Capote
Capote (2005), US Laufzeit 114 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 02.03.2006
33 Bewertungen
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39 Kommentare
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von Bennett Miller, mit Philip Seymour Hoffman und Clifton Collins Jr.
Im November 1959 ist Truman Capote dank des Erfolgs von “Frühstück bei Tiffany” ein gefeierter Schriftsteller und der Liebling des New Yorker Jetset. Beim Lesen der New York Times wird er auf einen Aufsehen erregenden Mordfall aufmerksam: Eine vierköpfige Familie aus Kansas wurde förmlich hingerichtet. Kaltblütig. Spontan beschließt Capote, dass eine Untersuchung des Falls vor Ort sein nächster Artikel für den New Yorker werden soll. Begleitet von seiner Freundin und Muse, der Schriftstellerin Harper Lee, reist Capote ins amerikanische Hinterland, wo man dem flamboyanten Großstädter mit den auffälligen Manierismen mit großer Skepsis begegnet. Als noch während Capotes Recherchen die beiden Täter, Perry Smith und Dick Hickock, geschnappt werden, beschließt der Schriftsteller, den geplanten Artikel auszuweiten: Mit einem Roman über die wahren Ereignisse will er Literaturgeschichte schreiben und unsterblich werden. Doch bald schon entwickelt sich aus seinem anfänglichen Interesse wahre Obsession: Vor allem der intelligente Smith steht Capote bald näher, als ihm lieb sein könnte.
Handlung
Der Autor Truman Capote (Philip Seymour Hoffman) ist ein Mitglied des New Yorker Künstler und Intellektuellenkreises. Auf Partys genießt er die Aufmerksamkeit, die ihm zuteil wird, wenn er von seinen Erlebnissen während der Verfilmung seines berühmten Romans Frühstück bei Tiffany erzählt. 1959 stößt er in der New York Times auf eine kleine Zeitungsmeldung. In der ländlichen Kleinstadt Holcomp, Kansas wurde die vierköpfige Familie Clutter auf brutale Art und Weise ermordet. Truman Capote interessiert die Geschichte. Für das Magazin The New Yorker möchte er eine Reportage über die Auswirkungen der Morde auf die Bevölkerung der kleinen Stadt schreiben.
Begleitet von seiner Kindheitsfreundin, Harper Lee (Catherine Keener), reist er nach Kansas. Obwohl sein Auftreten in der Prarie eher unkonventionell ist, gelingt es ihm das Vertrauen der Bewohner von Holcomp zu gewinnen. Der Detective Alvin Dewey (Chris Cooper) lädt den Fremdling mit der kindlichen Stimme häufiger zum Essen ein und berichtet Capote von dem Stand der Ermittlungen. Nach kurzer Zeit ist die Jagd nach den Mördern tatsächlich vom Erfolg gekrönt. In Las Vegas werden beide Täter Perry Smith (Clifton Collins Jr.) und Dick Hickock (Mark Pellegrino) gefasst, dann nach Kansas überführt und zum Tode verurteilt.
Der Schriftsteller besucht Smith und Hickock im Gefängnis. Ihm gelingt es auch das Vertrauen der zwei Täter zu gewinnen und befragt sie immer wieder, um alles über die Mordnacht zu erfahren. Für Capote wird das Thema jetzt erst richtig interessant und die geplante Reportage wächst zu einem Buch über die Vorfälle in Holcomp heran. Das Buch soll ein neues Genre kreieren: den Tatsachenroman. Über mehrere Jahre nutzt Capote die vermeindliche Freundschaft zu dem verurteilten Smith für seine Recherchen aus. Kurz vor der Vollstreckung der Todesstrafe erfährt er von dem Verurteilten sogar mehr über den genauen Tathergang. Capote ist niedergeschlagen, da er die Informationen keineswegs als Freund verwertet, sondern als ergeiziger Schriftsteller. Das Werk Kaltblütig wird zu seinem Meisterwerk. Nach seiner Veröffentlichung 1966 avanciert Kaltblütig zum Bestseller und setzt eine Medienlawine in Gang.
Interessantes
Am 25. Oktober 2004 begannen die Dreharbeiten, die in nur 36 Tagen in Winnipeg, Manitoba, Kanada abgedreht wurden.
Bennett Miller war zuvor als Dokumentarfilmer erfolgreich. Mit Capote feierte er sein Spielfilm-Debüt.
Der Film lief an Capotes Geburtstag, dem 30. September, in den US-Amerikanischen Kinos an.
Über die Recherchearbeit des Schriftstellers wurde zeitgleich ein zweiter Film gedreht: Infamous (omdb)
Cast & Crew
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Bennett Miller
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Philip Seymour Hoffman
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Truman Capote
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Craig Archibald
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Christopher
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Clifton Collins Jr.
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Chris Cooper
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Amy Ryan
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Mark Pellegrino
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Regie
Schauspieler
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Catherine Keener
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Allie Mickelson
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Araby Lockhart
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R.D. Reid
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Michelle Harrison
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-
Kerr Hewitt
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-
Dan Futterman
- Genre
- Sozialdrama, Psychodrama, Familiendrama, Biopic
- Zeit
- 1950er Jahre, 1960er Jahre
- Ort
- Gefängnis, Kansas, New York City, Spanien, Vereinigte Staaten von Amerika
- Handlung
- Erhängen, Exekution, Freiheitsentzug, Freundschaft, Gefängnis, Gefängniszelle, Homosexualität, Identität, Journalismus, Leben, Literatur, Literaturrecherche, Manipulation, Mitleid, Mord, Mord an Familie, Mordkommission, Oscargewinner, Polizei, Rechtsanwalt, Roman, Roman, Schreibmaschine, Schriftsteller, Selbsterfüllende Prophezeiung, Sterben und Tod, Todesstrafe, Todestrakt, Ungeselligkeit, Wunschtraum, Zeitung
- Stimmung
- Berührend, Ernst, Geistreich, Verstörend
- Mitmachen
- Wie gut passen diese Schlagworte? Stimm ab und hilf uns sie neu zu gewichten!
Drehbuch
Filmdetails Capote
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Kritiken (3) — Film: Capote
Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde
Kommentar löschenRegisseur Bennet Miller und Drehbuchneuling Dan Futtermann gelingt mit Capote ein kleines Wunder. Aus einer reißerischen Geschichte um Mord, Glamour und einen neurotischen, mit Manirismen behafteten Hauptdarsteller, einen sensiblen, faszinierenden, unvoyeristischen Film zu machen, der sich viel Zeit nimmt und dennoch an keiner Stelle langweilig wirkt. Mag es seinem Hauptdarsteller auch um das “Warum” hinter der Bluttat gehen, die ihn vorgeblich treibt – zu wissen warum vier Menschen vom durchaus sympathischen, sensiblen Perry Smith so bestialisch abgeschlachtet wurden – so hat der Film ein anderes Ziel. Dank des zurecht oscargekrönten Philip Seymor Hoffman, bekommt der Zuschauer ein Gefühl für den Schriftsteller Truman Capote, der mehr und mehr am moralischen Zwiespalt seiner Recherche zerbricht. Er hat sich ein wenig in Perry Smith verliebt, entdeckt bei diesem viele Parallelen zu seinem eigenen Leben und Empfinden, er vernachlässigt seinen Freund der ihn oft genug um Aufmerksamkeit…
Kritik im Original 7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten
jannis 2011/01/10 11:51:40
Antwort löschenDanke für den Kommentar :) Gucke solche Filme eigentlich nie, fand den Film ganz gut, und manche Sachen hatte ich für mich noch nicht so gut eingeordnet, wie jetzt nach dem Lesen!
Ich fand's fast gruselig, wie sehr ich Philip Seymour Hoffman alles abgenommen habe - guter Mann!!!
jannis 2011/01/10 11:52:07
Antwort löschenDanke für den Kommentar :) Gucke solche Filme eigentlich nie, fand den Film ganz gut, und manche Sachen hatte ich für mich noch nicht so gut eingeordnet, wie jetzt nach dem Lesen!
Ich fand's fast gruselig, wie sehr ich Philip Seymour Hoffman alles abgenommen habe - guter Mann!!!
Ines Walk: Filmpublizistin seit 1998
Kommentar löschenZu Recht hat Philip Seymour Hoffman den Oscar bekommen: Wie es ihm gelingt, die Faszination des Intellektuellen an der Bluttat zu zeigen, zugleich den künstlerischen Egoismus und die Distanzlosigkeit zum Objekt, ist faszinierend. Das ist nicht nur ein Film über Capote, sondern über das Künstler-Dasein an sich.
Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Bernd Haasis: Stuttgarter Nachrichten Bernd Haasis: Stuttgarter Nachrichten
Kommentar löschenPhilip Seymour Hoffman spielt nicht einfach nur den Erfolgsautor Truman Capote - er legt auch dessen Abgründe frei. So frei, dass einem schwindlig werden kann. Die Folge: ein Golden Globe und eine aussichtsreiche Oscar-Nominierung.
Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kommentare (36) — Film: Capote
Kommentar schreibenLouis B 2012/01/12 15:11:01
Kommentar löschenCapote ist ein Meisterwerk! Philip Seymour Hoffman trägt zu dieser Aussage zu 85% zu!
Hoffmann ist einfach überwältigend, beeindruckend und fesselnd. Er verkörpert Capote so zerbrechlich und gleichzeitig so stark dass man gefesselt vor dem Bildschirm sitzt und staunt.
Der Film erzählt die Entstehungsgeschichte von dem ersten Tatsachenroman "Kaltblütig"
(Steht bei mir auch im Regal), und dem Verbrechen.
Bennett Miller gelang ein Film der zurecht "Meisterwerk" genannt werden darf (muss).
Ein tolles Drehbuch von Dan Futterman, tolle Musik von Mychael Danna und die gelungene Kameraarbeit von Adam Kimmel tragen auch Anteil an diesem Meilenstein.
Allerdings darf man auch die Nebenrollen nicht vergessen. Wie z.B. Catherine Keener als Nelle Harper Lee, Chris Cooper als Alvin Dewey sowie Clifton Collins Jr. und Mark Pellegrino als Perry Smith und Dick Hickock !
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Kreaexo 2011/11/20 19:22:54
Kommentar löschenBewegendes Biopic über einen Wegbereiter der Literatur: Truman Capote.
Die wahre Geschichte über einen kaltblütigen Mord an einer Farmerfamilie und dessen Folgen wird authentisch erzählt und dies zeichnet diesen Film aus.
Dem Zuschauer wird einiges geboten: beklemmende Atmosphäre, unheimlicher Score, durchdachte Dialoge und eine sehr gute Besetzung, die sich wohl fast so liest wie das zu dem Film gehörende Buch 'Kaltblütig'.
Ein Mann hat sie aber alle in die Ecke gespielt: Philipp Seymour Hoffman, als Truman Capote. Der hier in dieser schwierigen Rolle bewiesen hat, dass er ein facettenreicher Schauspieler ist, der so gut wie alles und jeden spielen kann und 2006 zurecht den Oscar erhielt.
8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Brigittes Helm 2011/11/19 12:10:43
Kommentar löschenEin beklemmendes Kammerspiel, das mich noch nach Tagen beschäftigt hat. Das Buch von Capote kenne ich seit langem, schätze ihn auch sonst als Autor. Ich empfehle allerdings dringend, den Film im Original anzuschauen. Hoffman sieht nicht nur aus wie Capote, er spricht auch so. Nahezu unheimlich, wie ein Schauspieler in seiner Rolle aufgeht. Durch die sehr körpernahe und enge Kameraführung hat der Film zudem eine nahezu klaustrophobische Wirkung. Er lässt dem Zuschauer gar keine andere Chance, als zum Voyeur zu werden. Ein Film, der einem schlichtweg den Atem nimmt. Und Hoffman, dessen Vornamen ich mir partout nicht merken kann, ist zum Niederknien gut. Vermutlich der Film seines Lebens. Zur Lektüre empfohlen sei übrigens Frühstück bei Tiffany´s. Der schmale Roman - schmal und stringent sind übrigens alle Bücher von Capote - ist erfrischend sarkastisch, thematisiert sehr sacht die Homosexualität des Autors und hat null komma nix mit dem süßlichen Film mit Audrey Hepburn zu tun.
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KlapTrap 2011/09/20 09:12:15
Kommentar löschenPhillip Seymour Hoffmann,
Der du bist in unserer Galaxie,
Geheiligt werden deine Mittel,
Dein Schauspiel komme,
Deine Mimik geschehe,
Wie auf der Kinoleinwand,
So auch auf meinem Flachbildfernseher,
Und führe mich nicht in Versuchung,
Sondern erlöse mich von schlechtem Kino,
Denn deines ist reich,
Ist das Kino der Herrlichkeit
Gegen die geistig
Armen !
Wo fängt man bei CAPOTE eigentlich an ?
Schreibt man darüber, wie perfide der Film unsere Faszination und das Verstehnewollen von Gewalttaten ausnützt, um uns langsam und gemächlich an die Figure Truman Capote heranzuführen ?
Darüber das selbst die übermächtige Präsenz des Capote nur dazu genutzt wird, um einen unverstellten Blick auf die Hybris zwischen Moral und Stuhlgang zu werfen ?
Darüber das aus dieser Hybris erst die wirkliche Kunst erwächst, und wie sie einen Schaffenden langsam an den Rande seiner Vernunft und seines Selbstverständnisses führen kann ?
CAPOTE ist ein Ausnahmefall.
Ein Film der ganz viel auf einmal erzählen will, und das dann auch noch schafft ohne überborden, zerfahren oder gar konstruiert zu wirken.
Und über allem schwebt und stolziert P. S. Hoffmann, der sich und dem fassungslosen Publikum beweist, das es für ihn in dieser Welt scheinbar keine Rollengrenzen gibt.
Catherine Keener gibt’s obendrauf, die schon alleine durch ihre Präsenz jede Dorfdisco in St. Tropez verwandeln würde, auch wenn sie hier als Harper Lee eher ihre kratzbürstige Seite herausholen darf.
„In true blood“ war tatsächlich erst Capotes drittes, und zugleich letztes Buch.
Der Film weist ganz am Ende selbst noch einmal darauf hin : Das Buch, das tatsächlich Capotes großer Durchbruch war, ihn unsterblich werden ließ, ganz nebenbei den Begriff „Tatsachenroman“ definierte, war zeitgleich auch seine Nemesis, sein Untergang, erweckte seine Schreibblockade und verstärkte sein Alkoholproblem, das ihn einmal unter die Erde führen sollte.
Zu lange hatte er im Dreck gegraben, zu lange hatte er sich verstellt und getrickst und mit dem Teufel gespielt, alleine im Glauben sein Genie würde schon reichen, um sich von dem Gegenstand seiner Arbeit distanzieren zu können.
Doch zu schreiben, wahrhaft und ehrlich zu schreiben, heißt immer auch fühlen.
Ob der Titel des Buches sich auf die Taten der Mörder beziehe, wird Truman im Laufe des Filmes gefragt.
„Unter anderem“ ist seine Antwort, und lässt kein Zweifel daran, das Capote sich zu keinem Zeitpunkt bewußt war, schon längst die Rolle des allwissenden, neutralen Erzählers verlassen zu haben.
CAPOTE ist ein Film über einen hochsensibelen aber auch an Größenwahn leidenden Menschen, der die ganze große Nummer riecht, ihr alles unterordnet, und am Ende mit nichts dasteht als einem Welterfolg.
Und dem Wahnsinn.
„Be careful what you wish for !”, oder wie Capote es selbst in seinem nie vollendeten Nachfolgewerke formulierte :
"Es werden mehr Tränen vergossen über erhörte Gebete als über nicht erhörte!"
Für diesen Satz ging er durch die Hölle der Selbsterkentnis.
Und fand nie wieder daraus zurück.
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phoenix409 2011/09/20 12:54:30
Antwort löschenArmen! ähh Amen!
LynchFan1706 2011/09/12 19:45:19
Kommentar löschenSeymour Hoffman stellt diesen exentrischen Egomanen Capote so intensiv dar, dass der Film für mich ein kleines Meisterstück ist... Stoisch lügt Capote, manipuliert die Menschen um sich herum, nur zu seinem eigenen Vorteil... Hoffman spielt dies ohne auch nur einmal zu zwinkern, ohne Gefühlsregungen, nüchtern... Capote lässt sich als großer Schriftsteller feiern, er nutzt seine Freunde aus, bemitleidet sich... er nagt sich Stück für Stück -unter dem Vorwand des Verständnisses- in das Leben der Mörder, um sich -bekommt er seinen Willen nicht- herzlos zurückzuziehen... Er will diese Geschichte schreiben, koste es, was es wolle... Hoffman spielt zurückgenommen und bedächtig, seine Mimik bleibt undurchdringlich... Einzig, wenn Capote unter Freunden im Mittelpunkt steht und seine selbstgefälligen, zynischen Witze reißen kann, agiert er überdreht... Hoffman schafft diesen Sprung ausgezeichnet... Und wenn am Ende des Films Capotes Fassade einzureißen droht, durch das Bewußtsein der Entgültigkeit des Todes, schafft Hoffman es, dass ich Mitgefühl für Capote empfinden konnte... Capote war ein Mann voller Abgründe und Schwächen und diese legt Hoffman so gnadenlos frei, dass es mir eiskalt den Rücken runterlief... Dass dieser Schriftsteller solch ein bezauberndes Stück wie "Breakfast at Tiffanys" geschrieben hat, mag man nach diesem Film nicht glauben..."Capote" lebt von Hoffman und Hoffman lebt "Capote"... Für mich ist Philip Seymour Hoffman, gerade durch seine enorme Wandlungfähigkeit und Intensität einer der größten seiner Zunft... Zurecht bedacht mit einem Oscar für diese tolle Leistung...
6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 7 Antworten
Andy Dufresne 2011/09/12 20:12:05
Antwort löschenGenau so hätt ich es auch geschrieben!
LynchFan1706 2011/09/12 20:40:54
Antwort löschenDanke, das nehme ich als Kompliment ;-)
Andy Dufresne 2011/09/12 20:44:49
Antwort löschenSo war es gedacht :D Da aber Eigenlob stinkt : DU hast einen guten Kommentar geschrieben,mein Kompliment:D
LynchFan1706 2011/09/12 20:52:06
Antwort löschenIch hatte es auch genau so verstanden ;-) Ach, und ich finde Eigenlob gar nicht so verkehrt ;-)
Andy Dufresne 2011/09/12 21:44:29
Antwort löschen;-) (Heimlich find ich das du Recht hast, aber pssssst...)
Alle 7 Antworten zeigen
LynchFan1706 2011/09/12 22:23:03
Antwort löschenKlar, ich kann schweigen wie ein Grab... bleibt ganz unter uns ;-)
Andy Dufresne 2011/09/12 22:26:42
Antwort löschenFeiner Zug von dir...:D
schnix84 2011/06/05 14:41:56
Kommentar löschenIch habe mir viel von diesem Film erhofft und bin leider enttäuscht worden. Die wenigen guten Szenen werden durch extrem langatmige Phasen überdeckt. Allein die schauspielerische Leistung bringt diesen film knapp übers mittelmaß.
fazit: 5,5
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AgentGuhl86 2011/03/06 22:13:55
Kommentar löschenArthouse auf sehr hohem Niveau. Die Beziehung zwischen dem egozentrischen, aber genialen Schriftsteller Truman Capote und einem 4fachen Mörder wird hier sehr gefühlvoll sowie authentisch dem Zuschauer nähergebracht und unterstützt vom oscarpämierten P. S. Hoffmann, der in dieser Rolle alle seine Fähigkeiten als Charakterdarsteller präsentieren darf. Ich war mir während des Filmes oft unsicher, ob Capote alles nur für sein Buch getan hat oder ob er wirklich wahre Gefühle entwickelte für den Mörder. Es wird zwar von seiner Kollegin Harper Lee klar gestellt, dass er sich die Gefühle nur einbildet, aber die Ungewissheit bezüglich dessen löst das noch nicht in Luft auf.
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El_Chupa 2011/01/18 13:05:07
Kommentar löschenCAPOTE ist an sich ein guter Film, aber nicht mehr. Der Grund, weshalb ich ihm aber 8/10 gebe, ist - wer hätte es gedacht? - Philip Seymour Hoffman. Dank ihm, einem der besten Schauspieler Hollywoods zurzeit, bleibt CAPOTE wirklich in Erinnerung.
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Matty 2010/11/02 17:12:24
Kommentar löschenP.S.Hoffman brilliert hier einfach und hat völlig verdient den Oscar für diese Leistung bekommen. Er allein trägt den Film über ein paar Längen hinweg.
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Floyd B. 2010/11/02 11:13:24
Kommentar löschen„Ich lüge niemals.“
Capotes emotionslose Augen wandern auf die triste Weite, die an seinem Fenster vorbeizieht, und er schweigt. Die wahrscheinlich größte Lüge in Capotes Leben, die er hätte aussprechen können. Und seine kühle Überzeugung, dass sein Handeln gerechtfertigt ist, lies mich als Zuschauer erstarren.
Wer ist dieser unnahbare, eigenartige Mann mit der hohen Stimme? Und – was viel wichtiger ist – was geht in ihm vor?
Capote war ein Egozentriker und Mistkerl. Er betrog, belächelte, verabscheute, log, feierte Parties, liebte die Aufmerksamkeit und er schrieb. Er schrieb eines der wichtigsten Bücher der 60-er Jahre und danach nie wieder. Kein Buch sollte nach „Kaltblütig“ an seinen Erfolg anknüpfen.
Was war passiert in diesen Jahren? Das ist es, worum es dem Film am meisten geht, und seine Antwort auf diese Frage, ist leise, langsam, ehrlich und menschlich.
Philip Seymour Hoffman ist Truman Capote in Fleisch und Blut und sein minimalistisches Spiel ist eines der besten, die ich je gesehen habe. Seine Interpretation lässt tief in Capotes Herz blicken. Sein Handeln wird dem Zuschauer dadurch zwar noch unsympathischer, aber auch verständlicher.
Diese Tatsache lässt mich darüber hinwegsehen, dass mir der Film erst beim zweiten Mal gefiel.
Ein geniales Portrait eines Menschen, der sich für einen Übermenschen hielt. Und vielleicht auch einer gewesen ist.
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reveal 2010/10/16 17:05:13
Kommentar löschenDie formgebende Handlung ist nicht wirklich interessant. Die Faszination Capotes für Perry Smith dagegen schon. "Es ist, als ob wir im selben Haus aufgewachsen wären." Auch wenn man das Mitgefühl nicht teilen muss, so kann man die Anteilnahme an dem Schicksal einer Person, mit der man sich derart identifizieren kann, nachvollziehen. Leider ist das ganze zu subtil und es gibt nur wenige Szenen, wo man wirklich den Fokus darauf legt.
Gerade bei den Szenen, wo sich die beiden gegenüber sitzen, springt einem auf bestürzende Weise ins Gesicht, wie leicht es hätte anders verlaufen können. Ebenso wird einem aber auch gezeigt, dass jeder die Wahl hat zu sein, wer er will bzw. durch die Vorder- oder Hintertür zu gehen. Egal aus welchem Haus man kommt.
Capote, obwohl durchgehend genial gespielt, wirkte mir besonders im Schlussteil zu gefühlslos, dabei nicht aufgesetzt (also nicht verstellt), zu unecht im Verhältnis zu dem was gerade geschieht, zu wechselhaft im Vergleich zu dem wie er sich vorher gab, z.B. blieb mir unverständlich wie aus "wie könnte ich nicht dein Freund sein" ein "ich warte nur noch auf das Ende" wurde. Zu viele Wechsel zwischen dem Interesse Smith und dem Buch. Noch einmal betont: Keine Schwäche der Darstellung. Wenn, dann der Szenenabfolge, also des Drehbuchs.
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Beganda 2010/05/24 22:28:22
Kommentar löschenDem großartigen Buch wird der Film nicht gerecht, doch der Titel lautet ja auch Capote. Den moralischen und emotionalen Zwiespalt Capotes, den er in den Mittelpunkt stellt, zeigt er auf ruhige und sehr ehrliche Weise. Obwohl der Film Längen hat, ist es daher schwer, sich ihm zu entziehen. Mich hat er sehr berührt.
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Claudia :) 2010/05/13 00:10:22
Kommentar löschenNur zu Recht wurde Hoffman für seine hervorragende Darstellung belohnt. Ich fand den Film, obwohl ich so schnell gelangweilt bin, überhaupt nicht langatmig. Denn Capote, Harper Lee und die 2 Mörder werden so faszinierend charaktersiert und die Geschichte ist so mitreißend, dass ich die ganze Zeit keine Sekunde zum nachdenken fand. Ein Film der eben wegen seiner Figuren un der detaillierten Handlung im Gedächtnis bleibt.
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Chewbacca 2010/04/09 22:44:20
Kommentar löschenIn diesem zähen Porträt spielt Philip Seymour Hoffman einfach nur göttlich den extremen Exzentriker Truman Capote und wurde zurecht mit einem Oscar prämiert für diese Leistung, nur macht sowas einen Film nicht zu Gold, denn er wirkt geradezu einschläfernd und sehr langatmig erzählt.
9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Jason Bourne 2010/01/23 10:54:41
Kommentar löschenDer Film erfordert vom Zuschauer viel Gedult und starke nerven angesichts dieser wirklich nervenden stimme von Hoffman im Film und dem wirklich Langsamen beginn. Doch wenn man sich auf ihn einläst wird man es nicht bereuhen. Den um so weiter die Handlung vorangeht umso intensiver wird die Geschichte die dich bis zum Ende fesselt. Und Hoffmans Leistung war auf jedenfall Oscarwürdig da er zu Truman Capote wird seine gestik seine Mimik und sogar sein gang zeigen die Person in die er sich verwandelt. Am Ende des Films packt Hoffman mit seinem besuch im Gefängnis vor der Hinrichtung noch eins drauf. Hier spielt er so Emotional und intensiv das mir die Tänen kamen. Und das passiert mir ganz selten. Ich werde den Film wahrscheinlich nie wieder sehen aber einmal reicht auch für ein ganzes Leben. Die die ihn auch gesehen haben sind wahrscheinlich der gleichen Meinung. So oder so.
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Rezerwat 2009/12/22 12:27:59
Kommentar löschenBleibt für IMMER in Deinem Kopf...
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Janus Winter 2009/12/19 03:07:24
Kommentar löschenEiner dieser überbewerteten Oscar-Filme. Ganz gut, schauspielerisch überzeugend, aber insgesamt eben doch kein Geniestreich. Und warum Capote so faszinierend war, blieb mir verborgen. Mich hat er mit seiner Fistelstimme extrem genervt.
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Marie Krolock 2009/07/03 10:44:16
Kommentar löschenP.S. Hoffmann ist ein toller Schauspieler, wenn seine Art zu sprechen hier auch arg an meinem Nervenkostüm reißt.
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Andras 2010/01/15 19:44:15
Antwort löschenJapp, das war ganz schön anstrengend. :- )
John_Xisor 2009/05/24 22:40:38
Kommentar löschenGeniestreich!
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viewer 2009/02/22 22:50:54
Kommentar löschenHmm, Capote ist einer dieser Filme, die man ja eigentlich gar nicht schlecht finden darf. Natürlich spielt Hoffmann sensationell gut und auch sonst gibts bei der stimmigen Inszenierung nichts zu meckern.
Aber irgendwie steh ich nicht so auf diese elegischen Dramen, wo man das Befinden der Hauptfigur hauptsächlich erraten muss und wo alles so sehr reduziert ist: das Spiel, die Dialoge, die Bilder und Schnitte...
Mein Fazit: große Kunst, große Langeweile.
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Magic2713 2009/08/14 13:52:31
Antwort löschenSehe ich genauso, hab mich aber für eine 6.0 entschieden.