×
Einen Moment, bitte...
Wähle eine Liste aus
Wie soll die Liste heißen?
Schreibe kurz, warum der Film auf diese Liste gehört
✖
Wege zum Ruhm
Paths of Glory (1957), US Laufzeit 86 Minuten, FSK 12, Historienfilm, Drama, Kinostart 25.10.1957
8.0
Kritiker
29 Bewertungen
Skala 0 bis 10
29 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.3
Community
1768 Bewertungen
34 Kommentare
1768 Bewertungen
34 Kommentare
-
Deine Vorhersage
Deine Bewertung
Keine
Keine
admin
image admin
trailer admin
edit
edit group memberships
sweep cache
Moviemaster:Movie
von Stanley Kubrick, mit Kirk Douglas und Ralph Meeker
Der ehrgeizige französische General Mireau sieht während des Ersten Weltkriegs seine Chance zum beruflichen Aufstieg. Dafür gibt er den Befehl, eine deutsche Festung zu stürmen. Ein aussichtsloses Unterfangen – die Soldaten verweigern den Gehorsam. Um die “Moral der Truppe” wieder herzustellen, wird an drei Soldaten ein Exempel statuiert. Ihr Regimentskommandeur Colonel Dax (Kirk Douglas) will vor dem Kriegsgericht die eigentlichen Schuldigen zur Verantwortung ziehen: die Generäle.
Mehr Bilder (10) und Videos (3) zu Wege zum Ruhm
Cast & Crew
Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Wege zum Ruhm
- Genre
- Anti-Kriegsfilm, Psychodrama, Drama, Kriegsfilm
- Zeit
- Erster Weltkrieg
- Ort
- Deutschland, Frankreich
- Handlung
- Anklage, Armee, Exekution, General, Klassiker, Lied, Militärgericht, Patriotismus, Soldat
- Stimmung
- Berührend, Ernst, Geistreich, Hart, Spannend
Fans dieses Films mögen auch
Die Faust im Nacken
US 1954
Die Brücke
DE 1959
Haie der Großstadt
US 1961
Die Brücke am Kwai
GB/US 1957
Fans dieses Films gefiel auch
News zum Film Wege zum Ruhm
Top 5 vorgemerkte Filme


The Killing - Die Rechnung ging nicht auf




















Kritiken (3) — Film: Wege zum Ruhm
SoulReaver: CinemaForever
Kommentar löschen[...] Wirklich erschreckend wird es in „Wege zum Ruhm“ allerdings erst, wenn sich die französischen Soldaten ihre Unterlegenheit eingestehen, wenn sie ihre Ängste vor dem Gegner offenbaren und sich dadurch mit unersetzbarer Humanität auszeichnen, die die Furcht vor dem Tode nun mal mit sich bringt, aber von den blinden Vorgesetzten verurteilt wird. Menschen, die ein vollkommen nachvollziehbares und ebenso vertretbares Verhalten in Bezug auf einen längst verlorenen Kampf beweisen, werden als „Feiglinge“ und „Vaterlandsverräter“ abgetan und müssen dann vor ihren eigenen Landsleuten bezahlen. Erschießungen sollen für neue Disziplin sorgen. Colonel Dax (hervorragend gespielt vom schneidigen Kirk Douglas) hat vollkommen Recht: Man muss sich wirklich schämen der menschlichen Rasse anzugehören. [...]
Kritik im Original 12 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 7 Antworten
hollygolightly1 Thu, 27 Dec 2012 23:27:22 -0000
Antwort löschenKubrick-Tage?
SoulReaver Thu, 27 Dec 2012 23:30:37 -0000
Antwort löschenJap, findet mit "Spartacus" heute seinen Abschluss. Dann hab ich alle gesehen, die ich sehen wollte.
hollygolightly1 Thu, 27 Dec 2012 23:37:50 -0000
Antwort löschenSchön. Dann hast du endlich wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge. :D
SoulReaver Thu, 27 Dec 2012 23:38:28 -0000
Antwort löschenRedest du von dir? :)
hollygolightly1 Thu, 27 Dec 2012 23:42:02 -0000
Antwort löschenVieeelleicht..
Alle 7 Antworten zeigen
Hartigan85 Fri, 28 Dec 2012 02:18:34 -0000
Antwort löschenLove is in the air...:-))
SoulReaver Fri, 28 Dec 2012 11:17:52 -0000
Antwort löschen:)
Timo K.: Blockbuster Entertainment
Kommentar löschen"Wege zum Ruhm" ist ein ausgesprochen grauenerregender Film, weil Kubricks Melange aus wummerndem Ton (Kampfhandlungen), rhythmischen Plansequenzen (entlang der Gräben), radikaler Zweiteilung (Gefecht – Gericht), symmetrischen Zentralperspektiven (Hintergrund der Hinrichtung) und elliptischem Geschichtenerzählen das erste Mal in seiner Karriere ein Ausrufezeichen setzt, so als sei dieser Film nach einem experimentellen Genrestreifzug ("Der Tiger von New York") und einer zersäbelten Räuberpistole ("Die Rechnung ging nicht auf") nun endgültig dessen, was sich gemeinhin als klassischer, zweifelsfrei sofort wiedererkennbarer Kubrick in den Köpfen jener Rezipienten festklammert, die auf Kommando "Prätention!" oder "Kunst!" schreien. Grauenerregend insofern, als dass Kubrick in Händen dieser fünf stilistischen Motive, seiner Motive genauer gesagt, vor dem Hintergrund eines nicht zu gewinnenden Stellungskrieges Momente makabrer Entmenschlichung…
19 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 5 Antworten
Andy Dufresne Sat, 23 Jul 2011 22:55:34 -0000
Antwort löschenWie immer bei Dir:Hochreflektierter,intelligenter und durchdachter Text.Aber da (meine Denke) sich Kubrick damals einem extremst heiklen Thema gewidmet hat (Heute wäre es leichter und noch mehr "Finger auf die Wunde-legender" möglich solche Themen zu behandeln) und er alles was damals (Nachkriegsmuffzeit,weit entfernt von der Möglichkeit der direkten Konfrontation,zudem Frankreich/Großbritannien/Deutschland/Montanunion/entstehendes/einiges Europa) möglich war mehr als ausschöpft,gibst du für mich 2,5 bis 3 Punkte zuwenig,einfach weil du dir das Recht rausnimmst einen Film aus seinem zeitlichen Kontext rauszureissen.Klar,ein Zeitloser Film ist/bleibt zeitlos,aber Wege zum Ruhm (und er IST Zeitlos in seiner zutiefst humanistischen Gesinnung/Absicht) darf nicht ganz aus seiner Zeit herausgelöst werden um ihn richtig zu würdigen). Du hättest diese Punkte (meiner Meinung nach ) erwähnen MÜSSEN um eine 6,5 (ein bischen mehr wie durchschnittliche Scheiße) zu rechtfertigen. Nichts destotrotz:Schöner Kommentar (der (meiner Meinung nach) am zeitlichen Zusammenhang vorbeischrammt und der Bedeutung des Films nicht gerecht wird,ihn letztendlich falsch würdigt)...
