Hunger

Hunger (2008), IE/GB
Laufzeit 91 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 13.08.2009

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7.5 Kritiker
15 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.3 Community
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von Steve McQueen, mit Stuart Graham und Helena Bereen

Hunger erzählt von den letzten Tagen des IRA-Kämpfers Bobby Sands (Michael Fassbender). 1981 sitzt er im Maze-Gefängnis in Nordirland, wo für die inhaftierten Iren der Unabhängigkeitskampf weitergeht: Revolten, Ungehorsam, Vandalismus. Für die britische Regierung unter Thatcher sind die IRA-Soldaten nichts weiter als gewöhnliche Kriminelle. Um für seine Mithäftlinge aus der IRA den Status des politischen Gefangenen zu erzwingen, will Bobby Sands die Regierung mit einem Hungerstreik zum Einlenken bewegen. Er selbst tritt freiwillig als erster den Streik an und nimmt dafür bewusst seinen Hunger-Tod inkauf.

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Kritiken (6) — Film: Hunger

Filmering: Filmering.at

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9.0Herausragend

Hunger ist ein großer Film. Die IRA-Thematik wird in einem unbarmherzigen Mikrokosmos gebündelt und vielschichtig dargeboten. Hunger bezieht dabei keine Stellung, sondern überlässt es dem Zuseher sich selbst eine Meinung zu bilden. Der Film erlaubt sich dabei durchaus leise und poetische Töne zwischen den rauen und brutalen Szenen. Steve McQueen ist es gelungen einen stark nachwirkenden und beeindruckenden Film zu drehen, den man nicht so schnell vergessen wird. Nach dem Abspann ist man auf jeden Fall einmal sprachlos.

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Mr.Vengeance: Lost In Imagination

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8.0Ausgezeichnet

HUNGER ist ein Film, der in jeder erdenklichen Hinsicht unglaublich schmerzt. Der trockene, fast zynische Blick auf Gewalt, Macht und den Glauben für eine Sache einzustehen. Selbst wenn die letzten Zeilen der Geschichte schon geschrieben stehen. Michael Fassbender spielt beunruhigend genial.

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Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de

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9.5Herausragend

Auch wenn der Nordirland-Konflikt heute weitgehend entschärft und aus dem bewaffneten Kampf ein politischer geworden ist (von Verirrungen wie einigen Anschlägen einer Gruppierung mit dem Namen The real IRA einmal abgesehen), fühlt man sich immer wieder auch an die Gegenwart erinnert, an die Foltergefängnisse von Abu Ghraib, an illegale CIA-Lager und an Guantanamo sowie an all die Stätten des Grauens und des Terrors, von deren Existenz wir allenfalls eine vage Vorstellung haben. Insofern ist Hunger nicht nur die höchst stilisierte Rekapitulation eines genau umrissenen historischen Ereignisses, das sich vor gar nicht allzu langer Zeit mitten in Europa zutrug. Der Film ist auch ein Essay über den Körper als Waffe, über Folter, Widerstand und Krieg, über die Bestie Mensch – jederzeit und überall auf der Welt. Und ein Kunstwerk von verstörender Schönheit, Poesie und entsetzlicher Grausamkeit.

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E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film

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7.5Sehenswert

Mit offenen Augen zeigt Steve McQueen, was es heißt, Hungers zu sterben. Mit bloßem Abmagern ist es mitnichten getan. Wir sehen die Wundmale an Sands Körper, wir sehen ihn Blut speien, wir sehen ihn umkippen, wir sehen seine Visionen von auffliegenden Vögeln. Also sehen wir Sands einerseits elend verenden. Gefilmt aber ist das in fast stummer Abfolge von seltsam lichten Sequenzen. Der Film, der nun ganz und gar mit Sands selbst identifiziert ist, verklärt den sterbenden Körper des IRA-Kämpfers. Willig folgt er ihm, in idyllischen Kindheitsvisionen, aus dieser in eine andere Welt.

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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...

