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Was vom Tage übrigblieb
The Remains of the Day (1993), GB/US Laufzeit 134 Minuten, FSK 6, Drama, Komödie, Kinostart 10.03.1994
7.4
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Moviemaster:Movie
von James Ivory, mit Anthony Hopkins und Emma Thompson
England, dreißiger Jahre. Seit Jahrzehnten dient der Butler Stevens auf dem herrschaftlichen Landsitz Darlington Hall. Präzise wie ein Uhrwerk verrichtet Stevens seine Pflichten. Und merkt dabei nicht, welche Zeitbomben in seiner Umgebung ticken: Die unheilvolle Kumpanei seines Dienstherren Lord Darlington mit den Nazis. Und die neue, attraktive Wirtschafterin. Miss Kenton verliebt sich schon bald in Stevens. Doch der Butler gestattet sich keine Gefühle.
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Cast & Crew
Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Was vom Tage übrigblieb
- Genre
- Drama, Melodram, Komödie
- Zeit
- 1930er Jahre, 1940er Jahre
- Ort
- England, Großbritannien
- Handlung
- Adel, Antisemitismus, Bedienstete, Blume, Butler, Deutscher, Diplomatie, Entfremdung, Freundschaft, Fuchsjagd, Führungsschicht, Gedächtnis, Haushälterin, Heimliche Liebe, Heiratsantrag, Jagd, Jagdgesellschaft, Klassenunterschiede, Klassiker, Landsitz, Loyalität, Nationalsozialismus, Oscargewinner, Reichtum, Roman, Schlaganfall, Selbstaufopferung, Taube, Toast, Unglückliche Liebe, Unheilbare Krankheit, Unterdrückte Liebe, Vater-Sohn-Beziehung, Verlust der Großen Liebe, Verständnis, Zigarre, Zimmermädchen
- Stimmung
- Berührend, Ernst, Traurig
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Kritiken (1) — Film: Was vom Tage übrigblieb
Kubrick_obscura: CinemaForever
Kommentar löschenBewegendes Melodram aus dem Hause Ivory. Formvollendet und wunderschön und Anthony Hopkins in seiner vielleicht besten Rolle. Nie war britischer Stoizismus berührender :)
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Kommentare (22) — Film: Was vom Tage übrigblieb
ElMagico Sun, 17 Mar 2013 17:01:34 -0000
Kommentar löschen"The Remains of the Day" ist nahezu perfekte Filmkunst der klassischen Art. Man muss hier schon mit der Lupe suchen um irgendeine Schwachstelle in der Inszenierung, dem Schauspiel oder Präsentation zu finden. Alles scheint minutiös bearbeitet, dass sichtbare, aber auch was die Wirkung beim Zuschauer betrifft. Denn auch das, was der Film erzählt ist stimmig in sich verwoben, man nimmt zwar all die einzelnen Komponenten wahr, kann das alles aber nur als eine großes Ganzes aufnehmen.
Dadurch fällt es auch durchaus schwer einen Kern in diesem Film auszumachen. Die zarte Emotionalität baut auf der Darstellung sozialer Mechanismen und Gepflogenheiten auf, die bilden wiederum die Basis für die politischen Vorgänge in "The Remains of the Day", welche zusehends wiederum die Emotionen der Protagonisten beeinflusst. Selbst die kleinen Ausbrüche aus dieser rituellen Welt erscheinen einem so diszipliniert, so voller Beherrschung, aber auch voll von unterdrückten und abgetöteten Gefühlen. Es ist jedoch auch immer spürbar eine Welt, die in ihren letzten Atemzügen liegt, die von der Realität längst überholt wurde und deren Sitten, Kodexe und Macht teilweise schon etwas belächelt, teilweise angegriffen wird. Somit ist dies auch ein Film von einer Welt, einer Gesellschaft und Personen, die versuchen Halt und Wichtigkeit in ihrer Routine zu finden, die Geborgenheit mit Sicherheit ersetzen und sich doch dem Leben öffnen müssen. Und sie alle können das nur sehr langsam und sehr leise tun.
