Ein russischer Sommer

The Last Station (2009), DE Laufzeit 112 Minuten, FSK 6, Drama, Kinostart 28.01.2010

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6.2
Kritiker
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6.8
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von Michael Hoffman, mit James McAvoy und Christopher Plummer

1910. Leo Tolstois Frau Sofia, seit 48 Jahren mit dem weltberühmten Autor verheiratet, ist außer sich. Tolstois engster Vertrauter Chertkov hat ihren geliebten Mann hinter ihrem Rücken dazu überredet, die wertvollen Rechte an seinen Werken nicht ihr und den gemeinsamen Kindern, sondern dem russischen Volk zu vermachen. Und das, obwohl sie ihm ihr Leben gewidmet hat. Ja sogar, eigenhändig, das Manuskript von Krieg und Frieden sechs Mal abgeschrieben hat! Voller Leidenschaft nimmt sie den Kampf um ihr gutes Recht auf – doch an den Idealen (und dem Ego) ihres Mannes ist nicht zu rütteln. Je mehr Sofia wie eine Furie durch den herrschaftlichen Familiensitz fegt, desto leichter wird es für Chertkov, Tolstoi von der Richtigkeit seiner Entscheidung zu überzeugen. Genau zwischen die Fronten dieses Minenfelds gerät Valentin Tolstois junger neuer Sekretär. Als glühender Verehrer bewundert er vor allem Tolstois Ansichten über die bedingungslose Liebe – auch wenn sich seine eigenen Erfahrungen auf diesem Gebiet bisher noch in Grenzen halten. Ganz im Gegensatz zur schönen und geistreichen Lehrerin Masha, die ihre Gedanken über freie Liebe und Sex zum Erstaunen Valentins offen und unbekümmert äußert. Während der Konflikt zwischen Tolstoi und Sofia epische Ausmaße annimmt und eine wunderbare, lebenslange Liebe nach Jahren des Glücks zum Scheitern zu bringen scheint, lernt Valentin selbst in diesem Sommer die Liebe endlich kennen.

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Kritiken (12) — Film: Ein russischer Sommer

Claudia Puig: USA Today Claudia Puig: USA Today

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8.0Ausgezeichnet

Regisseur Michael Hoffman hat klugerweise den 79-jährigen Christopher Plummer als Hauptdarsteller engagiert, der im selben Alter ist, wie Tolstoi in der ursprünglichen Geschichte, und präsentiert eine faire Abhandlung für beide Seiten im Streit um geistiges Eigentum, sowie ein zärtliches und gefühlvolles Portrait eines literarischen Löwen und seiner Muse.

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Edward Douglas: ComingSoon.net Edward Douglas: ComingSoon.net

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7.5Sehenswert

Regisseur Hoffman hat sicherlich Tolstois letzte Tage in eine unterhaltsame Tragikomödie verwandelt, und trotz einiger Probleme mit der Stimmung im Film ist Christopher Plummer einfach fantastisch, und allein der beste Grund, die zwei Stunden Laufzeit dieses Streifens auf sich zu nehmen.

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M.Keuschnigg: Die Presse, die Tageszeitun... M.Keuschnigg: Die Presse, die Tageszeitun...

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8.0Ausgezeichnet

Hoffmans Film ist eine konventionelle Biografie, bestückt mit schmucken, schnell wiedererkennbaren Gesichtern und eindeutigen Charakteren. Aber innerhalb der Genrekonventionen (große Bilder, Streichermusik, das Filmende ist der Tod Tolstois) erkämpft sich Hoffman große Freiräume: Sein hervorragendes Schauspielerensemble verleiht der drohend tragischen Geschichte die notwendige Alltäglichkeit, das gute Drehbuch balanciert erfolgreich zwischen Biografie und daraus abgeleiteten Themen. Anders als seine Werke ist der Film-Tolstoi leicht zugänglich: Wenn Lev und Sofia im Bett liegen und Hahnenschreie imitieren, zerfällt die Ikone vom asketischen Literaten, dann hat Tolstoi wieder Luft zum Leben. Oder, wie es in „Krieg und Frieden“ heißt: „Alles, was ich weiß, weiß ich nur, weil ich liebe.“

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Walli Müller: br-online, NDR Walli Müller: br-online, NDR

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7.5Sehenswert

Eine spannende und anregende Mischung aus Ehe-Drama, Schriftsteller-Porträt und Polit-Kino. Es geht um hehre und fragwürdige Ideale und einen großen Mann, der von allen Seiten vereinnahmt wird.