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9.5Herausragend

"Hunger" ist einer der unerträglichsten, schaurigsten und zugleich großartigsten Filme der vergangenen Jahre, bei dem man oft wegschauen möchte, sich aber nicht dem Sog der Geschichte entziehen kann. Der Zuschauer leidet gemeinsam mit den gemarterten Protagonisten und ist zugleich beeindruckt von ihrer charakterlichen Stärke. Gedreht hat diesen Film der britische Turner-Preisträger Steve McQueen, der ihn wie ein dreiteiliges Tryptichon anlegt und souverän seinen hohen Anspruch einlöst, die gräuliche Atmosphäre auf allen Sinnesebenen zu vermitteln.

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TheCorey: MovieMaze

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6.0Ganz gut

Oft wirkt es so als würde McQueen voraussetzen, dass der Zuschauer weiß wer Bobby Sands ist und wie der Hungerstreik 1981 verlaufen ist. Da, schaut her, ich liefere euch Bilder zu dem was ihr in der Schule gelernt habt. So mutet Hunger die meiste Zeit an. Vorwissen über die politische Lage in Nordirland und den Kampf der IRA ist hier klar von Vorteil. Dahingehend kann der Film auch nicht vollends überzeugen, zu unterschiedlich das Gesamtprodukt, zu inhaltsleer die Intention des Werkes.

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Kommentare (51) — Film: Hunger

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Chewbacca

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Bewertung3.0Schwach

Wer einen Film mit Steve McQueen und Michael Fassbender erwartet und anfangs verwirrt guckt, der liegt voll richtig. Auch für mich war dies ein Muss und hat mich bitter enttäuscht. Zum Einen, ist es nicht der 1980 verstorbene Steve McQueen, der Regie führt und zum Anderen ist dies ein furchtbar intensiver Film, der sehr extrem aber langweilig präsentiert wird und damit aber leider mehr abstößt als er Interesse weckt und somit auch nicht unterhält. Vielmehr zeigt man in seltsam anmutenden Szenen den kargen Alltag in den Gefängnissen Nordirlands und ich frage mich noch heute, was dieser Film mir eigentlich sagen wollte…

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HopeWithinChaos

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Bewertung6.5Ganz gut

Regisseur Steve Mc Queen ist kein großer Freund von Erklärungen, dafür aber ein umso größerer Freund von langen ruhigen Einstellungen.
Bei "Shame" hat mir das sehr gut gefallen, hier habe ich mich leider etwas gelangweilt.
Michael Fassbenders Performance in den wirklich interessanten letzten 30 Minuten rettet diesen Film allerdings.

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VisitorQ

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Bewertung6.5Ganz gut

ruhiges, krasses und intensives Drama, das unter die Haut geht. Sehenswert.

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vicvega

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Bewertung7.5Sehenswert

Was ich an Hunger toll finde (und was den Film wirklich besonders macht) ist das die Thematik nicht reißerisch inszeniert wurde. Hunger ist ein wichtiger Film. Für mich ein Kunstwerk.
Er stellt schockierend und kompromisslos ein wesentliches Merkmal des Menschen dar:
Die Überzeugung, die Fähigkeit für etwas einzustehen, zu träumen an eine Sache vorbehaltslos zu glauben und zu vertrauen. Bobby Sands würde alles dafür tun die Ziele der IRA durchzusetzen, er nimmt den Tod in Kauf, denn er hofft durch seine Aktion etwas zu bewirken, ein Zeichen für seine Kameraden zu setzen. Beeindruckend ist hier wie McQueen diese menschlichen Eigenschaften in einer eiskalten, unmenschlichen Atmosphäre zur Schau zu stellt.
Hunger will keine Partei ergreifen, niemanden verteufeln. Dieser Film will einfach nur berichten, was er ausgezeichnet macht. Er lässt einen nachdenklich und mit vielen Fragen zurück, bei mir v.a. warum? Warum diese Qualen aufgrund von Politik aufnehmen.
Deshalb ist Hunger letztendlich nicht für mich bestimmt, da ich überhaupt nichts mit politischem bzw. religiösem Fanatismus anfangen kann. Mit Charakteren wie Bobby Sands kann ich mich einfach nicht identifizieren.
Trotzdem in jedem Fall sehenswert, allein um ein Bild von menschlicher Vernarrtheit zu haben.