Sehr beeindruckend und manchmal von erschlagender Größe, sticht in "The Remains of the Day" eigentlich nur Anthony Hopkins heraus, da er der Butler Stevens ist und man sich frägt, wie man ihn je in einer anderen Rolle hat sehen können.
Großes Kino der unterdrückten Gefühle und große Kunst des leisen Tones.
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TheBruceWayne Fri, 08 Feb 2013 23:10:39 -0000
Kommentar löschenWas ist Moral und inwieweit gibt man sich ihren Tugenden der Würde und der Pflicht hin? Wo gibt es noch Menschen, die ihr Leben der Moral und der Pflicht als Glaubensgrundsätze unterordnen. Viele Menschen kennen diese Begriffe nicht, früher jedoch waren diese Werte nicht nur für Geistesgrößen wie Immanuel Kant von zentraler Bedeutung, sondern auch für einfache Menschen mit eher bescheidener Bildung.
So auch für Butler Stevens (kongenial, Hopkins beste Rolle). Stevens ist seit jeher Chefbutler auf dem altehrwürdigen Landsitz Darlington Hall und ordnete all seine Lebenswünsche dem Dienst an seinem Lord Darlington unter. Das Aufbauen von zwischenmenschlichen Beziehungen ist ihm unmöglich was auch seine Arbeitskollegin Miss Kenton zu spüren bekommt, welche wie er zu ihr auch Gefühle für Stevens entwickelt. Diese kann er aber nicht zum Ausdruck bringen bzw. unterdrückt sie in seinem Pflichtgehorsam. Die Form so Stevens Doktrin muss gewahrt werden - und erkennt dabei nicht die Schönheit des gelebten Moments. Auch lässt ihn seine Treue zur Pflicht nicht erkennen, dass sein verehrter Lord Darlington in seiner Übertoleranz auf den falschen Weg gekommen ist. Er sympathisiert mit den Nazis und will ihre Gräuel nicht sehen. Darlington Hall ist dabei ein Treffpunkt für politische Treffen am Vorabend des 2ten Weltkrieges.Hier trifft Stevens Mikrokosmos auf den Makrokosmos des Weltgeschehens.
Bei der Verabschiedung von Miss Kenton, da sie nun aufgrund der Enttäuschungen einen anderen Mann heiraten will und spätestens ab dem Tod von Lord Darlington, der durch den Krieg seinen guten Ruf verloren hatte, bricht die Welt Stevens endgültig zusammen. Zu spät erkennt er seine Fehler und wenn er am Ende nach Jahren Miss Kenton besucht und diese sichtlich gealtert gesteht, dass sie sich ein gemeinsames verbrachtes Leben mit ihm sich gewünscht hätte, was ihn tief im Innersten trifft. Da hilft ihm auch ihr Zitat, das der Abend der schönste Teil des Tages sei, nicht mehr weiter. Ihm bleibt nur noch der Versuch das Beste aus dem zu machen, was vom Tage übrig bleibt. Aber was ist der Rest? Diese Frage wird wohl nicht nur Stevens zeit seines Lebens beschäftigen.
Hopkins sagte einmal das die Rolle des Butlers Stevens für ihn seine wichtigste Rolle gewesen sei und da hat er auch recht, wie ich finde. Dem Regisseur Ivory ist mit diesem Film neben "der schmale Grat" der beste und menschlich berührendste Film der 90er Jahre gelungen. Getragen von den überragenden Charakterdarstellern Antonny Hopkins und Emma Thompson, den wunderschönen Bildern und der zauberhaft tragischen Musikuntermalung ist dies ein Meisterwerk des Films für die Seele und regt wie ich finde zum Nachdenken an. Wahrlich eine formvollendete Schönheit. Für mich ein perfekter Film.
