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Downton Abbey - Emanzipation als Seifenoper

the gaffer (Jenny Jecke), Veröffentlicht am 30.10.2012, 10:56

Liebe und Leid englischer Gentlemen versorgte schon Jane Austen mit einer grazilen Prise Inspiration. Seit drei Staffeln schickt sich die britische Serie Downton Abbey an, ihre Zuschauer in die Intrigen adliger Ladies und aufstrebender Butler zu verwickeln und das sehr erfolgreich.

Das ist nur ein Bruchteil des Casts von Downton Abbey Das ist nur ein Bruchteil des Casts von Downton Abbey © ITV

Die ganze Welt scheint überrollt von der Serienmacht Downton Abbey, nur ein kleines sauerkrautliebendes Land wehrt sich gegen die Invasion, die von einem fiktiven englischen Landsitz ausgeht. Zugegeben, es ist nicht die ganze Welt, aber in den USA und auch in Großbritannien ist das mittlerweile drei Staffeln umfassende Familienepos ein Quotenhit und längst ein popkulturelles Phänomen, das Feuer für unzählige tumblrs und nicht weniger Diskussionen mit den Kollegen am Mittagstisch bietet. In Deutschland dagegen führt Downton Abbey ein Schattendasein, das vor allem auf DVD stattfindet. Es gibt also genügend Gründe, um Mein Herz für Serie heute an Downton Abbey zu vergeben.

Kaum etwas vermag das britische Fernsehen so gut hinzukriegen, wie geschmackvolle Kostümdramen. Die Vorlagen bieten meist gefeierte Romane, weswegen die Serien selten über sechs Folgen hinauskommen. Downton Abbey bewegt sich in dieser Tradition, ist aber eine originäre Kreation von Oscar-Preisträger Julian Fellowes (Geliebte Lügen, Gosford Park) und bietet deshalb das wunderbar soapige Potenzial einer Endloserzählung.

Den Urknall der Serie bildet der Untergang der Titanic 1912, der die Erbschaftsregelung der fiktiven aristokratischen Familie der Crawleys in Yorkshire durcheinander wirft. Da der angestammte Erbe des Vermögens und Anwesens dank der Katastrophe ausfällt, muss sich Robert Crawley, Earl of Grantham (Hugh Bonneville) zusammen mit seiner amerikanischen Frau Cora, Countess of Grantham (Elizabeth McGovern) auf die Suche nach einem Ersatz begeben. Der wird auch etwas unfreiwillig gefunden, denn ein entfernter Verwandter steht in der Erbfolge an nächster Stelle. Matthew Crawley (Dan Stevens) kann allerdings wenig mit dem adligen Leben anfangen, arbeitet er doch als Anwalt in Manchester. Die edlen Herrschaften zeigen sich ebenfalls mehr als befremdet, dass so ein Stadtmensch, der auch noch selbst sein Geld verdient, bald Herr im Haus sein soll. Große Dramen, fiese Intrigen und leidenschaftliche Affären sind vorprogrammiert.


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Kommentare

über Downton Abbey - Emanzipation als Seifenoper


gertgebert

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"Die Engländer" ja "die können Kostümdramas"! Sie können auch Schlösser und Landsitze derart ausstatten, daß man als besichtigender Tourist meint bem Eintritt in ein Zimmer anklopfen zu müssen.... derart lebendig ist die Ausstattung auch dort, man denkt die Bewohner könnten jeden Augenblick auftauchen.... diese Fähigkeit kommt auch den Verfilmungen zugute!

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Markbln

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Eine herausragende Serie, die süchtig macht. Maggie Smith ist mir ein Tick zu überkandidelt, erstaunlich überdreht für englischen Landadel. Aber die Beleuchtung der beiden komplett von einander getrennten Schichten ist fast genauso gut wie damals bei "Upstairs, Downstairs" (Das Haus am Eaton Place) mit dem Unterschied, dass in DOWNTON ABBEY auch homosexuelle Charaktere auftauchen, die sogar eine zentrale Rolle spielen. Feinstes britisches Fernsehen, dass für Herbst eigentlich im ZDF angekündigt war.

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Markbln

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Haha, you wish Darbon ; )
Aber das stimmt, ist aber eine der ganz wenigen gay erotic szenen. Viel mehr gibts da nicht (wenn ich mich richtig erinnere), obwohl der fesche Horst Janson Baron Klaus von Rimmer heißt *räusper*. Sexueller Subtext gabs ganz viel in der ersten Staffel, ganz gehörig in Folge 2. Das tatsächlich schlimm zensierende ZDF hat damals radikal gekürzt (ich habe mal gelesen ca. 15 Folgen fehlen komplett). Hauptsächlich in Staffel 1, als es einen Suizid eines Hausmädchens und SM Subtexte zwischen Magd und Herr gab. Später, in den Nachkriegsfolgen gab es viele Schnitte bestimmt, weil es heftige antideutsche Zitate gab. Viel Spaß jedenfalls mit den uncut Folgen, Eaton Place ist einmalig.


Darbon

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Gerade heute nach diesem MP-Dialog geschehen: Nach der ersten Folge der dritten "Upstairs, dowstairs"-Staffel gibt es ein Freeze auf Mrs Bellamys Foto auf die Nachricht, die "Titanic" mit ihr und Dienerin Miss Roberts an Bord sei gesunken, also die zweite Folge eingelegt.

Rachel Gurney spielt nun nicht mehr mit. Miss Roberts (Partsy Smart mit der Maggie-Smith-Synchronstimme Gudrun Genest) hat den Eisberg überlebt. 1912.
Haben jetzt am "Eaton Place" "Dowton Abbey" chronologisch eingeholt.