Frost/Nixon
Frost/Nixon (2008), US Laufzeit 122 Minuten, FSK 6, Drama, Kinostart 05.02.2009
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98 Kommentare
Keine
von Ron Howard, mit Frank Langella und Michael Sheen
Oscarpreisträger Ron Howard bringt Peter Morgans Interpretation eines der faszinierendsten Duelle des Talkshow-Journalismus in die Kinos. Drei Jahre lang schwieg Richard Nixon nach seinem Rücktritt in Folge der Watergate-Affäre, doch im Sommer 1977 ließ sich der stahlharte und überaus redegewandte Ex-Präsident auf eine exklusive Reihe von Fernsehgesprächen ein, um über seine Amtszeit zu sprechen. Die Erwartungen waren hoch, Einzelheiten über die Hintergründe des Spionagefalls zu erfahren. Nixons überraschende Wahl für den Moderatoren der Sendereihe fiel auf den bis dahin eher als windig bekannten britischen Moderator und Entertainer David Frost – wahrscheinlich in der Hoffnung, leichtes Spiel mit ihm zu haben, um sich so ohne große Gegenwehr einen Platz in den Herzen und Köpfen der Amerikaner zurückerobern zu können. “Frost/Nixon” blickt vor und hinter die Kulissen dieser denkwürdigen Begegnung, die für beide zum öffentlichen Moment der Wahrheit wurde. Wie auch in der Broadway-Inszenierung von Morgans Stück spielen der mit einem “Tony”-Award ausgezeichnete Frank Langella und Michael Sheen die Hauptrollen als Richard Nixon und David Frost. Eines der schmachvollsten Kapitel amerikanischer Geschichte spiegelt sich ebenso spannend wie menschlich in diesen Momenten wider – einfühlsam und kraftvoll auf die große Leinwand gebracht von Ron Howard.
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Cast & Crew
- Genre
- Politdrama, Drama
- Zeit
- 1977
- Ort
- Kalifornien, San Clemente
- Handlung
- Berater, Duell, Entschuldigung, Feier, Fernsehsender , Filmproduzent, Frauenheld, Förderung, Geld, Geldgier, Geldnot, Interview, Karriere, Moderator, Präsident, Recherche, Richard Nixon, Schuld, Schuldgefühl, Schönheit, Stolz und Eitelkeit, U.S. Präsident, Vertuschung, Watergate-Affäre, Zweikampf
- Stimmung
- Ernst, Geistreich
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- Frost/Nixon: critic.de






















Kritiken (20) — Film: Frost/Nixon
Khitos: Kälte Reich
Kommentar löschenBei den Interviews scheint es geradezu so, als ob man es gerade im Fernsehen schaut und man live dabei ist. Genau dieser Nervenkitzel, die Rivalität zweier Kontrahenten, die Sticheleien, das gekonnte Hin und Her, das fehlt vielen vermeintlichen Thrillern.
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Hausmeister: Nerdtalk.de
Kommentar löschen[...] Wer auf der Suche nach großem Charakterkino ist und sich nicht an dem für „uns Deutsche“ eher unbedeutenden historischen Hintergrund stört, der wird mit „Frost/Nixon“ seinen wahre Freude haben.
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Julio Sacchi: Das Manifest
Kommentar löschenZu sehr bleibt Howard den Hollywoodregeln für die - vermeintlich - breite Masse treu und inszeniert zu sehr auf Effekt - frei stehende Monologe, Hans Zimmer-Gedudel, dramatische Höhepunkte aus dem Spießerlehrbuch.
Die Austattung ist fantastisch, der Film ist toll gespielt, besonders von Sheen; Langella bewegt seinen Nixon für meinen Geschmack zu nah an der Parodie. Sehenswert allemal.
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Chris Tookey: Daily Mail Chris Tookey: Daily Mail
Kommentar löschenDer Film schafft es, den Prozess hinter eine Talkshow in einen fesselnden Thriller zu verwandeln, wenn auch viele von uns glauben, den Ausgang schon zu kennen.
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José Garcia: Textezumfilm
Kommentar löschenObwohl der Kern von „Frost/Nixon“ naturgemäß eine kammerspielartige Dramaturgie besitzt, bei der Salvatore Totinos Kamera die kleinsten Regungen und die Blicke der Hauptfiguren in Großaufnahme zeigt, macht etwa auch das detailverliebte Produktionsdesign – gedreht wurde an Originalschauplätzen, in Nixons Haus in San Clemente sowie in Frosts Hotel-Suite – aus „Frost/Nixon“ einen großen Kinofilm.
