.
Ein guter Film mit einem tollen Soundtrack.

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pischti

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Gleich mal auf die Merkliste gesetzt, danke! :)


jacker

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Bewertung9.0Herausragend

Zum Glück musste ich in meinem Leben noch nie in den Knast. Ich vermute zwar, dass in Deutschland im internationalen Vergleich noch sehr humane Bedingungen herrschen, dennoch stelle ich es mit schrecklich und vor allem sehr prägend vor. Dank dieser fehlenden 'Erfahrung' kann ich nicht einschätzen, wie authentisch die gezeigten Zustände der französischen Gefängnisse in "Un prophète" sind. Ich kann Sie weder als realistisch anerkennen, noch als unrealistisch brandmarken.
In solchen Situationen ist an dem Film, mich davon zu überzeugen, dass das was er zeigt - in diesem Fall ein rohes, hartes, trauriges Leben - die Wahrheit ist, er mir eine Welt die ich nicht kenne nachvollziehbar und echt vor die Augen setzt.

Diese Bürde meistert "Un prophete" in beeindruckender, nahezu epischer Art und Weise!

Er zeigt in aller Ausführlichkeit den Werdegang des arabisch-stämmigen Franzosen Mailk, vom Neuling in Haft - schutzlos, mittellos, ausgeliefert - zum Laufburschen der Chefs, vom Laufburschen zum geduldeten, aber nie ganz akzeptierten Mitglied der 'Korsen', usw.

Dabei schwankt der Film zwischen einigen amüsanten, fast lustigen Passagen und einem Berg an eisiger Kälte, die bis ins Mark geht. Atmosphärisch passt einfach alles, Kulisse, äußerst überzeugende und echte Figuren (sowohl geschrieben, als auch gespielt) und der spärlich eingesetzte, intensive Soundtrack lassen die Härte und Auswegslosigkeit förmlich überspringen - die wackelige, oft fast Ego-perspektivische und in ihrer Wirkung und Motivwahl meisterhafte Kameraführung vermittelt durchweg das Gefühl nah dran zu sein, selbst von Gefängnismauern umschlossen zu sein.

Malik ersteht durch einen schrecklichen Handel, der ihm aufgezwungen wird, den Schutz, jedoch nicht den Respekt, der korsischen Mafia hinter Gittern. Da er Araber ist wird er nie wirklich akzeptiert. Da er aber nun für die Korsen arbeitet, akzeptieren ihn auch die Araber nicht mehr. Gefangen zwischen den Lagern bleibt ihm nur der geheime Alleingang, immer einen Fuß am Abgrund lotet er - in äußerst spannend dargestellter Art - seine Grenzen aus.

Essentiell ist hierbei, dass inhaltlich oft an Extreme herangegangen wird, allerdings mit einer Ausnahme nie zu dick aufgetragen wird. "Un prophete" ist echt und ungeschönt, die Dokumentation eines verlorenen Lebens auf der Suche nach Sinn. Zweieinhalb Stunden die sich wie eine anfühlen, spannend, bewegend und großartig inszeniert!

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johnboy1979

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Bewertung9.0Herausragend

Klassisches Erzählkino at its best. Ein Entwicklungsfilm, der in ruhigen, manchmal auch meditativen Bildern unaufgeregt und präzise die Metamorphose des inhaftierten Mariks hin zum selbstbestimmen Mann über sein Schicksal zeichnet.

"Alles fertige wird angestaunt, alles Werdende unterschätzt."

Das hat Marik mich gelehrt. :)

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CoOLik

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Bewertung5.5Geht so

Der Film zeigt wie man durch den Knast zum Kriminellen wird... mehr aber auch nicht.

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KlohauZ

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Bewertung4.0Uninteressant

Okay, es kam erschwerend hinzu, dass ich keine Untertitel für die arabisch bzw. korsisch gesprochenen Sequenzen hatte. Aber ich glaube nicht, dass es im Wesentlichen daran gescheitert ist. Atmosphärisch ist er, ja, aber so etwas wie einen Spannungsbogen habe ich vergeblich gesucht. Ich will dem Streifen nicht seinen besonderen Charme absprechen; nichtsdestotrotz hat er mich einfach in keinem Moment wirklich gepackt oder wenigstens ab und zu unterhalten. Vielleicht geb ich ihm irgendwann nochmal eine Chance im O-Ton, aber zunächst bleibe ich mal enttäuscht.

