Vertigo - Aus dem Reich der Toten

Vertigo (1958), US Laufzeit 128 Minuten, FSK 12, Thriller, Drama, Kinostart 03.02.1959


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8.6
Kritiker
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7.7
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7272 Bewertungen
111 Kommentare
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von Alfred Hitchcock, mit James Stewart und Kim Novak

Vertigo – Aus dem Reich der Toten gilt als Klassiker des Meisters des Suspense, Alfred Hitchcock. James Stewart versucht sein Trauma von der Angst vor Höhen zu bewältigen.

Handlung von Vertigo – Aus dem Reich der Toten
Polizist John ‘Scottie’ Ferguson (James Stewart) leidet an Höhenangst, seit er einen Kollegen bei der Verfolgung eines Verbrechers über Dächer in den Abgrund hat stürzen sehen. Eigentlich möchte er deswegen seine Arbeit aufgeben, als der ehemalige Schulfreund Gavin Elster (Tom Helmore) ihn bittet, seine Frau Madeleine (Kim Novak) zu beschatten. Diese scheint, wie sich herausstellt, vom Geist ihrer Großmutter besessen zu sein, welche sich mit 26 Jahren das Leben nahm. Auch Madeleine stürzt sich in die Bucht von San Francisco und Scottie, der sie dabei beobachtet hat, kann ihr gerade noch das Leben retten und nimmt sie mit zu sich nach Hause. Scottie verliebt sich in die schöne unbekannte, doch der Fluch ist noch nicht gebrochen.

Hintergund & Infos zu Vertigo – Aus dem Reich der Toten
Für die Kamera-Arbeit etablierte Alfred Hitchcock in Vertigo eine Technik, welche das Schwindelgefühl bei Höhenangst simulieren soll. Dabei wird gleichzeitig mit der Kamera zurückgefahren und auf das Objekt herangezoomt. Dadurch bleibt das Objekt zwar scheinbar unverändert, doch verschiebt sich die gesamte Perspektive des Hintergrunds, als ob dieser seine Position verändert. Dieser Effekt, der den natürlichen Sehgewohnheiten widerspricht, erweckt im Zuschauer den Eindruck, den Boden unter unter den Füßen zu verlieren, da die widersprüchlichen Informationen des Stillstands und der schnellen (Fall-)Bewegung in einem Bild vereint sind. Diese Technik wird nach ihrer erstmaligen Nutzung Vertigo-Effekt genannt.

Alfred Hitchcock hat einen Cameo-Auftritt, kurz bevor Scottie Gavin Elsters Büro betritt. Es existierten ursprünglich drei deutsche Synchronfassungen. Die erste aus dem Jahre 1958 ist verloren gegangen, während heute nur noch die Version von 1997 verwendet wird. Die 1984er-Version wird nicht mehr gezeigt. (ST)

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Kommentare (106) — Film: Vertigo - Aus dem Reich der Toten


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Steff93

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Richtig guter Klassiker mit ner brillianten Geschichte, aber mir fehlen die "richtig spannenden Momente", die für mich bei einem astreinen Thriller aufjedenfall mehr eingebaut sein müssten!

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juran

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Der zweitbeste Hitchcock film nach Psycho. Vertigo hat zwar fast das Niveau von Psycho beginnt aber zu holprig. Am Anfang wird der Zuschauer nicht aufgeklärt über die Personen. Am Anfang hat der Film noch keinen Spielfluss. Doch nach einer guten halben Stunde Anlaufzeit wird der Film richtig klasse und katapultiert sich in die Reihe der denkwürdigsten Filme der 50er und 60er!

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Dunkelziffer

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Bewertung7.0Sehenswert

Mir wird schwindelig, ein toller Film - und ich vergebe keine 10 Sterne. Warum?

Der Film braucht zu lange, bis er Fahrt aufnimmt. Die Exposition ist zu lang. Auch fand ich nicht gut, dass am Anfang nicht klar war, wer (für Scottie) Midge ist (Ehefrau nicht, aber vlt. Schwester? EINE Freundin?). Solche elementaren Fragen sind wichtig für den Zuschauer, denn schließlich geht es hier um den (vermuteten) Protagonisten, und da möchte man wissen, woran man ist.

Dennoch - die Story hat mich fasziniert, ich finde sie spannend, mit all ihren Wendungen. Toll finde ich die surrealen Momente, die unfreiwillig durch die große Zeit, die seit Entstehung des Filmes vergangen ist, nur noch verstärkt werden. Schön fand ich auch, reale Straßenszenen San Franciscos und Kaliforniens aus der Zeit zu sehen und nicht nur austauschbare Studiobauten. Das macht den Film nicht nur authentisch, sondern auch historisch für mich interessant.