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Hfonda15 Tue, 12 Feb 2013 15:12:43 -0000
Antwort löschenSehr schöner Kommentar, schieb den Film schon seit langem vor mir her aber jetzt muss der bald ma geguckt werden ;)
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TheBruceWayne Tue, 12 Feb 2013 15:16:17 -0000
Antwort löschenDanke dur.Dann wird es mal Zeit. Überhaupt die Filme von Ivory.Der hier ist wie ich finde ab sein bester.
TheBruceWayne Tue, 12 Feb 2013 15:17:07 -0000
Antwort löschen*dir
Niotq Sun, 13 Jan 2013 23:44:54 -0000
Kommentar löschenKostümfilmveteran James Ivory schmeißt uns zu Beginn in ein großes, altes Haus, das jahrzehntelangen Wandel mitgemacht hat. Nur noch als Geister und Schemen aus der Erinnerung des Butlers Stevens bewegen sich die Scharen von Dienern durch die Korridore des herrschaftlichen Anwesens, darunter auch Miss Kenton, die einstige Haushälterin, die vor langen Jahren das Haus verlassen hat. Die nicht ganz so einfach auf den Punkt zu bringende Beziehung zwischen Stevens und Kenton ist der Dreh- und Angelpunkt von "The Remains of the Day", der Verfilmung eines Romans von Kazuo Ishiguro.
Und es ist eindlich einmal eine Ishiguro-Verflimung, bei der ich nicht das spontane Bedürfnis verspüre, mir die Pulsadern aufzuschneiden, weil das Werk so elendiglich konsequent im eigenen Elend dahinsuppt, wie es Mark Romaneks Adaption von "Never Let Me Go" (dt.: "Alles, was wir geben mussten") auf unnachahmliche Weise geschafft hat. Nun ist auch "The Remains of the Day" nicht zwangsläufig als amüsantes Kino für zwischendurch zu betrachten, bringt neben der obligatorischen Katharsis eines Dramas aber auch eine ganze Menge Charme mit - wunderhübsch die Dialoge, in denen Kenton Stevens subtil zu reizen versteht, ohne ihn je dazu zu bringen, die Fassung zu verlieren (das können bekanntermaßen nur Rotweinflaschen). Herrlich besonders in jenen Fällen, aber auch ansonsten die schauspielerischen Darbietungen von Anthony Hopkins und Emma Thompson, die von Ivory ja schon zum zweiten Mal nach "Howards End" verpflichtet werden konnten. Hugh Grant und der zu früh verstorbene Christopher Reeve sind wohl die prominentesten Nebendarsteller, die ebenso tadellose Arbeit verrichten.
Das Trickreiche und gleichzeitig Faszinierende an dieser besagten zentralen Beziehung aus der Downstairs-Welt: Es gibt so unheimlich viel, das unausgesprochen bleibt, weil Stevens, Diener mit Leib und Seele, niemals aus seiner stoischen Rolle fällt, obwohl er damit Miss Kenton den allergrößten Gefallen getan hätte. Nicht einmal, als sein Lord jahrelang mit den Nationalsozialisten gemeinsame Sache macht, maßt er sich eine eigene Meinung dazu an. Auch wenn der Klappentext meint, er wüsste es besser, muss man sich am Ende wirklich fragen, und diese Frage nagt zwangsläufig am Zuseher: Haben die beiden Protagonisten letzten Endes einander geliebt? Ich kann es nicht sagen, sie hatten ja nie die Gelegenheit dazu, es herauszufinden.
