Hannah und ihre Schwestern

Hannah and her Sisters (1986), US Laufzeit 103 Minuten, FSK 12, Drama, Komödie, Kinostart 02.10.1986


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7.9
Kritiker
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7.6
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15 Kommentare
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von Woody Allen, mit Barbara Hershey und Carrie Fisher

Eigentlich könnte man das Leben Hannahs als perfekt bezeichen: Im Gegensatz zu ihren beiden Schwestern hat sie es geschafft, eine funktionierende Familie aufzubauen. Diese beginnt jedoch zu zerbröckeln, als ihr Gatte Elliot sich auf einer Familienfeier in Lee, eine ihrer Schwestern, verliebt.

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Hannah und ihre Schwestern
Genre
Liebesfilm, Romantische Komödie, Komödie
Zeit
Thanksgiving
Handlung
Klassiker, Schauspieler, Thanksgiving
Zielgruppe
Pärchenfilm
Tag
Klassiker
Verleiher
Twentieth Century Fox of Germany GmbH
Produktionsfirma
Orion Pictures Corporation

Kommentare (13) — Film: Hannah und ihre Schwestern


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franticfury

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Bewertung10.0Herausragend

Der neue Film von Woody Allen "Blue Jasmine" ist gerade erst angelaufen und sowohl im Netz als auch im Fernsehen kann man sich vor Berichten über Woody Allen momentan ja gar nicht retten (was natürlich eine äußerst angenehme Abwechslung zur sonstigen Belanglosigkeit darstellt). Da ich aber am Ende der Welt wohne und tatsächlich kein einziges Kino im Umkreis von 150 km (!) den Film zeigt, sondern stattdessen lieber drei Kinosäle mit dem "Fack ju Göthe"-Schwachsinn verschwendet und ich momentan beim besten Willen nicht mal schnell für einen Abend nach München fahren kann, muss ich mich wohl oder übel noch ein wenig gedulden, bis ich mir sein neustes Werk zu Gemüte führen kann. Was also tun? Am besten sich nochmal in seine alten Meisterwerke stürzen. In die Filme, die der Grund sind, warum ich Woody so sehr liebe.

Erst gestern hatte moviepilot uns ja vor die schier unlösbare Aufgabe gestellt den besten Woody Allen-Film zu wählen. Natürlich kann man das so pauschal keineswegs sagen, denn der gute Woody hat einfach zu viele großartige Filme in seiner Filmografie vorzuweisen. Wenn man mich jetzt allerdings mit vorgehaltener Waffe dazu zwingen würde mich auf einen festzulegen, dann wäre es wohl dieser hier: "Hannah and Her Sisters".
Auf den ersten Blick vielleicht eine ungewöhnliche Wahl, die meisten Woody Allen-Fans würden wahrscheinlich zwischen den zweifellos auch überragenden "Manhattan" und "Annie Hall" schwanken, doch auch wenn "Hannah and Her Sisters" nicht denselben Charme wie "Manhattan" besitzen mag, oder so zitierfähig wie "Annie Hall" ist, so halte ich ihn tatsächlich für Woody Allens reifsten und besten Film.

"Hannah and Her Sisters" ist Woody Allen, wie ich ihn liebe. Der kleine New Yorker hat sich bei Bergman inspirieren lassen und in kaum einem Film macht er so wenig einen Hehl daraus wie hier. Es geht um Familie, um die Beziehung dreier Schwestern. Eine Beziehung, die nach außen hin scheinbar intakt scheint, doch unter der Oberfläche brodelt es gewaltig. Da wäre die Hannah, die Reife, Erfolgreiche der Dreien, die mit beiden Beinen im Leben steht und scheinbar durch praktisch nichts zu erschüttern ist, ihre Schwester Lee, die Intelligente, Begehrenswerte, Jugendliche, die aber noch nicht so Recht weiß, was sie im Leben so wirklich möchte und die Dritte im Bunde Holly, die Träumerin, leicht Labile, die den Durchbruch als Autorin schaffen möchte, der aber irgendwie niemand so recht etwas zutraut.