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ChristiansFoyer: http://christiansfoyer.de/
Kommentar löschen[...]Frank Langella, der für seinen Bühen-Nixon den Theater-Oscar ‚Tony‘ erhielt und völlig zu Recht in diesem Jahr für annähernd jeden Filmpreis nominiert ist, spielt schlicht überragend. Seine physische Präsenz, die in einer lustigen kleinen Szene sogar seinen schärfsten Kritiker völlig einschüchtert, besonders aber der Zwiespalt zwischen dem Eigenempfinden als Missverstandenem und dem gleichzeitigen Schuldbewusstsein, dem innersten Wunsch nach Vergebung und dem Starrsinn, sie zu fordern, statt zu erbitten – Langella stellt all diese Facetten mit Hingabe und gleichzeitig ausreichend Differenzierung dar, um aus Nixon nicht das politische Übermonster, sondern einen Menschen zu machen. Beim Anekdoten ausplaudern, wie beim Wutausbrüche ob seines auf den Watergate-Skandal reduzierten Handelns bekommend, Langella meistert die schwierige Rolle mit Bravour und umschifft gekonnt jede Tücke, die das Bild eines derart negativ in der öffentlichen Wahrnehmung manifestierten Mannes mit sich bringt.[...]
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Kaltduscher: MoviezKult.de
Kommentar löschen[...]Um den eigentlichen Kern, die Interviews, baut Howard eine massentaugliche Geschichte, beginnt seinen Film mit der Abdankung Präsident Nixons und nimmt sich fast eine Stunde Zeit, beide Hauptcharaktere vorzustellen. Eine etwas zu lange Einführung in Anbetracht des Hauptthemas. Eines jedoch muss dem Zuschauer hier klar sein: Frost/Nixon ist nicht das Abziehbild der Originalgeschehnisse. Vielmehr nimmt der Film sich das Recht heraus, Figuren und Tatsachen im Sinne der Dramaturgie zu verändern.[...]
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Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de
Kommentar löschenAuch und gerade für Kinobesucher, die nicht en detail mit den politischen Hintergründen der Nixon-Ära vertraut sind, bietet Frost / Nixon geschliffene Unterhaltung und vor allem zwei brillante Schauspieler in Höchstform. Und vielleicht markiert er ja eine Trendwende im US-amerikanischen Kino - weg von tumber Action und hin zu mehr Bewusstsein für Politik und eine kritische Auseinandersetzung mit der Macht der Medien.
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Gerhard Midding: Berliner Zeitung, epd Film,... Gerhard Midding: Berliner Zeitung, epd Film,...
Kommentar löschenFrank Langella nimmt die pathologischen Züge Nixons zurück und verleiht ihm eine kleinliche Schläue, die jedoch schnell in staatsmännische Gravitas umschlagen kann. Morgan betont die innere Verwandtschaft der Kontrahenten, die beide im Exil leben (Frost arbeitet nach einigen Quotendesastern in Australien). Wirklich sympathisch ist keiner von ihnen, dennoch schafft es der Film, den Zuschauer mitfiebern zu lassen.
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TheCorey: MovieMaze
Kommentar löschenRon Howard ist ja so ein Fall für sich. Ich mag Parenthood und The Paper (hauptsächlich wegen Keaton), ohne zugleich sagen zu wollen, dass sie gut sind. Bei How the Grinch Stole Christmas ist es eher so, dass ich aufgrund der Tatsache, dass ich Dr. Seuss Charakter vorher nicht kannte, Howards Arbeit schlecht einschätzen kann, obschon ich auch diesen Film mag. Über seine restlichen Filme – allen voran The Da Vinci Code – hülle ich lieber den Deckmantel des Schweigens. Was ich lustig finde, wo ich grad IMDb offen hab, ist, dass der gute Mr. Howard vor Frost/Nixon erst zweimal für einen Academy Award nominiert war (mit A Beautiful Mind). Dabei hatte ich eigentlich das Gefühl, dass das Ginger Kid so ein Kandidat ist, denn die depperte Academy jedes gefühlte zweite Jahr nominiert. So kann man sich irren.
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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...
Kommentar löschenHoward inszeniert die Geschichte unaufwendig und packend mit geschliffenen Dialogen an wenigen Originalschauplätzen als Kammerspiel. Im Fokus steht der psychologisch tiefgründige Schlagabtausch zwischen den beiden Männern, den er, ohne die Urteilsbildung des Publikums zu polarisieren, mit einer auf Schuss-Gegenschuss ausgerichteten klassischen Kameraführung bildlich umsetzt.
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Enk: Mental Savage Enk: Mental Savage
Kommentar löschen[...] Eigentlich eine banale Geschichte, Vorbereitung und Durchführung eines - wenn auch legendären - Interviews. Aber Ron Howard, der ansonsten für Blockbuster wie Da Vinci Code oder den dieses Jahr erscheinenden Nachfolger Angels & Demons verantwortlich ist, schafft es, das ganze so spannend zu inszenieren wie einen Thriller. [...]