Die absolute Krönung der Porträtierung britischer Sitten und Gebräuche vergangener Zeiten ist und bleibt für mich Robert Altmans komplexes Meisterwerk "Gosford Park". Nichtsdestotrotz ist auch "The Remains of the Day" ein wahrer Glücksfall, eine Vielleicht-Liebesgeschichte, die Klischees großzügig umschifft und es schafft, glaubwürdige Charaktere zu zeichnen (wer Hopkins' Stevens für eindimensional hält, bitte sehr, ich hege jedenfalls keine großen Zweifel daran, dass unbedingter Gehorsam und Loyalität schon zahlreiche Diener ihren eigenen Willen verlieren ließen), mit denen ich mitfühlte bis zum Schluss, und die mir auch einige herzhafte Lacher entlockten. James Ivory verdient es, in naher Zukunft näher von mir begutachtet zu werden, ebenso wie das Schaffen der mir bislang nahezu unbekannten Emma Thompson - ihre Armee hochrangiger Filmpreise wird wohl nicht von irgendwoher kommen.
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aberaber Thu, 01 Nov 2012 11:15:57 -0000
Kommentar löschenWunderbarer und bewegender Film. In den Hauptrollen mit Anthoy Hopkins und Emma Thompson hervorragend besetzt und brilliant gespielt.
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liquiem Sun, 07 Oct 2012 10:34:49 -0000
Kommentar löschenAnfangs fleucht es einem so etwas wie Ehrfurcht ein, wenn man Jemanden erlebt, der sich so sehr auf die Umgangsformen versteht wie unser Stevens. Hier aber legt sich die Höflichkeit wie eine Zwangsjacke um den kunstgerechten Butler, der diese mit einer beachtlichen Selbstverständlichkeit trägt und der sich in dieser Höflichkeit niemals täuschen lassen würde. Stevens erstarrt in der Wahrung der Gepflogenheiten, stellt diese sogar über seine Gefühle, über seine Liebe zu Miss Kenton und, ich will auch behaupten, über die Gefühle zu seinem Vater.
Dass er an die Grenzen der Konvention gerät kann man im Verlauf in Stevens Augen und in seinem Gesicht ganz deutlich erkennen, niemals aber in seinem Tun und in seiner Sprache. Oftmals ist er peinlich berührt, wenn Miss Kenton ihn dabei ertappt Gefühle zu zeigen. Die Lösung des Problems; die beiden erheben die Konvention zum reinen Selbstzweck. Die Etikette bietet ihnen das beste Alibi sich mit ihren Gefühlen nicht auseinander setzen zu müssen. Geistreich und lebendig ist das nicht! Scharmützel sucht man vergeblich. Selbst die Anekdote über den Tiger, die Stevens Senior im Speisesaal erzählt, soll zugleich raffiniert und amüsierend sein. Nichts von Beidem war der Fall… Gelacht wurde trotzdem. Ach, die Höflichkeit!
Eben diese Höflichkeit in übertriebenen Form wird zum Verlust aller Identitäten.
Logo, "Was vom Tage übrig blieb" ist die Darstellung einer Extremen, die einen die Regeln des Umgangs, die so nervtötend sensibel sind, noch Mals überdenken lässt.
Filmisch gesehen gibt es da überhaupt nichts zu mäkeln. Schauspielerisch macht das richtig Spaß und auch das Szenenbild ist ganz famos. Dramaturgisch ist diese Suppe aus Ehrerbietung und alter Schule erstklassig erzählt. Doch der Wunsch, diesem Butler, der trotz seiner außerordentlicher Umgangsformen vor meinen Augen zum hilflosen Kindlein wurde, einen heftigen Klaps auf den Hinterkopf zu geben, strengte mich an und kratzte zeitweise auch an meinem Nervenkostüm. Also wieso die falsche Liebenswürdigkeit? Das Lächeln? die Ehrerbietung?
Ich habe der Höflichkeit zu Genüge getan und gebe diesem Film wahrhaftige 7 Punkte.
