Der Club der toten Dichter

Dead Poets Society (1989), US Laufzeit 128 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 25.01.1990


Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
7.5
Kritiker
58 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.6
Community
15598 Bewertungen
108 Kommentare
admin image admin trailer admin edit edit group memberships sweep cache Moviemaster:Movie

von Peter Weir, mit Robin Williams und Ethan Hawke

Der Club der toten Dichter ist ein bewegender Film und ein Aufruf zum selbstständigen Handeln und freiem Denken.

Ein neuer Lehrer (Robin Williams) bringt mit seinen unorthodoxen Unterrichtsmethoden den Alltag an der Eliteschule durcheinander. Mit seinem unkonventionellen, aber leidenschaftlichen Unterricht sorgt er sowohl bei seinen Kollegen als auch bei den Schülern (unter ihnen der junge Ethan Hawke) für Unruhe. Sein Motto lautet ‘Carpe Diem’, was so viel heißt wie ‘Nutze den Tag!’ und zugleich ein Motiv aus der Barockliteratur ist.

(Quelle: OMDB)

  • 37795279001_1859727961001_th-5061a9ac54eeb0e4b2c05856-1592194022001
  • Der Club der toten Dichter - Bild 7226473
  • Der Club der toten Dichter - Bild 7226459
  • Club der toten Dichter
  • Club der toten Dichter

Mehr Bilder (20) und Videos (2) zu Der Club der toten Dichter


Cast & Crew


Kommentare (105) — Film: Der Club der toten Dichter


Sortierung

MemoriAria11

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Herzerwärmender und trauriger Film mit einer brillianten Darstellung von Robin Williams und guten Jugenddarstellern. Sehr berührend.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Marcelinho

Kommentar löschen
Bewertung10.0Herausragend

Man, hab ich geheult...

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

fridolin.eisenstein

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ich liebe Robin Williams, weil er es oft schafft (geschafft hat), Komik und Tragik harmonisch miteinander zu vereinen. "Herzerwärmend" glaub ich sagt man dazu.
Das kann er in diesem Film voll ausleben.
Während meiner Schul-/Studienzeit mein absoluter Lieblingsfilm, konnte ihn allerdings nie meinem Freundeskreis näherbringen, das sich der Film nicht für größere Filmrunden eignet. Ist eher was ganz persönliches.
Meine Lieblingsszene ist die als der schüchterne Schüler Tod sein Gedicht aufsagen soll und erst nur rumstammelt und der Lehrer dann einen echten Poeten aus ihm rauskitzelt, in Echtzeit.
Aber Vorsicht: das Ende kommt knüppeldick mit der Tränenkeule daher.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

exNegativo

Kommentar löschen
Bewertung5.0Geht so

Der Film handelt nicht von einer autoritären ("schwarzen") Pädagogik, der eine freiheitlich orientierte gegenüber gestellt wird, sondern von zwei Formen gleichermaßen autoritärer Pädagogik. Von diesen beiden hat sich heute die zweite, reformpädagogisch-inspirierte, paternalistische Pädagogik durchgesetzt. Der Pädagoge soll nun nicht mehr allein Fachautorität sein, die eine bestimmte Leistung einfordert und den Einzelnen ansonsten in Ruhe lässt, sondern er soll als charismatischer, mitreißender, nahbarer und auf die Pelle rückender Animateur und Freund der Kinder/Schüler/Studenten auftreten. Der Film macht bereits deutlich, wohin das führt: der Pädagoge, der sich als Lebenscoach, Seelsorger, Berater (bei der sinnfreien Gruppenarbeit etwa) und als emotionaler Wegbegleiter versteht, bindet den Einzelnen in Wahrheit viel stärker, als das hässliche, gewaltsame System, gegen das rebelliert wird - und produziert damit gerade nicht die ständig heraufbeschworene Freiheit, Individualität oder Selbstverwirklichung. Er gewinnt für sich, weil er frech, aufmüpfig, aber nicht unbegründet, gegen die vom "System" erzwungene Konformität und den unbedingten Gehorsam, den es einfordert, aufbegehrt. Tatsächlich aber erzeugt er selbst nur ein sektiererisches Zwangskollektiv und - da seine Aufmerksamkeit und Ansprache der ganzen Person gilt - eine die gesamte Person betreffende, willentlich, aus lediglich vermeintlicher Freiheit, vom Einzelnen zu erzeugende, internalisierte Konformität und einen Gehorsam, der auf diesem Wege viel heimtückischer und blinder ist. Der Einzelne, der den Zwang und die Gewalt des Systems zuvor am Gesäß zu spüren bekam, hat nun, da sich das pädagogische Interesse auf die Seele des Einzelnen - also vom institutionellen Außen zum subjektivierten Innen - erweitert hat, weit größere Schwierigkeiten, das Verhängnis zu durchschauen. Das revolutionär aufgeladene Subjekt soll aggressiv gegen das System, in das es eingebunden ist, ausschlagen, ihm wird aufgebürdet, innerhalb einer gewaltförmigen Institution plötzlich "ganz anders" zu sein, zu leben, zu denken, ohne aber das System, ohne die Institutionen, von denen her es selbst bedingt und abhängig ist, zu verändern - womit dann auch die gesamte verflixte Dialektik allen Fortschritts und aller Emanzipation schlicht verleugnet wird.
Der Film spricht das kleinbürgerliche, linksliberale Publikum an, das immer gegen "die da oben" schimpft, dabei selbstverständlich nur Blödsinn redet und bei denen schlussendlich auch nur Quark herauskommt, weil sich ihr Aufmucken gegen das alte "regiert-werden" und ihre Verbesserungsvorschläge, regelmäßig doch nur als die gerade zeitgemäße und ohnehin bereits überreife Form von Herrschaft, die lediglich ihren Verschleierungsgrad verbessert hat, herausstellt. Sie sehen sich zwar selbst stets als die Avantgarde des absolut Besseren, bemerken dabei aber nicht, dass sie die Verteidiger des Schlechteren gegenüber dem Schlechten sind. Sie rekurrieren energisch auf Begriffe wie "Freiheit", "Individualität" oder "Selbstverwirklichung", ohne diese selbst zu problematisieren, Rechenschaft abzulegen über die Schwierigkeiten, die sich aufgrund ihrer Verwicklung mit der schlechten Gegenwart für ihre Verwirklichung ergeben, ja, sie nicht einmal als kräftezehrenden, individuellen Prozess beschreiben. Damit Lernen nämlich überhaupt sinnvoll stattfinden kann, muss mit der Herausforderung umgegangen werden, dass Personen vorhanden sind, die eben über einen Wissensvorsprung verfügen, die mir als Autoritäten gegenüber treten, an denen ich mich abarbeiten, an denen ich mich messen und an denen ich auch wachsen kann. Rückzug, Vereinzelung, Überdenken - das sind die Momente, die für die Persönlichkeitsentwicklung wichtig sind und es ist dann auch erst die so gereifte Person, die dazu in der Lage ist, sich Autorität nicht mehr ohnmächtig zu unterwerfen, sondern sie kritisch zu reflektieren und sich ihr gegebenenfalls auch entspannt zu widersetzen.
Insofern lässt sich der Film auch als ungewollte und vom Publikum weithin nicht verstandene, tragische Darstellung gescheiterter Emanzipationsbestrebungen verstehen.
In der Eröffnungsszene wird eine Zeremonie abgehalten, in der "das Licht der Erkenntnis", als Licht einer Kerze symbolisiert, vom einen zum anderen weitergereicht wird. Wer ein wahres Interesse am Inhalt jener Begriffe, auf die so simpel rekurriert wird, und an einer vielleicht bescheidenen, aber vielleicht auch fortschreitenden Verwirklichung derselben hat, wird nicht umhinkommen, einzugestehen, dass die Bescheidenheit des Kerzenlichts, gegenüber dem grellen Versuch, die großen, wichtigen Ideale, schlicht in Existenz zu brüllen, zu bevorzugen ist.

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

jentom

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Ich hab mir den film gerade angesehen und mich hat er sehr berührt und bringt mich extrem zum nachdenken. Doch eines verstehe ich nicht und zwar warum die schauspielerische Leistung von Robin Williams so hoch gelobt wird, ich weiss nicht ob ich zu jung bin um zu sehen was daran so grossartig war. Das ihr mich nicht falsch versteht ich mag ihn sehr und auch den film aber ich sehe die ausserordentliche Leistung einfach nicht, welche ich bei einigen der jüngeren schauspielern schon eher sah.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

M4chete

Kommentar löschen

Der Film erinnert mich an meine eigene Schulzeit. Samstags waren wir dicht und sonntags tot. Und der ein oder andere lyrische Erguss war mit Sicherheit auch dabei.

bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Filmfan30

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Carpe diem-
nutze den Tag
Strebe jeden Tag nach Freiheit
Freiheit für eigenständiges Denken,
Freiheit für die Seele, die Gedanken,
das Schaffen, die Fantasie
Freiheit!

Das Wichtigste was der Mensch erreichen kann:
Freiheit!
Individualität-
das höchste Ziel unseres Lebens
Der Mut, sich über alle Zwänge hinweg selbst zu verwirklichen
Das Ziel: sei du selbst
Deine Eltern sagen: du sollst Karriere machen
Deine Freunde sagen: du sollst cool sein
Dein Herz sagt: ich will leben!

Oh, Captain my Captain!
Bewegend, ergreifend, mitreißend,
aufwühlend, Grenzen einreißend...
oh, Captain my Captain

Für diese schauspielerische Höchstleistung aller Beteiligten, für diese großartige Message, für den großen symbolischen Wert dieses Meisterwerks steige ich auf meinen Stuhl und applaudiere mit 10 von 10 Punkten.

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Andy Dufresne

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Ganz gleich, was man Euch erzählt, ganz gleich...

Wahre Freiheit, des Denkens, der Erfahrung, liegt in Euch selbst.
Was DU siehst, ist Deine Welt, Was DU siehst, zählt...

Gestern, war Gestern.
Und einiges davon ist wertvoll.
Aber doch: Heute zählt, JETZT zählt!

Viele Dinge, die allermeisten Dinge wohl, sind nicht wirklich wichtig.
Viele Dinge sind eigentlich egal.
Aber es es NICHT alles egal!

Finde heraus, was für DICH wahr ist, was, für Dich, wahrlich wichtig ist.
Und lebe danach.
Richte danach.
RISKIERE danach.

Wage. Kämpfe. Blute.
Wenn Du glaubst, dass es das wert ist.

Wage Dich heraus, fühle danach, trau dich zu fühlen!
Trau Dich!

Es geht um Freiheit.
Es geht darum eben wahrlich, persönlich frei zu sein.
Zu lernen was wahre, persönliche Freiheit bedeutet.

Weg von jedweder Konvention, weg von jedweder Tradition.
Es geht um echte Freiheit.

Es geht darum frei zu sein von Erwartung, frei zu sein von Nachfolge.
Frei zu sein von Pflicht.

Denn Pflicht und Freiheit, sind wie Wasser und Feuer.
Sie stoßen sich ab.
Auch wenn sie sich natürlich oft gegenseitig bedingen, eine der vielen Paradoxien des Handelns...

Pflicht bedeutet immer Verantwortung.
Freiheit, wahre Freiheit, bedeutet immer einen neuen, anderen Weg zu gehen.
Das Gegenteil von Tradition.

Und doch: Es geht darum etwas weiterzugeben.
Es geht darum etwas zu bewahren.

Etwas, als Gutes, als wertvoll Erkanntes, weiterzuvermitteln.
Egal an was Du glaubst: Bist Du weg, ist „Es“ weg.
Also gib es weiter...

„Gentleman, sie müssen sich um eine eigene Perspektive bemühen...“

Pädagogisch gesehen natürlich ein Traum : Der Lehrer als (Auf)Zeiger, nicht als Einprügler, der Lehrer als Begleiter zur Selbstermächtigung, als Brücke zum Empowerment.

Viel Hermann Hesse steckt hier drin („Findet euren eigenen Weg Gentlemen!“).

„Ich habe immer geglaubt, Erziehung habe selbstständiges Denken zum Ziel.“

Es geht um Druck und um Loslösung von eben jenem Druck.
Das Korsett Familie, das Korsett Erwartung, das Korsett Tradition.
Und wie, besser ob, man es sprengen kann. Oder ob man es sollte.

Wenn der dumm ist, der Dummes tut, ist der klug, der Kluges tut.

Oft ist aber der, der etwas riskiert, in einer Zwitterrolle.
Man weiß vorher nicht was passiert, wenn man etwas wagt.
Das ist eben Risiko.
Der Weg, wenn man so will, ohne das Ziel zu kennen.

-“Gibt es keinen leichteren Weg?“
-“Nein.“

Wer etwas riskiert, übernimmt damit eine Verantwortung.
Oft kann, bei jungen Menschen (aber auch oft bei allen Menschen!), noch nicht ganz und komplett überschaut werden, was diese Verantwortung dann bedeutet, welche Ausmaße Verantwortung oft annehmen kann.

Wenn aber ein junger Mensch (oder ein jeder Mensch!) eben etwas riskiert, das er nicht komplett überschauen kann, ist es dann nicht die Aufgabe seiner Erziehenden, seiner Begleiter, ihn zu schützen?
Ihn zu beschützen?

Durch Fehler lernt man.
Klugheit bedeutet, in meinen Augen, aus Fehlern zu lernen.
Als falsch Erkanntes eben nicht zu wiederholen.

Müssen wir uns nicht alle gegenseitig Fehler zugestehen und vor allem:
Füreinander einstehen, auf dem/diesem Weg des Lernens?

Carpe diem.
Nutze den Tag.

Müsste es nicht vielmehr „Carpe talentum“ heißen?
Nutze dein/das Talent.

„Angeborene Talente und Vorzüge, die unentwickelt bleiben, sind dem Diamanten in der Erde vergleichbar.
Er ist zwar da, aber es ist für die Welt gerade so, als wenn er nicht da wäre.“
-William Thierry Preyer-

Oder, vielleicht mit noch mehr direktem Bezug auf den Club der toten Dichter:

„Entlasse Dein Talent beizeiten, warte nicht, bis du von ihm entlassen wirst!“
-Marie Freifrau von Ebner Eschenbach-

Ist es also nicht die Aufgabe aller Menschen, die Anderen, jeden anderen Menschen zu bestärken?
Sie zu bestärken, ihre Talente zu leben, auszuleben, ausleben zu dürfen?
Eben das zu leben, was SIE wollen?

Ist es nicht die essentielle Aufgabe von jeglicher Erziehung, von jeglicher Fürsorge, jeden Menschen zu seinem eigenen Menschsein, zu seinem eigenen Kern des Seins zu begleiten?

Ist es nicht übergeordnet und überhaupt, die Aufgabe von jeglicher Pädagogik, den zu Begleitenden zu eigenem, freiem Bewusstsein zu führen?

Ist nicht jeder einzelne Mensch ein Pfeil und sind die ihn Begleitenden, ihn Lehrenden, nicht der Bogen, dessen Ziel es eben nicht sein sollte, zu zielen auf etwas Bestimmtes, sondern ihm so viel Kraft und Schwung mitzugeben, das er eben sein eigenes Ziel erwählen kann?

Ist es nicht die Aufgabe der Erziehenden, einem Jeden etwas zu verheißen?

Gegeben ist die Gegenwart, verheißen ist die Zukunft.

Lasst Jeden sein eigenes Verheißenes finden, ob er scheitern mag oder ob er es, was auch immer es sei, erreichen mag.

Ganz im Sinne von Khalil Gibran, dessen folgende Worte für mich schlicht Wahrheit verkünden:
--------------------------------------------------------------------------------------

Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch Euch aber nicht von euch,
und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen.
Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.
Ihr dürft euch bemühen,wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen Eure Kinder als lebende Pfeile abgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit, und Er spannt euch mit Seiner Macht,
damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Lasst Euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein;
Denn so wie er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist.

-------------------------------------------------------------------------------------

In diesem Sinne:

Wir wollen mehr Freiheit für jeden Einzelnen wagen!

bedenklich? 42 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 31 Antworten

Cupio

Antwort löschen

Die Überzeugungen hätte ich gerne wieder - halte sie gut fest! ;)


Andy Dufresne

Antwort löschen

Ich werde es versuchen (ich versuche es tagtäglich) ;)


jp@movies

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Kaum einen anderen Film habe ich öfter im Kino gesehen, als diesen, und für mich war es Anfang 1990, als selbst 18-jähriger der richtige Film zur rechten Zeit. Mögen die späten 50er Jahre einer amerikanischen Eliteschule nur bedingt mit den späten 80er Jahren an einem niederbayrischen Gymnasium vergleichbar sein, doch - - - sind sie.

Und wie. Macht nur eure Bayernwitze, es stimmt ja alles. Tradition, Ehre, Disziplin, Leistung. Ich war da. Das habe ich inzwischen selber als Drehbuch verarbeitet, und wer will kann es finden und lesen. Auch Tom Schulman hat DEAD POETS SOCIETY als Spiegel seiner Schulzeit geschrieben, obwohl er die Geschichte gut eine Dekade vorverlegt hat. Ein Erstlingsdrehbuch. Ein Spec-script, mit dem Oscar prämiert. Das kommt selten vor. Wenn man etwas sucht, findet man sogar das “shooting script” ( http://www.screenwritersutopia.com/scriptdb/media/1295.pdf‎ ). Handwerklich ist der Film perfekt, und je mehr ich über ihn erfahre, desto mehr liebe ich ihn. Die Abweichungen vom Drehbuch, und die Offenheit mit der Peter Weir dabei auf die Eingebungen seiner Darsteller reagiert hat, sind mehr als bemerkenswert ( http://www.youtube.com/watch?v=5zm8Byw52dQ ). Hinzu kommt mehrfaches “Glück” bei den Dreharbeiten, bei Schneefall und ganzen Vogelschwärmen, sowie ein perfekter Schnitt - Keiner der 7 Jungs kommt zu kurz, ganz zu Schweigen von dutzenden(!) Nebendarstellern, die man alle im Gedächtnis behalten wird, obwohl der Film nur 2 Stunden dauert. Das ist unfassbar schwer auszubalancieren, und der Film fließt perfekt von Einstellung zu Einstellung, und ich könnte ihn Bild für Bild durchgehen warum er so perfekt in seiner Wahl ist. Wenn man dann noch berücksichtigt auf welche Szenen (zum Teil sicher schweren Herzens) verzichtet wurde, und wie er strukturiert ist, kann man nur noch applaudieren ( http://www.youtube.com/watch?v=b_IRNN_XzPs ). Handwerkliche Meisterleistungen, wohin man schaut und hört.

Trotzdem gibt es Menschen, die den Film nahezu hassen, bzw. einzelne Aspekte von ihm so sehr, dass sie das große Ganze verpassen, sei dies die Kritiker-Legende Roger Ebert, der die Erwähnung von Beat-Literaten vermisst ( http://www.rogerebert.com/reviews/dead-poets-society-1989 ) oder ein Literaturprofessor, der dem Film unter anderem die Sinn verfremdenden, verstümmelten Gedichtfragmente vorhält ( http://www.theatlantic.com/education/archive/2014/02/-em-dead-poets-society-em-is-a-terrible-defense-of-the-humanities/283853/ ). Weitere häufige, ebenfalls berechtigte Kritikpunkte betreffen Robin Williams, der vor allem in einer Szene als er selbst sichtbarer wird, als der von ihm eigentlich darzustellende Englischlehrer John Keating. Die einzelnen Kritikpunkte mögen alle im Detail stimmig sein, nur warum verbeißen sich die Kritiker so in Details, die für sich genommen doch so wenig über den Film aussagen? Unstimmige Details lassen sich in jedem Film finden, manchmal stellt sich die Illusion des Films erst gar nicht ein, oder man fliegt wegen so einer Kleinigkeit aus der Kurve, und findet nicht mehr zurück auf die Straße der Erzählung. Vielleicht ist er dann nichts für einen, oder man sollte ihm ein andermal noch eine zweite Chance geben. In diesem Fall lohnt es sich, denn:

Selten habe ich einen so ausgewogenen Film gesehen. Dreht er sich um die 50er Jahre, Rassenunruhen und Beat-Literatur? Nein. Wir sind ausschließlich in der Welt der Reichen, alle weiß, auf einem Internat. Dem Film kann man an dieser Stelle schlecht vorwerfen, dass er keine Schwarzen porträtiert - man kann mit etwas Aufmerksamkeit einen im Film entdecken, nämlich wenn sich Knox Overstreet heimlich durch die Küche in die Schule zurück schleicht. Ist der Film deswegen rassistisch? Weil die Jugendlichen sich mehr mit von ihren Eltern komplett verplanten Leben beschäftigen, statt mit der Befreiung Unterdrückter? Ernsthaft jetzt? Reiche Schnösel sind eh alles Arschlöcher und für unsere Erste-Welt-Probleme erst verantwortlich? Ja dann lohnt doch um so mehr ein präziserer Blick darauf, wo sie überhaupt herkommen, die heutigen Lenker unserer Wirtschaft, die Anwälte, Ärzte, Architekten und Ingenieure.

Dabei ist die Gruppe weitaus differenzierter. Charlie Dalton ist der Sohn sehr reicher Eltern, und muss sich keine Sorgen machen, sollte er jemals von der Schule fliegen. Oder vielleicht doch? Wir werden es nicht erfahren. Neil’s Eltern hingegen können es sich im Vergleich nur unter Mühen gerade so leisten, obwohl man sie später als mindestens wohlhabend kennenlernen wird. Sie wollen das Beste für sich (und ihr Kind), meinen es nur gut, und dass ist selten auch das Richtige.Das Verhältnis zu und unser Umgang mit Autoritäten und Hierarchien ist das eigentliche Thema dieses Films. Was opfern wir alles dem gesellschaftlichen Aufstieg oder dem Erhalt der eigenen, erreichten Position? Der Film zeigt, wie bzw. ob man überhaupt in dieses System hinein wächst, und was es mit einem macht, wenn man sich dagegen nur sanft wehrt, in den spärlich gesäten Freiräumen, und in auf Schlaf verzichtenden, durchgemachten Nächten.

Zu Beginn sehen wir jüngere Kinder, denen die Trennung von ihren Eltern zum Semesterbeginn noch schwer fällt. Die Älteren hingegen können es schon kaum erwarten, dass ihre Alten verschwinden. Die Dynamik innerhalb der Gruppe wird etabliert, zunächst sehr stereotypisch (der Sympathische, der Streber, der Rebell, der stille Neue, etc.), später bekommen sie alle mehr Tiefe. Allein das ist eine Meisterleistung. Einen Moment später stecken wir in einer den Tag komplett ausfüllenden Routine, Schule, Nachmittagsunterricht, Clubs, Lerngruppen - alles verplant von morgens bis abends. Und die Eltern, vor allem die Väter natürlich haben den weiteren Lebensweg bis ins Berufsleben bereits vorgeplant. Selber an der Erziehung Teil zu haben kommt hier niemandem in den Sinn. Man hat Dokumenten zu unterzeichnen, Menschen zu denunzieren, Existenzen zu vernichten. Das ist der Gesellschaftsvertrag, den es hier zu unterschreiben gilt. So mächtig ist hier der Füllfederhalter. Und so lange Unterschriften mächtiger sind als ein Vers, hilft einen das richtige Maß zu kennen auch nicht weiter.

Druck wird auf alle Kinder ausgeübt, mal direkt über deren Eltern, meist stellvertretend über die Schule und Lehrer. Dann kommt der unkonventionelle John Keating an die Schule. Ein furchtbarer Lehrer. Was? Ja, ein furchtbarer Lehrer, der noch keine Balance in seinem Unterricht hat, und zu wenig Praxis. Insofern durchaus folgerichtig, dass er am Ende seine Stellung an dieser Schule verliert, und wohl nie wieder unterrichten wird. Für seinen Unterrichtsstil wird er schon während des Films kritisiert, und dies geschieht in erster Linie über den wundervollen Lateinlehrer. Hier findet ein Austausch statt, von dem beide etwas haben. Hätte Keating mehrere Jahre Zeit um sich in dem Kollegium zu entfalten, hätten sich seine Methoden abgeschliffen - es hätte ein wirklich guter Lehrer aus ihm werden können. Denn was der Film nicht erzählt: Vermutlich wären alle in seiner Klasse am Jahresende durch alle Prüfungen gerasselt, weil sie in ihrem Stoff nicht dem Lehrplan gefolgt sind. Dieses Schicksal wird sie wohl noch ereilen, nur begnügt sich der Film hier mit Andeutungen.

Andererseits macht Keating nicht alles falsch. Wir sehen hier ja nur das best-of seines Unterrichts, wenn er vom Lehrplan abweicht - ob er auch gewöhnlichere Stunden gibt, werden wir nicht erfahren, aber annehmen dürfen wir es. Diese ersten Anstöße Dinge zu hinterfragen, eigene Gedanken, Gefühle und Wünsche überhaupt erst zu zu lassen, durch das Abweichen von der Norm - das ist sein Verdienst. Fruchtet es bei allen? Nein! Und das ist großartig und differenziert inszeniert. Es gibt ja nicht nur den “Club der toten Dichter”, sondern auch die Schüler, die das nicht die Bohne interessiert, was dieser Irre von ihnen will. Mein Liebling ist hier jener, der mit seinem “The cat sat on the mat.” Gedicht glänzt. Auf ihn reagiert Keating vorbildlich, hier ist er ein guter Lehrer, oder einer im Werden begriffener. Und das Grinsen von eben diesem namenlosen Schüler am Ende? Eine meiner absoluten Lieblingsstellen. Und natürlich dass die meisten sitzen bleiben.

Aber bleiben wir beim titelgebenden Club: In seiner Mitte ist nur einer, der das Zeug zum Dichter hat, nämlich Todd, der eigentliche, stille Protagonist des Films, den man genauso übersieht, wie man die realen Vorbilder im Leben übersieht. Treibt er die Handlung voran? Nein. Aber er beurteilt sie als Einziger von Anfang an richtig. Alle anderen probieren aus was der Club ihnen zu bieten hat, vor allem um aus der sie umgebenden Routine auszubrechen. Und welches Bild findet der Film dafür? Die Jungs laufen in den Nebel und verschwinden darin. Für Poesie und Lyrik interessieren sie sich nicht wirklich, was nirgendwo besser zum Ausdruck kommt, als bei den “Lesungen” in der Höhle. Ihre wahren Interessen könnten vom Dichten nicht weiter entfernt sein: Neil will Schauspieler werden, Knox ist verliebt, Charlie am Brechen aller Regeln, Meeks und Pitts an ihrem Radio, und Cameron ist der klassische Mitläufer. Sie probieren Dinge aus, und es spielen sich “kleine Dramen” ab. Jugendsorgen eben. Die muss man jetzt nicht künstlich klein reden, sind sie doch für die Figuren im Film die ganze Welt. Himmel, könnt ihr euch nicht mehr daran erinnern? Der Film fängt das perfekt ein, und ich liebe ihn dafür.

Damit aber nicht genug - der Film findet auch noch Zeit dafür uns ins Lehrerzimmer zu führen. Man muss nicht selber unterrichtet haben um zu wissen, dass es an ein Wunder grenzt, wenn man seinen Schülern etwas mitgeben kann, oder umgekehrt. Lehrer, die auch hören was ihre Schüler ihnen zu sagen haben, sind die Besten. Solche wie der Lateinlehrer. Der würde ebenso seinen Schülern zuhören, wie er sich engagiert in die Gespräche mit Keating stürzt. Der hingegen ist für die Zwischentöne seines in Not steckenden Schülers unempfänglich, bzw. hätte mehr tun können. Die Ahnung war da, er sagt das Richtige, aber tut er es? Tritt er für Neil ein, steht er ihm bei, wirft er sich vor das Auto? In Todd hingegen wird er sich selbst wiedererkannt haben, weswegen er von Anfang an wußte wo dessen Schuh drückt, aber bei den anderen? Und was wenn sein Versuch fehl geschlagen wäre? Das Trauma möchte man sich gar nicht ausmalen. Keine Frage, Keating pokert hoch, um möglichst allen etwas mit zu geben, ist dabei aber nicht sonderlich erfolgreich. Überzeugend und unterhaltend? Aber ja. Nur ein guter Lehrer stünde seinen Schülern auch noch im Umgang mit den ersten eigenen Gedanken zur Seite, und reißt die anders lautende Meinung nicht gleich aus den Büchern.

Was der Welt dieses Films fehlt sind nicht 17-jährige Freidenker, sondern Frauen. Ausgerechnet Charlie legt den Finger in die offensichtliche Wunde, mit einem Anruf von Gott, der selbstredend unerhört bleibt. Neil’s Mutter bleibt passiv, meldet sich nicht zu Wort, und wenn man sie im Bett weinen hört, ahnt man viel Unausgesprochenes in dieser von Männern dominierten Welt, der eigentlichen DEAD POETS SOCIETY. Wer jetzt an Adorno denkt, bekommt ein Fleißkärtchen. Eine Jungswelt steuert eben immer auf Tod und Zerstörung zu, die Welt als ständiger FIGHT CLUB. Doch, doch, die Abwesenheit von Frauen wird sehr deutlich gemacht. Fragt Lara Flynn Boyle. Die taucht nämlich nur noch im Abspann auf, aber ihre Szenen sind nicht mehr im Film, eine könnt ihr in den oben verlinkten “deleted scenes” entdecken. Einzig Chris bleibt übrig, der überhöhte “love interest” von Knox. Sie spricht sogar aus, was dieser Welt aus toten Poeten fehlt - nur mit Mühe habe sie nämlich ihren Freund Chet davon abhalten können Knox umzubringen. There you have it. Ohne Frauen hauen wir uns nur die Köppe ein. Und warum? “Wegen Frauen.” (um es unnachahmlich präzise mit Al Bundy zu sagen). Chris vergibt Knox sein unverhältnismäßiges Verhalten, seine blinde Liebe, zähmt also mit ihm bereits den zweiten “Wilden”. Frauen bringen die Jungs aus ihrer Höhle heraus, und gehen anschließend mit ihnen ins Theater und halten Händchen. Mehr braucht es nicht, um jemandem Hoffnung zu geben und die Hölle zu überstehen, egal ob an der Welton Academy, in Bayern, oder anderswo im Universum.

Gestern habe ich mir den Film seit langem zum ersten Mal wieder angesehen, und ich liebe ihn heute noch so sehr wie damals vor bald 25 Jahren, wenn nicht sogar noch mehr. Vielleicht deshalb, weil ich inzwischen meinem ehemaligen Deutschlehrer, meinem besseren, weil echten John Keating ein Drehbuch widmen konnte. Es braucht keine perfekten Lehrer, wie diesen Wunschtraum-Williams. Um etwas im Leben anzustoßen, genügt ein richtiger Satz zur rechten Zeit. Und ein Satz offener Ohren, die diesen dann nicht verpassen, kann sich dabei als äußerst hilfreich erweisen.

Zuhören ist besser als Zusehen,
Taten sagen mehr als Worte,
Händchen halten ist besser als Handgreiflichkeiten,
und auf Plattitüden muss man sich keinen Reim machen.

bedenklich? 23 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 62 Antworten

jp@movies

Antwort löschen

Noch ist der Kommentar oben länger als mein Speakers' Corner Beitrag... ganz zu Schweigen von dem Chat darunter :) *ächz


Andy Dufresne

Antwort löschen

:)


Irrelevant21

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

"Wir brechen aus ,
aus einem System voll Zwänge,
voller Unterwerfung,
voller Ordnung.
Carpe Diem-
Nutze den Tag
Schaffe etwas neues
...Sei Frei"

Der Club der toten Dichter mag seine Fehler hier und da haben . Doch die Idee welche vermittelt wird , ist heute wichtiger denn je . Selbst in einer Leistungsgesellschaft wie Deutschland , darf der Wunsch nach Individualität nicht verloren gehen. Es dreht sich nicht alles im Leben ums Geld , denn nur Besitz macht letztlich nicht glücklich.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

KittyPimms

Kommentar löschen
Bewertung4.0Uninteressant

Ich versuche mir immer wieder zu erklären, warum ich mich mit diesem Film schlicht und einfach nicht vertagen kann. Ist er doch ein absoluter Kult-Film mit einer schönen Botschaft, wie alle meinen.
Womöglich habe ich ihn einfach nur zur falschen Zeit gesehen?
In DER CLUB DER TOTEN DICHTER geht es um Schüler eines konservativen Internats in den 50er Jahren. Jugendliche, deren Zukunft von ihren Eltern bin ins kleinste Detail geplant wurde. Rebellion erscheint sinnlos; entspricht ganz einfach nicht der Zeit. Selbstständiges Denken und freie Selbstentfaltung sind nicht die erstrebten Erziehungsziele. Und eines Tages taucht John Keating auf, ein ehemaliger Schüler des Internats, der als Lehrer zurückgekehrt ist, um die eisernen Regeln der Schule zu lockern und den Schülern bewusst zu machen, was sie im Leben verpassen. Und das hat schwerwiegende Folgen...
So viel zur Handlung des allseits bekannten und beliebten Streifens. Ein Film mit der Intention, der Jugend Respekt entgegen zu bringen. Lebt eure Träume! Habt euren eigenen Kopf! Die Grundsätze der älteren Generation sind nun einmal veraltet. Erneuert sie! - gut gemeint, aber leider fast schon lachhaft in Szene gesetzt. Zu keinem Zeitpunkt konnte ich die jungen Hauptakteure ernst nehmen. Nie ist wirklich durchgeschimmert, dass sie sehr wohl wissen, was sie tun und dass sie zu Unrecht als Kinder abgetan werden. Der Junge, der einen Werdegang als Schauspieler anstrebt, spielt in einem Theaterstück die Hauptrolle, auch wenn sein Vater das nicht billigt. Es wäre wohl angebracht gewesen, dem Zuschauer eine wahrhaft atemberaubende schauspielerische Leistung zu präsentieren, womit endgültig klar wäre, dass der Junge unglaubliches Talent besitzt. Stattdessen ist der Auftritt einfach nur lächerlich. Der Junge, der es sich in den Kopf gesetzt hat, das wunderschöne Mädchen zu erobern, das er übrigens nur einmal gesehen hat, unternimmt so dämliche Versuche, dass ich ihm an der Stelle des Mädchens eine gescheuert hätte. Der Film nimmt die Form eines Teenie-Formats an. Man gaukelt uns also vor, Jugendliche ernst zu nehmen und serviert uns letzen Endes nur Klischees.
Jeglicher Versuch, der Handlung durch dramatische Wendungen einen Sinn zu geben und den Zuschauer zu berühren, scheitert. Der Jugendliche mit den großen Träumen, die er aufgrund des Hindernisses durch seine ehrgeizigen Eltern nicht verwirklich kann, erfährt die größte Verspottung, die ihm das Drehbuch nur antun kann. Symbolisch ist die Entscheidung, die er trifft, ganz und gar nicht, geschweige denn ein Beweis für seine Erhabenheit. Dahin ist jede Stärke, mit der er die Jugend hätte charakterisieren und auszeichnen können. Und ist das kein Widerspruch in einem Film, der den Fokus auf die junge Generation legt?
Vor allem deswegen ist dieser Film für mich die bislang größte filmische Enttäuschung meines Lebens gewesen. Ich fühlte mich angesprochen. Auf eine beleidigende Art und Weise.

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

alex023

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

»No matter what anybody tells you, words and ideas can change the world.«

Ich frage mich immer noch, warum DEAD POETS SOCIETY in angeblich so vielen Lehrplänen steht und wir doch davon in der Schule nichts mitbekommen haben. So musste ich mir die Filmerfahrung selbstständig aneignen, was zu Beginn des Jahres auch wunderbar funktioniert hat. Nun hab ich den Film ein weiteres Mal gesehen und finde ihn noch besser als beim ersten Mal.
Wir schreiben das Jahr 1959, ein konservatives Jungeninternat im US-Bundesstaat Vermont soll Schüler auf das College und Studium vorbereiten. Stur festgefahrene Lehrmethoden und –abläufe setzen den Schülern zu, die sich eingeschränkt fühlen, weil sie nicht frei und lebendig handeln und denken können, ihre Karrieren von ihren Eltern vorgeplant sind. Doch dann kommt mit Mr. Keating ein neuer Englischlehrer an die Schule, der mit einem ganz eigenen Konzept die jungen Männer zur Rückkehr zum freien Denken bewegen und von der Schönheit von Poesie und Romantik überzeugen will.
Bei einigen der noch formbaren Jungen klappt das prächtig, vor allem, als Keating ihnen von seiner eigenen Schulzeit erzählt, in welcher er dem „Club der toten Dichter“ (im Original „Dead Poets Society“ – siehe Titel) angehörte. So gründet eine Gruppe um den angehenden Medizinstudenten Neil den Club neu und trifft sich fortan heimlich in einer alten Indianer-Höhle.

Peter Weir zeigt mit seinem Film, wie wichtig eigenständiges, freies und unabhängiges Denken ist. Vor allem ist die Thematik des Films auch was das Schulsystem angeht, heute noch aktuell, was zu denken geben sollte. Auch heute sind die Lehrpläne festgefahren und es ist kaum Platz zur persönlichen Entwicklung. Doch gerade die sollte ein essentieller Bestandteil sein. Denn, wie es Keating schon im Film in ähnlicher Form sagte, sind zwar Medizin, Mathematik, Rechtswesen und Wirtschaft wichtige Bestandteile des alltäglichen Lebens und in diesem Bereich sind auch viele notwendige Berufe zu erreichen und zu vergeben, jedoch lebt der Mensch nicht dafür. Der Mensch ist im Allgemeinen fasziniert von Schönheit, Poesie, Romantik und Liebe – dafür lebt der Mensch. Es sind (für die meisten) die Dinge, die das Leben lebenswert machen, da sonst ein trostloser und öder Einheitsbrei vorherrschen würde.
Ich komme nicht umhin zu sagen, dass dieser Film einen gewaltigen Einfluss auf junge Erwachsene haben kann und vermutlich wird, wenn sie im richtigen Alter sind, ähnlich wie die Figuren der Geschichte, was mich dazu führt, zuzugeben, dass ich es derzeit nun mal selbst bin und den Film daher wahrscheinlich ein wenig zu hoch einordne, was seine Klasse angeht. Jedoch können wir immer nur jeden Film aufgrund unserer derzeitigen Wahrnehmungsfähigkeit beurteilen. »Dead Poets Society« ist für mich nach dem zweiten Mal sogar noch besser geworden, er ist dabei zu einem der besten Filme geworden, die ich je gesehen habe, was mich selbst überrascht hat. Er bewegt, fasziniert und lässt die Zeit wie im Flug vergehen.

Es ist so wunderbar und traurig zugleich, wenn ich das Zusammenspiel der Figuren betrachte, denn so toll es ist, so blöd ist es, dass es nach etwas mehr als zwei Stunden zu Ende gehen muss. Ich hätte mir gerne so etwas wie eine Serie gewünscht, welche die Leben dieser Figuren behandelt, wobei dann aber wohl das Thema nicht so gut hätte verfolgt werden können. Da ist Neill, der angehende Arzt, der doch so viel lieber schauspielern will und es auch tut, bis es ihm sein Vater verbietet. Und da ist Todd, der zurückhaltende Neue an der Schule, der bis kurz vor dem Ende nicht aus seiner Haut fahren kann, aber in Mr. Keating doch genau den Lehrer findet, der das Potenzial, was in ihm vorhanden ist, zum Vorschein bringt. Natürlich ist da Charlie, der 'Nuwanda' genannt werden möchte, der auf den ersten Blick wie so ein stereotypischer Junge wirkt, der meint, er wäre besser als andere, es aber überhaupt gar nicht ist. Er geht mit am meisten in der Sache auf und wirkt für mich wie eine etwas andere Version von Neal Cassady, einem der Großen der Beat-Generation. Charlie steigert sich in das Geschehen rund um den Club der toten Dichter wirklich hinein und würde metaphorisch, vielleicht sogar wirklich, für die Sache sterben. Knox ist eigentlich den gesamten Film über nur hinter einem Mädchen her, das schönste, was er je gesehen hat. Er kann an nichts anderes mehr denken und in der Poesie findet er ein Mittel, sich auszudrücken. Natürlich sind die weiteren Charaktere ebenfalls toll, aber die vier haben sich am meisten in mein Gedächtnis eingebrannt. Nicht zu vergessen natürlich den Lehrer, Mr. Keating, der das Potenzial in seinen Schülern erkennt und das eigenständige Denken fördert.

Robin Williams ist hier selbstverständlich großartig, die Jungschauspieler wie Robert Sean Leonard (welcher in Kenneth Branaghs Shakespeare-Adaption »Much ado about nothing« die Rolle des Claudio spielt, in diesem Film seine Figur im Stück „A Midsummer Night’s Dream“ mitspielt), Ethan Hawke (mittlerweile anerkannter, großer Akteur) oder Josh Charles und Gale Hansen machen ihre Sache ebenfalls fantastisch. Man spürt die Sehnsucht und das Verlangen nach Unabhängigkeit, Freiheit, Liebe und Poesie in jedem ihrer Blicke. Der Score ist wunderschön, vor allem der Einsatz des Dudelsacks ist manchmal atemberaubend.

»Dead Poets Society« ist ein maßgebendes Beispiel für junge Menschen, die sich selbst finden wollen und deren Persönlichkeit gerade in der Entwicklung steckt. Egal, wie viel Druck auf einem herrscht, man muss doch wohl selbst entscheiden dürfen, was man mit seinem Leben anstellt. Wenn immer gesagt wird, dass es nur darum geht, später Geld zu verdienen, kann ich eigentlich nur verächtlich mit dem Kopf schütteln. Denn man lebt nur einmal, ein einziges Mal. Soll man deshalb sicherheitshalber einen Job ergreifen, der vielleicht Geld bringt, aber dir selbst überhaupt keinen anderen Wert liefert? Dass andere Dinge das Leben lebenswert machen, habe ich oben schon behauptet und stehe dazu. Diese Entscheidungsfähigkeit ist ein Privileg der westlichen Wohlstandsgesellschaft – darüber könnte man nun stundenlang debattieren, inwieweit das denn gerecht ist, aber man kommt da eh immer zum gleichen Schluss – jedoch könnte man stattdessen auch einfach dieses Geschenk annehmen und etwas daraus machen. Auch in Zeiten von Wirtschaftskrisen und Konjunkturschwankungen.

Fazit: Peter Weir ist mit »Dead Poets Society« ein wahrlich großartiger Film gelungen, der so viel zu sagen hat, so wunderschön anzuschauen ist und von mir auch immer und immer wieder angesehen werden wird. Schauspieler, Musik, Kamera, Setting und Atmosphäre passen wunderbar und runden das Werk, was nur geringfügige Schwächen in der Dramaturgie aufweist, ab.

[http://planetofpictures.blogspot.de/2013/12/dead-poets-society-us-1989-peter-weir.html]

bedenklich? 22 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten

The Freewheelin Fonda

Antwort löschen

Sehr starker Kommentar.
Mag den Streifen ebenfalls sehr gerne, Paraderolle für den großartigen Williams :)


alex023

Antwort löschen

"Oh Captain, my Captain!"


A-Wax

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Anspruchsvolles, hervorragend gespieltes und leider doch etwas verkitschtes Drama mit einem tollen Robin Williams.

"Der Club der toten Dichter" gehört zum Filmkanon jedes aufrechten (Halb-)Intellektuellen auf diesem Planeten. Ich durfte ihn im Zuge eines Seminars zum Thema Menschenführung ansehen und war durchaus angetan. Auch wenn er von 1989 stammt, passt er von der Aussage und Machart wunderbar in die beginnenden 90er-Jahre. Robin Williams brilliert hier als Lehrer für englische Literatur an einem Elite-Internat der seinen Schülern wesentlich mehr mitgeben möchte als nur mehr oder weniger bedeutenden Unterrichtsstoff. Es gelingt ihm bei allen Leidenschaft und Liebe zur Lyrik und Literatur zu wecken und sich sinnbildlich von den fesselnden Konventionen zu befreien. Ein tragisches Ereignis verändert aber dann alles.

Schauspielerisch wird hier einiges geboten. Robin Williams verleiht seiner idealistischen Lehrerfigur eine enorme Glaubwürdigkeit und brilliert in seiner Darstellung. Die damals noch recht jungen Ethan Hawke und Robert Sean Leonard (Dr. Wilson aus "Dr. House") sind die herausragenden Köpfe unter den Schülern und wissen ebenfalls zu überzeugen.

Die Inszenierung ist ebenfalls sehr gelungen. In ruhigen und doch eindringlichen Bildern wird die Geschichte vorangetrieben und das blinde Elitedenken und -streben mehr und mehr entlarvt. Das dramatische Finale ist sowohl Segen als auch Fluch. Es ist gut, dass es kein direktes Happy-End gibt, aber wie es am Ende aufgelöst wird, ist mir leider doch wieder zu kitschig und zu gewollt.

"Der Club der toten Dichter" ist ein angenehm zurückgenommener Film mit einer klaren Botschaft und tollen Darstellern. Leider fehlt ihm trotzdem das gewisse Etwas, um mich wirklich nachhaltig begeistern zu können. Trotzdem ein ausgezeichneter Film!

bedenklich? 12 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

Hornblower

Antwort löschen

Ich bekomme am Ende ja immer feuchte Augen, aber ich bin auch anfällig dafür. :)


Moncineo

Antwort löschen

Oh ja, zu der Sorte gehöre ich auch. Das Ende packt mich immer wieder.


nerdkiller

Kommentar löschen
Bewertung3.0Schwach

Ätzender Film bzw. "Selbstmitleidsattacke - The Movie". Von und für Leute, die meinen, dass sie pränatal die perfekte Weltsicht auf den Weg mitbekommen haben und sich für die allergrößten, achso-verkannten Genies und Romantiker halten. Während die Bande eingebildeter Dreikäsehochs dumm-fröhlich poetische Phrasen vor sich her liest (in Mathematik, Naturwissenschaft, Technik oder anderem Spießerkram kann man sich natürlich nicht selbst verwirklichen.... KUNST, KUNST, KUNST!!!!!), erkennt man als zusehender Mensch sehr schnell, was da zwischen den Zeilen steht und auf einen hinuntererbrochen wird: "Was hast denn du damals gemacht? In der Schule geschlafen, stur getan, was einem gesagt wurde, und nachmittags dann die Nudel gekrault. Nicht wahr? Carpe Diem!!!"

Goldig ist darüberhinaus auch, dass die Helden des Films alles kleine und verwöhnte WASP-Bubis sind. Dass zur selben Zeit, in der der Film spielt, in den USA noch strikte Rassentrennung herrschte, die es Millionen junger Menschen verwehrte, überhaupt solche Luxusprobleme zu entwickeln, spielt ebenso keine Rolle wie die Tatsache, dass der Besuch einer solchen Schule - oder, in manchen Fällen, einer Schule generell - noch immer stark von Faktoren wie Geschlecht, sozialer Herkunft und Geld abhängig ist. Probleme, die ein einfacher Kalenderblattspruch nicht wegwischen kann, haben in solchen Filmen halt keinen Platz.

bedenklich? 27 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 11 Antworten

lucas.carvalho.5454021

Antwort löschen

@nerdkiller
kann zum film nix sagen weil ich ihn noch nicht gesehen habe ( unter anderem weil ich genau das von ihm erwarte, was du dazu schreibst), aber deine kritik liest sich sehr angenehm. mal jemand der einen anspruchsvolleren schreibstil hat ohne dass es gezwungen oder prätentiös klingt.
das musste mal gesagt werden
liebe grüße


nerdkiller

Antwort löschen

Vielen Dank. Und Gruß zurück!


Frankie Dunn

Kommentar löschen
Bewertung2.5Ärgerlich

DER Film für jeden traumatisierten (Ex-)Schüler. Ein Haufen erbärmlich-nervender Teenager traumweilt sich durch 2 Stunden Laufzeit. Konnte ich nie was mit anfangen. Inszenierung, Score und Robin Williams sind akzeptabel, daher ein nicht komplett unerträglicher Film, sogar recht kurzweilig, aber eben pure Zeitverschwendung. 'Löschen Sie ihre moviepilot-Bewertungen, na los, löschen Sie sie. Alle. Man kann doch nicht Filme bemessen wie amerikanische Charts.' Carpe Diem! Nutze den Tag! Yolo, Leute! 'Oh, Führer. Mein Führer.' Und jetzt verbrennt diese furchtbaren Bücher. Nun will ich dem Film keine unmoralischen Botschaften unterstellen, verzeiht mir meine sarkastischen Launen, sehr wohl aber Inhaltsleere, Schwarz-weiß-Zeichnung der Welt, welche in dem mündet, das ich angedeutet habe, und den Charme eines Jungen-Internats des 19. Jahrhunderts.

"Das ist ein Baum ... ein Baum, der singt" :D (Ziemlich beste Freunde) bringt mir Lebensfreude, selbstständiges Denken und den Reiz des Theaters + der Kunst mit ein paar Szenen im Trailer bereits nahe. Der braucht da keine 2 Stunden Laufzeit für und hat in der gesamten Laufzeit so viel zu bieten, bei wenigen kleinen Kritikpunkten. Ist mir unerklärlich, warum so ein Film die Geschmäcker spaltet und als Wohlfühlfilm gilt (was ich verstehen kann..eben einer meiner Kritikpunkte), während der hier von (fast) allen abgenickt wird, als hätte der Führer den Befehl dafür von oben gegeben. Simpelstes Schwarz-weiß-Entertainment. Naja, solange es Spaß macht.

2.5 - kurzweilig belanglos, wichtigtuerisch

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

YellowheadAnimations

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein Film, auf den die Beshcreibung "Wunderbar" so gut passt wie auf kaum einen anderen. Robin Williams und seine grandiose schauspielerische Leistung sind nur ein Teil dieses schönen Films über das Leben, wie schnell es vorbei sein kann und wie man es nutzen sollte.
Dazu ein Punkt für die eindringlichste Selbstmordszene, die ich bislang gesehen habe.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Y.OLO

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Klasse Film, der mit seinem Ende überragt.
Anfangs kommt er etwas schleppend ins Rollen, aber gerade diesen Anlauf braucht der Film, um am Ende zu seinem großartigen Ende zu gelangen.
Ähnelt er anfangs noch einem Feel good-Coming of age movie, gewinnt er vor allem durch die Wendung im letzten Drittel an Tiefsinnigkeit.
Auch thematisch überragend und ein Beispiel für viele Filme heute. Ein Aufruf zum eigenen Denken und gegen tyrannische Erziehung und Bevormundung. Schade, dass dieser Film immer noch aktuell ist und heute solche Pädagogen ebenso wie damals gebraucht werden.
Ein Film, der große Werte behandelt und vielen vielleicht auch zu unrealistisch, ja zu streberhaft ist, ist es doch auch ein Bekenntnis zur selbstständigen Meinung und Wissendurst. Ein Film über Autarkie, Loyalität und Zusammenhalt.
Es ist ein sehenswerter Film.
Captain, oh captain.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

beast667

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Private Einblicke: Ich war von 16-19 auf einem Internat. Ich hätte mir gewünscht so einen Pädagogen kennengelernt zu haben. Dieser Film langweilt manche, aber manche sind nur begeistert. Ich gehöre zu letzteren. Ganz grosses Kino, für Freunde des ruhigen, langsamen Tons. Allen anderen empfehle ich etwas anderes. Für mich ein Geschenk an Film. CARPE DIEM

bedenklich? 9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

kobbi88

Antwort löschen

Sowieso ein Vorbild für jeden angehenden Lehrer


Andy the X

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

"Der Schnee sieht aber mal total unecht und nach Sägespänen aus"
Das ist so ziemlich die einzige negative Kritik, die mir zu "Club der toten Dichter einfällt.
Es ist schon ein bisschen her, dass mich ein Film auf einer so persönlichen Ebene angesprochen - ja, inspiriert - hat, wie dieser. Wenn Robin Williams seine Schüler dazu aufruft, ihr Leben zu genießen, selbst zu denken und selbst zu leben und wenn nötig, auch gegen den Strom zu schwimmen, dann fühlt man sich als Zuschauer ebenso angesprochen. Man möchte aufspringen und auf der Stelle sein Leben umkrempeln.
Das Motto "carpe diem" kannte ich natürlich vor dem Film schon. Aber ich glaube, erst durch "Club der toten Dichter" habe ich verstanden, was es wirklich bedeutet. Und ich will versuchen, es zumindest ein bisschen mehr zu meinem Lebensmotto zu machen. Denn am Ende bleibt von uns allen nur Blumendünger.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Spike1990

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Die Schüler der Welton Academy haben es nicht leicht. Sie werden von ihren Lehrern und Eltern zu Höchstleistungen angetrieben. Ihre eigenen Träume und Interessen bleiben dabei auf der Strecke und werden sogar regelrecht im Keim erstickt. Manche stehen dabei im Schatten ihrer großen Brüder, wie z.B. Todd Anderson, welcher von einem blutjungen Ethan Hawke verkörpert wird. Andere sollen in die Fußstapfen ihrer Eltern treten und erfolgreicher Anwälte oder Bänker werden. Doch dann nimmt ein gewisser John Keating seine Arbeit als Englischlehrer an der Akademie auf und beeinflusst das Leben seiner Schüler maßgeblich. Er ermutigt seine Schüler an sich und ihre Träume zu glauben, Regeln zu brechen und Pfade einzuschlagen, welche nicht von ihren Eltern und Lehren vorgegeben sind. Robin Williams mimt den unkonventionellen Englischlehrer perfekt. Diese schauspielerische Leistung zähle ich zu seinen Besten neben "Good Will Hunting". Der Film ist berührend, inspirierend und ermutigend zugleich. Die Filmmusik von dem, mir vorher unbekannten, Maurice Jarre ist auch noch mal lobend zu erwähnen. "Keating's Triumph" ist einfach wunderbar, aber überzeugt euch selbst: http://www.youtube.com/watch?v=fYvffYsiRh8

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Fans dieses Films mögen auch