Wenn man diesen Film heutzutage sieht, muss einem klar sein, dass man sich auf einen Klassiker einlässt - mit all seinen Vor- und Nachteilen. Aus meiner Sicht ist die Umsetzung der Story nicht zeitlos. Daher vergebe ich auch "nur" 7 Sterne. Andere Dinge wiederum fügen sich dem Schicksal, wie beispielsweise Kim Novaks steife Spielweise, die sich aber nachträglich durch Zufall - und so spielt auch das Leben - positiv auf den Film und die Story auswirkte.

Ein MUST für alle Cineasten und ein MAYBE für alle anderen.

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Solveig

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Bewertung9.5Herausragend

Im Strudel der Angst
hinabgezogen - du bangst.
Schuldgefühl, Verlang'
Besessenheit - gefang'
In den Fesseln der Angst.
Von der Liebe umspielt,
ein Gewissen gefriert.
Von Panik gepeitscht,
die Vergangenheit schreit.
Entflohen den Armen,
gestürzt! Kein Erbarmen.
Das Schicksal gekomm',
deren Verstrickung nicht entronn'.
Von Albträumen gequält,
Wahrnehmung kreiselt
im Strudel der Angst
hinabgezogen - du bangst;
Erinnerung aufsprang
Überwindung verlangst
Erlösung erzwangst...
-
VERTIGO, wieviel wurde über diesen Film schon geschrieben und an ihm herumanalysiert und doch bleibt neben der Tiefe und Sogkraft der Bilder irgendwie doch nicht ganz ergründbar, wieviele existenzielle Themen der Master of Suspense hier eigentlich hineingewoben hat.
Respekt allerdings - mein Hitchcockfavorit ist REBECCA, da ich dort immer sehr staunte, wieviel Atmosphäre und Spannung man allein durch Bilder und Bebilderung einer Szene erzeugen kann. VERTIGO zeigt mir s/w-Nerd aber, wie sagenhaft visuelle Farbeffekte einem Film Tiefgang geben und selbst mich begeistern können. Chapeau!

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AlexanderDeLarge

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Bewertung4.0Uninteressant

Wenn Scottie Ferguson in seinem grauen 1956er DeSoto Firedom (die Farbe grau passt gut zu ihm) eine Kreuzung nach der anderen umkurvt, interessiert mich einzig und allein die Frage, ob er wohl Rindlederhandschuhe trägt oder ob seine Haut tatsächlich schon so gegerbt und verbrannt aussieht wie Leder.

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Julian F.

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Bewertung9.0Herausragend

Von so vielen Filmen, die in San Francisco spielen, hat sich die Stadt durch diesen am meisten in mein filmisches Gedächtnis eingeprägt.
Hitchcock stellt erneut unter Beweis, wodurch er zu einer der größten Kinolegenden des Jahrhunderts geworden ist.
Der künstlerische rote Faden des Films führt den Zuschauer von etwas Ratlosigkeit zu Beginn des Filmes über mehrere Irritationen und Überraschungen hinweg bis zu der Erkenntnis des Geschehens, die den Zuschauer - ein toller Kniff - wenige Minuten vor der Hauptfigur ergreift. (Auch wenn das Ende so nicht mit dem ursprünglichen Willen des Regisseurs übereinstimmte, ist es sogar das Genialste am ganzen Film.)
Am besten, man ließe man sich ganz unvorbereitet auf den Film ein, wie ich es getan habe.

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Klawitterbus

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Bewertung9.0Herausragend

Die alten Klassiker!
Einfach ein Meisterwerk.
Danke Alfred. :)

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alex023

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

»Here I was born, and there I died. It was only a moment for you; you took no notice.«

Man nennt Alfred Hitchcock ja nicht umsonst den Master of Suspense. Aber bisher konnte ich nicht immer verstehen, weshalb, doch nach »Psycho« und »The Birds« konnte er mich nun auch mit einem dritten Film auf dieser Ebene überzeugen. Und ich finde, dass die Zahl drei schon relativ aussagekräftig ist. (Jedoch braucht hier jetzt keiner einzuwenden, dass ich seine Filme nicht nur darauf reduzieren sollte: tu ich überhaupt nicht.)

VERTIGO (im deutschen mit dem schicken Untertitel AUS DEM REICH DER TOTEN ergänzt) ist fast schon ein Psycho-Thriller, der gekonnt Spannung auf- und abbaut, in seiner Ausstattung und Inszenierung bereits fabelhaft daherkommt und nur ein paar wenige Makel mitbringt. Es kommt nicht von ungefähr, dass sich das alles ein wenig lynchesk (wenn auch nicht derart „brutal“) anfühlte: denn hier wurden Leute wie David Lynch (»Mulholland Drive«) scheinbar erheblich inspiriert für ihre eigenen späteren Werke. Man kann also – und sollte es vielleicht auch – hier seine deutliche Vorbildfunktion und Hinterlassenschaft gleichermaßen anmerken, denn oft wissen viele Leute gar nicht, was gewisse Filme so bewirkt haben, wenn man fast sechzig Jahre später einen Blick darauf wirft. So wurde VERTIGO im Kino auch stark abgelehnt, die Zuschauer fanden in Massen keinen Zugang zu diesem überaus virtuosen Streifen; es ist also einer dieser Filme, die erst nach Jahren geschätzt werden. Zum Glück tut man das heutzutage nicht zu wenig.

