Reservoir Dogs

Reservoir Dogs (1992), US Laufzeit 99 Minuten, FSK 18, Drama, Thriller, Kinostart 10.09.1992


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8.0
Kritiker
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7.9
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281 Kommentare
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von Quentin Tarantino, mit Harvey Keitel und Tim Roth

In Quentin Tarantinos Debütfilm Reservoir Dogs suchen sechs Gangster nach einem verpatzen Überfall den Verräter in den eigenen Reihen.

Mr. White (Harvey Keitel), Mr. Orange (Tim Roth), Mr. Blonde (Michael Madsen), Mr. Pink (Steve Buscemi), Mr. Blue (Edward Bunker), Mr. Brown (Quentin Tarantino) und Nice Guy Eddie (Chris Penn) sitzen in einem Café. Sie haben sich zuvor noch nie gesehen oder miteinander gesprochen. Voneinander wissen sie nur ihre Decknamen und, dass sie ein gemeinsames Ziel haben: einen Juwelier zu überfallen. Aber genau im richtigen Moment taucht die Polizei auf und lässt den Coup platzen. Es bricht Panik aus und es kommt zur Schießerei, in der etliche Polizisten und unschuldige Passanten sterben. Kurze Zeit später findet sich die Bande am vereinbartem Treffpunk ein. Ihnen ist klar, dass der Tip an die Polizei von einem der Beteiligten gekommen sein muss.

Hintergrund & Info zu Reservoir Dogs
Quentin Tarantino feierte mit Reservoir Dogs – Wilde Hunde sein Regiedebüt. Steve Buscemi gewann für seine Rolle als ‘Mr. Pink’ 1992 den Independent Spirit Award als Bester Nebendarsteller; Tarantino und der Film wurden als bester Regisseur bzw. bester Film für den gleichen Preis nominiert. Reservoir Dogs – Wilde Hunde weist eine typische Tarantino-Charakteristik auf, für die auch seine Folgefilme bekannt sind: Die Geschichte wird nicht chronologisch erzählt, sondern enthält viele Rückblenden und Schnitte.

In Interviews deutete Tarantino des öfteren darauf hin, dass Mr. Blonde alias Vic Vega mit dem von John Travolta gespielten Vincent Vega aus Pulp Fiction verwandt sei; eventuell handele es sich sogar um Zwillinge. Ein weiterer Zusammenhang zwischen den Filmen besteht durch die Krankenschwester Bonnie. Diese wird in Reservoir Dogs – Wilde Hunde im Gespräch erwähnt und in Pulp Fiction von hinten gezeigt. (JP)

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Kommentare (273) — Film: Reservoir Dogs


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Bleecher

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Bewertung4.0Uninteressant

Habe gerade von Wikipedia gelernt, was ein Heist-Movie ist. Nun, das trifft hier den Nagel auf den Kopf.
Zuallererstmal handelt es sich hier um das Debütwerk von Quentin Tarantino, in dem der Regisseur auch als Schauspieler auftritt.
Ich habe den Film konzentriert wie immer verfolgt und konnte trotzdem nichts damit anfangen.
Zu Beginn des Filmes witzlose Debatten darüber, worum es in dem Madonna-Song Like a Virgin geht und ob das geben von Trinkgeld sinnvoll sei.
Acht Burschen mit seltsamen Abkürzungen als Namen legen nun los, um einen Diamantenhändler zu berauben. Das Vorhaben scheitert und es ist klar, das es unter den acht einen Verräter gibt.
Und so weiter. Es wird jede Menge mehr oder weniger sinnlos geschwätzt und eine gefühlte halbe Ewigkeit liegt in einer ausrangierten Fabrikshalle ein angeschossener Mann in einem blutgetränktem Hemd herum.
In einer Folterszene wird "Stuck in the Middle with you" von Stealers Wheel gespielt, was da so hinpasst wie ein Kuhfladen auf einen Perserteppich.
Übrigens Folterszene. Schon hier wird einem rohe Gewalt in einem Maß serviert, das einfach zuviel des guten oder besser gesagt, des schlechten ist. Einem Mann wird das Ohr abgeschnitten (ja ja. Die Kamera schwenkt weg. Aber dann sieht man trotzdem den Kopf, an dem das Ohr fehlt. Mann muß sich ja auch noch das Geschrei des gefolterten Mannes anhören)
Ich will sowas nicht sehen. Ich empfinde es als Zumutung. Diese Brutalität in seinen Filmen kreide ich Tarantino an. Was will er damit bezwecken? Die Kotzgrenze nach oben schieben?
Ich rechne den Debütfaktor an und gebe eine 4.0.