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Margret Köhler: br-online Margret Köhler: br-online

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7.5Sehenswert

Der filmische Streifzug des Regisseurs, Michael Hoffman, durch Jay Parinis Roman "Tolstois letztes Jahr" ist kein trockener Historienschinken, sondern eine auf dem Minenfeld der Emotionen tanzende Geschichte

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José Garcia: Textezumfilm

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4.5Uninteressant

Trotz eines aufwändigen und detailgenauen Produktionsdesigns und einer auf die Schauspieler konzentrierten Kameraführung (Sebastian Edschmid) findet die einfallslose Inszenierung Michael Hoffmans keine dramaturgische Mitte. Denn „Ein russischer Sommer“ („The Last Station“) kann sich zwischen den Handlungssträngen offensichtlich nicht entscheiden. Obwohl sich die gewohnt souverän auftretenden Stars Christopher Plummer und Helen Mirren redlich bemühen, macht sie die schwache Schauspielführung zu reinen Abziehbildern, zu Charakteren, die kaum eine Entwicklung durchmachen.

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Thomas Engel: programmkino.de Thomas Engel: programmkino.de

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7.5Sehenswert

(W)as auf der „letzten Station“ (doppeldeutiger englischer Titel) geschah, wird doch recht anschaulich gemacht. Mit den größten Anteil daran haben Christopher Plummer und Helen Mirren – von beiden eine herausragende schauspielerische Leistung. Der weitgehend an deutschen Schauplätzen gedrehte Film kann bei der Bildung ganz gut ein wenig nachhelfen.

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Michael Ranze: film-dienst Michael Ranze: film-dienst

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8.0Ausgezeichnet

Historiendrama, Filmbiografie, Literaturverfilmung, Liebesgeschichte: Hoffman greift in seinem Drehbuch detailliert die vielschichtigen Facetten der Vorlage auf und führt sie stringent zusammen. Sein Film besticht darüber hinaus durch sorgfältiges Production Design und sanfte, in fahles Licht getauchte Landschaftsaufnahmen, die eine kontrastreiche Folie für die Gefühlsausbrüche der Protagonisten bilden.

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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...

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4.0Uninteressant

Jay Parinis biografischer Roman „The Last Station“ („Tolstojs letztes Jahr“) von 1990 lieferte die Vorlage zu Michael Hoffmans „Russischem Sommer“, eine bunte Mischung aus Biopic, Ehedrama und Komödie. Ein Film, der jedoch wenig russisch und sehr amerikanisch anmutet.
Die Schwächen liegen bereits bei der Buchvorlage, die weitaus oberflächlicher anmutet als vergleichsweise Tolstojs autobiografisch gefärbtes, unvollendetes Drama „Und das Licht scheint in der Finsternis“, in das der Literat seine politischen Überzeugungen und den Konflikt mit seiner Frau einbrachte. Der Gedanke, dass er selbst das Leben eines reichen Schmarotzers führt, während es anderen am Elementarsten fehlt, war dem Ideologen unerträglich. In Zeiten von Hartz IV und wachsender Armut macht ihn das ungeheuer modern. Das vermittelte sich auch sehr deutlich im Herbst vergangenen Jahres bei einer Aufführung dieses Stückes im Schlosspark Neuhardenberg und wenig später im Park von Jasnaja Polnaja, bei der Volker Schlöndorff Regie führte. Und um es gleich zu sagen: Dieser Theaterabend hat den Ehestreit um ein Vielfaches facettenreicher herausgearbeitet als Hoffmans Film.
Denn ein tiefgehender Austausch an Argumenten findet in „Ein russischer Sommer“ nicht statt. Hoffman setzt vielmehr auf Komik, Intrigen und Sex, wenn er etwa Mirren mit albernem Hennengegacker den Alten noch einmal verführen lässt. Oder wenn in einer überflüssigen Nebenhandlung Walentin Bulgakov (James McAvoy), der Sekretär Tolstojs, den erotischen Reizen seiner Lehrerin Mascha (Kerry Condon) erliegt.
Zum Schluss hin wird es regelrecht melodramatisch, wenn Sofia ihrem Mann hinterher reist und bei seinen Jüngern, die ihn beharrlich vor ihr abschirmen, darum kämpft, den Sterbenden ein letztes Mal zu sehen. Als Beweis für Tolstojs Ideal von einer bedingungslosen Liebe, das Hoffman dem Film als Motto voranstellt, taugen solche rührseligen Szenen aber nicht. Was bleibt, ist ein anspruchsloses Lustspiel.

