Woody Allen

Beteiligt an 65 Filmen (als Akteur, Regisseur, Drehbuch, Komponist, Autor, Produzent und Lieder) und 1 Serien

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Moviemaster
Woody Allen
Geburtstag: 1. Dezember 1935
Geschlecht: männlich
Anzahl Fans: 555

Woody Allen, einer der wichtigsten Filmemacher der neueren amerikanischen Filmgeschichte – immerhin umspannt sein Schaffen bereits über fünf Dekaden – beweist schon bei seiner Namensgebung Sinn für abseitigen Humor: So behält er von seinem Geburtsnamen Allan Stewart Konigsberg nur das Allan, wenngleich in anderer Schreibweise. Die Rede ist von Woody (Kurzform von Heywood) Allen.
Woody Allens Filme spielen in sämtlichen Genres, von den frühen Screwball-Sex-Komödien wie Was Sie schon immer über Sex wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten (1972)über Dramen wie Hannah und ihre Schwestern (1986) bis hin zu schwarzen Komödien wie Match Point (2005).

Rekordverdächtig ist ebenfalls die Produktivität Woody Allens: Seit 1982 vergeht kein Jahr, ohne dass nicht ein neuer Film von ihm in den Kinos erscheint. War Woody Allen in seinen frühen Filmen häufig selber noch zu sehen, inszeniert er mittlerweile lieber andere Schauspieler und vor allem Schauspielerinnen, wie beispielsweise Scarlett Johansson, die für ihn ähnlichen Musencharakter besitzt wie seinerzeit Mia Farrow oder Diane Keaton.
Diane Keaton ist es auch, die gleichnamige Protagonistin in Annie Hall spielt und Woody Allen als den redseligen Stadtneurotiker etabliert. Der Ton und die Stimmung des Films kommen bei Publikum und Kritikern so gut an, dass Woody Allen bei der nächsten Oscar-Verleihung gleich drei Oscars einheimst. Zugleich begründet er den Standard für das Genre der romantischen Komödie.
In Manhattan setzt der am 01. Dezember 1935 in Brooklyn geboren Woody Allen seiner Stadt das mehrfach Oscar-prämierte Denkmal.

Bevor Woody Allen ins Filmgeschäft einsteigt, ist er kurzfristig als Student an der New York University und später am City College New York, wo er unter anderem Film zu studieren gedenkt. Doch schon nach kurzer Zeit verlässt er beide Einrichtungen ohne Erfolg. Stattdessen widmet er sich dem Schreiben von Gags für Fernseh-Shows und Comedians. Später erzielt er Erfolge als Standup-Comedian und etabliert dabei den Charakter des nervös-neurotischen jüdischen Intellektuellen.

Nach einer desaströsen ersten Erfahrung mit dem Film Was gibt’s Neues, Pussy? aus dem Jahre 1965, für den er das Original-Drehbuch schrieb, aber etliche Änderungen gegen seinen Willen vornehmen musste, setzt Woody Allen alles daran, künstlerische Kontrolle zu behalten. Auch wenn seine Filme keine Blockbuster-Qualitäten besitzen, konnte er sich seine Souveränität bewahren. Außerdem genießt Woody Allen den Vorzug, dass seine Stars für einen Bruchteil ihrer normalen Gage arbeiten.

Blieb Woody Allen in der Vergangenheit als Location seiner Filme New York oder dem amerikanischen Kontinent treu, so dreht er mittlerweile auch gerne in Europa, so in London oder Barcelona.

Paris bildete den Hintergrund für die Komödie Midnight in Paris, mit Owen Wilson als Träumer, der dem Charme der Metropole verfällt, in der Hauptrolle. Hierfür wurde Woody Allen nominiert als Bester Regisseur bei den Oscars 2012, gewann aber letztlich für das Beste Originaldrehbuch die begehrte Trophäe.

Woody Allen ist ein passionierter und ausgewiesener Jazz-Klarinettist. (EM)


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27 Kommentare

über Woody Allen

phoenix409

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"Every Woody Allen Stammer From Every Woody Allen Movie", das behauptet der Titel dieser irrwitzig ausführlichen Montage der Huffington Post, und leck mich fett, das sind 44 Minuten, da wird der Titel wohl passen.

http://www.youtube.com/watch?v=0E34d7NXqPQ#!