Obwohl die eigentliche Storyline nicht unglaublich-besonders, dennoch sehr nett erzählt ist, liegt es vielmehr an anderen Faktoren, die einen von Hitchcocks besten Filmen (sehr wohl) auszeichnen: vor allem die Kreation und Heraufbeschwörung der Spannung ist hier essentiell. Manchmal gibt es nur Szenen, in denen wir Protagonist Scottie Ferguson (unglaublich charismatisch: James Stewart, as always) folgen, während er Madeleine Elster (bemüht: Kim Novak) mit dem Auto durch die Stadt folgt. Minutenlang erhebt sich keine Stimme, lediglich werden wir erfüllt von Stille und den Tönen Bernard Herrmanns. Dann wiederum folgen wir der Szenerie, wenn die beiden Hauptfiguren Konversation führen, im Hintergrund gezielt Spannung aufgebaut wird, nur um kurz danach in einem Moment wie elektrisiert sich zu entladen. Hierbei geht ein großer Anteil der gekonnten Aufmachung an den Komponisten, denn die Töne sind immer wieder adäquat platziert. Hitchcocks neue Kameratechnik (Zurückfahren der Kamera mit gleichzeitigem Heranzoomen) entpuppt sich als nahezu genialer Schachzug um den „Vertigo“ (lat. „Schwindelgefühl“) auf eine passende Weise zu illustrieren. Was mich jedoch ein wenig störte und mir auch gerade in letzter Zeit bei »I Confess« aufgefallen ist: mir gefällt die Art, wie Hitchcocks Filme geschnitten sind, meistens nicht. Es sind Übergänge, in denen das vorherige Bild das darauffolgende noch überlappt oder ein schwarze fade-out. Irgendwie scheint es mir immer etwas zu spielerisch zu sein oder teilweise zu deterministisch. Jedenfalls passt es für mich nicht und reißt mich stets aus der ansonsten angenehmen Inszenierung heraus.

Aber dennoch weiß eben auch die narrative Ebene zu fesseln. Der Zuschauer tappt bis fast zuletzt im Dunkeln, die Aufmerksamkeit wird immer wieder vom eigentlich Offensichtlichen abgelenkt, weil man auf Nebensächlichkeiten achtet und sie für eminent wichtig hält. Dabei wirkt alles stets plausibel und vor allem die irgendwie charmante, so old-fashioned wirkende Umsetzung dieser Geschichte haben mich durchaus begeistert. Am Ende des Films sitzt man dann da, kann nicht fassen, dass es nach über zwei Stunden dann doch irgendwie abrupt endet und kann ebenfalls nicht erklären, warum man den Film jetzt so richtig gut fand. Man kann nur versuchen, es sich irgendwie ein wenig zu erklären.

Fazit: So ist VERTIGO ein überaus spannender und gekonnt inszenierter Thriller, der Protagonist und Zuschauer gleichermaßen mehrmals auf die falsche Fährte führt, eine intensive Atmosphäre kreiert in einer Story, die vom charismatischen Hauptdarsteller James Stewart hervorragend erfüllt wird, Insgesamt gesehen fast schon ein Meisterwerk vom großen Alfred Hitchcock, der mich jetzt endlich mal wieder vollkommen überzeugen konnte.

[http://planetofpictures.blogspot.de/2014/06/vertigo-us-1958-alfred-hitchcock-aus.html]

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dannydiaz

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Kennste Luis Bunuel "El"? Hitch hat gesagt, der habe ihn zu Vertigo inspiriert.


alex023

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Ne, mit Luis Bunuel habe ich mich immer noch auseinandergesetzt.^^ Wird aber noch kommen, dafür merk ich mir den dann auch mal vor.


Shiroyasha

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Bewertung4.0Uninteressant

Kurz zusammengefasst: Der Film ist zäh wie Kaugummi, da James Stewart gefühlte 20 Jahre mit seinem lahmen Auto durch die Gegend cruist. Dazu bietet der Film noch eine unerträgliche Romanze mit lahmen Schauspieleren (nichts gegen James Stewart, aber in diesem Streifen war er echt mies). Die Handlung ist uninteressant, die Charaktere sind zu überspielt und bevor ich als ein naiver Jungspund deklariert werde, auch die Kritiker vor 50 Jahren hatten an dem Film viel auszusetzen. (; Nur durch den Vertigo Effekt und den Namen Hitchcock hat der Film seine Existenzberechtigung.