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alex023

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Bewertung5.0Geht so

Steve McQueens Regiedebüt handelt vom Aufstand der Insassen im nordirischen Maze-Gefängnis, welcher sich so oder so ähnlich 1981 zugetragen hat. Zunächst weigern sie sich, Gefängniskleidung zu tragen und waschen sich nicht. Doch bald geht das ganze, nach einer Reihe von ständigen Misshandlungen durch die Wärter, in einen Hungerstreik über. Angeführt von IRA-Freiheitskämpfer Bobby Sands, virtuos von Michael Fassbender verkörpert, wollen sie solange keine Nahrung zu sich nehmen, bis ihre Forderungen vom britischen Parlament erfüllt werden. McQueen ist ein Künstler und das zeigt sich auch hier deutlich, denn fernab vom Mainstream liefert er mit HUNGER eine ganz andere Art von Film ab, eine solche, die man nicht oft zu Gesicht bekommt. Atmosphärisch unglaublich dicht mit einem bedrückenden Score, sticht besonders die Kamera heraus, die hier exzellente Einstellungen zeigt und dadurch perfekt passende Bilder präsentiert. Das Meisterstück des ganzen Films ist die circa siebzehn-minütige Konversation zwischen Sands und dem Priester Mohan, denn hier wird beinahe durchgehend mit einer einzigen Kameraeinstellung wahnsinnig viel an Stimmung eingefangen. Und doch, trotz dieser gewaltigen Intensität, der immensen Gewaltdarstellung und dem nicht abstreitbaren handwerklichen Glanz des Films, hat er mir nicht wirklich zugesagt. Man könnte eher sagen, er hat mir überhaupt nicht gefallen, aber es gibt enorme Pluspunkte, weil das Handwerk in diesem Fall besonders gewürdigt werden muss. Normalerweise bin ich nun mal ein Fan von ruhigen, bisweilen melancholischen Dramen, aber hier war es wohl einen Tick zu viel, ein Stück zu weit, zu ruhig, um es ganz pauschal zu sagen.

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PaJeRo

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Bewertung7.5Sehenswert

Trotz der Gewalt ein ruhiges und intensives Drama. Stellenweise für Unterhaltung suchende Leute sehr zäh, jedoch auf seine eigene Weise gut. Der Film ist geprägt von langen Aufnahmen und Kälte. McQueens erstes Werk kann nicht unbedingt jeden begeistern, aber das will er wohl auch nicht.

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ThomasBenle

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Bewertung7.0Sehenswert

Weitab von Mainstreamkino und Vorabendprogramm erschafft Steve McQueen mit „Hunger“ ein Stück Film, das in seinen Bildern so nah an der Realität bleibt, dass es mitunter unterträglich ist. Lange, wortlose Einstellungen sind die Regel, Musik sucht man vergebens, alles grau und trostlos. Wo andere Regisseure bloß einen quälenden Schlusspunkt setzen, macht McQueen ernst und stellt seinen gesamten Film ins Zeichen von Leid, Qualen und schließlich auch: Sterben.

Damit macht er es seinen Zuschauern nicht leicht und wäre er dabei in der Wahl seiner Stilmittel nicht so unglaublich sicher und überaus konsequent, hätte ich vermutlich abgeschaltet, noch bevor der titelgebende „Hunger“ (tatsächlich recht spät) überhaupt ins Spiel kommt. So aber entfaltet „Hunger“ einen geradezu magischen Sog, der einen nicht wegsehen oder durchatmen lässt und der durch das sehr authentische Schauspiel Fassbenders noch zusätzlich verstärkt wird.

Allein für seine ganz spezielle Art der „Ästhetik“ und Fassbenders grandiose Leistung ist „Hunger“ also schon sehenswert. Ein Meisterwerk, wie hier mitunter beschworen, ist er aber dennoch nicht. Dafür legt McQueen in seiner Stilversessenheit den Fokus zu sehr auf die Atmosphäre des Films – und lässt vieles andere unbeachtet. Wer vorher nicht zumindest schon ein wenig über den im Film thematisierten Konflikt weiß, den lässt „Hunger“ einfach links liegen – Erklärungen gibt es keine. Und vielleicht ist das auch besser so. Denn auch wenn McQueen erfreulicherweise auf allzu offensichtliche Parteinahme verzichtet, so ist „Hunger“ doch vor allem ein Film über das Leiden der IRA-Terroristen. Dass diese überhaupt Terroristen waren, kommt hingegen erstaunlich kurz. Dieser Eindruck wird durch die mangelnde Charaktereinführung McQueens noch verstärkt: Hauptfigur Bobby Sands taucht in der Mitte des Films quasi aus dem Nichts auf und ist im Grunde völlig austauschbar. Das suggeriert ein „Es hätte jeden treffen können!“ und ist so schlichtweg falsch!