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gibtsnet Tue, 22 May 2012 14:00:35 -0000
Kommentar löschenmmmh, die Schauspieler (Hopkins und Thompson) haben mich vollkommen überzeugt und hätten auch ein glatte 10 verdient. Ich habe mitgefiebert und gelitten und dennoch kann ich dem Film nicht die volle Anzahl geben. Irgendwie kann ich gar nicht genau beschreiben was mich davon abhält. Vielleicht, weil er mir Stellenweise zu langatmig ist, wobei ich finde, dass gerade oft diese leisen Momente die Tiefe der Figuren aufzeigt. Vielleicht, weil es kein Hollywood Ende gibt (auf welches ich so gehofft hätte), was jedoch wieder die Eindringlichkeit der inneren Gefangenschaft beeindruckend verankert.
Irgendwie kann ich mir nicht helfen - man muss diesen Film eindeutig gesehen haben, aber trotzdem bin ich bezüglich der genauen Einstufung dieses Werks für mich innerlich aufgewühlt. Mal sehen ob eine zukünftige zweite Sichtung mir eine Entscheidung erleichtert.
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hoffman587 Thu, 29 Sep 2011 15:02:33 -0000
Kommentar löschenThe Remains of the Day
Es gibt manche Bücher, bei denen man beim lesen denken könnte, dass diese in Zelluloidform unmöglich umzusetzen wären, was es da nicht alles für Beispiele gäbe. Wahrscheinlich bekannte Beiträge wären dazu "The Lord of the Rings", "American Psycho", "Stadt der Blinden" oder auch "Der ewige Gärtner", etc., was es da nicht alles für Alternativen gebe, es gibt natürlich durchaus geglückte Werke, überraschenderweise sogar manchmal mehr als man denken mag, obwohl dies selbstredend Geschmackssache ist, dennoch gäbe es eben genau auf der anderen Seite doch gescheiterte Versuche. Nun bleibt für uns zunächst die Frage offen, ob die Verfilmung, vom britischen Meisterregisseur James Ivory aus dem Jahre 1993, des Romans "Was vom Tage übrig blieb" von Kazuo Ishiguro geglückt ist. Also für mich. Immerhin gute Vorraussetzungen hatte er, dennoch war bei mir große Skepsis angesagt, denn man kann eindeutig sagen, dass das Buch doch in gewisser Weise als unverfilmbar gelten könnte.
Nun gut, wie immer erstmal wieder zur Story, eine hervorragend ausgearbeitete Geschichte, mit vielen interessanten Aspekten präsentiert, eine Story um Liebe, um Aufbergehren, um Pflichten und deren Aufgaben, um unterdrückte Gefühle und verpasste Chancen im Leben, die am Ende zu tragisch scheinen, um sie genauer zu erläutern, anspruchsvoll: Wie befinden uns kurz gesagt im England der 30er Jahre: Lange wartete er, der steife Butler Stevens hat rund 20 Jahre auf dem Darlington Hall verbracht, eine lange Zeit, stets begegnete er den Avancen der Hausherrin kühl, doch langsam spürt er, dass er diese Gefühle nicht mehr unterdrücken kann.
Der Top-Cast steht dazu natürlich noch auf der langen Liste. Besonders hier erbringen die Hauptdarsteller wahrhaft echte, schauspielerische Jahrhundertsleistungen, da seien selbstredend der gnadenlos brillante Anthony Hopkins gelobt, der hier sein Schauspiel perfektioniert, mit einer unglaublichen Intensität beim spielen dabei, verleiht er seiner Figur nicht nur Tiefgang, Einfühlsamkeit, nein er verleiht ihr auch das Wichtigste Glaubwürdigkeit, man hätte niemanden besseren finden können als Hopkins für die Rolle des alternden, steifen und kühlen Butlers Stevens, so jedenfalls meine Meinung, fast schon elektrisierend könnte man sagen. Neben ihn dann noch eine genauso herausstechend agierende Emma Thompson als Miss Kenton, die Haushälterin. Famos von ihr gespielt, sehr intim zeigt sie sich in ihrer Rolle und gleichzeitig auch sehr leidenschaftlich bei der Sache. Aber auch der Rest des Ensembles wurde vorzüglich ausgewählt bzw. weiß zu glänzen mit (als Beispiele) James Fox, Christopher Reeve, Ben Caplin und Hugh Grant, alle überzeugend, auch wenn man dies bei manchen nicht wirklich glauben mag, aber so ist es nun mal.