Timo K. Sat, 23 Jul 2011 23:34:42 -0000
Antwort löschenIch habe den Film lediglich so bewertet und rezensiert, wie ich ihn subjektiv wahrgenommen habe, nach Gefühl, Eindrücken und persönlicher Einschätzung, dem, was mir, platt ausgedrückt, spontan in den Sinn kam, ohne objektiven zeithistorischen Kontext (freilich interessant, jedoch kenne ich mich auf dem Gebiet sowieso nicht allzu gut aus, geschweige denn ist mir Quellenarbeit zu mühselig; derlei Dinge knipse ich bei Filmen eigentlich meistens aus und konzentriere mich stattdessen auf das rein Filmische), der aber auch die Wertung als solches, denke ich, nicht entscheidend verändert hätte. Was zählt, ist meine eigene Meinung darüber und inwieweit mich der Film überzeugen konnte. Außerdem sind 6,5 Punkte für einen Film bei mir entschieden mehr als ein "ganz gut" (schon gar nicht so etwas wie "etwas mehr als durchschnittliche Scheiße"), sondern muss eine Menge leisten, um überhaupt diese Wertung zu erhalten. Ich gebe es ja zu: Trotz aller Qualitäten (und davon hat WEGE ZUM RUHM genug!) wurden meine Sinne durch einige Genrekollegen (PLATOON, APOCALYPSE NOW, selbst FULL METAL JACKET etc.) entschieden mehr stimuliert als es dieses Werk vermochte. Hinzu kommt, dass ich im Schaffenswerk Kubricks zahlreiche Filme wiederfinde, die mir halt mehr am Herzen liegen. So habe ich WEGE ZUM RUHM unter anderem auch bewertet: Kubrick-intern. Demnach gibt es meiner Meinung nach kein richtiges oder falsches Würdigen. Danke für diesen Einwurf und das Lob! :) SPARTACUS müsste der nächste Kubrick sein, den ich mir eventuell vornehme...
Andy Dufresne Sat, 23 Jul 2011 23:42:56 -0000
Antwort löschenCoole,ausführliche Antwort!Kubrick Intern:Ja,kann man so stehenlassen.ABER:So darf (wieder meine Meinung) man es nicht sehen.Ich kenne mich auch nicht mit allem aus und bewerte Filme,wie du,so wie ich sie sehe(subjektiv,ambivalent,auf meine Erfahrungen begründet...),aber glaub mir,was sich Kubrick damals getraut hat (gegen das Militär,das Militär kritisierend,es ad absurdum führend,das war damals nicht normal,das war mutig,das war Eierbeweisend),das war/ist etwas besonderes gewesen,er hat sich damals gegen den Strom,gegen die allgemeine Meinung gestellt,er hat denen zu verstehen gegeben:Es geht nicht um Sieg oder Niederlage,es geht um Solidarität,es geht um Brüderlichkeit,es geht ganz einfach darum:Wir sitzen alle in einem Boot und wenn es untergeht gehen wir alle unter... Wir sind alle (Nationenunabhängig) Brüder und es geht darum das wir uns unterstützen müssen,das wir NUR Gemeinsam überleben können...6,5 ist mir da zu wenig (vielleicht übertreib ich da auch ,aber du hast wohl einfach einen " so kann ich das nicht stehen lassen "Nerv getroffen... :)
Alle 5 Antworten zeigen
barney stinson Thu, 02 Feb 2012 20:10:13 -0000
Antwort löschen@Andy super Kommentar!!!!
Andy Dufresne Fri, 03 Feb 2012 08:27:12 -0000
Antwort löschen@Barney:Danke :D
Flibbo: Wie ist der Film?
Kommentar löschenIn erster Linie ist dieses (Anti-) Kriegsdrama der Weg zum Ruhm für die Buchvorlage. Was Kubrick daraus formte, ist ein immer noch verhältnismäßig preiswertes aber in den richtigen Momenten bildgewaltiges Stück Filmgeschichte zu zwei genau gleich großen Akten, die – jeder auf seine Weise – gleichermaßen emotionsgeladen sind. Hier ist Kubricks Gespür für ästhetische Kamerabewegungen und –Einstellungen, was sich trotz stets wechselnder Kameramänner durch sein folgendes Werk ziehen wird, schon richtig gut zu erkennen. Das Gleiten durch die Schützengräber und schließlich über das brodelnde Schlachtfeld erzeugt nachhaltige Bilder. Mittendrin brilliert ein charismatischer Kirk Douglas als Personifizierung von Kubricks Kritik an der Absurdität und Ungerechtigkeit des Krieges. [...]
Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kommentare (30) — Film: Wege zum Ruhm
based_god Sat, 20 Apr 2013 16:44:31 -0000
Kommentar löschenGrandioses, äusserst wichtiges Kriegs-Drama. Übelkeitsgefühle suchen den Zuschauer ab Minute 1 heim und lassen auch nach dem Abspann nicht mehr los.
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
jacker Fri, 04 Jan 2013 13:05:09 -0000
Kommentar löschen'Gentlemen of the court, there are times that I'm ashamed to be a member of the human race and this is one such occasion.'
Wie sehr doch dieses Zitat den Geist und die Grundaussage des Films untermalt!