Dennoch: sehenswert!

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mcclane91

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Steve McQueen & Michael Fassbender - das passt einfach! Wie auch schon in Shame zeigt das Duo in Hunger, ihrem Erstlingswerk eine grandiose Leistung. Hunger ist sicherlich kein Film den man 20:15 Uhr auf Pro7 zeigen kann. 8 von 10 Zuschauern würden vermutlich schon nach 20 Minuten ausschalten. Der Film ist zäh, anstrengend und fast schon etwas eklig - so als wenn man bei schlechtem Wetter einen Berg in dem Alpen erklimmen würde, doch wenn man denn über der Wolkendecke ist und den grandiosen Ausblick genießen kann, denkt man dass alles vorhergegangene auch wunderbar war - so auch bei Hunger. Die Kameraeinstellungen sind teilweise ungewöhnlich, aber trotzdem genial, die Szenen sind teilweise minutenlang ohne einen einzigen Cut - das wirkt extrem bedrückend, aber das soll es wohl auch. Insgesamt ein wirklich grandioses, hochdramatisches Werk über das in den Hungerstreik gegangene IRA-Mitglied Bobby Sands. Wenn man sich auf den Film einlässt, vermag er von der ersten bis zur letzten Minute an zu fesseln. Fassbender zeigt mal wieder eine unglaubliche Leistung. Insgesamt fand ich Hunger sogar ein Stück besser als Shame!

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homeaffairs

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Bewertung9.5Herausragend

Kompromisslos, wild, fantastisch inszeniert. Michael Fassbender verlangt sich als Schauspieler alles ab im ersten Teil der Körperlichkeits-Trilogie, die Steve McQueen & Fassbender mit Shame dieses Jahr bravourös weiterführten. Allein das Kunstwerk, den wortkargen und bildgewaltigen Plot in seinen 2 Stadien durch einen mittig angelegten, über 15 Minuten langen, Dialog zusammenzuführen, der so stark ist, dass man die Handlungen und Konsequenzen des Eingesperrten nachvollziehen und verstehen kann, verlangt höchste Anerkennung und zeigt die Kraft dieses Regisseurs auf. Unvergesslich gut.

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Filmkenner77

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Bewertung5.0Geht so

Zweifellos, Michael Fassbender zeigt, warum er einer der Topschauspieler auf dem Planeten ist. Aber "Hunger" ist mir persönlich zu sperrig inszeniert. Verstörend, schockierend, schwer verdaulich und anspruchsvoll ja, aber richtig packend leider nie. Die Bildkompositionen sind gelungen, aber die Handlung zu sehr verdichtet. Wer sich mit den politischen Hintergründen des Nordirland-Konflikts nicht gut auskennt, wird die Handlungsmotive der Protagonisten kaum nachvollziehen können. Letztlich ist "Hunger" ein Film, der mir an einigen Stellen zu tendenziös daherkommt, an anderen Stellen hingegen seltsam unentschlossen wirkt. Eine Gratwanderung die nicht immer gelingen will. Man kann es als Qualitätsmerkmal erachten, dass der Film keine vorgefertigten Antworten liefert und Fragen aufwirft, die jeder Zuschauer mit sich selbst ausmachen muss. Negativ betrachtet könnte man aber auch sagen, dass der Regisseur ein wenig zwischen den Stühlen steht.

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Mr.Bungle

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Bewertung6.0Ganz gut

Habe ihn mir heute im Tv angesehen und war ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Schlecht war der Film nicht aber wirklich gut fand ich ihn auch nicht. Ich muss dazu sagen, dass ich schon sehr sehr müde war und das eventuel der Grund dafür ist, dass ich mich etwas gelangweilt habe. Das Ambiente war das Best am Film, nur wirklich packen konnte "Hunger" mich trotzdem nicht.