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cule0809

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Bewertung9.0Herausragend

Seit Jahren endlich mal wieder diesen Klassiker angeguckt. Am Anfang stark kritisiert, gilt dieser Film heute als der beste Hitchcock-Film. Dem kann ich nicht zustimmen, für mich bleibt es Psycho aber trotzdem ist der Film klasse und super spannend inszeniert. Im Gegensatz zu Psycho, fand ich das Ende aber schon immer sehr vorhersehbar. Aber geht es in diesem Film überhaupt darum? Denke eher nicht. Es geht eher um die Frage wie verhält sich Scottie sobald er mit der Wahrheit konfrontiert wird? Diesen leicht depressiven und immer wieder vom Pech verfolgen Scottie wird unglaublich gut gespielt von James Stewart. Dennoch ist dieser Film weder hoffnungsvoll noch pessimistisch. Er bricht beide Gefühlswelten auf und zerrt uns in die Gedankenwelt von Scottie. Nur das ende, mein einziger Kritikpunkt am Film, kam mir etwas zu schnell vor.

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Medardus

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Überregisseur, Überfilme und hier ist einer davon.

Kaum Worte um das zu fassen, was hier passiert. Daher nicht lang schnacken, ein Meisterwerk unter vielen bei Alfred :)

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LaLaland2000

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

So musst jetzt auch mal was schreiben zu mein Lieblingsfilm...Lange genug raus gezügert.Ist Aber Doch bis lang geworden :o)

(Achtung: dieser Review kann Spuren von Spoilern enthalten!)

Ist die Rede von Hitchcocks größten Filmen, kommt man am Titel “Vertigo” nur schwer vorbei(wie meine Wendigkeit). Ende der 50er Jahre, in einer damals ungünstigen (Nachkriegs-)Zeit, kam das traumwandlerisch-psychologische Thriller-Melodram mit James Stewart und Kim Novak in die Kinos - und wurde von einem Großteil der Zuschauer- wie Kritikerschaft abgelehnt. Heute hat man die Klasse des Films längst erkannt; er gilt als Richtungsweiser und Blaupause für Regisseure vom Schlage eines David Lynch ("Mulholland Drive"), Brian de Palma ("Dressed to Kill") oder Paul Verhoeven ("Basic Instinct"). “Vertigo”, in der übersetzten Form synonym für Schwindel oder Höhenangst, ist eine brillante Reflexion über Sein und Schein, ein manipulatives Spiel um Liebe und Tod mit doppeltem Boden!

Das Suspense-Kino eines Alfred Hitchcock lebt seit jeher von einem perfekt durchkomponierten Spannungsbogen. In “Vertigo” wird diese Technik auf die Spitze getrieben und bis an die Grenzen “psychologisiert”. Zunächst baut Hitch gekonnt eine Atmosphäre der Unsicherheit auf, in der wir Zuschauer und ebenso die (beiden männlichen) Hauptprotagonisten im Unklaren darüber gelassen werden, was es denn nun mit der Frau, die sich Madeleine nennt, und deren mysteriöser Vergangenheit, auf sich hat. Das Einführen von Figuren, die nicht konkret einzuordnen sind, aber einen Schlüssel zur Lösung des Geschehens zu bergen scheinen, gehört zu den wichtigsten Elementen dieses Suspense. Hitchcock lässt uns lange, sehr lange in der Luft hängen. Ist Madeleine geisteskrank oder paranoid? Der Sprung in die Wasserbucht scheint darauf hinzudeuten, zumal ihr nahe stehende Personen davon sprachen, sie sei von dem Geist ihrer Urgroßmutter Carlotta besessen, deren Bild sie auch immer wieder im Museum aufsucht. In den darauf folgenden Gesprächen mit Scottie gibt sie sich zwar selbstbeherrscht, weist aber merkwürdige Gedächtnislücken auf. Nach dem plötzlichen und erschütternden Tod Madeleines, der Scottie in eine tiefe seelische Verzweiflung stürzt (erstens weil er sich nun erneut verantwortlich für den Tod einer ihm vertrauten Person fühlt und zweitens weil er die Frau, die er liebte, verloren hat), zieht Hitchcock einen völlig neuen Handlungsfaden auf. Die von Unsicherheit und Rätseln dominierte Stimmung weicht nun einer anderen Form des Suspense. Der liebeskranke Scottie glaubt steif und fest, seine Frau sei noch am Leben. Diese Einschätzung beruht aber nicht (oder zumindest nur unbewusst) auf einer festen Überzeugung, sondern mehr auf dem Wunsch, das Tote, das Vergangene zurückholen zu können. Wenn er schon nicht über seine Krankheit hinweg kommt, dann will er wenigstens das wiederhaben, was ihm genommen wurde.