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kingdomsknight

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Bewertung4.5Uninteressant

Aufgrund meines Alters wieder mal ein 'Klassiker', den ich erst jetzt zum ersten Mal gesehen Habe. Vorher hatte ich von Tarantino nur Pulp Fiction und Django Unchained gesehen. Pulp Fiction war bzw. ist großartig und Django gefiel mir auch einigermaßen. Auch ähnliche Filme wie Heat und andere Klassiker wie der Pate gefielen mir gut. Daher war ich mir eigentlich schon sicher, dass ich mit diesem Film nichts falsch machen kann...

...Leider habe ich mich da sehr getäuscht! Dieser Film war für mich aufgrund der wirklich sehr vielen und meist unwichtigen Dialoge sowie des Mangels an Abwechslung einer der langweiligsten Filme, die ich bis jetzt gesehen habe. (Und das, obwohl er gerade ein mal 99 Minuten geht.)

Deshalb Leider, auch wenn mich jetzt wahrscheinlich einige hier hassen oder für verrückt erklären werden: Wertung 4,5
In der Hoffnung, dass mir die anderen Tarantino-Filme wieder besser gefallen werden. :)

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Troublemaker69

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Bewertung9.5Herausragend

"Ich sag euch, worum es in "Like a Virgin" geht. Dieser Song handelt von einem Mädchen, das auf einen Kerl mit einem großen Schwanz scharf ist. Das Ganze ist eine Metapher über große Schwänze."

Mit diesem Zitat beginnt Reservoir Dogs und dieser Spruch sagt schon sehr viel über die Dialoge des Streifens. Herrlich trivial und doch scheinbar natürlich schreibt Tarantino seine Dialoge ja sowieso und das wird bereits in seinem ersten Kinofilm "Reservoir Dogs deutlich.
Völlig unscheinbar und ohne großen Aufwand schuf Tarantino mit seinem Kinodebüt einen kleinen Gangsterfilm der großen Art.

"Endlich allein!"

...sagt Mr. Blonde kurz vor der berüchtigten Ohrenszene. Doch was macht dieses Szene so besonders?
Das ist zum einem Michael Madsen´s coole Darstellung des Psychopathen, zum anderen aber auch die Kameraführung und die Filmmusik. In der Szene lässt Tarantino den Blick vom Geschehen abweichen, so filmt er in der genannten Szene eine Tür statt der Handlung. Generell lässt Tarantino uns in seinem Streifen eher im Dunklen, so geht es die ganze Zeit um ein Verbrechen, dass man aber nie zu Gesicht bekommt. Die Erzählung ist nicht chronologisch und geht nur um die ganze Sache herum. Wir bekommen einen Film, dessen Handlung nur durch unser eigenes Denkvermögen sichtbar wird.
Ein weiteres Phänomen dieses Films ist der Soundtrack. Tarantino wählte Songs aus, die perfekt zu den Szenen passen und mit ihnen verschmelzen, es ist so, wie er gesagt hat, immer wenn man das Lied hört, denkt man an die Szene. So auch mit dem Song "Stuck in the middle with you" in der Ohrenszene oder mit "Green Bag" im Intro.

Tarantino´s Reservoir Dogs ist ganz große Kunst, die uns bereits das Können eines der größten Regisseure unserer Zeit darlegt.

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Martin Oberndorf

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Die haben Leonardo gelesen und sind reingestürmt.
Leonardo ist zwar ein Charakterdarsteller, aber da er so enorm berühmt ist, denken wohl viele, er macht große Blockbuster.
Mich wundert ohnehin warum einige in meiner Klasse, die mit Filmen GARNIX am Hut haben, völlig freiwillig in einen 3 Stunden Film über den Aufstieg und Fall eines Börsenmaklers gehen...