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dada20

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Bewertung9.0Herausragend

Bin ich der Einzige, der bei der 3-minütigen Gangputz-Szene die ganze Zeit gebannt hinsehen musste? :)
Fantastischer Film mit ergreifend-bedrückender Stimmung

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Stefan Ishii

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Nein, es ging mir ähnlich wie dir. Allerdings habe ich 90 Minuten lang gebannt hinsehen müssen ;)


dada20

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ja, ich war natürlich auch den ganzen Film lang gebannt, aber bei so einer szene hats mich irgendwie schon ein bissn überrascht :)


judischnudi

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Bewertung6.5Ganz gut

Ein Film, der seinen Protagonisten erst nach einem Drittel der Laufzeit einführt, kann leider trotz eindrucksvoller, atmosphärischer Bilder nicht ganz überzeugen. Steve McQueen lässt sich Zeit. Zeit, die in das Aufwischen des uringetränkten Bodens investiert wurde, die sich jedoch in einer ausführlicheren Charakterisierung des Bobby Sands besser ausgezahlt hätte.
Der typisierte Dialog zwischen Pater und Häftling ist überstilisiert und führt dem Zuschauer seine Position als außenstehender Beobachter zu stark vor Augen. Dennoch ermöglicht genau diese Haltung, das bewegende letzte Drittel des Films zu überstehen. Ein überragender Michael Fassbender schafft es trotz mangelnder Einführung, dass der Zuschauer den Hunger fast schon selbst körperlich mit erleidet. Kaum vorstellbar, was passiert wäre, hätte der Film den Fokus noch stärker auf sein eigentliches Thema gelenkt. Wahrscheinlich wäre es ein Meisterwerk geworden. Leider spielt der Hunger jedoch erst in der zweiten Hälfte des Films die ihm gebührende Rolle.
Glücklicherweise konnte ich mich in jüngster Zeit davon überzeugen, dass der den Hunger quasi bis zur Unerträglichkeit personifizierende Fassbender diese Rolle überlebt hat, was mir angesichts seiner Leistung in dem insgesamt respektablen Regiedebut 'Hunger' nicht selbstverständlich schien.

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guggenheim

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Bewertung7.0Sehenswert

Steve McQueen kann seine künstlerische Herkunft nicht verleugnen. Das muss er auch nicht, gelingt es ihm doch, dass ein oder andere große Bild zu erschaffen, manchmal sogar eher zufällig (die einzelne Schneeflocke auf blutigem Handknöchel - womöglich die größtmögliche atypische Poesie - ist ein Beispiel dafür). Was McQueen einem nicht bietet, ist Unterhaltung. Da er wohl nie im Sinn hatte für Kurzweil zu sorgen, kann man ihm auch hier nur herzlich gratulieren, der angespannt emotionskarge Stil transportiert die anvisierte Stimmung. Für den Zuschauer, der auch noch weitgehend auf eine emotionale Bindung mit den Charakteren verzichten muss, ist das jedoch nicht einfach. In vielerlei Hinsicht ist "Hunger" ein schweres Stück Film.

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8martin

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Bewertung9.5Herausragend

Bei der Darstellung des erfolgreichen Hungerstreiks des IRA-Mannes Bobby Sands in den 80er Jahren geht der Film von Steve McQueen (der heißt wirklich so) weit über die Schmerzgrenze hinaus. Er verstärkt die Wirkung durch lange wortlose Einstellungen mit düsteren Bildern in drei sehr unterschiedlichen Teilen:
1. Entwürdigende Maßnahmen durch das Wachpersonal an den IRA Männern: Prügelorgien, echter Spießrutenlauf, Untersuchungen aller Körperöffnungen etc. Gut, dass es kein Geruchskino gibt. Ein Schocker beendet diesen Teil, der insgesamt ohne viele Worte durch äußerst brutale Aktionen beeindruckt.
2. Bei statischer Kamera ein längerer Dialog zwischen Bobby und einem Anstaltspfarrer. Hier hinterfragen beide Seiten geistreich und tiefgründig die Gegenseite und konfrontieren sie mit der eigene Position. Unter anderem ‘Ist Hungerstreik Mord oder Selbstmord?
3. Körperlicher Verfall des Hungernden, Qualen der Abmagerung (Michael Fassbender ist echt klapperdürr). Wortlos wird der langsame Sterbeprozess geschildert. Das ist nicht nur für den Schauspieler mit unheimlichen Schmerzen verbunden.
Man begreift die fanatische Verbohrtheit der Aktivisten und staunt über die Konsequenz ihres Handelns. Der erste und der letzte Teil beeindrucken durch realitätsnahe Brutalität und Grausamkeit des Sterbens, der Mittelteil dient der intellektuellen Aufarbeitung des Themas. Zusammengenommen ergibt das einen starken Film.

