Der Club der toten Dichter

Dead Poets Society (1989), US Laufzeit 128 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 25.01.1990


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7.5
Kritiker
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7.6
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115 Kommentare
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von Peter Weir, mit Robin Williams und Ethan Hawke

Der Club der toten Dichter ist ein bewegender Film und ein Aufruf zum selbstständigen Handeln und freiem Denken.

Ein neuer Lehrer (Robin Williams) bringt mit seinen unorthodoxen Unterrichtsmethoden den Alltag an der Eliteschule durcheinander. Mit seinem unkonventionellen, aber leidenschaftlichen Unterricht sorgt er sowohl bei seinen Kollegen als auch bei den Schülern (unter ihnen der junge Ethan Hawke) für Unruhe. Sein Motto lautet ‘Carpe Diem’, was so viel heißt wie ‘Nutze den Tag!’ und zugleich ein Motiv aus der Barockliteratur ist.

(Quelle: OMDB)

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Kommentare (114) — Film: Der Club der toten Dichter


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Theokrat

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

:: Robin Williams-Marathon Part 10 ::
DEAD POETS SOCIETY - Berührend, aussagestark, emotional überbordend. Es gibt wenige Filme, die es wirklich immer wieder schaffen, mich tief zu bewegen und voll in ihren Bann zu ziehen. DPS gehört dazu. Im Rahmen meines Robin Williams-"Marathons" habe ich mir diesen Film nun erneut angeschaut und war wieder von der ersten Minute an gefesselt. Schauspielerisch ist der Streifen einfach genial, jeder ist überzeugend in seiner Performance, doch Robin Williams überragt einfach alle. John Keating ist mein persönlicher Lieblingscharakter von Williams und DPS mein Lieblingsfilm mit Williams. Und meiner Meinung nach einer der besten Filme aller Zeiten dazu. Absolute Empfehlung an ALLE. Diesen Film muss man gesehen haben.
R.I.P. Oh Captain, my Captain!

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Codebreaker

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Bewertung10.0Herausragend

Da ja vor kurzem mit Robin Williams einer der ganz ganz großen Schauspieler von uns gegangen ist, dachte ich mir, schaue ich mir ein paar seiner Filme erneut an. Nicht viele, keine Werkschau, lediglich ein/zwei Filme. Irgendwie wirken die Filme auf einen, nun, etwas anders, speziell bei Rollen wie die des John Keating.

"Oh Captain! My Captain!"
Jeder kennt diese Worte, jeder kennt die Verbindung dazu. Man muss DER CLUB DER TOTEN DICHTER nicht mal wirklich gesehen haben um diese Worte zu kennen. Ich meine, ist ja auch ganz logisch, schließlich sind sie nicht durch den Film erschaffen wurden, bekannt gemacht, hat sie der Film und speziell John Keating allerdings schon.

John Keating. Was ist das für eine Person? Ein Lehrer wie er im Buche steht, den sich jeder Schüler wünschen würde. Er wirkt unglaublich sympathisch und nett, gestaltet den Unterricht mal etwas anders als jeder Lehrer. Er kommt mit Methoden auf, die auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich wirken, die vielleicht aber effektiver sind als irgendein langatmiges Kapitel, aus irgendeinem langweiligen Lehrbuch. Ihm sind seine Schüler nicht egal, er will ihnen nicht einfach nur irgendwas erzählen, damit sie das lernen und nach dem großen Test dann wieder vergessen, er will, dass ihnen das bewusst wird, was er ihnen lernt. Er will ihnen etwas fürs Leben beibringen. Er will sie zum Nachdenken anregen. Er will ihnen zeigen, dass sie ihr Leben so gestalten sollen wie SIE es wollen, nicht wie es die Eltern wollen, nicht wie es die Lehrer wollen, nicht wie es die Gesellschaft will. Er zeigt den Schülern, dass mehr als nur den einen, ihnen von äußeren Instanzen vorgegebenen, Weg gibt.

"Zwei Wege boten sich mir dar, und ich nahm den, der weniger betreten war."

Allein schon dieser John Keating reicht aus, dass dieser Film über die Jahre ein so großer geworden ist und vor allem, dass ich diesen Film so mag. Wenn er auch gar nicht so viel Screentime hat, wie ich vor der Erstsichtung erwartet hatte, so erfüllt er doch jede Szene mit seiner unglaublichen sympathischen Aura, mit dieser Motivation, mit dem Ziel die Schüler und vor allem die MENSCHEN dahinter zu einem selbstdenkenden Wesen zu entwickeln. Allein diese Figur ist schon so genial und keiner, wirklich KEINER hätte sie so großartig spielen können wie Robin Williams. Für mich ist das eine großartige schauspielerische Leistung, er spielt so überzeugend, so warm, so leidenschaftlich. Man spürt ihm zu jeder Zeit an, dass er so tief wie nur möglich in der Rolle drin steckt. Er schafft es, dass diese Rolle eine so große Bedeutung hat, vor allem für mich.

Ansonsten steckt noch vieles in diesem Film hier drin, vieles, was man sich zu Herzen nehmen kann, worüber man mal nachdenken sollte. Vieles was tiefgründig ist. Vieles was so viel aussagt. Das der Druck den Eltern auf ihre Kinder ausüben manchmal schlimme Folgen haben kann, dass das Schulsystem die Schüler manchmal eher abfrühstückt und "nur" unterrichtet, ohne sie wirklich aufs Leben vorzubereiten bzw. diese das Gelernte nie wirklich "leben", dass man nicht blind der Masse folgen soll und sich stattdessen lieber seine eigene Meinung bilden soll aber vor allem: das man den Tag nutzen soll.
"Carpe Diem - Nutze den Tag" - man soll etwas aus seinem Leben machen, man soll sich ständig bewusst sein, dass dieser Tag der letzte sein könnte und wenn es dann soweit ist soll man stolz auf das sein, was man erlebt hat. Diese Einstellung geht natürlich nicht von diesem Film hier aus, aber gerade hier wird sie wunderbar präsentiert.

Zu den Schauspielern will ich mich gar nicht groß äußern. Einige Gesichter sind dabei, die man kennt, die hier allerdings noch recht jung waren, bspw. Robert Sean Leonard oder Ethan Hawke. Nur Kurtwood Smith möchte ich noch erwähnen, der einen überzeugenden und richtig hassenswerten, wenn auch irgendwo verständlichen Vater spielt.

DER CLUB DER TOTEN DICHTER ist wie ich finde ein verdammt wichtiger und toller Film. Nie ist er langweilig, stets hat er etwas auszusagen. Hier findet man vieles wieder, was durchaus wichtig im Leben ist, sowohl was vielleicht die Lyrik betrifft, als auch das Leben an sich. Der Film ist von der Aussage her zeitlos und hat mit John Keating eine der besten Filmfiguren überhaupt, zumindest finde ich das. Ein ganz großer Film, den man gesehen haben sollte. Ich habe ihn bereits zweimal gesehen und ihn jetzt sogar noch besser empfunden, wahrscheinlich könnte sich das nach der dritten Sichtung nochmal ändern. Und das Ende des Filmes hat mir bei beiden Sichtung eine Träne in die Augen getrieben - Gänsehaut pur.

