I Killed My Mother

J'ai tué ma mère (2009), CA Laufzeit 100 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 03.02.2011

noch nicht bewertet

Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
6.9
Kritiker
14 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.2
Community
733 Bewertungen
48 Kommentare
admin image admin trailer admin edit edit group memberships sweep cache Moviemaster:Movie

von Xavier Dolan, mit Anne Dorval und Xavier Dolan

I killed my Mother war der kanadischen Beitrag zur Oscarverleihung 2010 in der Kategorie Bester Fremdsprachiger Film.

Hubert (Xavier Dolan) hasst seine Mutter! Er hasst ihre geschmacklosen Pullis, ihre kitschige Deko und die widerlichen Krümel an ihrem schmatzenden Mund. Und er hasst, wie sie andere manipuliert und dabei ihre eigenen Hände stets in Unschuld zu waschen weiß. In ihrem Schatten stolpert er durch die Abenteuer einer eigentümlichen und zugleich typischen Adoleszenz – künstlerische Entdeckungen, große Freundschaft, Ausgrenzung und erster Sex. Doch das schwierige Verhältnis zu seiner Mutter bleibt Thema: Aus Hassliebe wird wilder, blinder Hass.

Hintergrund und Infos zu I killed my Mother
I Killed My Mother ist der kanadische Beitrag zur Oscarverleihung 2010 in der Kategorie Bester Fremdsprachiger Film. Regisseur Xavier Dolan beschreibt semi-autobiographisch seine Jugend als Homosexueller, der gegen seine Mutter bestehen und seinen Platz im Leben findet muß. Dolan schrieb das Drehbuch zu I Killed My Mother mit nur 17 Jahren, mit 19 verfilmte er es. Der Film lief bereits auf zahlreichen Filmfestivals. (DH)

  • 37795279001_1859527808001_th-506165b5c7e7b0e4032c72d8-672293875001
  • I Killed My Mother - Bild 6461833
  • J'ai tué ma mère - Photo6
  • J'ai tué ma mère - Photo5
  • J'ai tué ma mère - Photo4

Mehr Bilder (8) und Videos (3) zu I Killed My Mother


Cast & Crew


Kritiken (11) — Film: I Killed My Mother

Stephan Eicke: www.film-rezensionen.de

Kommentar löschen
9.5Herausragend

Xavier Dolan beeindruckt mit allem, was er tut: das Drehbuch ist klug, realistisch, berührend, erschütternd und humorvoll, als Regisseur hat er alle Figuren und Darsteller im Griff, seine eigene Porträtierung des Sohnes ist derart eindrucksvoll, dass man zu keinem Zeitpunkt davon ausgeht, Dolan spiele den emotional Vernachlässigten; er ist diese Person und aufgrund dieser Glaubwürdigkeit entfaltet er eine unglaublich starke Leinwandpräsenz. Auch die Darstellungen der anderen Schauspieler – vor Allem die der Mutter, gespielt von Anne Dorval – sind hervorragend und äußerst glaubwürdig. Dolan verlangt von seinen Schauspielern alles ab: es wird gelacht, es wird viel geschrieen, die Charaktere brechen nervlich zusammen, es wird geweint. Wäre dies alles, was diesen Film auszeichnet, hätte man bereits ein gelungenes Porträt menschlicher Beziehungen, doch Dolan geht noch einen Schritt weiter, experimentiert mit diversen Einstellungen und Tricks, arbeitet mit Handkamera, Rückblenden in schwarz/weiß (eine Hommage an die französische Nouvelle Vague im Einsatz von beängstigenden Close-Ups), Zeitlupen, Schwenks und Zooms, fügt Fantasiebilder seiner Hauptfigur ein, die gleichzeitig zum Lächeln, aber auch zum Nachdenken anregen.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

C. Horn: fluter, kino-zeit C. Horn: fluter, kino-zeit

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Es ist aber zuallererst die hochgradig stilisierte Oberfläche, die "I Killed My Mother" auszeichnet: Eingestreute Schwarzweiß-Bilder und kräftige Farbaufnahmen, elegische Zeitlupen-Passagen und Videoclip-artige Zeitraffer, Texteinblendungen mit Rimbaud-Zitaten und weitere Referenzen aus dem Kunst- und Kulturbereich vereint Xavier Dolan mit leichter Hand zu einem rauschhaften audiovisuellen Erlebnis. [...] In gewisser Weise ist "I Killed My Mother" filmisches Erzählen in Reinform – dass Xavier Dolan dabei auch mal ins feierlich Kunstvolle abdriftet, tut dem cinephilen Genuss kaum Abbruch.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Zoran Gojic : br-online Zoran Gojic : br-online

Kommentar löschen
6.5Ganz gut

"I killed my Mother" ist ein über weite Strecken überaus amüsanter Hormontsunami des jungen Xavier Dolan, der sich mit diesem hysterischen Teenie-Drama als große Begabung empfiehlt. Trotz inhaltlicher und dramaturgischer Hänger eine kurzweilige Teenie-Operette, in der sich jeder ein wenig wieder erkennt.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Christian von mehrfilm.de: Mehrfilm.de