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sushi25: movie-fan.de

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5.0Geht so

Der Trailer zu "Ein russischer Sommer" ließ wie auch die Kategorisierung hier bei Moviepilot eine Komödie erwarten. Tatsächlich enthält der Trailer nahezu alle komischen Momente des Films. Eine Komödie ist klar etwas anderes.

Der russische Sommer ist eher als dramatisches Biopic mit brillanten Schauspielern. Die Kombi aus Hellen Mirren Christopher Plummer, Paul Giamatti und James McAvoy ist sehenswert, wenn auch nicht zwingend im Kino.

Der O-Titel "the last station" bekommt dadurch Sinn, dass Tolstoi auf einem Bahnhof stirbt.

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Jörg von Grass: filminformer.de; stadtmagaz...

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7.5Sehenswert

Der Film erzählt die bewegende und faszinierende Geschichte der großen, dramatischen Liebe zwischen Leo Tolstoi und seiner Frau Sofia. Eine Geschichte, die von Leidenschaft, Ehe, Familie, Geiz, Intrigen und Revolution handelt. Eine Geschichte die auf mal humorvolle, mal dramatische...

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R. Zimmermann: critic.de

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5.5Geht so

Regisseur Michael Hoffman adaptiert Jay Parinis biografischen Roman über Tolstois letztes Lebensjahr, The Last Station von 1990, als eine Kombination aus Biopic, historischem Gesellschaftsporträt und Ehedrama, aus Coming-of-Age-Story und Beziehungskomödie. [...] Der Film macht schnell klar, für wen hier die Sympathien zu entwickeln sind, weshalb wenig Spannungsraum für die entwicklungsarmen Charaktere entsteht. Jedoch kann sich Hoffman nicht entscheiden, wo die Akzente seines konventionell erzählten Kostümfilms liegen sollen, sodass sich Ein russischer Sommer sichtlich schwer tut, die unterschiedlichen Genreversatzstücke unter den Hut einer ausbalancierten Gesamtdramaturgie zu bringen.

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Kommentare (15) — Film: Ein russischer Sommer


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Muriku

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Bewertung7.5Sehenswert

Herrliche Sommerstimmung, berührende menschliche Denkansätze, sympathische Figuren (und Schauspieler) mit nachvollziehbaren Konflikten, aber einen wirklichen Spannungsbogen gibt es nicht. Das ist in einem Roman okay, Filme solten für mich pointierter funktionieren. Trotzdem ein ganz hübscher Film.

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8martin

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Bewertung7.0Sehenswert

Wir erleben die letzten Tage von Leo Tolstoi. Da sich der Film auf die Romanvorlage von Professor Parini stützt, der offenbar sorgfältig recherchiert hatte, bekommen wir ein recht detailgetreues Bild vom Tode des russischen Schriftstellers. Der Unterhaltungswert kommt vom Kontrast der ‘alten Liebe‘ der Tolstois mit der ‘neuen Liebe‘ seines Sekretärs Bulgakow (James McAvoy). Die Alten streiten sich zwischen Liebesbeteuerungen ums Geld aus den Rechten von Tolstois Werken, die Jungen schweben auf Wolke sieben, so wie es Leo und Sophia vor vielen Jahren auch taten Seine Klasse erhält der Film jedoch von den großartigen Schauspielern: Christopher Plummer spielt Tolstoi bärbeißig aber empfindsam, seine Frau Sofia (Helen Mirren) zerbricht fast an ihrer Liebe im Kampf mit Leos Entourage. Hier ist vor allem der diabolische Tschertkow (Paul Giamatti) hervorzuheben. Sofias Temperament geht schon mal mit ihr durch. Das reicht vom Geschirr zerdeppern bis zum Suizidversuch.
Auch die beiden obersten Maximen aus Tolstois Werken ‘Liebe und Freiheit‘ werden ausreichend gewürdigt, sowie die Bedeutung der Presse um 1910.
Der deutsche Titel ist zwar poetisch, aber eher nichtssagend. Der des Originals ist schwerlich adäquat zu übersetzen: ‘Endstation!?‘ (Tolstoi stirbt auf einem Bahnhof). Das wäre zu puristisch und verdeckt dabei den warmherzigen Charme und den sprühenden Witz des Films.