Kubrick zeigt in einem seiner früheren Filme gekonnt die Absurdität des Krieges und vor allem auch die fragwürdigen Beweggründe der Strippenzieher auf. Es gibt keine Moral, es gibt auch kein Mitgefühl - Macht ist die einzige existierende Kraft und mit ihr sämtliche Folgeerscheinungen wie Egoismus, fehlende Loyalität, etc.
Insofern ist dies zwar auch ein Anti-Kriegsfilm, allerdings nicht nur. Denn das Szenario, was sich in den oberen Generals- und Offiziersrängen abspielt findet sich täglich in in Firmen, in Vereinen, in Ämtern und überhaupt überall wo Menschen Aufstiegsmöglichkeiten haben wieder:
Für den persönlichen Profit/Aufstieg geht der Mensch über Leichen (hier wörtlich) und wer das nicht tut ist ein belächelter Idealist.
Leider ist das nur zu oft Realität.
Insofern trifft Kubrick mit "Wege zum Ruhm" den Zeitgeist heute noch mindestens genau so, wenn nicht sogar ein Stück mehr als damals.
Auch inszenatorisch und schauspielerisch ist der Film erstklassig, Kirk Douglas brilliert und auch die drei Soldaten vor dem Tribunal spielen ihre grundverschiedenen Charaktere sehr echt - einzig die bedrückende und hoffnungslose Stimmung in den Schützengräben hätte ich mir noch einen Funken intensiver gewünscht. Meisterhaft sind bereits damals die Kamerafahrten, mit denen Kubrick lange und durchgehende Sequenzen einfängt. Ausgezeichnetes Frühwerk!
bedenklich? 15 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
alex023 Sat, 22 Dec 2012 13:34:54 -0000
Kommentar löschen[Eine Reise durch Stanley Kubricks Filmographie 5/9]
„There are few things more fundamentally encouraging and stimulating than seeing someone else die.“
Zeitlos. Grausam. Vielleicht schockierend. Stanley Kubricks PATHS OF GLORY ist sicherlich ein sehr wertvolles Werk der älteren (filmischen) Zeitgeschichte und dennoch fand ich nie einen Zugang dazu. Woran es liegt, weiß ich nicht, aber die ohne Frage vorhandende Intensität und tiefe Bedeutung drang nie zu mir durch. So kann ich lediglich objektiv ein paar Dinge aufzählen, die dieses Werk wohl auszeichnen mögen. Eventuelle Spoiler nicht ausgeschlossen.
Da ist wieder einmal die Kamera bei Kubrick (ist sie das nicht immer), die uns immer genug Raum lässt, um dem Geschehen und den Charakteren und deren Handlungen zu folgen. Das schwarz-weiß muss hier einfach sein, es passt eben auch, ich hätte es auch bevorzugt, wenn es anders möglich gewesen wäre. Dann ist da natürlich noch Kirk Douglas, der einen hervorragenden Job macht und durch die Bank überzeugend ist.
Und auch die Botschaft des Films ist (hoffentlich) angekommen. Denn es werden hier zwei Dinge gezeigt: zum einen, dass der erste Weltkrieg eben nicht ein einfacher, normaler Krieg unter vielen war, sondern sich durch seine viel höhere Totenzahl und Grausamkeit deutlich abhob. Zum anderen ist da Colonel Dax, der sich für seine Soldaten einsetzt, die wegen Feigheit angeklagt wurden. Und er kann sie dennoch nicht retten, was wiederum ein erneutes Beispiel für die Grausamkeit und Unbarmherzigkeit des ersten Weltkriegs ist.
Aber dennoch muss ich noch mal die Phrase vom Anfang aufgreifen: ich fand nie Zugang zu diesem Werk und kann so lediglich die Hälfte der Punkte für die filmstilistischen Mittel geben. Denn sonst hat mir der Film (leider) nichts gegeben.
bedenklich? 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten
FumerTue Sat, 22 Dec 2012 18:24:11 -0000
Antwort löschenDas ist schade... Aber: passiert halt :D
alex023 Sat, 22 Dec 2012 18:45:08 -0000
Antwort löschenJa. :/
Nagelfar Tue, 11 Dec 2012 20:38:36 -0000
Kommentar löschenAnd you can go to hell before I apologize to you now or ever again!
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
winona123 Sat, 01 Dec 2012 19:24:17 -0000
Kommentar löschenEin "instant classic" des Anti-Kriegsfilms. Was auch bemerkenswert ist: Der Film stand jahrelang in Frankreich auf dem Index und durfte erst in den 70iger gezeigt werden.
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Iamthesword Sat, 01 Dec 2012 18:52:15 -0000
Kommentar löschen"Der 1. Weltkrieg - Die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts"
[SPOILER]
Französische Soldaten erhalten den aussichtslosen Befehl, einen schwer befestigten Hügel zu erstürmen. Als die Soldaten sehen, dass sie nur niedergemäht werden, bleiben viele von Ihnen in die Schützengäben zurück. Daraufhin soll an dem Regiment ein Exempel statuiert werden: drei der Soldaten werden wegen "Feigheit vor dem Feind" vor ein Kriegsgericht gestellt. Nur der Oberst des Regiments (Kirk Douglas) versucht, sich für sie einzusetzten. Doch alle Versuche, die Richter von der Sinnlosigkeit des Unterfangens und der damit verbundenen Reaktion der Soldaten zu überzeugen, schlagen fehl und die Männer werden hingerichtet.
[SPOILER ENDE]
Was macht der Krieg mit dem Menschen? Was machte gerade dieser Krieg mit dem Menschen? Die oben erwähnte These deutet es an: der 1. Weltkrieg war mehr als nur ein Krieg unter vielen. Dieser Krieg erreichte ein vorher nicht gekanntes Maß Grausamkeit und Brutalität - allein die Zahl der Toten war mit nichts vorhergehendem vergleichbar. Vor allem jedoch brachte der Krieg eine Entwertung menschlichen Lebens mit sich, eine Entmenschlichung schrecklichster Natur. Der Feind, der Barbar, der Wilde, musste um JEDEN Preis besiegt werden. Und die Generäle (beider Seiten) waren bereit diesen Preis zu zahlen. Die zynische Bezeichnung "Materialschlacht" bringt es auf den Punkt: es handelt sich dabei nämlich um "Menschenmaterial". Das Leben des Soldaten zählte NICHTS. Seine Aufgabe war es, Befehle zu befolgen, egal was dies für ihn bedeutete. Für viele Historiker war dieser Krieg die Ursache der darauffolgenden Schrecken...