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Dies ist sein Buch, es ist sein Film und sein Leben. Das Buch zu seiner Geschichte schrieb er mit 16, den Film drehte er mit 19. Und wer sich allein die ersten Szenen, ein Zwiegespräch mit der Mutter (Anne Dorval) im Auto anschaut, wird staunen über dieses kleine Meisterwerk. In seinem halb-biografischen Beziehungsporträt inszeniert der Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller Xavier Dolan seinen persönlichen Familienkonflikt als herausforderndes Pubertätsdrama. Der 17-jährige Hubert (Xavier Dolan) verabscheut seine Mutter für ihre Geschmacklosigkeit, ihr Unverständnis, ihre Krümel am Mund (in Großaufnahme!) und aus vielen anderen Gründen, aus denen ein pubertierender Jugendlicher seine Eltern ablehnt. Und doch, irgendwie liebt Hubert seine Mutter auch, die ihn, seit der Vater früh die Familie verlassen hat, alleine groß zieht. Sein Traum ist es, mit seinem Freund Antonin ein Künstlerleben zu führen. Doch seine Mutter hat andere Pläne. Sie steckt ihn in ein Internat.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Gerade einmal zwanzig Jahre alt ist das kanadische Jungtalent Xavier Dolan, dessen Karriere im Kindesalter mit einer Rolle in einer Serie für Werbespots begann. Das Drehbuch zu seinem berührenden Debütfilm, biografisch inspiriert von seinem schwierigen Verhältnis zu seiner eigenen Mutter, schrieb er schon mit sechzehn Jahren. Das ist umso bemerkenswerter, als dass "I Killed My Mother" von einer für ein so junges Alter ungewöhnlichen Reife zeugt. Denn nicht nur mit der rebellischen Kraft der Jugend erzählt Dolan von den ambivalenten Gefühlen eines Heranwachsenden, sondern auch mit der nötigen Distanz eines Erwachsenen.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Sven Lohmann: Schnitt Sven Lohmann: Schnitt

Kommentar löschen
5.5Geht so

Lobenswert ist [...], daß Xavier Dolan das gewichtig klingende Thema [...] eben nicht zu einem schwülstigen Problemfilm aufkocht, sondern es augenzwinkernd mit einem angenehmen Sinn für abstruse Situationen angeht. Mit fortschreitender Handlung aber verrennt sich das anfangs lebendige Buch zusehends in überflüssigen Szenen, ja, es zeigt sich bald, daß der Stoff im Grunde nur für einen etwas längeren Kurzfilm Material hergibt.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Günter H. Jekubzik: Filmtabs.de Günter H. Jekubzik: Filmtabs.de

Kommentar löschen
3.0Schwach

Ein sehr expressives und unreifes Werk. Am originellsten ist noch das kanadische Französisch im Original [...]. Doch, etwas Gutes gab es in diesem anstrengenden Film: Die Musik klingt wie die Pianoläufe von Wim Mertens aus dem „Bauch des Architekten“.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Claudia Nitsche: Radio Köln Claudia Nitsche: Radio Köln

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

Dolan arbeitet sich da vor, lässt sein überzogenes Jugenddrama I Killed my Mother von den Launen seiner Protagonisten treiben. Und das ist, erstaunlich, sein großer Trumpf. Denn so macht er nach und nach klar, dass hier beide zu weit gehen. Auch wenn man sich anfangs sicher ist, dass dieser Film ein kleiner Angeber ist, entwickelt sich wider Erwarten fast eine Art Freundschaft zwischen ihm und dem Zuschauer. Es ist anstrengend, aber schön.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Lida Bach: f.lm, weltexpress, kino-zei... Lida Bach: f.lm, weltexpress, kino-zei...

Kommentar löschen
5.0Geht so

Dass auch [die Mutter] nicht als Alleinschuldige an den Streitereien erscheint, scheint mehr Dolans Egozentrik denn einer Neubewertung der familiären Auseinandersetzungen geschuldet. Zu flüchtig und gewöhnlich ist die autobiografische Gestalt des Hubert, als dass er gegen einen komplexe Gegenfigur bestehen könnte. Die seelischen Risse der Protagonisten werden angedeutet, den Blick in die psychischen Abgründe scheut das vorgeblich schonungslose Drama jedoch.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Anne Wotschke

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Die ambivalenten Emotionen zwischen Mutter und Sohn, die Suche nach sexueller Orientierung, die Entwicklung zum Künstler, gesellschaftliche Ausgrenzung – all das setzt Regisseur Xavier Dolan wie beiläufig um in einer Formsprache, wie sie für einen solch jungen Regisseur erstaunlich ist. [...] Souverän zitiert er aus Malerei, Musik, Literatur und Filmgeschichte und offenbart dabei nicht nur Kenntnisreichtum und Humor, sondern auch eine Leidenschaft, die uns hoffen lässt, von diesem Talent noch eine Menge zu hören.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Michael Meyns: programmkino.de Michael Meyns: programmkino.de

