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Morbide Bildbotschaft in Michael Hanekes Caché

Ines Walk (Ines Walk), Veröffentlicht am 02.08.2012, 15:00

Michael Haneke ist nicht jedermans Sache. Heute abend zeigt der WDR seinen Film Caché, mit dem der Filmemacher 2005 erstmals die Goldene Palme in Cannes gewinnen konnte. Ein Blick lohnt sich.

Caché Caché © Prokino

Der WDR zeigt heute Abend mit Caché von Michael Haneke einen Film, der nicht gerade durch seine Leichtigkeit auffällt. Ein Blick lohnt sich allemal, erst recht für all jene, die sich mit der Manipulation durch Bilder beschäftigen.

Eigentlich ist auf diesen Bildern nichts Kompromittierendes zu sehen: Ein Auto wird geparkt, eine Tür fällt ins Schloss. Stille. Doch gerade diese Stille macht die Filmaufnahmen so bedrohlich: Was will der Fremde, der Georges Laurents (Daniel Auteuil) Leben und das seiner Familie mit beunruhigender Geduld dokumentiert und ihm in Form von Videobändern zukommen lässt? Noch dazu zusammen mit naiv-grotesken Zeichnungen, die den Horrorphantasien eines Kindes entsprungen zu sein scheinen?

Georges ist Moderator einer erfolgreichen Literaturtalkshow im Fernsehen, und deshalb vermutet seine Frau Anne (Juliette Binoche) zunächst einen verrückten Fan hinter den rätselhaften Filmaufnahmen. Die Polizei sieht keinen Grund zu handeln, solange nichts wirklich Bedrohliches geschehen ist. Doch das Gefühl der Beklemmung wird immer stärker und bringt Georges’ und Annes bürgerlich-intellektuelles Leben zwischen Literatursendungen, Vernissagen und Abendeinladungen allmählich aus dem Gleichgewicht.

Die Film-Kritiker waren zum Kinostart überaus angetan von dem Film, der nicht nur die Goldene Palme in Cannes, sondern auch den Europäischen Filmpreis als Bester Film erhielt. Fritz Göttler schrieb damals etwas ratlos zu Michael Hanekes Lektion über Voyeurismus und Schuld in der Süddeutschen Zeitung: Nein, kein Blick ist unschuldig – die Botschaft Hanekes ist nach wenigen Minuten klar, erst recht nicht im Zeitalter mechanischer Reproduktionsmedien. Jeder Blick ist insgeheim Manipulation, bemächtigt sich dessen, was er fixiert. Und auch die Leinwand ist davon betroffen – wer zum Teufel ist das eigentlich, dessen Blick wir im Kino teilen?

Was: Caché
Wann: 23:15 Uhr
Wo: WDR

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Kommentare

über Morbide Bildbotschaft in Michael Hanekes Caché


jacker

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Hoffentlich sehen den heute Abend eine Menge Leute und fangen an auf der Filmseite mit mir darüber zu sprechen!
Ich war nämlich einfach ratlos nachdem ich "Caché" gesehen habe..
So ratlos, dass ich noch nicht mal wusste wie ich zu dem Film stand, erst recht nicht wie ich ihn bewerten soll.
Ich weiß nicht mal ob ich Lust habe den noch mal zu sehen und das macht mich krank, ich finde es schlimm keine Meinung zu etwas zu haben, aber bei diesem Film weiß ich einfach nicht was ich meinen soll.
Ca. 10 Tage später habe ich dann erstmal eine 7.0 gegeben, es erschien mir angemessen, aber ich kann nicht sagen warum.
Also schaut ihn und sprecht mit mir :)

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Markbln

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Wenn man nach einer Stunde nicht eingeschlafen ist, kriegt man am Ende noch ein paar hübsche Haneke-Weisheiten und die Franzosen ein Tabuthema serviert. Für mich trotz hervorragender Schauspielleistungen kein Meisterwerk.

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jeffcostello

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Ganz genau so ist es, denk dir ein like, der button hängt wieder mal.


Kubrick_obscura

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Er hat dafür nicht die Goldene Palme, sondern "bloß" den Regiepreis bekommen. :-)

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sweetForgiveness

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ANSONSTEN IM TV (Donnerstag ist ja leider immer etwas verhalten):

20:15, Schimanski muss leiden - WDR
20:15, Big Man - Im Netz der Drogenmafia - Das Vierte
20:15, American Pie: Die Nächste Generation - VOX
22:25, Satte Farben vor Schwarz - arte
22:45, Die schwarze Windmühle - BR
23:00, München 1972 - rbb
01:15, Ran - ZDFkultur
01:20, Der große Bagarozy - ARD
01:45, Das Ende ist mein Anfang - arte
03:00, Der weiße Hai IV - Die Abrechnung - ARD

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sweetForgiveness

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ups...klar :D hab ich vergessen! Verzeih mir :)


nerdkiller

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Ah, "Ran", den muss ich schauen. Danke. ;)


DerDude_

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Ich bin kein Haneke Fan aber Cache ist glasklar ein Meisterwerk !

Dennoch steckt in der Überschrift ein Fehler. Haneke gewann für Cache nicht die Goldene Palme sondern den Preis als besten Regisseur. Die Goldene Palme gewann er für Das Weiße Band und Liebe.

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