Zu Listen hinzufügen

Gone Baby Gone - Kein Kinderspiel

Gone Baby Gone (2007), US Laufzeit 114 Minuten, FSK 16, Drama, Thriller, Kinostart 29.11.2007


Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
7.7
Kritiker
37 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.3
Community
3610 Bewertungen
130 Kommentare
admin image admin trailer admin edit edit group memberships sweep cache Moviemaster:Movie

von Ben Affleck, mit Casey Affleck und Michelle Monaghan

Boston, die Stadt der US-Pilgerväter und der Kennedys, tougher Cops und knallharter Gangster. Patrick Kenzie (Casey Affleck) und Angela Gennaro (Michelle Monaghan), privat wie beruflich ein Paar, verdienen ihren Lebensunterhalt als Privatdetektive. Da verschwindet die vierjährige Amanda aus ihrer Wohnung im Arbeiterviertel Dorchester. Spurlos und ohne Lösegeldforderung. Kenzie und Gennaro übernehmen auf Drängen von Amandas Tante Beatrice McCready (Amy Madigan) den Fall. Gemeinsam mit den Detectives Broussard (Ed Harris) und Poole (John Ashton) sucht das Duo nach dem Mädchen. Zum Ärger von Police Chief Jack Doyle (Morgan Freeman), der von Amateurermittlern nichts hält. Doch er muss bald seine Meinung ändern, denn Kenzie kennt sich aus in Dorchesters Unterwelt, er weiß sich zu bewegen und besitzt beste Kontakte. Bald stößt er auf erste Spuren. Die führen zum lokalen Drogenbaron Cheese (Edi Gathegi), für den Amandas süchtige Mutter Helene (Amy Ryan) immer wieder als Kurier arbeitete und die viel mehr weiß als sie zugeben will. Doch dies ist erst der Anfang einer erschreckenden Wahrheit, die niemand erahnen konnte… Verfilmung des Buches ‘Kein Kinderspiel’ von Dennis Lehane.

  • 37795279001_1860615132001_th-5061bdf04facb0e4e46b1aee-1592194032001
  • Gone Baby Gone - Kein Kinderspiel - Bild 6447379
  • Gone Baby Gone - Kein Kinderspiel - Bild 8391
  • Gone Baby Gone - Kein Kinderspiel - Bild 8390
  • Gone Baby Gone - Kein Kinderspiel - Bild 8389

Mehr Bilder (11) und Videos (2) zu Gone Baby Gone - Kein Kinderspiel


Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Gone Baby Gone - Kein Kinderspiel
Genre
Sozialdrama, Verschwörungsthriller, Drama, Thriller
Zeit
2000er Jahre
Ort
Boston
Handlung
Abhängig, Alkoholismus, Auftrag, Beweisfälschung, Drogen, Drogenboss, Drogenhandel, Drogensucht, Entführung, Ermittler, Ermittlung, Erschiessen, Exekution, Geld, Geldnot, Geldübergabe, Gestohlenes Geld, Gewissenskonflikt, Hoffnung, Kinder, Kindesentführung, Kokain, Korrupte Polizisten, Lüge, Lügner, Mann-Frau-Beziehung, Moral, Moralisches Dilemma, Mord, Mutter-Tochter-Beziehung, Mutterrolle, Mädchen, Partnerschaft, Polizei, Polizist, Privatdetektiv, Päderast, Rettung, Ruhestand, Schießerei, Schlechte Eltern, Schlechtes Gewissen, Schusswechsel, Selbstjustiz, Sozial schwache Familie, Suche, Suche nach vermisster Person, Tante, Tod eines Kindes, Trennung, Trick, Täuschung, Töten, Verantwortung, Verlust des Kindes, Vermisste Person, Vernachlässigung, Verschwörung, Verzweiflung, Wohnung
Stimmung
Geistreich, Spannend, Traurig
Verleiher
Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH
Produktionsfirma
Touchstone Pictures

Kritiken (12) — Film: Gone Baby Gone - Kein Kinderspiel

SoulReaver: CinemaForever, D3M

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

[...] „Gone Baby Gone“ entwirft ein unvorhersehbares, intelligentes und ebenso eindringliches Netz aus ethischen Werten, den gesetzlichen Richtlinien und der menschlichen Ambivalenz, die den Tiefgang des Filmes immer weiter ausbaut und dem Zuschauer die Fragen stellt, wie er selber in einer solchen Situation gehandelt hätte und aus welchem Blickwinkel er das Geschehene betrachten will. [...]

Kritik im Original 14 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

stuforcedyou: Die Drei Muscheln, CinemaFo...

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Viel Häme musste Ben Affleck für filmische und private Flops einstecken, doch all dies verblasst im Glanz seines Regiedebüts: Ein emotionales, Hochspannendes Drama dessen Thematik nicht nur seit dem Fall der Vermissten Maddie für viel Gesprächsstoff sorgt. »Gone Baby Gone« gehört definitiv zu dem besten, unterhaltsamsten und intelligentesten Hollywoodproduktionen der letzten Zeit. Ein cineastischer Schatz, der nicht bloß plakativ seine hoch brisante Geschichte erzählt, sondern sich ehrlich und aufrichtig mit seinen Charakteren, deren Handlungen und Gefühlen beschäftigt ohne dem Zuschauer eine einfache, klare Lösung auftischen zu wollen und dies dann für das Maß aller Dinge verkauft. »Gone Baby Gone« ist schlicht und einfach ganz großes Kino und so nebenbei auch noch eine Liebeserklärung von Ben und Casey Afflecks Heimatstadt Boston. Absolut sehenswert.