Kommentar löschen
6.0Ganz gut

Wenn ein 19jähriger gleich mit seinem ersten Film nach Cannes eingeladen wird, nicht nur Regie geführt hat, sondern auch das Drehbuch geschrieben und die Hauptrolle gespielt hat, dann wird schnell mit Superlativen um sich geworfen. Ganz so hoch sollte man Xavier Dolans Film nicht loben, allzu überkandidelt, bisweilen auch banal und selbstverliebt wirkt der semi-autobiographische „I Killed my Mother“, dem man allerdings ein gehöriges Maß an Talent nicht absprechen kann.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Kommentare (37) — Film: I Killed My Mother


Sortierung

MrDepad

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

In "I Killed My Mother" zeigt Regisseur Xavier Dolan eine intensive Hass-Liebe zwischen Mutter und Sohn.
Mit gerade mal 19 Jahren drehte Dolan diesen Film, die Hauptrolle übernahm er ebenfalls. Er spielt den 17-jährigen Hubert, der seine Mutter abgrundtief hasst. Sei es ihre Art zu essen oder ihr Kleidungsstil, bei der geringsten Kleinigkeit rastet er aus und ein heftiger Streit zwischen seiner Mutter und ihm entbricht. Dolan bietet einen ungeschönten, realistischen Einblick in das Auf und Ab eines Mutter-Sohn-Verhältnisses. Immer wieder entbricht ein neuer Streit, Hubert schreit seine Mutter an und die schreit entweder zurück oder versucht ihn weitesgehend zu ignorieren.
Jeder wird sich wahrscheinlich ein wenig mit bestimmten Situationen in dem Film identifizieren können und hat ähnliches vielleicht auch schon erlebt. Trotzdem wird es teilweise fast schon ein wenig anstrengend, wenn immer wieder erneut ein heftiger Streit entbrennt. Um dem etwas entgegen zu wirken, baute Dolan in seinen Film allerdings auch einige ruhige, intime Momente ein, die tief unter die Haut gehen. Die Homosexualität von Hubert wird fast schon nebensächlich behandelt, wodurch dieses Thema sehr sensiblel vermittelt wird. Dies hängt sicher auch damit zusammen, dass Dolan selbst offen homosexuell ist und dieses Thema deshalb so gut darstellen kann.
Von der Inszenierung her sieht der Film fantastisch aus und wirkt zu keiner Zeit wie von einem 19-jährigen Newcomer gedreht. Dolan spielt mit Montagen, Einblendungen, Zeitlupen und verschiedenen Kamerapositionen, was dem Film stets einen passenden Rhythmus verleiht. Schlussendlich lässt er sein Drama mit einem fast schon schmerzlich intimen Moment enden, welcher mich noch eine Weile beschäftigt hat.
"I Killed My Mother" ist ein hervorragendes Debüt von einem wirklich talentierten Regisseur, welches teilweise aufregend bis anstrengend, aber oft auch tief berührend ist.
"Was würdest Du tun, wenn ich heute sterbe? - Dann würde ich morgen sterben"

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

fabel

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Es gibt Menschen, für die würde man glatt ans andere Ufer wechseln. Und es gibt Filme, die wenigen Leuten außerhalb der „Nerd“-Welt überhaupt auffallen, weil sie spät nachts in irgendeinem dritten Programm versendet werden.
Xavier Dolan ist so ein Mensch, sein Debüt „I killed my mother“ ist so ein Film. Aber auch seine Dolans zweiter Film ist so. Gesendet werden die beiden sowieso so gut wie nie, zu kaufen in den einschlägigen Elektronikfachgeschäften – zugegeben, das „fach“ könnte man bei den meisten durchaus streichen… - sind sie erst recht nicht.
Skandalös, wie ich finde, denn Dolans Reich ist so gut, dass man es einfach entdecken und lieben lernen muss. Seine Filme zeugen von unglaublicher Reife, dass er sein Debüt mit gerade mal 17 (!) Jahren schrieb und mit 19 (!) verfilmte? Merkt man nicht.
Dolan sei ein Wunderkind, ist überall zu lesen. Stimmt. Seine Filme gleichen denen eines erfahrenen Vollprofis. Und doch wirken sie frisch, frech und jung geblieben.
Seinen dritten Film „Laurence anyways“ gibt’s am Ende Juni im Kino zu sehen – und auch wenn es ihn hier, im kinotechnisch etwas zurückgebliebenen Münsterland, sowieso nirgendwo zu sehen geben wird: Ich werde alles dafür tun, ihn so schnell wie möglich zu sehen. Und wir werden dann zu gegebener Zeit drüber berichten. Versprochen.
Vorher kommen wir aber heute erst einmal zu „I killed my mother“.
Eine Offenbarung. So so nah und doch so fern an dem reellen Leben. Ein Film, den man einfach gesehen haben muss.