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Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde
Kommentar löschenWer hätte gedacht, das ich je einem Ron Howard Film eine wirklich gute Bewertung geben würde. Steht der Mann für mich doch, für langweiliges Mittelmass und den cineastisch kleinsten gemeinsamen Penner. Abgesehen von Cocoon und Willow hat Howard, der durch seine Rolle in “American Graffitie” und die daraus resultierende Rolle in der Endlos-Sitocm “Happy Days” bekannt wurde, wenig vollbracht, das nicht fader, belangloser Einheitsbrei ist. Howards Filme sind in der Regel glossig, schmierige All-American-Stories die Pathos statt Sauerstoff atmen. Und doch: Frost/Nixon ist gelungen. Ein kraftvoller, hochspannender und sehr gut gespielter Thriller zwischen Boxduell und Mediensatire.
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Mr.Vengeance: Lost In Imagination
Kommentar löschenHilfe ich mag einen Ron Howard Film. Bei genauerer Betrachtung gestalltet sich das aber wesentlich simpler: Gewohnt dünnes Drehbuch kämpft gegen spielwütige Darstellerorgie - und verliert. Zum Glück. Auf Grund dessen halte ich den Film insgesamt für gelungen, selbst wenn er an den üblichen howard'schen Wehwehchen leidet.
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sushi25: movie-fan.de
Kommentar löschenEiner der Filme, den man sich wegen der Thematik vielleicht nicht unbedingt freiwillig ansehen würde. Watergate, Nixon - das dürfte für die Mehrzahl der aktiven Kinogänger eher Namen aus Geschichtsbüchern sein.
Der Film lohnt sich dank der grandiosen Leistung der beiden Hauptdarsteller, die beide ihre Filmrollen schon auf der Bühne erfolgreich dargestellt haben. Ein großer Film!
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Jörg von Grass: filminformer.de; stadtmagaz...
Kommentar löschenDas Ron Howard dieses Theaterstück auf die Leinwand bringen konnte, grenzt an ein kleines Wunder. Seine Beharrlichkeit, ein kleines Budget und zwei großartige Schauspieler haben dieses Wunder wahr werden lassen. Der Film blickt vor und hinter die Kulissen einer denkwürdigen Begegnung, die für beide...
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fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch
Kommentar löschenEin Vergleich mit Sportarten lässt sich fast nicht vermeiden. Irgendwo zwischen einem Schachspiel und einem Boxkampf entfaltet sich diese dramatische Begegnung von Frost und Nixon. Diese Konfrontation zweier unterschiedlichen Persönlichkeiten wird von Ron Howard schwungvoll inszeniert. Vertrauen kann er dabei nicht nur auf seine technische Crew, sondern auch auf die vorzüglichen Schauspieler. Aufgelockert wird das Drama durch aus heutiger Sicht ironische Beobachtungen.
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Roger Ebert: Chicago Sun Times Roger Ebert: Chicago Sun Times
Kommentar löschenDie Hauptdarsteller Frank Langella und Michael Sheen versuchen nicht ihre Charaktere nachzuahmen, sondern verkörpern sie. Es gibt die gewöhnliche Eingewöhnungsphase, die in Filmbiografien vorkommt, wenn der Betrachter die Realität mit der Darbietung vergleicht. Dann verschwindet diese und der Zuschauer wird in den Bann des Dramas gezogen. Regisseur Ron Howard nutzt authentische Schauplätze und es werden zeitweise viele Details erläutert. Der Film konzentriert sich aber wirklich auf diese zwei, stark fesselnden, Hauptcharaktere. Diese zwei Männer zeigen tiefe Bedürfnisse, ganz außerhalb des Themas des Interviews.
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J. Berardinelli: ReelViews J. Berardinelli: ReelViews
Kommentar löschenDer Regisseur Ron Howard und Drehbuchautor Peter Morgan schafften mit Frost/ Nixon mehr als nur eine verschönerte Neuerzählung junger Geschichte.Sie formtem eine Tragödie, die fast die Kraft eines Shakespeares besitzt.
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Claudia Puig: USA Today Claudia Puig: USA Today
Kommentar löschenSchon eine kurze, unaufdringliche Szene in Frost/Nixon erfasst perfekt den subtilen Schmerz des gesamten Films. Der fesselnde Streifen ist gefüllt mit vielsagenden Momenten und kraftvollen, schauspielerischen Leistungen. Es ist schwer sich vorzustellen, das Interviews zwischen nur zwei Personen unterhaltsam sein können, aber Frost/ Nixon könnte nicht spannender sein.
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Kommentare (78) — Film: Frost/Nixon
kleiner_statist Tue, 09 Apr 2013 09:07:17 -0000
Kommentar löschenEin wirklich in jeder Hinsicht guter Film. Bis auf die Tatsache, dass die Wendung für den Zuschauer nicht nachvollziehbar wird. Ein intensiverer Fokus auf Nixons Motive, sein Lügengebäude im finalen Interview stürzen zu lassen und den Anschuldigungen nach zu geben, hätte den Film bis zum Schluss wirklich rund gemacht.