Diese Entgrenzung zeigt Kubrick in "Wege zum Ruhm". Mit minimalem Buget und maximalem Effekt: dank brillianter Hauptdarsteller und der intensiven Inszenierung Kubricks steht man fassungslos vor dem Zynismus, mit dem ein General befiehlt, auf die eigenen Leute schießen zu lassen, um sie aus den Schützengräben zu scheuchen oder mit dem erklärt wird, wie förderlich die Exekution eines Soldaten für die Truppenmoral sein kann. Im Kontrast dazu die Soldaten, deren einzige Sorge es ist, den Tag zu überleben, weil sie nicht - wie ihre Befehlshaber - in reich ausgestatteten Landschlössern, sondern in dreckigen Schützengräben stationiert sind, immer in der Angst, die nächste Kugel könnte sie treffen. Sie leiden unter dem Krieg und den eigenen Offizieren, die an den Leiden ihrer Soldaten keinerlei Interesse zeigen: "Sir, he's a bit shell-shocked." "I beg your pardon, Sergeant. There is no such thing as shell shock." Wie ein Hohn klingt da die stolze Marseillaise im Vorspann, die den heldenhaften Kampf für die Freiheit besingt.
Dem Zuschauer ist nämlich längst klar: in diesem Krieg, auf diesen Schlachtfeldern gab es keine Wege zum Ruhm....
bedenklich? 9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten
nerdkiller Sun, 02 Dec 2012 21:51:17 -0000
Antwort löschenSehr guter Schlusssatz sowie Kommentar!
Iamthesword Mon, 03 Dec 2012 00:27:40 -0000
Antwort löschenVielen Dank.
Alle 4 Antworten zeigen
mariega Mon, 10 Dec 2012 08:14:15 -0000
Antwort löschenLa Grande Guerre! Ich weiß vovon du sprichst, denn ich komme aus den Ardennen, nicht weit von Verdun. Ich bin mit den schrecklichen Spuren dieses Kriegs vor den Augen groß geworden!
Iamthesword Mon, 10 Dec 2012 11:47:48 -0000
Antwort löschenDas ist nicht schön. Ich war nur einmal auf einem Friedhof aus dem 1. WK, das hat mir gereicht. Aber als Geschichtsstudent kommt man da nicht drum herum.
Freidenker Tue, 20 Nov 2012 15:15:24 -0000
Kommentar löschenAuch wen dieser Film von Kubrick heute leider etwas in Vergessenheit geraden ist,so ist es dennoch ein absolutes Meisterwerk und einer der besten Antikriegsfilme überhaupt.
Die Geschichte ist eigentlich recht schnell erzählt,ein ehrgeiziger französischer General befiehlt einen Hügel zu stürmen,was an sich ein reines Himmelfahrtskommando ist.
Da das feindliche Feuer zu stark ist, es sich bei dem Angriff um blanken Selbstmord handelt und der Hügel daher uneinnehmbar ist, bleiben zahlreiche Soldaten gegen den Befehl im eigenen Schützengräben zurück.
Daraufhin richtet der General ein Kriegsgericht ein um ein Exempel zu statuieren,der ehemalige Anwalt Colonel Dax (hervorragend gespielt von Kirk Douglas)soll schließlich die Verteidigung der Soldaten übernehmen.
Trotz eines flammenden Plädoyer für die Männer gelingt es ihm jedoch nicht sie zu retten wodurch es am Ende ein wirklich aufwühlendes Ende gibt das einen sprachlos zurück lässt.
Die Story zeigt dabei den Schrecken und die Erbarmungslosigkeit des ersten Weltkrieges und zugleich auch die Rücksichtslosigkeit vieler Offiziere die nur so ihre Männer verheizten um an Ruhm und Ehre zu gelangen.
Gleichzeitig wurde diese genialen Stroy auch einfach hervorragend und sehr realistisch von Stanley Kubrick umgesetzt und das mit einem Budget von gerade mal etwa 900.000 Dollar.
Die Effekte und Kriegsszenen sind daher verständlich minimal,dennoch aber nicht schlecht sondern einfach nur reduziert aus was wesentliche.
"Wege zum Ruhm" ist zwar insgesamt ein eher minimalistischer Antikriegsfilm,zugleich aber auch einer der besten und beeindruckendsten überhaupt,was vor allem der klasse Darstellung von Kirk Douglas und noch mehr der überragenden Regiearbeit des großen Stanley Kubrick zu verdanken ist.
bedenklich? 8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
Andy Dufresne Wed, 21 Nov 2012 00:19:09 -0000
Antwort löschenHerausragend großartiger Film! Wie du sagst, Heute leider viel zu unbekannt bzw. nicht gesehen...
Pyro 91 Tue, 13 Nov 2012 22:15:06 -0000
Kommentar löschenSehr berührender Anti-Kriegsfilm, der auch heute noch erzürnt und für Gesprächstoff sorgt. Kirk Douglas brilliert als idealistischer Colornel, der sich für seine Männer einsetzt und Kritik an den kommandieren Offizieren übt.
Der fehlgeschlagene Angriff auf den Kriegsgegner wurde von Kubrick realistisch und packend eingefangen und die Endszene mit dem singenden deutschen Mädchen berührt mich, obwohl ich gar nicht weiß warum.
bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Andy Dufresne Sat, 20 Oct 2012 03:06:06 -0000
Kommentar löschenExtrem Zeitlos...
In 5 Jahren wird dieser Film 60 Jahre alt sein.
In 5 Jahren wird dieser Film "ein echter, richtig alter" Opa sein.
In 500 Jahren wird dieser Film immer noch :
(Unglaublich) Zeitlos, unglaublich tagesaktuell, absolut HIER sein!
Männer, die die Sinnlosigkeit, den kompletten Schwachsinn, die absolute, IMMER währende Dummheit des Kriegführens erkennen/erkannt haben, beginnen daran zu zweifeln und dann, danach, beginnen sie deswegen, deshalb zu handeln.