Dass Kinder ihre Mütter nicht mögen, kommt in den besten Familien vor. Dass Kinder ihren Eltern aber den Tod wünschen und sie regelrecht verleugnen, das ist selten – für Hubert Minel jedoch ist das selbstverständlich. Er hasst die Jacken und die Lampen-Überzüge, die sie kauft; er hasst es, wenn sich der Frischkäse bei ihr in den Mundwinkeln verfängt; er hasst alles an ihr, selbst wenn sie das Radio anstellt auf der Autofahrt, ist er zutiefst genervt. Die Folge: Beide schreien und streiten sich durch den Alltag – bis es Chantal zu bunt wird und sie eine Entscheidung trifft, die ihren Sohn nicht gerade erfreut…

In Dolans Erstling treffen zwei Welten zusammen: Einmal die schöne, stilvolle Welt von Hubert, dem Künstler und Literaten, der Gedichte schreibt und sogar malen kann. Der, der den Stil hat, den seine Mutter nicht besitzt. Er ist, man kann es nicht anders sagen, ein schöner, junger Mann, dem ganz locker eine lockige Strähne seiner Haare ins Gesicht fällt. Und dieser trifft nun auf das triste Leben seiner Mutter, die in der Buchhaltung irgendeines Unternehmens arbeitet. Abends möchte sie nur noch vorm Fernsehen liegen und ihre Sendung sehen, zur Entspannung geht sie mit ihrer besten (und nervigen) Freundin ins Solarium – und dort erfährt sie das Unglaubliche: Ihr Sohn ist schwul, glücklich zusammen, schon seit zwei Monaten, mit seinem besten Freund Antoine. Ihre Mutter findet das gar nicht gut, dass sie davon nichts wusste. Hat ihr Sohn so wenig Vertrauen in sie, dass er ihr eine so wichtige Geschichte nicht erzählt?
Definitiv hat er das, kein Vertrauen in sie. Und so ergibt sich ein wunderbar lustiger, rotzfrecher Film, den wirklich jeder, der mal jung und in der Pubertät war, nachvollziehen kann. Mit 16,17 gehen einem die Eltern einfach auf die Nerven. Bezeichnungen wie Spatz sind einfach uncool! Und wieso sollte man so einer nervigen Frau dann auch noch davon erzählen, dass man aufs gleiche Geschlecht steht?

Mit ungehöriger Aussagekraft zelebriert Dolan diese verzwickte Situation. Ein Videotagebuch des Hauptprotagonisten inklusive, überzeugen besonders die vielen Nahaufnahmen. Aber auch andere, tolle Mittel, wie viele Zeitlupen und eingeschobene Sequenzen, die man anderswo für unnötig und überzogen halten würde, unterstützen, ja kosten den Mutter-Sohn-Konflikt regelrecht aus. Ein unfassbarer Spaß!
Aber der Kanadier lässt nicht nur das Visuelle sprechen, auch der Inhalt der fetzigen Duelle, übrigens von allen Darstellern stark rübergebracht, ist jedes Mal aufs Neue faszinierend explosiv – und teilweise auch mal nicht lustig, sondern ruhig und nachdenklich stimmend.
So gibt es eine Szene, in der Hubert nachts, voll auf Speed, nach Hause kommt, sich ans Bett der Mutter setzt und ihr etwas sagt, was man bei all seinem Hass nicht unbedingt erwarten würde:
„Das Wichtige ist, dass wir zusammen sind, im Moment. Das ist das einzige, was zählt, der Rest ist uns komplett egal.“
Und in diesem Augenblick kann man dann auch als Elternteil erleichtert aufatmen:
Wir sind doch nicht so böse und unaushaltbar, wie es vorher den Anschein machte, und wir werden eigentlich auch geliebt – nur fällt es dem Nachwuchs halt schwer, das auch zu zeigen. Das müssen wir aushalten.
Und auch Hubert hat im tiefen Inneren seine Mutter lieb, was sich in der symbolträchtigen letzten Szene zeigt. Wie die aussieht?
Das muss man selber gesehen haben. Es lohnt sich!

bedenklich? 16 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Velly

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Xavier Dolan in diesem Film vorzuwerfen, er sei selbstverliebt, ist so, als werfe man eine Teenager vor, dass er in die Pubertät kommt. ;-)
Himmel Herrgott, er hat diesen Film mit NEUNZEHN gemacht, natürlich ist er selbstverliebt!
Und ich finde es okay. Es passt zum Film. Alles dreht sich doch darum, sich selbst zu finden, wie er in der Welt steht und zu anderen Menschen. Im speziellen hier zu seiner Mutter.

Liebe und Hass liegen oft nah beieinander.

Flucht und Zuflucht unterscheiden sich nur durch zwei Buchstaben, hab ich während des Films gedacht.

"I Killed My Mother" hat mir deutlich besser gefallen als "Herzensbrecher"

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

DKennyK

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

Es muss daran liegen, das ich mich mit meinen 20 Jahren noch nah genug am Alter des Protagonisten befinde, sonst hätte »I Killed My Mother« mich wohl nicht so mitreißen können.

Tatsächlich macht für mich das hohe Identifikationspotenzial und die realistisch gestalteten Geschehnisse und Dialoge die wahre Attraktivität des Films aus. Xavier Dolan scheint in seiner Rolle auch aufgehen zu können und vermag mich mit seiner beeindruckenden Leistung zu begeistern. Dramaturgisch lässt sich zwar kein Blumentopf gewinnen (insbesondere im Mittelteil baut der Film relativ stark ab, um sich gegen Ende wieder etwas zu fangen), dagegen macht man allerdings mithilfe einer eher episodischen Erzählweise viel richtig.