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Hooded Justice

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Es war still. Totenstill. Abstoßendstill. Während ein grässliches Bild nach dem anderen über den Bildschirm flackerte, war es einfach wie tot. Ich habe mich 90 Minuten weder getraut, mich zu bewegen, noch den leisesten Laut von mir zu geben. 'Hunger' ist verstörend wie lange kein anderer, weil so real und gravierend und ernst gemeint, wie man es nur ernst meinen könnte. Und genau danach schaut es auch aus; genau danach lässt es sich anfühlen; genau das strahlt es aus. Kann ich und möchte ich keinem empfehlen, doch inszenatorisch, dramaturgisch sowie schauspielerisch beispiellos und ausgezeichnet.

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Markbln

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Bewertung5.0Geht so

Ich weiß nicht, ich weiß nicht. Auf der einen Seite gefällt mir sehr, wie Steve McQueen relativ wertungsfrei versteht, dieses Drama zu verfilmen, ohne in moralinsaures und bedeutungsschwangeres Sendungsbewusstsein abzudriften. (Nichtsdestotrotz bezieht er hier genau wie Tim Robbins in "Dead man walking" auch eindeutig Stellung, da soll man sich nichts vormachen).
Auch für die wirklich berührenden Bilder am Schluss, der mich an die biblische Erlösung erinnert, würde ich den Regisseur bewundern können.
Die Darstellung der letzten Wochen ist teilweise unerträglich, als Zuschauer fühle ich mich auf das Innerste zurückgeworfen. Das ist brutal und unnachgiebig, dadurch zollt McQueen dem Thema aber den nötigen Respekt und gibt ihm die nötige Würde.

Allerdings geht es auch um die IRA, eine paramilitärische Truppe, die keine Rosen verkaufte. Das kommt mir bei den IRA-Filmen manchmal zu kurz und wird aus meiner Sicht etwas verklärt. Natürlich kann man verstehen, wenn sich jemand von England und speziell vom Teufel Thatcher befreien will, aber diese Gruppe war eben nicht zimperlich in der Mittel der Wahl, so auch Bobby Sands nicht. Die IRA wiederum hat hier bewusst das Leben mit kalkulierten Hungerstreiks der Menschen geopfert. Immerhin wird das im zentralen Dialog thematisiert.

Schauspielerisch lebt der Film ganz vom Star Michael Fassbender, der mich absolut überzeugt und Christian Bale in Zukunft schwerste Konkurrenz machen dürfte. Stilistisch manchmal zu detailverliebt und ästhetisiert, lässt mich der Film mit gemischten Gefühlen zurück. Auf der einen Seite gibt es sehr aufwühlende Szenen, auf der anderen Seite Körperporno, den ich nicht nur für unnötig, sondern auch für selbstgefällig und verklärend halte und nach "The Machinist" eigentlich nicht mehr brauche, um ein so furchtbares Kapitel der englisch-irischen Geschichte zu erzählen.