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Bane Tue, 26 Mar 2013 16:41:22 -0000
Kommentar löschenMan kann über Ron Howard sagen was man will, er ist ein grandioser Regisseur, was er mit diesem Film ein weiteres Mal unter Beweis gestellt hat. Der Film lebt von seinen beiden Hauptdarstellern, die den Film fast alleine tragen, trotzdem weiter sehr dicht gut besetzt mit Sam Rockwell und Kevin Bacon, ... dazu ist der Film perfekt untermalt von Hans Zimmer und super Kostümen, man glaubt keine Sekunde, man befände sich nicht in den 70ern - toll!
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CommanderFarr Mon, 19 Nov 2012 19:44:03 -0000
Kommentar löschenErstaunlich wie "wenig" es doch eigentlich braucht um einen hervorragenden, unterhaltsamen und spannenden Film zu machen. Schuß, Gegenschuß, Gute Dialoge, eine klare Geschichte (Konfrontation von "Gut" und Böse") und gute Schauspieler. That´s it.
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Tolotos Sat, 03 Nov 2012 11:48:30 -0000
Kommentar löschenEs geht natürlich um den ehemaligen US-Präsident Nixon, der einige Jahre nach Watergate das Angebot vom Talk-Hoster David Frost erhält, ein Interview zu führen. Frost ist mehr als Unterhalter bekannt, hatte noch nichts mit Politik am Hut und man kennt ihn nicht als gewieften Rhetoriker. Demgemäß nimmt Nixon das Angebot mit dem Kalkül an, seinen Gesprächspartner mit seinem rednerischen Geschick in Grund und Boden zu reden, wieder an Ansehen zu gewinnen und vielleicht in die Politik zurückzukehren. Das gelingt am Anfang auch, was dann passiert, ist Geschichte.
Dieses tatsächliche Geschehen wurde zunächst im Theater als Kammerstück, und hier als Film von Ron Howard umgesetzt.
Und diese filmische Umsetzung ist klasse! Die 70er Jahre werden perfekt in Szene gesetzt, der Film ist dramaturgisch gut aufgebaut und ist verdammt spannend, obwohl man das Ende ja kennt. Mir gefällt auch der Anflug eines halb-dokumentarischen Ansatzes, in dem sich immer wieder die Darsteller der Nebenrollen abseits des Geschehens aus der "Nachher"-Sicht zum damals passierten äußern (wird vor allem am Anfang verwendet, und dann später noch ein, zwei mal genau im richtigen Moment um genau das ganz klar und direkt auszudrücken, was der Zuschauer gerade denkt).
Alle Darsteller des Films sind gut, Michael Sheen als David Frost ist sehr gut. Er schafft es, die Zerissenheit, das Problem sich Fehler und Probleme einzugestehen, und die Abhängigkeit vom Erfolg gut mit dem Auftreten nach außen und dem coolen Partymensch zu verbinden.
Einer der größten Trümpfe ist sicher das Drehbuch, spätestens als das Interview anfängt. Die Antworten Nixons sind geschliffen, man erkennt direkt warum er wann was macht, und merkt sofort, dass hier wirklich ein rhetorisches Schwergewicht sitzt. Jemand der aus fast allen Fragen eine Antwort ziehen kann, in der er positiv da steht, und das ohne aufzufallen, wenn man nicht zu bewußt drüber nachdenkt. Einiger der Dialoge sind meiner Ansicht nach schlicht brillant.
Warum ist das trotzdem nur "einer der größten Trümpfe"? Und warum habe ich eigentlich den zweiten Hauptdarsteller oben nicht erwähnt? Ganz einfach, Frank Langella ist, bei allen teilweise hervorragenden Qualitäten, die der Film sonst hat, nocheinmal daraus herausragend. Ohne dass ich viel von Nixon kenne, verkörpert er den Politiker genauso, wie ich es mir vorgestellt hätte. Und nicht nur dass, er verkörpert einen Mann, der in der Situation ist, in der Nixon ist, "irgendwo gebrochen, aber mit Prinzipien, brillant im Reden und Taktieren, mit einer festen Vorstellung was er will" einfach genau. In einer anderen Kritik habe ich gelesen, die Darstellung wäre auf eine gewisse Art zeitlos und universell, weil sie einfach perfekt zur Situation passt und nicht nur zur Person Nixon. Das trifft es glaube ich ziemlich gut.
Alles in allem ist der Film wirklich hervorragend, er ist spannend, er ist interessant, er hat sehr gute Darsteller, unter denen Frank Langella nochmal hervorsticht und ein an vielen Stellen gestochen scharfes Drehbuch. Absolute Empfehlung!
Und ich bin jetzt sehr gespannt auf "Milk", da ich nicht verstehe, wie man diese Schauspielleistung so einfach toppen kann.