Troublemaker69

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Japp :D Da hab ich im Freundeskreis auch ein paar....ein Mal Di Caprio gelesen und gleich ging es ab ins Kino :D


Kohax

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Bewertung5.0Geht so

Ein absolut durchschnittlicher Film. Er hat mich nicht gelangweilt, aber Begeisterung löste er erst recht nicht aus... und das als Tarrantino-Fan.
Also für mich kommt der Streifen nie richtig in Fahrt. Es wird mir zu viel gesprochen, die Dialoge sind mir zu schwulstig und zu sehr darauf bedacht auch ja zu zeigen, dass man ja ganz viel Testosteron in sich hat und insgesamt finde ich das ganze viel zu hektisch. Erinnert mich so ein wenig an die Brunftzeit von Hirschen. Es wird geröhrt und gezeigt, wer das größte Geweih hat.
Die Geschichte an sich finde ich super, sie ist schlüssig und nachvollziehbar erzählt, die Schauspieler finde ich klasse, auch wenn einige Sachen übergeschauspielert waren, vor allem Micheal Madsen und Kirk Baltz fand ich spitze. Gerade letzterer hat mich sehr mitgerissen, obwohl er für die Geschichte eher unwichtig war.
Muss man sich jetzt nicht nochmal antun...

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LilQ

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"Erinnert mich so ein wenig an die Brunftzeit von Hirschen" witzig :)


Kohax

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Danke ^^


Cunicool

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Bewertung7.5Sehenswert

Sieben Gangster, ein Diamantenraub das schief läuft. Woher wusste die Polizei bescheid? Gibt es einen Verräter? Wer ist er? Wer hat die Diamanten? All diese Fragen werden in diesem spannenden Krimi-Thriller beantwortet. Viel spaß

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christopher.reichl.1

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Bewertung7.0Sehenswert

Bereits in Tarantions Debütfilm erkennt man seinen typischen Stil. Der von ihm bereits fast Kult gewordene abrupte, kurze Schluss wurde auch bereits in diesem Film von ihm verwendet.
Aber auch die Filmmusik, wie in fast allen Filmen Tarantions, ist einmalig und stellt die teils sehr makaberen Stellen des Films in ein ganz anderes Licht.
Leider gottes ist die Handlung etwas lahm und zieht sich über Teile des Films hin.
Aber auch die scheinbar endlos langen Dialoge prägen den Film. Auch bei der Location schein Tarantiono gespart zu haben, denn fast der ganze Film spielt in einer Lagerhalle, was aber genau das gewisse Etwas des Films ausmacht, und ihn somit unverwechselbar macht.
Aber ein durchaus gelungenes Werk des amerikanischen Regisseur.

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Moviegod

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Tarantino hat hier eben aus seiner damaligen Geldnot eine Tugend gemacht ^^


inceptionfan

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Bereits in "Reservoir Dogs" kann man Tarantinos großes Talent sehen! Die Schauspieler sind zwar größtenteils unbekannt, aber spielen wirklich hervorragend. Auch hier hat man schon die für Tarantino typisch genialen Elemente: ungewöhnliche Erzählstruktur, großartiger Humor, teils ziemlich krasse Gewalt und vor allem geniale Dialoge (mein Favorit ist die Diskussion über die Decknamen am Ende)! Dennoch reicht "Reservoir Dogs" in meinen Augen nicht ganz an die späteren Filme heran, denn ich hatte mir von der Story ein wenig mehr erwartet! Unterhaltsam ist sie auf alle Fälle, aber ich finde, dass man die Auflösung wirklich erst am Ende hätte bringen sollen, denn damit wäre der Spannungsaufbau besser gelungen. Außerdem fande ich die Rückblenden teilweise ein wenig schleppend und in die Länge gezogen. Dennoch ist "Reservoir Dogs" zweifellos ein großartiger Film!
Fazit: "Reservoir Dogs" ist natürlich ein Muss für alle Tarantino-Fans, denn auch hier zeigt er schon sein Können, auch wenn es meiner Meinung nach bei der Story noch ein paar Reserven gibt.

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Davki90

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Bewertung7.5Sehenswert

Quentin Trantino's erster Film punktet mit einem Top Cast und jede Menge coolen Sprüchen. Die Handlung ist aber eher schwach, weil fast der ganze Film in einer Fabrikhalle spielt und manchmal kommen ein paar Rückblenden! Trotzdem gelungenes Erstlingswerk!