Fazit: Ein interessantes Stück kanadisches Kino, dessen Laufzeit sich länger anfühlt, als sie ist (nicht negativ wertend gemeint).

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

CharlyFirpo666

Kommentar löschen
Bewertung5.0Geht so

So provokant der Titel „I Killed My Mother“ ausfällt – so sehr verlässt einem die Neugier mit zunehmender Filmlänge. Zunächst einmal lässt sich der Film schwer einzuordnen. Ein wenig französisch (anscheinend franko-kanadisch) hier, ein wenig studentisch da und schließlich ein Hauch Coming of Age.

Der Film könne meiner Meinung nach eine bessere Bewertung verdienen, wenn man persönlich nicht versucht, sich mit ihm zu identifizieren. Wenn man sich dennoch identifizieren möchte, der muss auch mit der Menge an Stereotypen umgehen können, die einem serviert werden. Braucht dieser Film ein völlig überzeichnetes Tussitum der Muddi, einen homosexuellen Hipster und eine Lehrerin des Vertrauens, die nicht anders kann als gut auszusehen? Der Verdacht zum Szene-Film ist jedenfalls nicht mehr weit. Außerdem erschwert die Fülle an Stereotypen die Bewertung der schauspielerischen Leistungen. Denn positiv kann man diese zu einem bestimmten Punkt betrachten. Man weiß auf der einen Seite nicht, bei welcher Figur man mehr mit dem Kopf schütteln muss und die hier oft aufgeführte Eigenschaft der „Selbstverliebtheit“ kommt bereits nach einigen Minuten zum Vorschein. Auf der anderen Seite kann man sich die Frage stellen, ob man nicht immer so schnell „genervt“ von Darstellern wäre, wenn derart offensichtliche Stereotypen verkörpert werden. Zumindest bringen beide Protagonisten glaubhaft herüber wie bedingungslos egoistisches Verhalten rückwirkenden Schaden verursachen kann. Hierauf hätte sich der Film wohl eher konzentrieren sollen.

Zu den poetischen Randbemerkungen des Films kann und möchte ich nix sagen. Letztendlich ein Film mit dem Motto: Einmal und eher nie wieder.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Neil Perry

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Wir können uns unsere Eltern nicht aussuchen. Diese Erfahrung muss Hubert machen und vielleicht liebe ich diesen Film deshalb so sehr. Denn trotz all der Melancholie, der unerfüllten Sehnsucht, des Zorns schimmert immer dieser Funke Hoffnung durch. Er ist ein Junge der seine Mutter hasst und doch nicht hassen kann. In einfühlsamen Bildern mit wundervollen Musik unterlegt erzählt "I killed my mother" von der Verzweiflung und der Wut der beiden Protagonisten und von ihrer Suche nach einem Ausweg. Ein Film der berührt.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Mac_C_Tiro

Kommentar löschen
Bewertung3.0Schwach

96 Min. mal mehr mal minder generveter Qualen liegen hinter mir.. vollgepackt mit schön in Szene gesetzter Selbstverliebtheit, Teenagerhafter pseudodramatischer Theatralik, einer Mutter die sich das mit dem Kinder kriegen besser 2 Mal überlegt hätte, usw. Das ganze garniert mit jeder Menge Klischees.. (ja sicher Mutter/Sohn Beziehungen sind entweder total entspannt oder gleichen einem Rosenkrieg und natürlich sieht jeder Schwule wie ein Calvin Klein Unterwäschemodel aus, und sicher sind alle Männer entweder schwul oder unverantwortliche eitle Gockel ohne Respekt für arme Frauen...) Unlogik und krassester Überzeichnung.. Wäre das alles dann wenigstens mit einer letztendlichen Botschaft versehen (mal abgesehen davon das Erziehung kompliziert und nicht jeder mans Sache ist und das Pubis mal echt die Seuche sind) dann könnte ich die Existenz des Streifens noch als gut empfinden.. So aber bleibt es letztlich Technisch: Kunst der Kunst wegen und Filmisch: 96 Min. "Ach was bin ich toll" Aber immerhin intensive Darstellung seitens der Mutter, das gibt 3 Points.

Schade um meine Zeit!

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

dada20

Antwort löschen

...kanadischer "Scheiss", eigentlich...


Andron

Antwort löschen

...naja, da sprechens auch französisch.... ;-)


KASAKA

Kommentar löschen
Bewertung4.5Uninteressant

Für mich nicht viel mehr als die Geschichte eines Hipster, der seine Mutter hasst. Warum sollte mich das berühren, beziehungsweise zum denken anregen, wenn mir Hipster und ihre Mütter doch sowieso egal sind ? Die teilweise aufgesetzte Poesie fand ich jetzt auch nicht sonderbar packend und auch sonst hatte dieses Drama wenig zu bieten was sich lohnt gesehen zu werden, bis auf die gelungene schauspielerische Darstellung der beiden Protagonisten(Hipster & Mutter), die 3 der 4,5 Punkte von mir vergebenen Punkte ausmachen.