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JackoXL

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Bewertung9.0Herausragend

Ich liebe Gangsterfilme. Damit meine ist nicht "Gangsta Filme", mit pseudo-coolen Halbstarken, die für 20 Dollar Crack verticken und Motherfucker in jeden zweiten Satz einbauen, sondern echte Gangsterfilme. Aus den USA kam lange nichts mehr, die Franzosen haben in den letzten Jahren gleich zwei (bzw. drei) richtig dicke Fische ins Rennen geworfen. Neben "Public Enemy No.1" (in zwei Filme aufgeteilt) "Ein Prophet". Die Story klingt im ersten Moment nicht revolutionär. Ein Kleinganove muss sich im harten Knastalltag behaupten, wird zum Spielball der großen Strippenzieher und arbeitet sich Stück für Stück nach oben. Dieser Prozess wird dafür grandios erzählt. Realistisch, ohne künstlichen Schmuck versehen und durch seinen authentischen Look sehr packend serviert. Man erlebt den klassischen Aufstieg des Bücklings zum Macher, von ganz unten nach ganz oben, dabei immer glaubhaft und mit richtig intensiven Stallgeruch. Keine Gangsterschickeria, kein Prunk und Protz, "Ein Prophet" erzählt eine Gangsterstory von der Basis aus. Unglaublich intensiv, hervorragend gespielt und brilliant umgesetzt. Ständig hat man das Gefühl, eine wahre Geschichte zu sehen, gerade weil der Film zu absoluter Aufmerksamkeit zwingt, um nicht den Faden zu verlieren. Das ist keine geschönte und leicht verdauliche Hollywoodunterhaltung, das ist richtig nah dran. Zu Recht hoch gelobt und gefeiert, denn "Ein Prophet" ist ein absolutes Highlight des europäischen Kinos der letzten Jahre. Ein Gangsterfilm des neuen Jahrtausends, der sich nicht in die Blütezeit der Mafia flüchten muss, sondern durch seinen aktuellen Zeitbezug richtig zu fesseln weiß. Fantastisch.

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JackoXL

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Über den bin ich heute gestolpert, hab ihn aber erstmal stehen lassen. Bin auf deinen Kommentar sehr gespannt.


jacker

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Das bin ich selber, "Ein Prophet" hat die Messlatte verdammt hoch gelegt!


drisszelmat

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Bewertung7.5Sehenswert

Zeigt das leben in französischen Gefängnis und wird glauwürdig erzählt. Der Film ist echt gut geworden.

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neenchen

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Bewertung4.0Uninteressant

Dieser Film befand sich auf meiner Vormerk-Liste bei moviepilot und bis heute frage ich mich, warum und wie er dahin gekommen ist. Nun denn. Ich musste mir den wirklich langen Film dann auch komplett mit deutschen Untertiteln anschauen, weil die DVD mir keine teilweisen Überset-zungen des Arabischen und Italienischen anbat. Der „Prophet“ ist ein junger, arabischer Mann, der in ein französisches Gefängnis gesteckt wird und sich dort der korsischen Gang „anschließt“, für die er dann die Drecksarbeit machen darf. Nebenbei versucht er auch noch, eigene Geschäf-te zum Laufen zu bringen. Dieser Film war für mich ein uninteressantes Wirrwarr von Illegalitä-ten. Die Ernennung zum Propheten erschließt sich mir sowenig wie die Gedanken des Hauptdar-stellers, den zwar noch ab und zu das personifizierte Gewissen quält, der sich aber trotzdem gern immer mehr in den Strudel der Kriminalität hinabziehen lässt. Der Film wollte vermutlich schockieren und die Missstände der Gesellschaft und in den Gefängnissen anprangern, konnte mich aber persönlich nicht überzeugen und mitfühlen .