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natedb

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Bewertung7.5Sehenswert

Michael Hoffman inszeniert auf stilistisch eher schlichte Art die letzten Tage des russischen Literatur-Gottes Leo Tolstoi. Geschildert wird dies aus der Sicht des jungen Bulgakow (später selbst Schriftsteller), der in die letzte und entscheidende Ehekrise des alten Ehepaares Tolstoi gerät und währenddessen noch mit eigenen Herzensangelegenheiten zu kämpfen hat.
Hervorzuheben sind dabei die beeindruckenden Darstellungen seitens Helen Mirren und Christopher Plummer und vor allen Dingen James McAvoys, welcher seine beiden älteren, und erfahreneren Schauspiel-Kollegen beinahe an die Wand spielt.
Der Film ist großartiges Schauspielkino und findet dabei eine gute Balance zwischen Komödie und ernsthaftem, berührendem Drama.

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BrittaLeuchner

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Unterschätzter Film mit einer eigenwilligen Liebeserklärung an das Bauchgefühl und die "Hä?" Momente des Lebens und das nicht immer alles logisch sein muss was ein Mensch tut oder entscheidet. Ein Film, der so schön erfrischend nicht nach einem auf dem Reißbrett entstandenen pseudo-"Alles-Muss-Sinn-Ergeben" Perlen-Plot-Geflecht aussieht, dass man wenn man sich darauf einlässt, aufpassen muss dass man danach nicht nackend auf die Straße rennt oder im Regen anfängt sich auf der Parkwiese vor dem Haus zu wälzen. Wer bei diesem wundervollen Film die Nase rümpft, dem kann ich nur sagen: Vorsicht! Leben! Humor ist nicht über Witze lachen sondern wenn einem das Lachen trotz Leben nicht vergeht. ;-)

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Chewbacca

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Bewertung4.0Uninteressant

Biografische Verfilmungen sind immer schwierig, denn sie sind oftmals sehr langatmig und unspektakulär. So ist auch die Erzählung um das letzte Jahr im Leben des russischen Dichters Leo Tolstoi sehr arm an Spannung und worum es nun genau ging, weiß ich immer noch nicht.

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BrittaLeuchner

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"arm an Spannung und worum es nun genau ging, weiß ich immer noch nicht... " --> Antwort: Leben. ;-)


Moe

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Bewertung7.0Sehenswert

Ich habe mir den Film ohne große Vorkenntnisse zu den Hintergründen oder sonstigem geholt. Einfach aus reiner Neugier.
Ich mochte den Film durchaus, obwohl er ein bisschen Potenzial verschenkte. Viele Personen sind mit ihren Meinungen zerrissen und sich selbst nicht ganz klar. Das hätte man durchaus noch etwas besser darstellen können.
Ansonsten großartige Kulissen, tolle Kostüme und herausragende Darstellerleistungen von Mirren und Plummer, bei denen selbst die sonst stets guten Giamatti und McAvoy keine Chance zum Brillieren haben.

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patcharisma

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Bewertung7.0Sehenswert

"The Last Station" als Originaltitel zeigt, dass es sich hier nicht etwa um einen weiteren "Sommernachtstraum" von Regisseur Hoffman handelt - dass obwohl uns das wieder fast sämtliche Comments hier weismachen wollen, die den Film zu Unrecht als "Schmonzette" verschmähen. Dazu ist das Historien-Drama zu gut recherchiert und viel zu toll gespielt. Vor allem Helen Mirren (deren Urgrossmutter selbst russische Adlige war) geht in ihrer Rolle als keifende und kauzige Gräfin Sofia wiedermal so richtig auf, ihr Schauspiel ist ein echter Hochgenuss, grad wenn sie wieder einen dieser köstlichen Fights mit dem intriganten Paul Giamatti austrägt. Dank diesem unerbittlichen Kampf ist das Erbe und das Tolstoi-eigene Anwesen auch heute noch in den Händen von dessen Nachkommen. Die eingestreute Romanze zwischen James McAvoy (als junger Walentin) mit der mega-coolen Kerry Condon ist nicht etwa überflüssig, sondern wirkt immer wieder als Bindeglied zur Mainstory und Erinnerung an Tolstoi's eigene Jugend. Dass der fast 80-jährige Christopher Plummer (wie auch Mirren selbst) Oscar-nominiert wurden, erstaunt nicht weiter. Die Virginia Astley-ähnlichen Klaviertupfer untermalen die schönen Bilder atmosphärisch angenehm unaufdringlich. Nur am Schluss wird die Dramatik hier für mich etwas zu sehr Tränendrüsen-mässig angezogen, das trübt aber kaum die vorangegangene Freude des Ganzen. Und: Obwohl es alles im alten Russland spielt, wirklich britischer geht es kaum und das ist doch einfach charmy.