Und dann werden sie vor Gericht gestellt .
Nicht wegen zutiefster , im Kern erkennender, erkannter Klugheit
( Menschlichkeit).
Nein.
Wegen Feigheit, wegen Feigheit vor dem Feind, wegen Verrat...
Wegen Verrat am legitimiertem Vorgehen, wegen Verrat am Konsens.
Sie werden abgeurteilt wegen "Nichtfolgsamem Gebaren".
Im Endeffekt werden sie abgeurteilt wegen Menschlichkeit, wegen Nächstenliebe.
Wegen Klugheit, wegen wahrem , empathischem Einfühlungsvermögen.
Wegen humanistischen, menschlichen Antrieben.
In ihrer (und leider in jeder) Zeit gab es für tiefste, einfühlsame, solidarischste, eben menschlichste Gedanken keinen Platz, keinen Raum.
In ihrer Zeit gab es (gibt es) nur:
Einer von uns oder einer von denen...
Und dieser Gedankengang ist IMMER falsch, ist IMMER einseitig, ist IMMER zu stark, zu subjektiv wertend.
Weil/Denn :
Es gibt NIEMALS ein Richtig oder ein Falsch, es gibt immer nur Standpunkte.
Es gibt immer nur Sichtweisen, es gibt immer nur Interpretationen von Wahrheit, von (möglicher) Allgemeingültigkeit...
Und wer meint Recht zu haben,
DAS Recht (für alle) zu kennen,
zu wissen, für sich zu beanspruchen,
ist IMMER ein Tölpel,
ist IMMER ein Engstirniger,
ist IMMER ein Vergänglicher...
Die Wahrheit ist schlicht, einfach und doch so unendlich komplex,
vielschichtig und schwer (zu verstehen, nachzuvollziehen):
NICHTS, nichts bleibt.
ALLES, alles ist immer in Bewegung.
Alles verändert sich, alles ist vergänglich.
Und trotzdem, da seiend und gleichzeitig in unaufhörlicher Erneuerung sich befindend, sich IMMER neu erfindend ist alles...
Es gibt schlichte Wahrheiten.
Und zusammen sagen sie, bedeuten sie (uraltes, archaisches, immer dagewesendes):
Du sollst nicht Töten.
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Hab und Gut .
Du sollst beschützen, du sollst bewahren, du sollst verteidigen...
Und Ende.
Bleib bei dir.
Lebe nach dem was du fühlst, was du meinst tun zu MÜSSEN, was du meinst zu sein.
DANN (und nur dann) ist jedes Opfer es wert erbracht zu werden .
Dann hat alles einen inner(sten)en Sinn, dann KANN alles einen inner(sten)en Sinn haben...
bedenklich? 17 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 9 Antworten
Ripley1 Sat, 20 Oct 2012 05:19:36 -0000
Antwort löschenAmen.
Mimuschka Sat, 20 Oct 2012 07:29:47 -0000
Antwort löschen@ripley: hehe, sowas hab ich mir auch gedacht.
bei der gelegenheit wollte ich auch noch anmerken, dass ich nicht alle der 10 gebote für so sinnvoll erachte, bzw wie du schreibst als "schlichte wahrheiten" ansehe.
Roco De Long Sat, 20 Oct 2012 08:54:55 -0000
Antwort löschenIn 5 Jahren werde ich diesen Film endlich gesehen haben.
Einar Sat, 20 Oct 2012 09:29:23 -0000
Antwort löschenAlles, was Kubrick angefasst hat, ist zeitlos!
"PTG" ist sicher ein Film, den man in der Schule zeigen sollte! Ich hatte das Glück, dass einer meiner Lehrer mich mit diesem Film Kubrick näher gebracht hat. Und gerne möchte ich das später selber so handhaben.
Andy Dufresne Sat, 20 Oct 2012 11:55:06 -0000
Antwort löschen@Mimuschka: Ich wollte nicht zum Ausdruck bringen das ich die 10 Gebote als schlichte Wahrheiten ansehe. Wobei: Du sollst nicht töten und du sollst nicht begehren deines nächsten Hab und Gut würde ich als zumindest nicht grundfalsche Behauptungen einschätzen/stehen lassen;)
@Einar: In JEDER Schule weltweit sollte dieser Film gezeigt werden!
Andy Dufresne Sat, 20 Oct 2012 17:31:33 -0000
Antwort löschenVielen Dank :)
Andy Dufresne Sun, 21 Oct 2012 02:56:38 -0000
Antwort löschenJa Max ,du hast recht, ich hab mathematisch mich ( wie so oft) verrechnet...:)
Alle 9 Antworten zeigen
Kurono Sun, 21 Oct 2012 20:34:26 -0000
Antwort löschen"...jedes Volk und sogar jeder einzelne Mensch müsse, statt sich mit verlogenen politischen "Schuldfragen" in Schlummer zu wiegen, bei sich selber nachforschen, wieweit es selbst durch Fehler, Versäumnisse und üble Gewohnheiten mit am Kriege und an allem andern Weltelend schuldig sei, das sei der einzige Weg, um den nächsten Krieg vielleicht zu vermeiden. [...] denn natürlich sind sie selber vollkommen unschuldig: Der Kaiser, die Generäle, die Großindustriellen, die Politiker, die Zeitung - niemand hat sich das geringste vorzuwerfen [...] nur liegen ein Dutzend Millionen totgeschlagener Menschen in der Erde.[...] und Ende von dem allen ist wieder der Krieg[...] Alles das ist klar und einfach, jeder Mensch könnte es begreifen, könnte in einer einzigen Stunde Nachdenkens das selbe Ergebnis finden. Aber keiner will das, keiner will den nächsten Krieg vermeiden,[...]. Eine Stunde nachdenken, eine Weile in sich gehen und sich fragen, wieweit man selber an der Unordnung und Bosheit in der Welt teilhat und mitschuldig ist- sieh, das will niemand!"
Hermann Hesse "Der Steppenwolf" 1927
Dein Kommentar hat mich spontan dazu gebracht aus diesen Roman zu zitieren.
Sieh es einfach als Buchempfehlung mit Leseprobe ;)
Andy Dufresne Sun, 21 Oct 2012 20:54:33 -0000
Antwort löschenIch bin ein großer Hesse Fan und kenne den Steppenwolf :) Der Auszug passt sehr stark zu obigen Worten!