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Punsha

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Bewertung6.5Ganz gut

Dreckig, entsetzlich, abstoßend, widerlich: Nein, mit diesen Worten versuche ich nicht die Qualität des Films zu beschreiben, sondern lediglich die Atmosphäre, in die Steve McQueen uns hier versetzt. Mit allerhand Schmutz, Exkrementen, langen, ungewaschenen Haaren und insgesamt purer körperlicher Verwahrlosung wird uns hier ein schockierendes Bild des Unabhängigkeitskampfes der IRA gezeigt, mit einem ungeheuren Sog, dem man sich trotz der abscheulichen Bilder einfach nicht entziehen kann. Realistisches Kino in seiner ausgeprägtesten Form, bei deren sichtbares Bemühen um Glaubwürdigkeit McQueen zeitweise durchaus zu aufdringlich erscheint. Während ein 17 minütiges, ungeschnittenes Gespräch zwischen dem Protagonisten Bobby Sands (Michael Fassbender) und einem Priester durch hervorragende Dialoge und ein lebhaftes Schauspiel zu keinem Zeitpunkt langatmig wirkt und einen unvergesslichen Eindruck macht, ist das minutenlange Bodensäubern eines Wärters in darauffolgender Szene ein eher überflüssiges Mittel, um zwanghaft Authentizität zu wahren. Vollkommen wertungsfrei, unvoreingenommen und kaum heroisch legt der Film den Fokus auf den schmerzlich anzusehenden Hungerstreik und lässt den Zuschauer in der Grausamkeit zurück, die jegliches Urteil zum Sinn des Unabhängigkeitskampfes vorerst vollkommen erstickt.
HUNGER ist kein Lehrbuch, kein Heldenmaterial, keine Unterhaltung. Stattdessen Reality TV für Hartgesottene, Kino zum Schaudern. Ein guter Film und ein überdurchschnittliches Regiedebut.

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seven

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Fassbender soll hier ja auf den Spuren von Bale à la "Maschinist" wandeln, ne?


Punsha

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So ist es. Ich glaube aber sogar, dass Fassbender besonders am Ende sogar noch ein wenig schlimmer aussah. Schauspielerisch kannst du die beiden aber in diesen Filmen schlecht vergleichen, weil von ihnen recht verschiedene Sachen abverlangt werden, die sie aber ähnlich großartig meistern.


Prestigeww

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Bewertung7.0Sehenswert

Was der Film zeigen will, zeigt er mit zugegeben atemberaubender Perfektion. Von der Kamerarbeit bis zum unglaublichen Dialog zwischen Sands und dem Priester - makellos. Was mich allerdings stört, ist, dass McQueen Bobby Sands Selbstopfer viel zu wenig infrage stellt, die Position des Priesters im Dialog also zu schwach ist. Denn was der Film suggeriert, dass nämlich die gequälten und gedemütigten IRA-Gefangenen letztlich durch ihren blinden Fundamentalismus doch über die teuflischen Briten triumphierten, ist ebenso naiv wie gefährlich. Jeder Konflikt hat schließlich zwei Seiten und wer bereit ist, sich selbst zu opfern, der opfert in der Regel noch viel lieber Unbeteiligte. Hunger ist jedoch nichts anderes als (zugegebenermaßen perfekte) Heldenverehrung.

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nilswachter

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Bewertung9.5Herausragend

Ein höchst intensives und verstörendes Filmerlebnis. Schonungslos, grossartig gefilmt und überragend vertont, geht dieses Drama ganz schön an die Nieren. Ein Film ohne grosse Worte aber mit einer Bildsprache, die ihresgleichen sucht. Indem McQueen sich jeder moralischen Positionierung oder Wertung entzieht und auf Sentimentalität verzichtet, ist der Zuschauer zum Beobachten verschiedenster Gräueltaten und Gräueln verdammt. Und dennoch gibt es keine Möglichkeit sich dem Geschehen zu entziehen, gibt es keine Distanz. Man wird zum teilnehmenden Beobachter und erlebt den Hunger, die Schläge, die unmenschliche Situation, die Wut und Verzweiflung hautnah mit. Gleichwohl wird einem nie eine Bewertung des Gesehenen aufgedrängt oder wird man zu Mitleid gezwungen. McQueen überlässt es dem Rezipienten die Bilder selbst zu deuten, das Geschehen einzuordnen und lässt einen diesbezüglich am Ende des Films wortwörtlich sitzen. Ein mehr als beachtliches Erstlingswerk von einem Regisseur, welcher noch viel von sich hören lassen wird.

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Le Samourai

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Vollkommen richtig!


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