Was Woody aus dieser Ausgangssituation macht ist einfach nur großartig und bis heute eines der besten Beispiele, wie ein hervorragendes Drehbuch auszusehen hat. Die meisten Drehbuchautoren hätten ihre liebe Mühe und Not auch nur eine so interessante weibliche Protagonistin mit so viel Tiefe, Verletzlichkeit und Ehrlichkeit zu schreiben, doch Woody hat gleich drei davon. Jede einzelne der Schwestern ist so hervorragend geschrieben, so echt, dass ich mich einmal mehr fragen muss, wie um alles in der Welt Woody nur so gute weibliche Charaktere schreiben kann. Jede Einzelne dieser Dreien hätte einen Film alleine tragen können. Woody schafft es dabei aber, dass die Drei so hervorragend miteinander harmonieren, dass sie keine der Figuren störend von den anderen abheben würde. Dabei hilft es natürlich so klasse Schauspielerinnen wie Mia Farrow, Diane Wiest und Barbara Hershey an der Hand zu haben, die ihre Rollen alle absolut perfekt verkörpern, doch auch der Rest des illustren Casts macht seine Sache erschreckend gut. Bergman-Veteran Max von Sydow spielt mit dem misanthropisch veranlagten Maler und Intellektuellen Frederick eine meiner Lieblingsfiguren, Michael Caine als Hannahs Ehemann Elliot macht seine Sache nicht weniger hervorragend, aber der Preis für meine Lieblingsfigur geht einmal mehr an Mr. Woody Allen himself, der den hypochondrischen und melancholisch/depressiven Zyniker Mickey spielt und gleichzeitig für einige der interessantesten Gedanken im Film verantwortlich ist. Allen hält sich mit seinen Auftritten zwar ziemlich zurück, ganz als wolle er sich nicht in sein Wahnsinnsensemble einmischen, doch auf seine Auftritte freue ich mich jedes Mal am meisten, wenn ich mir diesen Film anschaue.
Seine Figur ist nicht mehr nur noch der neurotisch-witzige Woody Allen, der Woody Allen, den wir als Alvie Singer kennen und liebengelernt haben, sondern ein ungewöhnlich leidender Charakter. Natürlich trifft das in einer Art und Weise auf jeden Charakter zu, den Woody Allen über die Jahre verkörpert hat, doch in "Hannah and Her Sisters" ist der Grundton deutlich ernster als in seinen anderen Filmen. Zwar liefert er uns in gewohnter Woody-Manier einige wirklich urkomische und intelligente Sprüche, aber so ganz verschwindet der ernste, düstere Grundton dabei nie.

Das mag vielleicht auch der Grund sein, warum die wenigsten "Hannah and Her Sisters" zu ihren liebsten Woody Allen-Filmen zählen mögen. Der Grundtenor dieses Woody Allen ist ein anderer, ernsterer, dabei aber eben immer noch unverkennbar ein Woody Allen, denn der Optimismus kommt auch in "Hannah and Her Sisters" nicht zu kurz. Für mich ist Woody Allen seinem großen Idol Ingmar Bergman selten näher gekommen als hier, doch dabei bewahrt er sich immer noch seinen unverkennbaren Stil und Humor, was "Hannah and Her Sisters" für mich deshalb zu seinem besten Film macht. Selbst in "Crimes and Misdemeanors" hat er diese stilsichere Gratwanderung zwischen Komik und Tragik nicht mehr so hinbekommen wie hier. Mit "Hannah and Her Sisters" ist Woody Allen damals meiner Meinung nach endgültig in der Riege der ganz großen Autorenfilmer der Filmgeschichte angekommen. "Hannah and Her Sisters" muss sich nicht verstecken hinter einem Bergman oder einem Antonioni und ich übertreibe nicht wenn ich sage, für mich ist das hier einer der 10 besten Filme aller Zeiten!

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franticfury

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Vielen Dank, ist auch wirklich ein ganz besonderer Film für mich :)


Deathpool

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Nicht nur für dich;)
Schöner Kommi und das mit dem Kino ist echt traurig.


Zwiebel88

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"I had a great evening; it was like the Nuremberg Trials." (Woody Allens Figur Mickey in Hannah und ihre Schwestern)

Mein Abend mit diesem Film war sogar noch besser. Schönes Drama mit komödiantischen Einschüben. Schöne Komödie mit dramatischen Einschüben. Schöner Film. Witzig, klug, melancholisch. Grandios gespielt an allen Fronten. Woody Allen erfindet sich hier natürlich nicht neu, arbeitet mit ähnlichen Bausteinen und Figuren wie fast immer. Mittlerweile glaube ich ihn ganz gut zu kennen. Aber was macht das schon, wenn alles so wunderbar zusammenpasst wie in diesem Film? Nichts.

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aberaber

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Bewertung9.0Herausragend

Eine wunderbare und poetische Komödie. Einer meiner Lieblingsfilme von Woody Allen.