MartinNolan Wed, 08 Aug 2012 14:24:50 -0000
Kommentar löschenFrankreich im Jahr 1916. Der Erste Weltkrieg geißelt das Land und die zermürbenden und erbitterten Stellungskämpfe bringen große Verluste mit sich. So verringert sich nicht nur die Anzahl der lebenden Soldaten, sondern auch die Moral der kämpfenden Männer. Um dem französischen Volk einen Erfolg melden zu können und die allgemeine Stimmung anzuheben, rät General Georges Broulard (Adolphe Menjou), seinem Kollegen General Paul Mireau (George Macready), die Höhe 19, eine von Deutschen bis dato unbezwingbare Stellung, einzunehmen. Herhalten soll für diesen Angriff das Regiment 701, welches unter der Führung von Colonel Dax (Kirk Douglas) steht. Dieses Unterfangen würde für mehr als die Hälfte der Männer den Tod bedeuten. Zudem ist das Regiment 701 schwer angeschlagen. Da General Broulard jedoch bei erfolgreicher Durchführung, eine Beförderung in Aussicht gestellt wird, willigt er schließlich ein und gibt dem Regiment 701 den Befehl zum Angriff. So sollen nun mehrere Angriffswellen, der Höhe 19 schwer zusetzen und sie erobern. Doch lediglich die erste Angriffswelle angeführt von Colonel Dax, schafft es aus dem eigenen Graben. Nach zahllosen Verlusten, kehrt Colonel Dax verwundert in den französischen Graben zurück. Er findet die übrigen Männer verängstigt im Graben. Denn ihre Stellung wird dermaßen unter Beschuss genommen, dass kein Vorkommen möglich ist, geschweige denn eine Eroberung der feindlichen Höhe 19. Der Angriff ist fehlgeschlagen. Da die überlebenden Soldaten nicht in das feindliche Feuer gelaufen sind, somit also den Befehl verweigerten, entschließt sich General Mireau, drei Soldaten wegen Feigheit vor dem Feind erschießen zu lassen, um die Moral wieder herzustellen. An den drei zufällig ausgewählten Soldaten soll ein Exempel statuiert werden und so kommt ein Kriegsgericht zusammen. Die einzige Hoffnung der Soldaten ist Colonel Dax, der im zivilen Leben als Anwalt tätig war, der impulsiv versucht die wahren Schuldigen zu finden und das ungerechte Unheil, welches die Soldtaten erwarten wird, abzuwenden. Wird es Colonel Dax gelingen seine Männer vor einem ungerechten Urteil zu bewahren? Wird Genreal Mireau stattdessen für seine blinde Gier nach Ruhm bestraft werden?
„Wege zum Ruhm“ zeigt deutlich die Schrecken eines Krieges. Werden zu Beginn eindrücklich die Situationen an der Front dargestellt, wechselt sich dieser Schauplatz mit einer unbeschwerten, eleganten Szenerie ab. Doch bleibt das Grauen bestehen. Der Tod ist jederzeit gegenwärtig, ebenso wie die Angst. Was in den Tagen des Krieges verkümmert ist die Menschlichkeit. Geblendet von Ruhm und Ehre zählt für eine Handvoll Generäle nur eins: der Erfolg. Die Soldaten werden entmenschlicht und lediglich wie Bauern auf einem Schachbrett benutzt, um bestimmte Ziele zu erreichen. Diese makabere Mentalität spiegelt sich somit in der Atmosphäre des Films wieder. Geradezu beklemmend und mit einem Hang zum Zynismus entlarvt Regisseur Stanley Kubrick gekonnt, die Perversionen des Krieges. Besser gesagt, die Perversionen des Menschen.
Glücklicherweise wird dem Zuschauer in diesem Kriegsfilm kein unerträgliches Pathos zu gemutet und so präsentiert sich „Wege zum Ruhm“ überraschend frei jeglicher Verherrlichung. Die Tragik der Handlung durchdringt durch diese Leerstelle den Zuschauer umso deutlicher und neben völligen Unverständnis und Mitleid gesellt sich still die Hoffnung dazu, die drei verurteilten Soldaten schlussendlich noch gerettet sehen zu können.
„Wege zum Ruhm“ berührt und entlarvt tiefe Abgründe des Menschen in Ausnahmesituationen. Doch kann ich beim besten Willen nicht von einem Antikriegsfilm sprechen. Denn verurteilt werden schließlich die Methoden, jedoch nicht der Gegenstand an sich: der Krieg. Zwar sieht man als Zuschauer, die von Angst zerfressenen Männer und auch die grausamen Stellungskriege. Doch zieht zum Beispiel Colonel Dax am Ende des Films unbeeindruckt von den vorherigen Geschehnissen in die nächste Schlacht.
Dennoch ist „Wege zum Ruhm“ ein packender und bewegender Film, dem es in knapp 90 Minuten gelingt, dem Zuschauer die Dramatik des Krieges nachdrücklich vor Augen zu führen. Ein Film, der trotz seines „Alters“ auch noch heute funktioniert!
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
r3sortiane Wed, 20 Jun 2012 09:58:43 -0000
Kommentar löschen"So wie ein Kind die feste Hand des Vaters, braucht ein Soldat Disziplin."
---------------------------------------------------------------------------------------------
Höhnisch fast schon erscheint es in der Retrospektive, dass im Vorspann ehrerbietig die energetisierend-beschwingte, unverdrossene und selbstbewusste französische Nationalhymne gespielt wird.
<< Inhaltlicher Ausblick >>
Eine in Aussicht stehende Beförderung - eine aussichtslose Operation - Rückzug im Angesicht der Niederlage - ein Exempel am eigenen Heer - eine Farce von Kriegsgericht.
<< Atmosphäre >>
Kaltblütig, distanzierte Befehlshaber, die ganz wie bei einem strategischen Brettspiel die menschlichen Verluste einer Kriegsoperation veranschlagen. Soldaten, die keine Angst (mehr) vor dem Tod, sondern nur noch vor der grausamsten Todesursache haben. Hintergründig heulende Mörser, einschlagende Granaten, spliternde Schrapnelle und die vordergründig ewig trillernden Motivierungspfiffe der Vorgesetzten.