Als Scottie dann tatsächlich eine Frau (Judy) in einem Hotel trifft, in der er das Ebenbild Madeleines glaubt erkannt zu haben, steigert er sich in eine Art Wahn hinein, für den die vielen Schicksalsschläge die Ursache darstellen. Judy hat zwar keine blonden, sondern dunkle Haare, doch ansonsten gleicht sie Madeleine bis auf einige kleinere äußeren Anzeichen exakt. Er überredet Judy, sich mit ihm wieder und wieder zu treffen, was so weit führt, dass Scottie ihr vorschreibt, sich genau wie die Tote zu kleiden und zu stylen. Diesen Wahn seitens von Scottie, den der Zuschauer über weite Strecken eben nur für einen übertriebenen Wahn hält, das in seinen Augen Perfekte, Reine, für sich festzuhalten, lässt Hitchcock kurz darauf, nach einer erklärenden Sequenz, in völlig neuem Licht erscheinen und schafft somit eine emotionale Zwickmühle. Judy kennt Scottie sehr wohl und auch kennt sie Madeleine, weil sie nämlich Madeleine ist. Gavin Elster entpuppt sich auf einmal als die Schlüsselfigur in der durchaus vertrackten Angelegenheit, die Scottie als zentrale Person zum Zweck der Vertuschung eines Mordes instrumentalisieren wollte und nun dadurch, dass Scottie sich in Madeleine verliebt hat, etwas Unvorhergesehenes in Gang gebracht hat. Der Schwindel wird aufgedeckt und weicht einer schicksalhaften Tragödie. Eine wahrhaft schwindelerregende, verblüffende Wendung, die einem den Boden unter den Füßen wegzieht, hier aber im Detail nicht weiter erörtert werden soll. Hitchcock spielt hier sehr schön und elegant die Klaviatur der psychologischen Abgründe, so dass es einem eiskalt den Rücken herunter laufen möchte.

Alfred Hitchcock arbeitet auf mehreren psychologischen Ebenen und mit unterschiedlichen Perspektiven. Die Liebe über den Tod hinaus, die Liebe zu einer Frau, welche lange als Trugbild erscheint, genauso ein Trugbild wie die Liebe zu dieser Frau an sich. Aus dem Grund seiner Höhenangst kann Scottie nicht verhindern, dass sein Kollege stirbt. Aus dem Grund seiner Höhenangst kann er nicht verhindern, dass schließlich Madeleine stirbt. Aber genau genommen hat er dies ja gar nicht verhindern können, weil Madeleine nie gestorben ist. Am Ende fällt Madeleine wirklich vom Glockenturm. Das Schicksal hat zugeschlagen und der Schwindel, der Betrug seitens Judy/Madeleine und Gavin Elster hat seine Opfer gefordert. Der Leidtragende ist im Endeffekt Scottie, der die ganze Zeit nur Instrument zweier Mordkomplizen war. Das Festhalten an der Frau ist fehlgeschlagen, dafür hat er nun seine Höhenangst überwunden. Diesen Schluss mag man deuten, wie man will. Auf jeden Fall ist dies aber eine der beeindruckendsten und cleversten Finals der Filmgeschichte. Was für Judy bzw. Madeleine gilt, hat sie Scottie die ganze Zeit geliebt und nur darauf gewartet, dass er ihrem “zweiten Ich” begegnet. Gestehen kann sie ihm diese Liebe nicht, weil sie dann das ganze Komplott, welches um diese Beziehung gestrickt ist, beichten müsste. Als der Schwindel auffliegt, führt dies unausweichlich in die Katastrophe. “Another thing I have to do now!”, sagt Scottie am Ende. Dieser Satz, den Madeleine zuvor sagte, kurz bevor sie (scheinbar) vom Turm stürzte, bedeutet, dass er ihr zeigen will, dass er die Wahrheit erfahren hat. An einer Halskette, die auch Carlotta auf dem Gemälde trug, hat er sie erkannt. Judy ist in ihrer perfekten Tarnung ein kleiner Fehler unterlaufen…

Auch wenn ich mir nicht ganz sicher bin, ob einige Aufnahmen nicht doch im Studio entstanden, sind die Bilder durchgehend von somnambuler Faszination. Hervorgehoben seien an dieser Stelle zunächst einmal zwei Sequenzen am Anfang und in der Mitte des Films, die verstörende, paranoia-ähnliche Bildspielereien gebrauchen, um den Effekt psychischer Verzweiflung und Hilflosigkeit zum Ausdruck zu bringen. In einem Traum, den Scottie nach dem “Tod” Madeleines hat, sieht man seinen Kopf inmitten von einer Art buntem Kaleidoskop, er fällt hinunter in den gähnenden Abgrund, ins Bodenlose - eine doppeldeutige Szene. Der Abgrund charakterisiert sowohl seinen Zustand und sein zum Scheitern verurteiltes Bestreben, an der ewigen Liebe festzuhalten, wie auch den Fall Madeleines selbst in den Abgrund. Das Fallen steht - neben dem Grundton der Nekrophilie - ohnehin zentral in “Vertigo”. Alleine schon die Höhenangst Scotties impliziert die Angst davor, zu fallen.