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CuchillaPitimini

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Bewertung10.0Herausragend

Es dürfte ungefähr 5 Jahre her sein, da habe ich Reservoir Dogs zum ersten Mal gesehn. Und ich war sofort von Tarantinos Stil begeistert, ohne überhaupt zu wissen, wer Tarantino ist und dass er tatsächlich einen besonderen Stil hat. Ohne zu wissen, dass es da noch sowas wie Pulp Fiction gibt - ja, ich war jung und unerfahren.
Der Film hat mich einfach fasziniert, so cool und brutal, so geniale Dialoge und diese Musik dazu. Diese Musik!
Seither habe ich den Film noch einige Male gesehen, heute mal wieder so ganz mädchenhaft mit Chips und Bier. Und immer noch finde ich ihn einfach megacool, finde die Charaktere cool, die Musik - ein herausragender Film mit Herzens-weil-Erinnerungs-Bonus = 10 Punkte!

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Mr.Magoo

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Bewertung2.5Ärgerlich

Ich bin gewiß kein Tarantino-Fan, auch geht mir der ganze Hype um ihn gehörig auf den Senkel, trotzdem habe ich wenigstens versucht, diesen Film möglichst unvoreingenommen zu betrachten. Nur die wenigen Szenen, in denen die Darsteller mal nicht gesprochen haben, waren für mich halbwegs erträglich. Nicht witzig, nicht originell, einfach nur unfassbar schlecht. 2.5 Punkte sind noch geschmeichelt.

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Zanto92

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Bewertung9.0Herausragend

Ich will hier einfach mal betonen JA es ist ein super Film Schauspieler, Action, Story passt alles!
Aber der Soundtrack ist doch nicht von dieser Welt? einer wenn nicht sogar Tarantinos bester Soundtrack!!

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TheNumber

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Bewertung9.5Herausragend

Tarantino inszeniert dieses quasi-Kammerspiel sehr fesselnd, was den Film in Kombination mit den super Dialogen kurzweilig und spannend macht. Tarantinos Take on Heistmovies wirkt frisch und weckt Neugier. Der Film bringt uns einige berühmte/ikonische Szenen und ist auch beim zweiten Mal noch unterhaltsam und sehenswert. Zählt meiner Meinung nach zu den Filmen, die man gesehen haben muss.

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jacker

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Tarantino #1 - 1992: RESERVOIR DOGS

"Joe: So you're Mr. White. Mr. Blonde. Mr. Brown. Mr. Blue. Mr. Orange. And you're Mr. Pink.
Mr. Pink: Why am I Mr. Pink?
Joe: Cause you're a faggot!"

Ein Kammerspiel-Heist-Movie, ohne den Heist.
Ein Thriller in dem 90 % der Zeit geredet wird, wovon 50 % der Zeit mit Schwanz-Metaphern in Madonna-Songs, Trinkgeld, Radiosendern und anderen Belanglosigkeiten gefüllt sind.
Eine Musikwahl, die durch ihren krassen Kontrast zu den Bildern fast schon Unbehagen auslöst.
Eine Kamera, die entscheidendes zum Großteil (aber eben nicht komplett) im Off passieren lässt.

Zum Auftakt seiner Karriere, hat Quentin schon klar gezeigt, dass er es anders machen will und wird. Das geht beim Script los (zu dem Tarantinos Kumpel aus Videothek-Tagen Roger Avary die Radiomoderationen beigesteuert hat), pflanzt sich über den exquisiten Cast fort und verfestigt sich endgültig in der Inszenierung. Hier sollen die Uhren anders, als im sonstigen Filmgeschäft ticken - eine Prämisse, die Film-Nerd Tarantino ganz locker und natürlich von der Hand geht. Er ist einer, der sich nicht bemühen muss anders zu sein, weil er stattdessen aus seinem kuriosen filmischen Liebhaber-Background heraus, eine ganz eigene (zugegeben sehr Recycle- und Mashup-artige) Sprache entwickelt hat.