6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Corsovilla: SchönerDenken

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Ich weiß nicht, welcher der beiden Affleck-Brüder mich mehr überrascht hat: Casey Affleck, dessen überzeugende Darstellung den Film dominiert oder sein älterer Bruder Ben Affleck, dessen Regiearbeit mehr als nur solide ist. Die hochkarätige Nebendarstellerriege (Morgan Freemann, mein Favorit Ed Harris, Amy Ryan und ganz wunderbar: John Ashton) werten den Film weiter auf. Der intelligente, ernste Thriller mit viel Lokalkolorit war es auf jeden Fall wert, so engagiert verfilmt zu werden. Tipp: Man muss nicht jeden Film im Original sehen, aber hier ist es zu empfehlen.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

tpeukert

Antwort löschen

Die Afflecks sind Cousins, ansonsten passt alles


AmabaX

Antwort löschen

Casey ist der jüngere Bruder


fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch

Kommentar löschen
6.5Ganz gut

Drei Fragen über die Gerechtigkeit stellt der Film also in der zweiten Hälfte. Das Werk bewegt sich relativ behäbig auf Antworten zu. Stattdessen rückt Affleck die Entwicklung der Figuren ins Zentrum. Auch sonst stellt er als Regisseur durchaus Talent unter Beweis. Die zwischen Elend und Stolz vibrierende Stimmung aus dem Arbeiterviertel fängt er gekonnt ein, und die Schauspieler weiss er wirkungsvoll einzusetzen.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Gnislew: Sneakfilm - Kino mal anders

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Sowohl der Film "Gone Baby Gone" als auch die Blu-ray sind ein Muss für alle Filmfans. Der durchaus anspruchsvolle Film ist großartig erzählt und macht wirklich Spaß sich anzusehen. Ein gutes Drehbuch und gut gespielt ist der Film ein wahres Meisterwerk. Unbedingt ansehen!

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Claudia Puig: USA Today Claudia Puig: USA Today

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Bravo, Ben Affleck für diese kluge und eindrucksvolle Arbeit. Er hat seinen Hollywood-Status gewinnbringend in etwas Bedeutenderes angelegt, womit er Debakel wie Gigli hinter sich gelassen und daraus gelernt hat.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Hausmeister: Nerdtalk.de

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Der Trailer des Films hinterließ bei mir die Frage: „Warum haben die Amerikaner denn bitteschön die Maddie-Entführung verfilmt?“

Doch tatsächlich geht „Gone Baby Gone“ über die Dokumentation einer Kindesentführung weit hinaus. Das erste Drittel wird zwar tatsächlich von den Geschehnissen rund um die Entführung eines 4-jährigen blonden Mädchens dominiert, das – wie es der traurige Zufall so will – wirklich ein wenig an das vermisste Mädchen aus England denken lässt. Doch schon hier zeigen sich große Unterschiede zwischen Realität und Fiktion. Sind die Eltern der „echten“ Maddie ein seriöses Arzt-Ehepaar, so ist die Mutter der „Film-Maddie“ alleinerziehen, drogensüchtig und mächtig heruntergekommen. Schnell wird klar, dass der Film mit den tatsächlichen Ereignissen überhaupt nichts zu tun hat. Vielmehr wirkt „Goen Baby Gone“ anfangs wie eine Sozialstudie, die Einblicke in ein Leben unter der Armutsgrenze gewährt.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Die erste Regie von Schauspiel-Star Ben Affleck begeistert und beschäftigt nachhaltig mit geballtem emotionalem und moralischem Gehalt. Vom Drama eines verschwundenen Kindes, sehr ähnlich zum Boulevard-Thema "Madeleine", bis zum delikat nachgefühlten Dilemma des Finales eine in vieler Hinsicht gelungene Detektivgeschichte, nach der nun wirklich jeder Ben Affleck sehr ernst nehmen sollte!

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr... Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr...

Kommentar löschen
9.0Herausragend

"Gone Baby Gone" ist kein einfacher Film und sicherlich nichts, was sich mal eben zwischendurch konsumieren ließe. Dafür ist sein Sujet zu düster und seine Konklusion moralisch zu ambivalent. Da jedoch genau das die Essenz von Lehanes Roman beschreibt, scheint Affleck bei seinem Erstling so ziemlich alles richtig gemacht zu haben.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Aennecken: MDR Sputnik, KREUZER Leipzig, Aennecken: MDR Sputnik, KREUZER Leipzig,

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

Regiedebut von Ben Affleck, dass man so mit Sicherheit nicht erwartet hätte.
Sein Bruder Casey Affleck ist Privatdetektiv und muss das Verschwinden eines kleinen Mädchens aufklären.
Spannend inszeniert, jenseits der gängigen Klisches mit einem überraschenden Ende.
Durchaus spannend.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Chuchaqui: Critic.de

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

Ein Film, dem man den Ursprung in einem Roman des Mystic-River-Autors anmerkt und das ist durchaus positiv gemeint. Afflecks Arbeit hinter der Kamera ist ausgezeichnet und verdient schon fast eine Oscar-Nominierung, auch wenn die bei einem Debut eher unwahrscheinlich ist. Dazu gesellen sich hervorragende Darstellerleistungen, v.a. von Casey Affleck und Amy Ryan. Ein Film, der einen erschlägt und zum Nachdenken anregt. Vielleicht ist sein einziges Manko, dass diese Intention, die Moral des Zuschauers zu hinterfragen, im letzten Teil zu deutlich hervortritt und man schließlich doch die Handschrift eines Autors erkennt. Aber das soll das Fazit nicht trüben: Ein großartig inszenierter und spannender Thriller, der nebenbei noch auf anderen Ebenen funktioniert.