“Vertigo” lebt des Weiteren von einer Reihe versteckter und sich stetig wiederholender Symbole. Als Scottie Madeleine auf den Glockenturm folgt, entfernt sich der Boden in seiner Einbildung in rasender Geschwindgkeit immer mehr und wird zum spiralenförmigen Strudel. Jenen Strudel findet man auch andernorts im Film wieder. Nämlich als kleinen Wirbel im Hinterkopf in der Frisur von Madeleine und ebenso in dem Porträt Carlottas im Museum. Dann wäre da noch der rote Speisesaal im Restaurant, in dem sich einige Spiegel befinden, so dass man die vorbeigehenden Personen wie Madeleine aufgrund eines günstigen visuellen Blickwinkels doppelt sieht. Dies ist wohl als Metapher auf Madeleines “Doppelrolle” im Allgemeinen zu verstehen. Beeindruckend auch die Szenen, in denen sowohl Scottie als auch Madeleine den Tathergang aus ihrer Perspektive gedanklich rekapitulieren. Eine dieser Sequenzen beinhaltet auch die Erkenntnis Scotties, dass es sich bei den beiden Frauen um ein und dieselbe Person handelt. Hitchcock zeigt die rote (!) Halskette erst an Judy und kurz darauf an Carlotta auf dem Gemälde. In Carlottas Augen blitzt das Schmuckstück kurz auf. Sie scheint in diesem Moment lebendig zu sein. Eine Gänsehaut-Szene! Überhaupt weiß Hitchcock perfekt mit Lichteffekten und dem Ausleuchten von Szenen umzugehen.

James Stewart, anfangs noch schlichter Sympathieträger mit leichtem Hang zur Selbstironie, wandelt sich immer mehr zur tragischen Figur. Er ist das hilflose Opfer und zugleich das alles entscheidende Rädchen in der Aufklärung des Todesfalles, weil er sich in Madeleine verliebt. Kim Novak steht in der Tradition der so genannten “kühlen Blonden”, die bei Hitchcock und beim film noir im Allgemeinen so beliebt war, die mysteriöse Frauenrolle, die ein Geheimnis birgt. Weiterhin sind Barbara Bel Geddes und Tom Helmore mit dabei, wenngleich die Geddes mit dem Mord/Selbstmord selbst gar nichts zu tun hat, sondern eher als psychische Stütze und beste Freundin Scotties fungiert. Die Musik schrieb erneut Bernard Hermann, der hier wohl eine seiner besten Arbeiten unter Hitchcock ablieferte und dessen Stil wie immer unverkennbar ist.

Alfred Hitchcocks “Vertigo” ist eine dunkle Thriller-Tragödie, die sich mit voranschreitender Laufzeit immer tiefer in seelische Abgründe verstrickt und den Zuschauer vollends in seinen Bann zieht. Ein filmischer Drahtseilakt zwischen logisch aufzuklärender, nüchterner Realität und dem träumerischen, eleganten Stil der (Film-)Kunst.

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sushi97

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Bewertung9.5Herausragend

So, nach fast zweieinhalbmonatiger Abstinenz, kehre ich mit diesem Kommentar "aus dem Reich der Toten" zurück ;-)
Dieser Film ist einfach unfassbar. Schon sehr lange Zeit war ich nach einem Film nicht mehr so berührt, so mit meinen Gedanken in ein Werk vertieft, wie nach dem Ansehen von "Vertigo". Ich war völlig hin- und hergerissen. Über 50 Jahre alt und dann so spannend, so perfekt inszeniert. Ein Meisterwerk.
Zu Beginn lässt sich der Film viel Zeit und geht besonders gut auf die vorkommenden Personen ein. Man macht sich Bilder, zum Teil falsche Bilder von den Personen und stellt Vermutungen an. Vermutungen über den weiteren Verlauf. Diese enorme Tiefe, die hier hergestellt wird, ist extrem wichtig für den weiteren Verlauf des Filmes. Denn "Vertigo" spielt mit den Personen und deren Charakterzügen. Und das in einer beeindruckenden, feinfühligen Art.
Die beiden Hauptdarsteller bieten auch eine ganz feine Vorstellung. Besonders James Stewart verkörpert seine Rolle als höhenängstlicher Verfolger und Liebhaber einmalig imposant.
Die nervenzerrende Hintergrundmusik lässt dich noch mehr mit den Personen in den jeweiligen Situation mitfiebern.
Zum Ende hin gibt es einen Twist nach dem anderen. Man lernt immer Neues über die Personen kennen und erweitert so sein Bild über sie, bis man wieder daneben liegt. Zum Ende hin, wenn man eigentlich fast alles weiß, wird es noch spannender und unglaublich dramatisch. Da überschlagen sich die Ereignisse bis zu einem perfekten Ende. Erst war ich über den Schluss sehr traurig, weil alle Hoffnungen geplatzt sind. Ja, ich habe so sehr mitgefiebert, ich war eigentlich schon mittendrin und habe versucht selbst einzugreifen. Aber ich konnte nicht. Und nachdem ich mir sehr viele Gedanken gemacht habe, bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass es gut so war. Denn das Ende hat eine solche Aussagekraft, die du mit deinen verwirrten Gedankengängen erst gar nicht sofort erkennst.
Ich kann den Film nur jedem ans Herz legen; er wird dich verfolgen! Und das in einer faszinierenden Art.