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lhiannan Sun, 21 Oct 2012 16:14:41 -0000
Kommentar löschenFrost / Nixon schaue ich mir immer wieder gern an, gewährt er doch Einblick in die Welt von Medien und machtrunkener Politik. Das Duell von David Frost und Nixon könnte ungleicher kaum sein; hier der unbekümmerte Entertainer mit einer ungewöhnlichen Idee, dort der gewiefte Politiker, der nur knapp einem Prozess entronnen ist. Es ist das Herzstück des Filmes und kann sich auf eine starke Vorlage stützen (den originalen Interviews). So einfach, wie Frost sich das (reichlich naiv) vorstellte, gerät die Sache nicht, denn Nixon (großartig gespielt von Langella!) macht ihm das Leben schwer - und doch, und doch entlockt Frost ihm Statements, bei denen einem der Mund offen bleibt. So viel realitätsfremder Zynismus läßt sich schwer verdauen. Dabei schafft es Langella auch, beim Unsympathen Nixon Momente der Verwundung, der Zurückweisung und auch sowas wie Charme aufblitzen zu lassen.
Das alles verwebt der Film zu einem klugen und manchmal auch unerwartet komischen Szenario, wie man es inzwischen nur selten zu sehen bekommt.
Wohl nur wenige US-Präsidenten erscheinen im Rückblick so fast schon sprichwörtlich negativ wie Richard Milhouse Nixon. Wie Frost / Nixon zeigt - zu Recht.
Auch etwas anderes legt Frost / Nixon nahe: die tatsächlichen Gegebenheiten in derart hohen Kreisen sind oft ungeheurlicher, als man sich im dunklen Kinosaal ausmalen kann.
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Uli Kunkel Sun, 21 Oct 2012 18:29:57 -0000
Antwort löschenPerfekt umschrieben.
Cpt.Lightburg Sat, 22 Sep 2012 14:18:34 -0000
Kommentar löschenFilme mit politischen Inhalt sind immer ein Waagnis für die Macher. Dieser hier macht alles richtig.
Das Spiel der Protagonisten ist einfach spannend und perfekt an das original Interview angelehnt. Micheal Sheen überzeugt auf ganzer Linie, Frank Langella brilliert.
Setting und Ausstattung sind makellos und der Spannungsbogen baut sich kontinuierlich auf.
Wer auf ruhige Filme, mit einem realen politischen Hintergrund steht, wird nicht enttäuscht.
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JackoXL Sat, 11 Aug 2012 14:58:16 -0000
Kommentar löschenRegiesseur Ron Howard, sonst eher ein Mann des größeren Kinos und auch Pathos nicht immer abgeneigt, nimmt sich hier angenehm zurück und vertraut stattdessen auf das Drehbuch und seine Darsteller. Richtig so, in den Punkten ist "Frost/Nixon" grandios. Das soll nicht heißen, dass Howard keine tolle Arbeit abliefert, im Gegenteil. Er hat verstanden, dass es keine Effekthascherei oder künstlich aufgebaute Emotionen braucht. Er konzentriert sich auf eine nüchterne, dennoch flotte und unterhaltsame Inszenierung und ganz besonders auf die seiner Darsteller. Besonders Frank Langella (das war mal Skeletor!) ist bombastisch. Anfangs war ich mir nicht ganz sicher, ob er wohl die Idealbesetzung ist, rein optisch. Dem echten Nixon sieht er nicht gerade zum verwechseln ähnlich. Das er dieses schnell vergessen lässt, spricht für ihn. Selbst der große Anthony Hopkins hat ihn (trotz starker Leistung) für mich nicht so glaubhaft verkörpert. Langella gelingt es, alle Facetten dieses Mannes ungemein glaubhaft und bis ins kleinste Detail perfekt zu verkörpern. Vielleicht die beste Leistung seiner Karriere. Seinen Anteil daran hat natürlich auch das Drehbuch, dessen hervorragende Dialoge erst die Basis für diese darstellerischen Glanzleistungen liefern (neben Langella ist der restliche Cast ebenfalls großartig, er muß nur besonders erwähnt werden).
Viel spannender und intensiver, als es sich im ersten Moment anhören mag, selbst für nicht so politisch-historisch interessierte Menschen. Das verbale Psychoduell von Frost & Nixon ist dafür viel zu packend entwickelt und umgesetzt.
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knusperzwieback Sat, 10 Mar 2012 14:11:14 -0000
Kommentar löschenNicht schlecht Herr Specht. Spannend vom Anfang bis zum Schluss. Sehr gute Schauspieler und ein klasse Setting der 70er.
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viewer Sun, 29 Jan 2012 21:41:05 -0000
Kommentar löschenSchade, dass sich Filme wie diese an die echten Begebenheiten halten müssen, denn die sind aus dramaturgischer Sicht völlig unbrauchbar.