16 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

In letzter Zeit sorgte Ben Affleck ja eher in den Klatschspalten als im Kinoteil für Schlagzeilen. Dies sollte sich mit seinem Regiedebüt ändern. Mit „Gone Baby Gone“ hat Affleck hinter der Kamera alles richtig gemacht, was ihm davor und im richtigen Leben zuletzt nicht mehr so ganz gelungen war. Als Vorlage für seinen Film wählte er einen Roman von Dennis Lehane, dessen Verfilmung seines Buchs „Mystic River“ durch Clint Eastwood vor vier Jahren bereits mit Preisen überschüttet wurde. Affleck stellt sein Drama ganz in diese Tradition. Er taucht ebenfalls ab ins Bostoner White Trash-Milieu, wo der Privatdetektiv Patrick (gespielt von Bens Bruder Casey) und seine Freundin Angie (Michelle Monaghan) damit beauftragt werden, ein vermisstes Kind zu finden. Daraus entwickelt Affleck eine packend inszenierte und grandios gespielte Milieustudie um Schuld und Sühne, in der nichts so ist, wie es scheint, und richtig und falsch manchmal zum Verwechseln dicht beieinander liegen.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Kommentare (118) — Film: Gone Baby Gone - Kein Kinderspiel


Sortierung

MarkWinter

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ich hass den arroganten Affleck der schauspielerisch echt nichts drauf hat oder sehr wenig. Sein jüngerer Bruder hat aber schon Talent und Ben das Talent als Regisseur, bitte Ben bleib hinter der Kamera, das kannst du wirklich gut. Dieser Film ist echt eine Bereicherung und hat so viele Facetten, da kann man nur Schwärmen. Ich war keine Sekunde gelangweilt, weil einfach alles stimmte: Cast, Schnitt, Dramatik, Wendungen, die Story als solches, wunderbar.

*Spoiler*

Ich hatte das Kind nicht zur Junkie Mutter gegeben.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

walter.demeijer

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Toller Film, leider mit einer Fehlbesetzung: Casey Affleck. Ben wäre besser gewesen.

Die Schluss-Sequenz ist das Highlight des Streifens. Sowas jagt mir den kalten Schauer über den Rücken.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

sachsenkrieger

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

Beeindruckendes Regiedebut von Ben Affleck. Ebenso beeindruckende Schauspieler, wie Ed Harris oder Morgan Freeman, beweisen ihre Kunst. Die Story ist wendungsreich und kurzweilig gestaltet. Wer sich also nicht allzu sehr in seine Abneigung gegen den Regisseur verbeißt und ein wenig angebrachte Selbstjustiz verträgt, kann einen beeindruckenden Filmabend genießen.

GOOD NIGHT AND GOOD LUCK!

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

frank-br

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

Der Film regt am Schluss zum Nachdenken an. Aber der Weg dahin mit fast zwei Stunden war mir dann doch etwas zu zäh umgesetzt. Etwas mehr Dynamik hätte dem Film sicher gut getan.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

fliegendreck84

Antwort löschen

Das trifft es haargenau!


Brainybab

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Erst sehr spät im Verlauf des Films kristallisiert sich das eigentliche Kernthema des Films heraus und stimmt nachdenklich. Ich frage mich, wie ich in der Situation entschieden hätte und weiß es nicht. Ein hochinteressanter Film für den mein Hauptkritikpunkt wäre, dass Morgan Freeman viel zu wenig Screentime hatte. Ansonsten stimmt alles.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Hauserfritz

Kommentar löschen
Bewertung4.5Uninteressant

Eine Vorhersage von 8 und praktisch nur positive Kommentare und trotzdem kann ich mit dem Film komischerweise nichts anfangen. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich find das Drehbuch absolut sinnfrei. In den ersten 30 Minuten war ich noch einigermassen gespannt aber danach war ich 90 Minuten gelangweilt. Auch das Finish fand ich blöde.

Ich habe absolut keine Ahnung, was alle mit diesem Film haben, für mich verdient der nichtmal eine 5.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

Jack55555

Antwort löschen

Die Moral des Films hast verstanden?!


Hauserfritz

Antwort löschen

Moral hin oder her; ändert nichts an der Sache, dass mich der Film gelangweilt hat.


RolfMuller

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Nachdem ich von "The Town" ziemlich angetan war, traute ich mich an Ben Afflecks Regiedebut ran. Eine Weile lag er bei mir unangetastet und fast unbeachtet im DVD-Regal. Das völlig zu Unrecht. Obwohl der Einstieg mir aufgrund der sehr "trockenen" Inszenierung (erinnerte mich an englische Fernsehfilme) sehr schwer fiel, fesselte der Film mich mit zunehmender Dauer zusehends. Schon in seinem Erstlingswerk sieht man das Potential, welches Ben Affleck als Regisseur und Geschichtenerzähler besitzt. Die Charaktere sind toll ausgearbeitet und bekommen die Zeit und die Ruhe sich zu entfalten. Vorallem Casey Affleck hat mich positiv überrascht. Die Vorlage, ein Roman von Dennis Lehane von 1998, ist stark. Das Thema Kindesentführung wird hier nicht unnötig reißerisch dargeboten, sondern mit dem nötigen Respekt. Den Respekt behält sich der Film mit seiner zurückhaltenden Art der Inszenierung (die ich eingangs noch bemängelte) vor. Und ich finde Filme einfach gut, wenn Sie einen miteinbeziehen, wenn Sie einen über das Gesehene und Geschehene grübeln lassen, ohne zu moralisieren, ohne uns zu sagen was richtig oder falsch ist. Ohne uns zu sagen, wer gut und wer böse ist. Das entscheiden wir, ich und du, der Zuschauer!

bedenklich? 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

christian.vogt.5682944

Antwort löschen

Wenn ich ich das so lese, bekomme ich eher den Eindruck, dass der Film das Potential hat, dich nach ner halben Stunde einzuschläfern ;-)


RolfMuller

Antwort löschen

Wie gesagt, den Einstieg fand ich schwierig, aber gepackt hat er mich dann doch. Ob das bei dir auch der Fall sein wird, wage ich zu bezweifeln. Da du ja Asylumfilme schaust bis sich die Netzhaut ablöst solltest du ihn lieber alsbald mal ausprobieren! ;)


Lydia Huxley

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

So, jetzt habe ich mich in Afflecks Regiekarriere rückwärts durchgearbeitet - von Argo zu The Town bis zu Gone Baby Gone. Ich muss sagen, dass ich spätestens jetzt total begeistert von seinem Stil bin. Besonders gut stellt er die Menschen in Verbindung mit ihren Schicksalen dar. Man erahnt hinter seinen Stories auch immer eine Art Milieustudie. Er macht es einem schwer, die eigenen Sympathien zu verteilen. Bei ihm gibt es kein schwarz oder weiß.
Auch hier bei Gone Baby Gone legt er Wert darauf, zu zeigen, dass der Mensch geprägt wird von der Umgebung und den Menschen um ihn herum und dass es immer Gründe gibt, warum ein Mensch zu dem geworden ist, was er ist. Was man am Anfang des Films als richtig empfindet, kann am Ende schon wieder moralisch verwerflich sein.
Ein emotionales Verwirrspiel mit facettenreichen Charakteren, mit überraschenden Wendungen und viel Stoff zum nachgrübeln, dazu ist er spannend, atmosphärisch und mit einer angenehmen Handlungsdichte.
Freue mich auf sein nächstes Werk! :)

bedenklich? 7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 7 Antworten

Lydia Huxley

Antwort löschen

Ja, da habe ich schon oft gehört, dass der klasse ist. Tatsächlich habe ich ihn sogar zu Hause, ist aber noch ungeschaut... Deine Empfehlung motiviert mich nun doch dazu, ihn zeitnah zu begutachten! :)


Hartigan85

Antwort löschen

Dann solltest du ihn unbedingt schnellstmöglich ansehen! ;)


graveyardstory

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Super Story, klasse umgesetzt. Das Einzige was mir nicht so gut gefallen hat ist das Ende, authentisch zwar aber nicht besonders zufrieden stellend. Ansonsten grundsolide Arbeit, vor und hinter der Kamera.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

bascopeach

Antwort löschen

Genau das Ende hab ich mir so gewünscht, ich liebe es wenn der Autir uns überlässt wie die Geschichte weiter geht...! Super genialer Film!


walter.demeijer

Antwort löschen

Das Ende war das Beste.


Mister L

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

"Gone Baby Gone" ist spannend erzählt und wirft den Zuschauer, genauso wie die beiden Ermittler im Film, unvorbereitet direkt in die laufenden Ermittlungen einer Kindesentführung. Konfrontiert wird man dabei mit moralischen Fragen zu Selbstjustiz und ob es das Verantwortungsbewusstsein für ein Kind erlaubt das Gesetz zu brechen. Dabei zeigen die unterschiedlichen Charaktere beide Seiten der Medaille auf, von dem der das Gesetz wahrt bis hin zu dem, der tut was er für richtig hält. Dieser spannende Gegensatz ist das Hauptmotiv des Films und die realistisch gezeichneten Charaktere berühren beim Zuschauen so sehr, dass man sich unweigerlich selbst die Frage stellen muss, wie man handeln würde. Hinzu kommen spannende Ermittlungen und die Konfrontation mit den Verfolgten. Eine gelungene Mischung und ein Film der zu denken gibt!

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Lori007101

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Ein raffinierter Entführungsthriller eines Kindes! Mit moralischen Aspekten gespickt und guten Darstellerleistungen! Die Rolle Patrick Kenzie ist völlig für Casey Affleck auf den Leib geschrieben. Auch das Regiedebüt von Ben Affleck ist Klasse! Hier kann man schon sehen, dass Affleck ein guter Erzähler ist. Schade nur, dass man nicht so viel von den anderen Darstellern mehr ausgepresst hat.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Thomas Hetzel

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Ein Film der einem richtig mitnimmt und zum nachdenken anregt. Kommt er anfangs etwas schleppend in Fahrt, wird er im Laufer der Zeit richtig packend. Mit dem Ende hätte ich ehrlich überhaupt nicht gerechnet und die Schauspieler waren alle klasse. Auch wenn der Film einige Längen hat und es daher nicht zum Meisterwerk reicht, ist Ben Affleck ein guter Film geglückt. Als Regiesseur scheint er wohl besser zu sein als, als Schauspieler. Trotzdem muss man sich am Ende fragen, warum Cassey Affleck so dumm gewesen ist und es so enden lassen hat.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Slevin_Kelevra23

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Gone Baby Gone" ist ein fantastischer Kriminalfilm, der mit dem Thema Kindesentführung seine Zuschauer fesselt und durch einen spannenden Blockbuster führt. Casey Affleck und Michelle Monaghan überzeugen als Ermittlerduo. Desweiteren punkten die authentisch gewählten Drehorte. Ben Affleck liefert gleich bei seinem Debüt als Regisseur einen Spitzenfilm ab, den es sich lohnt anzusehen.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

RammManiac

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ben Affleck ist doch nicht komplett unfähig wie ich immer dachte...

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

cpt. chaos

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Dass eine gewisse Ähnlichkeit zum Oscar-prämierten "Msytic River" unverkennbar ist, hängt zweifelsfrei damit zusammen, dass sich hinter den beiden Geschichten der Schriftsteller Dennis Lehane verbirgt.

Anfangs etwas behäbig wirkend, entwickelt sich der Film, der einen gekonnten Mix aus Drama- und Thriller-Elementen darstellt, zu einem wendungsreichen Filmvergnügen.

Morgan Freeman tritt wieder einmal routiniert in Erscheinung und auch Ed Harris ist glänzend aufgelegt. Lediglich Casey Affleck kann in der Hautrolle nicht vollends überzeugen, da sein forsches Auftreten in einigen Szenen nicht so ganz zu seinem Äußerlichen passt. Sein älterer Bruder Ben hat hingegen hoffentlich inzwischen begriffen, dass er auf dem Regiestuhl besser aufgehoben ist, als vor der Kamera, mit seinem doch reichlich kargen Schauspiel.

Was ist richtig, was falsch?
Was ist moralisch vertretbar, um das Wohlergehen eines Menschen sicher zu stellen? Fragen, die sich einem am Ende des Films unweigerlich stellen.

bedenklich? 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

vanilla

Antwort löschen

einer meiner absoluten Lieblinge;-))
Finde das sensationell wie sich der Film im Verlauf entwickelt, kann man mit "der fremde Sohn" vergleichen. Da war der Beginn auch eher schwächer, bis der Film so richtig Fahrt aufnimmt.


cpt. chaos

Antwort löschen

Stimmt, der Vergleich ist auch nicht ganz abwegig!


Alienator

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ohne Erwartungen sah ich diesen Film. Ich lasse mich nicht auch nicht von anderen Kritiken großartig beeinflussen. Also legte ich die DVD ein und liess es auf mich zukommen: Ben Afflecks Regiedebüt, nachdem ich bereits seine anderen beiden Regiefilme gesehen hatte. Speziell von "The Town" war ich durchaus angetan. Und was ich erlebte liess mich den Glauben an gute Regiedebüts wieder steigern.
Dieser Film fasst ein heisses Thema (Kindesmissbrauch, sowohl physisch als aus psychisch) sehr geschickt an, denn er zeigt keine eindeutige Gewalt an Kindern (wie soll man das auch zeigen ohne plakativ zu wirken) sondern hat seinen Fokus auf die Protagonisten, die versuchen das Leiden eines Kindes entweder zu produzieren, zu helfen oder denen es egal ist was mit einen Kind passiert. Affleck lässt hier fast alle Facetten des Umgangs mit Kindesmissbrauch Revue passieren. Während thematisch ähnliche Filme zwar sehr viel intensiver und radikaler mit der Thematik umgehen (so nenne ich hier den grandiosen "Mystic River" oder "Sleepers"), lässt Affleck seine Darsteller handeln und versucht ihn, und das ist der unwirkliche Punkt, einen moralisierenden Zeigefinger hochhalten, bei dem er letzen Endes sagt, dass Kinder bei ihren Eltern bleiben sollen obwohl sie anders besser aufgehoben werden. Natürlich kann man dies filminhaltich mit der Figurenentwicklung begründen; aber ein bitterer Nachgeschmack bleibt. Denn selbst würde man anders handeln. Die Gewalt die hier gezeigt wird ist gezielt gesetzt und vieles wird eher angedeutet als explizit gezeigt. Das ist ein guter Schachzug denn so nimmt der Film sich selbst das plakative. Die selbstzerstörerische Entwicklung die alle Figuren im Laufe des Filmes durchziehen, lassen den Zuschauer mit einen Gefühl der Unzufriedenheit zurück. Und man kann davon halten was man will, aber dadurch erreicht der Film genau das Ziuel was er erreichen möcte: emotionen und Gefühle wecken beim Publikum um zum Nachdenken anzuregen. Und genau das sollte solch ein Film.
Die Inszenierung ist erstaunlich professionell für ein Debüt. Wunderbare Großstadtbilder (hervorragende Arbeit von Oscargewinner John Toll) wechseln sich ab mit realistischen Bezügenb auf den Straßen Bostons. Der Schnitt ist weniger stakkatoartig wie sonst in soclh einen Krimi. Hier eher ruhiger Natur um die geschichte vorranzubringen. Die Darsteller sind alle durchweg sehr gut. Hervorzuheben sind hier vorallen Dingen zwei: Amy Ryan als Junkmutti und der großartig aufspielende Ed Harris...das schlechte Gewissen Amerikas. Jeder Film wo Harris mitspielt kann kein schlechter sein. Selbst seine Darstellung als Hummel in "The Rock" ist von inbrunstiger Einzigartigkeit. Gebt den mann endlich seinen Oscar!

bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Chaosmacherin

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Endlich habe ich auch das Regiedebüt von Ben Affleck gesehen und das Lob von allen Seiten war keineswegs eine Übertreibung. Ich hatte bisher nur “The Town” gesehen, welchen ich auch ziemlich gut fand. Allerdings steht in “Gone Baby Gone” nicht Ben von der Kamera sondern sein Bruder Casey und das ist großartig, denn im Gegensatz zu Ben ist Casey ein großartiger Schauspieler. Ben Affleck macht hinter der Kamera einen deutlich besseren Job als davor.
Allerdings soll nicht alles Lob für die beiden Brüder drauf gehen, denn die Geschichte stammt ja eigentlich von Dennis Lehane, der auch Mystic River und Shutter Island schrieb und der Mann hat’s wirklich drauf! Die Geschichte hat mir richtig gut gefallen denn hier wird alles andere als schwarz-weiß gemalt. Richtige Entscheidungen sind manchmal nicht so einfach und positive Beweggründe führen nicht immer zu guten Endscheidungen. Der Film zwingt den Zuschauer in ein moralisches Dilemma und regt sehr zu nachdenken an.
Wenn ich dann irgendwann mal mit der Song of Ice and Fire Reihe durch bin, werde ich mal die Bücher um Patrick Kenzie and Angela Gennaro lesen. Ich hoffe die anderen Geschichten sind ähnlich komplex.
Jetzt noch etwas, das mir sehr am Herzen liegt, nämlich ein Mittelfinger an den Jenigen der sich den deutschen Untertitel des Films ausgedacht hat! “Kein Kinderspiel”?… das ist auf so viele Arten unpassend… Ich weiß, das soll zeigen, dass es sich nicht um leichte Entscheidungen handelt und dann noch ganz keck darauf anspielen, dass es ja um Kinder geht. Aber… ist das echt nötig?

Jetzt noch kurz zum Ende (SPOILER): Ist noch jemandem die Tragik in der letzten Szene aufgefallen? Ich meine nicht die Tatsache, dass sich Amandas Mutter kein Stück ändern wird sondern die Tatsache, dass die Puppe der Kleinen nicht Mirabell sondern Annabell heißt? Das hat mich wirklich traurig gemacht, denn das bedeutet, dass Helene nicht mal den richtigen Namen der Lieblingspuppe ihrer Tochter wusste.

bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Scipio

Kommentar löschen
Bewertung5.5Geht so

Ich war enttäuscht - und das Kind zu seiner drogensüchtigen Mutter zurück zu bringen - ist schlichtweg kriminell.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

Sir2B

Antwort löschen

ebenso ist es kriminell ein Kind einfach so zu stehlen. Es gibt doch legale Wege, so was wie ein Jugendamt! Aber daraus könnte man ja kein spannenden Film machen ..


Scipio

Antwort löschen

So ist es!


Jenny von T

Kommentar löschen
Bewertung5.0Geht so

[*Mega-SPOILER vorprogrammiert*]
Ben Affleck ist der FC Chelsea unter den Filmemachern. Sein Scriptwriting ist holprig, schwerfällig und uninspiriert wie das englische Passspiel, und überhaupt fragt man sich, wo der eigentlich plötzlich herkommt und was ihn ausgerechnet in die Regie-Champions League verschlagen hat (schließlich nervt er VOR der Kamera bereits genug). Sein Glück (und sehr viel mehr kann nicht dahinterstecken): Die richtigen Leute (mit viel Geld) interessieren sich aus irgendeinem Grund für ihn und irgendjemand scheint ihm geflüstert zu haben, welch simple Mauer-Finten des geringsten Widerstandes doch ausreichen können, um die Massen in Hochstimmung zu versetzen. Für Chelsea gab's dafür letztes Jahr den Henkel-Pott, für Affleck vor wenigen Tagen den Oscar.
Kindesentführung im "White Trash"-Milieu. Schwieriges Thema. Affleck schafft es einerseits, über Strecken den Anschein einer aufrichtigen Auseinandersetzung mit seinem hochmoralischen Sujet zu erwecken ohne dabei Klischees unnötig aufzupolieren, und doch fehlt es GONE, BABY, GONE bereits in diesen Momenten schlicht an Ausdruckskraft. Den seelischen Zustand seiner Charaktere liest man weniger an ihren Gesichtern ab, vielmehr bedarf es immer wieder der Zuhilfenahme von Holzhammer-Dialogen, um uns die zentrale Frage vor die Füße zu knallen: Ist es gerechtfertigt, (mit Unterstützung der Polizei, wohlgemerkt) gegen das Gesetz ein Kind zu entführen, um es vor seiner drogenabhängigen Mutter zu schützen und ihm so ein unbeschwerteres Leben zu ermöglichen?
Nah dran sein möchte Affleck an seinen Protagonisten, denn unter Menschen wie ihnen, im Ghetto, ist er selbst aufgewachsen. Umso heftiger stellt GONE, BABY, GONE seine bemühte Authentizität jedoch durch wirre Thriller-Plothaken wieder infrage. "War doch nur ein Film", denkt man sich nach äußerst durchwachsenen 114 Minuten und schiebt sich erstmal 'ne Pizza in den Ofen. Dieser verunglückte, da zu platt angegangene Drahtseilakt zwischen Unterhaltung und dem hohem Selbstanspruch eines naturalistischen Erdrutsches hat jedoch zur Folge, dass Afflecks Arbeit sich sowohl an den Maßstäben eines authentischen Sozialdramas als auch an denen eines waschechten Verschwörungsthrillers messen lassen muss – und notwendig beide Male durchfällt.
Vielleicht war es tatsächlich Afflecks Ziel, mit seinem Debutwerk die Menschen zum Nachdenken anzuregen. In dubio pro reo möchte ich eigentlich annehmen, dass die Bauchlandung im allerletzten Moment "nur" auf fehlendes Taktgefühl zurückzuführen ist, und doch hinterlässt es einen bitteren Nachgeschmack, mögliche Standpunkte in dieser Causa zuerst auf zwei Optionen zu begrenzen und dann auch noch durchs Hintertürchen selbst die Antwort zu geben. Die besten Filme formulieren so präzise wie möglich eine Frage und überlassen das Reflektieren daraufhin dem Rezipienten. Der Trugschluss, dem Affleck – sei es nun bewusst oder unbeabsichtigt - zielsicher erliegt, ist also Folgender: Das Aufdrängen einer Lösung bewirkt demgegenüber nicht etwa einen Mehrwert, sondern ist eine Anmaßung.
Aber um nun endlich konkret zu meinem Problem zu kommen, das ich mit GONE, BABY, GONE habe:
Der Gewissens-Zwiespalt des Detektivs Kenzie zum Ende des Films ist eindeutig und zugespitzt, der Mann steht vor Folgendem Problem: Ausgerechnet der ehemalige Ermittlungsleiter im selben Fall, Doyle, war an der Entführung des Mädchens beteiligt (das Fingieren von falschen Anhaltspunkten inklusive) und hat dieses nun persönlich bei sich aufgenommen. Was tun? Ihn verpfeifen und damit eine Familie wieder zusammenführen oder schweigen und alles so belassen (denn schließlich geht es dem Kind gut)? Kenzie entscheidet sich, eigentlich nachollziehbar (und hier hätte der Film – wenn schon! - enden müssen), dafür, die Polizei zu alarmieren. Doyle wird verhaftet und die Kleine kommt nach Hause zu ihrer damals heillos überforderten Mutter – die sich, wie in der letzten Einstellung klar wird, jedoch selbst nach einem so traumatischen Erlebnis nicht geändert zu haben scheint. Sozialpessimismus ist eine Sache, die mangelnde Sensibilität und Weitsicht Afflecks eine andere, denn in diesem Kosmos existieren nur zwei Möglichkeiten: Entweder knallhart das Gesetz brechen oder das Mädchen dem "Verderben" der eigenen Mutter aussetzen. Das ist Schwarz/Weiß-Pathos und Heldenbildung, die eine solch empfindliche Materie einfach nicht braucht. Und irgendwie passt es dann auch ins Bild, dass der jenseits der Legalität handelnde, aber in Wahrheit _natürlich_ große Retter, Inspektor Doyle, von dem vielleicht anerkanntesten Schauspiel-Sympathieträger überhaupt verkörpert wird: Morgan Freeman.
Afflecks Unzulänglichkeiten als Autor und Regisseur kommen jedenfalls an einen Punkt, an dem sich auch mit gutem Willen nicht mehr viel entschuldigen lässt, und sein reaktionär-erzrepublikanisches Weltbild kann der Herr sich ohnehin in die bereits gelverklebten Haare schmieren – da vermag auch Casey keine Kohlen mehr aus dem Feuer zu holen, wenngleich er vor der Kamera mindestens 2 Spielklassen über seinem älteren Bruder agiert.

bedenklich? 16 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 9 Antworten

Jenny von T

Antwort löschen

@ franticfury: Freut mich, dass ich helfen konnte. ^^
@ Meduman: Ja, ich mag Fußball sehr gerne. :-) Bin innerlich praktisch ohnehin ein halber Mann im falschen Körper.
Und danke für's Lob. :-)


Memduman

Antwort löschen

Casey ist echt begnadet. Für mich interessanter als sein Bro, da sein Schauspiel viel unberechenbarer.
@Jenny: "Bin innerlich praktisch ohnehin ein halber Mann im falschen Körper."
Das wirft ein interessantes Licht auf deine Aussage, dass wenn man alle Hauptfiguren vom Herrn von Trier zusammen packen würde, du dabei heraus kommen würdest :D


alex023

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

500. Kommentar und Achtung Spoiler !

„I couldn't stop running it over and over and over in my mind. The vague and distant suspicion that we never understood what happened that night; what our role was.“

Nachdem Ben Affleck im letzten Jahr mit Argo für einigen Aufruhr in der Filmwelt sorgte und womit sogar jemand nach langer Zeit mal wieder einen Oscar als bester Film einheimste, ohne ebenfalls als Regisseur ausgezeichnet zu werden, wollte ich mich höchstpersönlich von seinem Talent als überzeugen, als ich dann noch sah, dass sein Bruder die Hauptrolle bekleidete, stieg das Interesse umso mehr. Vor Spoilern sei hier durchaus gewarnt.

Ben Affleck hat, und das hört man immer öfter, noch nicht so häufig als Schauspieler brilliert, was jeden wohl umso skeptischer ob seiner Regiearbeiten macht. Aber jedem, der so denkt, sei einmal GONE BABY GONE empfohlen. Wie B. Affleck hier inszeniert, ist ganz groß und zeigt sein enormes Talent geradewegs. Die Kameraeinstellungen verleihen den teils wunderschönen bis melancholischen Bildern Authentizität und verbinden somit Inhalt, Botschaft und Bebilderung auf außergewöhnliche Weise miteinander.

Boston ist nicht gerade eine nette Stadt, hier passieren wahrlich schlimme Dinge. Ein vierjähriges Mädchen namens Amanda aus dem Stadtteil Dorchester wurde entführt und die Polizei kommt nicht weiter, also engagiert die Tante den Privatdetektiv Patrick Kenzie und seine, sowohl im Beruflichen als auch Privaten, Partnerin Angela Gennaro, die nun zusammen mit der Polizei der Sache auf den Grund gehen, sie können relativ schnell mit einigen Informationen aufwarten, da sie sich in der Nachbarschaft auskennen und auch bekannt sind und somit einfacher als Cops an wichtige Details gelangen können. Es stellt sich heraus, dass die drogenabhängige Mutter des Mädchens zusammen mit einem Kleinkriminellen einem etwas größeren Fisch eine Menge Geld abgenommen hatten und so denken nun alle, dass dieser Typ hinter der Entführung stecken muss, weil ja sonst keine andere Möglichkeit bleibt. Oder etwa doch nicht? Patrick Kenzie beginnt daran zu zweifeln, hierbei sei zu erwähnen, dass er nur darauf kommt, weil sich die wahren Strippenzieher selbst verraten.

Casey Affleck spielt hier wie auch schon in Jesse James ganz groß auf und verleiht seiner Figur sehr viel Glaubwürdigkeit, seine Mimik und Gestik sind stets obenauf und präsent, er stellt die innere Zerrissenheit seines Charakters unheimlich gut dar. Seine Szenen mit Morgan Freeman zusammen, sie sind rar gesät, sind einfach verdammt großes Schauspielkino, sie spielen sich beide bildlich die Bälle zu und der jeweils andere kann sie immer verwerten. Ed Harris hat natürlich ebenso seine Szenen zusammen mit C. Affleck und diese sparen ebenfalls nicht an großem Spiel. Insgesamt ist das Ensemble gut aufgelegt, auch wenn die beispielsweise in Kiss Kiss Bang Bang gut aufgelegte Michelle Monaghan ein wenig enttäuscht, da sie fast nur durch herumschluchzen und –weinen auffällt.

Ben Afflecks Stil erinnert mich phasenweise wirklich an die Filme aus der Hand von Sam Mendes, welche stets ein ernstes Thema mit tiefgehender Story behandeln, aber nie den Bezug zu ihren Charakteren verliert und deren Hintergrund sogar beleuchtet, so geschieht es auch hier, nicht nur eingefangen durch die tollen Kameraeinstellungen, sondern auch die wunderschönen Bilder verfeinern dies noch, vor allem weil sie so hübsch musikalisch unterlegt sind. Es ist die Balance, die hier gefunden wird, die so passt, denn B. Affleck verliert nie das Thema aus den Augen und sich selber in endlosen Kamerafahrten, sondern fokussiert sich auf das Wesentliche und baut diese Charaktereinblicke nur gelegentlich, aber dann auch konsequent, ein.

Zudem wird hier auch die durchaus nicht einfache Beziehung zwischen Patrick und Angela beleuchtet. Sie sind beide ein Paar, sowohl beruflich als auch privat, wodurch es ihnen sehr schwer fällt, die Dinge zu trennen, sie tragen ihren ersten richtig bedeutenden Fall noch lange mit sich herum, wahrscheinlich für immer. Patrick fragt Angela gleich zu Beginn: „Du weißt doch, dass ich dich liebe?“ und wiederholt diese Frage erneut, nachdem der Fall scheinbar abgeschlossen zu sein scheint, weil jeder das Mädchen als tot glaubt. Er ist sich also nicht sicher, ob seine Freundin sich seiner Liebe bewusst ist, weil sie möglicherweise die Geschehnisse nicht verkraften konnte. Es bildet auch quasi eine Klammer die den Anfang und den scheinbaren Abschluss des Falles umgibt. Es ist ihr erster großer Fall und vielleicht war es auch zu viel, vielleicht war der Fall eine Nummer zu groß, was man auch vor allem an Patricks innerer Zerrissenheit erkennen kann.

Gone Baby Gone regt sehr stark zum Nachdenken an, es ist nicht bloß ein Kriminalthriller über eine Kindesentführung, deren Folgen und die Geschichte über die Entführer und den Aufklärer, den Privatdetektiv Patrick Kenzie, sondern B. Affleck appelliert an die menschliche Moral, stellt die Frage nach dem, was richtig und was falsch ist und beantwortet sie nicht, er hebt nicht den mahnenden Zeigefinger und will uns eine Richtung vorgeben. Auch wenn Patrick sich am Ende dazu entscheidet, die Polizei zu rufen, wird dies nicht als alles in den Schatten stellende Lösung verkauft, da auch noch gegen Ende hin Zweifel an deren Richtigkeit geschürt werden, wenn zum Beispiel Helene ihr Kind einfach zurücklässt und nur weil Patrick gerade anwesend ist, kann er den Babysitter spielen. Auch zieht er persönliche Konsequenzen aus der Geschichte, wie angekündigt „hasst“ seine Freundin ihn nun und beendet scheinbar die Beziehung, da sie auszieht.

Fazit: Alles in allem ist Ben Affleck mit Gone Baby Gone ein vielschichtiges und ziemlich starkes Regiedebut gelungen, in welchem er eine auf den ersten Blick simple Kriminalgeschichte präsentiert, die sich im Nachhinein als ganz schön verstrickt herausstellt und diese mit moralischen Fragen verknüpft. Dies wirkt alles stets authentisch und ist verdammt gut gefilmt, basiert auf einem exzellenten Drehbuch und wird getragen vom virtuosen Casey Affleck.

[http://planetofpictures.blogspot.de/2013/02/die-affleck-bruder-als-brillantes-team.html]

bedenklich? 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Fans dieses Films mögen auch