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Keyser_Söze

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Dolan inszeniert mit „I killed my mother“ eine 100-münitige Selbstbeweihräucherung. Selbstverliebt, egozentrisch und unsympathisch. Vor diesem Hintergrund werden die bizarren Kameraeinstellungen und seine poetischen Ergüsse zum blossen Selbstzweck.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

moviee

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

„Ich hasse dich!“

Bereits in den zehn Geboten steht "Du sollst Vater und Mutter ehren!". Auch wenn ich nun nicht unbedingt nach diesen ganzen Weisheiten lebe, etwas wahres ist an dieser Phrase durchaus dran. Der 16-Jährige Hubert aber ist weit davon entfernt seine Mutter zu ehren. Er hasst sie abgrundtief. Hass. Hass. Hass.

"I Killed My Mother" ist mal ein ganz anderer Film über Hass. Nicht Rassenhass, nicht Bruderhass, sondern Mutterhass, etwas das wohl jeder Mensch einmal, wenn auch nur einen Moment lang verspürte und dennoch in der heutigen Gesellschaft als eines der vielen Tabuthemen angesehen wird. Zurecht? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Aber Personen die meinen, dass sie noch nie in ihrem ganzen Leben seit dem ersten Lebensjahr, seit der ersten Lebenssekunde an ihre Mutter gehasst haben, sind entweder Heilige oder Lügner.

Ja, auch ich habe schon öfters mal meine Mutter gehasst, wenn auch immer nur über einen kurzen Zeitraum. Und so richtig weiß ich noch nicht einmal ob das überhaupt immer Hass, oder doch nur Zorn war. Wahrscheinlich eine Mischung von beidem. Hier in diesem Film aber ist es eindeutig Hass. Abgrundtiefer Hass.

"I Killed My Mother" ein wahnsinnig emotionaler und persönlicher Coming-Of-Age Film, der eine eindrucksvolle Hassliebe wie sie im Buche steht zeichnet und der mir nicht nur aufgrund dieses weltklasse Soundtracks noch sehr sehr lange in Erinnerung bleiben wird:
http://www.youtube.com/watch?v=52aYBRnFhx4

bedenklich? 7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Glücksritter

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Nicht zu fassen wie der Junge mit seiner Mutter umgeht. Natürlich ist man in der Pubertät laut, verspult und aggressiv, aber so geht man einfach nicht mit Familienangehörigen um. Er bricht damit ein Tabu, und nein, es ist für mich nicht dasselbe, wenn ich für eine Sekunde "Ich hasse dich" denke, wie es ihr ständig und tagtäglich an den Kopf zu werfen. Ist doch klar dass sie irgendwann daran zerbricht. Sie hat nun mal ihre Macken, wie jeder andere normale Mensch auch. Insgesamt ist 'I Killed My Mother' aber ein sehr intensives Kammerspiel, vorallem im französischen O-Ton ist es wirklich ein Erlebnis die beiden fluchen und zetern zu hören.

bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

demien.bartok

Antwort löschen

Aber du siehst doch, dass man "so" mit der eigenen Mutter umgeht. Und das geht noch weitaus schlimmer. ;-) Und es geht ja niemand an dem Hass kaputt, der Hass ist nur ein Symptom eines gestörten Verhältnisses. Hassliebe - das ist das richtige Wort. - Nur weil du nicht hassen und lieben kannst, was andere hassen und lieben müssen, heißt das nicht, dass sie etwas tun, was man einfach nicht tut... ;-)


hollygolightly1

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Wie weit kann Mutterhass gehen? Das zeigt uns dieser Coming-of-Age-Film von und mit dem jungen, als "Wunderkind" gefeierten, Regisseur Xavier Dolan.
"I Killed My Mother" (im Original "J'ai tué ma mère") ist ein Film mit Stil und Intensität. Schon der Titel klingt individuell, sonderbar, originell. Und deshalb interessant.
Eine Sache vorweg: Wer denkt, der Film wäre nur an Jugendliche gerichtet, der irrt sich. Er ist sehr ernst.

Der Film handelt von einer Mutter-Sohn-Beziehung mit alltäglichen, gravierenden Problemen und Streitereien. Der 17-jährige Hubert verachtet seine alleinerziehende Mutter Chantal (Anne Dorval) so sehr, dass ihm alles zum Hals heraushängt. Gleichwohl empfindet er Liebe für sie, sodass man von "Hassliebe" sprechen kann. Er sagt sogar, dass er sie wirklich lieben würde, wenn sie eine Fremde wäre. Aber als Mutter akzeptiert er sie nicht. Das zeigt er auch in der Schule, wo er behauptet, seine Mutter sei tot. Als Chantal dann von einer fremden Frau erfährt, dass ihr Sohn homosexuell ist, eskaliert die Situation.