Vielen Dank für diesen Film und vor allem: vielen Dank Robin Williams für diese grandiose Darstellung einer grandiosen Figur! Vielen Dank!

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Kenobi

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

"Oh captain, my captain".

Ich verneige mich.

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Troublemaker69

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Bewertung9.5Herausragend

„Carpe Diem“
Das ist die Grundaussage des Unterrichts vom Englischlehrer John Keating. Er lehrt seine Schüler nicht nur alles über Shakespeare und Co. , sondern auch sehr viel über das Leben an sich. Die jungen Studenten finden dabei eine Vaterfigur in ihm, die ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht und sie schließlich auch auf den Club der toten Dichter bringt, der zu seiner Schulzeit aktuell war. Von Keating inspiriert schufen die Jugendlichen erneut den Club, in dem sie ungestört der Poesie huldigen konnten.
Keating lehrt sie zudem, was Lyrik eigentlich ist, er vermittelt ihnen, dass es weder schlechte noch gute Lyrik gibt, man kann genauso wie in der Kunst nicht über sie streiten. Er eröffnet ihnen den Weg zu träumen und hilft ihnen dabei zu erkennen, wer sie wirklich sind und später sein wollen.
Robin Williams stellt Keating genial da, nicht nur, dass er gut spielt, er hat auch noch diese leicht väterliche Ausstrahlung. Er wirkt so, als könne man ihm alles anvertrauen, alles was er will. Genauso soll die Person auch charakterisiert werden: Vertrauenswürdig, zuverlässig, intelligent emotional.
Keating ist ein reine Poet, aber keiner der den ganzen Tag in seinen Kämmerchen Gedichte verfasst, sondern einer, der die Poesie zwischen den Zeilen des Lebens erkennt. Er weiß ganz genau, was Sprache bedeutet, denn sie ist das, was wir wollen. Wir können mit Worten so viel machen: Wir können wie einen Speer nutzen und Menschen damit verletzen, wir können sie wie ein Pflaster verwenden, um Wunden zu heilen, wir können andere zum Lachen bringen, wir können sie zum Weinen bringen. Worte ist das, was Menschen ausmacht, was sie zu dem machen, was sie eigentlich sind.
Der Club der toten Dichter ist in meinen Augen ein sehr wichtiger Film, denn er appelliert zum einen an die Liebe zur Lyrik. Er möchte gerade junge Menschen dazu ermutigen, sich der Poesie hinzugeben. Zudem setzt er alle Regeln außer Kraft: Gedichte hängen nicht vom Metrum, von den Metaphern und Enjamblements ab, sondern sind ein Ausdruck von Gefühlen und von Phantasie. Es gibt hier kein Gut und kein Schlecht, alle Gedichte sind Kunst, die Frage ist nur, ob sie uns persönlich gefällt. Herr Keating hat kein Problem Seiten, die diese These widerlegen wollen, aus dem Buch reißen zu lassen. Diese Szene ist symbolisch für das Durchbrechen von Grenzen in eine neue Zeit. Die Epoche von Shakespeare und Co. Ist vorbei und es wird Zeit neuen Dichtern die Chance zu geben ihre Kreativität auszuleben, unabhängig von Aufbau und Form. In dem Punkt hat der Film sogar etwas Revolutionäres an sich.
Zudem ist er noch sehr kritisch unserer Gesellschaft gegenüber. Wir erkennen Talente nicht rechtzeitig und unterdrücken Freidenker, bis ihre Begabung vollendig unterdrückt wird. Das bringt der Film hervorragend auf den Punkt, als Motive dafür müssen hier die Eltern und Lehrer der Schüler hinhalten.
Keating soll metaphorisch gesehen als Hoffnungsschimmer dienen, er ist das, was die anderen sein sollten. Die Macher zeigen uns damit, wie wir agieren sollten, wie wir uns als Vorbilder verhalten sollten. Konsequenterweise löst der Film seine Metapher zum Ende hin auf und zeigt uns, dass Solidarität zu einer Person nicht reichen. Wir müssen uns alle ändern, nur dann können wir etwas bewirken und verhindern, dass die Jugend verkommt.
John Keating belehrt hier in Wirklichkeit nicht die Schüler, sondern vielmehr die Zuschauer:
Seid poetisch, erkennt die Schönheit in den Dingen, die euch vielleicht nicht so schön erscheinen und seid offen für andere Menschen.
Wir sollten alle viel poetischer an unser Leben herantreten, ob wir nun Gedichte schreiben oder sie ausleben, die Poesie bleibt.

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Martin Oberndorf

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Ganz starker Kommentar!


Troublemaker69

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Vielen Dank!


teaxtime

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Bewertung9.0Herausragend

Oh Captain, my Captain!

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cycloo77

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ein Film für die eigenständigkeit für die Selbstverwirklichung seiner Träume einfach für das Leben selbst. Das wird hier wunderbar verpackt in Lyric,Poesie und Ferse die für die Ewigkeit sind,mit fantastischen Schauspielern und einem Robin Williams in seiner unvergessenen Rolle als Oh Captain,mein Captain. Zeitloses Meisterwerk!
Thanks for everything Mr.Williams! God Bless you!

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doktormovie

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Bewertung9.5Herausragend

Hier haben wir sie:
Meine 300.ste Kritik auf Moviepilot.
Danke für diese geile Community!! :)

Aufjedenfall, hörte heute wohl jeder die traurige Nachricht: Einer der besten Komiker und Schauspieler ist leider von uns gegangen.
:-(

Aus diesem traurigen Anlass, kaufte ich mir heute die B-Ray zu "Der Club der Toten Dichter". Dieser Film wurde schon sehr hochgelobt, und ich wollte mir einen Robin Williams Film anschauen, also ergab es sich so.

Und Leute. Was für ein Meisterwerk.
In diesem Film geht es um Freundschaft, um Zusammenhalt und um Träume (und geplatze Träume)
Ich finde jetzt gar nicht so viele Worte, weil ich so beeindruckt bin.

Dieser Film ist wohl der SCHÖNSTE Film, den ich je gesehen habe.

So, das wars.
300 Filme sinds schon :D
Meine Kritik zu "Der Pate" kommt allerdings erst als 1000 Film
Ich weigere mich irgendwie den zu schauen :P

Auf neue 300 Filme!
Chin,Chin!
-Doktormovie

R.I.P. Robin Williams :(

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FriedlVonGrimm

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Bewertung10.0Herausragend

Oh Captain, mein Captain,
hier sitze ich nun im Dunkeln, erwarte dass die Sonne bald aufgeht und habe zum gefühlt hundertsten Male Zeit mit Neil, Todd, Knox, Charlie, Meeks und Pitts verbracht. Mit Cameron nicht, der ist doof. Was soll ich sagen, ich bin pathetischer als ein Musical. Das gebe ich offen und ehrlich zu.