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Jenny von T

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Ist's schon nach Mitternacht in Manhattan? Mhm, ist ja auch egal; Anlässlich des schnapszahligen 77. Geburtstags unseres burlesken Antihelden Allan Stewart Konigsberg melde ich mich heute jedenfalls exklusiv aus meinem Space Shuttle, zuletzt lokalisiert auf der Umlaufbahn des Woody Allen-Planeten. Zwischen Neuronen und Neurosen fließt auf der Quasi-Erde, die ich umrunde, alles außer Milch und Honig (und in dieser Galaxie gibt's zu allem Überfluss nichtmal 'ne Milchstraße), aber dennoch entbehrt dieses Plätzchen nicht einer gewissen Gemütlichkeit. Die Wolken könnten dunkler sein, und das, obwohl gar nicht weit entfernt die Asteroiden Bergman und Fellini ihre Kreise ziehen. Dies hat ohnehin rein praktisch Gründe, gesetzt dem Fall, der paranoid-liebenswürdige Zappelphilipp sollte jemals eines seiner Drehbücher einer Beäugung durch seine Idole würdig erachten, was zweifelhaft erscheint - schließlich reden wir hier über jemanden, der regelmäßig bereits unmittelbar nach Fertigstellung eines Skripts innerlich mit seinem jeweiligen Projekt abgeschlossen hat.
Die meisten von uns erlernen irgendwann einen Beruf und fristen sodann in mehr oder weniger monotonem Einklang mit diesem ihr restliches Dasein, anderen dagegen wird das Geschenk einer BerufUNG zuteil. Woody Allen möchte sich am Liebsten dafür entschuldigen, so viel Ruhm und Kultstatus schon zu Lebzeiten genießen zu dürfen ohne jemals ein Studium abgeschlossen zu haben. Entweder war Bescheidenheit selten in diesem Maße deplatziert oder der Gute kann sein Bewusstsein über seine großartige Fähigkeit, anderen ein Lächeln (oder Lachen) auf ihre Gesichter zu zaubern, einfach sehr gut verstecken.
Komiker, die nur lustig sind, sind selten ernst zu nehmen. Bei Allen vollzieht sich etwas ganz Wunderbares: Er entlarvt das Leben gleichermaßen als Tragödie und Farce (lediglich die individuell-subjektive Betrachtungsweise bestimmt unseren Standpunkt) und ist dabei obendrein herzlich unverkrampft. Unter dem Deckmantel des Klamauk erleben wir Figuren von mal entlarvender Echtheit, mal von gekonnter Überzeichnung, stets verknüpft mit dem Angebot, auch die Ernsthaftigkeit unter diesem Mantel mit überzustreifen. Und manchmal legt Allen ihn komplett ab – vielleicht sind gar diese erst einmal ungewohnt düsteren Momente, in denen Form und Inhalt unbestechlich nebeneinander stehen, seine größten (INTERIORS).
Wo in Woody Allens Universum – sei es maskiert oder offen - Abgründe lauern, verbirgt sich dahinter weniger eine lediglich schwarz eingefärbte Seichtheit als vielmehr ein genuines Interesse an – ja! - existenzialistischen Fragestellungen und menschlichen Verhaltensweisen, eben die Suche nach Wahrheit, was sich nach Genre-Kriterien in einer nicht zu verachtenden Experimentierfreude äußert. Klassische Thrillerelemente oder das Drama sind Allen offenkundig ebenso wenig fremd wie heimische komödiantische Gefilde und geben sich zu Zeiten besonders großer Spiellaune des Meisters sogar die Klinke in die Hand. Bei aller Wandlungsfähigkeit gerät eine Konstante allerdings nie ins Hintertreffen, und er könnte es auch gar nicht verleugnen, selbst, wenn er wollte: Egal auf welchem Terrain - Woody Allen ist Entertainer durch und durch. Zwischenmenschlich trotz allem immer ernst gemeinte Ansätze macht er mit einem unverwechselbaren Charme, aber auch einer großen Sensibilität handhabbar, sodass der geneigte Zuschauer sich nicht einmal unweigerlich zu jeder Sekunde im Klaren darüber ist, es mit einem praktisch kompletten Filmemacher zu tun zu haben, der die Kunst des Drehbuchschreibens beherrscht wie kaum ein Zweiter. Handlungsstränge werden gesponnen und zusammengewoben, ebenso wie Allens Charaktere. Letztere stehen am Ende des Tages nicht selten alleine da, ihrem tragisch-ironischen Schicksal überlassen – ganz im Gegensatz zum Publikum, das durch Allens Filme nur gewinnen kann.