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Canis Majoris

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Bewertung9.5Herausragend

Prima Unterhaltung von Woody Allen, in der die obere Mittelschicht mal wieder nicht so recht weiß, was sie mit sich anfangen soll. Beiläufig werden große Fragen aufgeworfen, die sehr sympathisch in den Stoff eingebaut sind. Der vielleicht beste Allen-Film bis dato.

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neenchen

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein witziger, typischer Woody Allen Film, über die Irrungen der Liebe. Woody Allen selbst spielt einen hypochondrischen, Gott suchenden und überforderten TV-Produzenten. Der Film besticht durch die Off-Kommentare verschiedener Protagonisten. Dadurch gewinnt man einen ständigen Einblick in ihre Gedanken. Der Film ist gespickt mit subtilen Humor, intellektuellen Unterhaltungen und unterschiedlichster Musik. Es ist im Gesamten ein sehr unterhaltsamer, erwartungsgerechter Film von einem meiner Lieblingsregisseure.

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Benni-THE-KING

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Woody Allen dreht einen Ingmar Bergman Film
sogar Max Von Sydow ist mit dabei

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dae-su

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Bewertung9.0Herausragend

Wow - Woody Allen in Perfektion.

Eine komplexe, episodisch erzählte Geschichte um Identitätssuche, sexuelle Verwirrungen, Neurosen - und den Sinn unseres Daseins. Nicht viel weniger behandelt Allen in den 102 unglaublich kurzweiligen Minuten, angereichert mit so viel Humor, Jazz, Charme und Witz, das einem das Herz aufgeht.
Für die Besetzung hat er mal eben das Edelste zusammengesammelt, das man sich vorstellen kann, keine einzige Rolle will ich von einem anderen Schauspieler besetzt sehen - auch Allen selbst spielt wunderbar, sich selbst treu und trotzdem so viel erwachsener, ernstzunehmender.

Die Handlungsfäden sind auf elegante Weise miteinander verknüpft, keinem kommt mehr Leinwandzeit zu als den anderen, angenehm gleichwertig sind die Geschichten. Auch darf jeder mal seine Gedanken aus dem Off schildern, einen "Hauptdarsteller" im eigentlichen Sinn gibt es nicht. Die immer wieder eingeschobenen "Kapitelüberschriften" bilden eine angenehme Linie, die strukturiert und unterhält.
Hannah and her sisters ist einer der ganz großen, ganz wichtigen Allen-Filme: Hier schafft er die perfekte Balance aus Bergmann'schem Drama mit komplexen Figuren und Allen'scher Komödie, so leichtfüßig und beschwingt inszeniert, dass es eine Freude ist.

Und zur Einstimmung gibt's Harry James:
http://www.youtube.com/watch?v=atKY6U4p4ws

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fena

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

von allen allenfilmen ist das mein liebster! von der 1.sekunde bis zur letzten genuss pur! woody ich liebe dich dafür! caine grandios!

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magX

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Bewertung9.0Herausragend

Woody Allen hat seine Familientragödie mit Humor und tiefgründigen Aspekten verarbeitet. Starke Frauenrollen, die von sehr guten Schauspielerinen übernommen wurden, werten den Film auf. Die Inszenierung gerät in den Hintergrund, es geht in dem Film vor allem um die Geschichte und die Beziehungen der Schwestern zueinander und zu Männern.

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Herr Marcus

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Klar der beste Woody Allen der Post-Diane-Keaton-Phase. Charmant, hintertrieben und ein bisschen notgeil - alles mit Nerd-Jazz unterlegt. So, wie wir das lieben! Alles zu einer Zeit, in der Caine nicht in JEDEM Film auftritt und Frauen mit Minipli noch angehimmelte Sexobjekte sein konnten. Richtig, die Spätachtziger.
Und wie immer denke ich: Ich muss noch heute eine New York Reise buchen.

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alviesinger

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Ich komme mit!


cannibal83

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Bewertung7.0Sehenswert

Gut, aber für Woody Allen Niveau etwas enttäuschend, hatte mir mehr erwartet. Die Geschichte um die 3 Schwestern hat mich einfach nicht so mitgerissen wie Allen es sonst kann.

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christof.s

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Sehr sympathisch, etwas unaufgeregter, tiefgehender, raffinierter konstruiert zudem als Manhattan, den ich ansonsten auch sehr mag.

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AugusteB

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Der ultimative Film über Familie. Alles ist lustig und traurig zugleich. Wie im Leben eben. "Niemand, nicht einmal der Regen, hat so kleine Hände."

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