Weiterhin ist Ivorys Regie noch (wie eigentlich schon immer) herausragend, faszinierend und durchaus auch fesselnd (irgendwie) überbringt er seine Story, auch wenn an dieser Stelle noch kurz erwähnt sei, dass es dann für mich auch einige Längen gab, die insgesamt aber nicht das Gesamtbild dieses gelungen gestaltenen Sittengemäldes ankratzen konnten oder gar schädigen, denn es bleibt die intime und meisterhafte Erzählweise, präzise analysiert Ivory dabei seine Figuren, bis auf das minimalste Detail beleuchtet er sie und bringt zudem in seiner Story noch einige politische Aspekte unter, stets sehr ruhig und gemächlich, der Tag verrinnt nicht, denn was bleibt sonst noch von ihm? Ein sehr bewegender Stil, der hier an den Tag gelegt wird.
Des weiteren liefert auch die Kamera großes ab, exzellent gefilmt, sehr edel jedes einzelne Bild, demnach wird eine grandiose und authentische Atmosphäre erzeugt und dazu das Ganze noch mit einer tollen und stilvollen Optik verziert, sehr klassisch bebildert, wunderschön.
Die Charaktere noch genial gestaltet, sehr vielschichtig, offenbarten sich mir die Fehler des Butler, nach langer Sicht sieht er seine Fehler. Wünscht er könnte sie ungeschehen machen. Einfach ganz große Klasse ihre sehr exakte und genaue Zeichnung mit vielen tiefgründigen Hintergründen, sehr fein gemacht. Vergessen werden dürfen natürlich auch nicht die toll und intelligent geschriebenen Dialoge, die so man als genauso edel und glänzend beschreiben könnte wie die Ausstattung bzw. der Film selbst.
Zusätzlich wird das Werk noch von einem sehr rührenden, einfühlsamen und exquisit komponierten musikalischen Untermalung von Richard Robbins, der die Emotionen der Protagonisten doch tief in sich zuvereinen weiß, sehr schön.
Es ist also geschafft, James Ivory und sein starkes Team haben es also geschafft. Geschafft jedenfalls meiner Meinung nach. Geschafft aus dem Roman einen unglaublichen Film zu zaubern, eine tiefgründige Charakterstudie mit interessanten psychologischen Details, auf die hier besonders geachtet werden. Wenige Worte finde ich dafür noch: Herausragend, das beim besten Willen. Eine gelungene beziehungsweise für mich herausragende Literaturverfilmung mit überragenden Akteuren.
bedenklich? 19 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten
servo80 Thu, 29 Sep 2011 18:08:51 -0000
Antwort löschenSchöne Kritik. Der Film ist für mich, wenn sowas überhaupt möglich ist, vollkommen. Bei mir eine glatte 10. :)
hoffman587 Thu, 29 Sep 2011 20:37:41 -0000
Antwort löschenDanke schön und das kann ich vollstens verstehen. :)
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Sozionaut Fri, 30 Sep 2011 06:34:19 -0000
Antwort löschenSehr gute Kritik!
hoffman587 Fri, 30 Sep 2011 13:48:23 -0000
Antwort löschenDabke schön für dein großes Lob!:)
moviereporter Wed, 17 Aug 2011 21:24:02 -0000
Kommentar löschen'Was vom Tage übrig blieb'. Ein Titel der auf der Zunge zergeht - der Film selbst hat aber trotz grandioser Darsteller merkliche Inhaltliche längen. Daran können auch die absolut famosen Szenen nichts ändern, in denen das Schauspieler-Traumgespann Thompson/Hopkins zutage tritt. Ich muss zugeben: Sequenzen von solcher Eindringlichkeit, in welcher die Darsteller ihre Gefühle verbal derart unterdrücken und trotzdem alles zu Tage tragen, allein durch Mimik und Gestik habe ich noch nicht gesehen - Hut ab!