Zu Beginn wird Frost als Playboy und oberflächlicher Lebemann gezeigt, der dann aber seine ganze Existenz für dieses Interview riskiert. Lieder sieht am nicht, dass es ihm in irgendeiner Weise wirkich ernst wäre: seine Redakteure recherchieren Tag und Nacht; er geht lieber schick essen und zu Filmpremieren! (was für eine unsympathische Hauptfigur!). Er geht lässig ins Interview und - oh Überraschung! - hat Nixon unterschätzt und sich ganz schlecht vorbereitet. Und leider sieht er seine Fehler nicht mal ein! Selbst nach dem 2. und 3. verpatzten Tag ist er egozentrisch, feiert lieber seinen Geburtstag mit vielen Stars und Playboy-Häschen. Spätestens da verliere ich die Hauptfigur. Er ist dumm, eitel und nicht bereit zu lernen!
Der zweite große Schwachpunkt sind die Interviews selbst. Ich hatte auf ein Wettkampf zweier Demagogen auf Augenhöhe gehofft. Auf Schlagabtausche, Diskussionen mit viel Subtext auf psychologische Kriegsführung und auf unglaubliche Spannung. Auf einen Boxkampf, der bis 5 Minuten vor dem Ende unentschieden steht. Vielleicht so ein bißchen wie in "Eine Frage der Ehre" (wird der Anwalt es schaffen, dass Nathan Jessup Stellung zum "code red" bezieht?).
Doch dann: nach 11 komplett verlorenen Interviews kommt die Wende. Unser Held kommt auf die sensationelle Idee, sich auch mal vorzubereiten und ein Wochenende zu arbeiten, statt mit seiner Schnalle (die dramaturgisch völlig sinnlos ist) auszugehen. Und dann der entscheidende Schlagabtausch: Hallo, hier ist ein neuer Beweis! Und Nixon bricht sofort ein, ohne Gegenwehr. Mag alles so gewesen sein, ist aber komplett langweilig!
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Tho Fri, 30 Dec 2011 23:11:40 -0000
Kommentar löschenNicht übel, aber das original Interview ist nicht schwer zu finden und deutlich besser.
Schade
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Delonghi Mon, 26 Dec 2011 20:30:19 -0000
Kommentar löschenWow, ein richtig, richtig guter Film über DAS Interview, welches zu der damaligen Zeit die Welt bewegte und wohl auch mitriss. Man stelle sich dies in der heutigen Zeit vor, da wäre aber Facebook und Twitter zum Erliegen gekommen. Der Film riss mich mitsamt des bis ins kleinste Stellschräubchen genial besetzten Casts mit. Jederzeit, jede einzelne Minute und Sekunde habe ich den Rollen unschätzbare Glaubwürdigkeit geschenkt! Und was der Film auch noch schaffte, war das Schmunzeln zwischendurch, wenn der Frost mal wieder sein eher charmantes Jack Nicholson-Grinsen aufsetzte. Echt cool, und das Ende reichte vielleicht noch zu....Mitleid für den ach so geschassten und gehassten einsamen Richard Nixon...ach ne, doch nicht;-)
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Hagen Hagen Sun, 30 Oct 2011 22:05:14 -0000
Kommentar löschenDie Szenen mit mit dem Rechercheteam um Oliver Platt und Sam Rockwell sind die besten. Interessant wird es auch immer, wenn Kevin Bacon eine Szene hat. Das eigentliche Duell zwischen Frost und Nixon kommt aber zu kurz und überzeugt mich auch nicht. Langella macht das zwar gut, aber Hopkins war dem diabolischen Nixon doch deutlich näher.
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Dysta Tue, 25 Oct 2011 12:43:34 -0000
Kommentar löschenRon Howard schafft es (obwohl ich es ihm nicht zugetraut habe) diesen komplizierten Filmstoff in eine spannende Symbiose aus Thriller,Dokumentarfilm und Persönlichkeitsstudie erfolgreich zu verpacken. Die beklemmende Atmosphäre, welche besonders im letzten Drittel des Films aufgebaut wird, bringt einen zum Frösteln und man würde eher in die Tischkante beißen als sich vom Fernseher weg zu bewegen.
Es gibt nur wenig Tadel, die man Ron Howard ankreiden muss. Eigentlich hat er alle wichtige Personen hinter diesen Skandal dargstestellt und jeder eine eigene graviernde Persönlichkeitszeichnung zukommen lassen. Nur habe ich mich den gesamten Film über gefragt, weshalb die Person der Caroline Cushing mit in den Film übernommen wurde.... Sie hat keinerlei Anteil an der Handlung, sie beeinflusst ja noch nicht einmal irgendjemand anderen. Abgesehen davon um die Frauenquote in diesen Machwerk zu halten, kommt ihr mMn kein größerer Sinn hinzu^^
Ansonsten ist das größte Lob an Peter Morgan auszusprechen. Er hat es geschafft den Stoff des vermeintlich größten Politskandals des 20. Jahrhunderts verständlich,spannend,interessant für den Film aufzuarbeiten ohne das wichtige Aspekte auf der Strecke bleiben.