Das Besondere an diesem Film ist die Art, wie er gemacht ist. Zwischendurch erscheinen mehrere Bilder innerhalb weniger Sekunden und immer wieder folgen Schwarz-Weiß-Aufnahmen, in denen Hubert seine Monologe hält, in welchen er ausdrückt, was er über seine Mutter denkt und für sie empfindet. Der Zuschauer kann sich auf diese Weise sehr gut mit dem Protagonisten identifizieren. Auffallend ist außerdem die Kameraführung. Denn ganz oft sieht man eine Person auf einer Bildseite, wie sie mit einer anderen Person spricht, die man aber nicht sieht.
Die Kommunikation ist in diesem Film sehr wichtig, sowohl die verbale als auch die non-verbale. Wenn der Sohn und die Mutter streiten, wirkt alles authentisch und realistisch. Die Darstellung ist glaubwürdig und könnte direkt aus dem Alltag eines Pubertierenden stammen.
Abgesehen von der Filmtechnik gibt es nur eine Sache, die zu bemängeln wäre: der Plot, beziehungsweise das Drehbuch, da die Spannung ziemlich früh nachlässt und der gesamte Film fast nur aus Streitereien besteht. Trotzdem sorgen hervorragende Bilder und Szenen für einen Ausgleich.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

8martin

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Der eigenwillige Vorspann weckt neben dem Titel das Interesse und man bleibt dran. Die permanenten Auseinandersetzungen mit heftigsten Streitereien zwischen Mutter (Anne Dorval) und Sohn (Xavier Dolan) wirken echt und sind durchaus überzeugend. Der Hammer für die Mutter ist aber, dass sie von Fremden erfahren muss, dass ihr Sohn schwul ist. Wir sehen eine ganze Palette von Gefühlen, die die Mutter nach dem Schock durchlebt, ebenso wie die Schwierigkeiten, des Sohnes. Es wird weder für sie noch für ihn Partei ergriffen in dieser Schilderung einer phasenbedingten Hass-Liebe. Und auch das Umfeld wird eindrucksvoll geschildert. Vor allem die Lehrerin (die ihn nicht verführt!) und der Direktor der Schule, dem nach einer anklagenden Bemerkung gegenüber der Mutter von dieser aber so was von tüchtig der Kopf gewaschen wird, dass die Telefonleitung glüht.
Das Mutter-Sohn Verhältnis verdeutlichen zwei Aussagen. ’Wären meine Mutter und ich Fremde, würden wir uns mögen’. Und am Ende einer lautstarken gegenseitigen Beschimpfung fragt Hubert sie ’Was tust du, wenn ich heute sterbe?’ Er geht, ohne die Antwort abzuwarten, hört also nicht, dass sie sagt ’Dann sterbe ich morgen’.
Ein erstaunliches Erstlingswerk, das emotional beeindruckt, filmtechnisch überraschend überzeugt und dabei auch noch ein heikles Thema angeht.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Hooded Justice

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

„Für die meisten Leute ist es wohl eine Sünde ihre Mutter zu hassen. Doch das sind für mich Heuchler. Sie haben ihre Mutter sicher auch mal gehasst. Möglicherweise eine Sekunde. Möglicherweise ein Jahr lang.“
I KILLED MY MOTHER offenbart es hartherzig und warmherzig; und er offenbart es aggressiv und feinfühlig. Aber das riesige winzige Meisterstück von und mit Xavier Dolan hat eine ganz besondere Stärke: seine Treue am Realsein. So interessant amüsant, aber ebenso gefühlssicher war Erwachsenwerden noch nie. Da sieht man geradezu blind über seine Selbstverliebtheit hinweg.
„Was machst du, wenn ich heute sterben würde?“ – „Ich würde morgen sterben.“

bedenklich? 7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

CarrionFairy

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

wie wundervoll universell die pubertät doch ist: man glaubt, nie mehr erwachsener und klüger werden zu können, als man zu dem zeitpunkt schon ist. selbstverliebt und leidend, zweifelnd und verzweifelt. alles, was man fühlt, fühlt man mit jeder einzelnen zelle. wie profan die emotionen auch sein mögen, sie sind überwältigend, so lächerlich die meisten schwärmereien, so lähmend aber auch die intesität des verliebtseins. die große weite welt, die nie verstehen kann, die klippenweite distanz zu jeder anderen generation. als ich das erste mal verliebt war, hatte ich das gefühl, inmitten eines warmen, grünen ozeans auf dem rücken zu schweben, über mir schienen exorbitant und strahlend die unverbrauchten träume und unter mir hätte es nicht tiefer sein können.
ich habe heute nacht wunderbar wild geträumt - danke dafür.

bedenklich? 8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 14 Antworten

ihre-herrlichkeit

Antwort löschen

Das wäre dann wortwörtlich die "heilige Scheiße". xD


Canis Majoris

Antwort löschen

Das assoziiere ich gerade mit Donuts...


tantemilli

Kommentar löschen
Bewertung5.0Geht so

(ich habe heute definitiv zu viele jugendfilme gesehen um die nacht zu überstehen.)
ein bischen zu französisch im schlechtesten sinne.
ein bischen schöne poesie.
die 5 punkte verdient der film für die authentische darstellung an dem versuch zu scheitern seine mutter zu hassen und dabei zu verzweifeln.
(kenn ich nur allzu gut und leide dabei ebenso.)
letztendlich wirkt der film wie ein überladener versuch neurotische gefühle spührbar zu machen - was nicht gelingt.
die einzige tiefe die tatsächlich transportiert wird ist die obsession des protagonisten für sein unterfangen.
die idee ist fabelhaft leider ist die umsetzung plump und bleibt in ihrer theorie stecken.
schade.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

gaunab

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Beunruhigend berührend: Ich fühlte mich oft ertappt, nicht in der Selbstverliebtheit, die der Film stellenweise nach außen trägt, aber sonst in einigen inhaltlichen Aspekten. Ich bin froh, dass ich altersmäßig noch in die Kategorie passe, die zu diesem Film passt, weswegen er mir auch außerordentlich zusagt. Kein Film für jeden. Alles in allem wirkt er etwas gekünstelt - aber da er genau das auch zu wollen scheint, ist das nicht weiter schlimm.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Jaliju

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Schluckt Xavier Dolan eigentlich sein eigenes Sperma? Sorry, aber diese Frage kommt schon hoch beim Schauen von "I Killed My Mother", wenn Xavier Dolan, der gleichzeitig Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller seiner eigenen Geschichte ist, ein selbstverliebtes Bild nach dem Anderen zeigt: "Hach, und nochmal ein Close-Up auf meinen schönen leicht geöffneten Mund in Schwarz Weiß Optik und nochmal eine Nahaufname von meinem stylischen Haarschnitt aus dem neusten Indiekatalog, und dann winde ich mich nochmal in der Badewanne rum..." Da sympathisiere ich ja schon eher mit der gefühlskalten Mutti.
Aber trotz der ganzen Arroganz muss man einfach zugeben: Wow...ein wirklich gut gemachter Film. "I Killed My Mother" besteht aus schön fotografierten Bildern, guter Musik und glaubhaften Protagonisten und Dialogen. Vielleicht muss man eine narzisstische Persönlichkeitsstörung haben, um einen so authentischen Film über das Erwachsenwerden abzuliefern.

bedenklich? 10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

Jaliju

Antwort löschen

Für meinen Geschmack zu milchbubihaft. ;) Aber mich hat auch das Wissen darüber, dass ER es ist, der so in seine eigenen Bilder verknallt ist unobjektiv gemacht.


tantemilli

Antwort löschen

man sieht halt das es n studentenfilm ist.
die close-ups sind schön!find ich auch.
ansonsten zu bemüht zuwenig echt und hinter zu viel möchtegerntechnik versteckt.


David "Noodles" Aaronson

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Einer der tollsten Coming of Age filme der letzten Jahre, sofern man das Genre als solches überhaupt akzeptieren will… Was auf jedenfall nicht akzeptiert wird ist die Mutter des Protagonisten. In Zeitlupen wird ihre Nahrungsaufnahme in höchst widerlicher weise zur schaugestellt, die Wohnung ist verkitscht ausgestattet und natürlich ist ihr auch Jackson Pollock unbekannt.

Die teilweise deftigen Hasstiraden die Mutter und Sohn über sich gießen, stellen klar das eine fein oszillierende Bestandaufnahme des Konfliktes nicht im Sinne des Regisseurs (zugleich Hauptdarsteller) liegt. Doch was soll schon Objektiv sein? Rebellion ist jugendlicher Dauerzustand, bei dem einen mehr bei dem anderen eben weniger. Das gezeigte wirkt als Archetypische Konstruktion des großen Konfliktes im 21 Jahrhundert. Planet Mutter an Planet Sohn, wenn man so möchte. Und versucht bloß nicht eine kausale Erklärungskette zu finden…

Das es dabei nicht immer fair zugeht versteht sich von selbst, sollte dem Film auch nicht als schwarz-weiß Zeichnung angekreidet werden. „I Killed My Mother“ ist voll von frischem Charme, in der Inszenierung wie auch gegenüber der (eigenen?) Mutter – denn es ist möglich, dass sich der ein oder andere mehr mit der Mutter identifiziert als mit dem Sohn.
Vlt. gehen mit Gefallen und nicht Gefallen des Streifens, mehr als bei anderen Filmen, auch eigene Erfahrungen einher; bei mir war es so ;-) Im zweiten Teil verzappelt sich Dolan zwar mit Nebenschauplätzen – geschenkt.

Ach ja. Für den sehr kritischen „Indie-Film“ Begutachter sollte erwähnt werden: die berüchtigten Ingredienzien des Genres (da haben wir’s wieder – noch so ein Genre), sprich schrullige Nebenfiguren und Gitarrenpop, halten sich hier deutlich zurück. Na wenn das keine Empfehlung war!

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kill_Diether

Kommentar löschen
Bewertung1.5Ärgerlich

Rollentausch. Der Sohn ist feminin hypersensibel. Die Mutter maskulin kühl und nach außen unsensibel. Das wird merklich aus Teenagersicht, weil es nur schwarz oder weiß gibt, nach beiden Seiten auf die Spitze getrieben. Manche Jungs haben es demnach schwer, sich in einer Welt von Männerverachtenden Müttern zurecht zu finden. Das ist ja auch blöd, wenn andere Buben eine viel sympathischere Mama haben. Wen interessiert das, außer den Protagonisten selbst?

bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Fans dieses Films mögen auch