Fazit: Ein Film der allein durch die famosen Hauptdarsteller getragen wird - leider kommen sie im Zusammenspiel ein wenig zu kurz. Das Geschehen um die kriegspolitischen Fragen, waren mir persönlich zu lang gezogen. Sehenswert ist der Film aber allemal.
(Wen' s interessiert: Die letzte Szene, in der das Herrenhaus in Vogelperspektive ausgeblendet wird, verwendete Baz Luhrman 2008 in 'Australia' wieder. Es stellt das Anwesen von Lord Ashley dar - Luhrman ließ die Szene rückwärts ablaufen und nahm sie als Eingangssequenz nach dem 'animierten' England. Nur mal am Rande ;)
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TinaCocaine Sun, 17 Jul 2011 18:01:11 -0000
Kommentar löschenEin sehr gut besetzter Film, auf den man aber definitiv Bock haben muss. Schon recht anspruchsvoll und ich war sehr verwundert darüber, dass er FSK 6 hat!, da ich den echt nicht gerade leicht zu verstehen fand (was auch an mir liegen kann) Eine sehr rührende Story, super Dialoge und unterlegt mit grandioser Musik! Klasse Film!
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Elman Smithee Fri, 03 Dec 2010 21:45:23 -0000
Kommentar löschenWas vom Tage übrig bleibt ist eine Tour de Force der unterdrückten Gefühle. Wie hart muss man gegenüber sich selber sein? Zu Beginn räsoniert Mr. Stevens (wunderbar understated gespielt von Anthony Hopkins) über den Begriff der Würde (dignity) - dass man zum Gelingen seiner Arbeit diese Würde innehaben und hochhalten muss. Er ist ein Mann der Theorie, dieser Mr. Stevens, der keine Praxis der Gefühle zulässt. Er steht sich selber im Wege, und man sieht mit Bangen ihm zu, wie er versucht, sich zu überwinden. Auch ich mag den Begriff der Würde, vielleicht auch, weil er in unserer Zeit ein überkommener ist. Doch ebenso, wie in dem Film der Stand des Gentlemans als weltfremd in Frage gestellt wird, muss diese Art der Würde, alles in den Schatten des Berufsethos als Diener des Herrn zu stellen, deutlich in Frage gestellt werden. Was nützt Würde, wenn sie ohne eigentlichen Wert ist? Was vom Tage übrig bleibt ist ein trauriges Lehrstück darüber, faszinierend, abstoßend, läuternd gespielt. Ein Moralstück über den Unsinn von Moral, wenn man vergisst, Mensch zu sein.
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StefanSangrero Sun, 17 Oct 2010 15:09:49 -0000
Kommentar löschen[Achtung: Spoiler]
Die Musik offenbart die Gefühlsströmungen, die irgendwo unter der von englischer Adelsetikette gebildeten Fassade des Butler Mr Stevens fließen, man möchte ihn schütteln und rütteln und schreien: Lass sie raus!, doch er bleibt stets neutral und unbeteiligt, allein seinem Dienst und Herrn unterworfen, bis nichts mehr vom Tage übrig bleibt.
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BlueSquirrel Mon, 04 Oct 2010 17:44:29 -0000
Kommentar löschenWunderbares Drama über den Zerfall der britischen Aristokratie. Der Film spart nicht mit Kritik an den Verhältnissen, die so mancher konservative Engländer noch immer für eine gerechte oder notwendige Ordnung hält. Ausgezeichnet gespielt und Detail-versessen in Szene gesetzt. Den Superman zu benutzen war vielleicht etwas dümmlich aber, jo mai.