<< Wertung >>
"Wege zum Ruhm" zeigt eine weitere bizarre Facette des Wahnwitzes von Kriegen. Was tun, wenn meine Soldaten den Gehorsam verweigern? Wo beginnt Fahnenflucht und Befehlsverweigerung? Kann Todesangst überhaupt willentlich beeinflusst werden? Auch der folgendschwere Kontrast zwischen führenden und ausführenden Personen wird aufgezeigt. "Wege zum Ruhm" ist ein bewegender, kurzweiliger und in seiner Länge sehr knackiger, gerade angemessener Film, der auch heute noch Wirkung erzielt. Er ist angenehm abwechslungsreich, da er sich nicht nur auf den Schützengraben beschränkt, sondern auch kriegspolitische Entscheidungen und Vorgänge miteinbezieht. Die minimalistisch-effektvolle musikalische und technische Ausgestaltung gefiel mir sehr.
bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
FumerTue Sun, 25 Mar 2012 15:29:32 -0000
Kommentar löschen"Full Metal Jacket" war eigentlich gar nicht mein erster Kubrick, sondern sein anderer Anti-Kriegsfilm, "Wege zum Ruhm", in dessen Genuss ich irgendwann in der 8. oder 9. Klasse im Geschichtsunterricht kommen durfte.
Freilich hatte ich ihn kaum mehr in Erinnerung (nur ein paar markante Szenen, wie die im Büro[?] des Generals Broulard, im Kerker, im Schützengraben oder die berühmte Hinrichtung), weswegen ich ihn nun wieder gesichtet habe.
Von der ersten Minute an zeigt uns "Paths of Glory", wie zynisch der Krieg doch eigentlich ist, als die Colonels und Generäle durch den Schützengraben ziehen, begleitet von Marschmusik und unbeeindruckt von den Bombeneinschlägen im Hintergrund. Wie Geschäftsleute, der ihre neuen Wirtschaftspläne besprechen, sprechen sie zynisch von "5% Verlust", am Ende bleiben dann also noch "65%", sodass man kaum meinen würde, es ginge hier um Menschen. Beeindruckend zeigt uns Stanley Kubrick, wie unbeeindruckend und gleichgültig im Krieg der Tod eines Soldaten ist; in der Szene, als man die französischen Soldaten beim Vordringen auf dem Schlachtfeld begleitet und ab und zu mal einer tot liegen bleibt und seine Kameraden einfach weiterziehen, weiter schießen, weiter töten, im Niemandsland.
Dann der große Prozess, der beischwingende Zynismus, wenn die Verantwortlichen eigentlich genau wissen, dass sie hier drei Unschuldige aus dem eigenen Volke, die fürs eigene Land gekämpft haben (für Patrioten sollte das normalerweise ein Argument sein; ich persönlich bin da ja eher Anhänger von Samuel Johnson: "Patriotism is the last refuge of a scoundrel.") zum Tode verurteilen, weil sie zu "feige" waren, den Schützengraben zu verlassen, als sie dabei nämlich mit einer Sicherheit von etwa 99% getötet worden wären.
Der Zynismus, als sie dann hoffen, als einer der Verurteilten sich schwer verletzt und fast stirbt - am Tag vor der Hinrichtung -, dass er überlebt, um ihn tatsächlich erschießen zu können. Und dann tragen sie ihn tatsächlich auf einer Bahre ans Kreuz und stellen die Bahre senkrecht auf, um ihn wirklich erschießen zu können.
Letztlich war alles nur, um dem Volke, der Presse zeigen zu können, wie gewissenhaft man in der französischen Armee doch sei und dass man in den eigenen Reihen die "Schlechten" auch bestrafen würde und so... Alles nur Facette, so eine läppische Hinrichtung braucht es da halt manchmal.
Alles sehr zynisch und Stanley Kubrick weiß einmal mehr, das alles in diesem frühen seiner vielen Meisterwerke rüberzubringen, dabei an unsere Moral zu appellieren, ganz ohne den Moralapostel zu spielen, ganz ohne die Moralglocke zu schwingen.
"Full Metal Jacket" ist zwar auch ein Anti-Kriegsfilm von Meister Stanley, aber halt ein ganz anderes Kaliber (welch Ironie, im Zusammenhang mit Vollmantelgeschützen und Kriegsfilmen vom Kaliber zu sprechen :D), irgendwie schwer zu vergleichen. "Paths of Glory" zeigt mehr das Versagen der Kriegsführung im Krieg, "Full Metal Jacket" ist mehr eine psychische Analyse der Soldaten und über das Verhalten der Soldaten im Kriegseinsatz. Alles in allem gefällt "Full Metal Jacket" mir aber noch besser.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Discostu Thu, 02 Feb 2012 21:10:19 -0000
Kommentar löschenAntikriegsfilme haben oft das Problem, dass durch die spektakulären Kampfszenen dem Zuschauer Krieg im Endeffekt doch als etwas aufregendes und spannendes präsentiert wird, was der eigentlichen Intention zuwider läuft. Kubrick ist gegen diesen Fehler nicht gefeit, begeht er in doch teilweise in seinem späteren Werk, Full Metal Jacket.
Paths of Glory hingegen hat nur relativ wenig Spektakel zu bieten, wenn man von dem mit langen Kamerafahrten eindrucksvoll gefilmten Sturm auf den Anthill einmal absieht. So zeigt dieser Film das Grauen des Krieges dann auch nicht auf dem Schlachtfeld, sondern hinter den Kulissen, in der Auseinandersetzung von Hauptfigur Colonels Dax mit den menschenverachtenden Generälen, denen er unterstellt ist. Da werden unmögliche Befehle gegeben, nur um gegenüber Politik und Presse als mutig dazustehen und danach die Soldaten, die sich weigerten, in den sicheren Tod zu laufen, als Fahnenflüchtige exekutiert. In einer Welt in der es nur um Nationalstolz, Mut und Prestige geht, und nicht um Mitleid und Menschlichkeit, ist der eigentliche Feind der einfachen Soldaten sicherlich nicht in dem Graben auf der anderen Seite des Niemandslandes zu finden, weshalb im gesamten Film auch kein einziger deutscher Soldat zu sehen ist.