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Bandrix

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Das mit den Untertiteln ging erst auch nicht. Nachdem ich aber schon im Hauptmenü die Sprache Deutsch ausgewählt habe, hat er mir auch die Untertitel auf deutsch angezeigt, wenn Arabisch, Italienisch oder sonst was gesprochen wurde.


ProsperDune

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Mein Interesse an epischen Verbrecherdramen ist normalerweise begrenzt.
Über "Ein Prophet" kann ich aber ganz entschlossen sagen, dass er es mit den Klassikern seiner Sorte aufnehmen kann.
Das liegt an seiner authentischen, eindringlichen Darstellung des Gefängnisalltags, an seinem ambivalenten Protagonisten, über dessen Schulter man blickt, und daran, dass er dem Wort Gefängnis eine neue Bedeutung gibt. Auf diese Weise wird man immer mal wieder die Länge des Films vergessen und am Ende auch darüber nachdenken, wieso Malik nun ein Prophet ist.

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vanilla

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Bewertung6.0Ganz gut

Ein guter Gefängnis-Krimi aus Frankreich. Sehr authentisch und teilweise brutal wird hier der Aufstieg des jungen Kriminellen Malik gezeigt, der es schnell versteht, was man alles leisten muss, um im Knast zu überleben. Warum nur ne 6??
Irgendwie fehlt mit etwas, dann war der Film auch zu lang für seine Handlung. Nach einem sehr guten Beginn verflacht das ganze im Mittelmaß und bleibt dann im Endeffekt nur ein normaler, guter Streifen, mehr nicht.

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moDC

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Bewertung6.0Ganz gut

Jemand der erst durch das Gefängnis zum Verbrecher wird - Eine sehr interessante Grundidee. Aber der Film zieht sich einfach zu sehr und kann so gut wie gar keine Spannung aufbauen. Einfach zu ermüdend!

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Begbie

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Bewertung6.0Ganz gut

Da hab ich aber mehr erwartet. Der Film braucht ewig, bis er mal richtig in Fahrt kommt (die erste Stunde war für mich sehr träge) und so manche Ideen (der Tote, der immer wieder auftauchte) haben mich sehr gestört. Das Ende hat nochmal eine absolute WOW-Szene, was den Film dann auch über den Durchschnitt hob für mich. Leider aufgrund der hohen Erwartungshaltung eine derbe Enttäuschung.

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Blonder

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Malik baut sich, während er im Knast sitzt, ein Imperium auf. Das besondere an der Geschichte ist, dass er praktisch in diese Laufbahn reingepresst wird. Denn gleich zu Anfang soll Malik einen umbringen und falls er sich weigert stirbt er. Zuerst versucht Malik auf ehrlichem Weg dies zu verhindern, ohne Erfolg. Die Moral von der Geschicht, wenn du noch kein richtiger Gangster bist, dann spätestens im Knast.
Der Film fesselt einen von Anfang bis Ende. Epischer und spannender Gangsterfilm der alten Schule.

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VisitorQ

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Bewertung7.5Sehenswert

Ganz starker Film. Der Film ist toll aufgebaut, die Schauspieler sind klasse und trotz der Laufzeit von über 150 Minuten gibt es nur ganz wenige Längen. Ein Film, der mich wahrlich beeindruckt hat. Schön.

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Gielchen

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Bewertung4.0Uninteressant

Fängt echt gut an.. Erinnert etwas an "den Paten" im Knast..
Wird aber schnell ermüdend, weil nicht wirklich Spannung aufrecht erhalten bleibt.
Hatte mir mehr davon versprochen.

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Aronofsky

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Bewertung9.0Herausragend

Das beste Gangster-Drama seit "Der Pate II"!

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Kreaexo

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Ja? 'Vorgemerkt'!


kaot76

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Public Enemy No.1 (Mordinstinkt & Todestrieb)-Zweiteiler jedoch eine Story.-Top ! Empfehlung..


Magnus Meta

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Meine Moviepilot-Bewertungen sollen "d(m)eine Vorhersage" verbessern. Somit kommt 10/10 grundsätzlich auch f "Lieblingsfilme" nicht in Betracht, weil als Momentaufnahme tendenziell auch Statistiksabotage! Aber bei dieser Film sprengt geschlossene Skalen!

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