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Filmkenner77 Tue, 24 Aug 2010 13:56:31 -0000
Kommentar löschenWer hervorragende Darsteller in einer anspruchsvollen Geschichte mit leisen Zwischentönen sehen möchte, ist mit diesem Film definitiv gut bedient.
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Begemot Mon, 26 Jul 2010 20:09:08 -0000
Kommentar löscheneinerseits so gähnend lang
andererseits so exzellent gespielt und sehr feinfühlig.
Ein weiter Beweis, dass Hopkins nicht nur als ein brutaler Kanibale oder Mörder die Menschen begeistern kann.
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Jerry50 Sat, 22 Aug 2009 21:42:10 -0000
Kommentar löschenGrandiose,sehr stilvoll inszenierte Langeweile
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Motsche Sun, 16 Aug 2009 00:27:14 -0000
Kommentar löschenDie erste Stunde war eine echte Herausforderung für mich, da sehr ausführlich und wenig spannend, aber ich wurde belohnt (in der zweiten Hälfte) mit einigen der besten Filmszenen die ich je schaute!
Wer Liebe sehen will sollte sich "was vom Tage übrig blieb" ansehen. Unbedingt!
PS: Der Film wird ja hier als Komödie angepreisen ;) und tatsächlich enthält er einen hervorragenden Gag!!!
Mr. Stevens geht mit einem Portier die Treppe rauf und als sie schon fast oben sind, meint der Portier zu Mr. Stevens: "VORSICHT STUFE!" ....
zu geil, sowas am Ende einer Treppe zu sagen ;)
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spanky Tue, 07 Jul 2009 07:30:01 -0000
Kommentar löschenHerr Hopkins trägt das Sir nicht nur zur Zierde in seinem Namen. Diese Film adelt ihn auf ganzer Linie. Wahrscheinlich eine seiner Glanzrollen. Aber auch die Thompson ist brillant. Unter anderen Umständen hätte es hier Oscars gehagelt...
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8martin Sun, 05 Jul 2009 14:09:01 -0000
Kommentar löschen’Der Abend ist der schönste Teil des Tages’, sagt Miss Kenton (ganz toll Emma Thompson) und auch ihr Lebensabend hätte es sein können. Nicht so bei der großen unerfüllten Liebes zwischen ihr und dem Butler Stevens (ebenso beeindruckend Anthony Hopkins). Mit einfühlsamer Kamera und wunderbar sensiblen Darstellern in einem adligen Ambiente ist James Ivory ein Wahnsinnswurf gelungen. Es geht hier um Stil und das ist das formgebende Gestaltungselement. Neben dem Hauptteil der Handlung gibt es noch ein Vater – Sohn Problem unter Butlern, und die geistige Nähe des englischen Adels zu den Nationalsozialisten wird ebenfalls thematisiert. Man bleibt nicht ungerührt, wenn man mit ansieht, wie Stevens sich keine echten Gefühle gestattet und an seinem persönlichen Glück vorbeisegelt. Ein Denkmal für eine untergegangene Generation von Domestiken, die ihre einzige Lebensaufgabe darin sahen, völlig selbstlos der Herrschaft zu dienen.
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dbeutner Wed, 07 Jan 2009 12:00:32 -0000
Kommentar löschenStarkes Schauspielerkino, geradezu eine Paraderolle für Hopkins; aber auch Emma Thompson ist eine Gegenspielerin auf Augenhöhe. Die Story interessiert ebenfalls, fesselt aber nicht unbedingt so stark, um den Film wieder und wieder zu sehen, deshalb schafft der Film es bei mir nicht, eine höhere Bewertung einzuheimsen (MP-Vorhersage: 9.5).
Aber ein, zumindest einmaliger, Must-See, dennoch!
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dAShEIKO Wed, 30 Jan 2008 15:15:17 -0000
Kommentar löschenfeinsinniges Sittengemälde mit hervorragenden Schauspielern. Sowas genießt man am Besten auf dem Sofa mit einer Tasse Tee und reichlich Taschentüchern.
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