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torwei

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wo sind denn dann die restlichen 0.5 Punkte hin? ;)


natedb

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Bewertung9.0Herausragend

Hitchcocks "Vertigo" ist ein eleganter, tragischer Thriller und Liebesfilm zugleich, mit einer betörenden Kim Novak und einem doppelbödigem Plot. Die Fotographie ist beispiellos und San Francisco bietet die perfekten Kulissen für diesen bildgewaltigen Klassiker, welcher teils so hypnotisch und vereint mit Bernard Hermanns unverkennbarem Score beinahe gespenstisch daherkommt. Ein düsteres Labyrinth, einer der größten, mitreißendsten, schönsten Filme die je gedreht wurden, auf ewig!

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Revolvermann

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Bewertung7.5Sehenswert

Eigentlich gefällt er mir ganz gut. Aber für den völlig überflüssigen beknackten Sturz am Ende gibt es einen Punkt Abzug!

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icebo3rg

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Zu 100% mein Gedankengang gerade. Ich war auch bei 8.5 und dann dieser dämliche Sturz...unpassend und unnötig.


vega_vincent

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Bewertung5.0Geht so

Vielleicht mache ich mich unbeliebt, vielleicht sind meine Erwartungen zu hoch gewesen, aber Vertigo hat mich nun wirklich nicht vom Hocker gerissen. Für seine Zeit mag der Film sicher visionär und handwerklich äusserst gut gemacht gewesen sein. Der Vertigo-Effekt, wenn man den so nennen kann, ist auch jetzt noch beeindruckend, viele Kamera-Einstellungen sind ungewohnt und ungewohnt gut. Die Geschichte ist spannend und wendungsreich, wird einem aber leider so platt ins Gesicht geklatscht, dass es weh tut. Die Musik ist viel, wirklich viel zu aufdringlich und wird deshalb schnell nervend. Gefühlte zwei Drittel des Films fahren die Protagonisten in ihren Wägen durch Frisco, was dem Film ordentlich Tempo wegnimmt. Die Romanze ist schnulzig und kitschig – ja, richtig triefend, grässlich. Schade. Ach, Kim Novak ist der Hammer, das muss man schon sagen! :-)

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gunnar.wilhelmi

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"Die Musik ist viel, wirklich viel zu aufdringlich und wird deshalb schnell nervend."
Wirklich? Ich kenne eigentlich kaum einen Film, wo der Score so viel zur Atmosphäre beiträgt.
Allein schon in der Museumsszene:
https://www.youtube.com/watch?v=d-kcczAff40&list=PL518C3FE4926104E6&src_vid=FZ65jfSwpAk&feature=iv&annotation_id=annotation_891935
wird wahnsinnig viel Mysterie allein durch den Score aufgebaut. Und schließlich nicht zu vergessen, die beste Szene im Film und wahrscheinlich eine der besten der Filmgeschichte:
https://www.youtube.com/watch?v=tesqTwX7cpc&list=PL518C3FE4926104E6


vega_vincent

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Du hast dir zwei grossartige Szenen als Beispiele ausgesucht, keine Frage. Die Szenen an sich sind klasse; die musikalische Untermalung ist klasse. Das sind aber auch – von der Musik her – zwei eher subtilere Szenen. Zwischendurch ist die Musik zu aufdringlich und zu platt, so im Sinne von: «Hier, jetzt ist das und das gemeint, capiche?» Ich kann es nicht viel besser ausdrücken, aber die Musik ist teilweise so präsent, dass sie ernsthaft stört und dass der Zuschauer den Eindruck erhält, er werde für dumm verkauft und müsse mit dem Vorschlaghammer eingetrichtert erhalten, was der Regisseur zum Audruck bringen will.


razzo

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Bewertung5.0Geht so

Ach Alfred, was mach ich nur mit dir?!

Du hast mal gesagt: ''Spannung ist Kaugummi fürs Gehirn." Aber was tun, wenn sich die Spannung wie Kaugummi zieht?!

Den Master of Suspense hab ich hier leider nicht gesehen. Eher schon den Meister der ausschweifenden Theatralik.

Schmachtende Hollywood-Küsse, gekünstelte Leidenschaften, dramatischste Musik bei jedem kleinsten Anflug von Emotion oder Spannung. Hinter dieser ''Oberfläche'' ist es nicht leicht Hitchcocks Tiefgründigkeit zu entdecken.

Dabei hat die Handlung einiges zu bieten. Ein originelle, wendungsreiche Geschichte, die mit ihrer Konsequenz durchaus zu überraschen weiß. Nur leider wird diese Geschichte mit dem Tempo einer gemächlichen Kutschfahrt erzählt. Die Aussicht war schön, aber nach ner halben Stunde wollte ich eigentlich ganz gern wieder aussteigen.