Was ihn auch darüber hinaus zu seinen Gunsten von anderen Regiegrößen unterscheidet, ist, dass es sich bei Woody Allen tatsächlich um eine interessante Persönlichkeit von immenser Sogkraft handelt, die rein durch sich selbst zu unterhalten weiß. Oder wen beobachten wir sonst so gerne mit ansteigender Begeisterung beim offenen Ausleben seiner Komplexe, Zwangsvorstellungen und anderer Probleme? Ein kleingewachsener Geistesriese nutzt das Medium als Therapieform für sich und andere und wirklich niemand kann (und sollte) ihm dafür böse sein. Ganz gleich, wie viele verbittert-grummelige Alter Egos Allen in den kommenden Jahren noch aus dem Hut zu zaubern gedenkt, seine außergewöhnliche Beobachtungsgabe enthält dankbarerweise nicht zuletzt Spuren unverkennbarer Selbstironie.
Echten Zynismus hingegen sucht man vergebens, steht dieser Gattung künstlerischer Verstimmtheit doch nicht zuletzt Allens Gespür für Takt, Zeit und Menschen als Kehrseite entgegen. Keine Frage: Mag Allen auch den Eindruck vermitteln, weder mit sich noch seiner Umwelt und überhaupt der gesamten Existenz jemals ins Reine zu kommen, verbündet hat er sich zumindest mit seinem inneren Kind. Kein Wunder, dass er allein äußerlich zu altern scheint. Und wie passend, hat er sich doch ohnehin ganz und gar strikt gegen das Älterwerden und den Tod ausgesprochen. Umso weniger überraschend ist da die Kontinuität in seinem Schaffen; Mauern fallen, es werden Kriege geführt, Präsidenten gewählt, Trends begründet und wieder überholt, doch nur eine Sache ist gewiss: Jedes Jahr ein neuer Woody Allen-Film. Aber nicht nur das: Jedes Jahr ein potenziell nächster großer Wurf – immer noch! So vorschnell dem stilfixierten Cineasten-Hipster von heute der Rüffel des zahmen Altherrengaudi in Bezug auf Allens Spätwerk von den Lippen und aus den Fingern kommen mag, so wenig bildungsbürgerkompatibel präsentiert sich der ebenso kühle wie ehrliche Nihilismus eines MATCH POINT oder VICKY CRISTINA BARCELONA in Wirklichkeit. Der Mut und die Forschheit eines Regisseurs (ja, ja, Woody, auch davon willst du nichts hören, schon klar!), der sich spürbar noch nicht aufgegeben hat und auch die Anlagen besitzt, sich im Rahmen des Möglichen noch einmal neu zu erfinden (ohne unter'm Tisch seine Künstlerseele auf dem silbernen Tablett an den Meistbietenden zu versteigern) siegt über den Moment des Zufalls, mit dem ein Tennisball auf der ein oder anderen Seite des Netzes aufkommt - auch, wenn es 2012 nicht ganz geklappt hat. Die alljährliche Wundertüte ist zu süß und verlockend als dass man sie auch nur einmal mit Nichtachtung strafen könnte, und wenn es nur eine Lebensweisheit mehr ist, mit der wir auf so leichtfüßige Weise bereichert werden. Oder ein neues, passendes Woody Allen-Zitat für die zehntausend und zehnte Lebenssituation. Denn wenn es dem New Yorker doch mal wieder bis zum Halse steht, setzt er sich eben an seine deutsche Uralt-Schreibmaschine und hämmert eine Komödie, Satire oder satirische Komödie in die Tasten.
Der Allround-Neurotiker hat ja so recht. Ja, wir sind manchmal erbärmliche Geschöpfe und unser Dasein mag für die Tonne sein, aber Woody Allen hat uns noch immer lieb genug, uns im Jahresturnus mit seiner schier unerschöpflichen Pfiffigkeit zu beglücken - sei's nun durch kindliche Albernheiten oder schockierende Wahrhaftigkeit, und das macht es für alle Beteiligten verdammt erträglich. Manchmal sind es die kleinen Dinge, auf die die Welt nicht gut verzichten könnte. Zum Beispiel Vor- und Abspanne in Windsor-Schrift mit Jazz-Unterlegung. Und selbstredend das Drumherum. Eventuell meint es Gott am Ende aller Tage ja doch gut mit uns.
Eigentlich wollte ich den nächsten irdischen Regenguss abwarten, aber so vergesse ich das Wichtigste noch, dabei soll heute doch nun wirklich kein Tag für Unglücksraben sein: Happy Birthday, kleiner Gigant!

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Demine

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So ziemlich der beeindruckendste Kommentar, den ich hier bisher lesen durfte. Ernsthaft.


Jenny von T

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Wow, das ist ein wirklich großes Kompliment. Vielen Dank!


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