RESERVOIR DOGS war zunächst ein Skript, mit dem er hausieren ging. Irgendwann las es Harvey Keitel, war begeistert, wurde gecastet und wollte den Film direkt produzieren, womit das Budget quasi als gesichert galt. Auch kümmerte Keitel sich um das Casting (wozu er Tarantino auf eigene Kosten nach New York einlud, weil der Pool an Gesichtern dort seiner Meinung nach unverbrauchter war). Das bescherte dem Cast den großartigen Steve Buscemi und den sogar noch etwas großartigeren Tim Roth - ein Glücksgriff also, denn obwohl jeder Schauspieler seinen wichtigen Teil leistet, sind die beiden doch im Dreieck mit dem übermenschlich großartigen Michael Madsen das absolute i-Tüpfelchen auf der schwarzhumorigen Sahnetorte (an deren eingebackenen Rost-Nägeln man sich doch bitte die Zähne ausbeissen möge).

Der Film beginnt in einem Diner, man sieht die Gangster-Truppe beim Quatschen, Herumalbern, Frühstücken und Kaffee trinken. Nicht über den anstehenden Coup, sondern über die Art von abgefahrenen Belanglosigkeiten, die später noch zu Tarantinos Markenzeichen werden sollten. Eine lange Szene die zwischen den Zeilen weit mehr vermittelt als jede Plot-dienliche Alternative es könnte: Der Charakter einer Person liegt in dem was sie sagt verborgen. Nicht nur in Gehaltvollem, sondern in Allem - das hat Tarantino erkannt und schafft es so, bereits durch die Grundsatzdiskussion über die Sinnhaftigkeit von Trinkgeldern einen Großteil der Bande um Mr. White, Mr. Blonde, Mr. Pink etc. zu charakterisieren.

Cut.

Geschwindigkeit, Chaos, ein Blutverschmierter Mr. Orange auf dem Rücksitz eines Ami-Schlittens, ein beherrschter Mr. White am Steuer, der ihm zuredet: " You're not gonna die in here!". Die beiden erreichen eine verlassene Lagerhalle, White schleppt Orange hinein, abgehetzt und ziemlich angepisst kommt auch Mr Pink an: "Was that a fucking set up or what?". Der Coup ging scheinbar mächtig schief. Wer hat wen auflaufen lassen, wer könnte die "rat" sein, wem aus dieser Gruppe namenloser Unbekannter kann man trauen, wem nicht? Um die Frage zu klären schiebt Tarantino neben den im Lagerraum stattfindenden Psychospielchen immer wieder Rückblenden ein, die die individuellen Geschichten der Ganoven erzählen. Kurz vor der Eskalation trifft dann Mr. Blonde ein und die Dinge nehmen eine entscheidende Wendung.

"Mr. Blonde: Are you gonna bark all day doggie? Or are you gonna bite?"

Tarantino hat damals schon verdammt laut gebellt: "Hier bin ich und so mache ich das" und auch gebissen, denn RESERVOIR DOGS ist ein Kracher von Film - schwarzhumorig, lässig, spannend, unangenehm berührend und überraschend. Struktur, Wirkung, Soundtrack und Style sind hier schon wirklich stark, der Cast spielt sich die Seele aus dem Leib und hätte Tarantino sich nicht noch später selbst übertroffen, läge die Vermutung nah, dass man es mit genau diesem Ansatz kaum besser machen kann.

Heute wissen wir: man kann - aber nicht wirklich viel.

[http://weltamdraht.blogsport.de/2014/05/04/reservoir-dogs-1992]

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jacker

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Thx, Andy!


Big_Kahuna

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Tarantino-Wochen bei jacker, so lob ich mir das, toll. ;)


Mr.Machete

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Schlichte aber geniale Geschichte, die durch einzelne Verschachtlungen abgerundet wird. Mr. Brown hat mal wieder klasse Arbeit geleistet, da die Tatsache,dass es wenig Budget gab fast nicht zum Ausdruck kommt. Der Punkt das der Hauptteil der Geschichte in einer Lagerhalle spielt schadet dem Film nicht sondern gibt ihm einen eigenen Stil. Ein toller Gangsterfilm mit einigen meiner Lieblingsfilmszenen: Die Laufszene nach dem Dinner untermalt von dem Titel "Little Green Bag", in der diese Gangsterattitude super zu Ausdruck kommt (auch durch die super Gespräche), und die Szene in der das Ohr von dem Polizisten durch Mr. Blonde abgeschnitten wird. Das Lied "Stuck in the middle with you" zeigt die groteske Art und Weise des Täters, der während dieser Aktion auch noch beginnt zu tanzen. Es war ein Muss diesen Soundtrack runterzuladen. Die Idee der Decknamen getrennt nach Farben finde ich absolut geil und eine gute Abwechslung. Für mich ist es der Beste Tarantino; für ihn war es ein großer Schritt ins Filmbuissnes. Zu Recht ist er einer meiner Lieblingsfilme.