Fazit: ''Vertigo'' ist für mich kein schwindelerregendes Meisterwek. Viel mehr ein zweistündiger Balanceakt zwischen Kunst und Künstlichkeit. Altmodisch (auch für seine Zeit) verpackt und langatmig inszeniert.

Noch will ich die Hoffnung mit mir und Alfred Hitchcock aber nicht aufgeben.

Nächster Versuch: Psycho.

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MarikBob

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Von Michael Bay :D


razzo

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Michael Bay dreht Vertigo - eine Nachricht die hier einen nie da gewesenen Amoklauf auslöst ;)


Brainybab

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Bewertung6.0Ganz gut

Nicht wirklich mein Lieblings-Hitchcock-Film - oder mein Lieblings Jimmy-Stewart-Film - oder mein Lieblings-Film überhaupt.
Die erste Stunde vergeht in gähnender Langeweile, fast ohne Dialoge oder Handlung und nur dadurch gefüllt, dass Menschen einander folgen.
Der Rest des Films erfüllt mich auch nicht gerade mit Frohlocken.
Immerhin, gut gespielt, Bilder schön durchgestylt, passende Musik. Wem das genügt, um den Film als Meisterwerk einzustufen, der möge das gerne tun.
Für mich ist er das nicht.
Die Punkte, die er bekommt, bekommt er für die tollen alten Bäume und Jimmy Stewart - und aus Reverenz an Alfred Hitchcock. Wäre das nicht, würde ich ihn noch schlechter einstufen, denn mit Kim Novak konnte ich mich leider nie so recht anfreunden. Ihre Garderobe ist aber superschick gewählt.

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Brainybab

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Sorry, dem kann ich mich leider nicht anschließen, aber so etwas ist immer Geschmackssache. Ich mag einfach andere Hitchcock-Filme wesentlich lieber: Marnie, Die Vögel, Cocktail für eine Leiche, Das Fenster zum Hof ... um nur einige zu nennen ...


Brainybab

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BTW: ich hab den Film auf Englisch gesehen ;)


Copacabanasun

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Bewertung9.0Herausragend

"Ein Blick in die Welt beweist, dass Horror nichts anderes ist als Realität."
(Alfred Hitchcock)
.
.
"Es ist, als ob ich einen langen Korridor entlang gehe, der einmal Spiegelwände hatte, und davon hängen immer noch Bruchstücke an den Wänden. Und wenn ich ankomme am Ende des Korridors, ist da nichts als Dunkelheit. Und ich weiß, wenn ich in diese Dunkelheit gehe, sterbe ich."

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benni565

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...ist ein Klassiker, mehr verrat ich nicht !
Aber wenn ihr nach dem "Genuss" dieses Film sagt :
"Mag ich nicht", "langweilig" oder "Sch..."....
dann sucht Euch wirklich ein anderes Hobby als Filmeschauen raus !!


Copacabanasun

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benni :D


Jek-Hyde

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Speuler
Aus dem Reich der Toten ist in Wirklichkeit wohl eher aus dem Reich der Hoden (verzeiht den Vergleich, aber er hing quasi einfach dran) denn hier geht es tatsächlich um eine Modernen Frankenstein im traumatische, psychischen Sinne, der seine "perfekte" Frau erschafft. Sogar mehrere Frauen werden erschaffen, die im Grunde genommen die gleichen sind. Hier zeigt sich wiedermal, dass Hitchock einfach en Genie war. Allein bei den ganzen Optischen Faszinationen, die der Film zu bieten hat, über die anfangs unvorhersehbare Geschichte, die in einem ach so vorhersehbaren Drama endet, doch wenn wir ehrlich sind...anders haben wir es gar nicht gewollt, den es geht um Frauen...wie immer. Die Natur hat uns im Griff, leibe Freunde. Sie ist quasi unser Puppenspieler. Ein Gefängnis mit Gitterstäben aus Hormonen. Aber was wären wir schon ohne sie? Wir wüssten weder aus (und hierauf besonderes Augenmerk) noch EIN. Vertigo ist eine Abwärts- und Aufwärtsspirale sondergleichen. Ganzer Personen werden kreiert und verworfen und neu Kreiert. Hitchock spielt Puppenspielergelich mit unseren Gedanken, indem er uns gerade genug Informationen gibt (mir persönlich zu wenig! Ich will wissen, warum der Typ nochmal seine Frau umgebracht hat) so dass wir geradeso klar kommen, sien böses Geheimnis lüften, dass er speziell für uns versteckt hat.
Oh ja, von Hitchock lernte ich eine menge über gute Geschichtenerzählern. Auch wenn Vertigo überraschenderweise nach der ersten Sichtung etwas an Schwang verloren hat, bleiben uns noch immer die Gedanken und die Ahnungen, die Gewissheiten und Ungewissheiten die "Zufälle" die Spirographengelich sich in die Höhe schrauben, bis...man oben runterstürzt:
AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAH...bum!

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