Die Hauptphilosophie des Films kommt für mich jedenfalls gut zum Tragen: Was nützen die tollsten Lehren der gescheitesten Weisen, wenn seine blöden Jünger mit dem Stoff überhaupt nicht umgehen zu wissen, ihn beliebig verdrehen oder indoktrinativ auslegen? Von Rousseau über Nietsche, zu Kant, Marx und Steiner bishin zum Jesus Christus und all den anderen, hat sich dieses Trauerspiel jedenfalls immer wieder wiederholt.

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moviereporter

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Bewertung7.0Sehenswert

'Ein Russischer Sommer' - so der poetische deutsche Titel, passt wie ich finde noch besser als 'The Last Station' im Original (und da ist er bestimmt der erste). Die erste Stunde vergeht wie im Flug und ich habe mich immer wieder mit einem breiten Lächeln ertappt. Das liegt nicht unbedingt am zutage tretenden Humor, sondern viel mehr an der Spielfreude der Darsteller, der sympathischen Geschichte und vor allem an der wundervollen Atmosphäre, die Micheal Hoffman erschafft - nicht zuletzt auch wegen der fantastischen Musik und der hervorragenden Kameraarbeit von Sebastian Edschmid.

Leider geht dem Film im letzten Drittel merklich die Luft aus. Langatmigere Szenen treten in den Vordergrund und das Handeln der Personen (Besonders Tolstois Verhalten) werden nicht immer klar erkennbar und man hat manchmal das Gefühl etwas verpasst zu haben.

Fazit: Tolle Schauspielerriege, schöne Story, magische Atmosphäre und wunderbares Film-Setting entschädigen für den eher mittelmäßigen letzten Akt.

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spanky

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Bewertung5.0Geht so

Das ist ja fast ein Seifenopern-Drehbuch, dem eigentlich nur die eingeblendeten Lacher zum erwarteten Comedy-Effekt fehlen. Plummer und Mirren werden hier für die ziemlich flache und langweilige Umsetzung der letzten Tage im Leben Tolstois verheizt.

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FrancisBold

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Sehe ich nicht so negartiv. Mir hat einiges sehr gefallen - auch, dass Konsequenz nicht immer der beste Weg ist.


BrittaLeuchner

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Ich finde auch der Film ist unterbewertet. Und Seifenoper trifft es nun wirklich nicht. Auch wenn ich vollstes Verständnis für die negative Konnotation des Wortes habe ;-) Aber da hat jemand nur oberflächlich hingeschaut, scheint mir. Unbedingt nochmal gucken und sich daran erinnern, dass man schon des öfteren sich fragte: warum benimmt sich Opa heute so komisch. Ich finde der FIlm ist eine schöne Liebeserklärung an das Leben aus der "anderen" Perspektive. Nämlich nicht wenn es vor einem liegt, sondern wenn es zu Ende geht. Und da ist einem relativ wurscht ob irgendjemand einen Sinn darin was ich tue, wenn es sich in dem Moment richtig anfühlt. Man weiß einfach dass das Leben zu kurz ist um seinem Bauchgefühl nicht zu folgen. Und das kann schonmal komische Auswüchse haben. Ich fand den Film sehr erfrischend unkonzeptionell und frei von den üblichen Metaphern des Filmerzählens.


Kris

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Bewertung6.5Ganz gut

"If I had a wife like you, I would have blown my brains out. Or gone to America."

Dieser Film ist viel mehr Liebesgeschichte, oder besser Ehedrama, als Respektsbekundung für einen legendären Schriftsteller. Die großartigen Schauspieler holen dabei das Beste aus der eher banalen Geschichte.

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jollyroger

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Bewertung0.5Schmerzhaft

Totlangweilige Historien-Schmonzette, die nicht eine einzige originelle inszenatorische Idee hat und es tatsächlich schafft, sich den uninteressantesten Teil von Tolstoi's bewegtem Leben rauszupicken.
Der Neben-Plot mit McAvoy ist so nötig wie ein Kühlschrank in der Antarktis, das Schlimmste ist aber das absurd überkonstruierte, ganz böse repetitive "Sie darf ihn nicht sehen"-Gefasel, welches zu keiner Zeit glaubhaft wirkt und den ganzen herbeigeredeten Konflikt schwer lächerlich wirken läßt.