Paths of Glory ist dennoch kein rein pazifistischer Film, denn der von Kirk Douglas grandios gespielte Colonolel Dax denkt in keinem Moment daran, seinen Beruf an den Nagel zu hängen. Sein Kampf gegen die Unmenschlichkeit des Militärs kann nicht gewonnen werden und dennoch macht er bis zum Schluss weiter. Dies ist für mich persönlich ein kleines Manko, doch gerade für eine Zeit, in der Kriegsfilme meist patriotisch und verherrlichend waren, ist dieser Film ein herausragendes Werk.
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
aberaber Thu, 26 Jan 2012 13:25:31 -0000
Kommentar löschenEindrucksvoller Film. Weniger ein Film gegen den Krieg als vielmehr für den gesunden Menschenverstand.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
cpt. chaos Mon, 07 Nov 2011 15:01:08 -0000
Kommentar löschen"Um Disziplin zu wahren, muss man ab und zu einen Mann erschießen!"
Mit "Wege zum Ruhm" führt Stanley Kubrick den Sinn und Zweck eines jeden Krieges ad absurdum.
Selten ist es einem Regisseur derartig eindrucksvoll gelungen, die Angst, Hilf- und Ausweglosigkeit der im Schützengraben ausharrenden Soldaten darzustellen, die während des Trommelfeuers auf ihren Angriffsbefehl warten, währenddessen im Hintergrund die Generalität auf blinden Gehorsam setzt und dem Schrecken des Krieges mit Zynismus begegnet.
bedenklich? 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Max_Wayne Sat, 05 Nov 2011 20:07:45 -0000
Kommentar löschenSuper Film! hat mir sehr gut gefallen, kann ich nur empfehlen
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Selcarnor Thu, 20 Oct 2011 16:34:25 -0000
Kommentar löschen>Stanley Kubricks< erster Kriegsfilm, der lange vor >Full Metal Jacket< enstanden ist. Wer monströe Schlachtszenen sucht, wird hier enttäuscht werden, doch dafür gibt es eine gut ausgearbeteite Geschichte über Moral und Menschlichkeit.
1. Optik
Erstens: Der Film ist Schwarz-Weiß.
Zweitens: Schon damals wusste >Kubirck< wie man perfekt die Kamere einsetzt. Sei die Fahrt durch die Schützengräben, der fast in einem Schuss aufgenommene Angriff auf die deutschen Stellungen oder die Gesichtsaufnahmen der Soldaten. Allessamt perfekt und atmosphärisch fördernd.
2. Musik
Die wenigen Stücke sind militärisch geprägt, wie beispielsweise der schnelle, ruckartige Trommeltakt, was zu dem Film auch passt.
3. Inhalt
Womit beschäftigt sich der Film? Die Kernthemen sind eindeutig Todesangst, die über jede Loyalität steht, der Willkür von Vorgesetzen und um Mitgefühl. An Letzteres appeliert der Film regelmäßig, doch am Ende nimmt alles immer eine eher nüchterne Wendung und zeigt wie so etwas in einme Krieg gerne verlorengeht - besonders wenn eigene Interessen im Vordergrund stehen.
Die Schlachten und Schlachtfelder des ersten Weltkrieges sind fabelhaft gemacht, wenn auch nicht sehr drastisch, aber wie gesagt: Darum geht es nicht. Das wird man auch daran erkennen, dass man keinen einzigen deutschen Soldaten zu Gesicht bekommt.
Die Aussagen von >Wege zum Ruhm< werden durch brillante Dialoge gestützt und man taucht regelrecht in die Handlung ein und die Zeit vergeht ungeheuer schnell beim Sehen, ohne das Langeweile aufkommt.
Das Ende ist dann äußerst aufwühlend (wenn auch nicht so grandios wie andere es hier beschrieben haben, ich kenne da Besseres) und lässt dann zum Schluss noch ein ungutes Gefühl zurück.
Die Schauspieler machen ihre Rollen auch perfekt und besonders den drei >Ausgewählten< nimmt man ihren Schrecken ab.
4. Fazit
Einer der wenigen Filme die im ersten Weltkrieg spielen und ihre Botschaft auch ausgezeichnet rüber bringen.
Ich erwähne es aber noch einmal: Wer actionreich inszenierte Ballereien will sollte lieber zu >Der Soldat James Ryan<. Wenn man dagegen etwas Sozialkritik - besonders in Sachen Militarismus - haben möchte, kann hier bedenkenlos zugreifen.
bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Percilitor Sat, 24 Sep 2011 10:58:00 -0000
Kommentar löschenEigentlich wurde hierzu schon alles gesagt. Packendes Anti-Kriegsdrama, dass sich hauptsächlich mit den politischen Konsequenzen eines fehlgeschlagenen Angriffs und der verqueren Moral der Befehlshaber auseinandersetzt.
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
ash-williams Fri, 27 May 2011 22:47:22 -0000
Kommentar löschenStanley Kubrick beweist mit seinem dritten Film endlich sein späteres Talent und bietet knapp 90 Minuten Spannung. Kirk Douglas spielt sehr leidenschaftlich und überzeugend. Die Kriegsszenen sind authentisch, könnten jedoch etwas drastischer sein. Kubrick bietet starke Bilder und eine gute Story über den Machtmissbrauch der Wenigen oben gegen die Vielen unten. Eine gelungene Mischung aus Kriegsfilm und Drama.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Puni Mon, 16 May 2011 12:14:01 -0000
Kommentar löschenStanley Kubricks Antikriegsdrama, durch das er schlagartig berühmt wurde, kann sich locker mit anderen Antikriegsfilmen messen. Realistisch, toll und glaubhaft besetzt und gegen Ende so richtig rührend, kommt der Film mit nur wenigen Kriegsszenen aus, was der Atmosphäre aber überhaupt keinen Abbruch tut. Man taucht richtig in das Szenario ein und wird am Ende durch Christine Kubrick genauso schnell wieder herausgeholt, wie man reingekommen ist.
Solche Filme sucht man heutzutage vergebens - warum sind die aktuellen Regisseure größtenteils eigentlich so unpolitisch und unkritisch geworden?
bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten