Goodbye, Lenin!
DE 2003
- Genre
- Tragikomödie, Mediensatire, Historienfilm, Familiendrama, Erwachsenwerden
- Zielgruppen
- Familienfilm
- Inhalt
Geschichte wird geschrieben, nur für den 21-jährigen Alex geht nichts voran. Kurz vor dem Fall der Mauer fällt seine Mutter, eine überzeugte Bürgerin der DDR, nach einem Herzinfarkt ins Koma - und verschläft den Siegeszug des Kapitalismus. Als sie… — Mehr
Geschichte wird geschrieben, nur für den 21-jährigen Alex geht nichts voran. Kurz vor dem Fall der Mauer fällt seine Mutter, eine überzeugte Bürgerin der DDR, nach einem Herzinfarkt ins Koma - und verschläft den Siegeszug des Kapitalismus. Als sie wie durch ein Wunder acht Monate später die Augen aufschlägt, erwacht sie in einem neuen Land. Erfahren darf sie von alledem nichts - zu angeschlagen ist ihr schwaches Herz. Um seine Mutter zu retten, muss Alex auf 79 Quadratmetern die DDR wieder auferstehen lassen.
- Cast
- Daniel Brühl, Katrin Saß, Florian Lukas, Chulpan Khamatova, Maria Simon, Alexander Beyer, Peter Kurth — Mehr
- Regisseure
- Wolfgang Becker
- Autoren
- Achim von Borries, Hendrik Handloegten, Christoph Silber, Bernd Lichtenberg, Wolfgang Becker
- Laufzeit
- 121 Minuten
- Zeit
- 1990er Jahre
- Ort
- Berlin, Berliner Mauer, Deutsche Demokratische Republik
- Handlung
- Allein Stehend, Amnesie, Angst, Astronaut, Bürokratie, Demonstration, Depression, Deutsche Wiedervereinigung, Dreharbeiten, Ehefrau-Ehemann-Beziehung, Herzinfarkt, Koma, Krankenwagen, Lehrer, Lenin, Mutter-Sohn-Beziehung, Mutter-Tochter-Beziehung, Nachrichtensendung, Nacktheit, Nervenzusammenbruch, Ostalgie, Patriotismus, Plakat, Plattenbau, Politische Unruhen, Polizeistaat, Poster, Sozialismus, Stasi, Vater-Sohn-Beziehung, Verlust der Mutter, Verlust des Vaters, Video, Werbung, Wohnung, Überwachung
- Stimmung
- Berührend, Geistreich, Witzig
Über diesen Film
Handlung
Der Zusammenbruch der DDR
Es ist der 26. August 1978. Im Wohnzimmer einer 79 Quadratmeter großen Plattenbauwohnung in Ost-Berlin sitzen der elfjährige Alex und seine jüngere Schwester Arian… — Mehr
Handlung
Der Zusammenbruch der DDR
Es ist der 26. August 1978. Im Wohnzimmer einer 79 Quadratmeter großen Plattenbauwohnung in Ost-Berlin sitzen der elfjährige Alex und seine jüngere Schwester Ariane und verfolgen im Fernsehen, wie der DDR-Oberstleutnant Sigmund Jähn als erster Deutscher ins All fliegt. Im Nachbarzimmer findet währenddessen ein psychischer Zusammenbruch der Mutter der beiden Kinder statt. Christiane Kerner (Katrin Saß) erfährt von zwei Stasi-Beamten, dass sich ihr Mann in den Westen abgesetzt hat. Um den Schmerz zu überwinden, stürzt sie sich als Lehrerin in ihre Arbeit für die Partei.
Als Christiane Kerner im Oktober 1989 auf dem Weg zu einer Feierlichkeit zum 40-jährigen Bestehen der DDR ist, entdeckt sie ihren Sohn Alex (Daniel Brühl). Er wird gerade von Polizisten abgeführt, die eine Freiheitsdemonstration niederschlagen. Geschockt bricht die Mutter auf der Sztraße zusammen. Im Gefängnis erfährt Alex, dass seine Mutter einen Herzinfarkt erlitten hat. Wieder freigelassen eilt Alex zu ihr ans Krankenbett. Seine Mutter liegt im Koma. Aus Schuldgefühlen und weil in dem Krankenhaus die schöne Krankenschwester Lara (Chulpan Khamatova) arbeitet, besucht er seine Mutter jeden Tag.
Am 9. November 1989 fällt die Berliner Mauer.
Die gewendete Wende
Als Alex und Lara sich nach acht Monaten im Krankenzimmer das erste Mal küssen, erwacht auf einmal seine Mutter aus dem Koma. Bei der Entlassung von Christiane aus dem Krankenhaus betont der Arzt nachdrücklich, dass sie sich keinesfalls aufregen darf. Alex beschließt, dass seine Mutter nichts von der Wiedervereinigung erfahren darf. Seine Schwester Ariane (Maria Simon) und er ziehen sich wieder ihre alten DDR-Kleider an, entrümpeln die Wohnung von allen West-Produkten und empfangen ihre Mutter zuhause.
Alex unternimmt alles, um seiner Mutter die politische Wende zu verheimlichen. Da es in den Regalen keine Ostprodukte mehr gibt, sucht er im Müll nach alten Verpackungen. Indem er holländische Gurken in alte Gläser füllt, glaubt seine Mutter, die begehrten Spreewaldgurken zu bekommen. Schwieriger wird es, als seine Mutter gerne fernsehen möchte. Er besorgt sich die alte Nachrichtensendung Aktuelle-Kamera und spielt sie pünktlich um 20 Uhr vom Video ab. Zum Geburtstag der Mutter organisiert er ein sozialistisch geprägtes Fest. Der alte Rektor ihrer Schule überreicht ihr “im Namen der Partei” einen Geschenkkorb mit Rotkäppchen-Sekt und zwei Jungen in FDJ-Uniform singen ihr ein Ständchen.