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BrittaLeuchner

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Nun - Dass dieser Film nicht gefällt ist Teil der "inszenatorische Idee" ;-) Der Film buhlt nicht um gute Kritiken sondern er ruht in sich selbst. Macht nur den neugierig der bereit ist neugierig zu sein. Ist kein Film für Gucker die sich zurücklehen und entertained werden wollen. Es sind die absurden "Hä?" Momente die oft das Leben bestimmten. So auch den Film. Manchmal wirkt er fast schon wie improvisiert. Aber genau das macht den Film aus. Plus einem großartigen Plummer. Und ob ein Plot nötig ist, naja, ... also mal ehrlich, schon die Kombination von dem Wort Plot und nötig verrät: Hier wollte sich jemand partú auf nichts einlassen und das technisch herunter brechen. Ich kenne das Gefühl und hab großes Verständnis dafür. Aber ich habe so grottenschlechten Filmen wie "River Murders" sogar ne 1.0 gegeben. Das jemand diesen eigenwilligen wie auch großartigen Ausnahmefilm mit 0.5 bewerten kann ist mir allerdings bei allem Verständnis für "Filmlaunen" ein Rätsel.


Schlegel

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Bewertung7.0Sehenswert

Das Genie aus Sicht des Grünschnabels. Lange nicht gehabt und eine wirklich schöne Tolstoi-Episode. Kluge Dialoge, teilweise schwer zu spielen, aber die Besetzung holt alles raus. Blöd die Idee, zwei gleichberechtigte Handlungsstränge nebeneinander zu legen. Niemanden interessiert das Techtelmechtel zwischen James McAvoy und dieser Frau ohne Background. Für einen Subplot zu groß und ansonsten zu unwichtig, gerät es in der zweiten Filmhälfte in völlige Vergessenheit. Am Ende taucht die Dame wieder auf und vernichtet die ansonsten schöne Taschentuchstimmung. Strukturell stehen Verwandte wie "Sophies Entscheidung" oder "Billy Bathgate" wesentlich besser da.

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Claudia :)

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Bewertung9.5Herausragend

"Krieg und Frieden", auf keinen Fall was für jedermann, ABER der Film war absolut toll. Grandioser Christopher Plummer ( hat mir erst vor kurzem im "Kabinett des Dr. ..." seeeeeehr gefallen ) , witzige & überzeugende Helen Mirren und James McAvoy als Sympathieträger und Diplomat.
Richtig schöner Film, vielleicht verstehen viele den Tolstoi jetzt besser.

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Hennes Bender

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Bewertung6.5Ganz gut

Nach "Parnassus" der zweite Film in kürzester Zeit mit Christopher Plummer (grossartig). Überhaupt ist dies mehr ein Schauspielerfilm, man hat stellenweise das Gefühl einer Theateraufführung beizuwohnen, was ja nichts schlechtes ist. Und wenn die Geschichte im letzten drittel etwas hängt und man auch weiss wie es ausgeht, sieht man den Darstellern (allen voran MacAvoy und Mirren) gerne bei Ihrer Arbeit zu. "Krieg und Frieden" werde ich deshalb aber trotzdem nicht lesen.

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Sonse

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Bewertung5.5Geht so

Sorry an meinen alten Schulkamarad:
"The Last Station" hat mich nicht überzeugt. Hierbei handelt es sich um Literatur-Biografie-Massenware von der Art, die sich nicht entblödet, dem Zuschauer zuvor per Texttafel zu erklären, dass Tolstoi ein bedeutender Schriftsteller war, der "Krieg und Frieden" sowie "Anna Karenina" geschrieben hat (...), und die ihren sehr guten Schauspielern in kaum einem Moment gerecht wird.

------
Habe den Film mit diesem Kommentar vorgemerkt, den ich nun nicht löschen möchte:
"The Last Station" muss ich mir allein schon deswegen vormerken, weil ich mir nach Weihnachten hundert Set-Bilder eines alten Schulfreunds anschauen "musste", der diese ganz zufällig zum Klassentreffen mitgebracht hatte und im Film eine kleine Rolle hat. ;)

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pellekraut007

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Liebe Sonse, kennst du: "Die Sonne, die uns täuscht"? Es geht um einen General, einen Sommer auf der Datsche und um späte Rache!


Sonse

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Nur den Titel, ich merke ihn mir mal vor. Danke. :)



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