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M - Eine Stadt sucht einen Mörder

M - Eine Stadt sucht einen Mörder (1931), DE Laufzeit 117 Minuten, FSK 16, Kriminalfilm, Thriller, Drama, Kinostart 11.05.1931


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8.7
Kritiker
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7.6
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5222 Bewertungen
104 Kommentare
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von Fritz Lang, mit Peter Lorre und Gustaf Gründgens

Fritz Lang lässt in ‘M – Eine Stadt sucht einen Mörder’ Peter Lorre als pfeifenden Triebtäter auf die Berliner Kinder der 1930er Jahre los.

Berlin in den 1930er Jahren. Die ganze Stadt spricht von den bestialischen Untaten eines Kindermörders. Die Bevölkerung sieht in jedem Fremden einen Verdächtigen. Trotzdem fällt ein Kind nach dem anderen Hans Beckert (Peter Lorre) zum Opfer. Die Polizei unter dem Kommando von Kommissar Karl Lohmann (Otto Wernicke) steht machtlos einem Phantom gegenüber. Da auch die übrige Verbrecherwelt unter der erhöhten Polizei-Präsenz leidet, schließt sich die Unterwelt der Suche nach dem Mörder mit ihren eigenen Mitteln an. Unter der Leitung des Schränkers (Gustaf Gründgens) wollen sie den Mörder vor ihr eigenes Tribunal stellen, um ihre Vorstellung von Gerechtigkeit durchzusetzen.

Hintergrund & Infos zu M – eine Stadt sucht einen Mörder
M gehört zu den bekanntesten und wertvollsten Werken der deutschen Filmgeschichte. Nach einigen wegweisenden und aufwendigen Spektakeln wie Die Nibelungen: Siegfried oder dem frühen Science-Fiction-Klassiker Metropolis wollte der gebürtige Wiener Fritz Lang ruhigere Töne anschlagen und sich mehr der Psychologie seiner Filmfiguren widmen. Ein vielversprechender Drehbuchentwurf lag schon lange in der Schublade, und als sich Ende der Zwanziger schlimme Gewaltverbrechen in Deutschland häuften, entwickelte er es mit seiner Frau Thea von Harbou weiter zu dem Stoff über einen triebgesteuerten Kindermörder, den wir heute kennen.

Tatsächlich ging in Europa 1930 der reale Fall des Serienmörders Peter Kürten durch die Zeitungen, der als „Vampir von Düsseldorf“ in die Kriminalgeschichte einging und drei Wochen vor der Premiere des Films hingerichtet wurde. Schlaue Marketingmenschen witterten einen Erfolg und brachten das Werk in Spanien unter dem Titel M – El vampiro de Düsseldorf und in Italien als M – Il mostro di Düsseldorf in die Lichtspielhäuser. Wo der Film eigentlich spielt, ist jedoch nicht zuletzt aufgrund des gesprochenen Dialekts eindeutig: Berlin. Für seinen Film recherchierte der Regisseur ausgiebig. Er ging in Gefängnisse, Psychatrien, und Kontakte zur Berliner Kripo erlaubten es ihm sogar, in die Akten realer Fälle Einsicht zu nehmen.

Für M. – Eine Stadt sucht einen Mörder, nutzte Fritz Lang erstmal den Tonfilm. Viele Regisseure neigten dazu, mit dem aufregenden neuen Stilmittel unüberlegt die alten Vorgehensweisen zu ersetzen. Fritz Lang hingegen ergänzte und verbesserte die in den vorhergegangenen Jahren etablierten Stummfilmtechniken. Lange Passagen der gespenstisch bedrückenden Stille zerreißt jäh ein schriller Soundeffekt – die Wirkung ist heute wie damals ausgesprochen stark. Und bekanntlich wird auch der Mörder anhand des Tons identifiziert. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass es letztlich ein blinder Ballonverkäufer ist, der das Pfeifen erkennt, mit dem der wunderbar psychopatisch spielende Peter Lorre seine Schandtaten ankündigt: er pfeift „In der Halle des Bergkönigs“ aus der Peer-Gynt-Suite von Edvard Grieg. Nebenbei gab es aber auch finanzielle Gründe für den sparsamen Einsatz des Tons. Tobis hatte damals das Monopol auf die junge Technik und verlangte hohe Lizenzgebühren von der Produktionsfirma.

Die 1931 der Zensur-Freigabe vorgelegte Version hatte eine Laufzeit von 117 Minuten. Diese Fassung wurde 1934 von den Nazis verboten. Nach dem 2. Weltkrieg erschien nur noch eine Fassung mit 99 Minuten Länge. Dank sorgfältiger Recherche konnte für eine DVD-Veröffentlichung 2003 eine Fassung arrangiert werden, die mit 108 Minuten dem Original am Nähsten kam – die fehlenden 9 Minuten sind nach wie vor unauffindbar. (DL)

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Cast & Crew


Kritiken (9) — Film: M - Eine Stadt sucht einen Mörder

kobbi88: Die Drei Muscheln

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10.0Lieblingsfilm

So, vor meiner einwöchigen Pause (ich bin an einem Ort ohne Internet), die etwa in zehn Minuten beginnen wird, mal ein Experiment. Ein wenig dadaistisch, ein wenig expressionistisch, vor allem elliptisch und fragmentarisch. Mal kucken, ob das was wird.

Dazu bitte: Musik an!!! (Danke an Deathpool, der mich mit seinen musikalischen Untermalungen seiner genialen Gedichte auf die Idee gebracht hat). So, dann bis denn und Licht aus, Spot an ;)

http://www.youtube.com/watch?v=a8F1WqqYxac

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Es ist Nacht. Die Unterweltgangster einer großen, unbekannten Stadt schwärmen aus. Ihr Ziel: einen Mörder fangen. Den Mörder eines kleinen Kindes. Nicht aus Mildtätigkeit, nein. Er macht ihnen ihr Geschäft kaputt, denn die Polizei ist ebenfalls aktiver geworden. Das ist nicht gut für die Verbrecher.

Also wollen sie ihn schnappen.
Den Kindsentführer.
Den Mörder.

M.

Sie suchen ihn. Sie haben ihn gewittert.
Kreide. Kreide hat ihn verraten. Ein M hat ihn verraten.
M.

Er rennt weg, aber er kann nicht entkommen.
Sie haben ihn fast, wir haben ihn fast.
Halt, was ist das. Geräusche? Ein Pfeifen? Das muss er sein. Das ist er. Er sitzt in der Falle.
Lasst ihn nicht weg. Fasst ihn. Haltet ihn fest. Er darf nicht entkommen.

Der Mörder.
Das Monster.
M.

Es geht um Kinder.
Es geht um Recht, um Rache, um Selbstjustiz. Und es geht um Existenzen. Es geht um Wahnsinn.

Der Mensch als Tier. Der Mensch jagt. Er jagt mit Instinkt, er jagt aus Zwang. Er kann nicht anders. Wir können nicht anders. Selbst wenn wir wollten.

Aber wer will schon, wenn er muss.

Sie werden ihn töten. Wir werden zusehen. Wir werden ihn töten. Den Kindsmörder. Er hat nichts Besseres verdient.

Er ist wahnsinnig. Seine Augen. Sie glotzen uns an.
Sie… sie… sie stieren auf uns.
Der Wahnsinn.
Der Wahnsinn in seinen Augen.
In ihm.
M.

Er atmet schwer. Er kann nicht mehr.
Er muss…
Muss…
Will nicht.

MUSS!

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Nichts verstanden? Dann ansehen. Zeitlos, intensiv, psychologisch, spannend, unglaublich, fassungslos, witzig, fesselnd, perfekt.

Ein wahnsinniger Film. Ein Film aus Deutschland.

Ein perfekter Film.

Ein Meisterwerk.

M

47 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 16 Antworten

Deathpool

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I'll be back Dude ;)


Solveig

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Schön, dass Du wieder da bist. :)
Ach und übrigens: Fans von "M": ein Blick lohnt sich auch auf den Film "Das Testament des Dr. Mabuse" - ist vom Stil her recht ähnlich zu "M" und bietet sehr markante und charismatische Schauspieler.


Intergalactic Ape-Man: Intergalaktische Filmreisen

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10.0Lieblingsfilm

Obschon sich Fritz Langs Grundthemen oft wiederholten und variierten, war es doch sein erster Tonfilm M, mit dem er sich deutlicher mit der Motivation seiner Figuren auseinander setzte und so neue Ausdrucksstärke in seine oft abstrakt im Phantastischen behandelten Stoffe brachte. In M präzisiert Lang nicht nur seine Erzählweise in einem Quantensprung, er findet durch die allgegenwärtige Massenbewegung auch direkten Zugang zu den Emotionen seines Zuschauers, provoziert nahezu eine moralische Entscheidung, wenn er die Suche nach einem Kindermörder zwischen Gangsterfilm und Gerichtsdrama zu einem blutrünstigen Mob aufstilisiert, der für sich die Entscheidungsgewalt über Leben und Tod beansprucht. Peter Lorre als sexuell gestörter Triebmörder ist in seinem vielschichtigen Spiel allein Groß genug, um einer Vielzahl von Henkern die Frage entgegen zu setzen, ob nicht auch er ein Mensch sei. Nicht zuletzt ist M auch ein Spiegelbild der zeitgenössischen Demokratie.

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SoulReaver: CinemaForever, D3M

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8.5Ausgezeichnet

[...] Wenn Lang den finalen Akt einleitet, sich alle Wege überschneiden, dem Zuschauer durch die unglaubliche Atmosphäre schier der Atem geraubt wird und Pete Lorre eindrucksvoll verdeutlicht, warum er sich in den imaginären Annalen der Schauspielkunst für immer einen festen Platz gesichert hat, vermittelt Lang etwas ganz Entscheidendes, was in solch schrecklichen Situationen oft in Vergessenheit gerät: Hinter den Gräueltaten des als Monster gebrandmarkten Täters, steckt immer noch ein menschliches Wesen. »M« wird darauf zum individuellen Drama einer geschundenen Seele und die Frage nach Schuld und Verantwortungen wird genau in diesen Momenten der seelischen Offenbarung in eine neue Richtung gelenkt. Abmilderungen oder Wiedergutmachungen der Geschehnisse sind jedoch utopisch, die Familien werden sich nie wieder als geschlossene Einheit fühlen dürfen, genau wie das Urteil gegenüber dem Verantwortlichen natürlich schon vor den Verhandlungen gefällt wurde. »M« darf daher nicht nur aufgrund seiner prägenden Klasse mit der sämtlichen Superlativen gekrönt werden, sondern sagt darüber hinaus auch Einiges über das Verhalten von Menschen in einer solchen Extremsituation aus, und genau das hat sich seit dem Jahre 1931 nicht geändert und wird sich auch nie wieder ändern.

Kritik im Original 43 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 11 Antworten

Prechtl

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Bei mir auch! Man kann ihn ja auch bei Youtube ansehen, konnte mich aber nie überwinden.


Ben Kenobi

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Gibt's auch zum Legal-Download auf archive.org: http://archive.org/details/PhantasmagoriaTheater-MFritzLang1931574


Stephan Eicke: www.film-rezensionen.de

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9.5Herausragend

Ein spannungsgeladener Thriller über die Verfolgung eines Wahnsinnigen, ein einfühlsames Porträt über das innere Drama eines Unzurechnungsfähigen, der jeden Tag mit sich selber kämpft, eine detaillierte Schilderung über den Polizeiapparat in quasi-dokumentarischen Szenen, die kunstvoll und technisch brillant ineinander verschmolzen werden. Eines der großen Meisterwerke des deutschen Tonfilms, das mit Peter Lorres Darstellung eine der besten schauspielerischen Leistungen der Vor- und Nachkriegszeit aufzuweisen hat.

Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

SiameseMax: SiameseMovies

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8.0Ausgezeichnet

Nach 80 Jahren ist Fritz Langs Meilenstein des deutschen Kinos besonders in den ersten 90 Minuten kaum mit Spannung zu verfolgen, ähnlich wie ein Besuch in einem Museum, der trotz der zeitgeschichtlichen Bedeutung der ausgestellten Stücke auf Dauer ermüdend wirken kann. Die letzten 20 Minuten sind jedoch faszinierend und in ihrer Thematik hochaktuell, die Darstellung Peter Lorres ist schlicht genial.
Ich habe nicht das Gefühl, gerade einen fantastischen Film gesehen zu haben, eher jenes, um ein Stück Film -und Zeitgeschichte bereichert worden zu sein.

3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

SamHook

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endlich mal eine ehrliche Kritik bei einem Klassiker! Viele geben vor mehr als begeistert zu sein von Dingen die man heute eben durchaus moderner sieht.... auch wenn es im Klassiker eben das erste mal war ändert das ja nichts an Abnutzungseffekten und dem gesehenem heutigen Standart..Denke viele wollen das dann einfach auch mehr mögen aus Egozentrischen Gründen...Natürlich gibt es auch zeitlose Filme die wirklich auch heute noch frisch wirken (denke da z.B. an die 12 Geschworenen oder Hitchcock Filme) meist sind dies doch aber Story/Inszenierungsbetonte Filme..... Aber genau wie du habe ich auch schon bei vielen Filmen gefühlt!!! Von vielen Dingen ist man einfach historisch begeistert aber mal ehrlich, wenn man Metropolis ansieht denkt man doch nicht, wow solche Bilder habe ich noch nie gesehen das wird mein Lieblingsfilm...Man denkt eher, wow für die damalige Zeit einfach super gemacht und ein Stück Filmgeschichte mit einer tollen Story, und einem wird bewusst wieviele heutige Filme das beeinflusst..Ansonsten müsste man schon 80 Jahre Filme verpasst haben...Alles wird irgendwann neu inszeniert...


Hitmanski: It's just a film, Reihe Sie...

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9.5Herausragend

"Er ist ja kein Mensch" -

Man sollte es amtlich machen: Fritz Lang hat es tatsächlich geschafft, sich selber zu übertreffen, und sein "Metropolis" zu überbieten.
Wenngleich jenes Mammutwerk aus cineastischer Sicht eine ungeheuer wichtige Produktion war, so macht die darin vorgenommene kompromisslose Fokusierung auf die technischen Aspekte des Mediums eine heutige Sichtung doch eher anstrengend, denn zum wirklichen Genuss.
"M - Eine Stadt sucht einen Mörder" kann und will einen anderen Weg gehen, verlagert Lang doch sein Augenmerk von der wuchtigen Inszenierung und der technokratischen Ästhetik nun voll auf die Vorzüge der neuen Tonfilm-Technik und den daraus resultierenden Möglichkeiten zum Erzählen von Geschichten und zur Anlage von Charakteren.

Neben seiner vorzüglichen Inszenierung, die durch Parallellmontagen und geschickte Symbolik eine nicht für möglich gehaltenen Dynamik ausstrahlt, überzeugt "M" vorallem durch seinen Plot: Lang hantiert mit Versatzstücken von Genres, die es zur Zeit der Erstausstrahlung noch garnicht gab, oder die gerade erst im Entstehen waren - ein Beweis dafür, wie weit er mit seinen Arbeiten der Zeit oftmals voraus war.
Gerade in der zweiten Filmhälfte wird aus der, in ihren Grundzügen simplen, Kriminalgeschichte eine schwer zu trennende Mixtur aus Gangsterfilm, Milieustudie und nicht zuletzt ein dramatischer Appell gegen Lynchjustiz.
Die schon zu Filmbeginn einsetzende Paranoia auf den Straßen, welche schließlich in der finalen Gerichtsverhandlung vor dem Verbrecher-Tribunal gipfelt, beweisen, dass "M" durchaus auf vielen Ebenen lesbar bleibt und weiter ging, als alle vergleichbaren Produktionen in den darauffolgenden Jahrzehnten.
Der Spiegel, den Lang der "Kopf-ab"-skandierenden Menschenmasse durch das Plädoyer des Anwalts vorhält, hat nichts von seiner Aktualität verloren; zu sehr ähneln die damaligen Mechanismen des vox populi den heutigen Leserbriefen in der Boulevardpresse.
Sicherlich: Der Zahn der Zeit ist nicht spurlos an "M" vorübergezogen; die psychologische Ebene, die der Regisseur seinem mordenden Hauptdarsteller zugesteht, war für die damalige Zeit erstaunlich ambivalent, spiegelt aber die psychologisch-kriminologischen Erkenntnisse der letzten Jahre natürlich nur noch stark vereinfach und rudimentär wider.
Ein Manko, über das man gerne hinwegsehen möchte, da zum einen viele aktuelle Filme noch nicht viel weiter sind, zum anderen, weil Lorres Schauspielkunst so großartig ist, dass sie das Publikum mit einer Mischung aus Abscheu und Mitleid in den Bannkreis seiner Figur zieht.
Ein ähnliches Lob liese sich gegenüber dem kompletten Cast anbringen, wenngleich die überbordende Gestik als Relikt der Stummfilm-Ära und der Theaterausbildung heutigen Sehgewohnheiten nicht mehr wirklich entspricht und etwaiger Nachsicht bedarf.

Ob "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" nun der beste deutsche Film aller Zeiten ist, ist etwas, was ich aufgrund der Absolutheit einer solchen Aussage, nicht behaupten möchte. Tatsache ist aber, dass Langs Film auch heute noch - sowohl aus narrativer als aus technischer Sicht - eben jenes moderne "Filmfeeling" transportiert, dass manch ein Zuschauer bei der Sichtung solcher Klassiker vermisst - eine Einstellung, die man so oder so dringend überdenken sollte.
"M" ist ein Genuß - vor dem Hintergrund der Erkenntnis hinsichtlich des visionären Charakters vielleicht heutzutage mehr denn je.

Kritik im Original 23 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 11 Antworten

Hitmanski

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@fabel

Der ist ganz nett, hat aber im Vergleich zu "M" deutlich Staub angesetzt, und ist in Gesamtheit von Technik und Geschichte auch der schwächere Film. Aber das wirst du selber merken, wenn du "M" gesehen hast ;)


fabel

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hierfür hab ich ja noch 0.5 Punkte Platz gelassen ;) ^^


Kubrick_obscura: CinemaForever, arte

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9.5Herausragend

Vor kurzem habe ich den Film auf Blu-Ray gesehen (Masters of Cinema UK) und bin wieder hellauf begeistert. Auf DVD war er ja schon gut, aber auf Blu-Ray wirkt es fast so als würde man sich eine Originalkopie per Projektor an die Wand werfen. Alles Digitale verschwunden, nur noch das flirrende Filmkorn, Laufstreifen und ein unruhiger Bildstand. So will ich das.
Ansonsten wäre es mal angebracht darauf hinzuweisen, dass auch dieser -im Vergleich zu "Metropolis"- viel bessere Fritz-Lang-Film NICHT komplett ist. Es fehlen immernoch über 200 Meter! Das geht vielen Filmen so. Warum gehört "M" eigentlich nicht zum Weltkulturerbe?

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Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

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8.0Ausgezeichnet

Zurecht ein Klassiker mit einer im wahrsten Sinne des WortesKiller-Performance von Lorre!

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MartinSchwarz: zitty MartinSchwarz: zitty

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9.0Herausragend

Die restaurierte Fassung auf der Berlinale gesehen: Beklemmung pur, der beste deutsche Film aller Zeiten.

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Kommentare (95) — Film: M - Eine Stadt sucht einen Mörder


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cj durden

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Bewertung9.0Herausragend

M - Eine Stadt sucht einen Mörder ist ein absolut grandioser Film! Von der Kamera hin bis zur Soundkulisse alles fügt sich wunderbar zu einem großen Ganzen zusammen, welches den Klassiker-Status absolut verdient. Zwar gab es für mich einige Lacher aufgrund des Alters des Films und des schwarz-weiß Formates (Stichwort: Rotstift), aber selbst darüber lässt es sich locker hinwegsehen. Es ist halt alles ein Produkt seiner Zeit. Die absolute Kirsche auf diesen klassischen Schwarz-Weiß Kuchen ist für mich aber die Performance von Peter Lorre. Besonders in einer Szene gegen Ende des Films zeigt er mit einer Rede, welche voll Verzweiflung und Abgründigkeit gefüllt ist, was für ein Talent der Mann hatte. Ich war einfach bloß atemlos. M ist Pflichtprogramm für jeden Film-Fan und vermag es auch nach 83 Jahren immer noch zu fesseln.

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keko24

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Bewertung9.0Herausragend

"[...]Aber ich kann nicht! Kann mir nicht entkommen! Muss, muss den Weg gehen, den es mich jagt! Muss rennen! Und mit mir rennen die Gespenster von Müttern, Kindern."

***Spoiler Alert***
M! Es geht um einen serienmäßigen Kindermörder der durch seine Triebe, seiner psychologischen Spaltung dazu gezwungen wird. In dem Film geht es um die Suche nach eben diesem. Die zwei Parteien die nach ihm suchen, Polizei und Verbrechernetzwerk arbeiten mit unterschiedlichsten Methoden. Der Kontrast der hierbei entsteht ist einer der Hauptpfeiler für die enorme Spannung die diesen Film trägt. Die Polizei bedient sich "falschen" Methoden wie Lügen, wohingegen das Verbrechernetzwerk auf die Bettler setzt. Ein Pfeifen was den Mörder schlussendlich verrät, die Melodie aus "Hail of the Mountain King" einfach nur genial! Allein für die schauspielerische Leistung beim Geständnis seiner Tat, bei der Beschreibung seines Zwangs, allein dafür gehört Peter Lorre zu meinen absoluten Helden! Die Themen der Unzurechenbarkeit, des Todesurteils werden gut und kontrovers angesprochen und bleiben auf jeden Fall im Gedächtnis hängen. Pluspunkte gab es für den Ton: Das aprupte Einsetzen von schrillen Tönen direkt nach stummen Szenen schafft es die Spannung zu Steigern wie keine der tausenden Actionproduktionen die von Hollywood am Fließband produziert werden.

Fazit: Hervorragend! Ein großes Kunstwerk das jeder Filmliebhaber mal gesehen haben sollte. Ich werde den Film nach einer angemessenen Zeit nochmal schauen und wenn er mich wieder mit diesem Gefühl lässt so werde ich meine Bepunktung noch nach oben wandern lassen.

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Line3105

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Zum aller ersten Mal gesehen gestern. Woahr, nicht übel. Vorallem das Ende. Trotz das der Film schon alt ist, man damals noch nicht die Mittel wie heute hatte und schwarz weiß immer schwierig für uns verwöhnten "Kids von Heute" ist, muss man ehrlich sagen: an Spannung kaum Übertreffbar. Peter Lorre (kannte ich bis dahin zu meiner Schande auch noch nicht!), spielt fabelhaft. Ich mochte dieses theatralisch, überdrehte Eingeständnis seiner Taten.

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christian.hi.77

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Peter Lorre ist ein ganz Großer seiner Zeit gewesen.


Line3105

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Casablanca habe ich gesehen, kann mich aber nicht mehr an Peter Lorre erinnern. (Mein Mann verwies mich auch direkt darauf hin). Ich werde den Film wohl nochmal intensiver anschauen müssen bei Gelegenheit.


Don Cerebro

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Bewertung7.0Sehenswert

Heißer Kandidat für die Rewatch-Liste. Bin da anfangs nicht so wirklich reingekommen wegen der sprunghaften Inszenierung und einiger Längen, allerdings fand ich einige einzelne Aspekte ziemlich beeindruckend in Szene gesetzt: die aufkeimende Paranoia, der Lynchmob, der Prozess und der Täter selbst. Auch die Verfolgung war mit das spannendste, was ich seit langer Zeit gesehen habe

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Don Cerebro

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7 ist immer noch sehr gut. Ich gebe ohnehin nicht viel auf Zahlen und die Aspekte, die du nennst, habe ich auch positiv hervorgehoben. Allerdings habe ich, wie gesagt, etwas gebraucht um ins Geschehen zu finden. Vielleicht lag das nur an meiner damaligen Stimmung und ich bewerte den Film bei der nächsten Sichtung besser. ;)


brucelee76

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Ist schon okay :)


Medardus

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Bewertung9.0Herausragend

Vollkommen zeitloser Überfilm von Lang. Durch den hab ich eine Liebe zu FilmNoir Filmen entwickelt und mich in Peter Lorre verliebt.

Soziologisch sehr interessant aufgebaut und mit seinem Psychogramm des Täters für die damalige Zeit bahnbrechend. Bekomme heutige Filme auch noch nicht hin.

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FilmFan92

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Bewertung9.0Herausragend

Die Deutschen werden wohl eher selten mit hervorragenden Film in Verbindung gebracht. Vorallem in den letzten Jahre spülte die deutsche Kinowelle ziemlich viel Schrott an Land. Ja es gab amüsante, wenn auch nicht gerade innovative, Werke, wie bspw. "Fack ju Göthe", aber so richtige Meisterwerke blieben aus. Daher kann ich die Kritik am deutschen Film irgendwie nachvollziehen. Was die meisten dabei allerdings außer Acht lassen, ist wohl Fritz Lang. Dessen Meisterwerk "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" fügt sich ohne Weiteres in eine Reihe mit Über-Klassikern wie "Citizen Kane" oder "Vertigo" ein. Ein bahnbrechender, visuell überragender Krimi, der neben einer spannenden Geschichte, auch ein großartiges Bild der (damaligen) Gesellschaft zeichnet und nebenbei, Themen wie Paranoia, Lynch-Justiz und Gerechtigkeit abarbeitet.
"Das macht unsere Kinder auch nicht wieder lebendig." Ein Kindermörder treibt in einer nichtgenannten Stadt (Dass es sich hierbei um Berlin handelt, ist wohl hinreichend geklärt) sein Unwesen. Jeder könnte der Täter sein. Jeder verdächtigt Jeden. Menschen werden aus wahllosen, unbegründeten Tatbeschuldigungen verhaftet, doch der Mörder bleibt auf freiem Fuß. Wegen andauernden Razzien und Untersuchungen der Polizei in der Unterwelt, beschließen die Ringvereinige dem Mörder selbst auf die Spuren zu kommen, um der Hysterie in der Stadt ein Ende zu setzen und die ständige Belastung durch die Polizei zu beenden.
Vorallem die überragende Optik und die Verspieltheit von Schnitt und Kamera, die nicht nur vor Innovation strotzt, sondern auch diese erschreckend beklemmende Atmosphäre des Krimis kreiert, macht unfassbar viel Spaß. Trotz der recht frühen Entlarvung des Täters, bleibt "M" immer spannend, vorallem wenn der Untergrund die Verfolgung aufnimmt und dem pfeifenden Mörder dicht auf den Fersen ist.
Mal fängt die Kamera ein Gespräch ein, wobei lediglich die sich bewegenden Schatten der Dialogführenden zu sehen sind, mal wird durch extreme Winkelstellung in einem Dialog, die (unbegründete) Herablassung und das eigene Emporheben auf die Spitze getrieben, was auch immer für Bilder eingefangen werden, sie nehmen den Zuschauer ebenso gefangen.
Das Schauspiel ist durchweg auf hohem Niveau, überzeugen tut natürlich Peter Lorre als fehlgeleiteter Kindermörder, der in der letzten Viertelstunde ein wahrhaftes Meisterwerk der Schauspielkunst abliefert und den psychisch-kranken Mörder, grandios überzeugend darstellt.
Hier könnten sich leichte Spoiler einschleichen, also seid gewarnt.

Um auf das oben genannte Zitat zurück zukommen, "M" zeigt erschreckend wie Grausamkeiten eine Gemeinschaft zusammen schweißen kann, gleichzeitig aber auch gegenseitiges Misstrauen und Paranoia hervorruft. Anfangs verdächtigt jeder den Anderen, als der Mörder allerdings gefasst ist, wollen alle das Selbe. Seinen Tod. Aber, ist Lynchjustiz (bzw. auf gewisse Art, Selbstjustiz) zurechtfertigen? Eine schwierige Frage, die Lang mit diesem Werk stellt und teilweise beantwortet. Hat ein mehrfacher Kindermörder, trotz offensichtlicher psychischer Labilität, den Tod verdient? Das Gericht (das Ende der von mir gesehenen Fassung beinhaltet diese Szene nicht, Quelle: Wikipedia) verurteilt den Mann schließlich zu Tode, das selbe Ergebnis zu dem auch der Ringverein kam, bzw. gekommen wäre. Ist dies Genugtuung oder Gerechtigkeit? Heilt es die Wunden der Betroffenen Eltern? Die Menschen die urteilen, sind nicht direkt betroffen, weshalb sie "objektiver" handeln, doch die Mutter eines der Opfer bringt es auf den Punkt. "Das macht unsere Kinder auch nicht wieder lebendig." Und das ist die bittere Wahrheit, Lang lässt zwar den Mörder nicht am Leben, die Wunden der Betroffenen bleiben aber bestehen.

Spoilerwarnung aus!

Fritz Lang hat eines der großen und wegweisenden Meisterwerke der (deutschen) Filmgeschichte abgeliefert, technisch wie inhaltlich. Visuell beeindruckend, spannend, zeitlos, genial. Der deutsche Film hat vielleicht lange kein Meisterwerk mehr abgeliefert, aber er hat das gesamte Medium Film entscheidend beeinflusst und dafür sollten wir dankbar sein.

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Ben Kenobi

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Sehr, sehr gut geschrieben.


FilmFan92

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Danke euch beiden :)


Roldur

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

In seinem Film „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“, spricht Fritz Lang bereits Anfang der 30er Jahre ein Thema an, welches bis heute heiß diskutiert bleiben sollte.
Man erinnere sich nur an unangenehme Facebook-Posts, die „Tod für Kinderschänder!“ schrien, natürlich mit großer Freude von der offiziellen NPD-Seite unterstützt. 10.000 mal geteilt, noch häufiger „geliked“, mehr als genug Erinnerungen daran, dass wir trotz Filmen wie „M“ heute kein Stück weiter sind.
Lang inszeniert mit seinem Film eine Hetzjagd, in der zu keiner Zeit Schwarz und Weiß voneinander zu trennen sind, natürlich bildlich gesprochen. Peter Lorre spielt den Triebtäter beängstigend und bemitleidenswert zugleich und kann trotz seiner wenigen Dialogzeilen eine angenehme Ambivalenz aufkommen lassen, die „M“ sehr modern erscheinen lässt. Die theatralische Inszenierung tut ihr Übriges und lässt die recht gewöhnliche Kriminalgeschichte schnell zu einer Abhandlung über Menschliche Schuld werden. Gibt es überhaupt so etwas wie Gerechtigkeit? Ist denn jetzt das „unschädlich“ machen eines Kindermörders gerecht oder sollte er lieber ins Gefängnis? Mit all' diesen offenen Fragen lässt uns „M“ zurück und die großartige Symbolik brennt sich ins Gedächtnis. Hätte Lang den Zuschauer nicht in der Endszene als zu dumm zur Reflektion erklärt, dann wäre das ganze sogar noch ein Quäntchen interessanter gewesen. Tolle Bilder, interessanter Inhalt, toller Film! Ich kann mit einem einfachen Kommentar, diesem epochenmachenden Klassiker nicht wirklich gerecht werden, dennoch kann ich die unangreifbare Aktualität des Themas nur erneut unterstreichen. Allein deshalb hat jeder, noch so schlechte Kommentar zu "M" eine Berechtigung, er macht aufmerksam.

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Thanatos1

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Bewertung7.0Sehenswert

M - Eine Stadt sucht einen Mörder ist zumindest für damalige verhältnisse eine Granate von Film.
Wären heute die frühen 30er würde ich dem Film mit sicherheit eine 10/10 geben, denn die hatte er sich damals wirklich verdient, aus heutiger sicht leider nichtmehr so ganz.
Vermutlich liegt das daran dass ich mich zu sehr an gute Schauspieler (auch in den Nebenrollen) und eine gewisse Dramatik gewöhnt habe die dem Film fehlt, denn auf die Opfer oder die Betroffenen wird leider kaum eingegangen.
Dadurch wirkt der Film allerdings auch nicht so schnulzig und rührselig wie viele andere Filme und das ist wiederrum gut.

Natürlich hat der Film auch für heutige verhältnisse noch einiges zu bieten wovon sich einige Regisseure und Autoren unserer Zeit ne Scheibe von abschneiden könnten, dennoch würde ich sagen, ist der Film für meinen Geschmack etwas zu überbewertet.

Die 7.5/10 hat er sich trotzdem verdient, also auf jeden Fall kann man mal nen Blick riskieren.

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Bandrix

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

„M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ ist ein Film, den man schon allein aus filmhistorischer Sicht gesehen haben sollte.
Jedoch ist es völlig legitim auch einen Klassiker zu verschmähen. Manch ein Film altert nun mal nicht besonders gut, die Gefahr bei „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ ist aufgrund seines enormen Alters ziemlich hoch.
Umso überraschender, dass Fritz Langs Kriminalgeschichte auch heute noch ungemein packend ist und tatsächlich seine Botschaft immer noch brandaktuell ist.
Es ist auch erstaunlich in wie vielem Lang hier seiner Zeit voraus war und sogar Filme, die weit weniger Jahre auf dem Buckel haben, hinter sich liegen lässt und deutlich weniger Staub angesetzt hat.
Die erste Hälfte des Filmes besteht aus akribischer Polizeiarbeit. Der Mörder bekommt noch sehr wenig Raum, wird selten gezeigt. Viel mehr steht die Suche nach dem Täter im Vordergrund. Manch einem wird dies sauer aufstoßen und langweilen, denn spannend wird es (noch) nicht. Ich allerdings war fasziniert von der Art, wie die Polizisten in dieser Zeit Spuren nachgingen. Zudem klinkt sich auch die Berliner Unterwelt in die Jagd mit ein, da diese sich von den vielen Razzien bedroht fühlt.
Ab hier beginnt die Spannungskurve stetig zu steigen. Die Schlinge um des Mörders Hals wird immer enger, seine Angst ist ihm förmlich ins Gesicht geschrieben. Peter Lorre verkörpert das Monster ungemein beängstigend. Der Drang zu töten, wie er versucht sich zu beruhigen und wie er doch nicht widerstehen kann – meisterhaft.
Sobald der Fokus mehr auf den Täter gerichtet ist, entfaltet „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ seine ganze Kraft. Die Hatz ist unfassbar spannend, Lang verwendet zudem schöne Plansequenzen und Bildmontagen, mit denen die Suche noch mitreißender wirkt. So etwas hatte ich nicht in einem Film dieses Alters erwartet.
Wenn Lang schlussendlich auch noch die menschliche Natur in Frage stellt, das Tier in jedem Menschen entblößt, ist der Zuschauer fassungslos. Gesellschaftspolitisch von Belang, ein tiefer Einblick in die Psyche eines kranken Täters und ein Ende, das förmlich zum Nachdenken zwingt. Themen werden aufgeworfen, die auch heute nichts von ihrer Brisanz verloren haben. Sei es Lynchjustiz oder die Frage nach der Ursache, nach dem Monster im Menschen.
Ganz großes Kino made in Germany.

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Andy Dufresne

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An dem Kommentar stimmt echt mal einfach alles.Top!


Bandrix

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Danke euch! :)


Kamell

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Bewertung10.0Herausragend

Zu Zeiten, in denen Kulturprodukte meist wie in Plastik gegossene Hundertware wirken, drängte sich mir der Vergleich mit frühneuzeitlichen Altarschnitzereien auf: Jedes noch so winzige Detail ist liebevoll von Hand gestaltet, das Material trotzt dem Alter, die Figuren sind überaus plastisch, jede hat bei genauem Hinsehen interessante Eigenheiten, die Unebenheiten im Holz werden zu wertvollen Insignien der Einmaligkeit.
Das Auge kann sich sattsehen und die Auseinandersetzung mit dem Werk nimmt ihm nichts, es gewinnt eher noch an Faszination.
Da möchte man dem Film glatt auf einem Altar huldigen und gleich noch eine Pilgerstätte für deutsche Filmemacher einrichten. Allerdings wären die Voraussetzungen zur Nachahmung fraglich, denn wo gibt es diesen Menschen- und Schauspielerschlag noch? Die Zeit hat sie fortgeschwemmt und uns fehlt diese in sich ruhende (ja, auch betuliche, altväterliche), würdige Selbstgewissheit. Ein Spiegel für das Zeitalter der Hektiker und Zukurzgekommenen; nur die moralischen Fragen haben sich kein bisschen verändert.

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sushi97

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"M - Eine Stadt sucht einen Mörder" ist für seine Zeit zweifelsohne einzigartig. Er erzeugte an einigen Stellen mehr Spannung als viele Thriller heutzutage in einem ganzen Film. Dann gibt es wiederum Szenen, besonders im Mittelteil, die sehr langatmig und teilweise sogar zäh sind. Zum Ende hin nimmt er dann wieder richtig Schwung auf und gipfelt in einer großartigen Schlussszene.
Die Lynchjustiz entscheidet. Was ist das richtige Strafmaß für einen Kindermörder? Was ist das richtige Strafmaß für einen psychisch kranken Kindermörder? Muss man da unterscheiden? Gehört er gelyncht oder vor ein staatliches Gericht? Die Ironie an der Sache besteht darin, dass das Gericht selbst aus Verbrechern, die teilweise sogar schon selbst getötet haben, besteht. Fritz Lang schafft es eine interessante Debatte um Gerechtigkeit, in der ohne Frage nicht perfekten Gesellschaft, zu entfachen. Er betreibt hier Gesellschaftskritik vom Feinsten!
Peter Lorre spielt hier die Rolle des manchmal hilflos, dann wieder eiskalt wirkenden Mörders phänomenal. Die Leistung von Gustaf Gründgens als der Kopf der Verbrecherbande hat mich aber auch stark angesprochen und beeindruckt.
Außerdem finde ich die Schnitte sehr gelungen; genau wie den Humor und die umgangssprachlichen Dialoge mit Akzent.
Man merkt hier nicht, dass der Film schon über 80 Jahre alt ist - das ist eine Kunst!

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jacker

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80 Jahre.
Muss man sich echt auf der Zunge zergehen lassen!
Diese Justizkritik hat mich auch voll überzeugt!


jp@movies

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Meine Fresse, was hat der alte Fritz da vorgelegt! Um zu unterstreichen wie weit der Film seiner Zeit voraus war, ziehe ich mal ein paar Parallelen, die nicht an den Haaren herbei gezogen sind. Der Filmanfang liefert z.B. gleich die Vorlage für NIGHTMARE ON ELMSTREET, die Unschuld, mit der das Lied über den Mörder in das Kinderspiel integriert wird. Dann folgt eine erste Parallelmontage, die ohne Worte das Verschwinden eines Kindes erzählt, mit visuellen Ideen, die so glasklar sind, das einem noch heute der Atem stockt. Hier ist ein Stummfilmmeister am Werk, der auch mit dem Ton umzugehen weiß. Ja, das ist alles auch künstlich, weil im Studio gedreht, aber daran gewöhnt man sich schnell.

Was mich beim Wiedersehen mit M begeistert, ist gerade die erste Hälfte, jene, die im Prinzip gänzlich ohne Peter Lorre auskommt. Lang verzichtet(!) hier komplett auf übliche Strukturen wie einen Protagonisten (klassischer Weise ein ermittelnder Polizist), sondern zeichnet mit präzisen Strichen ein Gesellschaftsbild, das noch heute aktuell ist: Zu Beginn gibt es nur ein Plakat an der Litfaßsäule, und von Erwachsenen allein gelassene Kinder. Als das neunte Kind verschwindet, greifen es die Medien (hier die Zeitungen) auf, das Extrablatt verkauft sich prächtig, unkritisch wird selbst das "Bekennerschreiben" publiziert - wohl der Auflage wegen. Man sieht die leere Straße, die Zeitungsjungen, und dann füllt sich das Bild, das "öffentliche Interesse" beginnt. Am Stammtisch kocht es zuerst hoch, jeder verdächtigt jeden. Das zeigt Fritz Lang mit einem wunderbar bösen bis albernen Humor - wenn sich die Menschenmenge mit zunehmenden Abstand zum Geschehen "verhört", und unbescholtene Bürger zu belästigen beginnt, oder wenn ein Kind einen älteren Mann nach der Uhrzeit fragt, und andere erst danach auf die Szene aufmerksam werden; wenn dann der Muskelprotz auf den kleinen alten Mann herunter blickt, ist man einer Cartoon-Bildsprache ebenbürtig. Derlei Momente gibt es zuhauf. Wunderbar beobachtet, und uns den Spiegel vorhaltend.

Aber damit nicht genug: Natürlich gehen den Politikern die Ermittlungen der Polizei nicht schnell genug, die später zu immer drastischeren Mitteln greift. Hier gibt es eine großartige Sequenz, in der die Polizei bei ihrem systematischen Vorgehen gezeigt wird, wie sie Indizien und Zeugenaussagen nachgeht, Fingerabdrücke vergleicht und die Handschrift des mutmaßlichen Mörders analysiert. Dann greift man aber (auf Druck der Politik?) zu immer fragwürdigeren Methoden, Generalverdächtigung und Massenverhaftungen machen der Akribie Platz - der Film ist von 1931, wohlgemerkt! Der Polizei kommt es sehr gelegen, dass ihr dabei Kleinkriminelle im Dutzend ins Netz gehen. Wer sich darüber nicht freut, sind deren Organisationen, die nun ebenfalls beschliessen, auf Mörderjagd zu gehen, weil dieser "Eine" ihnen das Geschäftverpfuscht. Das wird in einer Parallelmontage im Wechsel mit den "Guten" (Polizei/Politik) erzählt, die ebenfalls nach neuen Methoden suchen, um den Mörder dingfest zu machen. Dabei geht es jeweils um das eigene Ansehen oder wirtschaftliche Faktoren - das ursprüngliche Verbrechen spielt dabei längst keine Rolle mehr, es ist längst instrumentalisiert worden. Hätte es die Taten nicht gegeben, man hätte sie glatt selbst erfinden müssen. Das ist wie THE WIRE in fünf Minuten, und gequalmt wird dabei wie in einer Staffel MAD MEN. Der Schlüssel zum Erfolg ist dann die Einbeziehung der Ärmsten, der Bettler, heute wäre es ein 1-Euro-Job für Hartz IV Empfänger zur "Heranführung" an den Arbeitsmarkt. Als Spitzel. An jeder Straßenecke. Überwachungsstaat, ganz ohne NSA, und es funktioniert. Nicht die Polizei tut dies, sondern die Untersten im Volk, mit dem Versprechen des Aufstiegs durch die Belohnung. Die Kamerafahrt, in der die Organisation der Bettler eingeführt wird, ist atemberaubend - verdammt, die Dinger waren damals selber so groß wie ein Haus! Und die schwebt hier wie losgelöst durch Räume, aus dem Keller durch die Decke (mit einem unsichtbaren Schnitt), danach noch in bester David Fincher Manier durch ein Fenster in die Amtsstube. Alles "in der Kamera".

Erst danach konzentriert sich Lang auf die Verfolgung des Mörders - sowohl die "Guten" wie die "Bösen" sind ihm auf den Fersen. Die Bösen treiben ihn in die Enge, und versuchen ihn dort selbst zu stellen. Dabei gibt es eine Szene, in der einer der Anführer der Gangster als Polizist verkleidet einen Wachmann foltert, um zu erfahren, wie viele Kollegen er noch im Gebäude hat. Und ich möchte Fritz Langs Gebeinen huldigen, dass er die Folter nicht zeigt, sondern nur suggeriert. Alles in nur einer(!) Einstellung erzählt, und auf der Tonebene gibt es nur das wesentliche zu hören.

Und der Humor kommt bei allem Ernst nicht zu kurz. Ein Beispiel noch: Wenn die Bettler sich beim Beschatten gegenseitig ablösen, gehen einmal zwei hinter einer Litfaßsäule vorbei, der rechts hat ein Holzbein (und wurde bereits früher eingeführt). Auf der anderen Seite der Säule kommen dann zunächst der Linke wieder ins Bild, nur an seiner Seite geht jetzt einer mit zwei gesunden Beinen. Auch das wieder ohne Schnitt, ohne Ausrufezeichen, sondern nur für den, der es bemerkt. Für die Story relevant ist nur, dass sich die Bettler abwechseln. Famos.

Dann die Doppelmoral der "falschen" Gerichtsverhandlung in der Schnapsfabrik(!). Ein Anwalt, der auch vor einem "richtigen" Gericht eine gute Figur gemacht hätte, aber vor schlechten Richtern, die ihr Urteil längst gemacht haben, die taub und blind für eine andere Sichtweise sind. Dazu eine Masse, der die Lynchjustiz ins Gesicht geschrieben steht, und ein hilfloser, allein gelassener Kranker, der sich an niemanden wenden kann. Gesellschaftskritik, die nie mit dem Zeigefinger daher kommt, sondern nüchtern beschreibt, beobachtet, zeigt.

Ein Meisterwerk, größer als METROPOLIS, er findet alles im Kleinen, und verweist uns auf unsere gesellschaftliche Verantwortung unseren Kindern gegenüber. Unser aller Kinder, nicht nur die eigenen. Das am Vorabend des Faschismus in Deutschland. Hut ab, Herr Lang. Ein großer Wurf. Ein ganz Großer.

Muss jetzt unbedingt sein drittes großes "M" sehen, denn seinen Mabuse habe ich als Einzigen noch nie gesehen, keinen von beiden. Und ich freue mich darauf wie ein großes Kind :)

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Markbln

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Interessante An- und einsichten zu diesem Kultfilm. Aber magst du Peter Lorrre hier nicht? Ich sehe sofort sein gequältes Gesicht, wenn ich an M denke.


jp@movies

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Wieso sollte ich ihn hier nicht mögen? Seine Leistung ist nicht zu übersehen, und hier in den Kommentaren mehr als ausreichend gewürdigt worden. Was mir fehlt und untergeht ist die großartige erste Hälfte, die alles andere als langweilig ist, und mit Konventionen bricht. Dafür wollte ich mal eine Lanze brechen. Knick knack.

PS: Ich hab (leider) immer das hier vor Augen - http://www.youtube.com/watch?v=4WHcq6oaHUE


Couga[MH]

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Bewertung6.0Ganz gut

Ein Meilenstein in der Filmgeschichte, da besteht kein Zweifel. Doch man merkt dem Film finde ich an, dass er kurz nach der Stummfilmäre gedreht wurde. Bedeutung und Intention schön und gut, aber der Film ist für mein Empfinden speziell im Mittelteil verdammt zäh und langatmig und auch die Atmosphäre lässt mich recht kalt. Die Prämisse an sich ist aus auch nichts wirklich besonderes mehr und wurde zumindest aus Story-Sicht nicht so toll ausgenutzt, zumindest aus heutiger Sicht. Doch das grandiose Ende und dessen Bedeutung holen dann noch EINIGES raus und macht ihn für mich so zumindest grade so sehenswert.

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philipp.endres.18

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Ging mir einfach ganz genauso. Wäre der tolle Schluss nicht gewesen gäbe es bei mir wohl auch deutliche Punktabzüge!


Couga[MH]

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Jop, würde ihn gern besser finden. ^^


DerBaertige

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Bemerkenswert gut gealterter Thriller, der zum Ende hin richtig aufdreht. Einige unleugbare Längen auf dem Weg dorthin verhindern eine höhere Wertung, trotzdem zweifelsohne ein wichtiger Film und eine beeindruckende Leistung von Peter Lorre.

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Cayopei

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Auch nach über 80 Jahren bekommt man bei Lorres Plädoyer noch Gänsehaut:
Will nicht! Muß!
Großartiger Film.

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Rei

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Fritz Langs eindrucksvolles Kunstwerk hat bis zum heutigen Tage nichts an Brisanz und Aktualität eingebüßt. Ein wirklich phänomenaler Film mit einem genial agierenden Peter Lorre, der im Berlin der 30er Jahre einen Triebtäter spielt und Panik bei der Bevölkerung hervorruft. Welches Mädchen wird sein nächstes Opfer sein? Wie kann ich mein Kind schützen? Bei der kleinsten Auffälligkeit gerät der harmloseste Bürger bereits in Verdacht, die Bestie in Menschengestalt zu sein. Von den Nazis 1934 verboten, ist der Nachwelt dieses Meisterwerk des Wieners Fritz Lang glücklicherweise zugänglich, wenn auch 9 Minuten des Ursprungs-Materials bis heute verschwunden bleiben. Diesen Film muß man gesehen haben! Rei

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mariega

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Bewertung9.0Herausragend

M LE MAUDIT so der Titel auf französisch. Zum ersten Mal muss ich gestehen, dass ich einen Film gefunden habe, dessen Titel in der Übersetzung mir besser gefällt als der Original. Da ich immer die Erste bin, die meckert und dauernd von Titelvergewaltigung spricht, bin ich mit dieser Übersetzung eigentlich mehr als zufrieden! Man muss auch eine gute Sache ausdrücken. Ich erkläre: Der französische Titel enthält ein Wortspiel: M wird wie "AIME" gesprochen also "M der Verdammte"oder "Liebe den Verdammten!". Ich finde in diesem Fall den französischen Titel interessanter. Was die spanische Übersetzung betrifft ist es auch einer Bemerkung wert: "M, el vampiro de Düsseldorf" (in Argentinien: El vampiro negro). Obwohl der Film von Fritz Lang in Berlin stattfindet (mehrere Details weisen darauf hin), basiert er in Teilen auf dem Fall des Serienmörders Peter Kürten (* 26. Mai 1883 in Mülheim am Rhein; † 2. Juli 1931 in Köln), genannt „Der Vampir von Düsseldorf". Auf deutsch sollte der Film ursprünglich "Mörder unter uns" heißen aber die Anspielung auf die Nazibewegung wäre zu deutlich gewesen.

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Boogers666

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Schön :D


Daymare

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Bewertung7.0Sehenswert

Als überragend würde ich "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" nicht bezeichnen, aber definitiv als sehenswert!

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Unomomento

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ziemlich spannend. Unheimlich, wenn man überlegt, dass irgentwo jemand hinter deinem Kind her ist! Viele Zigaretten und Rauch!!

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Jek-Hyde

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

M ist auf seine Art ein extrem düsterer Film, Thematisch gesehen. Zu unserer Zeit, und zu seiner muss es ein noch finsterer Film gewesen sein. Das Thema des Kindermörders. Den keiner fassen kann und selbst die Verbrecher nicht mehr in Ruhe Verbrechen verüben können. Unser Onkel Fritz spricht hier so viel wahres an. Wie dynamisch sich eine Masse bewegt. Wie Aussichtslos so eine Situation ist (für beide Parteien) und wie schön und hässlich zugleich Lynchjustiz ist.
Dabei nutzt er den Tonfilm wunderbar aus und lässt uns bis auf den Mörder beinahe Hauptfigurenlos, so dass die gesamte Besetzung die zweite Hauptrolle erhält, quasi als Schwarminteligenz.
Speulers:
Und am Ende können wir nicht nur die glubschäugige, froschige Schauspielkunst eines Peter Lorre genießen. Das Finale des Films ist meiner Meinung nach wirklich großartig und zeigt besonders spezifisch das Problem der Lage auf. Selbst wenn der Film mich bis dorthin noch nicht ganz überzeugt hat, danach hat er es auf jeden Fall. Der Mörder ist schuld, kann aber aufgrund seiner Psychischen Probleme nicht anders. Was machen wir also? Ihn laufen lassen? Das macht ihn froh. Ihn ewig einsperren? Das macht keinen froh. Ihn ordentlich Lynchen? Das macht uns froh. Aber was ist der richtige Weg? Gibt es den überhaupt, oder bleibt immer was auf der Strecke? Fritz hält es am Ende nicht mehr für nötig uns das Urteil zu präsentieren, allerdings lässt er uns wissen, dass kein Urteil die Opfer entschädigen kann, gleich welches.
Ein wirklich schweres Thema, was viel zu oft einfach aus Bequemlichkeit umgangen wird. Onkel Fritz hat es hier allerdings perfekt umgesetzt, bloß der Berliner Akzent sorgt ab und an für unpassende Lacher meinerseits.

Und noch was, das muss unbedingt noch raus: Die Expressionistische Hand auf dem Gemalten Cover, ihr wisst welche ich meine, die ist so was von cool! Vollendete Cover Art. Ja, ich bin ein Fan von Saul Bass, ihr habt's erkannt.

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Jek-Hyde

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Nur um das nochmal klar zu stellen, ich meine die Hand auf Wikipedia, die grau in grau mit tiefen Schatten.
Ja, das war mir noch wichtig...



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