Als seine Mutter wieder zu laufen beginnt, muss sich Alex etwas neues einfallen lassen. Gemeinsam mit seinem Freund Denis (Florian Lukas) beginnt er Beiträge für die Aktuelle-Kamera selbst zu produzieren. Das Medium lässt seine Mutter im Glauben, die DDR bestünde noch länger als die BRD. Alex kehrt die Geschichte um. In seinen Nachrichten wird berichtet, dass Westbürger vor dem kapitalistischen Konkurrenzkampf in die DDR fliehen. Dies erklärt auch, warum so viele West-Autos in der Stadt sind.
Abschied von der Mutter
Bei einem Familienausflug in die Datsche gesteht Christiane ihr Wissen über die Flucht ihres Mannes. Zu Anfangs hätte sie nachkommen wollen, hätte es aber nicht durchgeführt. Zu gerne würde sie noch einmal ihren Mann sehen. Kurz darauf erleidet sie einen zweiten Herzinfakt. Sie liegt wieder im Krankenhaus. Nur diesmal ist absehbar, dass sie bald sterben wird.
Alex sucht seinen wieder verheirateten Vater (Burghart Klaußner) in West-Berlin auf. Als dieser von Christianes Krankheit erfährt, besucht er sie ein letztes Mal. Bevor sie stirbt, produziert Alex einen weiteren Aktuelle-Kamera-Beitrag, indem der neue Staatsratsvorsitzende Sigmund Jähn die Mauer einreißen lässt, um die unzufriedenen Bundesbürger hereinzulassen.
Weiterführende Informationen
- Alte Orginalaufnahmen in neuem Kontext
- Wissenswertes über die Produktion
Weitere Informationen im Internet
- Links zu Presseartikeln auf filmz.de
- Interview mit dem Ausstatter Lothar Holler Filmaufbau Ost in der Zeit vom 22.12.2003
- Filmheft zu Good bye, Lenin! bei der Bundeszentrale für politische Bildung als PDF-Dokument
- DDR-Alltagskultur und Eckdaten bei DDR-im-wwww.de
Quellen
- Filmbeschreibung bei Dieter Wunderlich
- Good bye, Lenin! bei der Wikipedia (dts.)
Poster und Merchandise zum Film im Fanshop
Kritiker — Ganz gut 6.6
Der Film Goodbye, Lenin! wurde von 79 Kritikern bewertet.
alviesinger: Frankfurter Stadtkurier
Aus Mutterliebe geschickte Geschichtsleugnung- und verklärung. Braver Sohnemann! Mehr Tragik denn Komik, etwas Straffung hätte trotzdem nicht geschadet. Brühl spielt souverän.
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten
Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost
"Good bye, Lenin!" ist keine Satire auf Ostalgie - dafür sind West-Regisseur Wolfgang Becker und West-Autor Bernd Lichtenberg denn doch zu lieb zu ihren "Ossis" -, sondern eine Komödie über Realitätswahrnehmung. [...] "Good bye, Lenin!" ist der schönste deutsche Film seit langem. Und ein Monument für die Kraft der Liebe.
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Kommentare — Ganz gut 6.4
Der Film Goodbye, Lenin! wurde von 23477 Mitgliedern bewertet.
Kill_Diether 2010/02/09 19:12:32
Vielleicht weil ich als West-Berliner den Mauerfall,
und die Monate danach selbst miterlebt habe,
empfand ich den Streifen hier als langweiliges
Märchen, das sich zieht wie Kaugummi.
Kennt einer noch die Serie "MOTZKI"?. Lief 1993 in der ARD.
So sieht Humor über die Thematik aus. Fresch, bissig, polarisierend.
Der GL war mir viel zu sanft und einfühlend. Öde!
p.s. der MDR hat sich für Motzki direktdemeng mit "Die Trotzkis"
revangiert (wow, wie orginell und eigenständig ;-)
Und bei GL war auch einer der, wie Motzki, stets über die Wessis
schimpfen musste. Das war aber kein motzen, sondern nur'n bisschen
tröten.
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MKr 2009/12/08 19:38:33
Ich fand den Film zum Einschlafen langweilig.
Kann aber auch daran liegen, dass mir das Thema des Films wenig zusagte.
Kommentar gefällt mir 1 Antworten
Shadow 2009/07/05 16:39:46
Tut mir leid aber das ist einfach nur eine Einschlafhilfe! Extrem Langweilig
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News zu diesem Film Goodbye, Lenin!
Sieben Filme, in denen die Mauer fiel
2009/11/06 14:00:00
Die gute Nachricht vorweg: Der Mauerfall zieht sich durch sämtliche Filmgenres. Wir rufen Euch sieben Filme in Erinnerung, die den historischen Tag ganz unterschiedlich verarbeitet haben.
Der Film Goodbye, Lenin! gehört zum Genre Tragikomödie, Mediensatire. Regie führte Wolfgang Becker.

Mit einigem Abstand traut sich "Good Bye, Lenin" wie Michael Ehrenreich in seinen Tagebüchern der "Sonnenallee", die Geschichte der DDR aus einem nachgeborenen Blickpunkt neu zu schreiben. Damit könnte Beckers Film für das neue Deutschland im besten Falle werden, was Jean-Pierres Jeunets "Amélie" vor zwei Jahren für Frankreich wurde - eine filmische Versicherung nationaler Identität.
Link zu vollständiger Kritik (externer Link)
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