1:13 Uhr: Erhalte von einer Freundin die Nachricht, dass Robin Williams tot ist.
2:21 Uhr: Erhalte von einem meiner Brüder dieselbe Nachricht. Dazu einige der schönsten und wahrsten Worte:

"Happy people have the advantage of going through life and enjoying it. They can feel good about most anything. They smile when it’s sunny, they smile when it’s snowing. They can see the beauty in the mundane or else they don’t bother to look for beauty and simply soak up the essence of what it is to be alive and actual in a universe of vibrating atoms and color.
Sad people have the advantage of being slow tortured. It’s an advantage because unlike happy people they are shaped by the furnace of lament and can often create very beautiful things from their darkness. The moments of happiness they find are truly rich and memorable. The implacable souls of our world have always been the geniuses who turn out the best books, the most touching songs and the greatest works of art.
You can be happy and skip through your life like stones over water, or you can be sad and tumble around snagging on everything like fall leaves. You don’t always get to choose, but if the universe made you sad it’s because it wants something perfect from you."

2:30 Uhr: Ich beschließe, dem Captain einen Besuch abzustatten.
4:50 Uhr: Ich kann nicht wirklich schlafen, bin aber zu müde, um eine Kritik zu “Der Club der toten Dichter” zu schreiben. Beschließe Tee zu machen und auf meinen Dad zu warten, der mitsamt Brötchen von der Nachtschicht jeden Moment kommen wird.
4:58 Uhr: Frühstück inklusive Austausch über Robin Williams, kurz vor halb Sechs Erweiterung der philosophischen Runde durch meine Mum.
5:59 Uhr: Immer noch zu müde zum schreiben. Schlafen.

Die Schule ist für jeden ein sehr prägender Ort. Man findet seine Rolle, seine Position in der Gemeinschaft und muss nach gewissen Regeln spielen, um zu bestehen. Einigen fällt es einfacher, anderen schwerer. Ich habe in einer Klausur das dazugehörige Gedicht nicht interpretiert und analysiert, ich habe erörtert warum ich mit dem Gedicht nichts anfangen kann, nicht berührt bin. Ich habe in meiner Abiturklausur in Kunst spontan angefangen im Hintergrund des Bildes farbige Punkte hinzuklecksen, weil mich die trockene, langweilige Aufgabenstellung irgendwie aggressiv machte. Dadurch, dass ich meine Entscheidungen mit meinen Gedanken und Absichten begründen konnte, bin ich doch tatsächlich immer irgendwie durchgekommen. Doch ich gehörte definitiv zu der Sorte Schüler, den es schwerer fiel das Jahr zu bestehen.
Im Gegensatz zu dem Schulalltag Dekaden zuvor sind das natürlich Luxusprobleme.

Die Konsequenzen für Verhalten außerhalb der Norm sind bedeutender, die Macht der Erwachsenen größer und das Erlangen eines kleinen Stückchens Freiheit schwieriger. Trotzdem wagt Mr. Keating in Gestalt von Robin Williams den Versuch, die Schüler aus ihrer vorgefertigten Routine zu schütteln, sie mit seiner Leidenschaft anzustecken. Er haucht ihnen Leben ein, wohingegen ihre Umwelt sie immer mehr abstumpfen lässt. Ärzte und Anwälte sollen sie werden. Einen gesellschaftlich anerkannten Beruf sollen sie ausüben. Viel Geld verdienen. Ihren Eltern alle Ehre machen. Doch keiner fragt, was sie gerne aus ihren Leben machen würden.

So entdecken sie neue, feingeistige Seiten an sich, probieren sich aus und leben das erste Mal für sich selber, ohne primär den Erwartungen anderer zu entsprechen. Und das ist schön anzusehen, auch wenn diese Zeit leider nicht von Dauer ist.

“Der Club der toten Dichter” mag wohl mit Lebensweisheiten gespickt sein und für manch einen zu viel des guten sein. Zu viel idealistische Träumerpropaganda. Zu viel Gutmenschentum. Doch ich kann mich dafür erwärmen. Wenn ich diese Gruppe junger Menschen dabei beobachte, wie sie Konflikte mit den Eltern austragen, ihre erste Liebe erobern oder sich gegenseitig Streiche spielen, dann fühle ich mich dazugehörig. Diese Jungen, so unterschiedlich sie auch sein mögen, achten aufeinander, fühlen miteinander und unterstützen sich in jedem Gemütszustand. Sie entwickeln sich.
Es bricht mir jedes Mal das Herz, wenn Todd im Schnee zusammenbricht, ich fiebere jedes Mal mit meinem Liebling Knox mit und mir tut jeder Schlag weh, den Charlie aushalten muss.
Und diese wunderbare, fiktionale Freundschaft möchte ich nicht missen. Auch wenn die Realität meist anders aussieht, doch das ist trivial.

Ich hatte wenige gute Lehrer. Ich kann sie an einer Hand abzählen. Doch keiner war es würdig, sich auf den Tisch zu stellen. Ich hätte es sofort getan, doch keiner von ihnen hatte den Mut, die Leidenschaft und sicherlich auch nicht den Drang, die Konventionen infrage zu stellen und außerhalb des geforderten Lernstoffes den Schülern etwas mit auf den Weg zu geben. Ihnen nicht auf sarkastische Weise zu begegnen, sondern die Träume und Wünsche ernstzunehmen. Dafür danke ich dir, mein Captain. Denn das Leben ist soviel einfacher, wenn es wenigstens einen Menschen gibt, der an einen glaubt. Und dieser Mensch ist man meist nicht selbst, schon gar nicht in diesem kritischen, jugendlichen Alter. Oh Captain, mein Captain, auch wenn du fiktional bist, du warst der beste Lehrer, den ich je hatte. Und ich denke du wärest sicherlich stolz, wenn du sehen könntest, wie mein innerer Todd Anderson von Jahr zu Jahr aufblüht und Hand in Hand mit meinem inneren Nuwanda durch das Leben geht.

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martin.dreist

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Echt toller Text. Kenn den Film (leider) noch nicht und bin leider Gottes durch die Umstände auch erst auf diesen aufmerksam geworden. Als Schauspieler hab ich ihn schon immer sehr geschätzt. Heute Abend werde ich mir mal die Zeit für diesen Film nehmen.


FriedlVonGrimm

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Dann wünsche ich dir einen feinen Abend heute.


ButterSalami

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Bewertung9.5Herausragend

Geiler Film

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MemoriAria11

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Bewertung7.5Sehenswert

Herzerwärmender und trauriger Film mit einer brillianten Darstellung von Robin Williams und guten Jugenddarstellern. Sehr berührend.

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Marcelinho

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Bewertung10.0Herausragend

Man, hab ich geheult...

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fridolin.eisenstein

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ich liebe Robin Williams, weil er es oft schafft (geschafft hat), Komik und Tragik harmonisch miteinander zu vereinen. "Herzerwärmend" glaub ich sagt man dazu.
Das kann er in diesem Film voll ausleben.
Während meiner Schul-/Studienzeit mein absoluter Lieblingsfilm, konnte ihn allerdings nie meinem Freundeskreis näherbringen, das sich der Film nicht für größere Filmrunden eignet. Ist eher was ganz persönliches.
Meine Lieblingsszene ist die als der schüchterne Schüler Tod sein Gedicht aufsagen soll und erst nur rumstammelt und der Lehrer dann einen echten Poeten aus ihm rauskitzelt, in Echtzeit.
Aber Vorsicht: das Ende kommt knüppeldick mit der Tränenkeule daher.

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exNegativo

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Bewertung5.0Geht so

Der Film handelt nicht von einer autoritären ("schwarzen") Pädagogik, der eine freiheitlich orientierte gegenüber gestellt wird, sondern von zwei Formen gleichermaßen autoritärer Pädagogik. Von diesen beiden hat sich heute die zweite, reformpädagogisch-inspirierte, paternalistische Pädagogik durchgesetzt. Der Pädagoge soll nun nicht mehr allein Fachautorität sein, die eine bestimmte Leistung einfordert und den Einzelnen ansonsten in Ruhe lässt, sondern er soll als charismatischer, mitreißender, nahbarer und auf die Pelle rückender Animateur und Freund der Kinder/Schüler/Studenten auftreten. Der Film macht bereits deutlich, wohin das führt: der Pädagoge, der sich als Lebenscoach, Seelsorger, Berater (bei der sinnfreien Gruppenarbeit etwa) und als emotionaler Wegbegleiter versteht, bindet den Einzelnen in Wahrheit viel stärker, als das hässliche, gewaltsame System, gegen das rebelliert wird - und produziert damit gerade nicht die ständig heraufbeschworene Freiheit, Individualität oder Selbstverwirklichung. Er gewinnt für sich, weil er frech, aufmüpfig, aber nicht unbegründet, gegen die vom "System" erzwungene Konformität und den unbedingten Gehorsam, den es einfordert, aufbegehrt. Tatsächlich aber erzeugt er selbst nur ein sektiererisches Zwangskollektiv und - da seine Aufmerksamkeit und Ansprache der ganzen Person gilt - eine die gesamte Person betreffende, willentlich, aus lediglich vermeintlicher Freiheit, vom Einzelnen zu erzeugende, internalisierte Konformität und einen Gehorsam, der auf diesem Wege viel heimtückischer und blinder ist. Der Einzelne, der den Zwang und die Gewalt des Systems zuvor am Gesäß zu spüren bekam, hat nun, da sich das pädagogische Interesse auf die Seele des Einzelnen - also vom institutionellen Außen zum subjektivierten Innen - erweitert hat, weit größere Schwierigkeiten, das Verhängnis zu durchschauen. Das revolutionär aufgeladene Subjekt soll aggressiv gegen das System, in das es eingebunden ist, ausschlagen, ihm wird aufgebürdet, innerhalb einer gewaltförmigen Institution plötzlich "ganz anders" zu sein, zu leben, zu denken, ohne aber das System, ohne die Institutionen, von denen her es selbst bedingt und abhängig ist, zu verändern - womit dann auch die gesamte verflixte Dialektik allen Fortschritts und aller Emanzipation schlicht verleugnet wird.
Der Film spricht das kleinbürgerliche, linksliberale Publikum an, das immer gegen "die da oben" schimpft, dabei selbstverständlich nur Blödsinn redet und bei denen schlussendlich auch nur Quark herauskommt, weil sich ihr Aufmucken gegen das alte "regiert-werden" und ihre Verbesserungsvorschläge, regelmäßig doch nur als die gerade zeitgemäße und ohnehin bereits überreife Form von Herrschaft, die lediglich ihren Verschleierungsgrad verbessert hat, herausstellt. Sie sehen sich zwar selbst stets als die Avantgarde des absolut Besseren, bemerken dabei aber nicht, dass sie die Verteidiger des Schlechteren gegenüber dem Schlechten sind. Sie rekurrieren energisch auf Begriffe wie "Freiheit", "Individualität" oder "Selbstverwirklichung", ohne diese selbst zu problematisieren, Rechenschaft abzulegen über die Schwierigkeiten, die sich aufgrund ihrer Verwicklung mit der schlechten Gegenwart für ihre Verwirklichung ergeben, ja, sie nicht einmal als kräftezehrenden, individuellen Prozess beschreiben. Damit Lernen nämlich überhaupt sinnvoll stattfinden kann, muss mit der Herausforderung umgegangen werden, dass Personen vorhanden sind, die eben über einen Wissensvorsprung verfügen, die mir als Autoritäten gegenüber treten, an denen ich mich abarbeiten, an denen ich mich messen und an denen ich auch wachsen kann. Rückzug, Vereinzelung, Überdenken - das sind die Momente, die für die Persönlichkeitsentwicklung wichtig sind und es ist dann auch erst die so gereifte Person, die dazu in der Lage ist, sich Autorität nicht mehr ohnmächtig zu unterwerfen, sondern sie kritisch zu reflektieren und sich ihr gegebenenfalls auch entspannt zu widersetzen.
Insofern lässt sich der Film auch als ungewollte und vom Publikum weithin nicht verstandene, tragische Darstellung gescheiterter Emanzipationsbestrebungen verstehen.
In der Eröffnungsszene wird eine Zeremonie abgehalten, in der "das Licht der Erkenntnis", als Licht einer Kerze symbolisiert, vom einen zum anderen weitergereicht wird. Wer ein wahres Interesse am Inhalt jener Begriffe, auf die so simpel rekurriert wird, und an einer vielleicht bescheidenen, aber vielleicht auch fortschreitenden Verwirklichung derselben hat, wird nicht umhinkommen, einzugestehen, dass die Bescheidenheit des Kerzenlichts, gegenüber dem grellen Versuch, die großen, wichtigen Ideale, schlicht in Existenz zu brüllen, zu bevorzugen ist.

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jentom

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Bewertung7.5Sehenswert

Ich hab mir den film gerade angesehen und mich hat er sehr berührt und bringt mich extrem zum nachdenken. Doch eines verstehe ich nicht und zwar warum die schauspielerische Leistung von Robin Williams so hoch gelobt wird, ich weiss nicht ob ich zu jung bin um zu sehen was daran so grossartig war. Das ihr mich nicht falsch versteht ich mag ihn sehr und auch den film aber ich sehe die ausserordentliche Leistung einfach nicht, welche ich bei einigen der jüngeren schauspielern schon eher sah.

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M4chete

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Der Film erinnert mich an meine eigene Schulzeit. Samstags waren wir dicht und sonntags tot. Und der ein oder andere lyrische Erguss war mit Sicherheit auch dabei.

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Filmfan30

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Carpe diem-
nutze den Tag
Strebe jeden Tag nach Freiheit
Freiheit für eigenständiges Denken,
Freiheit für die Seele, die Gedanken,
das Schaffen, die Fantasie
Freiheit!

Das Wichtigste was der Mensch erreichen kann:
Freiheit!
Individualität-
das höchste Ziel unseres Lebens
Der Mut, sich über alle Zwänge hinweg selbst zu verwirklichen
Das Ziel: sei du selbst
Deine Eltern sagen: du sollst Karriere machen
Deine Freunde sagen: du sollst cool sein
Dein Herz sagt: ich will leben!

Oh, Captain my Captain!
Bewegend, ergreifend, mitreißend,
aufwühlend, Grenzen einreißend...
oh, Captain my Captain

Für diese schauspielerische Höchstleistung aller Beteiligten, für diese großartige Message, für den großen symbolischen Wert dieses Meisterwerks steige ich auf meinen Stuhl und applaudiere mit 10 von 10 Punkten.

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Andy Dufresne

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Bewertung7.5Sehenswert

Ganz gleich, was man Euch erzählt, ganz gleich...

Wahre Freiheit, des Denkens, der Erfahrung, liegt in Euch selbst.
Was DU siehst, ist Deine Welt, Was DU siehst, zählt...

Gestern, war Gestern.
Und einiges davon ist wertvoll.
Aber doch: Heute zählt, JETZT zählt!

Viele Dinge, die allermeisten Dinge wohl, sind nicht wirklich wichtig.
Viele Dinge sind eigentlich egal.
Aber es es NICHT alles egal!

Finde heraus, was für DICH wahr ist, was, für Dich, wahrlich wichtig ist.
Und lebe danach.
Richte danach.
RISKIERE danach.

Wage. Kämpfe. Blute.
Wenn Du glaubst, dass es das wert ist.

Wage Dich heraus, fühle danach, trau dich zu fühlen!
Trau Dich!

Es geht um Freiheit.
Es geht darum eben wahrlich, persönlich frei zu sein.
Zu lernen was wahre, persönliche Freiheit bedeutet.

Weg von jedweder Konvention, weg von jedweder Tradition.
Es geht um echte Freiheit.

Es geht darum frei zu sein von Erwartung, frei zu sein von Nachfolge.
Frei zu sein von Pflicht.

Denn Pflicht und Freiheit, sind wie Wasser und Feuer.
Sie stoßen sich ab.
Auch wenn sie sich natürlich oft gegenseitig bedingen, eine der vielen Paradoxien des Handelns...

Pflicht bedeutet immer Verantwortung.
Freiheit, wahre Freiheit, bedeutet immer einen neuen, anderen Weg zu gehen.
Das Gegenteil von Tradition.

Und doch: Es geht darum etwas weiterzugeben.
Es geht darum etwas zu bewahren.

Etwas, als Gutes, als wertvoll Erkanntes, weiterzuvermitteln.
Egal an was Du glaubst: Bist Du weg, ist „Es“ weg.
Also gib es weiter...

„Gentleman, sie müssen sich um eine eigene Perspektive bemühen...“

Pädagogisch gesehen natürlich ein Traum : Der Lehrer als (Auf)Zeiger, nicht als Einprügler, der Lehrer als Begleiter zur Selbstermächtigung, als Brücke zum Empowerment.

Viel Hermann Hesse steckt hier drin („Findet euren eigenen Weg Gentlemen!“).

„Ich habe immer geglaubt, Erziehung habe selbstständiges Denken zum Ziel.“

Es geht um Druck und um Loslösung von eben jenem Druck.
Das Korsett Familie, das Korsett Erwartung, das Korsett Tradition.
Und wie, besser ob, man es sprengen kann. Oder ob man es sollte.

Wenn der dumm ist, der Dummes tut, ist der klug, der Kluges tut.

Oft ist aber der, der etwas riskiert, in einer Zwitterrolle.
Man weiß vorher nicht was passiert, wenn man etwas wagt.
Das ist eben Risiko.
Der Weg, wenn man so will, ohne das Ziel zu kennen.

-“Gibt es keinen leichteren Weg?“
-“Nein.“

Wer etwas riskiert, übernimmt damit eine Verantwortung.
Oft kann, bei jungen Menschen (aber auch oft bei allen Menschen!), noch nicht ganz und komplett überschaut werden, was diese Verantwortung dann bedeutet, welche Ausmaße Verantwortung oft annehmen kann.

Wenn aber ein junger Mensch (oder ein jeder Mensch!) eben etwas riskiert, das er nicht komplett überschauen kann, ist es dann nicht die Aufgabe seiner Erziehenden, seiner Begleiter, ihn zu schützen?
Ihn zu beschützen?

Durch Fehler lernt man.
Klugheit bedeutet, in meinen Augen, aus Fehlern zu lernen.
Als falsch Erkanntes eben nicht zu wiederholen.

Müssen wir uns nicht alle gegenseitig Fehler zugestehen und vor allem:
Füreinander einstehen, auf dem/diesem Weg des Lernens?

Carpe diem.
Nutze den Tag.

Müsste es nicht vielmehr „Carpe talentum“ heißen?
Nutze dein/das Talent.

„Angeborene Talente und Vorzüge, die unentwickelt bleiben, sind dem Diamanten in der Erde vergleichbar.
Er ist zwar da, aber es ist für die Welt gerade so, als wenn er nicht da wäre.“
-William Thierry Preyer-

Oder, vielleicht mit noch mehr direktem Bezug auf den Club der toten Dichter:

„Entlasse Dein Talent beizeiten, warte nicht, bis du von ihm entlassen wirst!“
-Marie Freifrau von Ebner Eschenbach-

Ist es also nicht die Aufgabe aller Menschen, die Anderen, jeden anderen Menschen zu bestärken?
Sie zu bestärken, ihre Talente zu leben, auszuleben, ausleben zu dürfen?
Eben das zu leben, was SIE wollen?

Ist es nicht die essentielle Aufgabe von jeglicher Erziehung, von jeglicher Fürsorge, jeden Menschen zu seinem eigenen Menschsein, zu seinem eigenen Kern des Seins zu begleiten?

Ist es nicht übergeordnet und überhaupt, die Aufgabe von jeglicher Pädagogik, den zu Begleitenden zu eigenem, freiem Bewusstsein zu führen?

Ist nicht jeder einzelne Mensch ein Pfeil und sind die ihn Begleitenden, ihn Lehrenden, nicht der Bogen, dessen Ziel es eben nicht sein sollte, zu zielen auf etwas Bestimmtes, sondern ihm so viel Kraft und Schwung mitzugeben, das er eben sein eigenes Ziel erwählen kann?

Ist es nicht die Aufgabe der Erziehenden, einem Jeden etwas zu verheißen?

Gegeben ist die Gegenwart, verheißen ist die Zukunft.

Lasst Jeden sein eigenes Verheißenes finden, ob er scheitern mag oder ob er es, was auch immer es sei, erreichen mag.

Ganz im Sinne von Khalil Gibran, dessen folgende Worte für mich schlicht Wahrheit verkünden:
--------------------------------------------------------------------------------------

Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch Euch aber nicht von euch,
und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen.
Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.
Ihr dürft euch bemühen,wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen Eure Kinder als lebende Pfeile abgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit, und Er spannt euch mit Seiner Macht,
damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Lasst Euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein;
Denn so wie er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist.

-------------------------------------------------------------------------------------

In diesem Sinne:

Wir wollen mehr Freiheit für jeden Einzelnen wagen!

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Cupio

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Die Überzeugungen hätte ich gerne wieder - halte sie gut fest! ;)


Andy Dufresne

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Ich werde es versuchen (ich versuche es tagtäglich) ;)


jp@movies

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Kaum einen anderen Film habe ich öfter im Kino gesehen, als diesen, und für mich war es Anfang 1990, als selbst 18-jähriger der richtige Film zur rechten Zeit. Mögen die späten 50er Jahre einer amerikanischen Eliteschule nur bedingt mit den späten 80er Jahren an einem niederbayrischen Gymnasium vergleichbar sein, doch - - - sind sie.

Und wie. Macht nur eure Bayernwitze, es stimmt ja alles. Tradition, Ehre, Disziplin, Leistung. Ich war da. Das habe ich inzwischen selber als Drehbuch verarbeitet, und wer will kann es finden und lesen. Auch Tom Schulman hat DEAD POETS SOCIETY als Spiegel seiner Schulzeit geschrieben, obwohl er die Geschichte gut eine Dekade vorverlegt hat. Ein Erstlingsdrehbuch. Ein Spec-script, mit dem Oscar prämiert. Das kommt selten vor. Wenn man etwas sucht, findet man sogar das “shooting script” ( http://www.screenwritersutopia.com/scriptdb/media/1295.pdf‎ ). Handwerklich ist der Film perfekt, und je mehr ich über ihn erfahre, desto mehr liebe ich ihn. Die Abweichungen vom Drehbuch, und die Offenheit mit der Peter Weir dabei auf die Eingebungen seiner Darsteller reagiert hat, sind mehr als bemerkenswert ( http://www.youtube.com/watch?v=5zm8Byw52dQ ). Hinzu kommt mehrfaches “Glück” bei den Dreharbeiten, bei Schneefall und ganzen Vogelschwärmen, sowie ein perfekter Schnitt - Keiner der 7 Jungs kommt zu kurz, ganz zu Schweigen von dutzenden(!) Nebendarstellern, die man alle im Gedächtnis behalten wird, obwohl der Film nur 2 Stunden dauert. Das ist unfassbar schwer auszubalancieren, und der Film fließt perfekt von Einstellung zu Einstellung, und ich könnte ihn Bild für Bild durchgehen warum er so perfekt in seiner Wahl ist. Wenn man dann noch berücksichtigt auf welche Szenen (zum Teil sicher schweren Herzens) verzichtet wurde, und wie er strukturiert ist, kann man nur noch applaudieren ( http://www.youtube.com/watch?v=b_IRNN_XzPs ). Handwerkliche Meisterleistungen, wohin man schaut und hört.

Trotzdem gibt es Menschen, die den Film nahezu hassen, bzw. einzelne Aspekte von ihm so sehr, dass sie das große Ganze verpassen, sei dies die Kritiker-Legende Roger Ebert, der die Erwähnung von Beat-Literaten vermisst ( http://www.rogerebert.com/reviews/dead-poets-society-1989 ) oder ein Literaturprofessor, der dem Film unter anderem die Sinn verfremdenden, verstümmelten Gedichtfragmente vorhält ( http://www.theatlantic.com/education/archive/2014/02/-em-dead-poets-society-em-is-a-terrible-defense-of-the-humanities/283853/ ). Weitere häufige, ebenfalls berechtigte Kritikpunkte betreffen Robin Williams, der vor allem in einer Szene als er selbst sichtbarer wird, als der von ihm eigentlich darzustellende Englischlehrer John Keating. Die einzelnen Kritikpunkte mögen alle im Detail stimmig sein, nur warum verbeißen sich die Kritiker so in Details, die für sich genommen doch so wenig über den Film aussagen? Unstimmige Details lassen sich in jedem Film finden, manchmal stellt sich die Illusion des Films erst gar nicht ein, oder man fliegt wegen so einer Kleinigkeit aus der Kurve, und findet nicht mehr zurück auf die Straße der Erzählung. Vielleicht ist er dann nichts für einen, oder man sollte ihm ein andermal noch eine zweite Chance geben. In diesem Fall lohnt es sich, denn:

Selten habe ich einen so ausgewogenen Film gesehen. Dreht er sich um die 50er Jahre, Rassenunruhen und Beat-Literatur? Nein. Wir sind ausschließlich in der Welt der Reichen, alle weiß, auf einem Internat. Dem Film kann man an dieser Stelle schlecht vorwerfen, dass er keine Schwarzen porträtiert - man kann mit etwas Aufmerksamkeit einen im Film entdecken, nämlich wenn sich Knox Overstreet heimlich durch die Küche in die Schule zurück schleicht. Ist der Film deswegen rassistisch? Weil die Jugendlichen sich mehr mit von ihren Eltern komplett verplanten Leben beschäftigen, statt mit der Befreiung Unterdrückter? Ernsthaft jetzt? Reiche Schnösel sind eh alles Arschlöcher und für unsere Erste-Welt-Probleme erst verantwortlich? Ja dann lohnt doch um so mehr ein präziserer Blick darauf, wo sie überhaupt herkommen, die heutigen Lenker unserer Wirtschaft, die Anwälte, Ärzte, Architekten und Ingenieure.

Dabei ist die Gruppe weitaus differenzierter. Charlie Dalton ist der Sohn sehr reicher Eltern, und muss sich keine Sorgen machen, sollte er jemals von der Schule fliegen. Oder vielleicht doch? Wir werden es nicht erfahren. Neil’s Eltern hingegen können es sich im Vergleich nur unter Mühen gerade so leisten, obwohl man sie später als mindestens wohlhabend kennenlernen wird. Sie wollen das Beste für sich (und ihr Kind), meinen es nur gut, und dass ist selten auch das Richtige.Das Verhältnis zu und unser Umgang mit Autoritäten und Hierarchien ist das eigentliche Thema dieses Films. Was opfern wir alles dem gesellschaftlichen Aufstieg oder dem Erhalt der eigenen, erreichten Position? Der Film zeigt, wie bzw. ob man überhaupt in dieses System hinein wächst, und was es mit einem macht, wenn man sich dagegen nur sanft wehrt, in den spärlich gesäten Freiräumen, und in auf Schlaf verzichtenden, durchgemachten Nächten.

Zu Beginn sehen wir jüngere Kinder, denen die Trennung von ihren Eltern zum Semesterbeginn noch schwer fällt. Die Älteren hingegen können es schon kaum erwarten, dass ihre Alten verschwinden. Die Dynamik innerhalb der Gruppe wird etabliert, zunächst sehr stereotypisch (der Sympathische, der Streber, der Rebell, der stille Neue, etc.), später bekommen sie alle mehr Tiefe. Allein das ist eine Meisterleistung. Einen Moment später stecken wir in einer den Tag komplett ausfüllenden Routine, Schule, Nachmittagsunterricht, Clubs, Lerngruppen - alles verplant von morgens bis abends. Und die Eltern, vor allem die Väter natürlich haben den weiteren Lebensweg bis ins Berufsleben bereits vorgeplant. Selber an der Erziehung Teil zu haben kommt hier niemandem in den Sinn. Man hat Dokumenten zu unterzeichnen, Menschen zu denunzieren, Existenzen zu vernichten. Das ist der Gesellschaftsvertrag, den es hier zu unterschreiben gilt. So mächtig ist hier der Füllfederhalter. Und so lange Unterschriften mächtiger sind als ein Vers, hilft einen das richtige Maß zu kennen auch nicht weiter.

Druck wird auf alle Kinder ausgeübt, mal direkt über deren Eltern, meist stellvertretend über die Schule und Lehrer. Dann kommt der unkonventionelle John Keating an die Schule. Ein furchtbarer Lehrer. Was? Ja, ein furchtbarer Lehrer, der noch keine Balance in seinem Unterricht hat, und zu wenig Praxis. Insofern durchaus folgerichtig, dass er am Ende seine Stellung an dieser Schule verliert, und wohl nie wieder unterrichten wird. Für seinen Unterrichtsstil wird er schon während des Films kritisiert, und dies geschieht in erster Linie über den wundervollen Lateinlehrer. Hier findet ein Austausch statt, von dem beide etwas haben. Hätte Keating mehrere Jahre Zeit um sich in dem Kollegium zu entfalten, hätten sich seine Methoden abgeschliffen - es hätte ein wirklich guter Lehrer aus ihm werden können. Denn was der Film nicht erzählt: Vermutlich wären alle in seiner Klasse am Jahresende durch alle Prüfungen gerasselt, weil sie in ihrem Stoff nicht dem Lehrplan gefolgt sind. Dieses Schicksal wird sie wohl noch ereilen, nur begnügt sich der Film hier mit Andeutungen.

Andererseits macht Keating nicht alles falsch. Wir sehen hier ja nur das best-of seines Unterrichts, wenn er vom Lehrplan abweicht - ob er auch gewöhnlichere Stunden gibt, werden wir nicht erfahren, aber annehmen dürfen wir es. Diese ersten Anstöße Dinge zu hinterfragen, eigene Gedanken, Gefühle und Wünsche überhaupt erst zu zu lassen, durch das Abweichen von der Norm - das ist sein Verdienst. Fruchtet es bei allen? Nein! Und das ist großartig und differenziert inszeniert. Es gibt ja nicht nur den “Club der toten Dichter”, sondern auch die Schüler, die das nicht die Bohne interessiert, was dieser Irre von ihnen will. Mein Liebling ist hier jener, der mit seinem “The cat sat on the mat.” Gedicht glänzt. Auf ihn reagiert Keating vorbildlich, hier ist er ein guter Lehrer, oder einer im Werden begriffener. Und das Grinsen von eben diesem namenlosen Schüler am Ende? Eine meiner absoluten Lieblingsstellen. Und natürlich dass die meisten sitzen bleiben.

Aber bleiben wir beim titelgebenden Club: In seiner Mitte ist nur einer, der das Zeug zum Dichter hat, nämlich Todd, der eigentliche, stille Protagonist des Films, den man genauso übersieht, wie man die realen Vorbilder im Leben übersieht. Treibt er die Handlung voran? Nein. Aber er beurteilt sie als Einziger von Anfang an richtig. Alle anderen probieren aus was der Club ihnen zu bieten hat, vor allem um aus der sie umgebenden Routine auszubrechen. Und welches Bild findet der Film dafür? Die Jungs laufen in den Nebel und verschwinden darin. Für Poesie und Lyrik interessieren sie sich nicht wirklich, was nirgendwo besser zum Ausdruck kommt, als bei den “Lesungen” in der Höhle. Ihre wahren Interessen könnten vom Dichten nicht weiter entfernt sein: Neil will Schauspieler werden, Knox ist verliebt, Charlie am Brechen aller Regeln, Meeks und Pitts an ihrem Radio, und Cameron ist der klassische Mitläufer. Sie probieren Dinge aus, und es spielen sich “kleine Dramen” ab. Jugendsorgen eben. Die muss man jetzt nicht künstlich klein reden, sind sie doch für die Figuren im Film die ganze Welt. Himmel, könnt ihr euch nicht mehr daran erinnern? Der Film fängt das perfekt ein, und ich liebe ihn dafür.

Damit aber nicht genug - der Film findet auch noch Zeit dafür uns ins Lehrerzimmer zu führen. Man muss nicht selber unterrichtet haben um zu wissen, dass es an ein Wunder grenzt, wenn man seinen Schülern etwas mitgeben kann, oder umgekehrt. Lehrer, die auch hören was ihre Schüler ihnen zu sagen haben, sind die Besten. Solche wie der Lateinlehrer. Der würde ebenso seinen Schülern zuhören, wie er sich engagiert in die Gespräche mit Keating stürzt. Der hingegen ist für die Zwischentöne seines in Not steckenden Schülers unempfänglich, bzw. hätte mehr tun können. Die Ahnung war da, er sagt das Richtige, aber tut er es? Tritt er für Neil ein, steht er ihm bei, wirft er sich vor das Auto? In Todd hingegen wird er sich selbst wiedererkannt haben, weswegen er von Anfang an wußte wo dessen Schuh drückt, aber bei den anderen? Und was wenn sein Versuch fehl geschlagen wäre? Das Trauma möchte man sich gar nicht ausmalen. Keine Frage, Keating pokert hoch, um möglichst allen etwas mit zu geben, ist dabei aber nicht sonderlich erfolgreich. Überzeugend und unterhaltend? Aber ja. Nur ein guter Lehrer stünde seinen Schülern auch noch im Umgang mit den ersten eigenen Gedanken zur Seite, und reißt die anders lautende Meinung nicht gleich aus den Büchern.

Was der Welt dieses Films fehlt sind nicht 17-jährige Freidenker, sondern Frauen. Ausgerechnet Charlie legt den Finger in die offensichtliche Wunde, mit einem Anruf von Gott, der selbstredend unerhört bleibt. Neil’s Mutter bleibt passiv, meldet sich nicht zu Wort, und wenn man sie im Bett weinen hört, ahnt man viel Unausgesprochenes in dieser von Männern dominierten Welt, der eigentlichen DEAD POETS SOCIETY. Wer jetzt an Adorno denkt, bekommt ein Fleißkärtchen. Eine Jungswelt steuert eben immer auf Tod und Zerstörung zu, die Welt als ständiger FIGHT CLUB. Doch, doch, die Abwesenheit von Frauen wird sehr deutlich gemacht. Fragt Lara Flynn Boyle. Die taucht nämlich nur noch im Abspann auf, aber ihre Szenen sind nicht mehr im Film, eine könnt ihr in den oben verlinkten “deleted scenes” entdecken. Einzig Chris bleibt übrig, der überhöhte “love interest” von Knox. Sie spricht sogar aus, was dieser Welt aus toten Poeten fehlt - nur mit Mühe habe sie nämlich ihren Freund Chet davon abhalten können Knox umzubringen. There you have it. Ohne Frauen hauen wir uns nur die Köppe ein. Und warum? “Wegen Frauen.” (um es unnachahmlich präzise mit Al Bundy zu sagen). Chris vergibt Knox sein unverhältnismäßiges Verhalten, seine blinde Liebe, zähmt also mit ihm bereits den zweiten “Wilden”. Frauen bringen die Jungs aus ihrer Höhle heraus, und gehen anschließend mit ihnen ins Theater und halten Händchen. Mehr braucht es nicht, um jemandem Hoffnung zu geben und die Hölle zu überstehen, egal ob an der Welton Academy, in Bayern, oder anderswo im Universum.

Gestern habe ich mir den Film seit langem zum ersten Mal wieder angesehen, und ich liebe ihn heute noch so sehr wie damals vor bald 25 Jahren, wenn nicht sogar noch mehr. Vielleicht deshalb, weil ich inzwischen meinem ehemaligen Deutschlehrer, meinem besseren, weil echten John Keating ein Drehbuch widmen konnte. Es braucht keine perfekten Lehrer, wie diesen Wunschtraum-Williams. Um etwas im Leben anzustoßen, genügt ein richtiger Satz zur rechten Zeit. Und ein Satz offener Ohren, die diesen dann nicht verpassen, kann sich dabei als äußerst hilfreich erweisen.

Zuhören ist besser als Zusehen,
Taten sagen mehr als Worte,
Händchen halten ist besser als Handgreiflichkeiten,
und auf Plattitüden muss man sich keinen Reim machen.

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jp@movies

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Noch ist der Kommentar oben länger als mein Speakers' Corner Beitrag... ganz zu Schweigen von dem Chat darunter :) *ächz


Andy Dufresne

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:)


Irrelevant21

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Bewertung7.5Sehenswert

"Wir brechen aus ,
aus einem System voll Zwänge,
voller Unterwerfung,
voller Ordnung.
Carpe Diem-
Nutze den Tag
Schaffe etwas neues
...Sei Frei"

Der Club der toten Dichter mag seine Fehler hier und da haben . Doch die Idee welche vermittelt wird , ist heute wichtiger denn je . Selbst in einer Leistungsgesellschaft wie Deutschland , darf der Wunsch nach Individualität nicht verloren gehen. Es dreht sich nicht alles im Leben ums Geld , denn nur Besitz macht letztlich nicht glücklich.

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KittyPimms

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Bewertung4.0Uninteressant

Ich versuche mir immer wieder zu erklären, warum ich mich mit diesem Film schlicht und einfach nicht vertagen kann. Ist er doch ein absoluter Kult-Film mit einer schönen Botschaft, wie alle meinen.
Womöglich habe ich ihn einfach nur zur falschen Zeit gesehen?
In DER CLUB DER TOTEN DICHTER geht es um Schüler eines konservativen Internats in den 50er Jahren. Jugendliche, deren Zukunft von ihren Eltern bin ins kleinste Detail geplant wurde. Rebellion erscheint sinnlos; entspricht ganz einfach nicht der Zeit. Selbstständiges Denken und freie Selbstentfaltung sind nicht die erstrebten Erziehungsziele. Und eines Tages taucht John Keating auf, ein ehemaliger Schüler des Internats, der als Lehrer zurückgekehrt ist, um die eisernen Regeln der Schule zu lockern und den Schülern bewusst zu machen, was sie im Leben verpassen. Und das hat schwerwiegende Folgen...
So viel zur Handlung des allseits bekannten und beliebten Streifens. Ein Film mit der Intention, der Jugend Respekt entgegen zu bringen. Lebt eure Träume! Habt euren eigenen Kopf! Die Grundsätze der älteren Generation sind nun einmal veraltet. Erneuert sie! - gut gemeint, aber leider fast schon lachhaft in Szene gesetzt. Zu keinem Zeitpunkt konnte ich die jungen Hauptakteure ernst nehmen. Nie ist wirklich durchgeschimmert, dass sie sehr wohl wissen, was sie tun und dass sie zu Unrecht als Kinder abgetan werden. Der Junge, der einen Werdegang als Schauspieler anstrebt, spielt in einem Theaterstück die Hauptrolle, auch wenn sein Vater das nicht billigt. Es wäre wohl angebracht gewesen, dem Zuschauer eine wahrhaft atemberaubende schauspielerische Leistung zu präsentieren, womit endgültig klar wäre, dass der Junge unglaubliches Talent besitzt. Stattdessen ist der Auftritt einfach nur lächerlich. Der Junge, der es sich in den Kopf gesetzt hat, das wunderschöne Mädchen zu erobern, das er übrigens nur einmal gesehen hat, unternimmt so dämliche Versuche, dass ich ihm an der Stelle des Mädchens eine gescheuert hätte. Der Film nimmt die Form eines Teenie-Formats an. Man gaukelt uns also vor, Jugendliche ernst zu nehmen und serviert uns letzen Endes nur Klischees.
Jeglicher Versuch, der Handlung durch dramatische Wendungen einen Sinn zu geben und den Zuschauer zu berühren, scheitert. Der Jugendliche mit den großen Träumen, die er aufgrund des Hindernisses durch seine ehrgeizigen Eltern nicht verwirklich kann, erfährt die größte Verspottung, die ihm das Drehbuch nur antun kann. Symbolisch ist die Entscheidung, die er trifft, ganz und gar nicht, geschweige denn ein Beweis für seine Erhabenheit. Dahin ist jede Stärke, mit der er die Jugend hätte charakterisieren und auszeichnen können. Und ist das kein Widerspruch in einem Film, der den Fokus auf die junge Generation legt?
Vor allem deswegen ist dieser Film für mich die bislang größte filmische Enttäuschung meines Lebens gewesen. Ich fühlte mich angesprochen. Auf eine beleidigende Art und Weise.

NACHTRAG: Als ich gehört habe, dass Robin Williams gestorben ist, hat es mir unglaublich Leid getan, dass ich zu seinen Lebzeiten bloß diesen einen Film mit ihm gesehen habe. Und dann auch noch einen den ich nicht mochte. Wie unfair.
Ruhe in Frieden Robin. Mich hast du mit diesem Film nicht erreicht, dafür aber tausend andere. Und dafür gebührt dir Respekt.

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