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Erbinator

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Hab ihn grad zufaellig Heute wieder gesehen.Gleich auf 9 aufgewertet.Aber kleiner Einspruch:dies scheint mir doch eher ein Neo noir ,als ein gangster Film zu sein. ;)


Mr.Machete

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Aufwertung klingt doch gut :)


Oliver0403

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Bewertung6.5Ganz gut

Dass Tarantino ein Genie ist in fast allem was er gemacht hat, ist jedem der ihn kennt bekannt. Aber der Funke will bei mir bei seinem Erstling nicht so recht rüberkommen. Der Film ist nicht schlecht, aber kein Vergleich zu seinen Meisterwerken "Pulp Fiction" oder "Kill Bill". Liegt vielleicht auch an den Synchronstimmen. Die aus Pulp Fiction passen einfach besser zu Tim Roth und Tarantino selber. Und Mike Lehmann als Stimme für Michael Madsen passt auch nicht so richtig zu ihm. Zumal der Darsteller offenbar auch keinen Festsprecher hat.

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SilentAccount

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Bewertung9.5Herausragend

Auf wiedersehen, Kinder...

K wie Kult
Alle paar Jahre gibt es da diesen ganz speziellen Film, den keiner auf der Rechnung hatte und der oftmals ohne großes Budget oder Namen auskommt und trotzdem einschlägt wie eine cineastische Granate. Ein Film, der zitiertauglich von Dekade zu Dekade weitergereicht wird und gaaaaaaaaaaaaaaaaanz nah dran ist an diesem etwas, das man Perfektion nennt. Reservoir Dogs ist eines dieser Klein-Ode. Ein riesiges Filmzitat, gespickt mit eingängigen Figuren, einem ultracoolen Soundtrack, charismatischen und einnehmenden Darstellern sowie einer spannenden, teilweise aus der Not des Budgets, geborenen Handlung, die einfach sehr cool ist.
Reservoir Dogs ist der zu Film gewordene Samuel Jackson, es ist die ultimative Selbsbefriedigungsvorlage für Heist-Movie-Liebhaber, es ist der Film, welcher ein Lebensgefühl der Kriminalität der 90er versprüht....

Reservoir Dogs bellt nicht nur, es beisst auch!

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Dady

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Das nenne ich mal einen Kommentar!! ;)


Hornblower

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Schöne Einleitung auch!


maroje.alchehabi

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Bewertung9.0Herausragend

Das Regie Debüt von Tarantino, der für mich mittlerweile auch schon als absoluter Klassiker gilt ! Die Dialoge sind wie man es eben von Tarantino kennt. Es ist ein dreckiger Gangster Film. Die Art wie der Film hier erzählt wird, macht ihn für mich auch so besonders.

Unbedingt anschauen !!

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Zak

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

richtiger Schlitzohrgangsterfilm....
mein Lieblingstarantino der mich nach der ersten Sichtung völlig sprachlos im zurückgelassen hat

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timmoe

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Bewertung6.0Ganz gut

Tarantino liefert hier eine erste kleine "Pulp Fiction", die ganz gut funktioniert, aber nur andeutungsweise sein Talent zeigt und deren sämtliche Facetten in seinen weiteren Filmen noch perfektioniert wird.

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Tyler__Durden

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Bewertung3.5Schwach

Den Film gibt es hier wohl doppelt: http://www.moviepilot.de/movies/city-on-fire

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lieber_tee

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Zwischen sachlich und persönlich begründet, somit für mich nachvollziehbar. Allerdings bei aller berechtigter Kritik hätte ich auf Grund des Debüt-Faktors mehr Gnade walten lassen.


Nutella?!!

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- (3 Punkte reichen, diese These teile ich auch seit Jahren.)
-selbst wenn es sein eigener Einfall gewesen waere, aenderte das immer noch nichts an der unsympathisch aufdringlichen und zugleich langweiligen Art des Films und seiner Figuren.



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