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loveissuicide Sun, 23 Oct 2011 20:08:21 -0000
Kommentar löschenEnthält Spoiler, die aber eigentlich keine sind, weil die Geschichte eh hinlänglich bekannt sein sollte.
Eine kleines, fieses Psychospielchen, dieser Interview-Film. Der Film schafft es gut, den Wunsch des bis dato znbedeutenden David Frost in Szene zu setzen, Richard Nixon zum Geständnis zu zwingen. Spätestens mit dem ersten Interview wirds dann echt zermürbend, man leidet mit Frosts Team richtiggehend mit, als er eine Ohrfeige nach der anderen kassiert. Das finale Interview ist dann jedoch der große Befreiungsschlag. Zum Schluß sieht man dann noch den senilen Nixon, mit dem man jedoch kein Mitleid hat, oder besser gesagt, man kann das Mitleid mit der Privatperson Nixon ganz gut von dem Politiker Nixon trennen.
Traurig finde ich die Aktualität des Themas. Korruption auf allerhöchster Politikerebene ist in Österreich zur Zeit ja auch in aller Munde...
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Emzed Sat, 22 Oct 2011 18:45:38 -0000
Kommentar löschenZu seinem Rücktritt in Folge der Watergate-Affäre gab US-Präsident Richard Nixon lange kein offizielles Statement ab - bis ihn der junge Talkmaster David Frost zu einem Fernsehduell vor die Kameras lockte, das für großes Aufsehen sorgte. Michael Sheen ist toll als junger Showmaster Frost, der Nixon weniger aus politischem Interesse, sondern mehr aus Abenteuerlust und wegen der Aussicht auf Ruhm zum Interview bewegen will. Das sorgt für Konflikte mit seinem Beraterteam, das die Gelegenheit nutzen will, Nixon ein Geständnis seiner Mitschuld an der Watergate-Affäre und eine Entschuldigung gegenüber dem amerikanischen Volk abzuringen. Der Ex-Präsident hingegen glaubt im Vertrauen auf seine Redegewandtheit, mit dem politisch unbeschriebenen Blatt Frost leichtes Spiel zu haben und sich somit durch den Auftritt öffentlich rehabilitieren zu können. Als sich abzeichnet, dass ein Misserfolg der Interviews für Frost den finanziellen Ruin bedeuten würde, geht es beim finalen rhetorischen Duell auch um seine Zukunft. Es macht Spaß zuzusehen, wie aus der spontanen Idee Frosts ein konkreter Plan entsteht, wie Frost sich beim ersten Aufeinandertreffen von der Persönlichkeit des Ex-Präsidenten beeindruckt zeigt und wie Nixon bei den Interviews seine kleinen Psychospielchen treibt. Frank Langella geht voll auf in der Rolle des republikanischen Haudegens Nixon, wirkt unnahbar und doch charismatisch, zeigt Stolz, Siegessicherheit und Arroganz, aber auch Frustration und Unsicherheit angesichts seines schlechten Rufs und seiner Fehler. Kevin Bacon als Nixons politischer und persönlicher Berater und zugleich zutiefst loyaler Anhänger hat mir ebenfalls gut gefallen. Sam Rockwell als Frosts idealistischer Berater sowie Rebecca Hall als Hingucker sind runden die erstklassige Besetzung ab.
Wer kein Interesse an den politischen und historischen Hintergründen der Begebenheit hat, den wird an dem Film doch ohne Frage faszinieren, wie die beiden toll dargestellten Hauptcharaktere in den Interviews um die Oberhand ringen. Das Duell der Worte ist exzellent inszeniert und durch die Hinführung wird wunderbar Spannung aufgebaut – absolut sehenswert!
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Patrick Zecca Sat, 08 Oct 2011 08:53:47 -0000
Kommentar löschenEin Film über einen Präsidenten, der zwar nie gerichtlich für seine Taten belangt wurde, jedoch von sich selbst letztendlich genug bestraft wird.
Die schauspielerischen Leistungen in diesem Machwerk sind überragend, Langella und vor allem Sheen überzeugen mit einer unglaublichen Glaubwürdigkeit und fesseln den Zuschauer in diesem psychologisch komplizierten Medienduell. Obschon man, oder zumindest jeder wohl informierte Zuschauer, bereits weiß wie die Geschichte endet, so ist die Spannung sowohl vor dem Bildschirm, als auch innerhalb des Streifens greifbar und lässt zu keiner Sekunde des zweistündigen Meisterwerks Langeweile aufkommen.
Fantastisch, intellektuell ansprechend und überaus interessant zu beobachten, wie hier allein mit der Macht der Worte eine Schlacht allererster Klasse geführt wird.
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AgentGuhl86 Fri, 23 Sep 2011 18:23:33 -0000
Kommentar löschenEs passiert nicht allzu oft, dass man beim Betrachten eines Filmes eine große Vorfreude auf das Auftreten eines Darstellers hat. Mit Frank Langella als Richard M. Nixon gibt es einen dieser seltenen Momente. Kein anderer hätte diesen schmalen Grad zwischen kühlem Strategen und gebrochenem alten Mann besser darstellen können. "Frost/Nixon" ist mehr als ich mir erhofft hatte. Nicht nur ein Interview; sondern die Anatomie eines Interviews das seinerzeit David Frost weltberühmt machte. Neben den großartigen darstellerischen Leistungen ist die Geschichte an sich ja zeithistorisch schon ein gefundenes Fressen und bietet sehr anspruchsvolle Unterhaltung. Unterhaltung, die man wahrscheinlich noch mehr zu genießen weiß, wenn man sich nur mit dem Thema auskennen würde. Das einzige Wissen, dass ich bisher über Watergate hatte, sind von Hoffmann und Redford vermittelt worden ;).
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DrPhil Tue, 09 Aug 2011 14:55:41 -0000
Kommentar löschenWenig Story beschert dem Film viel mehr Platz für die Charaktere, den dann auch Michael Sheen und Frank Langella überaus großartig ausfüllen. Die Anspannung die die Hauptdarsteller ausstrahlen spürt man regelrecht und lässt einem selber gebannt mit fiebern. Auch sehr gut ist die Charakterentwicklung in Szene gesetzt, sodass der Film noch mehr an Tiefe und Dramatik gewinnt.
Spätestens am Ende wird klar, dass der Zuschauer hier eigentlich ein stark erweitertes Theaterstück bewundert, welches es tatsächlich gab, sogar mit denselben Schauspielern. Wegen den eingespielten Kommentaren der Mitwirkenden, wirkte der Film zum Teil wie eine gute Dokumentation. Der Film ist lehrreich und durch eine Handvoll Unterhaltungseinlagen sogar etwas witzig, welches den Film auflockert. Naja die Klamotten die die Schauspieler tragen und die Frisuren, welche deren Köpfe schmückt sind überaus hässlich. Zum Glück befinden wir uns hierbei in den 70er, wo solche, ich nenne sie mal Fehler, üblich waren.
Frost/Nixon ist ein sehr gutes Beispiel für starke Effektlose Filme. Ohne großes Tam-Tam ein durch und durch spannender Schlagabtausch zweier medienerfahrenen Menschen.
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Bonseibaum Tue, 26 Jul 2011 21:53:21 -0000
Kommentar löschenEinfach nur klasse! Gigantische Schauspielleistung. Es hat mich mitgenommen und gefesselt. Toll!
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Filmkenner77 Sat, 23 Jul 2011 13:50:23 -0000
Kommentar löschenZweifellos, was hier von den Schauspielern, allen voran Frank Langella und Martin Sheen geboten wird, ist schon allererste Sahne. Martin Sheen spielt David Frost, den Showmaster, der ein politischer Journalist sein möchte und für ein Interview mit Nixon seine Karriere, seine Reputation und sein ganzes Geld aufs Spiel setzt. Frank Langella verkörpert den gewieften Machtmenschen Richard Nixon, der die Chance sieht, das in der Öffentlichkeit von ihm entstandene Bild geradezurücken und sich von seiner Schuld und Verantwortung in der Watergate-Affäre reinzuwaschen. Mit viel Geld lässt sich Nixon davon überzeugen, die Gunst der Stunde zu nutzen, um nach dem Gespräch einen erneuten Anlauf auf das Präsidentenamt nehmen zu können. Zunächst scheint es ihm in die Karten zu spielen, dass er mit Frost einem im Umgang mit Politikern ungeübten Interviewer entgegentreten kann. Alles deutet darauf hin, dass der Plan aufgeht, denn Frost ist dem politischen Kalkül und Intellekt Nixons gnadenlos unterlegen. So wirkt das Interview lange Zeit wie ein Werbefeldzug des Ex-Präsidenten. Ein Telefongespräch zwischen Nixon und Frost am Vorabend des vierten und letzten Interviews bringt schließlich die entscheidende Wende. Im Rededuell kann Frost Nixon aus der Reserve locken und ihm folgende Worte abringen:"Wenn der Präsident es tut, bedeutet das, es ist nicht illegal". Nixons politische Karriere ist damit endgültig besiegelt. Frank Langella spielt Nixon so glaubwürdig, dass man am Ende, als er als gebrochener Mann das Fernsehstudio verlässt, gar Mitleid mit ihm empfindet. Eine wahrlich grandiose schauspielerische Leistung.
Frost/Nixon ist Schauspielkino auf höchsten Niveau und für politisch Interessierte sicherlich ein Muss. Abstriche muss man bei der Fokussierung auf die Interviews machen, in denen Themen meist nur kurz angerissen werden. Da hätte ich mir ein wenig mehr Hintergrund und Tiefe gewünscht.
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